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Erzbischof - Page 4

Die Men­schen mit Chris­tus verbinden

Chris­to­pher Hel­big im Dom zum Dia­kon geweiht

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat heu­te den 32-jäh­ri­gen Chris­to­pher Hel­big im Bam­ber­ger Dom zum Dia­kon geweiht. In sei­ner Pre­digt bezeich­ne­te Schick den Dienst des Dia­kons als „Aus­zeich­nung und Auftrag“.

Dem Evan­ge­li­um zu die­nen bedeu­te nicht, Geset­ze und Vor­schrif­ten, Ver­hei­ßun­gen und Anwei­sun­gen zu ver­brei­ten, son­dern Jesus Chris­tus, dem Bru­der und Freund der Men­schen zu die­nen. „Er ist unse­re Kraft, unser Trost, unser Mut“, füg­te Schick hin­zu. „Wir sol­len mit dem Evan­ge­li­um den Men­schen die­nen, indem wir sie mit Jesus Chris­tus verbinden.“


Tätig im Seel­sor­ge­be­reich Nürn­berg Nord-Ost


Das Leben im geist­li­chen Dienst des Evan­ge­li­ums sei Aus­zeich­nung und Gna­de. Es brin­ge viel Freu­de, aber auch Rück­schlä­ge, Ent­täu­schun­gen, Zwei­fel und Pha­sen der Resi­gna­ti­on. Da sei es hilf­reich, dar­an zu den­ken, dass das Reich Got­tes lang­sam wächst, aber ste­tig ent­spre­chend dem Plan Got­tes. „Die­se Sicht bewahrt uns vor Hek­tik, aber auch vor Erschlaf­fung und Nichts­tun. Es macht uns gedul­dig und lang­mü­tig, schenkt uns Mut und Trost“, so Erz­bi­schof Schick.

Chris­to­pher Hel­big wur­de 1989 in Schwein­furt gebo­ren. Nach dem Abitur trat er ins Pries­ter­se­mi­nar ein und stu­dier­te in Würz­burg Theo­lo­gie. Nach dem Magis­ter-Abschluss setz­te er sei­ne Stu­di­en in Würz­burg und Rom fort. Seit 2019 ist er im pas­to­ra­len Dienst im Seel­sor­ge­be­reich Nürn­berg Nord-Ost mit Dienst­sitz in der Pfar­rei Aller­hei­li­gen Nürn­berg tätig. Nach der Wei­he wird er wei­ter in Nürn­berg in der Seel­sor­ge eingesetzt.

Dia­ko­ne hel­fen dem Pries­ter bei der Eucha­ris­tie, sie dür­fen die Tau­fe spen­den sowie bei der Trau­ung assis­tie­ren und Begräb­nis­fei­ern lei­ten, Wort­got­tes­diens­te fei­ern, die Kom­mu­ni­on aus­tei­len und den Segen spen­den. Die Fei­er der hei­li­gen Mes­se sowie das Spen­den der Kran­ken­sal­bung und des Buß­sa­kra­men­tes blei­ben den Pries­tern vor­be­hal­ten. Nach einem Jahr Dia­ko­nat steht gewöhn­lich die Pries­ter­wei­he an. Es gibt in der katho­li­schen Kir­che auch stän­di­ge Dia­ko­ne, die größ­ten­teils ver­hei­ra­tet sind und einen Zivil­be­ruf ausüben.

Selig­spre­chung in Warschau

Erz­bi­schof Schick: „Kar­di­nal Wyszyn­ski hat die Frei­heit des Glau­bens verteidigt“

Am Sonn­tag wird Kar­di­nal Ste­fan Wyszyn­ski in War­schau selig­ge­spro­chen. Als Beauf­trag­ter der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz für die Kon­tak­te zur Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz und zur Katho­li­schen Kir­che Polens nimmt auch der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Schick an der Zere­mo­nie teil.

Schick bezeich­ne­te Kar­di­nal Wyszyn­ski als „Wider­stands­kämp­fer gegen Tota­li­ta­ris­mus und Gott­lo­sig­keit.“ Neben dem Kar­di­nal wird auch Schwes­ter Elz­bieta Cza­cka, die 1908 eine fran­zis­ka­ni­sche Ordens­ge­mein­schaft für Blin­de grün­de­te, seliggesprochen.

Kar­di­nal Wyszyn­ski (1901−1981) wer­de in Polen der „Pri­mas des (20.) Jahr­hun­derts“ genannt, so Schick. Er wur­de von den Nazis ver­folgt, konn­te sich aber an ver­schie­de­nen Orten ihrem Zugriff ent­zie­hen. 1946 zum Bischof von Lub­lin geweiht und 1948 zum Erz­bi­schof von Gne­sen und War­schau sowie zum Pri­mas von Polen bestellt, habe er gegen das kom­mu­nis­tisch-athe­is­ti­sche Sowjet­sys­tem gekämpft. Dafür wur­de er meh­re­re Jah­re gefan­gen­ge­setzt. Er habe den christ­li­chen Glau­ben, der zur Iden­ti­tät des pol­ni­schen Vol­kes gehört, mit allen Mög­lich­kei­ten gegen ver­schie­de­ne tota­li­tä­re Sys­te­me ver­tei­digt. Soli Deo – allein Gott war sein Wahl­spruch. Er sei sich bewusst gewe­sen, dass „ohne Gott die Klam­mer fehlt, die das Gan­ze zusam­men­hält und die inne­re Kraft, die das Gan­ze trägt“, sag­te Schick. Die Geschich­te Polens und Euro­pas im 20. Jahr­hun­dert hät­te ihm Recht gegeben.


