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Erzbischof - Page 3

„Katho­lisch sein heißt, welt­kirch­lich aus­ge­rich­tet sein“

Erz­bi­schof Schick ruft vor dem Diö­ze­san­rat dazu auf, „unver­schäm­ter den Glau­ben zu leben“

Vor der Voll­ver­samm­lung des Diö­ze­san­rats hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick in Weis­main auf­ge­ru­fen, die welt­wei­ten Part­ner­schaf­ten zu pfle­gen. „Katho­lisch bedeu­tet welt­um­fas­send. Wir sind dann katho­li­sche Kir­che, wenn wir welt­kirch­lich aus­ge­rich­tet sind“, sag­te Schick am Sams­tag und ver­wies auf die Part­ner­schaft des Erz­bis­tums Bam­berg mit dem Bis­tum Thiès im Sene­gal sowie mit Gemein­den in Indi­en, Peru, Boli­vi­en, Polen und der Ukraine.

„Je welt­kirch­li­cher wir aus­ge­rich­tet sind und han­deln, des­to katho­li­scher wer­den wir, des­to tie­fer wird unser Glau­be und des­to umfas­sen­der unser Kir­chen­bild sein.“

Zur welt­kirch­li­chen Arbeit gehö­ren „das gegen­sei­ti­ge ‚Geben und Neh­men‘ sowie Demut, die den Ande­ren wert­schätzt und ihm die­nen will.“ Die Part­ner­schaft mit Thiès sol­le zum Nach­den­ken anre­gen über die gan­ze Kir­che und die Freu­de am Glau­ben stärken.


Afri­ka kann anre­gen, offen unser Christ­sein zu leben

Die welt­kirch­li­chen Part­ner­schaf­ten könn­ten auch Inspi­ra­ti­on für unse­re Glau­bens­pra­xis sein: „Die spon­ta­ne und unkom­pli­zier­te Glau­bens­freu­de unse­rer Part­ner in Thiès kann zum Bei­spiel unse­rer eher nüch­ter­nen und ratio­na­len Glau­bens­pra­xis Schwung, Emo­tio­na­li­tät und Freu­de geben.“ In Afri­ka wer­de der Glau­be unver­schämt prak­ti­ziert, hier­zu­lan­de oft nur ver­schämt. „Afri­ka kann uns anre­gen, nicht erst nach lan­gem Über­le­gen und Abwä­gen zu unse­rem Glau­ben zu ste­hen, son­dern offen unser Christ­sein zu leben“, so der Erz­bi­schof. „Zugleich kön­nen wir auch den afri­ka­ni­schen, indi­schen und latein­ame­ri­ka­ni­schen Part­nern von unse­rer ratio­na­len und gesell­schafts­ge­stal­ten­den Reli­gio­si­tät etwas geben.“

Der Diö­ze­san­rat ist der Zusam­men­schluss von Ver­tre­tern der Deka­nats­rä­te und der katho­li­schen Ver­bän­de sowie von wei­te­ren Per­sön­lich­kei­ten aus Kir­che und Gesell­schaft im Erz­bis­tum. Er ist ein vom Bischof aner­kann­tes Lai­en­gre­mi­um. Die Ein­füh­rung der Diö­ze­san­rä­te geht auf das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil zurück und stärkt die Ver­ant­wor­tung der Lai­en in der katho­li­schen Kirche.

Das Zen­tral­the­ma bei der Herbst­voll­ver­samm­lung 2021 des Diö­ze­san­rats in Weis­main lau­te­te: „Unse­re Part­ner­schaft mit Thiès im Sene­gal: Ein Geben und Nehmen?!“

Fest­got­tes­dienst mit Erz­bi­schof Schick im Dom

50 Jah­re Stän­di­ger Dia­ko­nat: „Ein wie­der­ge­fun­de­ner Schatz der Kirche“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat den Stän­di­gen Dia­ko­nat als „wich­ti­ge Gabe an die Kir­che im 20. Jahr­hun­dert und für alle Zukunft“ bezeich­net. Dass das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil die Mög­lich­keit schuf, ver­hei­ra­te­te und unver­hei­ra­te­te Män­ner zu Stän­di­gen Dia­ko­nen zu wei­hen, sei ein „wie­der­ge­fun­de­ner Schatz in der Kir­che“, sag­te Schick heu­te in einem Fest­got­tes­dienst im Dom anläss­lich 50 Jah­re Stän­di­ger Dia­ko­nat im Erz­bis­tum Bamberg.

„Wir bekun­den erneut unse­re Über­zeu­gung, dass der Stän­di­ge Dia­ko­nat ein Reich­tum und eine Not­wen­dig­keit in der Kir­che all­ge­mein und im Erz­bis­tum ist“, sag­te Schick in sei­ner Pre­digt. Der Schatz des Stän­di­gen Dia­ko­nats, den es in der Urkir­che schon gab, sei im Lau­fe der Geschich­te ver­lo­ren gegan­gen durch eine fort­schrei­ten­de Kon­zen­tra­ti­on aller Diens­te bei den Bischö­fen und Pries­tern. Dadurch sei viel Wert­vol­les in der Kir­che ver­drängt wor­den. Das Kon­zil habe vor über 50 Jah­ren die­sen Schatz als eigen­stän­di­ges Wei­he­amt neu entdeckt.

