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Tiergarten Nürnberg

Herbst­fest im Tier­gar­ten Nürnberg

Wie berei­ten sich Tie­re auf den Win­ter vor?

Blei­ben oder in den Süden zie­hen, erstar­ren oder ruhen: Tie­re haben ganz unter­schied­li­che Stra­te­gien, mit der kal­ten Jah­res­zeit umzu­ge­hen. Auf dem Herbst­fest im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am 27. Sep­tem­ber 2026 von 10 Uhr bis 15.30 Uhr ler­nen Gäs­te eini­ge davon ken­nen. An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen sind sie außer­dem ein­ge­la­den, selbst tätig zu werden.

Zum Bei­spiel kön­nen Kin­der an die­sem Tag mit­hel­fen, Hasel­nüs­se zu ver­ste­cken, die ver­schie­de­nen Tie­ren im Win­ter als Nah­rung die­nen. Auch klei­ne Kobel kön­nen sie bas­teln und sich so bes­ser vor­stel­len, wie Eich­hörn­chen leben. Gemein­sam mit Tier­gar­ten­mit­ar­bei­ten­den kön­nen Gäs­te eine Ben­jes-Hecke anle­gen und sich bei ihnen über den rich­ti­gen Umgang mit Fle­der­mäu­sen infor­mie­ren, die sich jetzt im Herbst viel­leicht ins Haus oder die Woh­nung verirren.

Das Bio­ni­cum im Tier­gar­ten öff­net anläss­lich des Herbst­fes­tes vor­ab schon ein­mal sei­nen neu­en Erleb­nis­tun­nel: Gäs­te kön­nen dort Tief­see­wel­ten ent­de­cken und einen Wald bei Nacht. Dabei kom­men fas­zi­nie­ren­de Lebe­we­sen zum Vor­schein, die der mensch­li­chen Wahr­neh­mung nor­ma­ler­wei­se ent­ge­hen. Wer sei­ne Expe­di­ti­ons­er­geb­nis­se im Pro­to­koll fest­hält, hat die Chan­ce auf einen Gewinn.

Auf kur­zen Frei­fahr­ten mit dem neu­en Zoo­tou­ren-Mobil erfah­ren Gäs­te den Tier­gar­ten im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes zudem auf eine ganz neue Art.

Auch der Ver­ein der Tier­gar­ten­freun­de Nürn­berg e.V. öff­net zum Herbst sei­ne Ver­eins­hüt­te und wird mit Ansprech­part­ne­rin­nen und ‑part­nern vor Ort sein.

Das Herbst­fest fin­det auf der Wie­se bei den Löwen statt, mit dem extra-Pro­gramm­punkt im Bio­ni­cum. Die Teil­nah­me ist im nor­ma­len Tier­gar­ten­ein­tritt enthalten.

Tier­gar­ten Nürnberg

Deut­sche Wald­ta­ge: Baye­ri­sche Staats­fors­ten und Tier­gar­ten bie­ten Füh­rung über den Klimawaldpfad

War­um ist der Wald ein ein­ma­li­ger Erleb­nis- und Lern­ort? Und wie ver­än­dert er sich im Zuge des Kli­ma­wan­dels? Anläss­lich der Deut­schen Wald­ta­ge bie­tet der Tier­gar­ten mit dem Forst­be­trieb Nürn­berg der Baye­ri­schen Staats­fors­ten am Frei­tag, 18. Sep­tem­ber 2026, um 14 Uhr eine Son­der­füh­rung auf dem Kli­ma­wald­pfad an, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Die etwa zwei­stün­di­ge Füh­rung kos­tet 5 Euro (zuzüg­lich ermä­ßig­tem Tier­gar­ten­ein­tritt) und eig­net sich ab einem Alter von zwölf Jah­ren. Eine Anmel­dung ist von Mon­tag, 14. Sep­tem­ber, bis Don­ners­tag, 17. Sep­tem­ber, 16 Uhr, tele­fo­nisch über das Zoo­tou­ren-Büro unter 09 11 /​/​5 45 48 33 mög­lich. Das Büro ist Mon­tag und Mitt­woch von 10 bis 14 Uhr und Diens­tag und Don­ners­tag von 12 bis 16 Uhr zu errei­chen. Eine Teil­nah­me ist nur mit Vor­anmel­dung mög­lich, die Teil­neh­mer­zahl auf 25 Per­so­nen beschränkt. Die gebuch­ten Tickets kön­nen am Ver­an­stal­tungs­tag an der Haupt­kas­se des Tier­gar­tens abge­holt und bezahlt werden.

Treff­punkt ist an der Holz­sta­tue direkt hin­ter dem Tier­gar­ten­ein­gang. Von dort aus läuft die Grup­pe gemein­sam zum Kli­ma­wald­pfad. Ste­phan Jüstl, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter des Forst­be­triebs Nürn­berg der Baye­ri­schen Staats­fors­ten, und Zoo­päd­ago­gin Bar­ba­ra Rein­hard neh­men die Gäs­te mit auf einen Spa­zier­gang durch die Baum­kro­nen. Die Besu­che­rin­nen und Besu­cher ler­nen dabei die ver­schie­dens­ten Baum­ar­ten ken­nen – dar­un­ter bekann­te hei­mi­sche Arten, aber auch soge­nann­te Zukunfts­baum­ar­ten, die mit dem künf­ti­gen Kli­ma bes­ser zurecht­kom­men und teil­wei­se gezielt gepflanzt wer­den. Denn dass der Reichs­wald bereits unter den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels lei­det, ist nicht mehr zu über­se­hen. Forst­wir­te und ‑wis­sen­schaft­ler set­zen daher auf leben­di­ge und struk­tur­rei­che Wäl­der, deren Viel­falt sie wider­stands­fä­hi­ger macht. Was hier­bei aus forst­li­cher Sicht zu beach­ten ist und war­um Wald­be­wirt­schaf­tung und Natur­schutz sich nicht aus­schlie­ßen, wird anschau­lich dargestellt.

