Browse Tag

Katharina Breinbauer

Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Katha­ri­na Brein­bau­er antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Katha­ri­na Brein­bau­er die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist die Lei­te­rin der Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge.
Frau Brein­bau­er, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Pan­de­mie verändert?

Ich hal­te es mit Unent­schlos­sen­heit: 5. Kaum zu sagen, was wohl pri­vat bahn­bre­chend anders gelau­fen wäre.

Was mögen Sie an Kurzfilmen?

Die Kür­ze, die Her­aus­for­de­rung, auf den Punkt zu kom­men. Viel­leicht auch, weil ich sel­ber dar­in so schlecht bin.

Was braucht ein guter Kurzfilm?

Selbst in der Kür­ze Tie­fe ver­mit­teln, zum Nach­den­ken anre­gen. Eine neue Per­spek­ti­ve, einen neu­en Blick, eine Geschich­te ver­mit­teln. Qua­si einen geis­ti­gen Raum auf­ma­chen und ein­rich­ten. Eigent­lich ist das nicht so viel anders als Lang­film, nur die Zeit – die lie­be Zeit! Die kommt eben beim Kurz­film als erschwe­ren­de Bedin­gung hinzu.

Wor­über wür­den Sie ger­ne selbst einen Kurz­film drehen?

Tat­säch­lich habe ich per­sön­lich kei­ner­lei Ambi­tio­nen, einen Kurz­film zu dre­hen, son­dern möch­te lie­ber noch ein paar Jah­re unser Fes­ti­val ver­an­stal­ten und ande­re Fes­ti­vals besu­chen gehen.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Mar­len Diekhoff.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

In Bam­berg fah­re ich eigent­lich täg­lich, bezie­hungs­wei­se jede Stre­cke mit dem Rad. Aber eine rich­ti­ge Fahr­rad­tour wäre die­sen Som­mer noch­mal schön.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Es gibt ärge­re Schmerzen.

Töten Sie Insekten?

Sel­ten absicht­lich. Und dann, um Schmer­zen bei mir oder ande­ren abzu­weh­ren. Ob Schmerz­ab­wehr den Insek­ten­tod recht­fer­tigt, könn­te man bestimmt aus­ufern­der debat­tie­ren, aber das möch­te ich an die­ser Stel­le nie­man­dem antun.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Lie­ber nicht.

Wel­che Dro­gen soll­ten lega­li­siert werden?

Uff. Ganz gene­rell fin­de ich ich Ver­bots­kul­tur und Pro­hi­bi­ti­on meist nicht so ziel­füh­rend, son­dern ver­drängt Uner­wünsch­tes nur aus dem Bewusst­sein /​aus dem öffent­li­chen Raum. Aber das The­ma hat natür­lich, wie alles ande­re auch, unend­lich viel Schattierungen.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Dan­ke für die Fra­ge. Minus 5, jetzt 26. Am meis­ten benut­ze ich inzwi­schen wie­der Mes­sen­ger­diens­te. Im Win­ter war die Cov­Pass-App zeit­wei­se die Nr. 1.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Posi­tiv über­rascht von net­ten uner­war­te­ten Ges­ten im Alltag.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Ein Gar­ten mit Hühnern.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Ich kann Zeit mit Leu­ten ver­brin­gen, die ich sehr gern habe. Das ist erst mal das Wich­tigs­te, schön ist es auch, wenn ein biss­chen Wind geht, die Son­ne nicht zu stark scheint und am Abend sag ich zu einem Glas Wein auch nicht Nein.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Mar­kan­tes Lachen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Immer wie­der über den Stel­len­wert von Kul­tur /​Sub­kul­tur. Und ganz banal über einen ver­spä­te­ten Zug.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Brie­fe schrei­ben und ver­sen­den, Mok­ka mit Kar­da­mom, ab und an die Rech­nung übernehmen.

Wovor haben Sie Angst?

Allein im Dunkeln.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Jeden Tag ein bisschen.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

1991: Die ers­ten Bam­ber­ger Kurzfilmtage.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

…Bam­berg. Fahr­rad. Licht… Das war kei­ne mei­ner per­sön­li­chen Sternstunden.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Gscheid­ha­ferl.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Nein sagen liegt mir nicht.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Jeden Feh­ler, der ehr­lich und ernst­haft ent­schul­digt wird.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Wel­che Laufbahn?

