Vorschau Kulturboden Hallstadt
2026 kommt auch ein Weltstar
Fürs neue Jahr stehen schon 100 Veranstaltungen im Kulturboden Hallstadt fest. Zu bekannten TV-Stars gesellt sich auch US-Rockröhre Vonda Shepard.
Schon 100 öffentliche Veranstaltungen stehen im elften Jahr des Bestehens im Kulturboden für 2026 fest und im Kalender. Aufgrund des enormen Interesses von Veranstaltern und Besuchern auch schon mal zwei Events an einem Tag. Oft handelt es sich dabei um bekannte Fernsehgesichter und ‑Idole. Mit dabei erstmals auch ein absoluter Weltstar, jede Menge Tributes, Fußball-Legenden, Kabarettisten:innen, Comedians, Politiker, Autoren:innen und Stammgäste, wozu auch zwei Bands aus England zählen, die wegen ihrer umjubelten Auftritte in den Vorjahren gerne in den Kulturboden zurückkehren, obgleich sie mittlerweile weit größere Hallen füllen. Stars, die schon für Sternstunden in der Provinz sorg(t)en, wo zuletzt viele ausverkaufte Abende verzeichnet wurden.
Zu den Highlights 2026 zählt der Auftritt von Vonda Shepard (am 25. April). Die US-Amerikanerin, die durch ihre Rolle und Songs für die Fernsehserie Ally McBeal berühmt wurde, sang bei Koryphäen wie Al Jarreau oder Jackson Browne. Zu ihrer Band gehören Musiker, die schon bei Tina Turner, Bruce Springsteen, Johnny Cash und Jackson Browne gespielt haben. Absolute Weltklasse also.
Neben der US-Amerikanerin bilden auch zwei britische Gruppen, die schon bei früheren Gastspielen aufgrund ihrer Qualität begeistert gefeiert wurden und deswegen auch gerne wiederkommen, besondere Höhepunkte: „Frontm3n“ am 5. November und „Ultimate Eagles“ am 20. November. Neu stoßen „Forgotten Sons“ als Marillion-Tribute hinzu (5. Dezember).
Sport-Highlights im neuen Jahr sind die Gesprächsrunden mit Torwart-Legende Sepp Maier (24. März), Mario Basler (18. April) und Reiner Calmund (31. Mai).
Der Niederbayer Django Asül kommt am 22. Januar mit seinem kabarettistischen Blick in den Rückspiegel. „Huebnotix“ aus Bayreuth kommen mit Classic Rock im akustischen Gewand am morgigen Sonntag (4. Januar), „Dr. Woo“ aus Nürnberg mit Hardrock-Klassikern in der Dauerschleife als Medleys am Montag (5. Januar), gefolgt von „Pulse“ mit Pink-Floyd-Songs im Kerzenlicht, Streicher-Quartett und akustischen Gitarren (25. Januar). Neu hinzu kommen Tributes zu Bob Dylan (Mr. Tambourine Man am 11. Januar) und Cat Stevens (15. Januar).
Die Liste der Kabarettisten und Comedians liest sich auch 2026 wie ein Blick ins Fernsehprogramm, reicht von Mäc Härder und Ingo Appelt über Daphne de Luxe, Chris Boettcher, Tom Gerhardt, Helmut Schleich, Günter Grünwald, Helmut Binser, Max Uthoff bis Guido Cantz, Rüdiger Hoffmann und Willy Astor.
Das komplette Programm des Kulturbodens ist hier zu finden, Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 0951–23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
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Mehr als 1000 Besucher beim Tag der offenen Tür
Massenansturm auf den Kulturboden
Die Erfolgsgeschichte, von der Bürgermeister Thomas Söder im offiziellen Teil anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Kulturbodens in Hallstadts Stadtmitte schwärmte, schlug mit der Jubiläumsveranstaltung ein neues Kapitel auf, zu der mehr als 1.000 Besucher in den Kulturboden kamen.
Der Ansturm zum Tag der offenen Tür übertraf die kühnsten Erwartungen der Veranstalter. Mehr als 1.000 Besucher*innen erlebten ein mehrstündiges Bühnenprogramm, das einen Schnelldurchlauf des Jahresprogrammes mit rund 100 öffentlichen Veranstaltungen im Kulturprogramm abbildete: Schlager, Gospel, Kabarett, Rock, Theater, Kinderprogramm. „Wir wollen mit diesen acht Auftritten ein bisschen was von der Bandbreite des Jahres zeigen, mit der wir jeden Abend eine andere Zielgruppe ansprechen“, hatte Kulturboden-Chef Wolfgang Heyder als Zielsetzung ausgegeben.
