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Konzerthalle

Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums Bamberg

„Die Kraft der Hoff­nung ist gewaltig“

Unter dem Leit­wort „Du bewegst die Welt“ ist das Erz­bis­tum Bam­berg in das Jahr 2026 gestar­tet. Damit soll die Dyna­mik aus dem von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jahr 2025 mit dem Mot­to „Pil­ger der Hoff­nung“ fort­ge­führt wer­den, sag­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl am Sams­tag beim Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums, zu dem rund 850 Gäs­te aus Kir­che, Poli­tik, Kul­tur und Gesell­schaft in die Bam­ber­ger Kon­zert­hal­le gekom­men waren.

Trotz vie­ler Kri­sen und Belas­tun­gen sei 2025 ein hoff­nungs­star­kes Jahr gewe­sen, sag­te Gössl. Vie­le Men­schen hät­ten Orte der Hoff­nung sicht­bar gemacht – dort, wo sich Men­schen umein­an­der küm­mern und Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men. „Die Kraft der Hoff­nung ist gewal­tig, das war spür­bar“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sol­le mit dem Mot­to „Du bewegst die Welt“ in die Zukunft fort­ge­führt werden.

Das Jah­res­mot­to sol­le aus­sa­gen: „Es kommt auf jede und jeden Ein­zel­nen an“, erläu­ter­te der Erz­bi­schof. Schon klei­ne Ges­ten könn­ten die Welt eines Men­schen ver­än­dern. Zugleich sei das Mot­to ein Appell zur Ver­ant­wor­tung: Wer die Welt bewe­ge, hin­ter­las­se Spu­ren. Aus christ­li­cher Sicht gehör­ten dazu die Ver­ant­wor­tung vor Gott und das gemein­sa­me Wohl aller Men­schen. Das Leit­wort kön­ne zudem als Anspra­che an Gott und so auch als Glau­bens­be­kennt­nis ver­stan­den wer­den, sag­te Gössl. Gott sei der eigent­li­che Bewe­ger, der auch dort Ver­än­de­rung ermög­li­che, wo aus mensch­li­cher Sicht alles erstarrt scheine.

Beson­ders ver­wies der Erz­bi­schof auf den Sale­sia­ner­pa­ter Rudolf Lun­ken­bein, des­sen Todes­tag sich am 15. Juli zum 50. Mal jährt. Lun­ken­bein war 1976 in Bra­si­li­en von wei­ßen Groß­grund­be­sit­zern erschos­sen wor­den. Der aus Döring­stadt bei Ebens­feld stam­men­de Pries­ter setz­te sich für die Rech­te der Bororo-Indi­ge­nen ein. Lun­ken­bein, der nur 37 Jah­re alt wur­de, habe in weni­gen Jah­ren Außer­ge­wöhn­li­ches bewirkt, sag­te Gössl. Er habe den Bororos neue Per­spek­ti­ven gege­ben, für ihre Land­rech­te gekämpft, den Dia­log mit Poli­tik und Behör­den gesucht und kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen in Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft ange­sto­ßen. 2018 wur­de in Bra­si­li­en der diö­ze­sa­ne Selig­spre­chungs­pro­zess eröff­net, im Novem­ber 2025 äußer­te sich das zustän­di­ge vati­ka­ni­sche Dik­as­te­ri­um posi­tiv, sodass auf eine bal­di­ge Selig­spre­chung gehofft wird. Auch Ange­hö­ri­ge Lun­ken­beins waren zum Neu­jahrs­emp­fang gekommen.

