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Museum

Vor­le­sun­gen für jun­ge For­sche­rin­nen und Forscher

Anmel­dung zur Bam­ber­ger Kin­der-Uni ab sofort möglich

Bei der Kin­der-Uni an der Uni­ver­si­tät Bam­berg wer­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu jun­gen For­sche­rin­nen und For­schern. An drei Sams­ta­gen fin­det die­se im Win­ter­se­mes­ter wie­der an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.

War­um ist Tay­lor Swift so erfolg­reich? Was pas­siert durch den Kli­ma­wan­del mit der Umwelt? Und was ver­ra­ten archäo­lo­gi­sche Fun­de über die Kul­tur des Mit­tel­al­ters? Die­se drei The­men­ge­bie­te erfor­schen Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler im Alter von 9 bis 12 Jah­ren im Rah­men der Kin­der-Uni. Sie fin­det im Win­ter­se­mes­ter 2025/​/​26 an drei Sams­ta­gen an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.


Mega-Star Tay­lor Swift – War­um ist sie so erfolgreich?

In der ers­ten Vor­le­sung am Sams­tag, 8. Novem­ber 2025, beschäf­ti­gen sich die jun­gen For­sche­rin­nen und For­scher gemein­sam mit Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app vom Lehr­stuhl für Lite­ra­tur und Medi­en mit der Fra­ge, war­um die Sän­ge­rin Tay­lor Swift so erfolg­reich ist. Ist es ihre Stim­me? Sind es ihre Melo­dien? Oder ist es ihr Image? Die­sen Fra­gen gehen sie in der Vor­le­sung gemein­sam mit dem Swift-Exper­ten und Swif­tie Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app auf den Grund. Zudem erwar­ten die jun­gen For­schen­den Erkennt­nis­se dar­über, wie die Musik­in­dus­trie funk­tio­niert und was es bedeu­tet, ein Mega-Star zu sein. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Der Kli­ma­wan­del und wir – Was mit unse­rer Umwelt pas­siert und was wir ändern müssen

Alle reden über den Kli­ma­wan­del. Man­che fin­den Kli­ma­schutz wich­tig und ande­re sagen, das ist über­trie­ben. Aber was steckt eigent­lich dahin­ter? War­um wird es auf der Erde immer wär­mer, und wel­che Fol­gen hat das für Men­schen, Tie­re und Pflan­zen? Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann, Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie, ins­be­son­de­re Sozia­le Ungleich­heit, gestal­tet am Sams­tag, 15. Novem­ber 2025, die zwei­te Vor­le­sung der Kin­der-Uni. Gemein­sam wird erforscht, wie die Erd­er­wär­mung ent­steht und was getan wer­den muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu kön­nen. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Kli­ma, son­dern auch um mehr Gerech­tig­keit: Denn rei­che Men­schen scha­den dem Kli­ma viel mehr als Arme, aber lei­den viel weni­ger unter den Fol­gen. In die­ser Vor­le­sung wird gezeigt, wie Armut und Reich­tum mit dem Kli­ma­wan­del zusam­men­hän­gen. Außer­dem wird gemein­sam über­legt, was man selbst gegen den Kli­ma­wan­del tun kann. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Von Rit­tern und Bam­ber­ger Bür­gern – Was archäo­lo­gi­sche Fun­de über die (Tisch-)Kultur des Mit­tel­al­ters verraten

Die drit­te Vor­le­sung fin­det am Sams­tag, 22. Novem­ber 2025, statt. Brit­ta Zieg­ler vom Lehr­stuhl für Archäo­lo­gie des Mit­tel­al­ters und der Neu­zeit erklärt, was Archäo­lo­gin­nen und Archäo­lo­gen durch Aus­gra­bun­gen alles erfah­ren kön­nen. Wenn bei­spiels­wei­se eine alte Kera­mik­scher­be gefun­den wird, kann die­se Scher­be ver­ra­ten, wie eine Burg ein­ge­rich­tet war oder ob die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner eines Hau­ses arm oder reich waren. Außer­dem geben sol­che Fun­de Aus­kunft dar­über, wel­che Werk­zeu­ge und Tech­ni­ken die Men­schen frü­her bereits kann­ten. Die Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler haben die Mög­lich­keit, 500 Jah­re alte Ori­gi­nal­fun­de ken­nen­zu­ler­nen, den Umgang mit ihnen zu erler­nen und die Geheim­nis­se über das Leben von damals zu erfah­ren. Die Ver­an­stal­tung fin­det zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 /​/​00.06, Am Kra­nen 14. Bei die­ser Vor­le­sung ist die Teil­neh­men­den­zahl auf 20 Kin­der begrenzt.

Seit 2003 prä­sen­tie­ren Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler jedes Jahr The­men aus ihren For­schungs­ge­bie­ten in Vor­le­sun­gen, die sie spe­zi­ell für Kin­der hal­ten. Erwach­se­ne Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer sind des­halb bei den Vor­le­sun­gen nicht zuge­las­sen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu fin­den, eben­so die Anmeldemöglichkeit.