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Loya­li­tät. Und Ver­trau­en. Das geht Hand in Hand.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Da fragt man lie­ber mei­ne Freunde.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Muss der Stadtecho das wissen?

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Das Las­ten­rad!

Haben Sie ein Vorbild?

Mei­ne guten Freun­de haben alle Eigen­schaf­ten, die ich bewun­de­re. Ein Vor­bild, das gleich­zei­tig eine Per­son des öffent­li­chen Lebens ist, wäre Die­ter Wie­land. Er über­nahm 2020 die künst­le­ri­sche Paten­schaft für die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge und es war für mich eine gro­ße Ehre und Freu­de, den Mann per­sön­lich ken­nen­ler­nen zu dürfen.

Wofür sind Sie dankbar?

Einen guten Freund in mei­nem Leben zu haben.

Was lesen Sie gerade?

„Acht Ber­ge“ von Pao­lo Cognet­ti. Damit die Ant­wort län­ger Bestand hat: Buch­emp­feh­lun­gen von Herrn Heil­mann oder Fund­stü­cke aus dem Fundevogel.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

So wirk­lich immer­wäh­rend und auf ewig in Stein gemei­ßelt kann ich das nicht beant­wor­ten. Aber aus dem Bauch her­aus: Heming­way „A Moveab­le Feast“ und „Das flie­gen­de Klas­sen­zim­mer“ von Erich Käs­t­ner. Irgend­wie immer gehen Beat­les. Ein Kurz­film über eine tan­zen­de Goog­le Street View Kamera.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Der Turm.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

In der Hin­sicht hab ich nichts zu verheimlichen.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Die unge­sühn­tes­te war auf jeden Fall: Chucks im Win­ter, bei Schnee Eis und Regen.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Städ­ti­sche Grünanlagen.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Bewer­tungs­bö­gen der Sneak Pre­view im Odeonkino.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Die Nacht durch­ma­chen geht am bes­ten mit mei­nen liebs­ten Freun­den. Und zum Glück ist das nicht nur Wunsch­traum, son­dern kommt auch noch vor.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Umgang mit einer For­mat­kreis­sä­ge, das Pro­blem ist aber in Bear­bei­tung dank den enga­gier­ten Schrei­nern und Zim­me­rern bei uns in der Offe­nen Werkstatt.

Was fin­den Sie langweilig?

Small­talk über Unlust.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

Hele­ne Fischer und so weiter.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Ewi­ger Stillstand.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Katha­ri­na Brein­bau­er von vor zehn Jah­ren auf die heu­ti­ge Katha­ri­na Brein­bau­er reagieren?

Soll ich mich jung füh­len? Mit 15 hat­te ich auf jeden Fall ande­re Zukunfts­plä­ne und Bam­berg gehör­te nicht dazu.

Was war Ihr mie­ses­ter Auftritt?

Hof­fent­lich nicht die­ses Interview.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Im Berufs­ver­kehr U‑Bahn fah­ren. Wald­spa­zier­gän­ge. Nach­rich­ten lesen.

Ich kann nicht leben ohne…

Gute Freun­de, die mir mei­ne Unzu­läng­lich­kei­ten verzeihen.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

In Bam­berg? Soll­te mal einer aufmachen…

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Kommt ganz auf die Beglei­tung an.

Stel­len Sie sich vor, Sie könn­ten wäh­len – was für ein Tier wären Sie gerne?

Eine Ele­fan­ten­kuh.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

„Hat jemand mein Han­dy gese­hen?“, wahl­wei­se auch Schlüs­sel oder Portemonnaie.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Spe­zi U.


Katha­ri­na Brein­bau­er, Juni 2022.

Wer gewinnt den Zentauren?

32. Bam­ber­ger Kurzfilmtage

2021 konn­ten sie nur online aus­ge­rich­tet wer­den, doch Ende Janu­ar 2022 keh­ren die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge zu alter Kino­saal-Prä­senz zurück. Mit Katha­ri­na Brein­bau­er hat das Kurz­film­fes­ti­val zudem eine neue Lei­te­rin. Sie möch­te der Film­bran­che und Film­schaf­fen­den eine Anlauf­stel­le in Bam­berg bieten.

Im Wett­be­werb um die Tro­phäe des „Bam­ber­ger Zen­tau­ren“, ent­wor­fen und gestal­tet von Bild­hau­er Adel­bert Heil, zei­gen die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge vom 24. bis 30. Janu­ar über 70 Kurzfilm-Beiträge.