„Wir ver­ge­ben und bit­ten um Vergebung“


Schick beton­te auch, dass wir Deut­sche ihm zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet sind, weil er zu den pol­ni­schen Bischö­fen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gehör­te, die 1965 eine Ver­söh­nungs­in­itia­ti­ve star­te­ten und an die deut­schen Bischö­fe einen Brief schrie­ben mit dem berühm­ten Satz: „Wir ver­ge­ben und bit­ten um Ver­ge­bung.“ Gegen die Angrif­fe der kom­mu­nis­ti­schen Macht­ha­ber und ihrer Ver­bün­de­ten in Polen habe er die­se Initia­ti­ve bei einer Wall­fahrt vor über einer Mil­li­on Men­schen in Jas­na Góra/​Częstochowa verteidigt.

„Er lei­te­te auch die Dele­ga­ti­on der Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz im Jahr 1978, drei Wochen vor der Wahl von Karol Woi­ty­la zum Papst Johan­nes Paul II., in Deutsch­land, die viel zur Ver­söh­nung und Ver­stän­di­gung zwi­schen Deut­schen und Polen bei­getra­gen hat“, sag­te Schick und füg­te hin­zu: „Mit unse­ren pol­ni­schen Nach­barn freu­en wir uns über die Selig­spre­chung von Kar­di­nal Wyszyn­ski und bit­ten, dass er vom Him­mel her die christ­li­chen Wur­zeln und das Evan­ge­li­um der Ver­söh­nung und des Frie­dens in und für Euro­pa stärkt, zusam­men mit dem hei­li­gen Papst Johan­nes Paul II.“

Frie­dens­wall­fahrt in Neu­en­grün erin­nert an die Schre­cken des Krieges

„Frie­de braucht Gleich­heit und Frei­heit, Ver­zicht auf Rache und Versöhnung“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat es als gro­ßes Glück bezeich­net, dass in Deutsch­land seit 76 Jah­ren Frie­den herrscht. Bei der Frie­dens­wall­fahrt in Neu­en­grün erin­ner­te er am Sams­tag an den Zwei­ten Welt­krieg, den „furcht­bars­ten aller Krie­ge“, und an die Mam­mut­auf­ga­be, die des­sen Ende 1945 mit sich gebracht habe.

Dass es in der Nach­kriegs­zeit gelang, in West­eu­ro­pa ein fried­li­ches Mit­ein­an­der auf­zu­bau­en, sei Poli­ti­kern zu ver­dan­ken, „die vom christ­li­chen Geist beseelt waren“ und die in den Wor­ten des Evan­ge­li­ums erkann­ten, dass Aus­gleich, Ver­zicht auf Rache und Ver­söh­nung wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für den Frie­den sei­en, sag­te der Erzbischof.

Es sei erfreu­lich, dass es nach dem Ende des Krie­ges kei­ne Rache­ak­te gege­ben habe, weder auf Sei­ten der Sie­ger­mäch­te noch auf Sei­ten der Unter­le­ge­nen, beton­te der Ober­hir­te, denn: „Frie­de braucht Ver­zicht auf Rache!“ Akteu­re wie Robert Schu­mann, Kon­rad Ade­nau­er und Alci­de de Gas­pe­ri hät­ten das erkannt und prak­ti­ziert. „Es herrsch­te der Geist des Evan­ge­li­ums, der ver­kün­det, dass Rache bei Gott ist, und der ver­bie­tet, dass Men­schen sich ein­an­der rächen“, so Schick.

„Frie­de braucht Gleich­heit und Freiheit!“

Das stell­te nach den Wor­ten des Erz­bi­schofs die Wei­chen für den zwei­ten Schritt zum fried­li­chen Mit­ein­an­der: „Frie­de braucht Ver­söh­nung!“ Wahr­haf­ti­ge Ver­söh­nung sei jedoch nur mög­lich, wo der Rea­li­tät ins Auge geblickt wer­de. Des­we­gen sei es nach dem Zwei­ten Welt­krieg wich­tig gewe­sen, die Schuld des Hit­ler­sys­tems wahr­zu­neh­men, „die Geno­zi­de an Juden, Polen, Sin­tis und Romas, den blin­den Natio­na­lis­mus, der ande­re Völ­ker und Natio­nen ver­drän­gen woll­te, aber auch die Schuld der Staa­ten und Natio­nen, die sich zunächst mit Hit­ler ver­bün­de­ten“, so Schick. Die Aner­ken­nung die­ser Fak­ten sei nötig gewe­sen, um sich trotz allen gesche­he­nen Grau­ens ver­zei­hen und ver­söh­nen zu können.