Um Pater Lun­ken­bein ging es auch in einem von Joffrey Streit mode­rier­ten Podi­ums­ge­spräch mit Pfar­rer Dirk Bin­ge­ner, Prä­si­dent des Hilfs­werks mis­sio Aachen und des Kin­der­mis­si­ons­werks „Die Stern­sin­ger“, Mar­ti­na Eden­ho­fer vom Sale­sia­num Mün­chen und Dom­ka­pi­tu­lar und Kir­chen­his­to­ri­ker Nor­bert Jung. Lun­ken­bein habe sich schon für Kli­ma­schutz und die Bewah­rung der Schöp­fung enga­giert, als die­se Begrif­fe noch gar nicht gebräuch­lich waren, sag­te Jung. Wie lan­ge das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren noch dau­ern wer­de, sei nicht abzu­schät­zen. Der Papst kön­ne theo­re­tisch inner­halb eines Tages ent­schei­den, man­che Ver­fah­ren hät­ten aber auch Jahr­hun­der­te gedau­ert. Da Papst Leo XIV. selbst Mis­sio­nar in Latein­ame­ri­ka war, hof­fe er auf ein schnel­les Ver­fah­ren, so Jung.

Eden­ho­fer kün­dig­te zum dies­jäh­ri­gen Katho­li­ken­tag einen Doku­men­tar­film über Pater Lun­ken­bein an. Und Bin­ge­ner appel­lier­te an die Poli­ti­ker, sich welt­weit gegen Kin­der­ar­beit zu enga­gie­ren. Ihn erfül­le es mit Hoff­nung, dass über­all auf der Welt die Kir­che prä­sent sei, auch wo staat­li­che Struk­tu­ren versagen.

Zuvor hat­te der schei­den­de Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke in einem Gruß­wort das Wir­ken der katho­li­schen Kir­che mit ihre zahl­rei­chen Initia­ti­ven, Ideen und Insti­tu­tio­nen gewür­digt: „Der sozia­le Zusam­men­halt in den Städ­ten und Gemein­den lebt von die­sem vor­bild­li­chen Enga­ge­ment.“ Die Kir­chen über­näh­men her­aus­re­gen­de Auf­ga­ben im Kran­ken­haus­we­sen, in der Schu­le und Erzie­hung und in vie­len sozia­len Berei­chen. „Neben der Seel­sor­ge haben bei­de Kir­chen in unse­rem Land Ver­ant­wor­tung über­nom­men“, beton­te Star­ke. Es sei auch künf­tig not­wen­dig, dass die Kir­chen „Moto­ren für bestimm­te Auf­ga­ben“ blei­ben und ver­bind­li­che Moral­vor­stel­lun­gen in die Gesell­schaft ein­brin­gen und dort ver­an­kern. „Das kön­nen nur die Kir­chen, das kann sonst nie­mand mehr, auch nicht die Parteien.“

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Emp­fang von dem Duo „Frau Schmitt und ihr Pia­nist“, Hei­ke Schmitt und Johan­nes Klehr.

Betrieb seit 1993

Meh­re­re Mil­lio­nen: Kon­zert­hal­le muss saniert werden

Die Bam­ber­ger Kon­zert­hal­le, und vor allem ihre Laut­spre­cher­an­la­ge, muss saniert wer­den. Ein Pro­jekt, das die finan­zi­ell schwa­che Stadt mehr kos­ten könn­te als der Neu­bau der Halle.

Die Sanie­rungs­ar­bei­ten in Bam­berg hören nicht auf. Neben zum Bei­spiel der Mar­kus­brü­cke und der Richard-Wag­ner-Stra­ße kommt das nächs­te Mil­lio­nen­pro­jekt auf die klam­me Stadt zu. Denn nun soll die Kon­zert­hal­le saniert wer­den, wie das Rat­haus mitteilt.

Mit die­ser Maß­nah­me ste­he die Stadt in den kom­men­den Jah­ren vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. „Die not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen wer­den finan­zi­el­le Kon­se­quen­zen für den Haus­halt mit sich zie­hen“, sag­te Bam­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke über die Trag­wei­te die­ser Entwicklung.

