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Staatsgalerie Bamberg

Leben­di­ges Erbe im Schat­ten des Doms

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag in Bamberg

Am kom­men­den Sonn­tag, dem 17. Mai, fin­det in die­sem Jahr der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt. Muse­en auf der gan­zen Welt nut­zen die­sen Tag, um mit beson­de­ren Füh­run­gen, Rah­men­pro­gram­men und spe­zi­el­len Ange­bo­ten auf ihre Arbeit und ihre Bestän­de auf­merk­sam zu machen. So auch in Bamberg.

Muse­en sind Orte des Erin­nerns und Ent­de­ckens. Sie bewah­ren das kul­tu­rel­le Erbe der Mensch­heit und prä­sen­tie­ren es der Öffent­lich­keit in kura­tier­ter Form. Doch Muse­en sind heu­te mehr als nur Räu­me, in denen jahr­tau­sen­de­al­te Arte­fak­te lagern. Die eins­ti­gen stil­len Schatz­kam­mern sind zu Orten der Begeg­nung, der Refle­xi­on und des Ler­nens gewor­den. Sie sind Orte, an denen man durch den Dia­log mit der Geschich­te die eige­ne Iden­ti­tät erken­nen und ent­wi­ckeln kann. Mit ihren Aus­stel­lun­gen, Bil­dungs­an­ge­bo­ten und inno­va­ti­ven Pro­jek­ten wol­len Muse­en nicht nur Wis­sen ver­mit­teln, son­dern auch Neu­gier wecken und gesell­schaft­lich rele­van­te The­men anspre­chen. So wer­den Muse­en zu leben­di­gen Räu­men. Ein beson­ders loh­nen­der Ter­min für den nächs­ten Muse­ums­be­such ist in die­sem Jahr der 17. Mai, denn dann fin­det der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt.


Die Arbeit und Leis­tun­gen der Muse­en würdigen

Seit sei­ner Ein­füh­rung im Jahr 1978 durch den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rat ICOM macht der Muse­ums­tag auf die Bedeu­tung von Muse­en als Orte der kul­tu­rel­len Begeg­nung auf­merk­sam. Ziel ist es, den Zugang zu Kunst, Kul­tur, Geschich­te und Wis­sen­schaft zu erleich­tern, Hemm­schwel­len abzu­bau­en und das Bewusst­sein dafür zu stär­ken, wel­che Leis­tun­gen Muse­en in der Gegen­wart erbrin­gen. Der Ein­tritt ist daher in den meis­ten Muse­en an die­sem Tag frei. Gleich­zei­tig soll der Tag den Dia­log über aktu­el­le gesell­schaft­li­che The­men anre­gen und durch Son­der­ak­tio­nen, Füh­run­gen oder Work­shops neue Besu­cher­grup­pen ins Muse­um locken. Das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Tags, „Muse­ums uniting a divi­ded world” (Muse­en ver­ei­nen eine geteil­te Welt), soll dar­auf auf­merk­sam machen, wie wich­tig ein welt­wei­ter gerech­ter Zugang zu Kul­tur, eine offe­ne und inklu­si­ve Gesell­schaft sowie eine Zusam­men­ar­beit über insti­tu­tio­nel­le und natio­na­le Gren­zen hin­weg sind.

Auch die Bam­ber­ger Muse­en bege­hen die­sen Tag und laden am 17. Mai auf den Dom­berg ein. Neben frei­em Ein­tritt wird auch ein spe­zi­el­les Rah­men­pro­gramm ange­bo­ten. Hier eini­ge loh­nen­de Ziele.


Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bamberg“

Inmit­ten der Welt­kul­tur­er­be­stadt Bam­berg steht die Alte Hof­hal­tung. Sie ist ein Ort, an dem sich die Geschich­te, die Auto­ri­tä­ten und die Archi­tek­tur ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te ver­dich­ten. Beschäf­tigt man sich ein wenig mit der Geschich­te des Bau­werks, so wird deut­lich, dass es ein ein­drucks­vol­les Denk­mal der Bam­ber­ger -, aber auch der euro­päi­schen Geschich­te ist.

Mit der Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“, die bereits am 27. März 2026 eröff­net wur­de und bis zum 1. Novem­ber zu sehen ist, nimmt sich das his­to­ri­sche Ensem­ble selbst zum The­ma. Als Sitz des Kai­sers und der Bam­ber­ger Bischö­fe war die Hof­hal­tung einst ein mäch­ti­ges Sym­bol kirch­li­cher und welt­li­cher Auto­ri­tä­ten. Die Gebäu­de und Mau­ern tra­gen die­ses Erbe bis heu­te in sich, da jede Epo­che ihre bau­li­chen Spu­ren hin­ter­las­sen hat.

Ein Ein­blick in die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht“. Foto: Muse­en der Stadt Bamberg

Von der Burg­an­la­ge zum Museum

Die Ursprün­ge der Hof­hal­tung lie­gen in einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Burg­an­la­ge, die spä­ter von Kai­ser Hein­rich II. zu einer Kai­ser­pfalz aus­ge­baut wur­de. Mit der Grün­dung des Bam­ber­ger Bis­tums im Jahr 1007 wur­de die Anla­ge Sitz der Bischö­fe und somit ers­te Resi­denz der Fürst­bi­schö­fe. Im Mit­tel­al­ter wur­de die Hof­hal­tung mehr­fach erwei­tert und umge­stal­tet. So ent­stand ein geschlos­se­ner Hof, der die Wohn- und Wirt­schafts­be­rei­che des Bischofs und des Dom­ka­pi­tels umfass­te. Ihr heu­ti­ges Aus­se­hen erhielt sie im 16. Jahr­hun­dert. Mit der Schö­nen Pfor­te und dem Renais­sance-Palas wur­de die Hof­hal­tung für reprä­sen­ta­ti­ve Zwe­cke umge­stal­tet. Nach dem Umzug der Bischö­fe in die Neue Resi­denz dien­te sie als Biblio­thek und Ver­wal­tungs­sitz. Seit 1938 beher­bergt sie das His­to­ri­sche Museum.

Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ gibt den Besu­che­rin­nen und Besu­chern einen Ein­blick in die über tau­send­jäh­ri­ge Geschich­te die­ses Ortes. The­ma­ti­siert wer­den nicht nur das Leben der Mäch­ti­gen mit ihren Feh­den, Kon­flik­ten, Krie­gen und Fei­er­lich­kei­ten, son­dern auch das Leben der ein­fa­chen Leu­te wie Hand­wer­ker, Bau­meis­ter und Bediens­te­te, die eben­falls hier leb­ten und arbeiteten.

Neben dem gro­ßen Gan­zen wer­den auch Ein­zel­schick­sa­le, die mit der Hof­hal­tung ver­knüpft sind, beleuch­tet. Zu nen­nen ist hier bei­spiels­wei­se die Ermor­dung König Phil­ipps von Schwa­ben im Jahr 1208, die sich im Pal­las der Hof­hal­tung zutrug. Auch Georg Haas fand dort sei­nen Tod. Im Zuge der Hexen­pro­zes­se wur­de der dama­li­ge Kanz­ler des Hoch­stifts in der Alten Hof­hal­tung hin­ge­rich­tet. Auch die jün­ge­re Geschich­te wird beleuch­tet, bei­spiels­wei­se die Nut­zung der Hof­hal­tung als Tou­ris­ten­ziel, archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bungs­stät­te und kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tungs­ort, etwa für die jähr­lich statt­fin­den­den Calderón-Festspiele.

Im Bild: Der Kapell­meis­ter Kreis­ler im Wahn­sinn, Blei­stift­zeich­nung von E.T.A. Hoff­mann, 1822, Aus­schnitt, Foto: Gerald Raab, Staats­bi­blio­thek Bamberg

Die bau­li­che Ent­wick­lung nachvollziehen

Das Team des His­to­ri­schen Muse­ums Bam­berg hat zahl­rei­che Objek­te aus den Samm­lun­gen der Muse­en der Stadt Bam­berg zusam­men­ge­tra­gen und eine inter­es­san­te Aus­stel­lung rund um ihr Muse­ums­ge­bäu­de kura­tiert. Zu sehen gibt es his­to­ri­sche Dar­stel­lun­gen, inter­es­san­te Doku­men­te aus den unter­schied­li­chen Epo­chen, sowie 3D-Model­le und Medi­en­sta­tio­nen, die die Ent­wick­lung der Alten Hof­hal­tung nach­voll­zieh­bar machen. Ergänzt wird die Aus­stel­lung durch inter­ak­ti­ve Erleb­nis­sta­tio­nen und ein viel­sei­ti­ges Rah­men­pro­gramm zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag am 17. Mai.

Zeit­gleich mit der Aus­stel­lungs­er­öff­nung von „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ am 27. März wur­den auch die stän­di­gen Aus­stel­lun­gen des His­to­ri­schen Muse­ums aus dem Win­ter­schlaf erweckt und dem Publi­kum zugäng­lich gemacht. „Jüdi­sches in Bam­berg“, der „Bil­der­spa­zier­gang“ durch die Gemäl­de­ga­le­rie im His­to­ri­schen Muse­um und „Eine neue Zeit bricht an“ über das Bam­ber­ger Bür­ger­tum sind die Klas­si­ker der Bam­ber­ger Muse­ums­land­schaft und immer wie­der einen Besuch wert.

Anläss­lich des E.T.A.-Hoffmann-Jubiläumsjahres lädt der „E.T.A.-Hoffmann-Tanzsaal“ im His­to­ri­schen Muse­um zur Ent­de­ckung sei­ner phan­tas­ti­schen Welt ein. Seit dem 29. April prä­sen­tie­ren die Preis­trä­ger des Bergan­za-Prei­ses des Bam­ber­ger Kunst­ver­eins ihre zum The­ma pas­sen­den Wer­ke. Die Aus­stel­lung wird durch eine hoff­man­nes­ke Ver­an­stal­tungs­rei­he mit Lesun­gen, Vor­trä­gen und Work­shops ergänzt, die die Viel­schich­tig­keit des Künst­lers zeigen. 

Alle Aus­stel­lun­gen im His­to­ri­schen Muse­um Bam­berg sind bis zum 1. Novem­ber 2026 zu sehen.


Staats­bi­blio­thek Bam­berg: „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Borutscheff“

Gleich neben­an in der Staats­bi­blio­thek Bam­berg wid­met sich die Aus­stel­lung „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Bor­uts­cheff” einem moder­ne­ren Künst­ler. Er war, wie E.T.A. Hoff­mann, kein gebür­ti­ger Bam­ber­ger, hat aber, wie Hoff­mann, die Bam­ber­ger Kunst­sze­ne ent­schei­dend geprägt.

Ale­xej Archipowitsch Bor­uts­cheff wur­de 1911 in Russ­land gebo­ren. In den 1930er Jah­ren stu­dier­te er Archi­tek­tur und Kunst in Mos­kau. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs geriet er als Offi­zier der Roten Armee in deut­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft und kam 1945 nach Bam­berg, wo er bis zu sei­nem Tod im Jahr 1994 lebte.

Der Kunst von Ale­xej Bor­uts­cheff wid­met sich die Staats­bi­blio­thek. Foto: Staats­bi­blio­thek Bamberg

„Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“: Muse­ums­tag im Diözesanmuseum

Im Diö­ze­san­mu­se­um neben­an wid­met man sich mit der am 16. Mai eröff­nen­den Aus­stel­lung „Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“ dem Bam­ber­ger Andre­as­fens­ter. Im Zuge der Restau­rie­rung der Andre­as­ka­pel­le im Bam­ber­ger Dom wur­de das Glas­fens­ter unter­sucht und kon­ser­viert, um sei­ne his­to­ri­sche Bema­lung zu sichern. Das Fens­ter ist das ein­zi­ge erhal­te­ne, mit­tel­al­ter­li­che Bunt­glas­fens­ter im Dom­be­stand und stammt aus dem frü­hen 15. Jahr­hun­dert. Am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag haben Besu­cher die Mög­lich­keit, live bei der Restau­rie­rung die­ses Kul­tur­schat­zes dabei zu sein und den Exper­ten bei der Arbeit zuzu­se­hen. Zudem sind eine inter­ak­ti­ve Sta­ti­on für Kin­der und Vor­trä­ge über mit­tel­al­ter­li­che Glas­pro­duk­ti­on geplant. Das Muse­ums­ca­fé wird eben­falls geöff­net sein.

