Nach Löwen­ge­burt

Tier­gar­ten Nürn­berg: Raub­tier­haus wie­der geöffnet

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Raubtierhaus
Aarany, Kiron und ihre beiden Jungen, Foto: Thomas Hahn, Tiergarten Nürnberg
Das Raub­tier­haus im Tier­gar­ten Nürn­berg hat nun wie­der täg­lich ab 10 Uhr geöff­net. Nach der Geburt zwei­er Löwen im Sep­tem­ber blieb das Haus geschlos­sen, damit die Löwen ihren Nach­wuchs unge­stört groß­zie­hen konnten.

Mit­te Sep­tem­ber beka­men die bei­den Asia­ti­schen Löwen Aar­a­ny und Kiron im Raub­tier­haus des Nürn­ber­ger Zoos zwei­fa­chen Nach­wuchs – ein Weib­chen und ein Männ­chen. Die Namen wer­den die Tier­pfle­ge­rin­nen und Tier­pfle­ger bestim­men, die jeden Tag mit den Tie­ren arbeiten.

Da Aar­a­ny nach der Geburt aber viel Ruhe brauch­te, blieb das Raub­tier­haus vor­erst für das Publi­kum geschlos­sen. Auch Tier­pfle­ge­rin­nen und Tier­pfle­ger näher­ten sich den Löwen nicht. Der ein­zi­ge, der bei der Löwin blieb, war Löwen­ka­ter Kiron. Die bei­den wur­den weder vor noch nach der Geburt getrennt.

Ende Novem­ber öff­ne­te das Raub­tier wie­der, wenn auch erst spo­ra­disch. So soll­ten sich die Tie­re lang­sam wie­der an Besu­che­rin­nen und Besu­cher gewöh­nen kön­nen, wie der Zoo mit­teil­te. Nun hat das Raub­tier­haus wie­der regu­lär täg­lich ab 10 Uhr geöff­net. „Die jun­gen Löwen haben sich sehr gut ent­wi­ckelt“, sagt Zoo­tier­arzt und Kura­tor Her­mann Will. „Sie sind inzwi­schen immer öfter auf Erkun­dungs­tour und die Eltern küm­mern sich nach wie vor für­sorg­lich um sie. Vor zwei Wochen haben wir die Wel­pen das ers­te Mal geimpft und gewo­gen. Auch das hat sehr gut funktioniert.“

Zum Zeit­punkt der Unter­su­chung wogen die bei­den Löwen­jun­gen jeweils etwa neun Kilo. Die Imp­fung ist Teil einer Grund­im­mu­ni­sie­rung zum Schutz vor Kat­zen­seu­che und Erre­gern des Katzenschnupfenkomplexes.

Asia­ti­scher Löwen gilt stark gefährdet

Im Mai die­ses Jah­res hat­te Aar­a­ny bereits vier Löwen­wel­pen zur Welt gebracht, die aller­dings nicht über­lebt hat­ten. Drei davon hat­te sie kurz nach der Geburt auf­ge­fres­sen – ein Ver­hal­ten, das bei uner­fah­re­nen Löwin­nen aller­dings nicht unge­wöhn­lich ist. „Es war Aar­a­nys ers­ter Wurf, sie war noch uner­fah­ren und muss­te erst ler­nen, wie man mit Jung­tie­ren umgeht“, sagt Will.

Die Löwen-Unter­art des Asia­ti­schen Löwen gilt laut Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN als „stark gefähr­det“. Aktu­ell gibt es nur eine ein­zi­ge Popu­la­ti­on im Gir-Natio­nal­park in Indi­en und angren­zen­den Gebie­ten, wo nach einer Schät­zung im Jahr 2017 rund 630 Tie­re lebten.

Der Bestand ist rela­tiv sta­bil, aller­dings kann er weder wach­sen noch sein Are­al ver­grö­ßern, da die Kapa­zi­täts­gren­ze des Natio­nal­parks erreicht ist. Auf­grund des räum­lich begrenz­ten Ver­brei­tungs­ge­biets kön­nen unvor­her­seh­ba­re Ereig­nis­se wie Krank­hei­ten oder Wald­brän­de die gesam­te Popu­la­ti­on bedrohen.

Popu­la­tio­nen in Zoos spie­len in die­sem Zusam­men­hang laut Tier­gar­ten Nürn­berg eine ent­schei­den­de Rol­le. Denn sie kön­nen Tie­re für die Wie­der­an­sied­lung in der Natur bereit­stel­len, sofern es nach den Kri­te­ri­en der IUCN sinn­voll und ver­ant­wort­bar erscheint. Wie bei vie­len ande­ren Tier­ar­ten welt­weit ist das auch beim Asia­ti­schen Löwen aktu­ell aber noch nicht der Fall.

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