Stu­die­ren­de leis­ten Grund­la­gen­ar­beit für künf­ti­ges Museum

Uni­ver­si­tät Bam­berg erschließt Paul Maars Vorlass

Bald soll Paul Maars Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums. Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te, wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mitteilt.

Paul Maar ist einer der bekann­tes­ten Kin­der­buch­au­to­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum – und weit dar­über hin­aus. Sei­ne Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Spra­chen über­setzt. Zuletzt brach­te er auch Lite­ra­tur für Erwach­se­ne her­aus. Bald soll sein Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums: Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te. In den zahl­rei­chen Kis­ten fan­den sie unter ande­rem Bücher, Manu­skrip­te, Fotos, Film­re­qui­si­ten, Sams-Pup­pen, Zeich­nun­gen, Fan­post und per­sön­li­che Noti­zen. Ohne eine sys­te­ma­ti­sche Inven­ta­ri­sie­rung wäre eine musea­le Pla­nung eben­so wie die spä­te­re Bestands-Ver­wal­tung im lau­fen­den Betrieb unmög­lich. Am 31. August 2025 konn­ten sie die Inven­ta­ri­sie­rung dank der erfolg­rei­chen Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Hall­stadt und der Lan­des­stel­le für die nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern abschließen.


Inven­ta­ri­sie­ren, archi­vie­ren, bewahren

„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Muse­ums­idee gehört habe. Paul Maar ist ein Aus­hän­ge­schild für unse­re Regi­on – und welt­weit bekannt. Mit sei­nen Büchern hat er die Kind­heit vie­ler Men­schen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heid­run Alz­hei­mer, ehe­ma­li­ge Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Sie lei­te­te das Inventarisierungsprojekt.

Die Inven­ta­ri­sie­rung – also die Erfas­sung und Doku­men­ta­ti­on sämt­li­cher Objek­te – ist Grund­vor­aus­set­zung für jedes Muse­um. Sie dient nicht nur der Ord­nung und Archi­vie­rung, son­dern ist auch Basis für spä­te­re Aus­stel­lun­gen, digi­ta­le Anwen­dun­gen, Kon­ser­vie­rung, Scha­dens­do­ku­men­ta­ti­on und Ver­wal­tung. Seit Febru­ar erfass­ten vier Mas­ter­stu­die­ren­de der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie gemein­sam mit Heid­run Alz­hei­mer sämt­li­che Objek­te aus Paul Maars Vor­lass mit­hil­fe einer pro­fes­sio­nel­len Soft­ware. Bis Ende August 2025 haben sie einen Groß­teil der rund 5.000 Stü­cke doku­men­tiert. Nur kur­so­risch erfasst wur­de die Fan­post auf­grund der schie­ren Mas­se an Zuschrif­ten begeis­ter­ter Leser und Lese­rin­nen. Vie­le Schrei­ben sind lie­be­voll illus­triert und zeu­gen von der anhal­ten­den Wir­kung von Maars Werk.


Stu­die­ren­de ler­nen pro­fes­sio­nel­le Museumsarbeit

Dass Stu­die­ren­de an dem Pro­jekt betei­ligt waren, kommt nicht von unge­fähr, son­dern ist eines der Ergeb­nis­se einer vor­aus­schau­en­den Lehr­stra­te­gie: Heid­run Alz­hei­mer erkann­te früh, dass Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten aus der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie häu­fig das Berufs­feld „Muse­um“ anstre­ben. Um dar­auf im Stu­di­um vor­zu­be­rei­ten, ent­wi­ckel­te sie eigens ein Pra­xis­mo­dul zur Muse­ums­aus­bil­dung, in dem der Umgang mit Samm­lun­gen, kon­ser­va­to­ri­sche Grund­la­gen und digi­ta­le Erfas­sungs­me­tho­den pra­xis­nah ver­mit­telt wer­den. Die Stu­die­ren­den bli­cken in den Kur­sen auch hin­ter die Kulis­sen, etwa bei Besu­chen in den Muse­en Bay­erns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vor­lass ist ein Bei­spiel dafür, wie eng aka­de­mi­sche Aus­bil­dung und ange­wand­te Kul­tur­ar­beit zusam­men­spie­len kön­nen: „Die Stu­die­ren­den ler­nen hier Muse­ums­pra­xis im bes­ten Sin­ne – von der Ver­schlag­wor­tung bis zur Erfas­sung kom­ple­xer Objek­te in ver­schie­de­nen Spra­chen, Schrif­ten und media­len For­ma­ten“, so Alz­hei­mer. Eine Inven­tar­num­mer wird nach kon­ser­va­to­ri­schen Stan­dards direkt am Objekt ange­bracht, Ver­wei­se auf ver­wand­te Stü­cke in der Daten­bank mit Hil­fe von Refe­renz­num­mern ergänzt. Das emp­find­li­che Mate­ri­al wird in säu­re­frei­em Sei­den­pa­pier und Spe­zi­al­kar­tons archiviert.

