Fünf Jahre nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs
vbw begrüßt erneute wirtschaftliche Annäherung Großbritanniens an Europa
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstützt fünf Jahre nach dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion sämtliche Bemühungen, die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wieder zu vertiefen.
„Der Brexit war eine Zäsur für Europa, mit schweren wirtschaftlichen Folgen, auch für Bayern. In einer Zeit mit einer derart großen Unsicherheit in der Weltwirtschaft, zunehmendem Protektionismus und geopolitischen Krisen brauchen wir nicht weniger, sondern eindeutig mehr verlässliche Partner auf der Welt – wie das Vereinigte Königreich“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Für die bayerische Wirtschaft stecke immer noch viel Potenzial im britischen Absatzmarkt. Jedoch kämpften unsere Unternehmen auch heute noch tagtäglich mit den erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen durch die Handelshemmnisse im Außenhandel. „Wir setzen daher auf neue und pragmatische Impulse, die die Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich weiter stärken. Umso erfreulicher ist der von der derzeitigen britischen Regierung vorangetriebene Annäherungskurs an Europa. Diesen begrüßen wir ausdrücklich.“
Aus Sicht der vbw braucht es daher weitere bilaterale Vereinbarungen. Mit dem Handels- und Kooperationsabkommen bestehe eine solide Grundlage, auf die eine weitere vertiefte Zusammenarbeit aufgebaut werden könne. „Insbesondere freut uns die britische Beteiligung an europäischen Rüstungsprojekten sowie der Wiedereintritt Großbritanniens in das Erasmus-Austauschprogramm ab 2027. Ebenso war die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit eine Erleichterung.“ Gleichzeitig stellten Sondervorschriften im Dienstleistungshandel sowie der aufwändige Nachweis der Erfüllung von Ursprungsregeln die Wirtschaft weiterhin vor große Probleme. „Es braucht daher ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine weitere Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen. Nur so schaffen wir langfristig eine erfolgreiche Handelspartnerschaft“, so Brossardt.
Mit einem Handelsvolumen von voraussichtlich knapp 16 Milliarden Euro war das Vereinigte Königreich im Jahr 2025 nur noch der zehntwichtigste Handelspartner Bayerns. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Vereinigten Königreichs für Bayern hat durch den Brexit deutlich abgenommen: Das Handelsvolumen Bayerns mit Großbritannien liegt um ein Viertel beziehungsweise fünf Milliarden Euro niedriger als 2015, dem Jahr vor dem Referendum.“ Da gebe es noch Aufholbedarf. Gleichzeitig mache der Handel mit dem Vereinigten Königreich nach wie vor knapp vier Prozent des bayerischen Außenhandels aus. „Fakt ist: Je mehr Partner auf der Welt wir haben, umso weniger sind wir von einzelnen Wirtschaftsräumen abhängig. Eine wiedererlangte vertiefte Wirtschaftszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wäre ein wirksamer Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und sie für zukünftige Krisen noch besser zu wappnen“, erklärt Brossardt.
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Fünf Jahre Austritt des Vereinigten Königreichs aus dem Binnenmarkt
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert anlässlich des fünfjährigen Jahrestages des Austritts des Vereinigten Königreichs am 1. Februar aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion eine Stärkung der Handelsbeziehungen.
„Auch heute noch sind unsere Unternehmen tagtäglich mit den erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen durch Handelshemmnisse im Außenhandel konfrontiert. Dabei brauchen wir gerade in diesen Zeiten starke Partner für mehr Freihandel und wirtschaftliche Kooperation“, ‚“ sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Vor allem mit Blick auf die erwartbare protektionistische Trump-Präsidentschaft und die Androhung von Strafzöllen stehe für die bayerische Wirtschaft viel auf dem Spiel. Bayern benötige dringend mehr alternative Absatzmärkte. Das Vereinigte Königreich sei hier ein attraktiver Partner. Fünf Jahre nach dem Brexit werde es Zeit, die Beziehungen zu Großbritannien wieder zu intensivieren und zu stärken.
Das Vereinigte Königreich biete viel zuletzt ungenutztes Potenzial
Die vbw fordert daher weitere ergänzende bilaterale Vereinbarungen. „Das Handels- und Kooperationsabkommen war ein wichtiger Schritt, um das Schlimmste zu verhindern. Gleichzeitig stellen Sondervorschriften im Dienstleistungshandel, der hohe bürokratische Aufwand bei der Mobilität für Arbeitssuchende sowie der aufwändige Nachweis der Erfüllung von Ursprungsregeln die Unternehmen weiterhin vor große Probleme.“ Die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit sei hier ein positives Signal. „Wir brauchen eindeutig mehr davon: Ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen. Nur so schaffen wir Planungssicherheit und die Basis für einen erfolgreichen und nachhaltigen wirtschaftliche Austausch“, erläutert Brossardt.
Mit einem Handelsvolumen von rund 16 Milliarden Euro war das Vereinigte Königreich im Jahr 2024 nur noch der zehntwichtigste Handelspartner Bayerns. Seit dem Brexit nehme die wirtschaftliche Bedeutung des Vereinigten Königreichs für die bayerische Wirtschaft ab. Trotzdem seien 2024 bayerische Produkte im Wert von 11,7 Milliarden Euro dorthin exportiert worden, somit immerhin 5,2 Prozent aller bayerischen Exporte. Das Vereinigte Königreich biete viel zuletzt ungenutztes Potenzial. „Vor allem mit Blick auf die unberechenbare geopolitische Gemengelage sowie auf die zunehmenden weltweiten Handelshemmnisse gilt es, unsere Wirtschaftsbeziehungen wieder zu stärken. Dies wäre ein wichtiger Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und krisenfest zu machen“, so Brossardt.