In den Preis­ka­te­go­rien „Publi­kums­preis“, „Bes­ter Kin­der­film“, „Bes­ter Kurz­spiel­film“, „Bes­ter Ani­ma­ti­ons-/Ex­pe­ri­men­tal­film“, „Doku­men­tar­film­preis“, „Regio­nal­film­preis Made in Ober­fran­ken!“ und „Preis der Jugend­ju­ry“ kürt die Jury die Gewin­ner. Zu sehen ist das Pro­gramm im Licht­spiel­ki­no und in den Räum­lich­kei­ten der Kul­tur­fa­brik KUFA in der Ohmstraße.

Katha­ri­na Brein­bau­er, stu­dier­te Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin, ist bereits seit eini­gen Jah­ren an der Orga­ni­sa­ti­on der Kurz­film­ta­ge betei­ligt. Als Nach­fol­ge­rin von Vol­ker Trau­mann lei­tet sie das Fes­ti­val seit dem Som­mer 2021. Wir haben mit ihr über schlaf­lo­se Näch­te, Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten und ein neu­es Film­gen­re gesprochen.

Bamberger Kurzfilmtage
Katha­ri­na Brein­bau­er, Foto: Maria Svydrik
Frau Brein­bau­er, Sie sind seit Som­mer 2021 die neue Lei­te­rin der Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge. Wie sind Ihre Erfah­run­gen bisher?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Es ist her­aus­for­dernd. Ich hat­te ja in den Jah­ren davor schon viel an der Orga­ni­sa­ti­on des Fes­ti­vals mit­ge­ar­bei­tet, war aber trotz­dem nie bei allen Orga­ni­sa­ti­ons­schrit­ten dabei und nie an allen Abläu­fen betei­ligt. Auch der Über­blick, den ich jetzt habe, bezie­hungs­wei­se die Ver­ant­wor­tung, die ich jetzt tra­ge, an die gan­zen Klei­nig­kei­ten zu den­ken, die es zu beach­ten gilt und die erle­digt wer­den müs­sen, sind jetzt neu. Inso­fern bin ich sehr froh, dass ich die Auf­ga­be nicht allein bewäl­ti­gen muss, son­dern mein Team um mich habe.

Haben Sie sich um die Stel­le der Fes­ti­val­lei­tung bewor­ben oder wur­den Sie angefragt?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Jein. Natür­lich habe ich mich auf die frei­wer­den­de Stel­le bewor­ben. Bei mir war es aller­dings so, dass ich die­ses Jahr bereits die Pro­jekt­lei­tung unse­rer Stra­ßen­flim­mern-Ver­an­stal­tung innehatte.

Haben Sie eige­ne Erfah­run­gen im Her­stel­len von Kurzfilmen?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Nein. Das ist auch kein Muss für die Stel­le. Wir haben durch­aus Leu­te im Team, die Kurz­film­erfah­run­gen haben, aber um ein Kurz­film­fes­ti­val aus­zu­rich­ten, muss man nicht sel­ber Kurz­fil­me machen.

In wel­chem Zustand waren die Kurz­film­ta­ge, als Sie sie über­nom­men haben?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Es ging uns, im Ver­gleich zu ande­ren Fes­ti­vals, ver­hält­nis­mä­ßig gut. Zum Bei­spiel das Online-Fes­ti­val im März 2021 haben wir sehr gut umset­zen kön­nen. Ich weiß nicht, ob es Glück oder Unglück bringt, aber die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge sind in Deutsch­land all­jähr­lich das ers­te Kurz­film­fes­ti­val im Kalen­der. Das heißt, im Früh­jahr 2020 waren wir vor dem ers­ten Lock­down das letz­te Fes­ti­val, das noch kom­plett statt­fin­den konn­te und hat­ten dann über ein Jahr Zeit, uns auf die Online-Aus­ga­be 2021 ein­zu­stel­len. Das Unglück dar­an ist, dass wir eben im Win­ter statt­fin­den und daher Gefahr lau­fen, immer wie­der in Coro­na-Wel­len zu gera­ten, wie es in die­sem Jahr wie­der der Fall ist.

Ihr Vor­gän­ger Vol­ker Trau­mann war mehr als 15 Jah­re im Amt. Was haben Sie von ihm gelernt?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Opti­mis­mus. Ich ver­brin­ge der­zeit schon manch­mal schlaf­lo­se Näch­te und mache mir Sor­gen, ob alles klappt. Aber manch­mal mel­det sich dann mein inne­rer Vol­ker Trau­mann und sagt mir: Am Ende wird alles gut, auch wenn es davor ziem­lich knapp und stres­sig ist.