„Ich woll­te schon immer im Muse­ums­be­reich arbei­ten – und durch die­ses Pro­jekt hat sich mein Berufs­wunsch noch ein­mal rich­tig gefes­tigt“, sagt Melis­sa Link, Mas­ter­stu­den­tin der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie. „Beson­ders schön war, dass wir dabei nicht ein­fach nur Objek­te inven­ta­ri­siert haben, son­dern viel über Paul Maar als Mensch erfah­ren konn­ten. Und er selbst war bei Fra­gen ansprech­bar – das war wirk­lich ein High­light.“ Für Link war die Inven­ta­ri­sie­rung nicht nur eine pro­fes­sio­nel­le, son­dern auch eine pri­va­te Berei­che­rung: „Paul Maar hat mich mit sei­ner Krea­ti­vi­tät ange­steckt. Und ich sehe manch all­täg­li­che Din­ge mit ganz ande­ren Augen.“ In ihrer Mas­ter­ar­beit möch­te sie sich nun mit den hand­werk­li­chen und kon­ser­va­to­ri­schen Aspek­ten des Inven­ta­ri­sie­rens beschäf­ti­gen – am Bei­spiel der Paul Maar Samm­lung. Eini­ge Objek­te wird sie auch bio­gra­phisch erforschen.


Bli­cke in das Leben von Paul Maar

Neben den bekann­ten Publi­ka­tio­nen und ihren inter­na­tio­na­len Aus­ga­ben fin­den sich im Vor­lass auch per­sön­li­che Zeug­nis­se: Fotos von Lese­rei­sen und Besu­chen in Goe­the-Insti­tu­ten rund um den Glo­bus, Gra­phi­ken, Brie­fe, hand­schrift­li­che Skiz­zen und Manu­skrip­te und Bücher mit Anmer­kun­gen für Lesun­gen. „Man spürt an vie­len Stel­len, wie eng bio­gra­phi­sche Erfah­run­gen und lite­ra­ri­sche Arbeit bei Paul Maar ver­knüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als sei­ne Sams-Bücher“, sagt Alz­hei­mer. So fin­den sich im Vor­lass bei­spiels­wei­se Fotos mit den Jazz­grö­ßen Keith Jar­rett und Jan Gar­ba­rek, für die Maar ein Schall­plat­ten­co­ver gestal­tet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem dama­li­gen Wohn­ort Gröt­zin­gen zu Besuch.

Beson­ders kurio­ses Mate­ri­al stel­len die Requi­si­ten aus dem zwei­ten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlum­mer­ten jah­re­lang in der Gara­ge eines Bam­ber­ger Stadt­füh­rers, der sie nun dem Muse­um über­las­sen hat. Im Film war in der Bam­ber­ger Innen­stadt ein Hun­de­sa­lon ein­ge­rich­tet, daher zäh­len zu den Requi­si­ten so kurio­se Din­ge wie Hundelockenwickler.

Die Eröff­nung des Muse­ums ist in den nächs­ten Jah­ren geplant. Bereits im Okto­ber 2025 fin­det im Kul­tur­bo­den Hall­stadt eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung mit Podi­ums­dis­kus­si­on und einer Aus­stel­lung mit Gra­fi­ken von Paul Maar statt. Auch der Künst­ler selbst wird anwe­send sein.

Kos­ten­frei­es Pro­gramm für die gan­ze Familie 

Som­mer­fe­ri­en­pro­gramm im Muse­um für bäu­er­li­che Arbeitsgeräte

Die Lern­werk­statt im Muse­um für bäu­er­li­che Arbeits­ge­rä­te bie­tet in den Som­mer­fe­ri­en wie­der ein umfang­rei­ches, kos­ten­frei­es Pro­gramm für die gan­ze Fami­lie an, das ab sofort gebucht wer­den kann.

„Nach einer lan­gen War­te­zeit geht es nun auch wie­der im Muse­um für bäu­er­li­che Arbeits­ge­rä­te rich­tig los. Das Muse­ums­team hat die besu­cher­freie Zeit genutzt, um inno­va­ti­ve Pro­gram­me für den Frei­zeit­be­reich zu ent­wi­ckeln. Gera­de Fami­li­en hat­ten es in den letz­ten Mona­ten nicht leicht und haben sich eine Aus­zeit ver­dient – dort möch­te das Muse­um anknüp­fen. Die Aus­stel­lung im Muse­um für bäu­er­li­che Arbeits­ge­rä­te bie­tet eine Zeit­rei­se in die Ver­gan­gen­heit und kann sowohl von Fami­li­en als auch von Kin­dern auf eige­ne Faust neu ent­deckt wer­den“, so Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm.


