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Bürgermeister

Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker von Stadt und Land­kreis Bam­berg fei­ern öku­me­ni­schen Gottesdienst

Got­tes­dienst als Zei­chen für Zusam­men­halt und gemein­sa­me Verantwortung

Mit Gebe­ten, Musik und Seg­nun­gen haben Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten gemein­sam die neue Amts­pe­ri­ode in Stadt und Land­kreis Bam­berg eingeläutet.

In der St.-Martins-Kirche am Grü­nen Markt gestal­te­ten Geist­li­che unter­schied­li­cher Kon­fes­sio­nen und Glau­bens­rich­tun­gen einen öku­me­ni­schen Got­tes­dienst, der ein sicht­ba­res Zei­chen für Zusam­men­halt, gegen­sei­ti­gen Respekt und gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung setz­te. Ein­ge­la­den hat­ten Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk, die gemein­sam mit Mit­glie­dern von Stadt­rat und Kreis­tag sowie zahl­rei­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern an der Fei­er teilnahmen.

Gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Dekan Dr. Mar­kus Koh­mann und Pfar­rer Hel­mut Het­zel für die katho­li­sche Kir­che sowie Deka­nin Sabi­ne Hirsch­mann und Pfar­rer Wal­ter Neun­hoef­fer für die evan­ge­li­sche Kir­che. Dar­über hin­aus wirk­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter wei­te­rer Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten mit: die DITIB Bam­berg mit Vor­sit­zen­dem Meh­met Çet­in­de­re und Imam Muhit­tin Yurt­taş, die Libe­ra­le Jüdi­sche Gemein­de mit Rab­bi­ne­rin Dr. A. Yael Deu­sel und Vor­sit­zen­dem Shlo­mo Wei­ßen­fels, die Bahai-Gemein­de mit Bir­git Asbeck sowie Ver­tre­te­rin­nen der Ale­vi­ti­schen Gemein­de mit Dilek Öznur und Sinem Adi­gü­zel. In ihren Bei­trä­gen beton­ten die Geist­li­chen die zen­tra­le Bot­schaft des Abends: „Gott ist da, gibt Kraft, Mut und Zuver­sicht für alles, was ansteht.“ Für die musi­ka­li­sche Gestal­tung sorg­ten der Poli­zeis­än­ger­chor Bam­berg, der Gesangs­ver­ein Bur­ge­brach sowie Deka­nats­kan­tor Micha­el Goos an der Orgel.

Ein beson­de­rer Moment des Got­tes­diens­tes war die per­sön­li­che Seg­nung von Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk durch Deka­nin Hirsch­mann und Pfar­rer Het­zel. Bei­den soll damit Kraft und Stär­ke für die ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­ben der kom­men­den Jah­re zuteil­wer­den. Auch die Mit­glie­der des Stadt­ra­tes und des Kreis­ta­ges erhiel­ten eine Seg­nung für ihre kom­mu­nal­po­li­ti­sche Arbeit.


Gemein­sa­mes Wertefundament

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er dankt Johan­nes Macie­jon­c­zyk für die „schö­ne Idee, den Start in die neue Amts­pe­ri­ode unter Got­tes Segen zu stel­len“, die ihn sofort über­zeugt habe. „Die christ­li­che Wer­te­ord­nung bil­det auch im Jahr 2026 eine wich­ti­ge Richt­schnur für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen, ent­bin­det uns aber frei­lich nicht von eigen­stän­di­gen Ent­schei­dun­gen“, erklärt Niedermaier.

Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk erklärt: „Mein christ­li­cher Glau­be gibt mir Halt und Ori­en­tie­rung – auch im öffent­li­chen Amt.“ Er freue sich sehr, dass Land­kreis und Stadt Bam­berg erst­mals gemein­sam einen Got­tes­dienst zum Beginn der neu­en Wahl­pe­ri­ode fei­ern. „Für Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an Nie­der­mai­er und mich ist dies ein sicht­ba­res Zei­chen für eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit und ein gemein­sa­mes Wer­te­fun­da­ment“, betont der Landrat.