Zunächst soll in den nächs­ten zwei Jah­ren eine aber Mach­bar­keits­stu­die klä­ren, wel­che Bau­maß­nah­men an der Hal­le im Detail nötig sind. Dabei soll es auch ein Ziel sein, die Kon­zer­te der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker mit dem Sanie­rungs­pro­jekt zu koor­di­nie­ren. „Die Hal­le hat auf­grund ihres Alters bau­li­che Defi­zi­te“, fasst Domi­nik Nakic, der Geschäfts­füh­rer von „bam­berg con­gress und event“, die Situa­ti­on zusam­men. Knack­punkt sei vor allem die Elek­tro­akus­ti­sche Laut­spre­cher­an­la­ge (ELA), die im gan­zen Haus ver­baut ist und über die im Not­fall auch die Alar­mie­rung läuft. Sie hat 30 Jah­re und 260.000 Betriebs­stun­den hin­ter sich. „Auf­grund der Stör­an­fäl­lig­keit des Sys­tems ist der Betrieb der Hal­le gefähr­det, weil bei einem Aus­fall der ELA der Betrieb in den betrof­fe­nen Berei­chen ein­zu­stel­len ist“, erklärt Nakic. Da die ELA das Herz­stück der Betriebs­tech­nik und mit vie­len ande­ren Kom­po­nen­ten aufs Engs­te ver­wo­ben sei, „ ist eine umfang­rei­che Sanie­rung unumgänglich.“

Sicher­heit der Gäs­te und die Kosten

Mit Feu­er­wehr und Bau­ord­nungs­amt hat sich Nakic auf Maß­nah­men ver­stän­digt, so die Mit­tei­lung wei­ter, der einen Wei­ter­be­trieb der Hal­le mög­lich macht. Dazu gehört unter ande­rem die Über­wa­schung der ELA. Dar­über hin­aus wur­de ein Zeit­rah­men von zwei Jah­ren defi­niert, um eine grund­le­gen­de Sanie­rung vor­zu­be­rei­ten. Domi­nik Nakic sagt: „Mir ist wich­tig fest­zu­hal­ten: Das Wohl der Besu­che­rin­nen und Besu­cher der Hal­le steht an obers­ter Stel­le. Für die­se bestand und besteht nie ein Sicherheitsrisiko.“

Die­se zwei Jah­re will die Stadt unter­des­sen nut­zen, um die erwähn­te Mach­bar­keits­stu­die zu ver­an­las­sen, um den Umfang der Maß­nah­men und den Bau­ab­lauf abse­hen zu kön­nen. „Erst­mal muss das Las­ten­heft klar sein“, sagt Finanz- und Immo­bi­li­en­re­fe­rent Bert­ram Felix. Er rech­ne damit, dass schon die Suche nach dem Pla­ner in einer wahr­schein­lich euro­pa­wei­ten Aus­schrei­bung sehr zeit­auf­wen­dig sein wird. Noch sei nicht abzu­se­hen, was bei der Unter­su­chung her­aus­kommt, denn „ein Groß­teil der Tech­nik ist unter abge­häng­ten Decken ver­bor­gen, die alle wie­der auf­ge­macht wer­den müs­sen“, so Felix. Für die Orga­ni­sa­ti­on der Maß­nah­men brau­che es ein eige­nes Projektteam.

Mit wel­chen Kos­ten rech­net die Stadt? „Ob 60 Mil­lio­nen Mark rei­chen wer­den, müs­sen wir abwar­ten“, sagt Star­ke mit Blick auf die Kos­ten des Neu­baus Kon­zert­hal­le. Klar sei aber, dass die Gesell­schaft „bam­berg con­gress und event“ die­se Sum­me natür­lich nicht auf­brin­gen kann, „das müs­sen wir im städ­ti­schen Haus­halt vor­se­hen und auch die­ser ist nicht allein in der Lage, die­se gewal­ti­ge Inves­ti­ti­on zu stem­men“, so Felix.