Was gelang. In jeweils 20-minütigen Slots machten die Künstler auf sich und anstehende Auftritte aufmerksam und wurden mit viel Beifall belohnt. Köstlich die Bamberger Schauspieler Patrick L. Schmitz und Gerald Leiß mit ihrer Heinz-Erhardt-Parodie, stimmgewaltig Marina Seidel aus Gefrees mit italienischen Liedern und amerikanischen Gospels von Gianna Nannini bis Carole King. Ebenso beeindruckte die Bamberger TV-Rockröhre Egon Herrnleben mit Rockklassikern. Sebastian Schönmoser nahm die Kinder, die sich vorher hatten schminken lassen können, mit auf eine Schiffsreise. Mit viel Lokalkolorit stimulierte Kabarettist Mäc Härder die Lachmuskeln, wohnte er doch 19 Jahre lang in Hallstadt: „Dass Hallstadt saureich ist, hat man im Schwimmbad erleben könna. Weil wer kann sich gleich zwei so dicka Bademeister leisten?“ Der Erlangener Klaus-Karl Kraus erinnerte humorvoll an Tugenden aus der Jugendzeit, die keinem geschadet hätten, wie die „Watschn vom Lehrer“. Wolfgang Reichmann steuerte schon auf die Bamberger OB-Wahl zu und fand einen neuen Titel für die Lokalzeitung: „FT steht doch für Fehlerteufel.“ Alle drei Kabarettisten persiflierten köstlich die Besonderheiten der bisweilen paradoxen fränkischen Sprache und Eigenheiten. „Host a Bäppn an der Bappn, will dei Puppn nimmer poppen.“ Und sie lobten den Kulturboden als ideale Stätte für Kleinkunst. Klaus-Karl Kraus erfreute sich am „Gefühl, dass das Publikum mit auf der Bühne steht“. Für Wolfgang Reichmann war klar, dass „mit der Übernahme durch das Ehepaar Heyder pausenlos ein Highlight nach dem anderen folgt und dass ich als Fastenprediger seit bald zehn Jahren dazu gehör‘, ist für mich schon eine Anerkennung“. Für Mäc Härder ist der Kulturboden eine „Super-Einrichtung“, weil man als „Künstler und Kabarettist ganz nah am Publikum ist“.
Was auch umgekehrt gilt: Viele der Besucher*innen, die mittlerweile schon aus ganz Franken, von Hof bis Würzburg und Coburg bis Nürnberg, sowie aus der Oberpfalz und Thüringen kommen, nutzen die Gelegenheit, nach dem Gastspiel mit ihrem Künstler in Kontakt zu kommen, sei es zum Gespräch, Autogramm oder Selfie.
Auf großes Interesse stießen auch die Führungen mit Blick hinter die Kulissen, bei denen Wolfgang Heyder auch Vorschläge für künftige Veranstaltungen aufnahm. Dabei lobte er die Leistungen der Helfer im Hintergrund, die für Aufbau und Sauberkeit sorgen. „Gestern Abend hatten wir ein Rockkonzert mit einem proppenvollen Saal und heute Morgen hat man davon nichts mehr gemerkt und alles stand bereit für den Tag der offenen Tür.“ Den immensen Aufwand an Logistik und deren Sorgfalt hatte zuvor auch schon Bürgermeister Söder gelobt: „Der Kulturboden ist nun seit zehn Jahren in Betrieb und schaut fast noch aus wie am ersten Tag.“
Förmlich überrannt wurde das Personal bei der Ticketaktion, bei der fast vier Stunden lang zwei Eintrittskarten zum Preis von einer erworben werden konnten. Die Warteschlange reichte zeitweise quer durch das Foyer bis zur Garderobe und Hunderte nutzten diese einmalige Gelegenheit.