Dia­ko­ne über­neh­men in der Kir­che wich­ti­ge Funk­tio­nen im Bereich der Ver­kün­di­gung und Seel­sor­ge, erläu­ter­te Schick. Sie sei­en aber auch wich­tig, um das Wesens­merk­mal Diakonie/​Caritas in der Kir­che leben­dig und im Bewusst­sein aller zu hal­ten. „Für alle in der Kir­che gilt: Wir dür­fen nicht herr­schen wol­len, son­dern die­nen mit den Gaben, die jeder von Jesus Chris­tus emp­fan­gen hat“, so der Erz­bi­schof. Er dank­te allen Dia­ko­nen für ihre Diens­te im Auf­trag der Kir­che und auch den Ehe­frau­en und Fami­li­en, die die­sen Dienst mit­tra­gen und ermög­li­chen. „Wir bit­ten heu­te um Beru­fun­gen für den Stän­di­gen Dia­ko­nat in der Kir­che, damit wir wei­ter­hin eine koope­ra­ti­ve, dia­ko­ni­sche Pas­to­ral aus­üben kön­nen zum Heil der Welt”, schloss der Erzbischof.


54 Stän­di­ge Dia­ko­ne im Erz­bis­tum Bamberg


Im Anschluss an den Got­tes­dienst wur­de im Bam­ber­ger Bis­tums­haus St. Otto eine Aus­stel­lung eröff­net, die dort bis zum 6. Novem­ber zu sehen ist und anschlie­ßend durch zahl­rei­che Seel­sor­ge­be­rei­che wan­dert. Das Jubi­lä­ums­jahr wird abge­schlos­sen mit einem Stu­di­en­tag am 30. April 2022 im Nürn­ber­ger Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus. Dazu wer­den unter ande­ren Pro­fes­sor Rai­ner Kro­ckau­er aus Aachen und Pro­fes­sor Mat­thi­as Remé­nyi aus Würz­burg erwartet.

Aktu­ell gibt es 54 Stän­di­ge Dia­ko­ne im Erz­bis­tum Bam­berg. Davon sind 19 als Dia­ko­ne im Haupt­be­ruf tätig, 8 als Dia­ko­ne mit Zivil­be­ruf. Das bedeu­tet, sie üben ihre dia­ko­ni­sche Tätig­keit neben einem ande­ren Haupt­be­ruf aus. 20 Dia­ko­ne mit Haupt­be­ruf und 7 Dia­ko­ne mit Zivil­be­ruf sind im Ruhe­stand. Elf wei­te­re Män­ner befin­den sich aktu­ell in der Ausbildung.

Für den Dienst als Stän­di­ger Dia­kon kommt infra­ge, wer sich bereits in Kir­che und Berufs­welt und als Ver­hei­ra­te­ter in Ehe und Fami­lie bewährt hat. Die Aus­bil­dung zum Stän­di­gen Dia­kon dau­ert in der Regel vier Jah­re und ist berufs­be­glei­tend. Das Alter der Kan­di­da­ten soll zum Zeit­punkt der Wei­he zwi­schen 35 und 55 Jah­ren lie­gen. Bei einem ver­hei­ra­te­ten Bewer­ber muss die Ehe­frau zustim­men. Unver­hei­ra­te­te Bewer­ber ver­spre­chen den Zölibat.

Am 30. März 1970 wur­de in Nürn­berg mit Phil­ipp Herr­mann der ers­te ver­hei­ra­te­te Mann mit Zivil­be­ruf von Erz­bi­schof Josef Schnei­der zum Stän­di­gen Dia­kon geweiht. Coro­nabe­dingt wur­den die für 2020 geplan­ten Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen verschoben.

Erz­bi­schof Schick: „Eine syn­oda­le Kir­che wünscht Papst Franziskus“

Hir­ten­brief zum Start des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen welt­wei­ten syn­oda­len Prozesses

Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft die Gläu­bi­gen im Erz­bis­tum Bam­berg auf, den von Papst Fran­zis­kus gewünsch­ten syn­oda­len Pro­zess für die gan­ze Welt­kir­che mit­zu­ma­chen. Der Papst brem­se den Syn­oda­len Weg der Kir­che in Deutsch­land nicht aus, son­dern för­de­re ihn, schreibt Schick in einem Hir­ten­wort, das am Sonn­tag in den Pfarr­ge­mein­den ver­le­sen wird.

Ziel sei es, dass die Kir­che wie­der mehr Ver­trau­en in der Gesell­schaft und unter den Men­schen gewin­ne und den Dienst Jesu zum Wohl und Heil der Men­schen aus­üben könne.

