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Frühjahrsbelebung

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Arbeits­markt im Mai

Leich­te Früh­jahrs­be­le­bung kein Grund zum Aufatmen

Der baye­ri­sche Arbeits­markt befin­det sich aus Sicht der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. wei­ter­hin in einer her­aus­for­dern­den Lage. So wir­ken sich neben den kon­junk­tu­rel­len Belas­tun­gen durch den Iran-Krieg vor allem die struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me nega­tiv auf die Ein­stel­lungs­be­reit­schaft der Unter­neh­men aus.

„Zwar sorgt eine leich­te Früh­jahrs­be­le­bung für einen Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit und Bay­ern behält sei­ne Posi­ti­on als Land mit der nied­rigs­ten Arbeits­lo­sen­quo­te bei. Die Lage bleibt ins­ge­samt aber ange­spannt und die Unter­neh­men sind wei­ter­hin ver­un­si­chert“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt anläss­lich der ver­öf­fent­lich­ten Arbeits­markt­zah­len für Mai durch die Regio­nal­di­rek­ti­on Bay­ern der Bun­des­agen­tur für Arbeit (hier die Zah­len des Agen­tur­be­zirks Bam­berg-Coburg).

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Frei­staat sank im Mai sai­son­be­dingt auf 4,0 Pro­zent (Vor­mo­nat: 4,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig lag sie im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat immer noch um 0,1 Pro­zent­punk­te höher. „Das letz­te Mal, dass wir in Bay­ern im Mai eine Arbeits­lo­sen­quo­te von über vier Pro­zent hat­ten, war im Jahr 2010 – kurz nach der Finanz­kri­se. Ins­ge­samt ist die abso­lu­te Zahl an Arbeits­lo­sen seit dem Früh­jahr 2022 um über 100.000 gestie­gen. Gleich­zei­tig liegt die Zahl der offe­nen Stel­len um knapp 10 Pro­zent unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Das zeigt: Die Unter­neh­men hal­ten sich mit Neu­ein­stel­lun­gen wei­ter zurück. Für eine Ent­war­nung ist es zu früh“, fasst Bros­sardt die Lage zusammen.

Laut vbw bleibt die Situa­ti­on ernst. „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch auf den Weg zu brin­gen, und ande­rer­seits an den Sozi­al­part­ner, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten. Hier ste­hen auch die Gewerk­schaf­ten beson­ders in der Pflicht“, führt Bros­sardt aus und ergänzt: „Nach einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die der vbw stel­len die Arbeits­kos­ten für rund 28 Pro­zent der Unter­neh­men das größ­te Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar, und in glei­chem Umfang stel­len sie Geschäfts­mo­del­le in Fra­ge – bei­des zusam­men erhöht den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich. Das ist bedenk­lich. Wir müs­sen mit maß­vol­ler Ent­wick­lung beim Ent­gelt entgegensteuern.“

Agen­tur für Arbeit Bamberg-Coburg

Arbeits­markt Regi­on: Früh­jahrs­be­le­bung bereits vor Ostern

Die Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg hat ihren Arbeits­markt­be­richt für März ver­öf­fent­licht. Im März zog die bereits im Febru­ar begon­ne­ne Früh­jahrs­be­le­bung in der Bam­berg-Cobur­ger Regi­on noch ein­mal deut­lich an.

Die Arbeits­lo­sig­keit in der Bam­berg-Cobur­ger Regi­on ver­rin­ger­te sich im Zuge einer Früh­jahrs­be­le­bung im März um 531 Per­so­nen (-4,2 Pro­zent) gegen­über dem Febru­ar. Das gab die Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg in einer Mit­tei­lung bekannt. Zum Monats­en­de waren im Bezirk somit 12.210 Män­ner und Frau­en arbeitslos.

Die­se Zahl hat seit dem letz­ten Jahr aller­dings um 1.396 Per­so­nen (+12,9 Pro­zent) zuge­nom­men. Ursa­che für den Anstieg sind zum über­wie­gen­den Teil die seit Juni letz­ten Jah­res von den Job­cen­tern betreu­ten geflüch­te­ten Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­nern. Ins­ge­samt sind 977 von ihnen arbeits­los gemeldet.

Auf der ande­ren Sei­te konn­ten im März 1.410 Men­schen ihre Arbeits­lo­sig­keit been­den. Ende Sep­tem­ber 2022, dem aktu­ells­ten Stich­tag der Beschäf­ti­gungs­sta­tis­tik, belief sich die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bamberg–Coburg auf 249.616. Das ist laut Arbeits­agen­tur ein his­to­ri­scher Höchststand.

Ste­fan Tre­bes, Lei­ter der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg, sag­te zur aktu­el­len Situa­ti­on am Arbeits­markt: „Der Früh­lings­be­ginn gab den sprich­wört­li­chen Start­schuss für die Früh­jahrs­be­le­bung in unse­rer gesam­ten Regi­on. Da die Arbeits­lo­sig­keit über die Win­ter­mo­na­te auf­grund der güns­ti­gen Wit­te­rungs­la­ge und der gestie­ge­nen Inan­spruch­nah­me von Sai­son­kurz­ar­beit gerin­ger anstieg als in frü­he­ren Jah­ren, fiel der Rück­gang im März dem­entspre­chend nicht so hoch aus. Auf­grund der guten Auf­trags­la­ge haben bereits vor den Oster­fei­er­ta­gen, die oft­mals noch abge­war­tet wer­den, vie­le Betrie­be ihre frei­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter wie­der zurück­ge­holt. Ich erwar­te, dass spä­tes­tens bis nach den Oster­fei­er­ta­gen die letz­ten sai­so­nal bedingt Ent­las­se­nen wie­der eine Beschäf­ti­gung auf­neh­men. In den kom­men­den Wochen wer­den zudem ers­te Ukrai­ner die Inte­gra­ti­ons- und Berufs­sprach­kur­se been­den und ste­hen dem Arbeits­markt zur Ver­fü­gung. Unse­re Job­cen­ter berei­ten sich bereits jetzt vor und bera­ten ent­spre­chend, um die Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne gut in Arbeit zu brin­gen. Momen­tan ist der Beschäf­ti­gungs­an­teil von ihnen noch gering.“

Rezes­si­on fällt aus

In den ers­ten Wochen des Jah­res sei infol­ge der Ener­gie­kri­se eine Rezes­si­on befürch­tet wor­den, so Ste­fan Tre­bes wei­ter. „Die Wirt­schaft blick­te mit Sor­ge in die Zukunft. Mitt­ler­wei­le befin­det sich die Kon­junk­tur in vie­len Berei­chen aber wie­der auf Erho­lungs­kurs. Der Stel­len­zu­gang lag in den letz­ten vier Wochen mit 1.557 Neu­mel­dun­gen ledig­lich mode­rat um 11,9 Pro­zent (-210) unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Sta­tis­tisch kom­men auf 100 gemel­de­te sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len der­zeit 130 poten­ti­el­le arbeits­lo­se Bewerber.“