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Internationaler Museumstag

Viel­fäl­ti­ges Pro­gramm beim Inter­na­tio­na­len Museumstag

Bam­berg fei­ert leben­di­ge Museumslandschaft

Am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag, der welt­weit am 18. Mai gefei­ert wur­de, stand in Bam­berg die leben­di­ge Muse­ums­land­schaft im Mit­tel­punkt. Unter dem Mot­to „Muse­en mit Freu­de ent­de­cken“ prä­sen­tier­ten die Muse­en und Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen am Sonn­tag auf dem Bam­ber­ger Dom­berg ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm, das die Bedeu­tung und Attrak­ti­vi­tät der Muse­en für die Zukunft unterstrich.

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke ließ es sich nicht neh­men, den Muse­ums­tag per­sön­lich zu eröff­nen und zugleich den neu­en Direk­tor der Muse­en der Stadt Bam­berg, Dr. Fabi­an Ludo­vico, herz­lich will­kom­men zu hei­ßen. In sei­nem Gruß­wort beton­te Star­ke, dass Muse­en „eine enorm wich­ti­ge Rol­le für eine offe­ne Gesell­schaft spie­len“ und lob­te ins­be­son­de­re die Koope­ra­ti­on der Muse­en am Dom­berg mit ihren vie­len bedeut­sa­men Kunst­schät­zen sowie das erfolg­rei­che Agie­ren des Freun­des­krei­ses der Dombergmuseen.

Dr. Fabi­an Ludo­vico beton­te zum Auf­takt: „Heu­te soll die Freu­de über eine leben­di­ge Muse­ums­land­schaft hier in Bam­berg im Vor­der­grund ste­hen. Mit den viel­fäl­ti­gen Ange­bo­ten zei­gen die betei­lig­ten Häu­ser, war­um Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger auf ihre Muse­en auch zukünf­tig nicht ver­zich­ten wol­len.“ Das breit gefä­cher­te Pro­gramm lock­te zahl­rei­che Besu­che­rin­nen und Besu­cher, dar­un­ter auch vie­le Gäs­te aus dem Aus­land, auf den Dom­berg. Füh­run­gen, Info­sta­tio­nen, Work­shops und Fami­li­en­an­ge­bo­te wur­den rege genutzt und sorg­ten für einen leben­di­gen Austausch.


Posi­ti­ve Bilanz

Die betei­lig­ten Muse­en – die Neue Resi­denz, das His­to­ri­sche Muse­um, die Staats­bi­blio­thek und das Diö­ze­san­mu­se­um – zeig­ten sich mit den Besu­cher­zah­len äußerst zufrie­den. Vera Mame­row, Vor­sit­zen­de des Freun­des­krei­ses der Muse­en am Bam­ber­ger Dom, lob­te die posi­ti­ve Bilanz: „Die Gäs­tes­truk­tur war bunt gemischt, und erfreu­li­cher­wei­se haben auch vie­le Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger den Weg in ‚ihre‘ Muse­en gefun­den. Vie­le Inter­es­sier­te haben das Pro­gramm gezielt genutzt, um mög­lichst vie­le Ein­drü­cke zu gewinnen.“

Beson­ders Fami­li­en mit Kin­dern mach­ten bei den viel­fäl­ti­gen Spiel- und Bas­te­l­an­ge­bo­ten mit. Im Diö­ze­san­mu­se­um wur­den Papier­kro­nen gebas­telt, im His­to­ri­schen Muse­um bun­te But­tons gestanzt und tex­ti­le Auf­nä­her mit dem Mot­to „Demo­kra­tie braucht Kunst“ gestal­tet. In der Staats­bi­blio­thek konn­ten jun­ge Gäs­te krea­ti­ve Lese­zei­chen anfer­ti­gen. Die hohe Ver­weil­dau­er der Besu­che­rin­nen und Besu­cher unter­strich das gro­ße Inter­es­se und die posi­ti­ve Reso­nanz auf das bunt gefä­cher­te Pro­gramm­an­ge­bot, das mit einem mit­rei­ßen­den Kon­zert im Innen­hof der Alten Hof­hal­tung sei­nen Abschluss fand.


„Die Mühe hat sich gelohnt!“

Eleo­no­ra Cagol, Kura­to­rin für Kul­tu­rel­le Bil­dung, zog ein durch­weg erfreu­li­ches Fazit: „Die Stim­mung war sehr gut, es gab vie­le inter­es­san­te Gesprä­che am Ran­de, und das lie­be­voll auf­be­rei­te­te Kin­der­an­ge­bot wur­de sehr gelobt. Die Mühe hat sich defi­ni­tiv gelohnt!“

„Der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag in Bam­berg hat erneut die Bedeu­tung der Muse­en als leben­di­ge Orte der Kul­tur, Bil­dung und Begeg­nung unter­stri­chen“, fass­te Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar den Tag zusam­men. „Das tol­le Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten sorgt dafür, dass Bam­berg eine leben­di­ge Muse­ums­stadt bleibt.“

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag auf dem Domberg

Muse­en mit Freu­de entdecken

Am 18. Mai wird der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag zum 48. Mal gefei­ert. Die­ser ver­folgt das Ziel, auf die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung der Muse­en welt­weit auf­merk­sam zu machen und Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein­zu­la­den, deren Viel­falt zu ent­de­cken. Auch die Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen rund um den Bam­ber­ger Dom betei­li­gen sich mit einem anspre­chen­den Pro­gramm für Jung und Alt am Inter­na­tio­na­len Museumstag.

„Die gan­ze Fami­lie erwar­tet ein bun­tes und abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm. Von Ein­bli­cken in inno­va­ti­ve For­schungs­an­sät­ze über Kurz­füh­run­gen durch aktu­el­le Aus­stel­lun­gen und fas­zi­nie­ren­de Bli­cke hin­ter die Kulis­sen bis hin zu krea­ti­ven Mit­mach­ak­tio­nen und akus­ti­schen High­lights“, wie Chris­tia­ne Wen­den­burg berich­tet, die Geschäfts­füh­re­rin des Freun­des­krei­ses der Muse­en um den Bam­berg Dom und Dombergkoordinatorin.

Der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag wur­de 1978 vom Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rat ICOM – Inter­na­tio­nal Coun­cil of Muse­ums – ins Leben geru­fen, um die Öffent­lich­keit auf die Viel­falt und die Bedeu­tung der Muse­en für die Gesell­schaft auf­merk­sam zu machen. Für 2025 hat der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­rat das Mot­to „The Future of Muse­ums in Rapidly Chan­ging Com­mu­ni­ties“, im Deut­schen „Die Zukunft der Muse­en in sich schnell ver­än­dern­den Gesell­schaf­ten“ aus­ge­wählt, um sich mit der Fra­ge zu befas­sen, wie Muse­en in einer von tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen gepräg­ten Welt agie­ren und ihren Bei­trag leis­ten können.


Kin­der spie­le­risch an Muse­en heranführen

Geöff­net sind rund um den Dom das Diö­ze­san­mu­se­um, das His­to­ri­sche Muse­um, die Neue Resi­denz mit ihren Prunk­räu­men und der Staats­ga­le­rie sowie die Staats­bi­blio­thek Bam­berg.
Alle Ein­trit­te und Pro­gramm­an­ge­bo­te sind am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag kostenlos!