Erz­bi­schof Schick ver­weist auf die Ent­wick­lung der Kir­che ins­be­son­de­re im 19. Jahr­hun­dert, als in Fol­ge einer Hier­ar­chi­sie­rung vor­wie­gend Bischö­fe und Pries­ter das Sagen hat­ten und das Volk Got­tes gehor­chen muss­te. „Die­se Abkehr von einer syn­oda­len Kir­che hat in Sack­gas­sen geführt und auch den Macht­miss­brauch im sexu­el­len, im geist­li­chen und mate­ri­el­len Bereich begüns­tigt“, schreibt Schick und betont: „Wir sol­len und müs­sen ver­stärkt syn­oda­le Kir­che wer­den, in der mög­lichst alle Chris­tin­nen und Chris­ten sich begeg­nen und ein­an­der zuhö­ren, mit­ein­an­der auf Got­tes Wort hören und Got­tes­dienst fei­ern, mit­re­den, mit­ent­schei­den und mitanpacken.“


Mehr Gemein­schaft unter­ein­an­der pflegen


Papst Fran­zis­kus wol­le mehr Gemein­schaft in der Kir­che, mehr Teil­ha­be aller am Leben und Wir­ken der Kir­che und mehr Mis­si­on der Kir­che in der Welt heu­te errei­chen. Die­ses Ziel ver­folg­ten bereits der Syn­oda­le Weg der Kir­che in Deutsch­land und eben­so das Erz­bis­tum Bam­berg seit fünf Jah­ren mit dem Pro­zess „Erz­bis­tum mit­ge­stal­ten“. Der Papst ver­lan­ge daher nichts Neu­es, son­dern Ver­tie­fung des­sen, was bereits geschehe.

Schick ruft auch die Pfarr­ge­mein­de­rä­te, Seel­sor­ge­be­reichs­rä­te und Kir­chen­ver­wal­tun­gen auf, noch mehr Gemein­schaft unter­ein­an­der zu pfle­gen und noch mehr teil­zu­neh­men am Leben und Wir­ken der gan­zen Erz­diö­ze­se. Eben­so soll­ten der Diö­ze­san­rat und der Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss mit der Diö­ze­san­lei­tung syn­oda­ler wer­den, damit das gan­ze Erz­bis­tum syn­oda­ler wer­de. Alle Pas­to­ral­teams in den 35 Seel­sor­ge­be­rei­chen arbei­te­ten zur­zeit zusam­men mit enga­gier­ten Ehren­amt­li­chen an einem Pas­to­ral­kon­zept. „Bei der pas­to­ra­len Neu­aus­rich­tung geht es um nichts weni­ger als um die Zukunft von Seel­sor­ge und Kir­che in einer Epo­che star­ker Ver­än­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen“, so Schick.

Es gel­te, Wege zu fin­den und zu beschrei­ten, um am Leben der Kir­che und ihrer Sen­dung aktiv teil­zu­neh­men: „die Fro­he Bot­schaft zu ver­kün­den, die Sakra­men­te und Got­tes­diens­te zu fei­ern sowie Gemein­schaft im Glau­ben, in der Hoff­nung und in der Lie­be zu bilden.“

Der Erz­bi­schof dank­te auch allen, die jetzt schon am Leben und der Sen­dung der Kir­che teil­neh­men: „Wir sind schon syn­oda­le Kir­che im Erz­bis­tum – mit Luft nach oben!“ Er sei froh und dank­bar für das, was er in bald 20 Jah­ren als Erz­bi­schof in Bam­berg erlebt habe. „Die guten Erfah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit machen mich zuver­sicht­lich für die Zukunft.“

„Ein Jahr­hun­dert segens­rei­ches Wirken“

Erz­bi­schof Schick gra­tu­liert zu 100 Jah­ren Com­bo­ni-Mis­si­on in Deutschland

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat den Com­bo­ni-Mis­sio­na­ren zu ihrem 100-jäh­ri­gen Bestehen im deutsch­spra­chi­gen Raum gratuliert.

Am Sonn­tag, dem Gedenk­tag des hei­li­gen Dani­el Com­bo­ni, fei­ert der Orden die Eröff­nung der ers­ten deut­schen Nie­der­las­sung der Com­bo­ni-Mis­sio­na­re in Ell­wan­gen. Damit dür­fe die Ordens­ge­mein­schaft auf ein Jahr­hun­dert segens­rei­ches Wir­ken in Deutsch­land zurück­schau­en, so Schick in einem Brief.

