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Welterbe

30 Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger „on Tour“

Das Welt­erbe mit dem Rad erfahren

30 Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger bega­ben sich „on Tour“ durch die Gärtner‑, die Berg- und die Insel­stadt. Ange­führt von der Kul­tur­re­fe­ren­tin und der Sach­ge­biets­lei­te­rin für Bür­ger­be­tei­li­gung ging es zu den drei his­to­ri­schen Sied­lungs­ker­nen, wie die Stadt mitteilt.

„Es sind nicht die Ein­zel­mo­nu­men­te, son­dern das Gesamt-Paket mit der beson­de­ren Stadt­struk­tur, war­um Bam­berg zum UNESCO-Welt­erbe ernannt wur­de“, brach­te es die Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe in Bam­berg, Dr. Simo­na von Eyb, am Ende des UNESCO-Welt­erbe­tags auf den Punkt. Wie lie­ße sich die­se Struk­tur bes­ser erfas­sen und begrei­fen, als ihre Gren­zen nach­zu­zeich­nen? So folg­ten rund 30 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger am Sonn­tag der Ein­la­dung der Stadt, um bei einer neu­en Aus­ga­be von „Bam­berg on Tour“ die Gren­zen des Welt­erbes zu erfahren.

Ange­führt von der Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar und der Sach­ge­biets­lei­te­rin für Bür­ger­be­tei­li­gung, Michae­la Schraetz, ging es zu den drei his­to­ri­schen Sied­lungs­ker­nen – erst ent­lang der Gärt­ner­stadt mit dem immer noch prä­sen­ten Erwerbs­gar­ten­bau, dann ent­lang der vom Dom gepräg­ten Berg­stadt und schließ­lich in die bür­ger­li­che Insel­stadt. Sie­ben­haar erin­ner­te wäh­rend der Fahrt an drei Daten: die ers­te Erwäh­nung Bam­bergs im Jahr 902, die Bis­tums­grün­dung durch Kai­ser Hein­rich im Jahr 1007 und schließ­lich das Jahr 1602, aus dem der soge­nann­te Zweid­ler-Plan stammt, der „Gründt­li­che abriß der Statt Bam­berg“. Die Kul­tur­re­fe­ren­tin zeigt sich fas­zi­niert von die­sem Stadt­plan, denn dank der Detail­ge­nau­ig­keit die­ser Zeich­nung wird deut­lich, wie unbe­scha­det die Stadt die ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­te über­stan­den hat: „Man kann heu­te noch durch Bam­berg lau­fen auf Grund­la­ge die­ses Plans – das ist wirk­lich erstaunlich.“


Pop-Up-Akti­on auf der Theuerstadt

Nicht nur an den Gren­zen des Welt­erbes ver­lief die Tour ent­lang – es ging auch mit­ten hin­ein zu meh­re­ren kur­zen Auf­ent­halts­punk­ten. Zum ers­ten Mal stopp­te die Kolon­ne auf der Theu­er­stadt, wo Xenia Jaku­bek vom Zen­trum Welt­erbe das von ihr betreu­te EU-Pro­jekt „Pop-Up-Urban-Spaces“ vor­stell­te: „Ziel des Pro­jekts ist es, einen Ort in der Stadt anders zu bele­ben. Es gibt hier Lin­den, einen Brun­nen und eine Bank, aber neben den Autos geht das für gewöhn­lich unter. Die Anwohner:innen-Parkplätze haben sicher ihre Berech­ti­gung, wir wol­len aller­dings ein­mal klä­ren: Was kann die­ser Ort sonst noch? Wir wagen ein Expe­ri­ment.“ Beim Lin­den­fest, das an die­sem Wochen­en­de im Schat­ten von St. Gan­golf statt­fand, beka­men die Besu­che­rin­nen und Besu­cher schon eine recht gute Vor­stel­lung vom Poten­ti­al die­ses klei­nen Platzes.