Etwa auf hal­ber Stre­cke des 450 Meter lan­gen Pfads befin­det sich das „Grü­ne Klas­sen­zim­mer“ – ein ein­ma­li­ger Lern­ort in knapp 20 Metern Höhe, der den Blick in die Baum­kro­nen öff­net. Bar­ba­ra Rein­hard wird hier einen Ein­blick in die Ent­ste­hung des Kli­ma­wald­pfads geben – vom ers­ten Impuls über die Kon­zep­ti­on bis hin zur Umset­zung und zum lau­fen­den Betrieb.

Eine beson­de­re Rol­le spielt dabei das umwelt­päd­ago­gi­sche Kon­zept: Die Basis bil­den Info­ta­feln, die mehr über den Lebens­raum Wald, die Zusam­men­hän­ge im Öko­sys­tem und die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels ver­ra­ten. Dane­ben bie­tet das Team der Nürn­ber­ger Zoo­päd­ago­gik eine Viel­zahl an the­men­spe­zi­fi­schen Erleb­nis­füh­run­gen und päd­ago­gi­schen Pro­gram­men für jede Alters­stu­fe an. Ermög­licht wur­de der Kli­ma­wald­pfad von der Zukunfts­stif­tung der Spar­kas­se Nürn­berg mit der größ­ten Ein­zel­för­de­rung ihrer Geschich­te in Höhe von 4,1 Mil­lio­nen Euro.


Über die Deut­schen Waldtage

Die Deut­schen Wald­ta­ge 2026 fin­den von Frei­tag bis Sonn­tag, 18. bis 20. Sep­tem­ber, statt. In die­sem Jahr dreht sich alles um das Mot­to „Wald und Wirt­schaft“. An die­sen Tagen laden Forst­leu­te, Wald­be­sit­ze­rin­nen und Wald­be­sit­zer, For­schungs- und Umwelt­bil­dungs­ein­rich­tun­gen sowie Ver­ei­ne gemein­sam mit wei­te­ren loka­len Akteu­ren bun­des­weit zu zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen in die Wäl­der ein. Initi­iert wur­den die Wald­ta­ge vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung und Landwirtschaft.

Weni­ge Tage spä­ter, am 24. Sep­tem­ber 2026, wid­met sich das Bun­des­amt für Natur­schutz (BfN) im Tier­gar­ten dem The­ma „Wald“. Dann lädt BfN-Prä­si­den­tin Sabi­ne Rie­wen­herm zum soge­nann­ten „Gar­ten­ge­spräch“. Unter dem Mot­to „Kli­ma­wan­del & Bio­di­ver­si­tät: Wie viel Kli­ma­kri­se ver­trägt der Wald?“ dis­ku­tie­ren Exper­tin­nen und Exper­ten aus Wis­sen­schaft und Pra­xis bei der bun­des­wei­ten Ver­an­stal­tungs­rei­he über Zusam­men­hän­ge von Bio­di­ver­si­tät und Kli­ma. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 16.30 bis 21 Uhr im Tier­gar­ten­re­stau­rant Wald­schän­ke statt. Inter­es­sier­te sind herz­lich ein­ge­la­den. Die Teil­nah­me ist kos­ten­frei, eine Anmel­dung noch bis Mon­tag, 21. Sep­tem­ber, per E‑Mail an garten@bfn.de, möglich.

Tier­gar­ten Nürnberg

Har­py­ie Dom­in­go ist in den Welt­vo­gel­park Wals­ro­de gezogen

Har­py­ien (Har­pia har­py­ja) gel­ten als die stärks­ten Greif­vö­gel der Welt, doch durch mensch­li­che Akti­vi­tä­ten gera­ten sie zuneh­mend in die Defen­si­ve. Der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg setzt sich für ihren Erhalt ein und koor­di­niert die Zucht der gefähr­de­ten Art inner­halb des Euro­päi­schen Erhal­tungs­zucht­pro­gram­mes EEP. In die­sem Zusam­men­hang ist das Nürn­ber­ger Har­py­ien-Männ­chen Dom­in­go in den Welt­vo­gel­park Wals­ro­de umge­zo­gen, wie der Tier­gar­ten mitteilt.

Dom­in­go ist 1993 im Tier­gar­ten Nürn­berg geschlüpft und leb­te hier bis auf zwei Sta­tio­nen im Zoo Dort­mund (1995 bis 2000) und im Grü­nen Zoo Wup­per­tal (2005 bis 2014). In Wals­ro­de soll er idea­ler­wei­se mit Cup­ca­ke, einem sie­ben­jäh­ri­gen Weib­chen aus dem US-ame­ri­ka­ni­schen Zoo Miami, zusam­men­ge­führt wer­den. „Die Idee ist, dass er mit einem bluts­frem­den Tier züch­ten kann“, sagt der Kura­tor für Arten­schutz und For­schung im Tier­gar­ten Nürn­berg, Dr. Loren­zo von Fer­sen. Er hat das Euro­päi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EEP) des Euro­päi­schen Zoo­ver­ban­des EAZA für die Art auf­ge­baut und ist seit der Grün­dung 2025 des­sen Koordinator.

Har­py­ien zusam­men­zu­füh­ren ist eine Her­aus­for­de­rung und erfor­dert viel Erfah­rung und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Wenn die Tie­re nicht har­mo­nie­ren, kann es zu schwe­ren Aus­ein­an­der­set­zun­gen kom­men, bei denen bei­de Tie­re gefähr­det sind. Des­we­gen wer­den poten­zi­el­le Paa­re lang­sam anein­an­der gewöhnt, indem sie sich zunächst von ihren jewei­li­gen Gehe­gen aus durch eine Ple­xi­glas­schei­be beob­ach­ten kön­nen. Erst, wenn sie mit­ein­an­der inter­agie­ren und bei­spiels­wei­se begin­nen, Mate­ri­al für ein Nest zu sam­meln, kann eine Zusam­men­füh­rung ver­sucht werden.