Die Com­bo­ni-Mis­sio­na­re hiel­ten nach den Wor­ten des Erz­bi­schofs in Deutsch­land den Mis­si­ons­auf­trag und das Evan­ge­li­sa­ti­ons­ver­ständ­nis leben­dig. Sie bräch­ten die Fro­he Bot­schaft und letzt­lich Jesus Chris­tus zu den Men­schen, beton­te Schick. „Dafür spre­che ich Ihnen und allen ver­stor­be­nen Mit­glie­der der Gemein­schaft gro­ße Aner­ken­nung aus und sage: Vergelt’s Gott!“

Die Com­bo­ni-Mis­sio­na­re vom Her­zen Jesu (MCCJ) wur­den 1867 vom hei­li­gen Dani­el Com­bo­ni gegrün­det. Sie leben nach dem Vor­bild ihres Grün­ders, der zu den gro­ßen Mis­sio­na­ren Afri­kas zählt, und wid­men sich beson­ders der Mis­si­on. Die Nähe zu den Men­schen, beson­ders den Armen, ist eine wich­ti­ge Quel­le ihrer Spi­ri­tua­li­tät. Die ers­te deut­sche Nie­der­las­sung wur­de 1920 in Ell­wan­gen eröff­net. Das Pro­vin­zia­lat der Com­bo­ni-Mis­sio­na­re für den deutsch­spra­chi­gen Raum befin­det sich in Nürnberg.

Schick zur Bedeu­tung von katho­li­schen Schu­len und Religionsunterricht

„Christ­li­che Kul­tur soll erhal­ten und wei­ter­ge­ge­ben werden“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat im Got­tes­dienst mit 27 Schul­lei­tun­gen im Bam­ber­ger Dom die Bedeu­tung von katho­li­schen Schu­len in der deut­schen Schul­land­schaft hervorgehoben.

„Ich sehe mich als Ver­tei­di­ger und Pro­mo­ter von katho­li­schen Schu­len und des kon­fes­sio­nel­len Reli­gi­ons­un­ter­richts“, sag­te Schick. Für ein gutes Leben in der Gegen­wart und in der Zukunft sei es uner­läss­lich, die christ­li­che Kul­tur zu erhal­ten und wei­ter­zu­tra­gen. „Dabei leis­ten katho­li­sche Schu­len und der Reli­gi­ons­un­ter­richt einen unver­zicht­ba­ren Dienst.“

Jede Kul­tur müs­se ihre Iden­ti­tät bewah­ren, führ­te Schick aus. „Wenn wir christ­li­che Kul­tur bewah­ren möch­ten, dann soll­ten wir uns immer wie­der aufs Neue von Jesus Chris­tus inspi­rie­ren las­sen. Er hält sei­ne Kul­tur leben­dig und wirk­sam durch uns.“ Katho­li­sche Schu­len und Reli­gi­ons­un­ter­richt spiel­ten dabei eine gro­ße Rol­le, denn sie hät­ten die Auf­ga­be vor­zu­stel­len, woher die christ­li­che Kul­tur kom­me – von Jesus Chris­tus selbst – und wel­che Aus­wir­kun­gen sie auf Schrif­ten und Kunst, Lebens­art und Moral in der Gesell­schaft habe.

Auf­ga­be sei es zuerst, Wis­sen wert­schät­zend und ein­la­dend zu ver­mit­teln, sodass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst anfan­gen, christ­li­che Kul­tur zu leben und zu prak­ti­zie­ren. „Dabei ist die Frei­heit ein wich­ti­ger Fak­tor der christ­li­chen Kul­tur“, erläu­ter­te der Bam­ber­ger Erz­bi­schof. Die christ­li­che Kul­tur sei in ihrem Ursprung und Wesen eine men­schen­freund­li­che, huma­ne Kul­tur der Lebens­be­ja­hung, der Hoff­nung und der Zuver­sicht. „Sie steht für Gerech­tig­keit und Frie­den, setzt sich für die Bewah­rung der Schöp­fung ein und ist durch Soli­da­ri­tät und Freu­de gekenn­zeich­net.“ Auch die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Bei­spie­len aus der Kir­chen­ge­schich­te, die nicht dem Geis­te Jesu ent­spro­chen hät­ten, dürf­te kei­nes­falls außer Acht gelas­sen wer­den. Immer dann, wenn Kir­chen oder Chris­ten herr­schen und die Macht an sich zie­hen woll­ten, ging christ­li­che Kul­tur ver­lo­ren und wur­de zer­stört. Schick beton­te im Gegen­zug: „Dann, wenn christ­li­che Kul­tur im Geist Jesu und im Geist Mari­ens eine hel­fen­de, eine die­nen­de und inspi­rie­ren­de Kul­tur sein woll­te, war und ist sie dien­lich, lebens­för­dernd und zukunftsträchtig.“

„Das machen wir gemeinsam“

Deut­scher Cari­tas-Sonn­tag in Bam­berg zu 100 Jah­ren Diözesan-Caritasverband

„Die Cari­tas gehört zur Kir­che wie das Amen zum Gebet.“ Das beton­te Erz­bi­schof Dr. Lud­wig Schick gleich zu Anfang sei­ner Pre­digt. Mit einem Got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom wur­de ges­tern der deutsch­land­wei­te Cari­tas-Sonn­tag gefei­ert. Auf die­sen Ort fiel die Wahl, weil der Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg heu­er sein 100jähriges Grün­dungs­ju­bi­lä­um begeht.