An sehr gute Reso­nanz beim Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag im ver­gan­ge­nen Jahr erin­nert sich Frau Wen­den­burg, die Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen konn­ten an die Besuchs­zah­len in Vor-Coro­na-Zei­ten anknüp­fen. „Vie­le der Muse­ums­tag-Gäs­te haben auch betont, in Zukunft öfter oder sogar regel­mä­ßig Muse­en und Aus­stel­lun­gen besu­chen zu wollen.“

Grund­sätz­lich sei das Ver­hält­nis Bam­ber­ger zu Tou­ris­ten bei den Besu­chen­den aus­ge­wo­gen, auch was die Alters­struk­tur betrifft, sei­en grund­sätz­lich alle Alters­grup­pen ver­tre­ten.
Dem­zu­fol­ge wird auch das Ange­bot am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag so aus­ge­rich­tet, dass für die gesam­te Fami­lie ein inter­es­san­tes Pro­gramm gebo­ten ist. Die Vor­be­rei­tun­gen lau­fen seit Jah­res­be­ginn und Frau Wen­den­burg freut sich auch schon auf die inter­es­san­ten Gesprä­che mit den Besu­che­rin­nen und Besu­chern. „Die Füh­run­gen in den ein­zel­nen Häu­sern und die Info­stän­de sind für Erwach­se­ne oder inter­es­sier­te Jugend­li­che kon­zi­piert, für die Jün­ge­ren bie­ten die Ver­ant­wort­li­chen Mit­mach­sta­tio­nen, Rät­sel­bö­gen sowie Bas­tel- und Krea­tiv­work­shops an.“
Eltern oder Groß­el­tern, die ihre Kin­der bezie­hungs­wei­se Enkel­kin­der an die­sem Tag erst­mals an die The­ma­tik Muse­en her­an­füh­ren möch­ten, emp­fiehlt Frau Wen­den­burg, sich dabei nicht zu viel Pro­gramm vor­zu­neh­men, son­dern auf die Bedürf­nis­se und Wün­sche der Kin­der ein­zu­ge­hen. „Viel­leicht auch mal zwi­schen­durch eine Pau­se machen und etwas essen, auch dafür ist hier gesorgt“, rät die Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin. „Der Muse­ums­be­such soll schließ­lich Spaß machen und ent­spre­chend in Erin­ne­rung bleiben.“

Für die Jüngs­ten wird es in allen Häu­sern Mit­mach­sta­tio­nen geben. „Bas­tel- und Krea­tiv­an­ge­bo­te wer­den bes­tens ange­nom­men und man sieht wäh­rend des Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tags auf dem Dom­berg vie­le Kin­der, die stolz ihre “Krea­tio­nen” aus den Work­shops in den Hän­den und/​oder gebas­tel­te Kro­nen auf dem Kopf tra­gen. Die­se nie­der­schwel­li­gen Ange­bo­te sol­len Spaß machen und die­nen nicht zuletzt auch dazu, eine viel­leicht teil­wei­se noch vor­han­de­ne Scheu vor der Insti­tu­ti­on Muse­um zu neh­men“, berich­tet Frau Wen­den­burg. Im Zuge des Muse­ums­ta­ges kön­nen Inter­es­sier­te auch Ein­bli­cke in die Arbei­ten im Hin­ter­grund erhal­ten, die für Aus­stel­lun­gen und ins­ge­samt das Gelin­gen der Muse­en von­nö­ten sind. 

Die Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on “RE-CALL“ ist im His­to­ri­schen Muse­um zu sehen, Col­la­ge: Simo­na Sac­coc­cia, Foto: Muse­en der Stadt Bamberg

Die­se gibt es in der Staats­bi­blio­thek und an Info­sta­tio­nen des Kom­pe­tenz­zen­trums für Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Denk­mal­tech­no­lo­gien (KDWT) im Diö­ze­san­mu­se­um, in der Aus­stel­lung RE-CALL des His­to­ri­schen Muse­ums gewäh­ren die anwe­sen­den Künstler*innen Ein­bli­cke in die Muse­ums­ar­beit hin­ter den Kulissen.

Jede Kul­tur­in­sti­tu­ti­on hat mit ihrem Team ein­zel­ne Pro­gramm­punk­te für den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag erar­bei­tet. Im His­to­ri­schen Muse­um ist dabei zum Bei­spiel Frau Eleo­no­ra Cagol feder­füh­rend, da sie in die­sem Muse­um die Kura­to­rin für die Kul­tu­rel­le Bil­dung ist. Ein­ge­bun­den sind immer auch die Muse­ums­lei­tung, die Ver­wal­tung und nicht zu ver­ges­sen die Mit­ar­bei­ten­den der Werk­statt, die zum Bei­spiel zusätz­li­che Stell­wän­de und Tische für Info­stän­de bereit­stel­len. „Für die Muse­ums­auf­sich­ten ist der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag eben­falls ein beson­de­rer Tag – zum einen, weil das Besu­cher­auf­kom­men an sich viel höher ist als an ande­ren Tagen, zum ande­ren, weil mehr Besucher*innen ohne Muse­ums­er­fah­rung kom­men, die auf bestimm­te Regeln hin­ge­wie­sen wer­den müs­sen“, weiß Frau Wen­den­burg. „Außer­dem sind die Auf­sich­ten Anlauf­stel­le für vie­le Fra­gen, sei es die nach der nächs­ten Füh­rung oder die nach einem bestimm­ten Kunstwerk.“


Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on „RE-CALL“ im His­to­ri­schen Museum

Die erwähn­te Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on “RE-CALL“ im His­to­ri­schen Muse­um ist eine Koope­ra­ti­on der Muse­en der Stadt Bam­berg, des “Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom“ sowie der Ver­ei­ne “Freund statt Fremd“ und “Open­art“. 

Jugend­li­che und Erwach­se­ne kön­nen am Muse­ums­tag die inter­es­san­te Erfah­rung machen, mit jun­gen Künst­le­rin­nen und Künst­lern ins Gespräch zu kom­men. Sechs Kunst­schaf­fen­de aus fünf unter­schied­li­chen Her­kunfts­län­dern haben Kunst­wer­ke aus den Aus­stel­lun­gen des His­to­ri­schen Muse­ums aus­ge­wählt, sich mit den his­to­ri­schen Wer­ken aus­ein­an­der­ge­setzt und dar­auf mit eige­nen künst­le­ri­schen Arbei­ten reagiert. Bei­de, his­to­ri­sche und zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke, wer­den im His­to­ri­schen Muse­um gemein­sam prä­sen­tiert. Zu sehen sind Male­rei, Gra­fik, Zeich­nung, Tex­til­kunst und Skulp­tur. Am Muse­ums­tag sind Donatel­lo Gior­gi (Ita­li­en), Evge­nia Mek­ho­va (Russ­land), Giu­sep­pe Peter­li­ni (Ita­li­en), Judith Sie­ders­ber­ger (Deutsch­land), Simo­na Sac­coc­cia (Ita­li­en), Zara Degan (Iran) vor Ort anwe­send und geben Aus­kunft zu ihren Werken.