Der Welt­vo­gel­park Wals­ro­de hat für Dom­in­go und sei­ne mög­li­che Part­ne­rin eine ehe­ma­li­ge Volie­re für Rie­sen­see­ad­ler ent­spre­chend umge­baut und an die Bedürf­nis­se der Har­py­ien ange­passt. „Es ist wich­tig, dass wir dort, wo die Tie­re in Euro­pa zu sehen sind, auch Zucht­mög­lich­kei­ten schaf­fen“, sagt Loren­zo von Fer­sen. „Die­se Tie­re sind Bot­schaf­ter für die tro­pi­schen Regen­wäl­der Mit­tel- und Süd­ame­ri­kas. Wie vie­le ande­re, weni­ger bekann­te Arten sind sie von vor­an­schrei­ten­der Abhol­zung und den unmit­tel­ba­ren Fol­gen des Kli­ma­wan­dels mas­siv betroffen.“

Hei­ko Janat­zek, Kura­tor des Welt­vo­gel­park Wals­ro­de: „Unser Team freut sich, nun wie­der ein Pär­chen die­ser fas­zi­nie­ren­den Vogel­art hal­ten zu kön­nen. Wir sind gespannt auf die Her­aus­for­de­rung, die bei­den mit­ein­an­der zu ver­ge­sell­schaf­ten und hof­fent­lich zur Zucht zu bewe­gen, um zum Erhalt die­ser hoch­be­droh­ten und cha­ris­ma­ti­schen Tie­re bei­tra­gen zu können.“

Har­py­ien sind lang­le­bi­ge Greif­vö­gel und kön­nen in mensch­li­cher Obhut ein Alter von mehr als 40 Jah­ren errei­chen: Ihre ver­gleichs­wei­se lan­gen Fort­pflan­zungs­zy­klen erschwe­ren es ob der rasan­ten Zer­stö­rung ihrer Lebens­räu­me, einen sta­bi­len Bestand in der Natur zu bewah­ren – nur durch­schnitt­lich alle drei Jah­re zieht ein Paar ein Jung­tier groß, mit etwa sechs Jah­ren sind die Vögel geschlechts­reif und bege­ben sich auf Partnersuche.


Bis­her nur 18 Tie­re im Zuchtprogramm

Das Ziel des EEP besteht dar­in, eine sich selbst­er­hal­ten­de Popu­la­ti­on auf­zu­bau­en, die als Reser­ve die­nen kann, falls die Art in der Natur aus­stirbt. Per­spek­ti­visch soll das Zucht­buch alle welt­weit in mensch­li­cher Obhut gehal­te­nen Indi­vi­du­en beinhal­ten. Das EEP umfasst der­zeit 18 Indi­vi­du­en, von denen 8 im Zoo São Pau­lo leben. Die ande­ren ver­tei­len sich auf vier euro­päi­sche Zoos. In Nürn­berg und auf sei­ner Außen­sta­ti­on Gut Mit­tel­büg leben der­zeit fünf der Tie­re. Der Tier­gar­ten Nürn­berg hält seit 1980 Har­py­ien. Das dama­li­ge Paar kam durch eine Beschlag­nah­mung aus einer Pri­vat­hal­tung in die Obhut des Zoos. Im Jahr 2023 ist mit Ama­ya zum ers­ten Mal seit bis dahin 20 Jah­ren wie­der ein Jung­vo­gel in Nürn­berg geschlüpft und erfolg­reich groß­ge­zo­gen wor­den. Ama­ya ist für Besu­che­rin­nen und Besu­cher im Bereich der Greif­vö­gel ober­halb der Bart­gei­er­vo­lie­re zu sehen. Hier möch­te der Tier­gar­ten mit Unter­stüt­zung des Ver­eins der Tier­gar­ten­freun­de Nürn­berg e.V. per­spek­ti­visch eine neue Har­py­ien-Volie­re mit Innen- und Außen­an­la­ge bauen.

Sumpf­schild­krö­ten zie­hen in hes­si­sche Naturschutzgebiete

Tier­gar­ten wil­dert zehn Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­ten aus

Zehn Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­ten (Emys orbicu­la­ris) aus der Obhut des Tier­gar­tens der Stadt Nürn­berg wer­den im Lauf des Julis in ver­schie­de­nen hes­si­schen Natur­schutz­ge­bie­ten aus­ge­wil­dert, um fort­an zum Wie­der­auf­bau einer sta­bi­len Popu­la­ti­on in der Natur bei­zu­tra­gen, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Die Aus­wil­de­rung fin­det im Rah­men eines Arten­schutz­pro­gramms statt, das von der Arbeits­ge­mein­schaft (AG) Sumpf­schild­krö­te initi­iert wur­de. Neben den Tie­ren aus Nürn­berg wer­den 40 wei­te­re Sumpf­schild­krö­ten aus dem Zoo Frank­furt und dem Opel Zoo in die Schutz­ge­bie­te gebracht.

Die zehn Schild­krö­ten sind im Früh­som­mer 2024 als Schlüpf­lin­ge aus Hes­sen zur Auf­zucht in den Tier­gar­ten Nürn­berg gekom­men. Zu jenem Zeit­punkt waren sie etwa so groß wie eine ein-Euro-Mün­ze und wogen zwi­schen drei und neun Gramm. Tier­pfle­ge­rin­nen und Tier­pfle­ger haben sich seit­dem hin­ter den Kulis­sen um die Jung­tie­re geküm­mert und sie groß­ge­zo­gen, bis sie zur Aus­wil­de­rung bereit waren.

„Wir haben die Schild­krö­ten zunächst mit Glanz­wür­mern und Mücken­lar­ven, spä­ter auch mit Regen­wür­mern und klei­nen Fischen gefüt­tert“, sagt Tier­pfle­ge­rin und stell­ver­tre­ten­de Revier­lei­te­rin Jes­si­ca Lie­bel. „Da sie unter­schied­lich schnell gewach­sen sind und man­che recht domi­nant waren, haben wir sie nach ein paar Mona­ten nach Grö­ßen sor­tiert und in unter­schied­li­chen Aqua­ri­en gehal­ten.“ Das Ziel­ge­wicht für die Aus­wil­de­rung beträgt 120 Gramm – dann sind die Tie­re etwa hand­tel­ler­groß, sta­bi­ler und bes­ser vor Fress­fein­den geschützt.

Zu die­sem Zweck fand in dem etwa 13 Hekt­ar gro­ßen Natur­schutz­ge­biet vor der Aus­wil­de­rung auch eine Abfi­schung statt, bei der eini­ge Hech­te gefan­gen wur­den, die den Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en dort stark zusetzten.