Auf dem Weg in die Berg­stadt hielt die Zwei­rad-Grup­pe wenig spä­ter an der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le. Für das The­ma Welt­erbe ist das auch ein wich­ti­ger Ort, weil hier die UNESCO-Ernen­nungs­ur­kun­de vom 11. Dezem­ber 1993 fei­er­lich an die Stadt Bam­berg über­ge­ben wur­de. Ulri­ke Sie­ben­haar hat­te eine Kopie der Urkun­de mit­ge­bracht und zeig­te sie den inter­es­sier­ten Teilnehmenden.


„Kaf­fee, Kuchen, Nachbarschaft“

Für die dann zu absol­vie­ren­den Höhen­me­ter wur­den die Rad­le­rin­nen und Rad­ler am Jakobs­platz durch die Akti­on „Kaf­fee, Kuchen, Nach­bar­schaft“ belohnt. Mit Unter­stüt­zung des Bür­ger­ver­eins „Unte­re His­to­ri­sche Berg­stadt“ hat das Zen­trum Welt­erbe eine Gemein­schafts-Kaf­fee­ta­fel auf die Bei­ne gestellt, die die Nach­bar­schaft flei­ßig besuch­te. Der Ver­ein „Bewahrt die Berg­stadt“ prä­sen­tier­te in die­sem Rah­men eine Viel­zahl von Fotos, die unter ande­rem zeig­ten, wie wenig sich am Jakobs­platz in den letz­ten 40 Jah­ren ver­än­dert hat. „Erst vor etwa 20 Jah­ren hat sich bei der UNESCO das Prin­zip durch­ge­setzt, dass das Wich­tigs­te in einer Welt­erbe-Stät­te die Men­schen sind“, erklär­te Simo­na von Eyb die­se Akti­on. „Das woll­ten wir auch beim heu­ti­gen Tag des Welt­erbes beto­nen: Das Welt­erbe kann ohne die Men­schen nicht existieren.“

Sei­nen Abschluss und Höhe­punkt fand „Bam­berg on Tour“ im Bam­ber­ger Welt­erbe-Zen­trum auf der unte­ren Mühl­brü­cke. Wäh­rend drau­ßen ein Gewit­ter los­brach, ord­ne­te Simo­na von Eyb die Stadt Bam­berg in grö­ße­re Zusam­men­hän­ge ein. Sie ist eine von 54 Welt­erbe-Stät­ten in Deutsch­land und zählt zu den 1.223 Welt­erbe-Stät­ten welt­weit – eben nicht wegen eines ein­zel­nen Denk­mals, son­dern wegen der gut erhal­te­nen „früh­mit­tel­al­ter­li­chen Stadt­struk­tur“ und weil sie eine Stadt ist, „die einen gro­ßen Ein­fluss auf die Stadt­ent­wick­lung in Mit­tel- und Ost-Euro­pa aus­ge­übt hat“. Mit fri­schen Erd­bee­ren und Kir­schen ging die Tour zu Ende. Als Erin­ne­rung konn­ten sich die Teil­neh­men­den noch einen Pin anfer­ti­gen las­sen mit Welt­erbe-Moti­ven wie Kai­se­rin Kuni­gun­de oder der Humsera.


Nächs­ter Ter­min im Juli

Der Ter­min für die nächs­te „Bam­berg on Tour“ steht bereits fest. Am Sonn­tag, 13. Juli, lädt die Stadt Bam­berg ein, sich auf die Spu­ren von „80 Jah­re Kriegs­en­de“ zu bege­ben. Alle inter­es­sier­ten Rad­le­rin­nen und Rad­ler sind dann wie immer herz­lich willkommen.

Bericht über die Rol­le von Besuchs­zen­tren erschienen

Nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus im Welt­erbe fördern

Wie lässt sich Tou­ris­mus und eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung von Welt­erbe­stät­ten zusam­men den­ken? Wel­che Rol­le spie­len loka­le Gemein­schaf­ten bei der Kon­zep­ti­on von Besuchs­zen­tren? Erfah­rungs­be­rich­te und Emp­feh­lun­gen zu die­sen Fra­ge­stel­lun­gen fin­den Inter­es­sier­te im neu erschie­ne­nen Abschluss­be­richt des 4. Regio­na­len Work­shops des euro­päi­schen UNESCO-Regionalbüros.