Die Bedürf­nis­se der Symphoniker

Betrof­fen von einer umfang­rei­chen Sanie­rung sind laut Rat­haus­mit­tei­lung in ers­ter Linie die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker und ihre rund 6.000 Abonnent:innen. „Wir sind unse­ren Abon­nen­ten, die uns oft­mals über Jahr­zehn­te hin­weg die Treue hal­ten, eine ver­läss­li­che Pla­nung der Kon­zer­te schul­dig“, sagt Inten­dant Mar­cus Rudolf Axt. Eben­so wich­tig sei, dass der Zuschuss des Frei­staats für die Baye­ri­sche Staats­phil­har­mo­nie maß­geb­lich davon abhängt, dass sich das Orches­ter wei­ter­hin im inter­na­tio­na­len Musik­markt auf Welt­klas­se-Niveau bewegt. „Dies ist jedoch nur mög­lich, wenn wir auch in Bam­berg mit Top-Solis­ten und Top-Diri­gen­ten zusam­men­ar­bei­ten, und die kom­men nur, wenn wir ein Kon­zert­haus mit Top-Akus­tik anbie­ten kön­nen“, sagt Axt.

Die Kon­zert- und Kon­gress­hal­le sei immer noch Bay­erns bes­ter Kon­zert­saal. Des­halb wünscht sich Axt eine Sanie­rung in Teil­ab­schnit­ten, die zwi­schen den ein­zel­nen Bau­pha­sen einen Sai­son­be­trieb ermög­licht. Mit län­ge­ren Som­mer­pau­sen, zeit­lich ver­kürz­ten Kon­zert­sai­sons und aus­führ­li­chen Tour­neen könn­ten die Sym­pho­ni­ker auch gele­gent­li­che Abschnit­te einer voll­ge­sperr­ten Hal­le überbrücken.

Andre­as Star­ke ver­sprach dazu, dass die Anfor­de­run­gen der Sym­pho­ni­ker höchs­te Prio­ri­tät genie­ßen. „Wir wol­len weder Abon­nen­ten noch Diri­gen­ten davon abhal­ten, in die Kon­zert­hal­le nach Bam­berg zu kom­men.“ Schränk­te dann aber mit den Wor­ten ein: „Wie­weit das mög­lich ist, wird uns die Mach­bar­keits­stu­die zeigen.“

Kon­zert in der Konzerthalle

75 Jah­re Städ­ti­sche Musik­schu­le: Puc­ci­ni, Pro­kof­jew, ABBA

Am Sams­tag ver­an­stal­tet die Städ­ti­sche Musik­schu­le zum Jubi­lä­um ihres 75-jäh­ri­gen Bestehens ein Kon­zert in der Kon­zert­hal­le. Das Pro­gramm der Ver­an­stal­tung bie­tet Abwechs­lung, zwei Stü­cke wer­den zum ers­ten Mal in Bam­berg zu hören sein.

Es soll die ers­te gro­ße Ver­an­stal­tung im Jahr des 75. Jubi­lä­ums wer­den. Am Sams­tag (16. März, 17 Uhr) lädt die Städ­ti­sche Musik­schu­le zum Orches­ter­kon­zert in den Joseph-Keil­berth-Saal der Kon­zert­hal­le Bam­berg ein. Dies gab die Stadt­ver­wal­tung in einer Mit­tei­lung bekannt. Das Pro­gramm mit zwei Bam­ber­ger Erst­auf­füh­run­gen gestal­ten die Suzu­ki-Grup­pen mit Vio­li­nen und Vio­len, das Jun­ge Streich­or­ches­ter, das Jun­ge Kam­mer­or­ches­ter Bam­berg und das sym­pho­ni­sche Jugend­or­ches­ter Bamberg.