Das Andre­as­fens­ter im Diö­ze­san­mu­se­um. Foto: Inge­borg Lim­mer, DiözesanMuseum

Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst

Auch die Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst betei­ligt sich mit einem Pro­gramm am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag. Die Bum­il­ler Coll­ec­tion zählt zu den bedeu­tends­ten Samm­lun­gen früh­is­la­mi­scher Kunst. 

Ein Ein­blick in die Bum­il­ler Coll­ec­tion. Foto: Dr. Mer­ce­dés Och

Sie stammt aus den Erwer­bun­gen des Samm­lers Man­fred Bum­il­ler und ist heu­te im Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst in der Austra­ße in der Bam­ber­ger Insel­stadt behei­ma­tet. Am Muse­ums­tag fin­det um 10:30 Uhr eine Füh­rung durch die Samm­lung statt. Zu sehen gibt es Kera­mi­ken, Glas, Schrift­stü­cke und Elfen­bein­ob­jek­te aus den Kul­tu­ren ent­lang der Sei­den­stra­ße. Um 14 Uhr wird Rolf-Bern­hard Essig in den Muse­ums­räum­lich­kei­ten einen gewohnt kurz­wei­li­gen Vor­trag mit dem Titel „Die flie­gen­de Zie­ge und ein Ess­löf­fel Öl” halten.


Viel gebo­ten am Dom

Zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag wird in Bam­berg viel gebo­ten. Die Teams der Bam­ber­ger Muse­en haben sich Mühe gege­ben, um den Besu­che­rin­nen und Besu­chern mit­tel­al­ter­li­che Macht­zen­tren, ver­ges­se­ne Kunst­schät­ze, Hoff­manns fan­tas­ti­sche Wel­ten und früh­is­la­mi­sche Kunst zu zei­gen. Wer am 17. Mai den Weg auf den Dom­berg und in die Bam­ber­ger Innen­stadt fin­det, unter­nimmt eine Rei­se durch die Epo­chen und erlebt, wie Muse­en Men­schen, Geschich­ten und Per­spek­ti­ven mit­ein­an­der ver­bin­den. So wird das Mot­to „Muse­ums uniting a divi­ded world” ganz kon­kret erfahr­bar – und das mit­ten im Schat­ten des Doms.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm­ab­lauf sind auf der Home­page zu finden.

Viel­fäl­ti­ges Pro­gramm beim Inter­na­tio­na­len Museumstag

Bam­berg fei­ert leben­di­ge Museumslandschaft

Am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag, der welt­weit am 18. Mai gefei­ert wur­de, stand in Bam­berg die leben­di­ge Muse­ums­land­schaft im Mit­tel­punkt. Unter dem Mot­to „Muse­en mit Freu­de ent­de­cken“ prä­sen­tier­ten die Muse­en und Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen am Sonn­tag auf dem Bam­ber­ger Dom­berg ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm, das die Bedeu­tung und Attrak­ti­vi­tät der Muse­en für die Zukunft unterstrich.

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke ließ es sich nicht neh­men, den Muse­ums­tag per­sön­lich zu eröff­nen und zugleich den neu­en Direk­tor der Muse­en der Stadt Bam­berg, Dr. Fabi­an Ludo­vico, herz­lich will­kom­men zu hei­ßen. In sei­nem Gruß­wort beton­te Star­ke, dass Muse­en „eine enorm wich­ti­ge Rol­le für eine offe­ne Gesell­schaft spie­len“ und lob­te ins­be­son­de­re die Koope­ra­ti­on der Muse­en am Dom­berg mit ihren vie­len bedeut­sa­men Kunst­schät­zen sowie das erfolg­rei­che Agie­ren des Freun­des­krei­ses der Dombergmuseen.

Dr. Fabi­an Ludo­vico beton­te zum Auf­takt: „Heu­te soll die Freu­de über eine leben­di­ge Muse­ums­land­schaft hier in Bam­berg im Vor­der­grund ste­hen. Mit den viel­fäl­ti­gen Ange­bo­ten zei­gen die betei­lig­ten Häu­ser, war­um Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger auf ihre Muse­en auch zukünf­tig nicht ver­zich­ten wol­len.“ Das breit gefä­cher­te Pro­gramm lock­te zahl­rei­che Besu­che­rin­nen und Besu­cher, dar­un­ter auch vie­le Gäs­te aus dem Aus­land, auf den Dom­berg. Füh­run­gen, Info­sta­tio­nen, Work­shops und Fami­li­en­an­ge­bo­te wur­den rege genutzt und sorg­ten für einen leben­di­gen Austausch.


Posi­ti­ve Bilanz

Die betei­lig­ten Muse­en – die Neue Resi­denz, das His­to­ri­sche Muse­um, die Staats­bi­blio­thek und das Diö­ze­san­mu­se­um – zeig­ten sich mit den Besu­cher­zah­len äußerst zufrie­den. Vera Mame­row, Vor­sit­zen­de des Freun­des­krei­ses der Muse­en am Bam­ber­ger Dom, lob­te die posi­ti­ve Bilanz: „Die Gäs­tes­truk­tur war bunt gemischt, und erfreu­li­cher­wei­se haben auch vie­le Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger den Weg in ‚ihre‘ Muse­en gefun­den. Vie­le Inter­es­sier­te haben das Pro­gramm gezielt genutzt, um mög­lichst vie­le Ein­drü­cke zu gewinnen.“

Beson­ders Fami­li­en mit Kin­dern mach­ten bei den viel­fäl­ti­gen Spiel- und Bas­te­l­an­ge­bo­ten mit. Im Diö­ze­san­mu­se­um wur­den Papier­kro­nen gebas­telt, im His­to­ri­schen Muse­um bun­te But­tons gestanzt und tex­ti­le Auf­nä­her mit dem Mot­to „Demo­kra­tie braucht Kunst“ gestal­tet. In der Staats­bi­blio­thek konn­ten jun­ge Gäs­te krea­ti­ve Lese­zei­chen anfer­ti­gen. Die hohe Ver­weil­dau­er der Besu­che­rin­nen und Besu­cher unter­strich das gro­ße Inter­es­se und die posi­ti­ve Reso­nanz auf das bunt gefä­cher­te Pro­gramm­an­ge­bot, das mit einem mit­rei­ßen­den Kon­zert im Innen­hof der Alten Hof­hal­tung sei­nen Abschluss fand.