Als wei­te­re Vor­aus­set­zung für den Frie­den nann­te der Erz­bi­schof: „Frie­de braucht Gleich­heit und Frei­heit!“ Gleich­heit sol­le in die­sem Zusam­men­hang jedoch als Aus­gleich ver­stan­den wer­den und nicht als Gleich­ma­che­rei. Gleich­heit unter Natio­nen und Völ­kern mei­ne, dass die­se sich gegen­sei­tig als gleich­wür­dig und gleich­wer­tig aner­ken­nen, trotz der Ver­schie­den­heit der Men­schen, Kul­tu­ren, Spra­chen, Reli­gio­nen oder auch ihrer Geschich­te, so Schick. Es sei nicht gemeint, dass alle nach der glei­chen Fas­son selig wer­den müs­sen. Viel­mehr for­de­re das Chris­ten­tum „Gleich­heit in der Ver­schie­den­heit“, die in Frei­heit akzep­tiert würde.

Die Erin­ne­rung an die­se Tugen­den, wel­che nach 1945 zu Frie­den geführt hät­ten, sei heut­zu­ta­ge wich­ti­ger denn je, beton­te der Ober­hir­te: „Wir sind im Augen­blick in einer geschicht­li­chen Situa­ti­on, in der wir man­ches zu ver­ges­sen schei­nen. Wir ver­ges­sen, was zum Krieg geführt hat, näm­lich Natio­na­lis­men, Popu­lis­men und Ras­sis­mus.“ Es sei auch Auf­ga­be eines jeden Gläu­bi­gen, sich für die Wei­ter­ga­be des christ­li­chen Glau­bens und der Wer­te des Evan­ge­li­ums ein­zu­set­zen, so Schick. Einen Bei­trag dazu leis­te die Wall­fahrt in Neuengrün.

Die Frie­dens­wall­fahrt in Neu­en­grün fand die­ses Jahr zum 76. Mal statt. Nach dem zwei­ten Welt­krieg wur­de sie von Kriegs­heim­keh­rern ins Leben geru­fen und erst­mals am 8. Sep­tem­ber 1946 began­gen. Seit­dem erin­nert die Wall­fahrt immer am ers­ten Sams­tag im Sep­tem­ber an die Schre­cken des Krie­ges und den Wert des Frie­dens. Der Fest­got­tes­dienst zur Frie­dens­wall­fahrt wur­de auf dem You­Tube-Kanal „Katho­li­scher Seel­sor­ge­be­reich Fran­ken­wald“ über­tra­gen und kann dort auch im Nach­hin­ein ange­se­hen werden.

„Wie geht wählen?“

Katho­li­sche Aka­de­mie CPH ver­öf­fent­licht Buch zur inklu­siv aus­ge­rich­te­ten poli­ti­schen Bildung

Mit Blick auf die anste­hen­de Bun­des­tags­wahl hat die Nürn­ber­ger Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) einen neu­en Band der inklu­si­ven Buch­rei­he „Wie geht Demo­kra­tie?“ ver­öf­fent­licht. Das Buch trägt den Titel „Wie geht wählen?“.

Auf 103 Sei­ten ent­hält das Buch „Wie geht wäh­len?“ ver­schie­de­ne Bau­stei­ne, die dazu genutzt wer­den kön­nen, Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten auf leicht ver­ständ­li­che Wei­se den Wahl­pro­zess näher­zu­brin­gen. Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick bezeich­ne­te die Publi­ka­ti­on als wich­ti­ges Werk­zeug zur För­de­rung der Par­ti­zi­pa­ti­on von Men­schen mit Behin­de­rung am gesell­schaft­li­chen Leben. „Um an Demo­kra­tie teil­zu­ha­ben und sei­ne Inter­es­sen in der Poli­tik ein­brin­gen zu kön­nen, benö­tigt es Ver­ständ­nis und Kom­pe­tenz. Das gilt für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, beson­ders für Men­schen mit Behin­de­rung“, so Schick.


Hil­fe­stel­lung zur Bun­des­tags­wahl für Men­schen in Vollbetreuung


Der Ver­öf­fent­li­chungs­zeit­punkt vor der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber sei ganz bewusst gewählt, ver­si­chert Dr. Doris Kathe­der, Co-Autorin des Buches und Lei­te­rin des Res­sorts Erinnerungsarbeit/​Menschenrechte/​Werte an der Aka­de­mie CPH. Aus ihrer Sicht ist das Wahl­jahr 2021 ein „his­to­ri­sches Jahr“, denn 2019 hat­te der Deut­sche Bun­des­tag beschlos­sen, dass zukünf­tig auch Men­schen in Voll­be­treu­ung wäh­len dür­fen. „Die­se kön­nen somit im Herbst 2021 zum ers­ten Mal in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik an der Bun­des­tags­wahl teil­neh­men. Ein gro­ßer Schritt in Rich­tung umfas­sen­de Teil­ha­be am poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben“, so Katheder.