Erz­bi­schof Dr. Lud­wig Schick ver­wies auf den mor­gi­gen Gedenk­tag des hei­li­gen Vin­cenz von Paul, der im 17. Jahr­hun­dert die orga­ni­sier­te Cari­tas begrün­de­te: „Die­se Zeu­gen der Cari­tas laden uns ein, unse­ren kari­ta­ti­ven Auf­trag ernst zu neh­men.“ Denn wie er selbst sich um die Men­schen küm­mer­te, die „müde und erschöpft waren“, so habe Jesus alle Chris­ten mit die­ser Auf­ga­be betraut.

„Das machen wir gemein­sam“, das Jah­res­mot­to der deut­schen Cari­tas, beschrei­be, wie dies am bes­ten getan wer­den kön­ne: indem nie­mand abge­hängt und zurück­ge­las­sen wer­de. „Statt mit dem Ellen­bo­gen sein Ding zu machen“, sorg­ten sich Chris­ten um „die, die es allein nicht schaffen“.

Dies gel­te, so Schick, welt­weit. Coro­na habe gelehrt: „Ent­we­der besie­gen wir die Pan­de­mie über­all oder wir müs­sen alle wei­ter unter dem Virus leiden.“

Nach dem Got­tes­dienst eröff­ne­te der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band im Bis­tums­haus St. Otto die Aus­stel­lung „Der Cari­tas ein Gesicht geben“. 20 groß­for­ma­ti­ge Schwarz-weiß-Auf­nah­men des Foto­gra­fen Mar­cus Bau­er zei­gen Men­schen aus Ein­rich­tun­gen, Diens­ten und Tätig­keits­fel­dern der Cari­tas. Die Por­trä­tier­ten – von einer Hun­dert­jäh­ri­gen im Bay­reu­ther Cari­tas-Alten- und Pfle­ge­heim St. Mar­tin bis zur Ein­jäh­ri­gen aus der Kreuz­berg-Kin­der­ta­ges­stät­te in Alten­kunst­adt – reprä­sen­tie­ren die 100 Jah­re Cari­tas-Arbeit im Erz­bis­tum Bamberg.


Zukunfts­auf­ga­ben: Woh­nen, Pfle­ge, Kli­ma­schutz und Digitalisierung


Die Por­trä­tier­ten hät­ten an der Aus­wahl mit­ge­wirkt und drück­ten in den Fotos aus: „Das bin ich“, erläu­ter­te Cari­tas-Mit­ar­bei­ter Horst Engel­hardt, der die Schau mit­kon­zi­piert hat. Kur­ze Inter­views, die man mit­tels QR-Code auf den Bild­ta­feln auf­ru­fen kann, ergän­zen die Foto­gra­fien. Dadurch, so Engel­hardt, erzähl­ten die­se auch etwas über die Mit­ar­bei­ter der Cari­tas, „ohne die das Leben der Por­trä­tier­ten nicht mög­lich ist“.

Bei der Grün­dung des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des Bam­berg stan­den mate­ri­el­le Hil­fen zur Bekämp­fung wirt­schaft­li­cher Not, die Ver­tei­lung von Säug­lings­nah­rung, Lebens­mit­teln und Klei­dung, im Vor­der­grund. Dar­an erin­ner­te Heinz-Josef Kess­mann, Vize­prä­si­dent des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des, in sei­ner Anspra­che bei der Aus­stel­lungs­er­öff­nung. In den 1920er Jah­ren sei gleich­zei­tig die heu­ti­ge Freie Wohl­fahrts­pfle­ge begrün­det wor­den, deren beson­de­re Rol­le sich in vie­len Ein­rich­tun­gen wie Kin­der­gär­ten, Alten­hei­men und Sozi­al­sta­tio­nen zeige.

Dass aber das The­ma Armut und die mate­ri­el­le Hil­fe stets aktu­ell geblie­ben sei­en, habe ganz aktu­ell die Flut­ka­ta­stro­phe im Ahrtal gezeigt, berich­te­te Kess­mann, der auch Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­tor in Müns­ter ist. Gleich­zei­tig beschrieb er die Gegen­wart als „Zeit der Ver­än­de­run­gen“. Zukunfts­auf­ga­ben sei­en Woh­nen, Pfle­ge, Kli­ma­schutz und Digitalisierung.

Die Pan­de­mie habe „auf dras­ti­sche Art vor Augen geführt, wie wich­tig eine funk­tio­nie­ren­de und erreich­ba­re sozia­le Infra­struk­tur ist“. Im Lock­down sei­en Orte weg­ge­bro­chen, an denen Kin­der Teil­ha­be erfah­ren: Hort, Ver­ein, Freun­des­kreis, Kin­der­gar­ten und Schu­le. „Die sozia­le Infra­struk­tur ent­schei­det dar­über, wel­che Ent­wick­lungs­chan­cen Men­schen haben“, beton­te Kessmann.