„Die Mühe hat sich gelohnt!“

Eleo­no­ra Cagol, Kura­to­rin für Kul­tu­rel­le Bil­dung, zog ein durch­weg erfreu­li­ches Fazit: „Die Stim­mung war sehr gut, es gab vie­le inter­es­san­te Gesprä­che am Ran­de, und das lie­be­voll auf­be­rei­te­te Kin­der­an­ge­bot wur­de sehr gelobt. Die Mühe hat sich defi­ni­tiv gelohnt!“

„Der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag in Bam­berg hat erneut die Bedeu­tung der Muse­en als leben­di­ge Orte der Kul­tur, Bil­dung und Begeg­nung unter­stri­chen“, fass­te Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar den Tag zusam­men. „Das tol­le Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten sorgt dafür, dass Bam­berg eine leben­di­ge Muse­ums­stadt bleibt.“

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag auf dem Domberg

Muse­en mit Freu­de entdecken

Am 18. Mai wird der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag zum 48. Mal gefei­ert. Die­ser ver­folgt das Ziel, auf die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung der Muse­en welt­weit auf­merk­sam zu machen und Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein­zu­la­den, deren Viel­falt zu ent­de­cken. Auch die Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen rund um den Bam­ber­ger Dom betei­li­gen sich mit einem anspre­chen­den Pro­gramm für Jung und Alt am Inter­na­tio­na­len Museumstag.

„Die gan­ze Fami­lie erwar­tet ein bun­tes und abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm. Von Ein­bli­cken in inno­va­ti­ve For­schungs­an­sät­ze über Kurz­füh­run­gen durch aktu­el­le Aus­stel­lun­gen und fas­zi­nie­ren­de Bli­cke hin­ter die Kulis­sen bis hin zu krea­ti­ven Mit­mach­ak­tio­nen und akus­ti­schen High­lights“, wie Chris­tia­ne Wen­den­burg berich­tet, die Geschäfts­füh­re­rin des Freun­des­krei­ses der Muse­en um den Bam­berg Dom und Dombergkoordinatorin.

Der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag wur­de 1978 vom Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rat ICOM – Inter­na­tio­nal Coun­cil of Muse­ums – ins Leben geru­fen, um die Öffent­lich­keit auf die Viel­falt und die Bedeu­tung der Muse­en für die Gesell­schaft auf­merk­sam zu machen. Für 2025 hat der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­rat das Mot­to „The Future of Muse­ums in Rapidly Chan­ging Com­mu­ni­ties“, im Deut­schen „Die Zukunft der Muse­en in sich schnell ver­än­dern­den Gesell­schaf­ten“ aus­ge­wählt, um sich mit der Fra­ge zu befas­sen, wie Muse­en in einer von tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen gepräg­ten Welt agie­ren und ihren Bei­trag leis­ten können.


Kin­der spie­le­risch an Muse­en heranführen

Geöff­net sind rund um den Dom das Diö­ze­san­mu­se­um, das His­to­ri­sche Muse­um, die Neue Resi­denz mit ihren Prunk­räu­men und der Staats­ga­le­rie sowie die Staats­bi­blio­thek Bam­berg.
Alle Ein­trit­te und Pro­gramm­an­ge­bo­te sind am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag kostenlos!

An sehr gute Reso­nanz beim Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag im ver­gan­ge­nen Jahr erin­nert sich Frau Wen­den­burg, die Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen konn­ten an die Besuchs­zah­len in Vor-Coro­na-Zei­ten anknüp­fen. „Vie­le der Muse­ums­tag-Gäs­te haben auch betont, in Zukunft öfter oder sogar regel­mä­ßig Muse­en und Aus­stel­lun­gen besu­chen zu wollen.“

Grund­sätz­lich sei das Ver­hält­nis Bam­ber­ger zu Tou­ris­ten bei den Besu­chen­den aus­ge­wo­gen, auch was die Alters­struk­tur betrifft, sei­en grund­sätz­lich alle Alters­grup­pen ver­tre­ten.
Dem­zu­fol­ge wird auch das Ange­bot am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag so aus­ge­rich­tet, dass für die gesam­te Fami­lie ein inter­es­san­tes Pro­gramm gebo­ten ist. Die Vor­be­rei­tun­gen lau­fen seit Jah­res­be­ginn und Frau Wen­den­burg freut sich auch schon auf die inter­es­san­ten Gesprä­che mit den Besu­che­rin­nen und Besu­chern. „Die Füh­run­gen in den ein­zel­nen Häu­sern und die Info­stän­de sind für Erwach­se­ne oder inter­es­sier­te Jugend­li­che kon­zi­piert, für die Jün­ge­ren bie­ten die Ver­ant­wort­li­chen Mit­mach­sta­tio­nen, Rät­sel­bö­gen sowie Bas­tel- und Krea­tiv­work­shops an.“
Eltern oder Groß­el­tern, die ihre Kin­der bezie­hungs­wei­se Enkel­kin­der an die­sem Tag erst­mals an die The­ma­tik Muse­en her­an­füh­ren möch­ten, emp­fiehlt Frau Wen­den­burg, sich dabei nicht zu viel Pro­gramm vor­zu­neh­men, son­dern auf die Bedürf­nis­se und Wün­sche der Kin­der ein­zu­ge­hen. „Viel­leicht auch mal zwi­schen­durch eine Pau­se machen und etwas essen, auch dafür ist hier gesorgt“, rät die Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin. „Der Muse­ums­be­such soll schließ­lich Spaß machen und ent­spre­chend in Erin­ne­rung bleiben.“