Neben Erkennt­nis­sen der Teil­neh­men­den über die För­de­rung der Nach­hal­tig­keit im Tou­ris­mus erhält der Abschluss­be­richt auch Hin­wei­se für ein effek­ti­ves Besuchs­ma­nage­ment an Welt­erbe­stät­ten. Der Work­shop, der im Novem­ber 2022 in Buzau (Rumä­ni­en) statt­fand, brach­te Welt­erbe-Mana­ge­rin­nen und ‑Mana­ger von 22 UNESCO-Stät­ten aus 16 euro­päi­schen Län­dern zusam­men und bot eine Platt­form für den Aus­tausch wert­vol­ler Erfah­run­gen und Perspektiven.

Eini­ge der von der UNESCO aus­ge­wie­se­nen Stät­ten, dar­un­ter Welt­erbe­stät­ten, Bio­sphä­ren­re­ser­va­te und Glo­ba­le Geo­parks, zie­hen eine Viel­zahl von Gäs­ten an. Dabei ist die Balan­ce zwi­schen hohem Besuch­san­drang und einem Welt­erbe-ver­träg­li­chen Maß an Gäs­ten nicht immer ein­fach. Basie­rend auf den Erfah­run­gen der Work­shop-Teil­neh­men­den, dar­un­ter auch die kom­mis­sa­ri­sche Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe Bam­berg, Dia­na Bütt­ner, ent­hält der Bericht Emp­feh­lun­gen für eine nach­hal­ti­ge Besuchs­len­kung und ein effek­ti­ves Besuchs­ma­nage­ment sowie Hin­wei­se dar­auf, wie das Poten­zi­al des Tou­ris­mus für öko­lo­gisch und sozi­al nach­hal­ti­ge loka­le Ent­wick­lung genutzt wer­den kann.

Hin­ter­grund der von der UNESCO über ihr Regio­nal­bü­ro für Wis­sen­schaft und Kul­tur in Euro­pa ver­an­stal­te­ten Work­shop­rei­he waren die Aus­wir­kun­gen der COVID-19-Pan­de­mie, die auch Welt­erbe­stät­ten vor bis dahin nie gekann­te Her­aus­for­de­run­gen und Risi­ken stell­te. Die vier­te und somit letz­te Ver­an­stal­tung der Rei­he, die vom 7. bis 9. Novem­ber 2022 in Buzau, Rumä­ni­en, statt­fand, wur­de vom Rat des Krei­ses Buzau in Zusam­men­ar­beit mit dem UNESCO Glo­bal Geo­park Buzau Land, der Uni­ver­si­tät Buka­rest, dem UNESCO Glo­bal Geo­park Hațeg Coun­ty und der Natio­na­len UNESCO-Kom­mis­si­on Rumä­ni­ens ausgerichtet.

Der Nach­be­richt kann hier kos­ten­frei ein­ge­se­hen und her­un­ter­ge­la­den werden.

Audio-Walk

ETA: Zeig dei­ne Stadt – Per­for­ma­ti­ve Stadtführung

Am Diens­tag, Mitt­woch und Don­ners­tag kom­men­der Woche, 22. bis 24. Juni, jeweils 17:00 Uhr, fin­det eine per­for­ma­ti­ve Stadt­füh­rung durch Bam­berg statt, erar­bei­tet von den Teil­neh­men­den des Pro­jekts „ETA: Zeig dei­ne Stadt“.

Unter dem Mot­to „Kind­heits­er­in­ne­run­gen“ lei­ten Audio­auf­nah­men der jun­gen Men­schen die Besucher*innen durch die ver­schie­de­nen Sta­tio­nen. Dabei geht es nicht um Sehens­wür­dig­kei­ten, son­dern dar­um, wie die Teil­neh­men­den des Pro­jekts die Stadt mit Kin­der­au­gen gese­hen haben.