Zusam­men­spiel von Arten- und Lebensraumschutz

Das Arten­schutz­pro­gramm zeigt bei­spiel­haft, wie Arten­schutz außer- und inner­halb des natür­li­chen Lebens­rau­mes von Tie­ren inein­an­der­grei­fen. Zoos und Zucht­sta­tio­nen züch­ten und ver­sor­gen die Tie­re, bis sie bereit zur Aus­wil­de­rung sind. Natur­schüt­zer vor Ort, Natur­schutz­be­hör­den und Natur­schutz­ver­bän­de sor­gen für den Schutz und die Wie­der­her­stel­lung der Lebens­räu­me. Dazu gehört auch, den Bestand über­mä­ßig stark ver­tre­te­ner Beu­te­grei­fer wie in die­sem Fall des Hechts und inva­si­ver Arten wie zum Bei­spiel dem Wasch­bä­ren durch Beja­gung zu ver­rin­gern. Wasch­bä­ren sind Alles­fres­ser und bedro­hen neben den Sumpf­schild­krö­ten auch Boden­brü­ter, Amphi­bi­en und Reptilien.

Um den Erfolg von Aus­wil­de­rungs­pro­gram­men zu mes­sen, über­wa­chen Natur­schüt­zer die Ent­wick­lung des Bestan­des. Dafür wer­den die Tie­re mit win­zig klei­nen Mikro­chips ver­se­hen – eine Art Per­so­nal­aus­weis, der auch nach vie­len Jah­ren eine indi­vi­du­el­le Erken­nung ermöglicht.

Der Tier­gar­ten Nürn­berg betei­ligt sich seit 2020 an dem Schutz­pro­jekt für Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­ten. 2023 konn­te er gemein­sam mit der AG Sumpf­schild­krö­te erst­mals drei sei­ner eige­nen Nach­zuch­ten in den hes­si­schen Nid­da-Auen bei Stock­heim auswildern.


Ziel: 1.200 aus­ge­wil­der­te Sumpf­schild­krö­ten bis 2030

Ins­ge­samt sol­len in die­sem Jahr in hes­si­schen Schutz­ge­bie­ten am Rhein, am Unter­main und an der Nid­da 50 jun­ge Sumpf­schild­krö­ten aus­ge­wil­dert wer­den. Damit wur­den im Rah­men des hes­si­schen Arten­schutz­pro­gramms „Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­te“ seit 1999 gut 900 Tie­re wie­der­an­ge­sie­delt. Bis 2030 sol­len es ins­ge­samt 1.200 Tie­re sein.

„Wir sind auf einem guten Weg, unser Ziel zu errei­chen“, sagt Dr. Mat­thi­as Kupri­an vom hes­si­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­um, der das Arten­schutz­pro­gramm „Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­te“ lei­tet. „Wir haben seit eini­gen Jah­ren die ers­ten Frei­land­nach­zuch­ten nach­ge­wie­sen und kön­nen mitt­ler­wei­le regel­mä­ßig Schlüpf­lin­ge oder Jung­tie­re beob­ach­ten, die von unse­ren aus­ge­wil­der­ten Tie­ren abstammen.“

Die auf ehren­amt­li­che Initia­ti­ve hin gegrün­de­te AG Sumpf­schild­krö­te bemüht sich seit 1999 in Koope­ra­ti­on mit dem hes­si­schen Minis­te­ri­um für Land­wirt­schaft und Umwelt und eini­gen Zoos um den Erhalt der Euro­päi­schen Sumpf­schild­krö­te. Ziel dabei ist es, in geeig­ne­ten Lebens­räu­men in Hes­sen wie­der sich selbst erhal­ten­de Popu­la­tio­nen zu begründen.


Vom Aus­ster­ben bedroht

Die Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­te ist die ein­zi­ge Schild­krö­ten­art, die natür­li­cher­wei­se in Mit­tel­eu­ro­pa vor­kommt, nach der deut­schen Roten Lis­te hier aller­dings vom Aus­ster­ben bedroht ist. In der Ver­gan­gen­heit wur­den ihre Bestän­de dezi­miert, weil sie als Fas­ten­spei­se galt. Inzwi­schen fehlt es den Tie­ren durch Fluss­be­gra­di­gun­gen und Tro­cken­le­gen von Gewäs­sern an geeig­ne­ten Lebens­räu­men. Ein wei­te­res Risi­ko stel­len der Stra­ßen­ver­kehr und inva­si­ve Arten dar.

Aktio­nen, Spie­le und Unter­richt im Raubtierhaus

Tier­gar­ten fei­ert 40 Jah­re Zoopädagogik

Am kom­men­den Sonn­tag, dem 21. Juni 2026, fei­ert der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg ein beson­de­res Jubi­lä­um: 40 Jah­re Zoo­päd­ago­gik. Zu die­sem Anlass erwar­tet Besu­che­rin­nen und Besu­cher zwi­schen 10 und 15.30 Uhr ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm für die gan­ze Fami­lie, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Auf der Wie­se vor dem Raub­tier­haus – in direk­ter Nach­bar­schaft zu Löwen, Tigern und Luch­sen –laden zahl­rei­che Aktio­nen zum Ent­de­cken, Ler­nen und Mit­ma­chen ein. Im Raub­tier­haus fin­den kurz­wei­li­ge Unter­richts­stun­den bei­spiels­wei­se zu Zoo­lo­gie und Bota­nik statt. Das Fest ist im regu­lä­ren Ein­tritt ent­hal­ten; eine Anmel­dung ist nicht erforderlich.

Die Zoo­päd­ago­gik im Tier­gar­ten Nürn­berg wur­de im März 1986 auf Initia­ti­ve von Dr. Peter Müh­ling, damals stell­ver­tre­ten­der und spä­ter lei­ten­der Direk­tor, gegrün­det. Mit dem Gym­na­si­al­leh­rer Hans Lich­ei star­te­te der ers­te Zoo­päd­ago­ge sei­ne Arbeit. Seit­dem hat der Tier­gar­ten ein brei­tes Ange­bot für unter­schied­lichs­te Ziel­grup­pen ent­wi­ckelt – von Kin­der­ge­burts­ta­gen, Tier­be­geg­nun­gen und Füh­run­gen bis hin zu Pro­gram­men für Schu­len, Kin­der­gär­ten und Uni­ver­si­tä­ten. Heu­te wird die Nürn­ber­ger Zoo­päd­ago­gik von Bar­ba­ra Rein­hard und Chris­ti­an Die­ne­mann gelei­tet. Ver­stärkt wer­den sie vom Zoo­tou­ren­bü­ro mit zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen und rund 20 Zoo­be­glei­te­rin­nen und Zoo­be­glei­tern in frei­er Mit­ar­beit. Auch Teil­neh­men­de eines Frei­wil­li­gen Öko­lo­gi­schen Jah­res unter­stüt­zen regel­mä­ßig in der Zoopädagogik.