Ära endet nach 20 Jahren

Stadt Bam­berg ver­ab­schie­det OB Andre­as Starke

Mit einem fei­er­li­chen Fest­akt im Hegel­saal der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le hat die Stadt Bam­berg am gest­ri­gen Don­ners­tag, 30. April 2026, ihrem lang­jäh­ri­gen Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke für sei­ne Diens­te gedankt. Nach 20 Jah­ren an der Spit­ze der Stadt endet damit eine prä­gen­de Ära der Bam­ber­ger Kom­mu­nal­po­li­tik. Gelas­sen und mit der bekann­ten Pri­se Humor ver­ab­schie­de­te sich Star­ke: „Ich schei­de aus dem Amt aus, nicht aus dem Leben.“

Den char­man­ten Auf­takt der Ver­an­stal­tung, die vom Horn­quar­tett der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker umrahmt wur­de, lie­fer­te die städ­ti­sche Beam­ten­an­wär­te­rin Lau­ra Alten­hö­fer. Sie wur­de im Novem­ber 2006 gebo­ren und kennt somit nur Andre­as Star­ke als Ober­bür­ger­meis­ter von Bam­berg. „Ich war über­rascht, dass das ab Mor­gen nicht mehr so sein soll. Des­halb fra­ge ich mich: Wer­den die Bus­se pünkt­lich fah­ren? Wird der Müll abge­holt? Wer­den wir jetzt von den Hall­stadt­ern über­rollt?“, scherz­te Altenhöfer.

Lau­nisch mach­te Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp wei­ter und sprach von der „Miet­sa­che Andre­as Star­ke“, die heu­te von der Stadt „wegen Eigen­be­darfs­an­mel­dung der Fami­lie“ zurück­ge­ge­ben wer­de. Er begrüß­te die rund 700 Gäs­te, dar­un­ter vie­le Män­ner und Frau­en, die Star­ke auf sei­nem Weg durch die Kom­mu­nal­po­li­tik beglei­tet haben. Er lob­te das Wir­ken von Star­ke in sei­ner Amts­zeit: „Dei­ne Art, Kon­flik­te zu mode­rie­ren, Lösun­gen zu suchen und Kom­pro­mis­se aus­zu­lo­ten, ist unüber­trof­fen. Du hast die­se Stadt­ge­sell­schaft in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren in die­sem Wachs­tum maß­geb­lich zusammengehalten.“


„Sie haben zuge­hört und vermittelt“

Im Anschluss wür­dig­te Joa­chim Herr­mann, Baye­ri­scher Staats­mi­nis­ter des Innern, für Sport und Inte­gra­ti­on, in sei­ner Anspra­che das Wir­ken von Andre­as Star­ke: „Nach 20 Jah­ren an der Spit­ze Bam­bergs endet heu­te eine Ära – ver­bun­den mit Ihrem Namen, lie­ber Herr Star­ke. Sie waren ein Ober­bür­ger­meis­ter, der den direk­ten Kon­takt zur Bür­ger­schaft gesucht hat. Gesprä­che vor Ort, Bür­ger­sprech­stun­den und der Aus­tausch mit den Stadt­tei­len waren für Sie selbst­ver­ständ­lich. Sie haben zuge­hört, erklärt und vermittelt.“

Wenn man auf Star­kes Amts­zeit zurück­bli­cke, wer­de deut­lich, dass die­ser die Stadt nicht nur ver­wal­tet, son­dern ent­schei­dend geprägt habe. „Sie haben Ent­wick­lun­gen ange­sto­ßen, Pro­jek­te umge­setzt und dabei immer das Gan­ze im Blick behal­ten. Sie haben gezeigt, was kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung leis­ten kann, wenn sie mit Über­zeu­gung, Augen­maß und Aus­dau­er aus­ge­übt wird. Ihr Wir­ken steht für Ver­läss­lich­keit, Boden­stän­dig­keit und einen kla­ren Kom­pass im Dienst der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Sie haben Ver­ant­wor­tung über­nom­men und die­ser Stadt über vie­le Jah­re hin­weg Rich­tung und Halt gege­ben.” Als sicht­ba­res Zei­chen die­ser Aner­ken­nung ver­lieh Herr­mann an Star­ke das kom­mu­na­le Ver­dienst­ab­zei­chen in Silber.