Für die Jüngs­ten wird es in allen Häu­sern Mit­mach­sta­tio­nen geben. „Bas­tel- und Krea­tiv­an­ge­bo­te wer­den bes­tens ange­nom­men und man sieht wäh­rend des Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tags auf dem Dom­berg vie­le Kin­der, die stolz ihre “Krea­tio­nen” aus den Work­shops in den Hän­den und/​oder gebas­tel­te Kro­nen auf dem Kopf tra­gen. Die­se nie­der­schwel­li­gen Ange­bo­te sol­len Spaß machen und die­nen nicht zuletzt auch dazu, eine viel­leicht teil­wei­se noch vor­han­de­ne Scheu vor der Insti­tu­ti­on Muse­um zu neh­men“, berich­tet Frau Wen­den­burg. Im Zuge des Muse­ums­ta­ges kön­nen Inter­es­sier­te auch Ein­bli­cke in die Arbei­ten im Hin­ter­grund erhal­ten, die für Aus­stel­lun­gen und ins­ge­samt das Gelin­gen der Muse­en von­nö­ten sind. 

Die Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on “RE-CALL“ ist im His­to­ri­schen Muse­um zu sehen, Col­la­ge: Simo­na Sac­coc­cia, Foto: Muse­en der Stadt Bamberg

Die­se gibt es in der Staats­bi­blio­thek und an Info­sta­tio­nen des Kom­pe­tenz­zen­trums für Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Denk­mal­tech­no­lo­gien (KDWT) im Diö­ze­san­mu­se­um, in der Aus­stel­lung RE-CALL des His­to­ri­schen Muse­ums gewäh­ren die anwe­sen­den Künstler*innen Ein­bli­cke in die Muse­ums­ar­beit hin­ter den Kulissen.

Jede Kul­tur­in­sti­tu­ti­on hat mit ihrem Team ein­zel­ne Pro­gramm­punk­te für den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag erar­bei­tet. Im His­to­ri­schen Muse­um ist dabei zum Bei­spiel Frau Eleo­no­ra Cagol feder­füh­rend, da sie in die­sem Muse­um die Kura­to­rin für die Kul­tu­rel­le Bil­dung ist. Ein­ge­bun­den sind immer auch die Muse­ums­lei­tung, die Ver­wal­tung und nicht zu ver­ges­sen die Mit­ar­bei­ten­den der Werk­statt, die zum Bei­spiel zusätz­li­che Stell­wän­de und Tische für Info­stän­de bereit­stel­len. „Für die Muse­ums­auf­sich­ten ist der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag eben­falls ein beson­de­rer Tag – zum einen, weil das Besu­cher­auf­kom­men an sich viel höher ist als an ande­ren Tagen, zum ande­ren, weil mehr Besucher*innen ohne Muse­ums­er­fah­rung kom­men, die auf bestimm­te Regeln hin­ge­wie­sen wer­den müs­sen“, weiß Frau Wen­den­burg. „Außer­dem sind die Auf­sich­ten Anlauf­stel­le für vie­le Fra­gen, sei es die nach der nächs­ten Füh­rung oder die nach einem bestimm­ten Kunstwerk.“


Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on „RE-CALL“ im His­to­ri­schen Museum

Die erwähn­te Aus­stel­lungs­in­ter­ven­ti­on “RE-CALL“ im His­to­ri­schen Muse­um ist eine Koope­ra­ti­on der Muse­en der Stadt Bam­berg, des “Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom“ sowie der Ver­ei­ne “Freund statt Fremd“ und “Open­art“. 

Jugend­li­che und Erwach­se­ne kön­nen am Muse­ums­tag die inter­es­san­te Erfah­rung machen, mit jun­gen Künst­le­rin­nen und Künst­lern ins Gespräch zu kom­men. Sechs Kunst­schaf­fen­de aus fünf unter­schied­li­chen Her­kunfts­län­dern haben Kunst­wer­ke aus den Aus­stel­lun­gen des His­to­ri­schen Muse­ums aus­ge­wählt, sich mit den his­to­ri­schen Wer­ken aus­ein­an­der­ge­setzt und dar­auf mit eige­nen künst­le­ri­schen Arbei­ten reagiert. Bei­de, his­to­ri­sche und zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke, wer­den im His­to­ri­schen Muse­um gemein­sam prä­sen­tiert. Zu sehen sind Male­rei, Gra­fik, Zeich­nung, Tex­til­kunst und Skulp­tur. Am Muse­ums­tag sind Donatel­lo Gior­gi (Ita­li­en), Evge­nia Mek­ho­va (Russ­land), Giu­sep­pe Peter­li­ni (Ita­li­en), Judith Sie­ders­ber­ger (Deutsch­land), Simo­na Sac­coc­cia (Ita­li­en), Zara Degan (Iran) vor Ort anwe­send und geben Aus­kunft zu ihren Werken.

Die ers­te Idee zu “RE-CALL“ ent­stand bei einem Tref­fen zwi­schen den Künst­le­rin­nen und Künst­lern der Grup­pe Open­Art, der Kura­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg Eleo­no­ra Cagol und der Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin. „Die ursprüng­li­che Idee war, eine Son­der­aus­stel­lung in der Vil­la Des­sau­er mit zeit­ge­nös­si­schen Kunst­wer­ken und Wer­ken aus dem Muse­ums­de­pot zu orga­ni­sie­ren, aber wir haben uns schnell ent­schlos­sen, in das His­to­ri­sche Muse­um umzu­zie­hen und einen Dia­log zwi­schen his­to­ri­schen und neu­en Kunst­wer­ken zu schaf­fen“, berich­tet Eleo­no­ra Cagol.