Das Jun­ge Streich­or­ches­ter und das Jugend­or­ches­ter haben sich Anfang März in der Musik­aka­de­mie Schloss Wei­kers­heim inten­siv auf das Kon­zert vor­be­rei­tet und den Wer­ken den letz­ten Fein­schliff gege­ben. Fast 180 Kin­der und Jugend­li­che ins­ge­samt erler­nen an der zweit­größ­ten Musik­schu­le in Ober­fran­ken ein Streich­in­stru­ment. Vie­le tun dies nach der Suzu­ki-Metho­de, die einen frü­he­ren Beginn ermög­licht und von Beginn an das gemein­sa­me Musi­zie­ren einbezieht.

Zwei Erst­auf­füh­run­gen

Am Sams­tag zei­gen Vio­li­nen und Vio­len dann zu Beginn des Kon­zer­tes, was sie in den letz­ten Mona­ten gelernt haben und spie­len bekann­te Melo­dien wie den „Jäger­chor“ von Carl Maria von Weber. Mit „Peter und der Wolf“ bringt das Jun­ge Streich­or­ches­ter unter der Lei­tung von Masa­ko Sakai-Her­sen anschlie­ßend das musi­ka­li­sche Mär­chen von Ser­gej Pro­kof­jew auf die Bühne.

Nach einem Med­ley der bekann­tes­ten Lie­der von „ABBA“, gespielt vom Jun­gen Kam­mer­or­ches­ter Bam­berg unter der Lei­tung von Cezar Salem, hat dann das 45-köp­fi­ge sym­pho­ni­sche Jugend­or­ches­ter Bam­berg unter der Lei­tung von Mar­tin Erz­feld sei­nen Auf­tritt. Die­ses spielt das Prä­lu­dio Sin­fo­ni­co des ita­lie­ni­schen Opern­kom­po­nis­ten Gia­co­mo Puc­ci­ni, des­sen Todes­tag sich in die­sem Jahr zum 100. Male jährt.

Andre­as Mül­ler wird danach als Solist im vir­tuo­sen Kon­zert für Kon­tra­bass und Orches­ter von Ser­gej Kous­se­vitz­ky, des­sen Geburts­tag sich in die­sem Jahr zum 150. Male jährt, auf­tre­ten. Mül­ler ist stell­ver­tre­ten­der Solo­kon­tra­bas­sist am Staats­thea­ter Nürn­berg und hat sei­ne musi­ka­li­sche Aus­bil­dung zunächst an der Bam­ber­ger Musik­schu­le erhal­ten, bevor er in Mün­chen und Salz­burg stu­dier­te. Die Wer­ke von Puc­ci­ni und Kous­se­vitz­ky wer­den zum ers­ten Mal in Bam­berg zu hören sein. Zum Abschluss spielt das Jugend­or­ches­ter die Lyri­sche Suite von Edvard Grieg.

Poin­te of no return

Wil­ly Astor in der Konzerthalle

Es ist wie­der ein­mal soweit. Unter dem Mot­to „Poin­te of no return – the grea­test Witz“ gibt es im März Neu­es von Wil­ly Astor zu sehen und zu hören. Am 29. März tritt er in der Bam­ber­ger Kon­zert­hal­le auf. Da lohnt sich vor­her der Blick hin­ter die Kulis­sen, hin­ein in die Bio­gra­fie des Münch­ner Enter­tai­ners, der 1961 gebo­ren wurde.
Herr Astor, Sie haben 1985 zunächst ganz her­kömm­lich eine Leh­re als Werk­zeug­ma­cher und als Maschi­nen­bau­tech­ni­ker abge­schlos­sen, aber par­al­lel Gitar­re zu spie­len gelernt und ab Mit­te der 1980er Jah­re ers­te Büh­nen­er­fah­rung gesam­melt. Ab wann konn­ten Sie als Künst­ler Ihren Lebens­un­ter­halt bestreiten?