Schlag­fer­tig und selbstbewusst

Danach wur­de es per­sön­lich. Sein „stol­zer, klei­ner Bru­der“ Chris­toph Star­ke erzähl­te meh­re­re Anek­do­ten und beton­te, dass sein Bru­der „Schlag­fer­tig­keit und Selbst­be­wusst­sein auf ganz eige­ne Wei­se ver­kör­pert“ habe. „Du warst ein OB der beson­de­ren Art, der sei­nes Glei­chen sucht“, brach­te er sei­ne Rede auf den Punkt.

Star­kes Toch­ter Mei­ke und Sohn Moritz erwei­ter­ten die Per­spek­ti­ve um die Sicht der Kin­der. „Das Leben als Kind eines OB ist ein ande­res: Pri­va­tes und Öffent­li­ches las­sen sich nicht tren­nen“, erklär­te Mei­ke. Da wer­de ein pri­va­tes Abend­essen schnell mal zur Bür­ger­sprech­stun­de. Moritz Star­ke appel­lier­te an die Medi­en und die Öffent­lich­keit, grund­sätz­lich sen­si­bler mit Wer­tun­gen gegen­über Amts­trä­gern umzu­ge­hen: „Wir wis­sen wie es ist, wenn Schlag­zei­len plötz­lich per­sön­lich werden.“


OB: Wohl der Stadt an ers­ter Stelle

In sei­ner Abschieds­re­de blick­te Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke auf zwei Jahr­zehn­te im Amt zurück mit einer Mischung aus Dank­bar­keit, Selbst­iro­nie und kla­ren poli­ti­schen Bot­schaf­ten. Mit Blick auf eine funk­tio­nie­ren­de Gesell­schaft beton­te er die Bedeu­tung von Zusam­men­halt und Inter­es­sen­aus­gleich: „Vor allem in der Kom­mu­nal­po­li­tik brau­chen wir die Fähig­keit und den Wil­len zum Kom­pro­miss.“ Er mahn­te, das Wohl der Stadt stets über par­tei­po­li­ti­sche Inter­es­sen zu stellen.

Zugleich nutz­te Star­ke die Gele­gen­heit, sei­nem Nach­fol­ger alles Gute zu wün­schen: „Ich gra­tu­lie­re dem neu gewähl­ten Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er sehr herz­lich. Alles Gute und viel Erfolg im Inter­es­se unse­rer schö­nen Stadt.“

Star­kes beson­de­rer Dank galt sei­ner Fami­lie, sei­ner Frau Helen Galal, sei­nen Weg­ge­fähr­ten in Poli­tik und Ver­wal­tung sowie den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Stadt­ver­wal­tung. Die Leis­tungs­fä­hig­keit der Ver­wal­tung bezeich­ne­te Star­ke als ent­schei­den­de Grund­la­ge für die posi­ti­ve Ent­wick­lung Bam­bergs in den ver­gan­ge­nen Jahren.


„Gestal­tungs­mög­lich­keit, Bür­ger­nä­he und Menschlichkeit“

Auch die Her­aus­for­de­run­gen und Erwar­tun­gen an das Amt des Ober­bür­ger­meis­ters schil­der­te er mit einem Augen­zwin­kern und gro­ßer Anschau­lich­keit. Trotz aller Anfor­de­run­gen sei das Amt für ihn stets eine erfül­len­de Auf­ga­be gewe­sen: „In die­sem Amt steckt unheim­lich viel Gestal­tungs­mög­lich­keit, Bür­ger­nä­he und Menschlichkeit.“

Zum Abschluss sei­ner Rede unter­strich Star­ke die Bedeu­tung demo­kra­ti­scher Wer­te und rief dazu auf, den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt aktiv zu stär­ken. „Wir dür­fen Extre­mis­ten von links und rechts kei­ne Chan­ce las­sen“, beton­te er mit Blick auf aktu­el­le poli­ti­sche Entwicklungen.

