Erz­bi­schof Schick: „Eine syn­oda­le Kir­che wünscht Papst Franziskus“

Hir­ten­brief zum Start des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen welt­wei­ten syn­oda­len Prozesses

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Erzbischof Ludwig Schick, Foto: Pressestelle Erzbistum Bamberg / Dominik Schreiner
Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft die Gläu­bi­gen im Erz­bis­tum Bam­berg auf, den von Papst Fran­zis­kus gewünsch­ten syn­oda­len Pro­zess für die gan­ze Welt­kir­che mit­zu­ma­chen. Der Papst brem­se den Syn­oda­len Weg der Kir­che in Deutsch­land nicht aus, son­dern för­de­re ihn, schreibt Schick in einem Hir­ten­wort, das am Sonn­tag in den Pfarr­ge­mein­den ver­le­sen wird.

Ziel sei es, dass die Kir­che wie­der mehr Ver­trau­en in der Gesell­schaft und unter den Men­schen gewin­ne und den Dienst Jesu zum Wohl und Heil der Men­schen aus­üben könne.

Erz­bi­schof Schick ver­weist auf die Ent­wick­lung der Kir­che ins­be­son­de­re im 19. Jahr­hun­dert, als in Fol­ge einer Hier­ar­chi­sie­rung vor­wie­gend Bischö­fe und Pries­ter das Sagen hat­ten und das Volk Got­tes gehor­chen muss­te. „Die­se Abkehr von einer syn­oda­len Kir­che hat in Sack­gas­sen geführt und auch den Macht­miss­brauch im sexu­el­len, im geist­li­chen und mate­ri­el­len Bereich begüns­tigt“, schreibt Schick und betont: „Wir sol­len und müs­sen ver­stärkt syn­oda­le Kir­che wer­den, in der mög­lichst alle Chris­tin­nen und Chris­ten sich begeg­nen und ein­an­der zuhö­ren, mit­ein­an­der auf Got­tes Wort hören und Got­tes­dienst fei­ern, mit­re­den, mit­ent­schei­den und mitanpacken.“


Mehr Gemein­schaft unter­ein­an­der pflegen


Papst Fran­zis­kus wol­le mehr Gemein­schaft in der Kir­che, mehr Teil­ha­be aller am Leben und Wir­ken der Kir­che und mehr Mis­si­on der Kir­che in der Welt heu­te errei­chen. Die­ses Ziel ver­folg­ten bereits der Syn­oda­le Weg der Kir­che in Deutsch­land und eben­so das Erz­bis­tum Bam­berg seit fünf Jah­ren mit dem Pro­zess „Erz­bis­tum mit­ge­stal­ten“. Der Papst ver­lan­ge daher nichts Neu­es, son­dern Ver­tie­fung des­sen, was bereits geschehe.

Schick ruft auch die Pfarr­ge­mein­de­rä­te, Seel­sor­ge­be­reichs­rä­te und Kir­chen­ver­wal­tun­gen auf, noch mehr Gemein­schaft unter­ein­an­der zu pfle­gen und noch mehr teil­zu­neh­men am Leben und Wir­ken der gan­zen Erz­diö­ze­se. Eben­so soll­ten der Diö­ze­san­rat und der Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss mit der Diö­zesan­lei­tung syn­oda­ler wer­den, damit das gan­ze Erz­bis­tum syn­oda­ler wer­de. Alle Pas­to­ral­teams in den 35 Seel­sor­ge­be­rei­chen arbei­te­ten zur­zeit zusam­men mit enga­gier­ten Ehren­amt­li­chen an einem Pas­to­ral­kon­zept. „Bei der pas­to­ra­len Neu­aus­rich­tung geht es um nichts weni­ger als um die Zukunft von Seel­sor­ge und Kir­che in einer Epo­che star­ker Ver­än­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen“, so Schick.

Es gel­te, Wege zu fin­den und zu beschrei­ten, um am Leben der Kir­che und ihrer Sen­dung aktiv teil­zu­neh­men: „die Fro­he Bot­schaft zu ver­kün­den, die Sakra­men­te und Got­tes­diens­te zu fei­ern sowie Gemein­schaft im Glau­ben, in der Hoff­nung und in der Lie­be zu bilden.“

Der Erz­bi­schof dank­te auch allen, die jetzt schon am Leben und der Sen­dung der Kir­che teil­neh­men: „Wir sind schon syn­oda­le Kir­che im Erz­bis­tum – mit Luft nach oben!“ Er sei froh und dank­bar für das, was er in bald 20 Jah­ren als Erz­bi­schof in Bam­berg erlebt habe. „Die guten Erfah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit machen mich zuver­sicht­lich für die Zukunft.“

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