Indi­vi­du­el­les Reflek­tie­ren und kol­lek­ti­ves Erle­ben der gemein­sa­men Hand­lun­gen beein­flus­sen sich hier: Sehe ich, was ich höre? Höre ich, was ich sehe? Eine Ton­spur zu Stra­ßen, Plät­zen und Brü­cken, ein Blick auf die Stadt, auf ihre Men­schen, auf die Grup­pe, auf sich selbst. Doch was ist insze­niert und wer beob­ach­tet hier eigent­lich wen? „ETA: Zeig dei­ne Stadt“ ist ein Gemein­schafts­pro­jekt des ETA Hoff­mann Thea­ter, Zen­trum Welt­erbe Bam­berg und Inno­va­ti­ve Sozi­al­ar­beit (iSo) e.V. Die Teil­nah­me an den Füh­run­gen ist kos­ten­frei. Um Anmel­dung wird gebe­ten unter theaterpaedagogik@theater.bamberg.de.

Das Pro­jekt wird geför­dert durch „Zur Büh­ne“ das För­der­pro­gramm des Deut­schen Büh­nen­ver­eins im Rah­men von „Kul­tur macht stark. Bünd­nis­se für Bil­dung“. Teil­neh­me­rin Marie Cast­ner schreibt über das Erwach­sen­wer­den: „Je älter man wird, des­to klei­ner erschei­nen die Din­ge. Des­to enger wird der Raum. Des­to been­gen­der wird Bam­berg. Mit jedem Jahr, das ver­geht, ver­schwin­den eins­ti­ge Spie­le und spie­le­ri­sche Denk­mus­ter. Im Zuge des Erwach­sen­wer­dens rast das Leben immer schnel­ler von Ter­min zu Ter­min dahin. Immer eher lebt man gedank­lich bereits eini­ge Tage, Wochen oder Jah­re in der Zukunft – und die Gegen­wart ver­rinnt fast unbemerkt.“

Welt­erbe Bamberg

Patri­cia Alberth ist die neue Vor­sit­zen­de der IAWHP

Seit 2013 lei­tet Patri­cia Alberth das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg. Jüngst wur­de sie zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals (IAWHP) gewählt. Die Ver­ei­ni­gung ver­bin­det Welt­erbe-Theo­rie und ‑Pra­xis. Wir haben mit ihr gespro­chen und nach­ge­fragt, was die­ses Amt für sie und für die Stadt Bam­berg bedeutet.

Frau Alberth, wie erwei­tert sich das täg­li­che Auf­ga­ben­spek­trum der Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe Bam­berg durch die Wahl zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Professionals?

Patri­cia Alberth: Mein neu­es Amt als Vor­sit­zen­de der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals ist ein Ehren­amt. Vor­stands­sit­zun­gen und Pro­jekt­be­spre­chun­gen fin­den in mei­ner Frei­zeit statt – teil­wei­se zu unge­wöhn­li­chen Tages­zei­ten, wenn wir mit Bam­berg, Tif­lis, Peking und La Paz an einem – vir­tu­el­len – Tisch sit­zen. Aktu­ell pla­nen wir eine Ver­an­stal­tung im Rah­men der nächs­ten Sit­zung des UNESCO-Welt­erbe­ko­mi­tees in Chi­na sowie einen Publi­ka­ti­ons­bei­trag für das Jubi­lä­um der Welt­erbe-Kon­ven­ti­on im kom­men­den Jahr.


Muss man sich für die Posi­ti­on bewer­ben oder wird man vorgeschlagen?

Patri­cia Alberth: Ich habe mich um eine akti­ve Rol­le in der Ver­ei­ni­gung bewor­ben und wur­de vom Vor­stand ein­stim­mig zur Prä­si­den­tin gewählt. Mei­ne Amts­zeit beträgt drei Jahre.


Wodurch haben Sie sich für die Posi­ti­on qualifiziert?