Anschlie­ßend trug sich Andre­as Star­ke in das Gol­de­ne Buch der Stadt Bam­berg ein, ehe der offi­zi­el­le Teil ende­te und der Drit­te Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Metz­ner den Emp­fang im Foy­er der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le eröffnete.

„Ihr Ein­satz war wirk­lich vorbildlich“

OB Star­ke ver­ab­schie­det aus­schei­den­de Stadt­rats­mit­glie­der und Bürgermeister

In der letz­ten Voll­sit­zung der Amts­pe­ri­ode 2020 bis 2026 hat Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke zahl­rei­che Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­te sowie die bei­den Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp und Wolf­gang Metz­ner fei­er­lich ver­ab­schie­det, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Der OB dank­te den aus­schei­den­den Stadt­rats­mit­glie­dern: „Sie haben sich enorm enga­giert, und Ihr Ein­satz war wirk­lich vor­bild­lich. Sie haben einen wich­ti­gen Bei­trag zum Gelin­gen unse­rer Demo­kra­tie geleis­tet“, so Starke.

Zur posi­ti­ven Ent­wick­lung der Stadt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat auch der Stadt­rat maß­geb­lich bei­getra­gen. Gleich­zei­tig hob Star­ke die beson­de­re Bedeu­tung der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung her­vor: „Die Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­te sind die ent­schei­den­den Säu­len für das Leben in unse­rer Stadt. Die­se unmit­tel­ba­re Ver­bin­dung zwi­schen Bür­ger­schaft, Ver­wal­tung und Stadt­ent­wick­lung kann gar nicht hoch genug ein­ge­schätzt werden.“

Mit Blick auf die künf­ti­ge Stadt­rats­ar­beit gab er den neu gewähl­ten Mit­glie­dern eine zen­tra­le Bot­schaft mit auf den Weg: „Die Ver­ant­wor­tungs­ethik muss wich­ti­ger sein als die Gesin­nungs­ethik. Auch Prag­ma­tis­mus ist ein guter Ratgeber.“

In einer Schwei­ge­mi­nu­te wur­de zudem des im März 2025 ver­stor­be­nen SPD-Stadt­rats Felix Hol­land gedacht, der dem Gre­mi­um über vie­le Jah­re ange­hört hatte.


Ver­ab­schie­de­te Bürgermeister

Jonas Glüsen­kamp (Grü­nes Bam­berg) gehör­te seit 2020 dem Stadt­rat an und wur­de zum Zwei­ten Bür­ger­meis­ter gewählt. In die­ser Funk­ti­on ver­ant­wor­te­te er zen­tra­le Berei­che wie Sozia­les, Jugend, Umwelt sowie Per­so­nal und Orga­ni­sa­ti­on. Als Stell­ver­tre­ter des Ober­bür­ger­meis­ters präg­te er die Arbeit der Stadt­ver­wal­tung in wich­ti­gen Zukunftsfeldern.

Wolf­gang Metz­ner (SPD) war seit 2008 Mit­glied des Stadt­ra­tes und von 2014 bis 2026 Drit­ter Bür­ger­meis­ter der Stadt Bam­berg. Der Päd­ago­ge über­nahm neben reprä­sen­ta­ti­ven Auf­ga­ben auch die Lei­tung zahl­rei­cher Sit­zun­gen und enga­gier­te sich ins­be­son­de­re im Kul­tur- und Schul­be­reich. Sei­ne lang­jäh­ri­ge Erfah­rung brach­te er in vie­le Gre­mi­en ein.


Ver­ab­schie­de­te Stadt­rä­tin­nen und Stadträte

Ali­na Acht­zi­ger (Die PARTEI) war seit 2022 Mit­glied des Stadt­ra­tes. Sie rück­te nach und enga­gier­te sich in zahl­rei­chen Gre­mi­en, unter ande­rem im Per­so­nal­be­reich sowie im kul­tu­rel­len und sozia­len Bereich der Stadt.