Spielt bei die­sen schlaf­lo­sen Näch­ten auch die Tat­sa­che eine Rol­le, dass es sich bei den Kurz­film­ta­gen um Bay­erns ältes­tes Kurz­film­fes­ti­val handelt?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Zuwei­len. Es ist nicht so, dass ich den­ke, Deutsch­land schaut auf dich. Der Wrkungs­kreis bezieht sich ja eher nur auf Bam­berg und Umge­bung. Aber, im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Stadt sind die Kurz­film­ta­ge schon ein gro­ßes Ereig­nis und ihnen eine Orga­ni­sa­ti­on und Form zu geben, liegt jetzt in unse­rer Hand.

Wel­che Ent­wick­lung sol­len die Kurz­film­ta­ge unter Ihrer Füh­rung nehmen?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Im Gegen­satz zu den letz­ten Kurz­film­ta­gen, die online statt­fin­den muss­ten, wol­len wir dies­mal grund­sätz­lich wie­der ein Fes­ti­val mit Publi­kums­be­tei­li­gung haben. Mir ist außer­dem sehr wich­tig, dass die Film­schaf­fen­den, die nach Bam­berg kom­men, hier ein gutes Ankom­men und Rah­men­pro­gramm haben und Kon­tak­te knüp­fen kön­nen. Dazu möch­ten wir, wenn es klappt, das Film­ca­fé wie­der auf­bau­en, das einen Begeg­nungs­ort und Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten bie­ten soll.

Gibt es Pla­nun­gen, die Kurz­film­ta­ge zu ver­schie­ben, wenn sie nicht mit Publi­kums­prä­senz statt­fin­den können?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Nein. Die Fes­ti­val­wo­che soll vom 24. bis 30. Janu­ar in den Kinos statt­fin­den. Wenn die Kinos mit Beschrän­kun­gen oder ohne offen haben kön­nen, zei­gen wir in ihnen das Film­pro­gramm. Zeit­gleich zei­gen wir in der letz­ten Janu­ar­wo­che das kom­plet­te Wett­be­werbs­pro­gramm aber auch online und ver­län­gern das Online-Ange­bot der Fil­me um eine wei­te­re Woche. Bis zum 6. Febru­ar wird also das kom­plet­te Pro­gramm online abruf­bar sein.

Wie steht es um die bis­he­ri­gen Ein­sen­dun­gen an Kurzfilmbeiträgen?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Die Ein­sen­dungs­frist ist schon zuen­de und wir haben etwas mehr als 700 Fil­me erhal­ten. Das sind ein biss­chen weni­ger als letz­tes Mal, aber nicht in gra­vie­ren­dem Umfang. Und auch die­ses Jahr haben wir im Wett­be­werb wie­der Dokumentar‑, Spiel‑, Ani­ma­ti­ons- und Experimentalfilme.

Gibt es wie­der­keh­ren­de The­men, die fil­misch behan­delt werden?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wie haben ver­schie­dens­te Gen­res dabei wie Komö­die, Dra­ma oder sogar Wes­tern. Eigent­lich gibt es unter den Ein­rei­chun­gen kein Gen­re, das nicht dabei wäre. Und das ist gut, weil das die Essenz von Kurz­fil­men ist, sich mit allem mög­li­chen aus­pro­bie­ren zu kön­nen. Tat­säch­lich haben wir fest­ge­stellt, dass es bei­na­he ein neu­es Gen­re zu geben scheint: Der Corona-Film.

Hat­ten Sie im Vor­feld die Befürch­tung, dass lau­ter Fil­me mit Coro­na-Selbst­fin­dungs­the­ma­tik ein­ge­sen­det wer­den könn­ten, oder freu­ten Sie sich über die Aus­sicht, dass lau­ter Fil­me mit Coro­na-Selbst­fin­dungs­the­ma­tik ein­ge­sen­det wer­den könnten?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wir haben im Team im Vor­feld schon über sol­che Aus­sich­ten gespro­chen und dar­über, wie die Aus­ge­stal­tung der The­ma­tik wohl aus­se­hen könn­te. Unse­re Ver­mu­tung war auch, dass ver­mehrt Ani­ma­ti­ons­fil­me ein­ge­schickt wer­den wür­den, weil sich Film­drehs mit Men­schen in Coro­na-Zei­ten schwe­rer orga­ni­sie­ren las­sen, wäh­rend man Ani­ma­ti­on von zuhau­se aus machen kann. Die Ver­mu­tung hat sich aber nicht bewahrheitet.