Die Inter­ven­ti­on hat zum Ziel, Raum für Dis­kur­se zur Gestal­tung einer demo­kra­ti­schen, par­ti­zi­pa­ti­ven und inklu­si­ven Gesell­schaft zu schaf­fen. „Daher war wich­tig, den Künst­le­rin­nen und Künst­lern so viel Frei­heit wie mög­lich zu las­sen: Nach­dem wir uns auf das The­ma des Dia­logs zwi­schen Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart geei­nigt hat­ten, konn­ten sie das Werk bezie­hungs­wei­se die Wer­ke aus­wäh­len, mit dem bezie­hungs­wei­se denen sie in den Dia­log tre­ten woll­ten.“ Auch die Tech­ni­ken und The­men der neu­en Wer­ke, die für die Inter­ven­ti­on geschaf­fen wur­den, wur­den von den Künst­le­rin­nen und Künst­lern selbst gewählt.

Alle Künst­le­rin­nen und Künst­ler leben und arbei­ten in oder bei Bam­berg. Die Idee der Ver­ant­wort­li­chen war es, den hier leben­den Künst­le­rin­nen und Künst­lern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund einen Dia­log mit den Wer­ken in den Samm­lun­gen der Stadt zu ermög­li­chen und ihre Visi­on zu präsentieren.

Und gera­de weil ein par­ti­zi­pa­ti­ves Pro­jekt geschaf­fen wer­den soll­te, sind die Kunst­schaf­fen­den auch in das Rah­men­pro­gramm der Inter­ven­ti­on ein­ge­bun­den, zum Bei­spiel beim Muse­ums­tag. Nicht nur die Inter­ven­ti­on, son­dern das gesam­te Rah­men- und Bil­dungs­pro­gramm, greift aktu­el­le The­men wie Migra­ti­on, LGBTQIA+, Kli­ma­kri­se und Inklu­si­on auf. „Als Orte des Aus­tauschs, des Dia­logs, der Kon­tro­ver­se und der Iden­ti­tät haben Muse­en gera­de in Kri­sen­zei­ten eine hohe gesell­schaft­li­che Bedeu­tung. Die Muse­en der Stadt Bam­berg set­zen sich ein für Welt­of­fen­heit, für einen respekt­vol­len und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Umgang mit­ein­an­der, für kon­se­quen­te Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen in allen Dimen­sio­nen der Viel­falt“, betont Frau Cagol und knüpft an das dies­jäh­ri­ge Mot­to des Muse­ums­tags „Die Zukunft der Muse­en in sich schnell ver­än­dern­den Gesell­schaf­ten“ an.

Gedrech­sel­ter Pokal aus dem 18. Jahr­hun­dert, Foto: Klaus Tenschert

Am Muse­ums­tag wer­den zwei der Künst­le­rin­nen einen Work­shop zum The­ma “Demo­kra­tie braucht Kunst” durch­füh­ren, ande­re Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie die Kura­to­rin wer­den in den Räu­men der Inter­ven­ti­on anwe­send sein, um mit dem Publi­kum ins Gespräch zu kom­men, und der Muse­ums­tag wird mit einem von der Grup­pe orga­ni­sier­ten Kon­zert enden.


Samm­lung des His­to­ri­schen Ver­eins Bam­berg:
Aktu­el­les The­ma „Zunft und Handwerk“

Im His­to­ri­schen Muse­um, das am Muse­um­tag von 10 bis 17 Uhr geöff­net hat, wird es in die­sem Zeit­raum außer­dem Kurz­füh­run­gen von etwa 20 bis 30 Minu­ten Dau­er in drei Aus­stel­lun­gen geben. Die Aus­stel­lung „Eine neue Zeit bricht an. Bam­bergs Bür­ger­tum zwi­schen Roman­tik und Grün­der­zeit“ erzählt vom Enga­ge­ment der Bam­ber­ger Bür­ger­schaft für das Wohl­erge­hen ihrer Stadt, von neu­en Ideen und dem Wan­del des Geschmacks in der Kunst. Por­träts zei­gen bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten aus dem Bam­ber­ger Bür­ger­tum. Von über­re­gio­na­ler Bedeu­tung sind die Zeug­nis­se aus dem Schmidt’schen Por­zel­lan­mal­in­sti­tut in Bamberg.

Der His­to­ri­sche Ver­ein besitzt unter ande­rem eine gro­ße Samm­lung kunst- und kul­tur­ge­schicht­li­cher Objek­te. Beson­ders wäh­rend der ers­ten 40 Jah­re der Ver­eins­ge­schich­te gin­gen zahl­rei­che Schen­kun­gen vor allem aus dem begü­ter­ten Kreis der Bevöl­ke­rung ein: prä­his­to­ri­sche Fun­de, Mün­zen und Medail­len, Hand­schrif­ten und Bücher, Gra­fi­ken, Gemäl­de und Kunst­ge­gen­stän­de. In sei­ner Stu­dio­aus­stel­lung „Der His­to­ri­sche Ver­ein Bam­berg und sei­ne Samm­lung“ im His­to­ri­schen Muse­um stellt der His­to­ri­sche Ver­ein Bam­berg High­lights die­ser umfang­rei­chen Samm­lun­gen aus.
Das dies­jäh­ri­ge The­ma der Stu­dio­aus­stel­lung lau­tet „Zunft und Hand­werk“. Seit dem Mit­tel­al­ter schlos­sen sich selb­stän­di­ge Hand­wer­ker und Gewer­be­trei­ben­de in eine meist berufs­spe­zi­fi­sche Inter­es­sens­ge­mein­schaft zusam­men, die mit ver­bind­li­chen Regeln und Geset­zen den Umgang inner­halb der soge­nann­ten Zunft regel­ten. Erst mit der Ein­füh­rung der aka­de­mi­schen Aus­bil­dun­gen bei künst­le­ri­schen Beru­fen und spä­ter der Gewer­be­frei­heit im 19. Jahr­hun­dert wur­de das stren­ge Zunft­we­sen schließ­lich auf­ge­ge­ben. In den Samm­lun­gen des His­to­ri­schen Ver­eins sind zahl­rei­che Zeug­nis­se mit Bezug zu unter­schied­li­chen Zünf­ten erhal­ten. Im All­ge­mein sind hier­zu nur die reprä­sen­ta­ti­ven und daher begehr­ten Zunft­la­den bekannt. In der dies­jäh­ri­gen Stu­dio­aus­stel­lung wer­den Expo­na­te gezeigt, die zum Teil zu den Inhal­ten der Zunft­la­den zäh­len könn­ten, aber iso­liert zu die­sen Bezug unbe­kannt und fast ver­ges­sen erschei­nen dürften.