Andre­as Dechant (CSU) gehör­te dem Stadt­rat seit 2018 an. Der Poli­zei­be­am­te brach­te sei­ne sicher­heits­re­le­van­te Exper­ti­se ins­be­son­de­re im Kon­ver­si­ons- und Sicher­heits­se­nat ein und war in meh­re­ren Auf­sichts­rä­ten tätig.

Andre­as Eichen­se­her (Grü­nes Bam­berg) wirk­te seit 2020 im Stadt­rat. Sei­ne Schwer­punk­te lagen in den Berei­chen Mobi­li­tät, Finan­zen sowie Kli­ma- und Umweltpolitik.

Karin Gott­schall (SPD) war mit Unter­bre­chung ein lang­jäh­ri­ges Stadt­rats­mit­glied, zuletzt rück­te sie 2025 wie­der in das Gre­mi­um. Sie enga­gier­te sich beson­ders im sozia­len Bereich und für die Belan­ge von Senio­rin­nen und Senioren.

Dr. Franz-Wil­helm Hel­ler (CSU) war mit meh­re­ren Amts­zei­ten seit den 1990er Jah­ren eine prä­gen­de Per­sön­lich­keit im Stadt­rat. Als Rechts­an­walt brach­te er sein juris­ti­sches Wis­sen in zahl­rei­che Ent­schei­dun­gen und Gre­mi­en ein.

Ste­fan Kurz (Grü­nes Bam­berg) saß seit 2020 im Stadt­rat. Als Kri­mi­nal­be­am­ter brach­te er viel­fäl­ti­ge gesell­schaft­li­che Per­spek­ti­ven ein und enga­gier­te sich ins­be­son­de­re in Sicher­heits- und Mobilitätsfragen.

Mar­tin Pöh­ner (FDP) war Mit­glied seit 2014. Der Schul­lei­ter setz­te sei­ne päd­ago­gi­sche Erfah­rung in ver­schie­de­nen Gre­mi­en ein und hat­te sei­nen Schwer­punkt im Bildungsbereich.

Dr. Ursu­la Red­ler (CSU) wirk­te seit 2014 im Stadt­rat, zuletzt auch als stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. Als Juris­tin setz­te sie wich­ti­ge Impul­se ins­be­son­de­re in der Fami­li­en- und Gleichstellungspolitik.

Danie­la Rein­fel­der (BUB) war seit 2008 Mit­glied des Stadt­ra­tes. Die Archi­tek­tin enga­gier­te sich inten­siv in Bau‑, Stadt­ent­wick­lungs- und Infra­struk­tur­the­men sowie für ihren Stadt­teil Gaustadt.

Mar­kus Schä­fer (Grü­nes Bam­berg) kam 2021 in den Stadt­rat. Als Archi­tekt und Stadt­pla­ner brach­te er sein Fach­wis­sen ins­be­son­de­re in Bau- und Stadt­ent­wick­lungs­fra­gen ein.

Hein­rich Schwimm­beck (BaLi) war seit 2014 Mit­glied des Stadt­ra­tes. Sei­ne Arbeits­schwer­punk­te lagen in der Woh­nungs­po­li­tik sowie in der Migra­ti­ons- und Sozialpolitik.

Ursu­la Sowa (Grü­nes Bam­berg) setz­te als lang­jäh­ri­ges Stadt­rats­mit­glied sowie Abge­ord­ne­te auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne vie­le Akzen­te. Sie präg­te ins­be­son­de­re den Bau- und Kul­tur­be­reich der Stadt.

Klaus Stier­in­ger (BuB) wur­de 2008 in den Stadt­rat gewählt. Als Geschäfts­füh­rer des Stadt­mar­ke­tings setz­te er sich beson­ders für die Ent­wick­lung der Innen­stadt und die Ver­bin­dung von Wirt­schaft und Poli­tik ein.