Ein beson­de­rer Schwer­punkt liegt heu­te auf der Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung. Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei mul­ti­sen­so­ri­sche, ori­gi­na­le Begeg­nun­gen Ler­nen durch unmit­tel­ba­ren Kon­takt mit Natur und Tier, mit allen Sin­nen. Auch mehr­spra­chi­ge und fächer­über­grei­fen­de For­ma­te gewin­nen zuneh­mend an Bedeutung.


Inter­dis­zi­pli­nä­rer Unter­richt im Raubtierhaus

Wie die­ses inter­dis­zi­pli­nä­re Ange­bot einer moder­nen Zoo­päd­ago­gik aus­se­hen kann, erle­ben Gäs­te am 21. Juni direkt vor Ort Im Raub­tier­haus bie­ten Exper­tin­nen und Exper­ten kur­ze Unter­richts­ein­hei­ten aus ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen – alle mit Bezug zu Natur und Tierwelt.

Nach der Begrü­ßung um 10 Uhr ist fol­gen­der Stun­den­plan vorgesehen

  • 10.30 Uhr Kunst
  • 11.15 Uhr Religion
  • 12.00 Uhr Vorlesen
  • 12.45 Uhr Rechnen
  • 13.30 Uhr Botanik
  • 14.00 Uhr Zoologie
  • 14.45 Uhr Deutsch
  • und 15.15 Uhr Musik

Die Unter­richts­ein­hei­ten sind dabei so viel­sei­tig wie die Zoo­päd­ago­gik selbst ist und rich­ten sich an alle Besu­che­rin­nen und Besu­cher. Gäs­te kön­nen jeder­zeit ein­stei­gen oder das Raub­tier­haus wie­der ver­las­sen. Par­al­lel dazu bie­ten die Aus­zu­bil­den­den des Tier­gar­tens Sport- und Hand­ar­beits­un­ter­richt im Außen­be­reich an. Zudem prä­sen­tie­ren sich dort zahl­rei­che Part­ner des Tier­gar­tens mit eige­nen Stän­den, dar­un­ter das Wald­er­leb­nis­zen­trum Ten­nen­lo­he, die Spar­kas­se Nürn­berg, der Lan­des­bund für Vogel- und Natur­schutz in Bay­ern e.V., das Haupt­zoll­amt Nürn­berg, die Ener­gie- und Umwelt­sta­ti­on Nürn­berg, das Bio­ni­cum und der Ver­ein der Tier­gar­ten­freun­de Nürn­berg e.V.

Von bedroh­ten Del­fi­nen, Schwei­nen, Wild­eseln und mehr

Arten­schutz­sonn­tag im Tiergarten

Zum Inter­na­tio­na­len Tag der bio­lo­gi­schen Viel­falt lädt der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am kom­men­den Sonn­tag, 24. Mai, zu einem Arten­schutz­tag ein. In Kurz­vor­trä­gen und einer beglei­ten­den Aus­stel­lung erhal­ten Besu­che­rin­nen und Besu­cher Ein­bli­cke in welt­wei­te Arten­schutz­pro­jek­te des Tier­gar­tens und sei­ner Part­ner, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Der Akti­ons­tag fin­det von 11 bis 15 Uhr auf der Wie­se gegen­über dem Wüs­ten­haus statt. Eine Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich. Der Besuch ist im regu­lä­ren Tier­gar­ten­ein­tritt ent­hal­ten. Im Mit­tel­punkt des Arten­schutz­tags ste­hen fünf Pro­jek­te, mit denen der Tier­gar­ten bedroh­te Arten und ihre Lebens­räu­me schützt.


Rück­kehr der Kula­ne: Hoff­nung für die Steppe

Um 11.30 Uhr geht es um gro­ße Pflan­zen­fres­ser, die eine wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Funk­ti­on erfül­len Sie hel­fen dabei, Land­schaf­ten offen zu hal­ten und sie als Lebens­raum für zahl­rei­che Tier- und Pflan­zen­ar­ten zu bewah­ren. So auch in der kasa­chi­schen Step­pe: Unter Feder­füh­rung der Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Asso­cia­ti­on for the Con­ser­va­ti­on of the Bio­di­ver­si­ty of Kazakh­stan und in enger Zusam­men­ar­beit mit der Zoo­lo­gi­schen Gesell­schaft Frank­furt unter­stützt der Tier­gar­ten dort seit 2011 die Wie­der­an­sied­lung von Kula­nen (Equus hemi­o­nus) und Prze­wal­ski-Pfer­den (Equus przewalskii).


Feu­er­sa­la­man­der Erhal­tungs­zucht und Therapie

Um 12.30 Uhr ist der hei­mi­sche Feu­er­sa­la­man­der (Sala­man­dra sala­man­dra), der stark bedroht ist, The­ma. Neben der zuneh­men­den Tro­cken­heit, ver­schmutz­ten Gewäs­sern und dem Stra­ßen­ver­kehr setzt ihm vor allem die Pilz­er­kran­kung Batrachoch­ytri­um sala­man­dri­vorans (Bsal) mas­siv zu. In Koope­ra­ti­on mit Citi­zen Con­ser­va­ti­on, Frogs and Fri­ends e. V., dem Lan­des­bund für Vogel- und Natur­schutz e. V. und dem BUND Natur­schutz in Bay­ern e.V. arbei­tet der Tier­gar­ten dar­an, den schwarz-gel­ben Lurch vor dem Aus­ster­ben zu bewahren.