Die ers­te Idee zu “RE-CALL“ ent­stand bei einem Tref­fen zwi­schen den Künst­le­rin­nen und Künst­lern der Grup­pe Open­Art, der Kura­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg Eleo­no­ra Cagol und der Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin. „Die ursprüng­li­che Idee war, eine Son­der­aus­stel­lung in der Vil­la Des­sau­er mit zeit­ge­nös­si­schen Kunst­wer­ken und Wer­ken aus dem Muse­ums­de­pot zu orga­ni­sie­ren, aber wir haben uns schnell ent­schlos­sen, in das His­to­ri­sche Muse­um umzu­zie­hen und einen Dia­log zwi­schen his­to­ri­schen und neu­en Kunst­wer­ken zu schaf­fen“, berich­tet Eleo­no­ra Cagol.

Die Inter­ven­ti­on hat zum Ziel, Raum für Dis­kur­se zur Gestal­tung einer demo­kra­ti­schen, par­ti­zi­pa­ti­ven und inklu­si­ven Gesell­schaft zu schaf­fen. „Daher war wich­tig, den Künst­le­rin­nen und Künst­lern so viel Frei­heit wie mög­lich zu las­sen: Nach­dem wir uns auf das The­ma des Dia­logs zwi­schen Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart geei­nigt hat­ten, konn­ten sie das Werk bezie­hungs­wei­se die Wer­ke aus­wäh­len, mit dem bezie­hungs­wei­se denen sie in den Dia­log tre­ten woll­ten.“ Auch die Tech­ni­ken und The­men der neu­en Wer­ke, die für die Inter­ven­ti­on geschaf­fen wur­den, wur­den von den Künst­le­rin­nen und Künst­lern selbst gewählt.

Alle Künst­le­rin­nen und Künst­ler leben und arbei­ten in oder bei Bam­berg. Die Idee der Ver­ant­wort­li­chen war es, den hier leben­den Künst­le­rin­nen und Künst­lern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund einen Dia­log mit den Wer­ken in den Samm­lun­gen der Stadt zu ermög­li­chen und ihre Visi­on zu präsentieren.

Und gera­de weil ein par­ti­zi­pa­ti­ves Pro­jekt geschaf­fen wer­den soll­te, sind die Kunst­schaf­fen­den auch in das Rah­men­pro­gramm der Inter­ven­ti­on ein­ge­bun­den, zum Bei­spiel beim Muse­ums­tag. Nicht nur die Inter­ven­ti­on, son­dern das gesam­te Rah­men- und Bil­dungs­pro­gramm, greift aktu­el­le The­men wie Migra­ti­on, LGBTQIA+, Kli­ma­kri­se und Inklu­si­on auf. „Als Orte des Aus­tauschs, des Dia­logs, der Kon­tro­ver­se und der Iden­ti­tät haben Muse­en gera­de in Kri­sen­zei­ten eine hohe gesell­schaft­li­che Bedeu­tung. Die Muse­en der Stadt Bam­berg set­zen sich ein für Welt­of­fen­heit, für einen respekt­vol­len und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Umgang mit­ein­an­der, für kon­se­quen­te Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen in allen Dimen­sio­nen der Viel­falt“, betont Frau Cagol und knüpft an das dies­jäh­ri­ge Mot­to des Muse­ums­tags „Die Zukunft der Muse­en in sich schnell ver­än­dern­den Gesell­schaf­ten“ an.

Gedrech­sel­ter Pokal aus dem 18. Jahr­hun­dert, Foto: Klaus Tenschert

Am Muse­ums­tag wer­den zwei der Künst­le­rin­nen einen Work­shop zum The­ma “Demo­kra­tie braucht Kunst” durch­füh­ren, ande­re Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie die Kura­to­rin wer­den in den Räu­men der Inter­ven­ti­on anwe­send sein, um mit dem Publi­kum ins Gespräch zu kom­men, und der Muse­ums­tag wird mit einem von der Grup­pe orga­ni­sier­ten Kon­zert enden.


Samm­lung des His­to­ri­schen Ver­eins Bam­berg:
Aktu­el­les The­ma „Zunft und Handwerk“

Im His­to­ri­schen Muse­um, das am Muse­um­tag von 10 bis 17 Uhr geöff­net hat, wird es in die­sem Zeit­raum außer­dem Kurz­füh­run­gen von etwa 20 bis 30 Minu­ten Dau­er in drei Aus­stel­lun­gen geben. Die Aus­stel­lung „Eine neue Zeit bricht an. Bam­bergs Bür­ger­tum zwi­schen Roman­tik und Grün­der­zeit“ erzählt vom Enga­ge­ment der Bam­ber­ger Bür­ger­schaft für das Wohl­erge­hen ihrer Stadt, von neu­en Ideen und dem Wan­del des Geschmacks in der Kunst. Por­träts zei­gen bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten aus dem Bam­ber­ger Bür­ger­tum. Von über­re­gio­na­ler Bedeu­tung sind die Zeug­nis­se aus dem Schmidt’schen Por­zel­lan­mal­in­sti­tut in Bamberg.

Der His­to­ri­sche Ver­ein besitzt unter ande­rem eine gro­ße Samm­lung kunst- und kul­tur­ge­schicht­li­cher Objek­te. Beson­ders wäh­rend der ers­ten 40 Jah­re der Ver­eins­ge­schich­te gin­gen zahl­rei­che Schen­kun­gen vor allem aus dem begü­ter­ten Kreis der Bevöl­ke­rung ein: prä­his­to­ri­sche Fun­de, Mün­zen und Medail­len, Hand­schrif­ten und Bücher, Gra­fi­ken, Gemäl­de und Kunst­ge­gen­stän­de. In sei­ner Stu­dio­aus­stel­lung „Der His­to­ri­sche Ver­ein Bam­berg und sei­ne Samm­lung“ im His­to­ri­schen Muse­um stellt der His­to­ri­sche Ver­ein Bam­berg High­lights die­ser umfang­rei­chen Samm­lun­gen aus.
Das dies­jäh­ri­ge The­ma der Stu­dio­aus­stel­lung lau­tet „Zunft und Hand­werk“. Seit dem Mit­tel­al­ter schlos­sen sich selb­stän­di­ge Hand­wer­ker und Gewer­be­trei­ben­de in eine meist berufs­spe­zi­fi­sche Inter­es­sens­ge­mein­schaft zusam­men, die mit ver­bind­li­chen Regeln und Geset­zen den Umgang inner­halb der soge­nann­ten Zunft regel­ten. Erst mit der Ein­füh­rung der aka­de­mi­schen Aus­bil­dun­gen bei künst­le­ri­schen Beru­fen und spä­ter der Gewer­be­frei­heit im 19. Jahr­hun­dert wur­de das stren­ge Zunft­we­sen schließ­lich auf­ge­ge­ben. In den Samm­lun­gen des His­to­ri­schen Ver­eins sind zahl­rei­che Zeug­nis­se mit Bezug zu unter­schied­li­chen Zünf­ten erhal­ten. Im All­ge­mein sind hier­zu nur die reprä­sen­ta­ti­ven und daher begehr­ten Zunft­la­den bekannt. In der dies­jäh­ri­gen Stu­dio­aus­stel­lung wer­den Expo­na­te gezeigt, die zum Teil zu den Inhal­ten der Zunft­la­den zäh­len könn­ten, aber iso­liert zu die­sen Bezug unbe­kannt und fast ver­ges­sen erschei­nen dürften.