Andre­as Trif­fo (BBB) gehör­te seit 2014 zum Gre­mi­um. Er enga­gier­te sich ins­be­son­de­re in sozia­len, kul­tu­rel­len und infra­struk­tu­rel­len The­men sowie im Ver­eins­le­ben der Stadt.

You Xie (CSU) saß seit 2014 im Stadt­rat. Der Gas­tro­nom brach­te inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ven ein und enga­gier­te sich ins­be­son­de­re in Kul­tur- und Integrationsfragen.


Bereits wäh­rend der lau­fen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode schie­den Tama­ra Pruch­now (Grü­nes Bam­berg) und Fabi­an Dör­ner (Die PARTEI) aus dem Stadt­rat aus. Auch ihnen galt der aus­drück­li­che Dank des Oberbürgermeisters.

Mit­glie­der wäh­len Zwei­ten Bür­ger­meis­ter in den Vorstand

Jonas Glüsen­kamp an der Spit­ze von GRIBS

Bam­bergs Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp wur­de in den Vor­stand der kom­mu­nal­po­li­ti­schen Ver­ei­ni­gung der Grü­nen „GRIBS“ gewählt. In die­ser sind grü­ne und grün­na­he Kommunalpolitiker*innen aus ganz Bay­ern orga­ni­siert, um sich poli­tisch zu ver­net­zen und auszutauschen.

Vom Bür­ger­meis­ter bis zur Bezirks­rä­tin, vom Stadt­rat- bis zum Kreis­tags­mit­glied ist GRIBS ein „Think tank“ für grü­ne Visio­nen und Ideen, gleich­zei­tig Bera­tungs­stel­le für Rechts­fra­gen und Koor­di­nie­rungs­stel­le für Wei­ter­bil­dung. GRIBS (Abkür­zung für „Grü­ne und Alter­na­ti­ve in den Räten Bay­erns“) wur­de 1986 gegrün­det und hat der­zeit bay­ern­weit rund 1300 Mit­glie­der. Seit 28 Jah­ren ist Peter Gack, lang­jäh­ri­ger und über­re­gio­nal bekann­ter Stadt­rat der Bam­ber­ger Grü­nen, der Geschäfts­füh­rer von GRIBS mit Büro in Bamberg.


Ehren­amt­li­che Kommunalpolitiker*innen stär­ken und Soli­da­ri­tät festigen

Als Teil des fünf­köp­fi­gen GRIBS-Vor­stands will Jonas Glüsen­kamp, der als Bür­ger­meis­ter im Rat­haus an der Spit­ze der Refe­ra­te für Sozia­les sowie für Umwelt, Kli­ma und Mobi­li­ät steht, Sprach­rohr für Kom­mu­nal­po­li­tik in der Grü­nen Par­tei sein. „Poli­tik auf kom­mu­na­ler Ebe­ne ist nicht nur die klei­ne Poli­tik, die man so neben­bei macht“, sagt Glüsen­kamp. „Hier ent­schei­det sich ganz wesent­lich, wie Vor­schrif­ten und Geset­ze umge­setzt wer­den. Hier wird ganz kon­kret und nah an den Bürger*innen Poli­tik gestal­tet.“ Die­ser Bedeu­tung will Glüsen­kamp Gel­tung verschaffen.

Außer­dem hält er es für not­wen­dig, die ehren­amt­li­chen Kommunalpolitiker*innen zu stär­ken und ihre Soli­da­ri­tät zu fes­ti­gen: „Das poli­ti­sche Kli­ma wird rau­er, Debat­ten sind immer öfter von über­zo­ge­nen Angrif­fen und per­sön­li­cher Belei­di­gung geprägt. Nur gemein­sam kön­nen alle Demokrat*innen dem ent­ge­gen­wir­ken. Poli­ti­sches Enga­ge­ment darf nicht von einer Kul­tur des Has­ses behin­dert oder gar ver­hin­dert werden.“