Umfang­rei­ches Familienprogramm

Im Fami­li­en­pro­gramm ste­hen acht unter­schied­li­che Muse­ums­ral­lyes zur Aus­wahl, wel­che sich the­ma­tisch mit dem Leben auf dem Land oder der tech­ni­schen Ent­wick­lung land­wirt­schaft­li­cher Gerä­te beschäf­ti­gen. Zu den Ral­lyes kann ein prak­ti­scher Work­shop mit Kurz­füh­rung dazu gebucht wer­den. Mit der Her­stel­lung von Samen­bom­ben oder selbst­ge­mach­ter Rin­gel­blu­men­sal­be ste­hen in die­sem Jahr bei den Fami­li­en-Work­shops der Heil­kräu­ter­gar­ten und die Insek­ten­wei­den im Fokus. Das zwei­stün­di­ge Pro­gramm wird vom 2. August bis 10. Sep­tem­ber ange­bo­ten und rich­tet sich ins­be­son­de­re an Fami­li­en mit Kin­dern zwi­schen vier und 14 Jahren.

Die Beson­der­heit des Ange­bots ist, dass den Kin­dern mit ihren Eltern oder auch Groß­el­tern jeweils das kom­plet­te Muse­um exklu­siv zur Ver­fü­gung gestellt wird. Dadurch ent­fällt auch die Mas­ken­pflicht in der Aus­stel­lung. Bei den Ral­lyes erfah­ren Kin­der auf spie­le­ri­sche Wei­se mehr über die Objek­te im Muse­um und kön­nen außer­dem beim Malen und Bas­teln ihrer Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf lassen.


Krea­ti­ves Kinderprogramm

Wei­ter­hin wur­de in die­sem Jahr auch ein geson­der­tes Feri­en­pro­gramm nur für Kin­der ent­wi­ckelt, für das Kin­der ab 9 Jah­ren ange­mel­det wer­den kön­nen. Es han­delt sich dabei um vier span­nen­de Aktio­nen, die sich zum Bei­spiel mit der Her­stel­lung eige­ner Wachs­mal­stif­te oder dem Aus­pro­bie­ren einer alten foto­gra­fi­schen Tech­nik beschäf­ti­gen. Die Work­shop­ter­mi­ne dafür fin­den jeweils Diens­tag und Don­ners­tag statt. An drei Ter­mi­nen haben Kin­der zusätz­lich die Mög­lich­keit, das Muse­um im Dun­keln zu erkun­den und alte Beleuch­tungs­mög­lich­kei­ten zu testen.


Um Anmel­dung wird gebeten

Um War­te­zei­ten und Grup­pen­bil­dun­gen zu ver­mei­den, wird um eine tele­fo­ni­sche Anmel­dung gebe­ten. Für das Fami­li­en­pro­gramm sind zwei­stün­di­ge Slots zwi­schen 10 und 17 Uhr von Mon­tag bis Frei­tag buch­bar. Das Kin­der­fe­ri­en­pro­gramm ist auf 5 Teil­neh­men­de begrenzt und jeweils diens­tags und don­ners­tags zwi­schen 15 und 17 Uhr, bezie­hungs­wei­se 20 und 22 Uhr buch­bar. Besu­che­rin­nen und Besu­cher außer­halb des Feri­en­pro­gramms kön­nen das Muse­um eben­falls nur nach Anmel­dung besichtigen.

Anmel­dun­gen erfol­gen unter Tel. 0921 7846–1436 oder ‑1437. Eine Über­sicht des Feri­en­pro­gramms und aktu­el­le Infor­ma­tio­nen fin­den Inter­es­sen­ten auf der Home­page des Bezirks unter https://www.bezirk-oberfranken.de/kultur/museum-fuer-baeuerliche-arbeitsgeraete/sommerferienprogramm-2021/

Muse­um ist wie­der geöffnet 

Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um begrüßt Gäste

Die momen­ta­nen Locke­run­gen der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung las­sen es zu, dass auch das Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um in der Bam­ber­ger Gärt­ner­stadt wie­der sein Tor für sei­ne Gäs­te öff­nen kann. Da sich die Situa­ti­on in letz­ter Zeit wei­ter ver­bes­sert hat, ist kei­ne Ter­min­bu­chung mehr not­wen­dig. Für einen Besuch ist ledig­lich eine FFP2-Mas­ke und die Ein­hal­tung der Hygie­ne­re­geln vor Ort notwendig.

„Lan­ge haben wir gewar­tet und freu­en uns des­halb umso mehr, dass wir zu den gewohn­ten Öff­nungs­zei­ten, diens­tags bis sonn­tags von 11 bis 17 Uhr, wie­der für unse­re Gäs­te da sein dür­fen“, so Andre­as Dechant, ers­ter Vor­sit­zen­der des Ver­eins Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um. Eine sta­bi­le Coro­na-Lage vor­aus­ge­setzt, kann das Muse­um bis zum 7. Novem­ber 2021 besucht wer­den, bevor es in die Win­ter­pau­se geht.