Wie ist es um die Qua­li­tät der über 700 Ein­sen­dun­gen bestellt?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wir müs­sen schon aus­sor­tie­ren, kei­ne Fra­ge. Im Wett­be­werb lau­fen etwa 75 Filme.

Nach wel­chen Gesichts­punk­ten sor­tie­ren Sie aus?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wenn unse­re Sich­tungs­teams die Fil­me sich­ten, ach­ten wir dar­auf, dass wir immer min­des­tens zu dritt sind. Nach dem Film zäh­len wir dann von drei run­ter und bei null geben alle eine Note zwi­schen eins und zehn ab. Am Ende kura­tiert aber ein klei­nes Team anhand der Film­be­wer­tun­gen das end­gül­ti­ge Festivalwettbewerbsprogramm.

Aus wem setzt sich die­ses Jahr die Jury zusammen?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wir haben bei der Aus­wahl dar­auf geach­tet, dass wir jeman­den von einem ande­ren Fes­ti­val dabei haben und ehe­ma­li­ge Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger der Bam­ber­ger Kurzfilmtage.

Die qua­li­ta­ti­ven Mög­lich­kei­ten von Han­dy­ka­me­ras haben in den letz­ten Jah­ren immer wei­ter zuge­nom­men. Hat die­se tech­ni­sche Ent­wick­lung Ein­fluss auf das Kurzfilm-Machen?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Han­dy­ka­me­ras wer­den auf jeden Fall oft als Stil­mit­tel benutzt, gera­de in Spiel­fil­men. Film­fi­gu­ren inter­agie­ren zum Bei­spiel mit­ein­an­der, indem sie sich Film-im-Film-mäßig in einer Sze­ne gegen­sei­tig mit dem Han­dy fil­men. Fil­me, die aus­schließ­lich mit Han­dy­ka­me­ras gedreht wer­den, haben wir aber mei­nes Wis­sens nach nicht dabei.

Wer­den Kurzf­i­me in der Bran­che eher als Ein­stiegs­mög­lich­keit oder Fin­ger­übung ins Lang­film­gen­re betrach­tet oder ist die Eigen­stän­dig­keit der Dar­stel­lungs­form ausgeprägter?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Natür­lich wer­den Kurz­fil­me oft als Ein­stiegs­mög­lich­keit in die Film­sze­ne gese­hen und die meis­ten Film­schaf­fen­den fan­gen mit Kurz­fil­men an, in der Hoff­nung, irgend­wann einen Lang­film dre­hen zu kön­nen. Aber es gibt auch vie­le Leu­te, die beim Kurz­film blei­ben. Wir haben immer wie­der Leu­te im Pro­gramm der Kurz­film­ta­ge, die zum wie­der­hol­ten Male dabei sind. Man hat im Kurz­film­gen­re auch grö­ße­re Frei­hei­ten. Sie kön­nen leich­ter und weni­ger auf­wen­dig pro­du­ziert und natür­lich auch finan­ziert werden.

Wie sieht die För­der­la­ge der Kurz­film­ta­ge aus?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Es gibt wie immer Luft nach oben. Wir sind ver­hält­nis­mä­ßig stark auf Ein­tritts­gel­der und Spon­so­ring ange­wie­sen und haben im Ver­gleich zu ande­ren Fes­ti­vals eine eher gerin­ge öffent­li­che Förderung.

Füh­len Sie genug Rück­halt aus dem Rathaus?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wir ste­hen in engem Kon­takt mit dem Kul­tur­amt und der Kul­tur­re­fe­ren­tin, aber der Haus­halts­pos­ten für Kul­tur der frei­en Sze­ne ist ein­fach nicht beson­ders groß in Bam­berg. Es ist schwierig.

Wird es 2022 Star­gäs­te geben?

Katha­ri­na Brein­bau­er: Wir haben wie immer einen künst­le­ri­schen Paten. Die­ses Jahr ist es Mat­thi­as Eggersdörfer…

…der immer etwas gran­ti­ge Nürn­ber­ger Kabarettist…

Katha­ri­na Brein­bau­er: …genau. Hof­fent­lich kann sei­ne Anwe­sen­heit mög­lich sein und er an der Eröff­nung teilnehmen.