Doch Wäh­len will gelernt sein. Nach­dem im ers­ten Band der Buch­rei­he, „Demo­kra­tie und ich“, bereits Grund­zü­ge der Demo­kra­tie und deren Ein­fluss auf die Lebens­wirk­lich­keit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger behan­delt wur­den, fokus­siert sich der zwei­te Band auf den Wahl­pro­zess und alles, was es dabei zu beach­ten und zu wis­sen gilt. „Das Buch ver­sucht, die Fra­gen rund ums Wäh­len so kon­kret, umfas­send und bar­rie­re­frei wie mög­lich zu beant­wor­ten“, sagt Kathe­der. Es rich­te sich dabei an alle, die die gleich­be­rech­tig­te poli­ti­sche Teil­ha­be von Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten aktiv unter­stüt­zen möch­ten, „also in ers­ter Linie an Fach­kräf­te und Ehren­amt­li­che in Insti­tu­tio­nen der Behin­der­ten­hil­fe, der poli­ti­schen Bil­dung und der Men­schen­rechts­bil­dung.“ Zum Buch gehö­ren digi­ta­le und ana­lo­ge Arbeits­ma­te­ria­li­en mit denen Work­shops und Semi­na­re durch­ge­führt wer­den können.

Damit das auch rei­bungs­los funk­tio­niert, wur­den Buch und Bil­dungs­ma­te­ria­li­en in enger Zusam­men­ar­beit mit Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten ent­wi­ckelt. CPH-Mit­ar­bei­te­rin Bar­ba­ra Rei­ser hat bei­spiels­wei­se mit an den Bau­stei­nen der Lern­ein­hei­ten gefeilt und immer wie­der kri­tisch hin­ter­fragt: „Ver­ste­he ich das jetzt wirk­lich?“ Das End­ergeb­nis wur­de von capi­to Nord­bay­ern, dem Kom­pe­tenz-Zen­trum für Bar­rie­re­frei­heit der Rum­mels­ber­ger Dia­ko­nie, hin­sicht­lich Auf­bau, Ver­ständ­lich­keit, Dar­stel­lung und Durch­führ­bar­keit geprüft und für „sehr emp­feh­lens­wert“ befunden.

Lobens­wert und wich­tig fin­det der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick, dass sich die Aka­de­mie CPH – anders als ihr Name ver­mu­ten las­se – nicht nur Aka­de­mi­ke­rin­nen und Aka­de­mi­kern wid­met, son­dern sich auch mit Pro­jek­ten wie die­sem dafür ein­setzt, dass in der Gesell­schaft alle ihr Recht auf Teil­ha­be wahr­neh­men kön­nen. Als Jesus sag­te: „Ich bin gekom­men, damit sie das Leben haben und es in Fül­le haben“, habe er alle Men­schen gemeint, selbst­ver­ständ­lich auch Men­schen mit Behin­de­rung, ver­deut­licht der Erz­bi­schof. Leben in Fül­le bedeu­te Inklu­si­on und Par­ti­zi­pa­ti­on an allen Lebens­be­rei­chen, „den sozia­len, wirt­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len, reli­giö­sen und natür­lich auch poli­ti­schen.“ Zu Letz­te­rem tra­ge die Publi­ka­ti­on bei.

Das Buch ist im ech­ter-Ver­lag erschie­nen und ab sofort im Buch­han­del erhält­lich. Die Arbeits­ma­te­ria­li­en kön­nen kos­ten­frei unter https://www.cph-nuernberg.de/projekte/wie-geht-demokratie abge­ru­fen wer­den. Dort kann man sich auch über Work­shops infor­mie­ren. Drei wei­te­re Bän­de der Rei­he „Wie geht Demo­kra­tie?“ sind in Pla­nung. Die Buch­rei­he ist ein Modell­pro­jekt der Arbeits­ge­mein­schaft katho­lisch-sozia­ler Bil­dungs­wer­ke in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land e.V. (AKSB), wel­ches durch das Bun­des­pro­gramm „Demo­kra­tie leben!“ geför­dert wird.

Zum 800. Todes­tag des hei­li­gen Dominikus 

Erz­bi­schof Schick: „Kir­che darf nicht in ihrer eige­nen Bla­se leben“

Am Fest des hei­li­gen Domi­ni­kus hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick zu einer Besin­nung auf den christ­li­chen Glau­ben und zur Neue­van­ge­li­sie­rung auf­ge­ru­fen. Er bezeich­ne­te den hei­li­gen Domi­ni­kus in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt in der Bam­ber­ger Hei­lig-Grab-Kir­che als „Apos­tel der Neue­van­ge­li­sie­rung Europas“.