Er bezeich­ne­te die Online-Bera­tung der Cari­tas als „Glücks­fall“, da sie „nicht nur ein Call-Cen­ter“ sei, son­dern Hil­fe­su­chen­de mit Bera­tungs­stel­len in Ver­bin­dung brin­ge. Er lob­te das Spen­den­pro­jekt „Digi­ta­le Bil­dung und Teil­ha­be“ des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des Bam­berg als „genau das rich­ti­ge Zei­chen“. Es för­dert Maß­nah­men, die benach­tei­lig­te Men­schen befä­higt, trotz mate­ri­el­ler und ande­rer Hür­den an der zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten Welt teilzunehmen.

Der Cari­tas-Sonn­tag bil­de­te zugleich den Auf­takt zur Herbst­samm­lung der Cari­tas. Bis zum 3. Okto­ber bit­ten die Pfar­rei­en um Spen­den für die kari­ta­ti­ve und sozia­le Arbeit. Da wegen der Coro­na-Pan­de­mie vie­ler­orts kei­ne Ehren­amt­li­chen von Tür zu Tür gehen, ver­tei­len die Pfar­rei­en Fly­er mit ange­häng­tem Zahl­schein oder Spen­den­tüt­chen in die Brief­käs­ten der Haus­hal­te. Eine Got­tes­dienst­kol­lek­te schließt die Samm­lungs­wo­che ab. Von sei­nem Anteil am Erlös der Samm­lung gibt der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band 80 % in das Pro­jekt „Digi­ta­le Bil­dung und Teil­ha­be“. Bei der dies­jäh­ri­gen Früh­jahrs­samm­lung waren dies rund 46.000 Euro. Mehr Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt sind zu fin­den unter https://caritas100.de/

Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Caritas-Sonntag

„Die Cari­tas gehört zur Kirche“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat die Cari­tas als Erbe und Auf­trag der Kir­che gewür­digt und dazu auf­ge­ru­fen, die­sen Auf­trag zu erfül­len und zu erneuern.

Im Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Cari­tas-Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom sag­te Schick: „Die Kir­che hat die­sen Auf­trag immer als Auf­trag für die Welt gese­hen, damit sie heil und in Frie­den sei.“ Die Cari­tas gehö­re zur Kir­che seit Anfang an: „Jesus hat sie uns auf­ge­tra­gen. Wir sol­len sie so üben, wie er es getan hat.“ Der jähr­li­che Got­tes­dienst des Deut­schen Cari­tas-Ver­ban­des fand anläss­lich des 100. Jubi­lä­ums des Bam­ber­ger Diö­ze­san­ver­ban­des in Bam­berg statt. Als Ver­tre­ter des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des nahm des­sen Vize-Prä­si­dent Heinz-Josef Kess­mann an dem Got­tes­dienst teil.

„Cari­tas gelingt am bes­ten, wenn Frau­en und Män­ner, Jung und Alt, Katho­li­ken, Evan­ge­li­sche und Ortho­do­xe, Kir­che und Staat gemein­sam machen, was die Zivi­li­sa­ti­on der Lie­be aus­macht und for­dert“, so Schick in sei­ner Pre­digt. Immer wenn die Kir­che in der Geschich­te den kari­ta­ti­ven Auf­trag ver­nach­läs­sigt habe, sei es ihr nicht gut gegan­gen, mahn­te Schick und beton­te: „Die Cari­tas gehört zur Kir­che wie das Amen zum Gebet.“


Auf­ruf zur Unterstützung


Der Got­tes­dienst stand unter dem Cari­tas-Jah­res­the­ma „Das machen wir gemein­sam“ und eröff­ne­te die Cari­tas-Samm­lungs­wo­che, die in Bay­ern vom 27. Sep­tem­ber bis 3. Okto­ber dau­ert. 80 Pro­zent sei­nes Anteils am Ertrag der Samm­lung wird der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band Bam­berg in das Pro­jekt „Digi­ta­le Bil­dung und Teil­ha­be“ geben. Es unter­stützt gezielt Maß­nah­men vor Ort in den Stadt- und Kreis-Cari­tas­ver­bän­den, den Pfar­rei­en und den Fach­ver­bän­den. Die Maß­nah­men sol­len Men­schen die Nut­zung erleich­tern, denen der Zugang zu digi­ta­len Ange­bo­ten erschwert ist.