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Vorlesungen für junge Forscherinnen und Forscher
Anmeldung zur Bamberger Kinder-Uni ab sofort möglich
Bei der Kinder-Uni an der Universität Bamberg werden Schülerinnen und Schüler zu jungen Forscherinnen und Forschern. An drei Samstagen findet diese im Wintersemester wieder an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Warum ist Taylor Swift so erfolgreich? Was passiert durch den Klimawandel mit der Umwelt? Und was verraten archäologische Funde über die Kultur des Mittelalters? Diese drei Themengebiete erforschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Alter von 9 bis 12 Jahren im Rahmen der Kinder-Uni. Sie findet im Wintersemester 2025//26 an drei Samstagen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Mega-Star Taylor Swift – Warum ist sie so erfolgreich?
In der ersten Vorlesung am Samstag, 8. November 2025, beschäftigen sich die jungen Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Prof. Dr. Jörn Glasenapp vom Lehrstuhl für Literatur und Medien mit der Frage, warum die Sängerin Taylor Swift so erfolgreich ist. Ist es ihre Stimme? Sind es ihre Melodien? Oder ist es ihr Image? Diesen Fragen gehen sie in der Vorlesung gemeinsam mit dem Swift-Experten und Swiftie Prof. Dr. Jörn Glasenapp auf den Grund. Zudem erwarten die jungen Forschenden Erkenntnisse darüber, wie die Musikindustrie funktioniert und was es bedeutet, ein Mega-Star zu sein. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Der Klimawandel und wir – Was mit unserer Umwelt passiert und was wir ändern müssen
Alle reden über den Klimawandel. Manche finden Klimaschutz wichtig und andere sagen, das ist übertrieben. Aber was steckt eigentlich dahinter? Warum wird es auf der Erde immer wärmer, und welche Folgen hat das für Menschen, Tiere und Pflanzen? Prof. Dr. Rasmus Hoffmann, Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Soziale Ungleichheit, gestaltet am Samstag, 15. November 2025, die zweite Vorlesung der Kinder-Uni. Gemeinsam wird erforscht, wie die Erderwärmung entsteht und was getan werden muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu können. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Klima, sondern auch um mehr Gerechtigkeit: Denn reiche Menschen schaden dem Klima viel mehr als Arme, aber leiden viel weniger unter den Folgen. In dieser Vorlesung wird gezeigt, wie Armut und Reichtum mit dem Klimawandel zusammenhängen. Außerdem wird gemeinsam überlegt, was man selbst gegen den Klimawandel tun kann. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Von Rittern und Bamberger Bürgern – Was archäologische Funde über die (Tisch-)Kultur des Mittelalters verraten
Die dritte Vorlesung findet am Samstag, 22. November 2025, statt. Britta Ziegler vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit erklärt, was Archäologinnen und Archäologen durch Ausgrabungen alles erfahren können. Wenn beispielsweise eine alte Keramikscherbe gefunden wird, kann diese Scherbe verraten, wie eine Burg eingerichtet war oder ob die Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses arm oder reich waren. Außerdem geben solche Funde Auskunft darüber, welche Werkzeuge und Techniken die Menschen früher bereits kannten. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben die Möglichkeit, 500 Jahre alte Originalfunde kennenzulernen, den Umgang mit ihnen zu erlernen und die Geheimnisse über das Leben von damals zu erfahren. Die Veranstaltung findet zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 //00.06, Am Kranen 14. Bei dieser Vorlesung ist die Teilnehmendenzahl auf 20 Kinder begrenzt.
Seit 2003 präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr Themen aus ihren Forschungsgebieten in Vorlesungen, die sie speziell für Kinder halten. Erwachsene Zuhörerinnen und Zuhörer sind deshalb bei den Vorlesungen nicht zugelassen. Weitere Informationen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu finden, ebenso die Anmeldemöglichkeit.
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10 Jahre Kulturboden Hallstadt – ein Grund zum Feiern!
Tag der offenen Tür im Kulturboden Hallstadt am Sonntag
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2015 hat sich der Kulturboden Hallstadt als feste Größe in der regionalen Kulturlandschaft etabliert. Am Sonntag, dem 28. September, wird das zehnjährige Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Innerhalb eines Jahrzehnts ist der Kulturboden zu einem lebendigen Ort und zur Kulturstätte für Kabarett, Comedy, Konzerte, Theater, Tagungen und Feiern geworden – auch weit über die Grenzen Hallstadts hinaus.