Die Aus­stel­lung „Jüdi­sches in Bam­berg“ zeigt Spu­ren auf, die seit dem Mit­tel­al­ter in Fran­ken leben­de Jüdin­nen und Juden hin­ter­las­sen haben. Anhand his­to­ri­scher Quel­len, zahl­rei­cher Kunst- und All­tags­ge­gen­stän­de und von Zeit­zeu­gen­be­rich­ten berich­tet die Aus­stel­lung von der wech­sel­vol­len Geschich­te, dem Ende und Neu­be­ginn jüdi­schen Lebens in Bamberg.


Ein­bli­cke in For­schungs­in­itia­ti­ven am Diözesanmuseum

Im Diö­ze­san­mu­se­um kann man am Muse­ums­tag von 13 bis 17 Uhr in die Welt der For­schung anhand von Tex­ti­li­en, Gemäl­den, und Stein­skulp­tu­ren ein­tau­chen. Das Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg und das Kom­pe­tenz­zen­trum für Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Denk­mal­tech­no­lo­gien (KDWT) bie­ten span­nen­de Ein­bli­cke in ihre gemein­sa­men Pro­jek­te. An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen im Muse­um kön­nen Besu­cher die Koope­ra­ti­on die­ser Insti­tu­tio­nen ent­de­cken und mehr über ihre For­schungs­in­itia­ti­ven erfahren.

Die For­schung an Tex­ti­li­en wird am Bei­spiel der Kai­ser­ge­wän­der sicht­bar gemacht. Die Kai­ser­ge­wän­der aus dem ers­ten Vier­tel des 11. Jahr­hun­derts zäh­len zu den ältes­ten erhal­te­nen Gewän­dern euro­päi­scher Herr­scher. Hier kön­nen Inter­es­sier­te erfah­ren, wie moderns­te For­schungs­me­tho­den – wie zum Bei­spiel Licht- und Faser­mi­kro­sko­pie sowie ana­ly­ti­sche Ras­ter­elek­tro­nen­mi­kro­sko­pie mit ener­gie­di­sper­si­ver Spek­tral­ana­ly­se – neue Ein­bli­cke in die Her­stel­lung und Erhal­tung die­ser his­to­ri­schen Schät­ze ermöglichen.

Im Diö­ze­san­mu­se­um bie­tet das KDWT Ein­bli­cke in die For­schung an Stein­skulp­tu­ren. Foto: KDWT

Die For­schung an Tafel­ge­mäl­den kom­bi­niert ver­schie­de­ne kunst­tech­no­lo­gi­sche, natur­wis­sen­schaft­li­che und kon­ser­va­to­ri­sche Metho­den, um wert­vol­le Ein­bli­cke in die Ent­ste­hung, Ver­än­de­run­gen und den Zustand von Tafel­ge­mäl­den zu gewin­nen. Mit­tels Infra­rot­re­flek­to­gra­fie kön­nen zum Bei­spiel ver­bor­ge­ne Unter­zeich­nun­gen durch Infra­rot­strah­lung sicht­bar gemacht werden.

Die Unter­su­chung von Stein­ober­flä­chen mit­tel­al­ter­li­cher Bau­plas­tik eröff­net Ein­bli­cke in die Geschich­te und Ent­wick­lung die­ser Kunst­wer­ke. Durch den Ein­satz moder­ner, zer­stö­rungs­frei­er High­tech-Metho­den kön­nen For­schen­de wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über die Ent­ste­hung, Ver­än­de­run­gen und den Zustand der Skulp­tu­ren gewinnen.

Außer­dem kann die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung “2x Pom­mern und zurück – Hei­li­ger Otto von Bam­berg” besucht wer­den, die einen Ein­blick in das Leben und Wir­ken von Bischof Otto bie­tet.
Auf­hän­ger für die Aus­stel­lung ist die 900. Wie­der­kehr der ers­ten Mis­si­ons­rei­se Ottos in den Jah­ren 1124 bis 1125 nach Pom­mern, 1128 erfolg­te die zwei­te. Die Rei­sen des ein­zi­gen hei­lig­ge­spro­che­nen Bam­ber­ger Bischofs Otto ver­än­der­ten nicht nur die reli­giö­se Land­schaft, son­dern beein­fluss­ten auch die poli­ti­schen Macht­ver­hält­nis­se in Pom­mern. Die­se Aus­stel­lung lädt ein, den span­nen­den Lebens­weg des Bischofs zu ent­de­cken, der vor 900 Jah­ren zu Fuß, zu Pferd und mit dem Schiff mit dem Ziel der Chris­tia­ni­sie­rung an die Küs­ten Pom­merns reis­te.
Beein­dru­cken­de Leih­ga­ben des Pol­ni­schen Natio­nal­mu­se­ums in Stet­tin geben einen fas­zi­nie­ren­den Ein­blick in das Leben der Bevöl­ke­rung und die dama­li­ge Kul­tur. Doch auch in Bam­berg selbst hin­ter­ließ Otto blei­ben­de Spu­ren: Vom Reli­qui­en­kult bis zu Kunst­wer­ken und Kir­chen­aus­stat­tun­gen zeigt die Aus­stel­lung, wie sein Wir­ken bis heu­te nachhallt.

Auch Biblio­phi­le kom­men am Muse­ums­tag auf ihre Kos­ten: Im Diö­ze­san­mu­se­um fin­det ein Dublet­ten­ver­kauf der Biblio­thek des Metro­po­li­tan­ka­pi­tels statt. Durch Geschen­ke und Nach­läs­se kom­men immer wie­der Bücher in die­se Biblio­thek, die hier schon vor­han­den sind. Die­se Bücher sind je nach Inter­es­sens­ge­biet des Nach­las­sen­den oder Schen­ken­den aus ganz ver­schie­de­nen Sach­ge­bie­ten, mit einem Schwer­punkt auf Kunst, Reli­gi­on und Regio­nal­li­te­ra­tur. Sie sind durch­wegs sehr gut erhal­ten und es wert einen neu­en Besit­zer zu finden.