Wie im 12. und 13. Jahr­hun­dert brau­che es für die Neue­van­ge­li­sie­rung heu­te Chris­tin­nen und Chris­ten, die sich nicht nar­ziss­tisch um sich selbst dre­hen, son­dern die vom Evan­ge­li­um begeis­tert sind und die Bot­schaft Jesu in die Welt hin­aus­tra­gen wol­len. Dafür kön­ne der hei­li­ge Domi­ni­kus Vor­bild sein.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus habe sich zu Leb­zei­ten auch mit einer Kir­che, vor allem mit Bischö­fen, Pries­tern und Ordens­leu­ten, kon­fron­tiert gese­hen, „die sich in Eigen­brö­te­lei und Eigen­nutz ver­strickt hat­ten, die sich mehr um sich selbst und ihre Inter­es­sen küm­mer­ten als um die Seel­sor­ge und Glau­bens­ver­mitt­lung“, sag­te der Erz­bi­schof. In der Bevöl­ke­rung brei­te­te sich das Gefühl der Sinn­lo­sig­keit und der Unzu­frie­den­heit aus, vie­le Men­schen ver­fie­len der Raff­gier und der Hab­sucht; ande­re schlos­sen sich der Pro­test­be­we­gung der Katha­rer an, die ihre Mit­glie­der der Frei­heit und der Men­schen­rech­te beraub­te. Dem wirk­te der Hei­li­ge laut Schick ent­ge­gen, „er ent­zün­de­te den Glau­ben an Jesus Chris­tus in Euro­pa neu, in dem die Men­schen in Frie­de und Frei­heit, Ver­trau­en und Hoff­nung leben kön­nen.“ Schick erin­ner­te an ein Wort, das bei der Hei­lig­spre­chung von Domi­ni­kus im Jahr 1234 eine Rol­le spiel­te: „Als der Glau­be an Jesus Chris­tus und die Nächs­ten­lie­be in Euro­pa zu erlö­schen droh­te, sand­te Gott sei­nen Die­ner Dominikus.“


„Wir brau­chen eine Neuevangelisierung!“


Eine Erneue­rung des Glau­bens ist nach den Wor­ten des Erz­bi­schofs auch jetzt im 21. Jahr­hun­dert nötig. „Ganz beson­ders in West­eu­ro­pa und somit auch bei uns in Deutsch­land geht das christ­li­che Leben mit allen sei­nen Seg­nun­gen für die Men­schen zurück“, so der Ober­hir­te: „Wir brau­chen eine Neue­van­ge­li­sie­rung!“ Gott sei Dank wach­se aber die Kir­che, beson­ders in Afri­ka und Asien.

So wie auch zur Zeit des hei­li­gen Domi­ni­kus dreh­ten sich der­zeit vie­le in der Kir­che zu sehr um sich selbst und ihre eige­nen Befind­lich­kei­ten, befass­ten sich mit The­men, die im Evan­ge­li­um kei­ne oder kaum eine Rol­le spiel­ten, frag­ten nach ihrer Rele­vanz in der Gesell­schaft und nach ihrer Posi­ti­on in der Kir­che, beschäf­tig­ten sich mit Struk­tur­ver­än­de­run­gen, mit Geld und Gut. „Eine Kir­che, die in ihrer eige­nen Bla­se lebt, ist unwirk­sam für die Men­schen“, sag­te der Erz­bi­schof. Die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums müs­se in die Welt getra­gen wer­den, so wie es der hei­li­ge Domi­ni­kus mit sei­nen Brü­dern und Schwes­tern tat. „Dazu müs­sen wir als Kir­che im 21. Jahr­hun­dert authen­tisch sein und müs­sen leben, was wir pre­di­gen“, so Schick.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus ist vor 800 Jah­ren, am 6. August 1221, in Bolo­gna gestor­ben. Als Grün­der des Domi­ni­ka­ner­or­dens hat er maß­geb­lich zur Mis­sio­nie­rung und Evan­ge­li­sie­rung im euro­päi­schen Raum bei­getra­gen. Der Orden hat sich welt­weit ver­brei­tet. In Deutsch­land gibt es heu­te 20 Domi­ni­ka­ner­klös­ter und ‑kon­ven­te. Auch das 1356 gegrün­de­te Hei­lig-Grab-Klos­ter in Bam­berg hat eine lan­ge Domi­ni­ka­ni­sche Tra­di­ti­on. 1803 wur­de es im Zuge der Säku­la­ri­sa­ti­on als auf­ge­ho­ben erklärt. 1926 wie­der­be­grün­det beher­bergt es bis heu­te Domi­ni­ka­n­er­schwes­tern und ist Ver­samm­lungs­ort der Domi­ni­ka­ni­schen Lai­en­ge­mein­schaft vom Hei­li­gen Grab.