Das Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um bie­tet die Mög­lich­keit der Besich­ti­gung eines his­to­ri­schen Gärt­ner­hau­ses. Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de und zahl­rei­che tra­di­tio­nel­le Werk­zeu­ge zei­gen, wie Gärt­ner­fa­mi­li­en um 1900 gelebt haben. Neben den Expo­na­ten geben Mul­ti­me­dia­sta­tio­nen, Schau­ta­feln und das „Gärt­ner­ki­no“ im ehe­ma­li­gen Stall beson­de­re Ein­bli­cke in die viel­fäl­ti­ge Gärt­ner­welt. Ein beson­de­res High­light ist der Schau­gar­ten im Frei­land­be­reich des Muse­ums. „Das Inter­es­se an Kul­tur­ange­bo­ten ist aktu­ell beson­ders hoch. Lan­ge muss­te auf einen Muse­ums­be­such und kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen ver­zich­tet wer­den. Das Bam­ber­ger Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um ist ein Ort der Kul­tur in einem indi­vi­du­ell schö­nen Rah­men prä­sen­tiert und ein­fach immer einen Besuch wert“, so Patri­cia Alberth, Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe Bamberg.

Aktu­ell dür­fen auch Grup­pen-Füh­run­gen mit bis zu 15 Per­so­nen wie­der ange­bo­ten wer­den. Die ein­ein­halb­stün­di­gen Füh­run­gen durch das Muse­um sind buch­bar bei Ste­pha­nie Eiß­ing unter eissing.stephanie@web.de. Für Indi­vi­du­al­be­su­che­rin­nen und ‑besu­cher bie­tet sich die öffent­li­che Gärt­ner­stadt-Füh­rung an, auch hier steht ein Besuch im Gärt­ner- und Häcker­mu­se­um auf dem Pro­gramm. Die Tour fin­det immer frei­tags um 14.30 Uhr statt und ist über das Info­te­le­fon 0951÷2976−200 oder direkt bei der Tou­rist Infor­ma­ti­on, Gey­ers­wörth­stra­ße 5, zu buchen.

Mehr Infor­ma­tio­nen rund um das Muse­um sind zu fin­den auf der Inter­net­sei­te des Gärt­ner- und Häcker­mu­se­ums unter https://gaertner-und-haecker-museum.byseum.de/



Bam­bergs grü­nes Erbe

Als ein­zi­ges Muse­um in Süd­deutsch­land bie­tet das Gär­ten- und Häcker­mu­se­um Bam­berg Infor­ma­tio­nen rund um das gewerb­li­che inner­städ­ti­sche Arbei­ten und Leben der Gemü­se- und Wein­gärt­ner, ihre Kul­tur und Geschich­te. Bis ins 19. Jahr­hun­dert war Bam­berg auch eine Wein­bau­re­gi­on. Durch die Ver­än­de­rung des Kli­mas und dem Anschluss an Bay­ern war der Wein­an­bau nicht mehr ren­ta­bel und die ehe­ma­li­gen Wein­gärt­ner (Häcker) stie­gen auf Hop­fen, Obst und Getrei­de um. Die Gärt­ner arbei­ten bis heu­te auf ihren Fel­dern in Bam­berg und ver­sor­gen die Bevöl­ke­rung mit fri­schen, regio­na­len Pro­duk­ten. Die his­to­ri­schen Anbau­flä­chen der Gärt­ner gehö­ren zum UNSE­CO-Welt­erbe „Alt­stadt von Bam­berg“. Seit 2016 steht der Inner­städ­ti­sche Erwerbs­an­bau in Bam­berg auch auf der Lis­te des Imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes der Bun­des­re­pu­blik Deutschland.

Muse­en haben wie­der geöffnet

Die Muse­en am Dom­berg prä­sen­tie­ren Kostbares

Die Schön­heit des Bam­ber­ger Dom­bergs ist in Zei­ten der Coro­na-Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, die zwangs­läu­fig men­schen- und auto­lee­re Plät­ze und Stra­ßen mit sich brach­ten, mehr als sonst sicht­bar gewe­sen. Die Schät­ze in den Muse­en blie­ben der Öffent­lich­keit jedoch wochen­lang ver­bor­gen, da die Muse­en geschlos­sen blei­ben muss­ten. Nun öff­nen die Ein­rich­tun­gen rund um den Dom­berg wie­der ihre Pfor­ten. In den letz­ten Mona­ten wur­den jedoch trotz der Pan­de­mie flei­ßig Vor­be­rei­tun­gen für neue Aus­stel­lun­gen und deren Eröff­nun­gen getrof­fen. Dort, wo es noch immer kei­nen Ein­lass gibt oder Ver­an­stal­tun­gen aus­fal­len, hel­fen Online­an­ge­bo­te und Vir­tua­li­sie­rung aus.
Man­fred Scharpf: „Blind Date mit den Far­ben des Lebens“, Diözesanmuseum

Das Diö­ze­san­mu­se­um öff­ne­te als ers­tes der Bam­ber­ger Muse­en wie­der und zeigt neben den stän­di­gen Kunst­schät­zen seit dem 15. Mai die Son­der­aus­stel­lung „Man­fred Scharpf: Blind Date mit den Far­ben des Lebens“. Die­se ver­sam­melt bis zum 6. Sep­tem­ber ins­ge­samt 20 Wer­ke des All­gäu­er Künst­lers, die fast alle erst in den letz­ten drei Jah­ren, zum Teil sogar in den letz­ten Wochen, ent­stan­den sind. Ihre Cha­rak­te­ris­ti­ken: ein meis­ter­li­ches Spiel zwi­schen Ver­gan­gen­heit, Tra­di­ti­on und Moder­ne. Empa­thie ist dem 1945 gebo­re­nen Künst­ler in sei­nen Gemäl­den ein beson­de­res Anliegen.