Stadt­rat Bamberg

Jonas Glüsen­kamp beerbt Chris­ti­an Lan­ge als zwei­ter Bürgermeister

Nach­dem das Ergeb­nis steht, wan­dert der hüft­ho­he Apfel­baum­setz­ling auf den Sit­zungs­tisch von Jonas Glüsen­kamp. Der Grü­nen-Poli­ti­ker bekommt die Pflan­ze vom sozi­al-demo­kra­ti­schen Frak­ti­ons­spre­cher Klaus Stier­in­ger mit den Wor­ten über­ge­ben: „Damit dar­an rot-grü­ne Äpfel wach­sen können.“ 

Kein Wun­der: Über das ver­gan­ge­ne Wochen­en­de ver­han­del­ten Grü­nes Bam­berg, CSU und SPD, um eine gemein­sa­me Koope­ra­ti­on für die kom­men­den sechs Jah­re fest zu machen. 

Jonas Glüsen­kamp (links) und Andre­as Star­ke, Foto: Juli­an Megerle

Wäh­rend die Basis der Sozi­al­de­mo­kra­ten und die der Grü­nen den Dau­men nach oben streck­te, war das 200 Punk­te star­ke Papier in der Par­tei der Christ­so­zia­len nicht mit Mehr­heit gekrönt wor­den. Haus­halt, Ver­kehr, Kli­ma­schutz, Sozia­les und Digi­ta­li­sie­rung sind nur ein paar der Ober­punk­te. Bri­san­ter als der Inhalt sind die Abma­chun­gen zu den Per­so­na­li­en. Nach dem Aus­stieg der CSU wirk­ten alle Betei­lig­ten ent­spre­chend ange­spannt, bevor sich die Tages­ord­nung der Sit­zung zur Wahl des zwei­ten Bür­ger­meis­ters hin­be­weg­te. Wür­de Jonas Glüsen­kamp noch aus­rei­chend Unter­stüt­zung bekom­men? Gibt es eine spon­ta­ne Gegen­kan­di­da­tur aus dem kon­ser­va­ti­ven Lager?

Die Erleich­te­rung im Hegel­saal ist spür­bar, als klar ist, dass der grü­ne OB-Kan­di­dat im Ren­nen um das Amt des zwei­ten Bür­ger­meis­ters allein ist. Mit 33 Stim­men kann er auf eine soli­de Mehr­heit bau­en. Er wol­le nicht nur eine „Mit­mach­stadt“ son­dern auch einen „Mit­mach­stadt­rat“ mit dem Ohr an den Men­schen. CSU-Mann Chris­ti­an Lan­ge erklärt im Gespräch, dass auf eine Absa­ge der Kenia-Koali­ti­on kon­se­quen­ter­wei­se kei­ne Kan­di­da­tur auf einen Bür­ger­meis­ter­pos­ten fol­gen konn­te. Das neue Duo an Bam­bergs Spit­ze ist der­weil trotz Coro­na­kri­se opti­mis­tisch: „Wenn wir das Enga­ge­ment aus der Zivil­ge­sell­schaft nut­zen, dann hilft uns das auch aus der Kri­se“, fin­det der frisch­ge­ba­cke­ne zwei­te Bür­ger­meis­ter. Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke sieht die Chan­ce auf gute Impul­se aus der deut­lich ver­jüng­ten Stadt­rats­zu­sam­men­set­zung. Die Umset­zung des Koope­ra­ti­ons­pa­piers soll bereits anlau­fen. „Aller­dings darf man die Über­schrift des Haus­halts­vor­be­halts für alle Maß­nah­men nicht ver­ges­sen“, betont Starke.

Ein­zig Glüsen­kamps Zustän­dig­kei­ten blei­ben noch offen, denn die Ver­hand­lun­gen mit poten­zi­el­len poli­ti­schen Part­nern lau­fen noch wei­ter. Ob bis zur nächs­ten Sit­zung Ende Mai eine Koope­ra­ti­on links der Mit­te zustan­de kommt oder Grün-Rot mit wech­seln­den Mehr­hei­ten arbei­ten wird, muss sich zeigen.