Erz­bis­tum Bam­berg stellt Wei­chen für die Zukunft

Haus­halt wird bis 2025 um 20 Mil­lio­nen Euro reduziert

Das Erz­bis­tum Bam­berg stellt die Wei­chen für die per­so­nel­le, demo­gra­fi­sche und finan­zi­el­le Ent­wick­lung der nächs­ten Jah­re. In einer zwei­tä­gi­gen Klau­sur­ta­gung hat die Bis­tums­lei­tung zum Abschluss des sie­ben­mo­na­ti­gen Pro­zes­ses „Ver­trau­en und Ver­ant­wor­tung 2025“ zahl­rei­che Maß­nah­men erör­tert und beschlos­sen, mit denen die Kir­che auch bei sin­ken­den Katho­li­ken­zah­len, mit weni­ger Per­so­nal und rück­läu­fi­gen Kir­chen­steu­er­ein­nah­men hand­lungs­fä­hig blei­ben soll. Damit soll die pas­to­ra­le Arbeit für die Zukunft gesi­chert werden.

Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Jah­ren das Erz­bis­tum struk­tu­rell und pas­to­ral neu auf­ge­stellt wur­de, steht jetzt die Ent­wick­lung des Ordi­na­ri­ats mit sei­nen Auf­ga­ben, Struk­tu­ren, Dienst­stel­len und Ein­rich­tun­gen im Blick­punkt. Prä­mis­se des Pro­zes­ses war „die Gestal­tung der Zukunft unse­rer Kir­che und nicht der Erhalt des Bestehen­den“, schrei­ben Gene­ral­vi­kar Georg Kes­tel und Ordi­na­ri­ats­di­rek­to­rin Jut­ta Schmitt in einem Brief an die Beschäf­tig­ten im Erz­bis­tum. Sie ver­si­chern zugleich, dass es kei­ne betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen geben wird. In allen Berei­chen wer­de die Aus­bil­dung fort­ge­führt, und es wür­den auch neue Stel­len geschaf­fen, wo die Zukunfts­si­che­rung es erfordere.

Ziel der Maß­nah­men ist eine Redu­zie­rung des Haus­halts bis zum Jahr 2025 um 20 Mil­lio­nen Euro im Ver­gleich zum Etat von 2020. Ein Groß­teil der Ein­spa­run­gen wird durch die Begren­zung des Bau­haus­halts zunächst bis 2025 auf 25 Mil­lio­nen Euro erreicht. Dazu wird ein Gebäu­de­kon­zept für alle not­wen­di­gen Dienst­sit­ze, Ver­samm­lungs­flä­chen und Kin­der­ta­ges­stät­ten erstellt. Die Kos­ten für die Anmie­tung von Büro­flä­chen soll um ein Drit­tel redu­ziert wer­den, wobei gleich­zei­tig die diö­ze­san­ei­ge­nen Gebäu­de effek­ti­ver genutzt wer­den sollen.

Außer­dem sol­len die Rei­se­kos­ten mini­miert wer­den, wobei die in der Coro­na-Zeit gemach­ten Erfah­run­gen mit digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten genutzt wer­den sol­len. In ver­schie­de­nen Berei­chen wird zudem die über­diö­ze­sa­ne Zusam­men­ar­beit geprüft.


Vor­ge­schla­ge­ne Maß­nah­men sol­len ab Sep­tem­ber fort­ent­wi­ckelt werden


Erz­bi­schof Lud­wig Schick beton­te, im Mit­tel­punkt aller Ver­än­de­run­gen müs­se ste­hen, dass jede Pfar­rei, jeder Seel­sor­ge­be­reich, jede Dienst­stel­le und Ein­rich­tung zu einem geist­li­chen Zen­trum wer­de, getra­gen vom „Geist der Got­tes- und Nächs­ten­lie­be, der acht­sa­men und hilf­rei­chen Sor­ge um die Menschen“.

In die Klau­sur­ta­gung der Ordi­na­ri­ats­kon­fe­renz flos­sen die Arbeits­er­geb­nis­se von acht Teil­pro­jek­ten ein, die sich seit Jah­res­be­ginn mit den The­men Seel­sor­ge, Per­so­nal­ge­win­nung und ‑ent­wick­lung, Lie­gen­schafts­be­stand, Digi­ta­li­sie­rung, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Fort- und Wei­ter­bil­dung, Bil­dung und Struk­tu­ren befasst haben. Die vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men sol­len ab Sep­tem­ber fort­ent­wi­ckelt, bera­ten und umge­setzt wer­den. Die Ordi­na­ri­ats­kon­fe­renz ist das höchs­te Beschluss­gre­mi­um im Erzbistum.

„Bewah­ren wir Acht­sam­keit und Rücksichtnahme“

Erz­bi­schof Schick dankt Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­gern für den Ein­satz in der Corona-Pandemie

Erz­bi­schof Lud­wig Schick dankt den Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­gern im Erz­bis­tum Bam­berg für ihren Ein­satz wäh­rend der Coro­na­zeit. Got­tes­diens­te und Ver­an­stal­tun­gen hät­ten unter Beach­tung der Hygie­ne­kon­zep­te wür­dig und acht­sam statt­ge­fun­den, sodass es kei­ne Aus­brei­tung von Infek­tio­nen gege­ben habe.