Bedroh­te Schwei­ne­ar­ten: Ret­tung vor dem Virus

Die Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest (ASP) bedroht in Süd­ost­asi­en alle zwölf ende­mi­schen Schwei­ne­ar­ten – und damit rund zwei Drit­tel aller Schwei­ne­ar­ten welt­weit. Unter Hoch­druck arbei­tet der Tier­gar­ten Nürn­berg mit Part­nern wie der Zoo­lo­gi­schen Gesell­schaft für Arten- und Popu­la­ti­ons­schutz, der IUCN SSC Wild Pig Spe­cia­list Group und Part­nern vor Ort dar­an, Schutz­maß­nah­men für vom Aus­ster­ben bedroh­te Schwei­ne­ar­ten in Asi­en vor­an­zu­trei­ben. Dies umfasst unter ande­rem den Auf­bau von Zucht- und Auf­fang­sta­tio­nen für ver­schie­de­ne Schwei­ne­ar­ten, Feld­for­schung sowie die Ent­wick­lung von Impfstoffen.


Aqua­ti­sche Säu­ge­tie­re schüt­zen: Öko­sys­te­me stärken

Der Kurz­vor­trag um 14.30 Uhr wid­met sich aqua­ti­schen Säu­ge­tie­ren. Die in Nürn­berg ansäs­si­ge Arten­schutz­ge­sell­schaft YAQU PACHA e. V. setzt sich seit 1992 für bedroh­te was­ser­le­ben­de Säu­ge­tie­re Latein­ame­ri­kas ein. Denn fast die Hälf­te aller Wal- und Del­fin­ar­ten welt­weit ist gefähr­det, unter den Arten mit einer küs­ten­na­hen Ver­brei­tung sind es weit­aus mehr. Ein Schwer­punkt ist bei­spiels­wei­se der Schutz des Fran­cisca­na-Del­fins (Pon­to­po­ria blain­vil­lei), der bedroh­tes­ten Del­fin­art Südamerikas.


Har­py­ien-Zen­trum Nürn­berg: For­schung und Arterhalt

Ergän­zend gibt es eine Aus­stel­lung Der Tier­gar­ten Nürn­berg ist einer von nur vier Zoos im Euro­päi­schen Zoo­ver­band EAZA, der Har­py­ien (Har­pia har­py­ja) hält – und der­zeit der ein­zi­ge, der erfolg­reich züch­tet. Seit Sep­tem­ber 2024 koor­di­niert der Tier­gar­ten das neu ein­ge­rich­te­te Euro­päi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP), um die Zucht wei­ter zu stär­ken und den Erhalt der Art zu sichern. Zudem betei­ligt er sich an meh­re­ren inter­na­tio­na­len For­schungs­pro­jek­ten. „Seit Jahr­zehn­ten enga­giert sich der Tier­gar­ten welt­weit für den Arten­schutz – mit For­schungs­ar­beit, Erhal­tungs­zucht und einer umfas­sen­den Umwelt­bil­dung vor Ort“, sagt Dr. Loren­zo von Fer­sen, Kura­tor für For­schung und Arten­schutz im Tier­gar­ten. „Mit unse­rem Arten­schutz­tag möch­ten wir einen Teil unse­rer Akti­vi­tä­ten sicht­bar machen.“

„Seit kur­zem kön­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher auch ganz ein­fach über unse­ren Online-Shop einen kon­kre­ten Bei­trag zum Arten­schutz leis­ten – mit unse­rem neu­en Arten­schut­z­eu­ro. Damit kann jede und jeder Pro­jek­te unter­stüt­zen, die unmit­tel­bar Wir­kung zei­gen von der kasa­chi­schen Step­pe bis in unse­re hei­mi­schen Wäl­der“, sagt Jörg Beck­mann, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor und Bio­lo­gi­scher Lei­ter des Tiergartens.

Den frei­wil­li­gen Arten­schut­z­eu­ro kön­nen Gäs­te über den Online- Ticket­shop des Tier­gar­tens leis­ten unter tiergarten-nuernberg.ticketfritz.de.

Die Ver­an­stal­tung ist Teil eines brei­ten Füh­rungs­an­ge­bots der Stadt Nürn­berg zum Inter­na­tio­na­len Tag der Bio­di­ver­si­tät. Die­ser fin­det seit 25 Jah­ren jähr­lich am 22. Mai statt und macht auf den Rück­gang der bio­lo­gi­schen Viel­falt auf­merk­sam. Aus die­sem Anlass hat das Refe­rat für Umwelt und Gesund­heit gemein­sam mit den Betei­lig­ten des Bünd­nis­ses für Bio­di­ver­si­tät Nürn­berg ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm aus Füh­run­gen, Exkur­sio­nen und Aktio­nen zusam­men­ge­stellt. Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen und die Kon­takt­da­ten zur Anmel­dung sind zu fin­den unter nuernberg.deinternetumweltreferatbiodiversitaet.html

Vogel­grip­pe-Schutz­maß­nah­men aufgehoben

Mehr Vögel im Tier­gar­ten zu sehen

Ange­sichts der rasan­ten Aus­brei­tung der Vogel­grip­pe hat­te der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg im Novem­ber letz­ten Jah­res umfang­rei­che Schutz­maß­nah­men ergrif­fen und sämt­li­che Vogel­ar­ten in Stäl­len oder abge­deck­ten Volie­ren unter­ge­bracht. In enger Abstim­mung mit dem Vete­ri­när­amt der Stadt Nürn­berg wer­den die­se Maß­nah­men nun schritt­wei­se auf­ge­ho­ben – vie­le Vögel sind bereits in ihre Anla­gen zurückgekehrt.