Patri­cia Alberth: 20 Jah­re Welt­erbe-Erfah­rung? Eine gesun­de Por­ti­on Prag­ma­tis­mus? Dass das Bam­ber­ger Welt­erbe weit über die Stadt­gren­ze hin­aus strahlt, hat sicher auch zu mei­ner Wahl bei­getra­gen. Ins­ge­samt bin ich begeis­tert, wie gut wir uns im Vor­stand mit Fach­wis­sen, tech­ni­schen Fähig­kei­ten, juris­ti­scher Exper­ti­se und orga­ni­sa­to­ri­schem Kön­nen ergänzen.


Wel­che Zie­le möch­ten Sie in Ihrer Amts­zeit errei­chen? Wel­che Pro­jek­te ste­hen für die IAWHP an?

Patri­cia Alberth: Wir haben in unse­rer Ver­ei­ni­gung vie­le klu­ge, enga­gier­te Welt­erbe-Exper­tin­nen und ‑Exper­ten, dar­un­ter auch eini­ge Kory­phä­en. Mir ist dar­an gele­gen, dass die­ses Exper­ten­tum Anwen­dung fin­det, dass Theo­rie und Pra­xis ein­an­der ergän­zen. Das kann über Aus­tausch­for­ma­te, auch infor­mel­ler Art, gelin­gen. Ich möch­te die Gele­gen­heit nut­zen, um über die Ver­ei­ni­gung ein inter­na­tio­na­les Sym­po­si­um zu einem der The­men, an denen wir in Bam­berg gera­de arbei­ten, zu orga­ni­sie­ren und dadurch neue Impul­se zu setzen.


Wie und was kann die IAWHP vom Welt­erbe Bam­berg ler­nen oder pro­fi­tie­ren, wie Bam­berg von der IAWHP?

Patri­cia Alberth: Die 2010 gegrün­de­te Ver­ei­ni­gung bringt For­sche­rin­nen und Prak­ti­ker aus aller Welt zusam­men und fun­giert als Ideen­schmie­de für die Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Ansät­ze zum Schutz, zur Erhal­tung und zum Manage­ment kul­tu­rel­len und natür­li­chen Erbes. Die Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals erreicht rund 5.000 Fach­leu­te. Damit kön­nen wir Bam­bergs Prä­senz inter­na­tio­nal fes­ti­gen und aus­bau­en. Gleich­zei­tig brin­gen wir Bam­ber­ger Lösungs­an­sät­ze in die Ver­ei­ni­gung ein, die auch auf ande­re Orte über­trag­bar sind wie unser inter­ak­ti­ves Besu­cher­zen­trum oder die För­de­rung von Bar­rie­re­frei­heit im urba­nen Raum.


Gibt es so etwas wie eine Bam­ber­ger Art des Welt­erbe-Manage­ments, eine Vor­ge­hens­wei­se, die nur hier prak­ti­ziert wird und die Sie inter­na­tio­nal ein­brin­gen könnten?

Patri­cia Alberth: Bam­berg zeich­net sich durch eine enga­gier­te Stadt­ge­sell­schaft und eine gro­ße Anzahl an Ver­ei­nen aus, die sich in die loka­len Belan­ge ein­brin­gen. Vie­le Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger besit­zen auch selbst ein Denk­mal. Das Bam­ber­ger Welt­erbe-Manage­ment funk­tio­niert nicht aus dem Elfen­bein­turm her­aus, son­dern zusam­men mit den Menschen.


Die IAWHP setzt sich für den Schutz von kul­tu­rel­lem Erbe ein. Wel­che Erbe­stät­ten sind der­zeit beson­ders gefährdet?

Patri­cia Alberth: Von den aktu­ell 1.121 UNESCO-Welt­erbe­stät­ten ste­hen der­zeit 53 auf der Lis­te des Welt­er­er­bes in Gefahr. Das sind rund fünf Pro­zent. Zu den gefähr­de­ten Welt­erbe­stät­ten zäh­len bei­spiels­wei­se die Moscheen, Mau­so­leen und Fried­hö­fe von Tim­buk­tu in Mali, die Alt­stadt von Wien und die boli­via­ni­sche Sil­ber­mi­nen­stadt Poto­sí. Die Gefähr­dun­gen rei­chen von bewaff­ne­ten Kon­flik­ten über Kli­ma­wan­del bis hin zu Infrastrukturprojekten.