Die Aus­stel­lung „Jüdi­sches in Bam­berg“ zeigt Spu­ren auf, die seit dem Mit­tel­al­ter in Fran­ken leben­de Jüdin­nen und Juden hin­ter­las­sen haben. Anhand his­to­ri­scher Quel­len, zahl­rei­cher Kunst- und All­tags­ge­gen­stän­de und von Zeit­zeu­gen­be­rich­ten berich­tet die Aus­stel­lung von der wech­sel­vol­len Geschich­te, dem Ende und Neu­be­ginn jüdi­schen Lebens in Bamberg.


Ein­bli­cke in For­schungs­in­itia­ti­ven am Diözesanmuseum

Im Diö­ze­san­mu­se­um kann man am Muse­ums­tag von 13 bis 17 Uhr in die Welt der For­schung anhand von Tex­ti­li­en, Gemäl­den, und Stein­skulp­tu­ren ein­tau­chen. Das Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg und das Kom­pe­tenz­zen­trum für Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Denk­mal­tech­no­lo­gien (KDWT) bie­ten span­nen­de Ein­bli­cke in ihre gemein­sa­men Pro­jek­te. An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen im Muse­um kön­nen Besu­cher die Koope­ra­ti­on die­ser Insti­tu­tio­nen ent­de­cken und mehr über ihre For­schungs­in­itia­ti­ven erfahren.

Die For­schung an Tex­ti­li­en wird am Bei­spiel der Kai­ser­ge­wän­der sicht­bar gemacht. Die Kai­ser­ge­wän­der aus dem ers­ten Vier­tel des 11. Jahr­hun­derts zäh­len zu den ältes­ten erhal­te­nen Gewän­dern euro­päi­scher Herr­scher. Hier kön­nen Inter­es­sier­te erfah­ren, wie moderns­te For­schungs­me­tho­den – wie zum Bei­spiel Licht- und Faser­mi­kro­sko­pie sowie ana­ly­ti­sche Ras­ter­elek­tro­nen­mi­kro­sko­pie mit ener­gie­di­sper­si­ver Spek­tral­ana­ly­se – neue Ein­bli­cke in die Her­stel­lung und Erhal­tung die­ser his­to­ri­schen Schät­ze ermöglichen.

Im Diö­ze­san­mu­se­um bie­tet das KDWT Ein­bli­cke in die For­schung an Stein­skulp­tu­ren. Foto: KDWT

Die For­schung an Tafel­ge­mäl­den kom­bi­niert ver­schie­de­ne kunst­tech­no­lo­gi­sche, natur­wis­sen­schaft­li­che und kon­ser­va­to­ri­sche Metho­den, um wert­vol­le Ein­bli­cke in die Ent­ste­hung, Ver­än­de­run­gen und den Zustand von Tafel­ge­mäl­den zu gewin­nen. Mit­tels Infra­rot­re­flek­to­gra­fie kön­nen zum Bei­spiel ver­bor­ge­ne Unter­zeich­nun­gen durch Infra­rot­strah­lung sicht­bar gemacht werden.

Die Unter­su­chung von Stein­ober­flä­chen mit­tel­al­ter­li­cher Bau­plas­tik eröff­net Ein­bli­cke in die Geschich­te und Ent­wick­lung die­ser Kunst­wer­ke. Durch den Ein­satz moder­ner, zer­stö­rungs­frei­er High­tech-Metho­den kön­nen For­schen­de wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über die Ent­ste­hung, Ver­än­de­run­gen und den Zustand der Skulp­tu­ren gewinnen.

Außer­dem kann die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung “2x Pom­mern und zurück – Hei­li­ger Otto von Bam­berg” besucht wer­den, die einen Ein­blick in das Leben und Wir­ken von Bischof Otto bie­tet.
Auf­hän­ger für die Aus­stel­lung ist die 900. Wie­der­kehr der ers­ten Mis­si­ons­rei­se Ottos in den Jah­ren 1124 bis 1125 nach Pom­mern, 1128 erfolg­te die zwei­te. Die Rei­sen des ein­zi­gen hei­lig­ge­spro­che­nen Bam­ber­ger Bischofs Otto ver­än­der­ten nicht nur die reli­giö­se Land­schaft, son­dern beein­fluss­ten auch die poli­ti­schen Macht­ver­hält­nis­se in Pom­mern. Die­se Aus­stel­lung lädt ein, den span­nen­den Lebens­weg des Bischofs zu ent­de­cken, der vor 900 Jah­ren zu Fuß, zu Pferd und mit dem Schiff mit dem Ziel der Chris­tia­ni­sie­rung an die Küs­ten Pom­merns reis­te.
Beein­dru­cken­de Leih­ga­ben des Pol­ni­schen Natio­nal­mu­se­ums in Stet­tin geben einen fas­zi­nie­ren­den Ein­blick in das Leben der Bevöl­ke­rung und die dama­li­ge Kul­tur. Doch auch in Bam­berg selbst hin­ter­ließ Otto blei­ben­de Spu­ren: Vom Reli­qui­en­kult bis zu Kunst­wer­ken und Kir­chen­aus­stat­tun­gen zeigt die Aus­stel­lung, wie sein Wir­ken bis heu­te nachhallt.

Auch Biblio­phi­le kom­men am Muse­ums­tag auf ihre Kos­ten: Im Diö­ze­san­mu­se­um fin­det ein Dublet­ten­ver­kauf der Biblio­thek des Metro­po­li­tan­ka­pi­tels statt. Durch Geschen­ke und Nach­läs­se kom­men immer wie­der Bücher in die­se Biblio­thek, die hier schon vor­han­den sind. Die­se Bücher sind je nach Inter­es­sens­ge­biet des Nach­las­sen­den oder Schen­ken­den aus ganz ver­schie­de­nen Sach­ge­bie­ten, mit einem Schwer­punkt auf Kunst, Reli­gi­on und Regio­nal­li­te­ra­tur. Sie sind durch­wegs sehr gut erhal­ten und es wert einen neu­en Besit­zer zu finden.


Freun­des­kreis bie­tet ideell und mate­ri­ell Unter­stüt­zung der Muse­en am Domberg

Wie an den Info­sta­tio­nen des KDWT im Diö­ze­san­mu­se­um wird es auch in der Staats­bi­blio­thek Ein­bli­cke in die Muse­ums­ar­beit hin­ter den Kulis­sen geben. „Ein inter­es­san­tes und span­nen­des Ange­bot sind sicher die Werk­statt­ge­sprä­che zur Buch­re­stau­rie­rung mit Jes­si­ca Leit­ner“, ist Chris­tia­ne Wen­den­burg über­zeugt. Denn die Buch­re­stau­ra­to­rin prä­sen­tiert nicht nur Buch­ein­bän­de und alte Hef­tun­gen aus­ge­wähl­ter Bei­spie­le aus den Samm­lun­gen der Biblio­thek, son­dern erläu­tert auch, wel­che Arbei­ten anste­hen, bevor wert­vol­le Bücher als Leih­ga­ben außer Haus gehen.