Seit Anfang die­ser Woche sind unter ande­rem die Hum­boldt­pin­gui­ne, Anden­kon­do­re, Emus sowie Haus- und Perl­hüh­ner wie­der für Besu­che­rin­nen und Besu­cher zu sehen. Bei den Pin­gui­nen fin­den wie­der die täg­li­chen Füt­te­run­gen um 15 Uhr statt. Das Pro­gramm „Besuch beim Lieb­lings­tier“ ist für die Pin­gui­ne eben­falls wie­der buch­bar. Sofern es die Wit­te­rung zulässt, dür­fen auch die Kra­ni­che wie­der in ihre Gehe­ge. Auch die Hya­zinth-Aras kön­nen ab sofort wie­der ihre Außen­vo­lie­re nut­zen. Jun­ges Bart­gei­er­paar in begeh­ba­rer Volie­re Zum Wochen­en­de wer­den die begeh­ba­ren Volie­ren der Wald­rap­pe und Bart­gei­er wie­der geöff­net. In Letz­te­re wird ein neu­es Bart­gei­er-Pär­chen ein­zie­hen. Nach dem Tod des Weib­chens im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res und vor dem Hin­ter­grund der Vogel­grip­pe ist das 46 Jah­re alte Männ­chen auf die Außen­stel­le des Tier­gar­tens Gut Mit­tel­büg gezo­gen und hat dort eine neue Part­ne­rin bekom­men. In der Bart­gei­er­vo­lie­re war somit wie­der Platz für ein neu­es Zucht­paar. Die bei­den Vögel kom­men aus der Eulen- und Greif­vo­gel­sta­ti­on Haring­see in Öster­reich. Das Männ­chen kam bereits weni­ge Tage nach dem Schlupf in den Tier­gar­ten und wur­de vom Nürn­ber­ger Bart­gei­er­paar adop­tiert und auf­ge­zo­gen. Der Tier­gar­ten hofft, mit dem jun­gen Paar an die erfolg­rei­che Hal­tung und Zucht der Bart­gei­er anzuknüpfen.

Der Tier­gar­ten Nürn­berg hält – mit nur kur­zen Unter­bre­chun­gen – seit 1965 Bart­gei­er. Sie sind Teil des Erhal­tungs­zucht­pro­gramms des Euro­päi­schen Zoo­ver­bands EAZA (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP), das den Erhalt der Art und deren Wie­der­an­sie­de­lung in der Natur zum Ziel hat. Allein das letz­te Pär­chen hat fünf Jung­tie­re erfolg­reich groß­ge­zo­gen, vier davon wur­den im Rah­men des EEPs in Spa­ni­en und Frank­reich aus­ge­wil­dert. In die Bart­gei­er­vo­lie­re keh­ren zudem die Schwarz­stör­che und Fel­sen­tau­ben zurück. Auch die Schnee­eu­len dür­fen wie­der zurück in ihre Voliere.

Wei­ter­hin in ihren Win­ter­quar­tie­ren blei­ben vor­erst Fla­min­gos, Peli­ka­ne und Har­py­ien wegen der anhal­tend kal­ten Wit­te­rung. Die auf­grund der Vogel­grip­pe vor­über­ge­hend ein­ge­stell­te Win­ter­füt­te­rung von hei­mi­schen Wild­vö­geln kann nun eben­falls wie­der statt­fin­den. Als Teil eines euro­päi­schen FFH-Gebiets (Flo­ra-Fau­na-Habi­tat-Gebiet) ist der Tier­gar­ten für sie ein wich­ti­ger Lebensraum.


Schutz­maß­nah­men erfolgreich

Ziel aller Maß­nah­men war es, den Vogel­be­stand des Tier­gar­tens best­mög­lich zu schüt­zen und den Kon­takt zwi­schen Zoo- und Wild­vö­geln zu mini­mie­ren. Die­ses Ziel wur­de erreicht: Im Tier­gar­ten gab es kei­nen Fall von Vogel­grip­pe. Die kon­kre­ten Maß­nah­men erfolg­ten in enger Abstim­mung mit den Vete­ri­när­äm­tern des Land­krei­ses Nürn­ber­ger Land und der Stadt Nürnberg.

Nach wit­te­rungs­be­dingt Schlie­ßung zu Wochenbeginn

Tier­gar­ten öff­net am mor­gi­gen Mittwoch

Nach­dem der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am Mon­tag und Diens­tag, 26. und 27. Janu­ar 2026, wit­te­rungs­be­dingt geschlos­sen blei­ben muss­te, kann er am mor­gi­gen Mitt­woch, 28. Janu­ar, wie­der regu­lär von 9 bis 16.30 Uhr öffnen.

Um die Sicher­heit für die Besu­che­rin­nen und Besu­cher zu gewähr­leis­ten, haben Mit­ar­bei­ten­de des Tier­gar­tens heu­te die Wege geräumt und gestreut sowie her­ab­ge­fal­le­ne und beschä­dig­te Äste ent­fernt. Der nas­se, schwe­re Schnee, der auf den Bäu­men las­te­te und das Risi­ko von Schnee­bruch deut­lich erhöht hat­te, ist weit­ge­hend abgetaut.

Soll­ten sich die Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se über Nacht deut­lich ver­schlech­tern und eine Öff­nung doch nicht mög­lich sein, wird noch­mals sepa­rat informiert.

Raub­tier­haus bleibt geschlossen

Löwen-Nach­wuchs im Tier­gar­ten Nürnberg

Im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg gibt es Nach­wuchs bei den Asia­ti­schen Löwen (Pan­the­ra leo per­si­ca). Löwin Aar­a­ny hat am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 26. Dezem­ber 2025, sechs Jung­tie­re zur Welt gebracht, wie der Tier­gar­ten mitteilt.

Eines der Jung­tie­re ist kurz nach der Geburt gestor­ben. Um die ande­ren fünf küm­mert sich Aar­a­ny sehr inten­siv und für­sorg­lich, sie hat sie von Beginn an gesäugt. Für Besu­che­rin­nen und Besu­cher wer­den die Löwen­jung­tie­re frü­hes­tens in meh­re­ren Wochen zu sehen sein. Da Löwen, wie die meis­ten Raub­tie­re, in der frü­hen Auf­zucht­pha­se sehr stör­an­fäl­lig sind, bleibt das Raub­tier­haus bis auf Wei­te­res geschlossen.

Auch die Tier­pfle­ge­rin­nen und Tier­pfle­ger wer­den sich Aar­a­ny und ihrem Nach­wuchs in nächs­ter Zeit nicht nähern. „Aar­a­ny soll ihre Jun­gen mög­lichst unge­stört groß­zie­hen. Kon­takt mit den Pfle­ge­rin­nen und Pfle­gern könn­te sie irri­tie­ren. Wir behal­ten sie aber über eine Kame­ra im Blick“, sagt Zoo­tier­arzt und Kura­tor Dr. Her­mann Will.

Löwen­ka­ter Kiron ist bei ihr. „Bereits wäh­rend der letz­ten Auf­zucht vor zwei Jah­ren haben wir fest­ge­stellt, dass Aar­a­ny in Kirons Anwe­sen­heit ruhi­ger und ent­spann­ter ist, und uns des­halb bewusst ent­schie­den, die bei­den zusam­men­zu­las­sen“, so Dr. Her­mann Will. Kiron war bei der Geburt dabei und liegt auch jetzt viel bei sei­ner Familie.