Wil­ly Astor: Ich hat­te schon immer neben­bei Gitar­ren­un­ter­richt gege­ben an der VHS in Mün­chen und im Frei­en Musik­zen­trum, dazu Pri­vat­schü­ler – das hat für eine klei­ne Exis­tenz gereicht, neben den damals noch weni­gen Auf­trit­ten. Außer­dem gab es etwas Sicher­heit. So ab Beginn der 1990er Jah­re konn­te ich dann als Künst­ler mei­nen Lebens­un­ter­halt, vor allem durch erfolg­rei­che Kaba­rett-Num­mern, bestreiten.

War das ein naht­lo­ser Über­gang oder brauch­ten Sie Zeit, um als Künst­ler bestän­dig erfolg­reich zu sein? Wel­ches Pro­gramm mar­kier­te den Durchbruch?

Wil­ly Astor: Unter Aus­schluss einer grö­ße­ren Öffent­lich­keit und ohne Medi­en mich zuhau­se wei­ter­zu­bil­den, zu schrei­ben, zu üben, das war nicht immer leicht, weil ich ja nicht wuss­te, wohin die Rei­se dann gehen wird. Mein ers­tes echt erfolg­rei­ches Pro­gramm war „Astor­la­vis­ta Baby“. Das Album dazu erschien 1993.

Haben Ihnen Radio und TV gehol­fen, Ihre Bekannt­heit zu stei­gern? Mit der Come­dy-Sen­dung „Die Feucht­gru­bers“ haben Sie in den 1990er Jah­ren auf Anten­ne Bay­ern für Furo­re gesorgt. Haben Sie jemals an eine Fort­set­zung gedacht?

Wil­ly Astor: Die Mög­lich­keit, bei Anten­ne Bay­ern als Komö­di­ant zu arbei­ten, war ein Rie­sen­ding für mich. Ich habe viel gelernt über das Radio­ma­chen und tol­le Kol­le­gen und Künst­ler ken­nen­ge­lernt. Die „Feucht­gru­bers“ habe ich von 1990 bis 1999 als Autor und Spre­cher der Rosl mit 186 Fol­gen beglei­tet. Zudem ist da zwi­schen Ste­phan Leh­mann und mir die Idee gereift, eine neue Bay­ern­hym­ne anzu­ge­hen. Der „Stern des Südens“ ent­stand so 1997. An eine Fort­set­zung habe ich nicht gedacht, alles hat sei­ne Zeit.

Brau­chen Sie die Abwechs­lung aus Kaba­rett, Musik und Lite­ra­tur, um Ihre Krea­ti­vi­tät voll auszuleben?

Wil­ly Astor: Für mich gibt es nichts lang­wei­li­ge­res als Mono­to­nie in der Kunst. Ich muss­te mich schon immer dahin bewe­gen, wohin es mir mein Instinkt mir sag­te. Da lag es nahe, dass ich neben mei­ner Arbeit als Komi­ker auch anfan­ge, zu kom­po­nie­ren und mich dem The­ma Kin­der­mu­sik wid­me. Der „Kin­di­sche Oze­an“ ist so zu einem Mar­ken­zei­chen geworden.

2015 haben Sie Ihr 30-jäh­ri­ges Büh­nen­ju­bi­lä­um gefei­ert. Wie war die Feier?

Wil­ly Astor: Das war im Münch­ner Cir­cus Kro­ne mit sen­sa­tio­nel­len Gäs­ten wie Ger­hard Polt, Spi­der Mur­phy Gang, Piet Glo­cke, Max Mutz­ke und mei­ner Sound of Islands-Band.

2022 sind sie mit unter­schied­li­chen Büh­nen­pro­gram­men auf Tour. Wel­che sind es?

Wil­ly Astor: Na, im Moment sieht es nach einem „Best of“ aus und natür­lich nach einem Kin­der­pro­gramm. Im Som­mer kom­men dann Open Air-Shows mit der Sound of Islands-Band dazu. Bis dato sind schon Pro­gram­me und Kon­zer­te bis Mit­te Juni 2023 in der Planung.