Die Staats­bi­blio­thek Bam­berg in der Neu­en Resi­denz öff­net von 11 bis 15 Uhr ihre Türen und ab Beginn bis um 14.15 Uhr gibt es im drei­vier­tel­stün­di­gen Tur­nus halb­stün­di­ge Werk­statt­ge­sprä­che.
Wei­ter­hin las­sen Füh­run­gen durch die einst fürst­bi­schöf­li­chen Schau­räu­me mit his­to­ri­schem Inven­tar und Bücher­be­stän­den aus dem Zeit­raum vom 16. bis zum 19. Jahr­hun­dert in die Geschich­te der Neu­en Resi­denz und der Staats­bi­blio­thek ein­tau­chen. Biblio­theks­di­rek­to­rin Prof. Dr. Bet­ti­na Wag­ner per­sön­lich führt durch die Aus­stel­lung “Schö­ner Schein“.
Die­se zeigt Fak­si­mi­le-Aus­ga­ben eini­ger berühm­ter Hand­schrif­ten, dar­un­ter mit­tel­al­ter­li­che Pracht­co­di­ces, eines der ältes­ten Bücher, das in Bam­berg erschien, und ein erschüt­tern­des Doku­ment aus der Zeit der Hexen­ver­fol­gung.
Im Lese­saal wer­den aus­ge­wähl­te Zeich­nun­gen aus der 80.000 Blät­ter umfas­sen­den Gra­fik­samm­lung der Staats­bi­blio­thek prä­sen­tiert und fach­kun­dig erläutert.

Kin­der haben in der Bas­tel­werk­statt die Mög­lich­keit, sich Lese­zei­chen aus schö­nen Papie­ren zu bas­teln. Unter pro­fes­sio­nel­ler Anlei­tung kön­nen lus­ti­ge Ecken­mons­ter gestal­tet oder Lese­zei­chen in Ori­ga­mi­tech­nik gefal­tet wer­den – um künf­tig nie wie­der zu ver­ges­sen, auf wel­cher Sei­te man am Tag zuvor sein Buch zuge­klappt hat.

Die Neue Resi­denz mit Prunk­räu­men und Staats­ga­le­rie hat von 9 bis 18 Uhr geöff­net und bie­tet Füh­run­gen durch das Fürst­bi­schöf­li­che Appar­te­ment im Halbstundentakt.

Auch der Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom wird sich vor Ort mit einem Info­stand prä­sen­tie­ren.
Der Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom ist ein gemein­nüt­zi­ger Ver­ein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Muse­en auf dem Dom­berg zu beglei­ten und ihre Arbeit ideell, aber auch mate­ri­ell zu unter­stüt­zen. „Der Ver­ein ver­steht sich als Bin­de­glied zwi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und den jewei­li­gen Muse­en“, erläu­tert die 1. Vor­sit­zen­de des Ver­eins und Kunst­his­to­ri­ke­rin Vera Mamerow.

Die Staats­bi­blio­thek prä­sen­tiert Fak­si­mi­le-Aus­ga­ben berühm­ter mit­tel­al­ter­li­cher Hand­schrif­ten. Foto: Staats­bi­blio­thek Bam­berg, Gerald Raab

„Sei­ne Mit­glie­der­schaft ist sehr viel­fäl­tig und von bekann­ten Bam­ber­ger Fir­men bis zu Per­sön­lich­kei­ten des öffent­li­chen Lebens der Stadt spre­chen wir alle an, denen die Kul­tur unse­rer Welt­erbe­stadt und deren ein­zig­ar­ti­ge Muse­ums­land­schaft am Her­zen lie­gen.“ Nach einer Neu­auf­stel­lung des Vor­stands im Dezem­ber 2024 mit der neu­en Vor­sit­zen­den Vera Mame­row und der Stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den Dr. Bir­git Kast­ner möch­te der Ver­ein den Fokus wie­der mehr auf die kul­tu­rel­le Bil­dung und Ver­an­stal­tun­gen zur Öff­nung der Muse­en in die Stadt­ge­sell­schaft legen. Daher ist der kom­men­de Muse­ums­tag eine Chan­ce für den Ver­ein, um für enga­gier­te Part­ner zu wer­ben. „Um das Ange­bot an kul­tu­rel­ler Bil­dung in den Muse­en und somit die Par­ti­zi­pa­ti­on beson­ders jun­ger Muse­ums­be­su­che­rin­nen und ‑besu­cher zu beför­dern, braucht es finan­zi­el­le Unter­stüt­zung, die der Ver­ein durch das Ein­wer­ben von Spen­den ger­ne ergänzt“, bekräf­tigt Eleo­no­ra Cagol, Mit­glied des Vor­stands und Mit­ar­bei­te­rin des His­to­ri­schen Museums.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm­ab­lauf sind auf der Home­page zu finden.

Muse­en, Nach­hal­tig­keit und Wohlbefinden

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag 2023 am 21. Mai

Am 21. Mai öff­nen Muse­en welt­weit zum 46. Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag ihre Türen beson­ders weit und machen mit Son­der­aus­stel­lun­gen, Spe­zi­al­füh­run­gen und Rah­men­pro­gram­men auf ihre Bestän­de auf­merk­sam. Mit Staats­bi­blio­thek, His­to­ri­schem Muse­um, Diö­ze­san­mu­se­um und Neu­er Resi­denz betei­li­gen sich auch die Muse­en am Bam­ber­ger Dom­berg.

Seit fast 50 Jah­ren ruft der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­rat den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag aus, inklu­si­ve Mot­to. Die­ses Jahr lau­tet der Leit­spruch „Muse­en, Nach­hal­tig­keit und Wohl­be­fin­den“. „Das Mot­to wur­de aus­ge­wählt“, sagt Chris­tia­ne Wen­den­burg, Koor­di­na­to­rin der Muse­en am Dom­berg, „weil Kul­tur­ein­rich­tun­gen und Muse­en durch Akti­vi­tä­ten wie kul­tu­rel­le Bil­dung, Aus­stel­lun­gen, Öffent­lich­keits­ar­beit und For­schung einen Bei­trag zum Wohl­be­fin­den und zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung der Gesell­schaft leisten.“

Als Bei­spiel nennt sie die Aus­stel­lung „Lie­be oder Last?! Bau­stel­le Denk­mal“, mit der sich das His­to­ri­sche Muse­um am Muse­ums­tag betei­ligt. „Die Schau zum Denk­mal­schutz macht deut­lich, dass der Erhalt von Denk­mä­lern durch die Ver­wen­dung natür­li­cher, regio­na­ler und bestän­di­ger Mate­ria­li­en nicht nur Res­sour­cen schont, son­dern auch die Umwelt schützt. Hin­zu kommt, dass his­to­ri­sche Gebäu­de über Gene­ra­tio­nen hin­weg genutzt wer­den. Erhalt statt Neu­bau wirkt also dem Ver­brauch und der Ver­sie­ge­lung wei­te­rer Grün­flä­chen entgegen.“