„Sie haben sich auch – ohne ängst­li­che Sor­ge um sich selbst – den kran­ken und alten Men­schen, den Men­schen mit Behin­de­run­gen und allen, die beson­de­re Seel­sor­ge und Nähe brau­chen gewid­met“, schreibt Schick in einem Brief an die Pries­ter, Dia­ko­ne und pas­to­ra­len Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter zum Beginn der Sommerferien.

Der Erz­bi­schof wür­digt außer­dem den phan­ta­sie­vol­len Ein­satz der neu­en Medi­en und betont: „Die Nut­zung und der Aus­bau der neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men blei­ben wich­tig, wenn wir uns nicht kör­per­lich und per­sön­lich begeg­nen kön­nen.“ Wei­ter ruft Schick dazu auf: „Bewah­ren wir uns, was wir in die­ser Zeit ver­stärkt gelernt haben: die Acht­sam­keit und Rück­sicht­nah­me sowie die Balan­ce zwi­schen Nähe und Distanz im Umgang miteinander.“


„Zei­gen wir auch den aus der Kir­che Aus­ge­tre­te­nen und denen, die sich distan­ziert haben, dass wir mit ihnen in Ver­bin­dung blei­ben wollen“


Erz­bi­schof Schick ermun­tert wei­ter zu einer „Spi­ri­tua­li­tät des Sam­melns“, um die Got­tes­dienst­be­su­cher und Ehren­amt­li­chen wie­der zu sam­meln, die sich in der Coro­na­zeit vom kirch­li­chen Leben in den Gemein­den ent­fernt haben. „Zei­gen wir auch den aus der Kir­che Aus­ge­tre­te­nen und denen, die sich distan­ziert haben, dass wir mit ihnen in Ver­bin­dung blei­ben wol­len“, fügt Schick hin­zu und wünscht allen Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­gern eine erhol­sa­me Feri­en­zeit und einen hoff­nungs­vol­len Start in das neue Arbeitsjahr.

Welt­tag der Großeltern

„Schön, dass es Dich gibt“

Am „Welt­tag der Groß­el­tern und älte­ren Men­schen“ hat der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick allen Groß­el­tern sowie allen Senio­rin­nen und Senio­ren für ihren Ein­satz in den Fami­li­en, in der Kir­che und der Gesell­schaft gedankt.

Bei einer Tagung in Vier­zehn­hei­li­gen, zu der 35 Groß­el­tern­paa­re – aus jedem Seel­sor­ge­be­reich des Erz­bis­tums – gekom­men waren, sag­te Schick: „Unser gutes Leben heu­te ver­dan­ken wir Eurem Ein­satz, Eurem Fleiß und Eurer Opfer­be­reit­schaft. Vergelt´s Gott!“

An die Eucha­ris­tie­fei­er am Fest­tag der hei­li­gen Joa­chim und Anna, den Groß­el­tern Jesu, in der Basi­li­ka Vier­zehn­hei­li­gen, schloss sich eine Podi­ums­dis­kus­si­on in den Tagungs- und Bil­dungs­häu­sern an zum The­ma „Zusam­men­halt der Gene­ra­tio­nen in der Gesell­schaft von mor­gen“. Dabei mel­de­ten sich Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten aus ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen zu Wort. Mit einer frän­ki­schen Brot­zeit wur­de der Tag in fro­her Run­de beschlossen.


„Ihr seid die Wur­zeln, die uns Leben geben und der Baum, an dem wir Blü­ten und Früch­te bringen“


Eine wei­te­re Akti­on zum ers­ten Welt­tag der „Groß­el­tern und älte­ren Men­schen“ trägt den Titel: „Schön, dass es Dich gibt!“, die der Erz­bi­schof ins Leben geru­fen hat. Ab dem 25. Juli lie­gen in allen Kir­chen des Erz­bis­tums Post­kar­ten mit dem Schrift­zug „Schön, dass es Dich gibt!“ aus. Sie regen an, Ange­hö­ri­gen einen per­sön­li­chen Gruß zu schi­cken. „Gera­de unter den Bedin­gun­gen der Coro­na-Pan­de­mie wur­de immer mehr deut­lich, wie wich­tig und schön es ist, dass sich die Gene­ra­tio­nen begeg­nen. In der Coro­na­zeit waren vie­le per­sön­li­che Kon­tak­te nicht mög­lich und wur­den schmerz­lich ver­misst. „Ich möch­te die Men­schen ermun­tern, ihren Lie­ben per­sön­lich und aus­drück­lich mit­zu­tei­len: „Schön, dass es Dich gibt!““, so Schick. Des Wei­te­ren wand­te sich der Erz­bi­schof mit einem Brief an die Pfar­rei­en, in dem er dar­um bat, für alle Groß­el­tern und älte­re Men­schen zu beten und ihnen für ihren Ein­satz in der Ver­gan­gen­heit und Zukunft zu danken.