In Bam­berg prä­sen­tie­ren Sie am 29. März „Poin­te of no return – the grea­test Witz“ in der Kon­zert­hal­le. Was ver­birgt sich hin­ter die­sem Pro­gramm und wie erfolgt Ihre Aus­wahl für ein Best Of Mar­ke Wil­ly Astor?

Wil­ly Astor: Da gibt es natür­lich vie­le mei­ner Klas­si­ker wie das „Rad­käpp­chen“, die „Alko­hol­num­mer“, den „Faser­ma­cker“ und „Maschin scho putzt“ zu hören. Ich mache die Aus­wahl aus dem Bauch her­aus und las­se auch das Publi­kum Wün­sche auf die Büh­ne schreien.

Wer­den Sie dazu auch ein Album ver­öf­fent­li­chen? Wie wür­den sich Album und Pro­gramm unter­schei­den? „Der Zoo ist kein logi­scher Gar­ten“ („Kin­di­scher Oze­an 2“) erschien ja bereits 2019 und war das bis­her letz­te Musikalbum.

Wil­ly Astor: Ein neu­es Album gibt es erst wie­der, wenn ich etwas Neu­es habe. Wann, weiß ich noch nicht, ich bin jetzt gera­de erst in der Sam­mel- und Orientierungsphase.

Sie über­nah­men im sieb­ten Eber­ho­fer­kri­mi mit dem Titel „Kai­ser­schmarrn Dra­ma“ 2021 die Kino­rol­le eines Arz­tes. Eine neue Erfahrung?

Wil­ly Astor: Klar, das hat echt Spaß gemacht. Wür­de ich wie­der tun und die Kol­le­gen da haben mir gut gehol­fen, die­se Mini­rol­le gut zu spielen.

Online-Stream statt Konzerthalle

Abschluss­fei­er der IHK-Berufs­aus­bil­dung muss­te digi­tal stattfinden

Im Rah­men einer digi­ta­len Abschluss­fei­er hat das IHK-Gre­mi­um Bam­berg die erfolg­rei­chen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten der IHK-Abschluss­prü­fung aus Stadt und Land­kreis Bam­berg geehrt. Auf­grund der nach wie vor gel­ten­den Coro­na-Bestim­mun­gen konn­te die Abschluss­fei­er dies­mal nicht in Prä­senz in der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le stattfinden.

„Der Aus­bil­dungs­ab­schluss ist ein wich­ti­ger Mei­len­stein im Leben. Das gilt umso mehr, wenn man die Aus­bil­dung und Prü­fung unter Pan­de­mie­be­din­gun­gen durch­führt. Um den Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten Wert­schät­zung für ihre Leis­tung ent­ge­gen­zu­brin­gen und die Prü­fungs­bes­ten auch öffent­lich zu wür­di­gen, haben wir uns für ein digi­ta­les For­mat ent­schie­den“, erläu­tert IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weig­and, die auch Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg ist.

Mit dem erfolg­rei­chen Aus­bil­dungs­ab­schluss haben die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten eine soli­de Basis für ihren Berufs­weg gelegt. „Eine erfolg­rei­che Berufs­aus­bil­dung ver­bin­det Theo­rie und Pra­xis. Sie gibt das nöti­ge Rüst­zeug für das wei­te­re Berufs­le­ben. Egal wohin die wei­te­re beruf­li­che Rei­se geht – Beruf, wei­ter­füh­ren­de Schu­le, Wei­ter­bil­dung oder Stu­di­um – mit einem erfolg­rei­chen Aus­bil­dungs­ab­schluss ste­hen Ihnen alle Türen offen. Das kann Ihnen nie­mand mehr neh­men“, so die IHK-Prä­si­den­tin in ihrer Begrü­ßung in Rich­tung der Absol­ven­tin­nen und Absolventen.