Freun­des­kreis bie­tet ideell und mate­ri­ell Unter­stüt­zung der Muse­en am Domberg

Wie an den Info­sta­tio­nen des KDWT im Diö­ze­san­mu­se­um wird es auch in der Staats­bi­blio­thek Ein­bli­cke in die Muse­ums­ar­beit hin­ter den Kulis­sen geben. „Ein inter­es­san­tes und span­nen­des Ange­bot sind sicher die Werk­statt­ge­sprä­che zur Buch­re­stau­rie­rung mit Jes­si­ca Leit­ner“, ist Chris­tia­ne Wen­den­burg über­zeugt. Denn die Buch­re­stau­ra­to­rin prä­sen­tiert nicht nur Buch­ein­bän­de und alte Hef­tun­gen aus­ge­wähl­ter Bei­spie­le aus den Samm­lun­gen der Biblio­thek, son­dern erläu­tert auch, wel­che Arbei­ten anste­hen, bevor wert­vol­le Bücher als Leih­ga­ben außer Haus gehen.

Die Staats­bi­blio­thek Bam­berg in der Neu­en Resi­denz öff­net von 11 bis 15 Uhr ihre Türen und ab Beginn bis um 14.15 Uhr gibt es im drei­vier­tel­stün­di­gen Tur­nus halb­stün­di­ge Werk­statt­ge­sprä­che.
Wei­ter­hin las­sen Füh­run­gen durch die einst fürst­bi­schöf­li­chen Schau­räu­me mit his­to­ri­schem Inven­tar und Bücher­be­stän­den aus dem Zeit­raum vom 16. bis zum 19. Jahr­hun­dert in die Geschich­te der Neu­en Resi­denz und der Staats­bi­blio­thek ein­tau­chen. Biblio­theks­di­rek­to­rin Prof. Dr. Bet­ti­na Wag­ner per­sön­lich führt durch die Aus­stel­lung “Schö­ner Schein“.
Die­se zeigt Fak­si­mi­le-Aus­ga­ben eini­ger berühm­ter Hand­schrif­ten, dar­un­ter mit­tel­al­ter­li­che Pracht­co­di­ces, eines der ältes­ten Bücher, das in Bam­berg erschien, und ein erschüt­tern­des Doku­ment aus der Zeit der Hexen­ver­fol­gung.
Im Lese­saal wer­den aus­ge­wähl­te Zeich­nun­gen aus der 80.000 Blät­ter umfas­sen­den Gra­fik­samm­lung der Staats­bi­blio­thek prä­sen­tiert und fach­kun­dig erläutert.

Kin­der haben in der Bas­tel­werk­statt die Mög­lich­keit, sich Lese­zei­chen aus schö­nen Papie­ren zu bas­teln. Unter pro­fes­sio­nel­ler Anlei­tung kön­nen lus­ti­ge Ecken­mons­ter gestal­tet oder Lese­zei­chen in Ori­ga­mi­tech­nik gefal­tet wer­den – um künf­tig nie wie­der zu ver­ges­sen, auf wel­cher Sei­te man am Tag zuvor sein Buch zuge­klappt hat.

Die Neue Resi­denz mit Prunk­räu­men und Staats­ga­le­rie hat von 9 bis 18 Uhr geöff­net und bie­tet Füh­run­gen durch das Fürst­bi­schöf­li­che Appar­te­ment im Halbstundentakt.

Auch der Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom wird sich vor Ort mit einem Info­stand prä­sen­tie­ren.
Der Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom ist ein gemein­nüt­zi­ger Ver­ein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Muse­en auf dem Dom­berg zu beglei­ten und ihre Arbeit ideell, aber auch mate­ri­ell zu unter­stüt­zen. „Der Ver­ein ver­steht sich als Bin­de­glied zwi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und den jewei­li­gen Muse­en“, erläu­tert die 1. Vor­sit­zen­de des Ver­eins und Kunst­his­to­ri­ke­rin Vera Mamerow.

Die Staats­bi­blio­thek prä­sen­tiert Fak­si­mi­le-Aus­ga­ben berühm­ter mit­tel­al­ter­li­cher Hand­schrif­ten. Foto: Staats­bi­blio­thek Bam­berg, Gerald Raab

„Sei­ne Mit­glie­der­schaft ist sehr viel­fäl­tig und von bekann­ten Bam­ber­ger Fir­men bis zu Per­sön­lich­kei­ten des öffent­li­chen Lebens der Stadt spre­chen wir alle an, denen die Kul­tur unse­rer Welt­erbe­stadt und deren ein­zig­ar­ti­ge Muse­ums­land­schaft am Her­zen lie­gen.“ Nach einer Neu­auf­stel­lung des Vor­stands im Dezem­ber 2024 mit der neu­en Vor­sit­zen­den Vera Mame­row und der Stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den Dr. Bir­git Kast­ner möch­te der Ver­ein den Fokus wie­der mehr auf die kul­tu­rel­le Bil­dung und Ver­an­stal­tun­gen zur Öff­nung der Muse­en in die Stadt­ge­sell­schaft legen. Daher ist der kom­men­de Muse­ums­tag eine Chan­ce für den Ver­ein, um für enga­gier­te Part­ner zu wer­ben. „Um das Ange­bot an kul­tu­rel­ler Bil­dung in den Muse­en und somit die Par­ti­zi­pa­ti­on beson­ders jun­ger Muse­ums­be­su­che­rin­nen und ‑besu­cher zu beför­dern, braucht es finan­zi­el­le Unter­stüt­zung, die der Ver­ein durch das Ein­wer­ben von Spen­den ger­ne ergänzt“, bekräf­tigt Eleo­no­ra Cagol, Mit­glied des Vor­stands und Mit­ar­bei­te­rin des His­to­ri­schen Museums.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm­ab­lauf sind auf der Home­page zu finden.