Auch die Muse­en selbst ver­spre­chen sich einen Nut­zen des Tages. Mit kos­ten­lo­sen Son­der­füh­run­gen, Werk­statt­ge­sprä­chen, Mit­mach-Ange­bo­ten, Bli­cken hin­ter die Kulis­sen und Kin­der­pro­gramm ver­su­chen sie, einen Ein­blick in ihre Arbeit zu ver­mit­teln und ver­mehrt Publi­kum anzu­zie­hen. „Wir möch­ten mit unse­ren Ange­bo­ten eine bunt gemisch­te Gäs­tes­truk­tur errei­chen: Tou­ris­ten und Besu­che­rin­nen und Besu­cher aus dem Aus­land, aber auch Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger, die ihren Muse­en mal wie­der einen Besuch abstat­ten möch­ten. Und auch die­je­ni­gen, die Muse­en für eine ver­staub­te Ein­rich­tung hal­ten oder die eine gewis­se Schwel­len­angst vor dem Besuch eines Muse­ums haben, hof­fen wir am Muse­ums­tag emp­fan­gen zu können.“

His­to­ri­sches Muse­um: Aus­stel­lung zum Denkmalschutz

Eine Mög­lich­keit dazu bie­tet die bereits erwähn­te Aus­stel­lung „Lie­be oder Last?! – Bau­stel­le Denk­mal“ im His­to­ri­schen Muse­um. Die preis­ge­krön­te Wan­der­aus­stel­lung der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz wirft noch bis 29. Okto­ber den Blick auf das kon­tro­ver­se The­ma des Denkmalschutzes.

„In der Öffent­lich­keit wird der Denk­mal­schutz meis­tens in einem Span­nungs­feld zwi­schen „wun­der­bar, dass ein his­to­ri­sches Gebäu­de erhal­ten wird“ und „zu auf­wän­dig und rück­wärts­ge­wandt“ dar­ge­stellt“, sagt Eva Mast­hoff von der Stif­tung und ver­ant­wort­lich für die Kon­zep­ti­on der Aus­stel­lung. „Der Auf­trag der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz besteht ent­spre­chend nicht nur im Denk­mal­schutz, son­dern auch in der Bewusst­seins­bil­dung für den Sinn des Denk­mal­schut­zes. Denn es gibt vie­le Irr­tü­mer in der Denk­mal­pfle­ge, die uns immer wie­der begeg­nen. Bei­spie­le sind: Er sei zu teu­er, ein Denk­mal kön­ne nicht abge­ris­sen oder bau­lich ver­än­dert wer­den oder Deutsch­land sei denk­mal­reich. Dabei sind nur drei Pro­zent der lan­des­wei­ten Bau­sub­stanz denk­mal­ge­schützt – das ist ver­schwin­dend gering und wird jeden Tag gerin­ger. Umso kost­ba­rer ist der Schatz denk­mal­ge­schütz­ter Bau­ten. Dar­um wol­len wir in der Aus­stel­lung zei­gen, wie Denk­mal­schutz geht, wie wir ihn betrei­ben und wo man sich Hil­fe holen kann, soll­te man in Besitz von zum Bei­spiel einem geschütz­ten Haus sein.“

Sechs inter­ak­ti­ve Sta­tio­nen, optisch ver­bun­den und zusam­men­ge­hal­ten durch Bau­ge­rüs­te, beleuch­ten mul­ti­me­di­al den Denk­mal­schutz unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten. Wel­che Bau­sub­stanz kommt infra­ge? War­um ist es wich­tig, sie zu erhal­ten? Wel­che künst­le­risch-hand­werk­li­chen Leis­tun­gen ste­cken in his­to­ri­schen Bau­wer­ken? Wel­che För­der­mög­lich­kei­ten gibt es? Wel­chen Vor­ur­tei­len und wel­chen Gefah­ren sind geschütz­te Gebäu­de ausgesetzt?

Zu letz­te­rem kann Schäd­lings­be­fall gehö­ren oder sau­rer Regen, aber: „Die größ­te Gefahr geht ganz klar von mensch­li­chen Ein­flüs­sen aus, zum Bei­spiel von Bau­vor­ha­ben. Gegen Umwelt­ein­flüs­se kann man Maß­nah­men tref­fen, gegen mensch­li­che Ent­schei­dun­gen nicht“, sagt Eva Masthoff.

Und die Aus­stel­lung beant­wor­tet die Fra­ge nach der titel­ge­ben­den Lie­be und der Last des Denk­mal­schut­zes. „Die Lie­be ist das, was man mit Denk­mal­schutz erhält, also Geschich­te, Iden­ti­fi­ka­ti­on und Hei­mat und häu­fig auch künst­le­ri­sche Meis­ter­leis­tun­gen. Es gibt einen Satz des Grün­ders der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz: Denk­mal­schutz ist unser Dank an die Ver­gan­gen­heit, unse­re Freu­de an der Gegen­wart und unser Geschenk an die Zukunft. Anders gesagt: Um in der Zukunft rich­tig agie­ren und gestal­ten zu kön­nen, muss man die Wur­zeln ver­ste­hen. Die Last mag manch einer im Auf­wand des Denk­mal­schut­zes sehen, also dass es beson­de­rer Maß­nah­men und Exper­ti­sen bedarf.“

Eine Stadt wie Bam­berg, deren Alt­stadt zu gro­ßen Tei­len denk­mal­ge­schützt ist, scheint unter­des­sen gera­de­zu prä­de­sti­niert für die Aus­stel­lung. „Ja, uns ist es wich­tig, nicht nur zu zei­gen, wie Denk­mal­schutz funk­tio­niert, son­dern auch, wel­che denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de es am jewei­li­gen Aus­stel­lungs­ort gibt. In Bam­berg hat die Aus­stel­lung in der Alten Hof­hal­tung einen wun­der­ba­ren sol­chen Ort, die selbst ein Denk­mal ist. Bam­berg lebt von sei­nen Denk­ma­len – sie sind auch ein Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­fak­tor. Und Denk­ma­le in Bam­berg und Umge­bung wer­den in einer eige­nen Sta­ti­on der Aus­stel­lung thematisiert.“

Staats­bi­blio­thek: Pest und Cholera

Ein ganz ande­res Kapi­tel Bam­ber­ger Stadt­ge­schich­te schlägt zum Muse­ums­tag die Aus­stel­lung „Pest und Cho­le­ra“ auf, die kos­ten­frei noch bis 15. Juli in der Staats­bi­blio­thek zu sehen ist.

Immer wie­der such­ten anste­cken­de Krank­hei­ten, die sich zu Seu­chen aus­brei­te­ten, die Stadt heim. Die Aus­stel­lung wid­met sich dem Zeit­raum zwi­schen dem spä­ten Mit­tel­al­ter des 15. und dem frü­hen 19. Jahr­hun­dert, ins­be­son­de­re unter den teil­wei­se aben­teu­er­li­chen Gesichts­punk­ten der Art und Wei­se, wie ver­sucht wur­de, die jewei­li­ge Seu­che zu bekämpfen.