18 Prü­fungs­bes­te im Raum Bamberg

Im Rah­men der Som­mer­prü­fung haben im IHK-Gre­mi­um Bam­berg ins­ge­samt 502 Prüf­lin­ge an der Abschluss­prü­fung teil­ge­nom­men, davon 466 mit Erfolg (92,8 Pro­zent). 360 erfolg­rei­che Abschlüs­se gab es bei den kauf­män­ni­schen Beru­fen, 106 bei den gewerb­lich-tech­ni­schen. 18 Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten erreich­ten die Traum­no­te 1, jeweils neun bei den kauf­män­ni­schen bzw. gewerb­lich-tech­ni­schen Beru­fen. Sie erhiel­ten im Rah­men der Ver­an­stal­tung eine „vir­tu­el­le Auszeichnung“.


Fern­seh­koch: „Im Team zum Erfolg“

Mit einem kurz­wei­li­gen Impuls­vor­trag rich­te­te sich Alex­an­der Herr­mann, Ster­ne­koch, Gas­tro­nom, Fern­seh­koch und Autor aus Ober­fran­ken, an die erfolg­rei­chen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten. Unter dem Mot­to „Im Team zum Erfolg“ erläu­ter­te er am Bei­spiel sei­nes Unter­neh­mens Herrmann’s Post­ho­tel GmbH & Co. KG in Wirs­berg, dass ein groß­ar­ti­ger Erfolg nur mit einem groß­ar­ti­gen Team mög­lich ist. Aus sei­ner Sicht sei es ele­men­tar, sein Team stark und sicher zu machen, um es für den Berufs­all­tag zu wapp­nen. Dazu müs­se den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern stets ver­mit­telt wer­den, war­um sie sich enga­gie­ren sol­len. „Das ‚War­um‘ ist ele­men­tar wich­tig“, so Herr­mann. „Jeder ist stolz auf sich und leis­tet für das Gan­ze etwas!“

Stell­ver­tre­tend für die erfolg­rei­chen Aus­bil­dungs­ab­sol­ven­tin­nen und ‑absol­ven­ten aus dem Raum Bam­berg bedank­te sich Nadi­ne Ber­ry von der Loh­mann-Koes­ter GmbH & Co. KG in Alten­dorf bei Ange­hö­ri­gen, IHK, Prü­fe­rin­nen und Prü­fern, Lehr­kräf­ten sowie Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­dern für die Unter­stüt­zung wäh­rend der Aus­bil­dungs­zeit. Sie erin­ner­te an ihre Aus­bil­dungs­zeit zurück, die im Ver­gleich zur Schu­le einen völ­lig ande­ren Tages­ab­lauf mit sich gebracht habe. Wich­tig sei­en für sie per­sön­lich in der Coro­na-Zeit vor allem die vie­len Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen gewe­sen, die ihr die Ori­en­tie­rung „auf der Arbeit“ erleich­tert hät­ten. „Da hat­te ich viel Glück und bin sehr dank­bar“, so Berry.


Wir sagen Ja zur Ausbildung

Die Coro­na-Zeit mit ihren Ein­schrän­kun­gen sei für vie­le Unter­neh­men eine gro­ße Her­aus­for­de­rung gewe­sen, so Son­ja Weig­and. Eine Stüt­ze sei­en in die­ser schwie­ri­gen Zeit oft gera­de die gut aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­te und die Aus­zu­bil­den­den gewe­sen. Den erfolg­rei­chen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten wünsch­te die IHK-Prä­si­den­tin einen guten Start in das Berufs­le­ben, egal für wel­chen der vie­len mög­li­chen Wege man sich ent­schei­de: „Es freut mich immer jun­ge Men­schen zu sehen, die mit Elan, wiss­be­gie­rig und vol­ler Mut in die Zukunft gehen und etwas aus ihrem Leben machen.“ Mit der ober­frän­ki­schen Band Bar­fly und dem Song „Ein Hoch auf Euch“ ende­te die vir­tu­el­le Abschlussfeier.