Gera­de in der Coro­na-Pan­de­mie-Zeit rückt der Wert des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens noch ein­mal in den Fokus. Inso­fern ist die­ses The­ma, das sich wie ein roter Faden durch die Wer­ke Scharpfs zieht, aktu­el­ler denn je. Dies zeigt sich etwa in dem Dop­pel­bild­nis „Wär­me­tausch“ (sie­he links), bei dem sich eine hell- und eine dun­kel­häu­ti­ge Frau gegen­über­ste­hen – bei­de mit Glie­der­ket­ten um den Hals. In sei­nem Pav­lov-Zyklus, in wel­chem er auf den Fund­platz der jün­ge­ren Alt­stein­zeit in Pav­lov in Tsche­chi­en Bezug nimmt, stellt der Künst­ler eine „Brü­cke über den Strom der Zeit“ her, indem er die Lehm­erden aus den Gra­bun­gen als Mal­pig­men­te verarbeitet.

Eini­gen leuch­tend pop­pi­gen Wer­ken, die in Koope­ra­ti­on mit dem Pari­ser Street­art-Künst­ler Den­End ent­stan­den, ste­hen Gemäl­de gegen­über, die von einer inten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit Iko­nen der Kunst­ge­schich­te zeu­gen, so das Dipty­chon „Nefer­ti­ti – die Schö­ne kommt!“, das auf die berühm­te Nofre­te­te-Büs­te aus Ber­lin bezugnimmt.

Aus der Aus­stel­lung „Tüte um Tüte“, His­to­ri­sches Muse­um; Foto: Chris­tia­ne Wendenburg 

Son­der­aus­stel­lung „Tüte um Tüte“ – His­to­ri­sches Museum

In die­ser Aus­stel­lung erfah­ren die Besu­che­rin­nen und Besu­cher etwas über die Geschich­te der Plas­tik­tü­te, ihre Rol­le für die Umwelt, ihre Funk­ti­on als Ein­kaufs­beu­tel und Wer­be­flä­che und ihre ver­schie­de­nen Erschei­nungs­for­men. Auch wer­den Alter­na­ti­ven wie Baum­woll- und Bio­plas­tik­ta­schen unter die Lupe genommen.

Die Son­der­schau soll­te eigent­lich am 3. April eröff­nen, denn die Oster­fe­ri­en sind für das His­to­ri­sche Muse­um immer der Start in die Sai­son und ent­spre­chend besu­cher­stark. Dann mach­te die Coro­na-Pan­de­mie einen Strich durch die Rech­nung. Die Aus­stel­lungs­vor­be­rei­tun­gen lie­fen aber trotz der Ein­schrän­kun­gen hin­ter geschlos­se­nen Türen wei­ter. Schließ­lich, Direk­to­rin Dr. Regi­na Hane­mann und ihr Team blie­ben opti­mis­tisch, soll­te alles fer­tig sein, wenn die Muse­en wie­der öff­nen dür­fen. Der Opti­mis­mus und das Dran­blei­ben auch ohne Besu­cher­strö­me und Reso­nanz – so schwer das zuwei­len auch fiel – haben sich aus­ge­zahlt. „Tüte um Tüte“ wird seit Chris­ti Him­mel­fahrt der Öffent­lich­keit präsentiert.

In den Aus­stel­lungs­räu­men der Alten Hof­hal­tung ist ein gro­ßer Markt­stand auf­ge­baut, an dem die Geschich­te der Tra­ge­ta­sche erzählt wird. Im his­to­ri­schen Pfer­de­stall wer­den Tüten nach unter­schied­lichs­ten The­men­grup­pen prä­sen­tiert, zum Bei­spiel Tüten aus Bam­ber­ger Geschäf­ten, Tüten aus aller Welt oder Muse­ums­tü­ten. Zwi­schen den spe­zi­ell ange­fer­tig­ten Stell­wän­den gibt es vie­le Sta­tio­nen, an denen Besu­che­rin­nen und Besu­cher selbst aktiv wer­den, Spie­le machen oder ihre Mei­nung pos­ten können.