Den „Welt­tag der Groß­el­tern und älte­ren Men­schen“ hat Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fen. Er soll die Bedeu­tung der älte­ren Men­schen in den Fami­li­en, in der Gesell­schaft und Kir­che ins Bewusst­sein brin­gen. Zugleich will er ein Tag des Dan­kes und der Wert­schät­zung für die Senio­rin­nen und Senio­ren welt­weit sein. Er soll auch in Zukunft in der Nähe des Gedenk­ta­ges der Groß­el­tern Jesu, der hei­li­gen Joa­chim und Anna, began­gen werden.

Erz­bi­schof Schick: Dem Kli­ma­schutz höchs­te Prio­ri­tät einräumen

Erz­bis­tum Bam­berg spen­det 50.000 Euro für Hochwasseropfer

Das Erz­bis­tum Bam­berg stellt für die Opfer der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe 50.000 Euro Sofort­hil­fe zur Ver­fü­gung. Das Geld aus dem Kata­stro­phen­fonds soll über das Hilfs­werk Cari­tas Inter­na­tio­nal den Betrof­fe­nen in Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz und Bay­ern zugutekommen.

„Die Bil­der, die uns aus den Hoch­was­ser­re­gio­nen errei­chen, sind erschüt­ternd. Die Natur­ge­wal­ten haben Men­schen in den Tod geris­sen und vie­le Exis­ten­zen ver­nich­tet“, sag­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick am Diens­tag. „Ich habe als Welt­kir­che-Bischof schon vie­le Bil­der von Kata­stro­phen und schreck­li­chen Unglü­cken gese­hen, aber die­se Ein­drü­cke qua­si vor unse­rer Haus­tür machen ein­fach nur sprach­los. Wir beten für die Toten, erbit­ten Trost den Trau­ern­den sowie Zuver­sicht und Kraft allen Geschä­dig­ten. Mit unse­rer Geld­spen­de wol­len wir ein klei­nes Zei­chen der Soli­da­ri­tät und Hilfs­be­reit­schaft in die­ser Jahr­hun­dert­ka­ta­stro­phe in Deutsch­land geben.“ Auch wenn der Zusam­men­hang des Stark­re­gens und der Unwet­ter mit dem men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del bis­her nicht bewie­sen sei, so müs­se man dar­in doch ein­deu­ti­ge Warn­si­gna­le erken­nen. „Wet­ter­ex­tre­me wer­den zuneh­men und die nächs­ten Gene­ra­tio­nen in ihrer Exis­tenz bedro­hen, wenn wir nicht heu­te umkeh­ren und dem Kli­ma­schutz Prio­ri­tät in allem poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Han­deln ein­räu­men. Die Kir­che, die Gott im Glau­bens­be­kennt­nis als Schöp­fer bekennt, muss enga­gier­ter Anwalt der Schöp­fung, als Haus für alle Men­schen, sein“, so Schick.

200 Jah­re Erz­bis­tum Bamberg

Erz­bi­schof Schick erin­nert zum Hein­richs­fest an die Grün­dung der Metro­po­lie nach der Säkularisation

Beim dies­jäh­ri­gen Hein­richs­fest hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick an die Grün­dung der Kir­chen­pro­vinz Bam­berg vor 200 Jah­ren erinnert.

Nach dem Fall Napo­le­ons und der Säku­la­ri­sa­ti­on habe man gespürt, dass ohne die Kir­chen für das geist­li­che Leben und die Seel­sor­ge sowie für die Armen und Kran­ken nicht genü­gend getan wer­den kön­ne. Des­halb sei in den Jah­ren 1815 bis 1821 das kirch­li­che Leben neu auf­ge­baut und belebt wor­den. Dabei sei aus dem 1007 von Kai­ser Hein­rich gegrün­de­ten Bis­tum Bam­berg das Erz­bis­tum gewor­den, zu dem in der Metro­po­lie bis heu­te die Bis­tü­mer Würz­burg, Eich­stätt und Spey­er gehören.

„Auch damals spür­ten die Men­schen, vor allem auch die Poli­ti­ker, dass die­se Welt mit den mate­ri­el­len Gütern und Struk­tu­ren nicht alles sein kann“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Wenn das geis­ti­ge und geist­li­che Leben fehlt, geht es weder dem ein­zel­nen Men­schen noch der Gesell­schaft gut.“ Des­halb habe der Staat mit dem Papst das kirch­li­che Leben in Bay­ern und ganz Deutsch­land neu geordnet.

„Lasst uns heu­te unse­ren Auf­trag wahr­neh­men, in allen unse­ren Gemein­den und Gemein­schaf­ten, in unse­ren Kir­chen, Pfar­rei­en und Seel­sor­ge­be­rei­chen, in den Kin­der­gär­ten und Schu­len, auch in unse­rem Ordi­na­ri­at und allen Behör­den geist­li­che Zen­tren zu wer­den und Geist­li­ches aus­zu­strah­len.“ Des­halb sol­le das Hein­richs­fest 2021, das pan­de­mie­be­dingt mit einem redu­zier­ten Pro­gramm vor­wie­gend digi­tal statt­fin­det, Zei­chen der Erin­ne­rung und Erneue­rung sein, so Erz­bi­schof Schick.