Am Sonntag, dem 28. September 2025, wird dieses Jubiläum gebührend gefeiert: Von 12 bis 17 Uhr erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und ein stimmungsvoller Mix aus Kabarett, Musik und Show.
Nach der Ansprache von 1. Bürgermeister Thomas Söder und Wolfgang Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg treten im Kulturboden folgende Künstler:innen nacheinander beim Tag der offenen Tür auf:
- Heinz & Heinz – Heinz Erhardt Klassiker
- Marina Seidel – Italienische Songs & Gospel
- Mäc Härder – Kabarett
- Klaus Karl-Kraus – Kabarett
- Egon Herrnleben – Finalist bei The Voice of Germany
- Sebastian Schönmoser mit Kinderliedern
- Wolfgang Reichmann – Fastenprediger
Auf der Bühne stehen das Duo Heinz & Heinz mit einer Hommage an Heinz Erhardt, Gospelsängerin Marina Seidel, Comedian Mäc Härder, Kabarettist Klaus Karl-Kraus, Musiker Egon Herrnleben (bekannt aus The Voice of Germany), Sebastian Schönmoser, der Kinderlieder präsentiert, sowie Fastenprediger Wolfgang Reichmann.
Angebote am Tag der offenen Tür
- Führungen zu jeder vollen Stunde durch den Kulturboden geben spannende Einblicke in die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten – von Hochzeiten über Tagungen bis hin zu Vereins- und Weihnachtsfeiern.
- Für die jüngsten Gäste gibt es Kinderschminken.
- Als besonderes Highlight lockt eine 2 für 1 Ticketaktion von 14 bis 17 Uhr, bei der Kulturfans doppelt profitieren können (Gültig für ausgewählte Veranstaltungen im Kulturboden Hallstadt vom Veranstaltungsservice Bamberg, nur solange der Vorrat reicht und nur vor Ort im genannten Zeitraum).
Das Kulturboden Theater-Programm 2025//26
Das Jubiläumsjahr ist zugleich der Auftakt in eine neue Spielzeit, in der Theater im Kulturboden Hallstadt einen besonderen Stellenwert erhält. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Klassikern, modernen Inszenierungen und humorvollen Stücken wird die Bühne erneut zum Treffpunkt für Theaterliebhaber.
Die Besucher:innen dürfen sich auf Produktionen freuen, die zum Lachen, Staunen und Nachdenken einladen – mal leichtfüßig und unterhaltsam, mal tiefgründig und bewegend. Dabei bleibt der Kulturboden seiner Linie treu: hochwertige Veranstaltungen in einer Atmosphäre, die Nähe zwischen Publikum und Künstler schafft.
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Studierende leisten Grundlagenarbeit für künftiges Museum
Universität Bamberg erschließt Paul Maars Vorlass
Bald soll Paul Maars Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums. Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte, wie die Universität Bamberg mitteilt.
Paul Maar ist einer der bekanntesten Kinderbuchautoren im deutschsprachigen Raum – und weit darüber hinaus. Seine Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt brachte er auch Literatur für Erwachsene heraus. Bald soll sein Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums: Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte. In den zahlreichen Kisten fanden sie unter anderem Bücher, Manuskripte, Fotos, Filmrequisiten, Sams-Puppen, Zeichnungen, Fanpost und persönliche Notizen. Ohne eine systematische Inventarisierung wäre eine museale Planung ebenso wie die spätere Bestands-Verwaltung im laufenden Betrieb unmöglich. Am 31. August 2025 konnten sie die Inventarisierung dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt Hallstadt und der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern abschließen.
Inventarisieren, archivieren, bewahren
„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Museumsidee gehört habe. Paul Maar ist ein Aushängeschild für unsere Region – und weltweit bekannt. Mit seinen Büchern hat er die Kindheit vieler Menschen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heidrun Alzheimer, ehemalige Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie an der Universität Bamberg. Sie leitete das Inventarisierungsprojekt.