Hin­ter den Kulis­sen wur­den flei­ßig Aus­stel­lungs­tex­te geschrie­ben, Text­fah­nen designt und genäht, Fly­er ent­wor­fen und gedruckt. Vor allem bei Letz­te­rem über­hol­ten die stän­dig zu aktua­li­sie­ren­den Vor­schrifts­maß­nah­men die Muse­ums­be­leg­schaft, da immer wie­der Pro­gramm­punk­te abge­sagt oder ver­scho­ben wer­den muss­ten. Aber nun ist auch die Aus­stel­lung sozu­sa­gen in der Tüte. War­um es über­haupt Tüten gibt, erklärt die Aus­stel­lungs­ku­ra­to­rin Dr. Johan­na Blu­me: „Inter­es­san­ter­wei­se war es nicht vor­ran­gig eine Fra­ge der tech­ni­schen Mach­bar­keit, die zur Ein­füh­rung der Plas­tik­tü­te führ­te. Aus­schlag­ge­bend war vor allem die Ver­brei­tung der Selbst­be­die­nungs­lä­den nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Man brauch­te etwas, das spon­ta­nes Ein­kau­fen mög­lich mach­te, für Pro­duk­te warb und reiß­fest war. Die Lösung war die Plastiktüte.“

Die Plas­tik­tü­te gilt als umstrit­te­nes Sym­bol der Kon­sum­kul­tur und soll in Kür­ze abge­schafft wer­den. Die Aus­stel­lung „Tüte um Tüte“ wid­met sich erst­mals die­sem kul­tur­ge­schicht­li­chen Objekt. Sie zeigt, wie und war­um man begann, im 19. und 20. Jahr­hun­dert zunächst Papier- und dann Plas­tik­tü­ten zu ver­wen­den und wel­ches Image die Taschen ihren Trä­gern ver­lei­hen. Auch gra­vie­ren­de Umwelt­pro­ble­me, wie die Ver­schmut­zung der Mee­re und das Ein­ge­hen von Mikro­plas­tik in den Natur­kreis­lauf, wer­den thematisiert.

„Joseph Hel­ler und die Kunst des Sam­melns“ – Staats­bi­blio­thek Bamberg

Die Staats­bi­blio­thek plan­te vor der Coro­na-Pan­de­mie eine Früh­jahrs­aus­stel­lung, um ihren bedeu­ten­den Mäzen Bam­bergs zu ehren. Mit der Aus­stel­lung „Joseph Hel­ler und die Kunst des Sam­melns“ woll­te die Staats­bi­blio­thek Bam­berg an einen nicht nur regio­nal her­vor­ste­chen­den Kunst­samm­ler und Sam­mel­künst­ler erin­nern und zugleich die Ergeb­nis­se eines Hel­ler gewid­me­ten For­schungs­pro­jekts vor­stel­len. Hel­ler ver­erb­te sei­ne außer­ge­wöhn­lich umfang­rei­che Samm­lung aus Glas- und Ölge­mäl­den, Mün­zen, Medail­len, Druck­for­men, Büchern und etwa 50.000 Blatt Gra­phik der Biblio­thek „in der edlen Absicht, dass der Kunst­sinn bei jun­gen Leu­ten geweckt und unter­hal­ten wer­de“, wie er in sei­nem Tes­ta­ment schrieb.

Da die behörd­li­chen Coro­na-Auf­la­gen in der Staats­bi­blio­thek jedoch nicht umsetz­bar sind, muss die Aus­stel­lung ver­scho­ben wer­den. Sie wird aber zu einem spä­te­ren Zeit­punkt gezeigt, zu dem auch das umfang­rei­che Begleit­pro­gramm statt­fin­den kann.

Die Ent­täu­schung dar­über, die Wer­ke Hel­lers zunächst nicht prä­sen­tie­ren zu dür­fen, ist sei­tens der Ver­ant­wort­li­chen mitt­ler­wei­le ver­wun­den. Die Staats­bi­blio­thek freut sich, die beglei­ten­de Publi­ka­ti­on – ent­stan­den aus einem Semi­nar des Lehr­stuhls für Neue­re und Neu­es­te Kunst­ge­schich­te der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg – schon jetzt als Appe­ti­zer in Form eines inter­ak­ti­ven E‑Books offe­rie­ren zu kön­nen. In die­ser frei ver­füg­ba­ren Online-Aus­ga­be – ein­fach auf­zu­ru­fen über die Home­page der Staats­bi­blio­thek Bam­berg – lässt sich gut auch von zuhau­se aus schmö­kern. Der Band ver­sam­melt Auf­sät­ze meh­re­rer Fach­leu­te, unter ihnen den von Dr. Fran­zis­ka Ehrl, der Koor­di­na­to­rin des durch die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft geför­der­ten Pro­jek­tes „Die Gra­phik­samm­lung Joseph Hel­lers in der Staats­bi­blio­thek Bam­berg – Visua­li­sie­rung und Ver­net­zung einer Sammlungsstruktur“.

Eben­so zu Wort kom­men Bam­ber­ger Stu­die­ren­de der Kunst­ge­schich­te. Das E‑Book bie­tet mehr als einen Vor­ge­schmack auf die Aus­stel­lung. Ver­link­te Bild- und Lite­ra­tur­quel­len füh­ren direkt in die digi­ta­len Samm­lun­gen, zuvor­derst in die der Staats­bi­blio­thek. Wie bei einem Aus­stel­lungs­rund­gang kann die Rou­te selbst gewählt wer­den: Jeder Klick eröff­net einen Neben­weg zu objekt­spe­zi­fi­schen Infor­ma­tio­nen oder wei­ter­füh­ren­der Literatur.