Erz­bi­schof Schick erbat der Cari­tas ihren Segen und rief zur Unter­stüt­zung und zu Spen­den auf. Wegen der Coro­na-Pan­de­mie fin­det in vie­len Pfar­rei­en kei­ne Haus­samm­lung statt, bei der Ehren­amt­li­che von Tür zu Tür gehen und um Spen­den bit­ten. An vie­len Orten wer­den aus­schließ­lich Fly­er mit ange­häng­tem Zahl­schein oder Spen­den­tüt­chen in die Brief­käs­ten der Haus­hal­te ver­teilt. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter https://caritas100.de/spenden/jubilaeumsspende/

Otto­pro­zes­si­on im Zei­chen der Bundestagswahl

Erz­bi­schof Schick for­dert Wer­te-Fun­da­ment für die Politik

Zwei Tage vor der Bun­des­tags­wahl hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick für die Poli­tik ein gemein­sa­mes Fun­da­ment an Wer­ten und Tugen­den gefor­dert. Bei allen nöti­gen und ange­kün­dig­ten Ver­än­de­run­gen müs­se auch die Fra­ge gestellt wer­den: „Was muss blei­ben und was soll Bestand haben, damit der anste­hen­de Wan­del gelingt und nicht ins Cha­os führt?“, sag­te Schick am Frei­tag­abend bei der Otto­pro­zes­si­on in Bamberg.

„Seit Jah­ren erle­ben wir in der Poli­tik auch Sprung­haf­tig­keit, Unüber­legt­heit und Ver­un­si­che­rung der Bevöl­ke­rung“, so der Erz­bi­schof. Im ver­gan­ge­nen Bun­des­tags­wahl­kampf sei­en Wer­te und ein Wer­te­ka­non kaum vor­ge­kom­men. „Wir lösen aber die kon­kre­ten Pro­ble­me nicht ohne ein gemein­sa­mes Fun­da­ment an Wer­ten und Tugen­den. Die Fra­ge: ‚Was muss blei­ben?‘ soll­te auch in der Poli­tik öfter dis­ku­tiert werden.“

Zum not­wen­di­gen Wer­te­ka­non gehör­ten Ver­söh­nungs­be­reit­schaft und Frie­den, Gewalt­lo­sig­keit und Tole­ranz. Die Gewalt­tat von Idar-Ober­stein habe gezeigt, was gesche­he, wenn Recht­ha­be­rei, Wut und Zorn das Gespräch in Geduld und gegen­sei­ti­ger Akzep­tanz im christ­li­chen Geist ver­dräng­ten. „Jesus Chris­tus muss blei­ben und sein Evan­ge­li­um der Ver­söh­nung und des Frie­dens, des Respekts und der Wert­schät­zung, der Gerech­tig­keit und der Barm­her­zig­keit sowie der Ein­heit, die Viel­falt zulässt.“

Der hei­li­ge Otto, einer der drei Bam­ber­ger Bis­tums­pa­tro­ne, hat sich als Bischof von Bam­berg und Mis­sio­nar der Pom­mern für Ver­söh­nung, Frie­de und Ein­heit in Kir­che und Welt ein­ge­setzt. Die Otto­pro­zes­si­on vom Otto­platz zur Jakobs­kir­che soll jedes Jahr ein Zei­chen sein gegen Gewalt, Krieg und Ter­ror und für Ver­söh­nung und Frieden.

Die Men­schen mit Chris­tus verbinden

Chris­to­pher Hel­big im Dom zum Dia­kon geweiht

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat heu­te den 32-jäh­ri­gen Chris­to­pher Hel­big im Bam­ber­ger Dom zum Dia­kon geweiht. In sei­ner Pre­digt bezeich­ne­te Schick den Dienst des Dia­kons als „Aus­zeich­nung und Auftrag“.

Dem Evan­ge­li­um zu die­nen bedeu­te nicht, Geset­ze und Vor­schrif­ten, Ver­hei­ßun­gen und Anwei­sun­gen zu ver­brei­ten, son­dern Jesus Chris­tus, dem Bru­der und Freund der Men­schen zu die­nen. „Er ist unse­re Kraft, unser Trost, unser Mut“, füg­te Schick hin­zu. „Wir sol­len mit dem Evan­ge­li­um den Men­schen die­nen, indem wir sie mit Jesus Chris­tus verbinden.“


Tätig im Seel­sor­ge­be­reich Nürn­berg Nord-Ost


Das Leben im geist­li­chen Dienst des Evan­ge­li­ums sei Aus­zeich­nung und Gna­de. Es brin­ge viel Freu­de, aber auch Rück­schlä­ge, Ent­täu­schun­gen, Zwei­fel und Pha­sen der Resi­gna­ti­on. Da sei es hilf­reich, dar­an zu den­ken, dass das Reich Got­tes lang­sam wächst, aber ste­tig ent­spre­chend dem Plan Got­tes. „Die­se Sicht bewahrt uns vor Hek­tik, aber auch vor Erschlaf­fung und Nichts­tun. Es macht uns gedul­dig und lang­mü­tig, schenkt uns Mut und Trost“, so Erz­bi­schof Schick.

Chris­to­pher Hel­big wur­de 1989 in Schwein­furt gebo­ren. Nach dem Abitur trat er ins Pries­ter­se­mi­nar ein und stu­dier­te in Würz­burg Theo­lo­gie. Nach dem Magis­ter-Abschluss setz­te er sei­ne Stu­di­en in Würz­burg und Rom fort. Seit 2019 ist er im pas­to­ra­len Dienst im Seel­sor­ge­be­reich Nürn­berg Nord-Ost mit Dienst­sitz in der Pfar­rei Aller­hei­li­gen Nürn­berg tätig. Nach der Wei­he wird er wei­ter in Nürn­berg in der Seel­sor­ge eingesetzt.