Die Inventarisierung – also die Erfassung und Dokumentation sämtlicher Objekte – ist Grundvoraussetzung für jedes Museum. Sie dient nicht nur der Ordnung und Archivierung, sondern ist auch Basis für spätere Ausstellungen, digitale Anwendungen, Konservierung, Schadensdokumentation und Verwaltung. Seit Februar erfassten vier Masterstudierende der Europäischen Ethnologie gemeinsam mit Heidrun Alzheimer sämtliche Objekte aus Paul Maars Vorlass mithilfe einer professionellen Software. Bis Ende August 2025 haben sie einen Großteil der rund 5.000 Stücke dokumentiert. Nur kursorisch erfasst wurde die Fanpost aufgrund der schieren Masse an Zuschriften begeisterter Leser und Leserinnen. Viele Schreiben sind liebevoll illustriert und zeugen von der anhaltenden Wirkung von Maars Werk.
Studierende lernen professionelle Museumsarbeit
Dass Studierende an dem Projekt beteiligt waren, kommt nicht von ungefähr, sondern ist eines der Ergebnisse einer vorausschauenden Lehrstrategie: Heidrun Alzheimer erkannte früh, dass Absolventinnen und Absolventen aus der Europäischen Ethnologie häufig das Berufsfeld „Museum“ anstreben. Um darauf im Studium vorzubereiten, entwickelte sie eigens ein Praxismodul zur Museumsausbildung, in dem der Umgang mit Sammlungen, konservatorische Grundlagen und digitale Erfassungsmethoden praxisnah vermittelt werden. Die Studierenden blicken in den Kursen auch hinter die Kulissen, etwa bei Besuchen in den Museen Bayerns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vorlass ist ein Beispiel dafür, wie eng akademische Ausbildung und angewandte Kulturarbeit zusammenspielen können: „Die Studierenden lernen hier Museumspraxis im besten Sinne – von der Verschlagwortung bis zur Erfassung komplexer Objekte in verschiedenen Sprachen, Schriften und medialen Formaten“, so Alzheimer. Eine Inventarnummer wird nach konservatorischen Standards direkt am Objekt angebracht, Verweise auf verwandte Stücke in der Datenbank mit Hilfe von Referenznummern ergänzt. Das empfindliche Material wird in säurefreiem Seidenpapier und Spezialkartons archiviert.
„Ich wollte schon immer im Museumsbereich arbeiten – und durch dieses Projekt hat sich mein Berufswunsch noch einmal richtig gefestigt“, sagt Melissa Link, Masterstudentin der Europäischen Ethnologie. „Besonders schön war, dass wir dabei nicht einfach nur Objekte inventarisiert haben, sondern viel über Paul Maar als Mensch erfahren konnten. Und er selbst war bei Fragen ansprechbar – das war wirklich ein Highlight.“ Für Link war die Inventarisierung nicht nur eine professionelle, sondern auch eine private Bereicherung: „Paul Maar hat mich mit seiner Kreativität angesteckt. Und ich sehe manch alltägliche Dinge mit ganz anderen Augen.“ In ihrer Masterarbeit möchte sie sich nun mit den handwerklichen und konservatorischen Aspekten des Inventarisierens beschäftigen – am Beispiel der Paul Maar Sammlung. Einige Objekte wird sie auch biographisch erforschen.
Blicke in das Leben von Paul Maar
Neben den bekannten Publikationen und ihren internationalen Ausgaben finden sich im Vorlass auch persönliche Zeugnisse: Fotos von Lesereisen und Besuchen in Goethe-Instituten rund um den Globus, Graphiken, Briefe, handschriftliche Skizzen und Manuskripte und Bücher mit Anmerkungen für Lesungen. „Man spürt an vielen Stellen, wie eng biographische Erfahrungen und literarische Arbeit bei Paul Maar verknüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als seine Sams-Bücher“, sagt Alzheimer. So finden sich im Vorlass beispielsweise Fotos mit den Jazzgrößen Keith Jarrett und Jan Garbarek, für die Maar ein Schallplattencover gestaltet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem damaligen Wohnort Grötzingen zu Besuch.
Besonders kurioses Material stellen die Requisiten aus dem zweiten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlummerten jahrelang in der Garage eines Bamberger Stadtführers, der sie nun dem Museum überlassen hat. Im Film war in der Bamberger Innenstadt ein Hundesalon eingerichtet, daher zählen zu den Requisiten so kuriose Dinge wie Hundelockenwickler.
Die Eröffnung des Museums ist in den nächsten Jahren geplant. Bereits im Oktober 2025 findet im Kulturboden Hallstadt eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und einer Ausstellung mit Grafiken von Paul Maar statt. Auch der Künstler selbst wird anwesend sein.