In wel­chem all­ge­mei­nen Zustand befin­det sich das inter­na­tio­na­le Welterbe-System?

Patri­cia Alberth: Die Anzahl der Welt­erbe­stät­ten wächst jähr­lich bei, im bes­ten Fall, sta­gnie­ren­den Bud­gets. Der Mul­ti­la­te­ra­lis­mus befin­det sich in der Kri­se und die UNESCO steht auf­grund ihrer Schwer­fäl­lig­keit und Fäl­len von poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung immer wie­der in der Kri­tik. Doch gera­de ange­sichts glo­ba­ler Her­aus­for­de­run­gen wie der Coro­na-Pan­de­mie oder dem Kli­ma­wan­del brau­chen wir star­ke über­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen, die glo­ba­le Lösun­gen vor­an­trei­ben können.


Wel­che Mit­tel ste­hen Ihnen als Vor­sit­zen­de zur Ver­fü­gung, Welt­erbe, das sich zum Bei­spiel in einem Kriegs­ge­biet befin­det, zu schützen?

Patri­cia Alberth: Der Schutz von Kul­tur­gut in Kri­sen­re­gio­nen oder die geziel­te Zer­stö­rung von kul­tu­rel­lem Erbe durch Ter­ro­ris­mus sind schwie­ri­ges Ter­rain. 2016 wur­de die mut­wil­li­ge Zer­stö­rung von Kul­tur­gut zum ers­ten Mal vor dem Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof ver­han­delt und ver­ur­teilt. Das war eine weg­wei­sen­de Ent­schei­dung. Als Ver­ei­ni­gung liegt unse­re Stär­ke vor allem dar­in, das Bewusst­sein für Welt­erbe-Belan­ge zu schär­fen, Pra­xis und For­schung zusam­men­zu­brin­gen und den Wis­sens­trans­fer zu unterstützen.


Sie sind seit etwa zwei Mona­ten im Amt. Lässt sich bereits ein Fazit ziehen?

Patri­cia Alberth: Die Neu­wahl des Vor­stan­des fand schon am 12. Dezem­ber 2020 statt. Wir benö­tig­ten eini­ge Zeit, um die Ver­eins­über­ga­be wäh­rend des Lock­downs über meh­re­re Kon­ti­nen­te hin­weg zu regeln. Das hat erstaun­lich gut geklappt – nicht zuletzt auf­grund der guten Zusam­men­ar­beit mit den Behör­den und erfah­re­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Vorstand.

Audio-Walk

Stadt­füh­rung ein­mal anders

Jugend­li­che drü­cken sich krea­tiv über Kör­per, Kame­ra und Mikro­fon aus, so das Ziel des Pro­jekts „ETA: Zeig dei­ne Stadt“, das vom ETA Hoff­mann Thea­ter, dem Zen­trum Welt­erbe Bam­berg und der inno­va­ti­ven Sozi­al­ar­beit (iSo) e.V. für Jugend­li­che zwi­schen 13 und 18 Jah­ren ange­bo­ten wird.

Gemein­sam mit den Teil­neh­men­den wer­den Orte der Stadt Bam­berg erkun­det, die für jun­ge Men­schen beson­ders wich­tig sind. Es wird her­aus­ge­fun­den, wel­che Geschich­te die Orte haben und die­se künst­le­risch mit dem All­tag von heu­te ver­knüpft. Dafür wer­den Kennt­nis­se der Ton- und Video­tech­nik, der Per­for­mance- und Thea­ter­kunst sowie des digi­ta­len Gestal­tens eines Web­auf­tritts ver­mit­telt.
Die Teil­neh­men­den kön­nen jeden Bereich aus­pro­bie­ren und selbst ent­schei­den, in wel­cher Art und Wei­se sie sich krea­tiv aus­drü­cken wol­len. Ziel des Pro­jekts ist, einen Audio-Walk zu ent­wi­ckeln, das heißt eine Stadt­füh­rung mit Audio-Gui­de, der alle Ergeb­nis­se ein­fasst und vor Publi­kum prä­sen­tiert wird.