„Wir zei­gen etwa 40 Objek­te“, sagt Kura­tor und Bam­ber­ger Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor Prof. Dr. Mark Häber­lein, „die Aspek­te der Seu­chen- und Medi­zin­ge­schich­te ver­deut­li­chen und gehen auch auf die Rol­le frü­he­rer Insti­tu­tio­nen wie Pest- und Sie­chen­häu­ser ein oder auf die Bedeu­tung von Heil­be­ru­fen, die man aus heu­ti­ger Sicht eher als rand­stän­dig oder eso­te­risch bezeich­nen würde.“

Bei die­sen 40 Objek­ten han­delt es sich um Zeich­nun­gen und Sti­che, und da die Aus­stel­lung in der Staats­bi­blio­thek statt­fin­det, auch Hand­schrif­ten oder Dru­cke. „Dazu gehö­ren Seu­chen­ord­nun­gen oder Erlas­se zur Bekämp­fung von Krank­hei­ten oder Rat­ge­ber­li­te­ra­tur, wie man sich im Fall einer Seu­che ver­hal­ten soll­te. Die­se gibt es sogar schon seit den Anfän­gen des Buch­drucks im 15. Jahrhundert.“

Nötig scheint der­ar­ti­ger Lese­stoff gewe­sen zu sein. Nicht nur brach immer wie­der die Pest aus, auch ande­re poten­zi­ell töd­li­che und in vor­mo­der­nen Zei­ten unheil­ba­re Krank­hei­ten wie Cho­le­ra oder die Pocken muss­te man fürch­ten. „Im 16. Jahr­hun­dert gras­sier­te alle zehn bis 20 Jah­re eine anste­cken­de Seu­che in Bam­berg. In der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zwi­schen 1618 und 1648 hat sich Bam­bergs Bevöl­ke­rung sogar etwa hal­biert. Das lag zum Groß­teil aber nicht an Kriegseinwirkungen.“

Die Medi­zin stand sol­chen Ent­wick­lun­gen meist hilf­los gegen­über. „Es gab drei grund­sätz­li­che Erklä­run­gen für Seu­chen. Die ers­te, die sich eigent­lich bis ins 19. Jahr­hun­dert hielt, bestand dar­in, sie als Stra­fe Got­tes anzu­se­hen. Selbst Ärz­te nah­men dar­auf Bezug. Ent­spre­chend emp­fahl man zur Bekämp­fung das Gebet. Mit­un­ter wur­den auch Pro­zes­sio­nen ver­an­stal­tet – was natür­lich sehr kon­tra­pro­duk­tiv war. Als zwei­te Erklä­rung wur­den soge­nann­te Mias­men aus­ge­macht – gif­ti­ge Dämp­fe, die aus der Erde und dem Schmutz kom­men. Emp­feh­lun­gen, die grund­sätz­lich sinn­voll waren, gin­gen hier­bei in die Rich­tung, kei­nen Mist oder Fäka­li­en in die Gas­sen der Stadt zu kip­pen. Und drit­tens: Man ver­mu­te­te, dass es eine Art Anste­ckungs­stoff geben muss­te, ein Con­ta­gi­um. Man wuss­te natür­lich noch nichts von Bak­te­ri­en oder Viren, aber dass eine Über­tra­gung von etwas statt­fin­den muss­te, hat­te man durch­aus schon begrif­fen. Da hat man Maß­nah­men ver­hängt, die uns heu­te aus der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit bekannt vor­kom­men, näm­lich Kon­takt­be­schrän­kun­gen oder Einreiseverbote.“

Und tat­säch­lich: Die Par­al­le­len zur Coro­na-Pan­de­mie sind offen­kun­dig. Gab es in vor­mo­der­nen Zei­ten auch Maß­nah­men wie Mas­ken oder Han­de­schüt­teln, das ver­mie­den wur­de? „Aufs Hän­de­schüt­teln wird in der Lite­ra­tur nir­gends Bezug genom­men. Aber wir ken­nen natür­lich die­se bild­li­chen Dar­stel­lun­gen der Pest­mas­ken mit den lan­gen Schnä­beln.“ Expli­zit geht die Aus­stel­lung aller­dings nicht auf Coro­na ein. Sie sei zwar Anre­gung für die Schau gewe­sen, sich aus his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve der The­ma­tik zu nähern, schwin­ge inhalt­lich aber eher zwi­schen den Zei­len mit.

Näher behan­delt „Pest und Cho­le­ra“ hin­ge­gen Kurio­si­tä­ten wie heil­be­ruf­lich täti­ge Scharf­rich­ter. „Ärz­te oder frü­he Apo­the­ken hat­ten lan­ge Zeit kein Mono­pol auf medi­zi­ni­sche Behand­lun­gen – was auch mit ihren begrenz­ten Heil­erfol­gen zu tun hat­te. Die Men­schen gin­gen dem­ge­mäß über­all dort­hin, wo sie glaub­ten, Hil­fe zu fin­den. Ein Bei­spiel ist der Scharf­rich­ter, der nicht nur Hin­rich­tun­gen oder Fol­ter voll­streck­te, son­dern wegen die­ser Tätig­kei­ten auch ana­to­mi­sches oder heil­kund­li­ches Wis­sen hat­te. In Nürn­berg gab es den aus Bam­berg stam­men­den Scharf­rich­ter Franz Schmidt, der tau­sen­de Behand­lun­gen unter­nom­men hat.“

1789 begann sich die die Seu­chen-Bekämp­fungs-Situa­ti­on in Bam­berg all­mäh­lich zu bes­sern, als ein neu­es Kran­ken­haus gegrün­det wur­de. Spät­mit­tel­al­ter­li­che Insti­tu­tio­nen wie Sie­chen­häu­ser dien­ten der Unter­brin­gung von chro­nisch, also damals unheil­bar Kran­ken. Die Grund­idee die­ses Kran­ken­hau­ses bestand neu­ar­ti­ger­wei­se dar­in, sich vor­nehm­lich um heil­ba­re Krank­hei­ten zu küm­mern. „Wei­te­re Seu­chen­aus­brü­che gab es aber trotz­dem“, sagt Mark Häber­lein. „1813 zum Bei­spiel ver­brei­te­ten aus Russ­land zurück­keh­ren­de Trup­pen Napo­le­ons das Fleck­fie­ber, dem Bam­ber­ger Ärz­te wie­der­um völ­lig macht­los gegenüberstanden.“

Heu­te erin­nern nur noch eini­ge Merk­ma­le des Stadt­bilds an die­se unge­heu­er­li­chen Zustän­de. Der Name der Sie­chen­stra­ße ist ein Bei­spiel dafür. „Dort waren frü­her meh­re­re der genann­ten Ein­rich­tun­gen ange­sie­delt. Dann gibt es die Pest­säu­le an der Gau­städ­ter­stra­ße aus dem 17. Jahr­hun­dert oder kirch­li­che Ver­eh­rung von Pest­hei­li­gen, wie St. Sebas­ti­an und St. Rochus, die in Form von Sta­tu­en ihre Spu­ren im Stadt­bild sowie in Kir­chen­räu­men hin­ter­las­sen haben. Auch das the­ma­ti­sie­ren wir in der Aus­stel­lung und im Kata­log, den wir dazu veröffentlichen.“

Resi­denz: „Kuri­os!“

Zeit­ge­nös­si­scher wird es am Muse­ums­tag in der Resi­denz. In den Kai­ser­zim­mern zeigt Andre­as Chwa­tal mit Unter­stüt­zung der Vil­la Con­cor­dia noch bis 30. Juli unter dem Titel „Kuri­os!“ moder­ne Skulp­tu­ren und Zeich­nun­gen. Dafür stellt der ehe­ma­li­ge Sti­pen­di­at des Künst­ler­hau­ses eige­ne Wer­ke und Arbei­ten befreun­de­ter Künst­le­rin­nen und Künst­ler der his­to­risch-baro­cken Auf­ma­chung der Räu­me gegenüber.