Neue Resi­denz: „Unbe­kann­te Schät­ze. Möbel und Kunst­wer­ke aus den Depots der Bam­ber­ger Residenz“

Für die Wie­der­eröff­nung der Neu­en Resi­denz nach den umfang­rei­chen Restau­rie­rungs­ar­bei­ten war ein aus­ge­dehn­tes Ver­an­stal­tungs­pro­gramm geplant. Vie­les – dar­un­ter alle Ter­mi­ne von April bis Juni – muss­te aber auch hier abge­sagt wer­den. Ein Kunst­ge­nuss aber ist sicher: Vom 4. Juli bis 27. Sep­tem­ber ist eine Son­der­aus­stel­lung mit dem Titel „Unbe­kann­te Schät­ze. Möbel und Kunst­wer­ke aus den Depots der Bam­ber­ger Resi­denz“ geplant. Der Aus­stel­lungs­auf­bau läuft der­zeit. Die Neue Resi­denz war über zwei Jahr­hun­der­te lang Ort der höfi­schen Reprä­sen­ta­ti­on in Bam­berg. Die heu­ti­ge Samm­lung spie­gelt die Geschich­te – von den Bam­ber­ger Fürst­bi­schö­fen bis hin zu den hier resi­die­ren­den Per­sön­lich­kei­ten aus dem Hau­se Wit­tels­bach – durch prunk­vol­le Möbel, Gemäl­de und zahl­lo­se ande­re Kunst­ge­gen­stän­de wider. Die Son­der­aus­stel­lung „Unbe­kann­te Schät­ze“ erklärt, war­um vie­le die­ser Stü­cke heu­te nicht dau­er­haft gezeigt wer­den kön­nen, und gibt einen Ein­blick in die Fül­le und Reich­hal­tig­keit des Bam­ber­ger Bestands – vom Spuck­napf bis zum Kabinettsschreibtisch.

Was die Dau­er­aus­stel­lun­gen der Neue Resi­denz bezie­hungs­wei­se der Baye­ri­schen Ver­wal­tung der staat­li­chen Schlös­ser, Gär­ten und Seen betrifft, sind die­se digi­tal sehr gut auf­ge­stellt und bie­ten dem Publi­kum einen Ersatz unter dem Mot­to: „Muse­um zu – aber jede Men­ge zu ent­de­cken!“ Die Neue Resi­denz lädt dabei ein, vir­tu­ell durch ihre Räum­lich­kei­ten zu fla­nie­ren. Mit Fil­men und 3D-Visua­li­sie­run­gen, die im Rah­men der Initia­ti­ve „Bay­ern 3D – Hei­mat Digi­tal“ ent­stan­den sind, hält sie ein beson­de­res Reper­toire bereit. Dar­über hin­aus gibt es auch Bas­te­l­an­ge­bo­te für Kin­der (Kro­ne und Ritterhelm).

Dr. Sebas­ti­an Kar­natz, wis­sen­schaft­li­cher Refe­rent in der Muse­ums­ab­tei­lung der Schlös­ser­ver­wal­tung und unter ande­rem für die Neue Resi­denz in Bam­berg zustän­dig, schreibt in sei­nem Blog-Ein­trag vom 7. Febru­ar 2020 dazu: „Wenn in der zwei­ten Jah­res­hälf­te die Neue Resi­denz in Bam­berg nach fast zehn­jäh­ri­ger Sanie­rungs­zeit mit neu­em Gesicht ihre Tore öff­net, wer­den sich im Fürst­bi­schöf­li­chen Appar­te­ment auch sämt­li­che Wand- und Decken­ma­le­rei­en frisch restau­riert prä­sen­tie­ren. Im Lau­fe der Restau­rie­rungs­ar­bei­ten tra­ten dabei durch­aus auch eini­ge Über­ra­schun­gen zuta­ge.“ Wel­che, bleibt bis zur Eröff­nung ein Geheimnis.

Außer­dem kön­nen die Besu­che­rin­nen und Besu­cher einen vir­tu­el­len Rund­gang mit 360 Grad-Auf­nah­men durch die Neue Resi­denz unter­neh­men. Pünkt­lich zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag am 17. Mai ging auch die neue Home­page online. Rund­erneu­ert zeigt sie sich mit fri­schen Tex­ten, über­sicht­li­chen Rubri­ken und einer Online-Aus­stel­lung zur Resi­denz im 19. Jahr­hun­dert. Auch ein digi­ta­ler Muse­ums­be­such kann sich loh­nen. Und wer etwas Fass­ba­res haben möch­te, hat die Mög­lich­keit, den Rosen­gar­ten zu besu­chen. Im Juni blüht dort alles.