Das Pro­jekt star­tet am Mon­tag, 29. März, um 10 Uhr. Ob der Start per­sön­lich oder online statt­fin­den kann, wird noch bekannt­ge­ge­ben. Die Tref­fen fin­den dann wöchent­lich don­ners­tags von 15:00 bis 17:00 Uhr statt. Inten­siv­pro­ben sind in den Oster- und Pfingst­fe­ri­en ange­setzt. Die Teil­nah­me ist kostenfrei.

Das Pro­jekt wird geför­dert durch „Zur Büh­ne“, das För­der­pro­gramm des Deut­schen Büh­nen­ver­eins im Rah­men von „Kul­tur macht stark. Bünd­nis­se für Bildung“.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind erhält­lich und eine Anmel­dung mög­lich bei Thea­ter­päd­ago­gin Saskia Zink unter saskia.zink@theater.bamberg.de oder unter 0951873028.

Video-Wett­be­werb für Jugendliche

„New begin­ning. New visi­on. New city.“

In Koope­ra­ti­on mit der Orga­ni­sa­ti­on der Welt­erbe­städ­te (OWHC) ver­an­stal­tet das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg einen Video-Wett­be­werb für Jugend­li­che im Alter von 14 bis 21 Jah­ren, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt, der Ideen für die Zukunft der Welt­erbe­stadt lie­fern soll.

Wie hat sich Bam­berg in den letz­ten Mona­ten ver­än­dert? Wie könn­te unser Leben vor Ort in Zukunft aus­se­hen? Jugend­li­che, die fil­mi­sche Ideen zu die­sen Fra­gen haben, kön­nen sie für ein inter­na­tio­na­les Publi­kum umset­zen und dabei die Beson­der­hei­ten ihrer Stadt prä­sen­tie­ren. Das Mot­to lau­tet dabei „New begin­ning. New visi­on. New city.“ (Neu­an­fang. Zukunfts­vi­si­on. Neue Stadt.).

Bei­trä­ge kön­nen von Ein­zel­per­so­nen oder Teams in den Alters­grup­pen von 14 bis 17 Jah­ren und 18 bis 21 Jah­ren ein­ge­reicht wer­den. Die Vide­os soll­ten höchs­tens fünf Minu­ten lang und in eng­li­scher, fran­zö­si­scher oder spa­ni­scher Spra­che gedreht sein (gespro­che­ner Text oder Unter­ti­tel). Auf­nah­men kön­nen mit Kame­ra, Com­pu­ter oder Han­dy in den For­ma­ten .wmv, .avi, .mov oder .mpg pro­du­ziert wer­den und müs­sen You­Tube-kom­pa­ti­bel sein.
Bei­trä­ge kön­nen bis spä­tes­tens 9. Mai 2021 als Video oder You­Tube-Link samt aus­ge­füll­tem Anmel­de­for­mu­lar beim Zen­trum Welt­erbe Bam­berg ein­ge­reicht werden.

Als Prei­se auf loka­ler Eben win­ken den Gewin­ne­rIn­nen Ende Mai Kino­gut­schei­ne. Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne bewer­tet dann eine Fach­ju­ry die bes­ten Vide­os nach Inhalt, Qua­li­tät, Ori­gi­na­li­tät und Krea­ti­vi­tät und kürt schließ­lich die Gesamt­sie­ger in den bei­den Alters­grup­pen. Es win­ken Geld­prei­se in Höhe von 1.500 und 3.000 Kana­di­schen Dol­lar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind zu fin­den unter https://welterbe.bamberg.de/de/aktuelles