„Die Räu­me des fürst­bi­schöf­li­chen Appar­te­ments, die kein soge­nann­ter White Cube sind, haben so etwas wie eine his­to­ri­sche Erzäh­lung“, sagt Andre­as Chwa­tal. „In ihnen schwin­gen immer die Zeit und die Vor­stel­lun­gen der Zeit mit, in der sie im 18. Jahr­hun­dert ent­stan­den sind. Die­ser Erzäh­lung kann man eine zeit­ge­nös­si­sche hin­zu­fü­gen. Ich wür­de die Aus­stel­lung also eine Begeg­nung nen­nen, mit der wir eine moder­ne Erzäh­lung in die Resi­denz brin­gen möch­ten, um die baro­cke Pro­pa­gan­da ihrer Räu­me zu bre­chen. Es soll eine klei­ne Revo­lu­ti­on statt­fin­den, in Räu­men, die sol­che Ten­den­zen nie aus­strah­len wollten.“

Schon im Aus­stel­lungs­ti­tel begeg­nen sich das Alt­her­ge­brach­te und das Neue. „Der Begriff „Kuri­os“ war ein modi­sches Lieb­lings­wort des 18. Jahr­hun­derts. Man benutz­te es, wie man heu­te „cool“ oder „fan­cy“ sagen wür­de. Ich habe das der Kor­re­spon­denz von Lothar Franz von Schön­born, dem Bau­herrn der Resi­denz, ent­nom­men. Da fällt es in nahe­zu jedem drit­ten Satz. Für mich hat es zusätz­lich die fran­zö­si­sche Bedeu­tung „curieux“, also „neu­gie­rig“ und auch „cour“, der Hof. Im Sin­ne der Aus­stel­lung kann man es aber auch in die Rich­tung von „kura­tiert“ ver­ste­hen: Ich zei­ge auch Wer­ke befreun­de­ter Künst­ler, deren Posi­tio­nen zu den The­men der Aus­stel­lung passen.“

Er selbst tra­ge neben Zeich­nun­gen und Kera­mi­ken, wie „Vol­taire mit Ana­nas“ auch eine Möbel­skulp­tur bei. „Dabei han­delt es sich um eine Art monu­men­ta­len Holz­tischs mit geschwun­ge­ner Form. Das Gan­ze soll baro­cke Reprä­sen­ta­ti­ons­mö­bel rezi­pie­ren, aber durch die meter­lan­gen Bei­ne dem Publi­kum die Dimen­sio­nen des Appar­te­ments klar­ma­chen, in dem man sich schnell ver­lie­ren kann. Das soll wie­der­um eine iro­ni­sche Bre­chung der Maß­lo­sig­keit des Abso­lu­tis­mus sein und der zere­mo­ni­el­len Macht, die im Appar­te­ment ver­eint war.“

Nicht weni­ger iro­nisch geben sich eini­ge der Wer­ke der wei­te­ren Aus­stel­len­den. So stellt etwa Garance Arca­di­as eine Glas­ar­beit aus schnör­kel­lo­sem Ver­bund­si­cher­heits­glas auf einen Sockel mit Stoff­mus­ter, das die fili­gra­nen Mus­ter des Bodens aufnimmt.

Ulri­ke Buck prä­sen­tiert eine zwei­tei­li­ge Kera­mik aus Schüs­sel und Vase, die den Ado­nis-Mythos auf­greift. „Die­se Arbeit stel­len wir in den sel­ben Raum wie mei­ne Möbel­skulp­tur“, sagt Andre­as Chwa­tal. „Es begeg­nen sich unter­ein­an­der also auch die Wer­ke, die wir einbringen.“

Melis­sa May­erG­al­braith war, wie Garance Arca­di­as, bis März die­sen Jah­res Sti­pen­dia­tin der Vil­la Con­cor­dia. „Sie zeigt klei­ne amor­phe muschel­ar­ti­ge Por­zellan­ke­ra­mi­ken, die wir in der Reti­ra­de der Kai­ser­zim­mer, also im Toi­let­ten­raum, plat­zie­ren. Frü­her waren sol­che Deko­ra­ti­ons­ge­gen­stän­de oft Tro­phä­en­samm­lun­gen, die man eigent­lich auf der gan­zen Welt geraubt und sich ange­eig­net hat. Melis­sa erfin­det statt­des­sen etwas zu den Räu­men hinzu.“

Was Mir­ko Miel­ke in die „Kurios!“-Ausstellung ein­bringt, sei der deut­lichs­te Clash zwi­schen alt und neu. Er stellt Beton­plat­ten her, auf die er Foto­mo­ti­ve bota­ni­scher Gär­ten druckt. „Die­se Arbeit hat ein gro­ßes Gewicht, die wir den fra­gi­len detail­rei­chen Tape­ten der Räu­me gegenüberstellen.“

Bert­hold Reiß ist hin­ge­gen Aqua­rel­list, der sich mit klas­si­scher Archi­tek­tur befasst und Sebas­ti­an Wie­land macht Schnit­ze­rei­en, die in einer Vitri­ne dem Werk von Mir­ko Miel­ke begeg­nen sol­len. „Das sind geschnitz­te Blät­ter aus gefun­de­nem Holz, die sich auf die Orna­men­tik der Intar­si­en in den Räu­men beziehen.“

Anne Röß­ner hat einen gol­de­nen Kera­mik­turm geschaf­fen, der den Abschluss der Aus­stel­lung im letz­ten Zim­mer des Appar­te­ments dar­stellt. Ein Turm mit Zin­nen und Tor­bo­gen, der das Gebäu­de der Resi­denz in sei­ner Gesamt­heit auf­greift und die heu­ti­ge Durch­gän­gig­keit und Geöff­ne­t­heit der Räu­me sym­bo­li­sie­ren soll.

Der Muse­ums­tag kann kommen

So auf­ge­stellt bli­cken die Muse­en am Dom­berg dem Muse­ums­tag am 21. Mai opti­mis­tisch ent­ge­gen. „Viel­leicht gelingt es uns sogar“, sagt Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin Chris­tia­ne Wen­den­burg, „wie­der Besuchs­zah­len wie vor der Pan­de­mie zu haben. Die Aus­las­tung war im zurück­lie­gen­den ins­ge­samt schon recht erfreu­lich. Am Muse­ums­tag möch­ten wir an die­se Zei­ten anknüp­fen. Das könn­ten wir womög­lich auch aus dem Grund schaf­fen, dass die Erfah­run­gen in der Pan­de­mie vie­len Men­schen erst oder wie­der bewusst gemacht haben, was für sozia­le Orte Muse­en sind.“