Dia­ko­ne hel­fen dem Pries­ter bei der Eucha­ris­tie, sie dür­fen die Tau­fe spen­den sowie bei der Trau­ung assis­tie­ren und Begräb­nis­fei­ern lei­ten, Wort­got­tes­diens­te fei­ern, die Kom­mu­ni­on aus­tei­len und den Segen spen­den. Die Fei­er der hei­li­gen Mes­se sowie das Spen­den der Kran­ken­sal­bung und des Buß­sa­kra­men­tes blei­ben den Pries­tern vor­be­hal­ten. Nach einem Jahr Dia­ko­nat steht gewöhn­lich die Pries­ter­wei­he an. Es gibt in der katho­li­schen Kir­che auch stän­di­ge Dia­ko­ne, die größ­ten­teils ver­hei­ra­tet sind und einen Zivil­be­ruf ausüben.

Selig­spre­chung in Warschau

Erz­bi­schof Schick: „Kar­di­nal Wyszyn­ski hat die Frei­heit des Glau­bens verteidigt“

Am Sonn­tag wird Kar­di­nal Ste­fan Wyszyn­ski in War­schau selig­ge­spro­chen. Als Beauf­trag­ter der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz für die Kon­tak­te zur Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz und zur Katho­li­schen Kir­che Polens nimmt auch der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Schick an der Zere­mo­nie teil.

Schick bezeich­ne­te Kar­di­nal Wyszyn­ski als „Wider­stands­kämp­fer gegen Tota­li­ta­ris­mus und Gott­lo­sig­keit.“ Neben dem Kar­di­nal wird auch Schwes­ter Elz­bieta Cza­cka, die 1908 eine fran­zis­ka­ni­sche Ordens­ge­mein­schaft für Blin­de grün­de­te, seliggesprochen.

Kar­di­nal Wyszyn­ski (1901−1981) wer­de in Polen der „Pri­mas des (20.) Jahr­hun­derts“ genannt, so Schick. Er wur­de von den Nazis ver­folgt, konn­te sich aber an ver­schie­de­nen Orten ihrem Zugriff ent­zie­hen. 1946 zum Bischof von Lub­lin geweiht und 1948 zum Erz­bi­schof von Gne­sen und War­schau sowie zum Pri­mas von Polen bestellt, habe er gegen das kom­mu­nis­tisch-athe­is­ti­sche Sowjet­sys­tem gekämpft. Dafür wur­de er meh­re­re Jah­re gefan­gen­ge­setzt. Er habe den christ­li­chen Glau­ben, der zur Iden­ti­tät des pol­ni­schen Vol­kes gehört, mit allen Mög­lich­kei­ten gegen ver­schie­de­ne tota­li­tä­re Sys­te­me ver­tei­digt. Soli Deo – allein Gott war sein Wahl­spruch. Er sei sich bewusst gewe­sen, dass „ohne Gott die Klam­mer fehlt, die das Gan­ze zusam­men­hält und die inne­re Kraft, die das Gan­ze trägt“, sag­te Schick. Die Geschich­te Polens und Euro­pas im 20. Jahr­hun­dert hät­te ihm Recht gegeben.


„Wir ver­ge­ben und bit­ten um Vergebung“


Schick beton­te auch, dass wir Deut­sche ihm zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet sind, weil er zu den pol­ni­schen Bischö­fen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gehör­te, die 1965 eine Ver­söh­nungs­in­itia­ti­ve star­te­ten und an die deut­schen Bischö­fe einen Brief schrie­ben mit dem berühm­ten Satz: „Wir ver­ge­ben und bit­ten um Ver­ge­bung.“ Gegen die Angrif­fe der kom­mu­nis­ti­schen Macht­ha­ber und ihrer Ver­bün­de­ten in Polen habe er die­se Initia­ti­ve bei einer Wall­fahrt vor über einer Mil­li­on Men­schen in Jas­na Góra/​Częstochowa verteidigt.

„Er lei­te­te auch die Dele­ga­ti­on der Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz im Jahr 1978, drei Wochen vor der Wahl von Karol Woi­ty­la zum Papst Johan­nes Paul II., in Deutsch­land, die viel zur Ver­söh­nung und Ver­stän­di­gung zwi­schen Deut­schen und Polen bei­getra­gen hat“, sag­te Schick und füg­te hin­zu: „Mit unse­ren pol­ni­schen Nach­barn freu­en wir uns über die Selig­spre­chung von Kar­di­nal Wyszyn­ski und bit­ten, dass er vom Him­mel her die christ­li­chen Wur­zeln und das Evan­ge­li­um der Ver­söh­nung und des Frie­dens in und für Euro­pa stärkt, zusam­men mit dem hei­li­gen Papst Johan­nes Paul II.“

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