Löwin Aar­a­ny wur­de am 4. Mai 2016 im Zoo Aal­borg in Däne­mark gebo­ren und kam 2018 in den Tier­gar­ten. Kater Kiron kam am 14. April 2018 im Zoo Frank­furt zur Welt und zog 2022 nach Nürn­berg. Die bei­den hat­ten 2023 bereits zwei Jung­tie­re erfolg­reich groß­ge­zo­gen – Indi­ca und Jadoo. Die bei­den leben inzwi­schen in ande­ren Zoos. Indi­ca zog im Mai die­ses Jah­res in den pol­ni­schen Zoo Łódź, Jadoo wech­sel­te im Okto­ber in den Zoo Zürich.


Stark gefähr­de­te Art

Die Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN (Inter­na­tio­nal Uni­on for Con­ser­va­ti­on of Natu­re and Natu­ral Resour­ces) stuft Asia­ti­sche Löwen als „stark gefähr­det“ ein. Der­zeit gibt es nur eine ein­zi­ge Popu­la­ti­on im Gir-Natio­nal­park in Indi­en und den angren­zen­den Gebie­ten, in der nach Schät­zun­gen von 2017 etwa 630 Tie­re leben. Der Bestand ist rela­tiv sta­bil, kann aber weder wach­sen noch sein Are­al ver­grö­ßern, da die Kapa­zi­täts­gren­ze des Natio­nal­parks erreicht ist. Auf­grund des sehr begrenz­ten Ver­brei­tungs­ge­biets kön­nen unvor­her­seh­ba­re Ereig­nis­se wie Krank­hei­ten oder Wald­brän­de die gesam­te Popu­la­ti­on bedro­hen. Reser­ve­po­pu­la­tio­nen in Zoos spie­len in die­sem Zusam­men­hang eine ent­schei­den­de Rolle.

Die Zucht und Hal­tung von momen­tan rund 130 Asia­ti­schen Löwen in ins­ge­samt 41 Zoos des Euro­päi­schen Zoo­ver­bands EAZA (Euro­pean Asso­cia­ti­on of Zoos and Aqua­ria) wird auf wis­sen­schaft­li­cher Basis in einem Euro­päi­schen Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP) koor­di­niert. Ziel ist es, eine mög­lichst gro­ße gene­ti­sche Viel­falt inner­halb der Popu­la­ti­on zu erhalten.

Weib­chen stam­men aus dem Zoo Krefeld

Drei weib­li­che Wald­ren­tie­re im Tier­gar­ten eingezogen

Im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg sind vor Kur­zem drei weib­li­che Euro­päi­sche Wald­ren­tie­re ein­ge­zo­gen. Gemein­sam mit einem Männ­chen, das bereits seit Anfang 2024 am Schmau­sen­buck lebt, bil­den sie nun eine Grup­pe, die das Euro­päi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm EEP (EAZA Ex-situ Pro­gram­me) unter­stüt­zen soll, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Die drei Weib­chen, bei Ren­tie­ren auch Kühe genannt, stam­men aus dem Zoo Kre­feld und haben sich schnell ein­ge­lebt. Zunächst hiel­ten sie sich getrennt vom Männ­chen im Vor­ge­he­ge auf, um die neue Umge­bung ken­nen­zu­ler­nen. „Nach­dem wir die vier zusam­men­ge­führt haben, herrsch­te sofort Har­mo­nie. Unser Männ­chen ist sehr umgäng­lich und zeigt bereits Inter­es­se an einer Kuh“, berich­tet Tier­pfle­ger und stell­ver­tre­ten­der Revier­lei­ter Dani­el Zie­ger. „Inzwi­schen ken­nen sich die Weib­chen bes­tens im Gehe­ge aus und reagie­ren gut auf unser Handling.“

Die neu­en Bewoh­ne­rin­nen sind zwi­schen zwei und sechs Jah­re alt. Die bei­den älte­ren sind erfah­re­ne Müt­ter und haben bereits erfolg­reich Jung­tie­re groß­ge­zo­gen. „Wir hof­fen, dass die Weib­chen auch im Tier­gar­ten für Nach­wuchs sor­gen. Denn die Unter­art ist durch den Stra­ßen­ver­kehr und Groß­raub­tie­re wie Braun­bä­ren und Wöl­fe bedroht“, erklärt Bio­lo­gin und Kura­to­rin Dia­na Koch.


Bestand durch Aus­wil­de­run­gen gestärkt

Wald­ren­tie­re waren ursprüng­lich in Russ­land, Finn­land und Schwe­den ver­brei­tet, wur­den jedoch im 19. Jahr­hun­dert in Skan­di­na­vi­en durch nicht nach­hal­ti­ge Beja­gung aus­ge­rot­tet. Dank eines LIFE-Pro­jekts der Euro­päi­schen Uni­on konn­te der Bestand in Finn­land zwi­schen 2016 und 2023 durch Aus­wil­de­run­gen – auch von Zoo­tie­ren – wie­der auf rund 5.000 Tie­re anwachsen.

Wald­ren­tie­re sind her­vor­ra­gend an ihre Lebens­räu­me ange­passt: Brei­te Hufe ver­hin­dern das Ein­sin­ken in Moor und Schnee, die behaar­te Nase schützt vor Käl­te. Von den Ren­tie­ren der offe­nen Tun­dra unter­schei­den sich Wald­ren­tie­re durch ihr weni­ger aus­la­den­des Geweih. So kön­nen sie sich leich­ter durch Wäl­der und dich­tes Gebüsch bewe­gen. Im Tier­gar­ten Nürn­berg leben die Wald­ren­tie­re unter­halb des Kli­ma­wald­pfads und ste­hen stell­ver­tre­tend für vie­le Arten, die durch den Kli­ma­wan­del bedroht sind.

Der Kli­ma­wald­pfad führt Besu­che­rin­nen und Besu­cher stei­gungs­frei durch alle Stock­wer­ke des Wal­des – vom Boden bis zur Kro­ne. Erleb­nis- und Spiel­sta­tio­nen laden zum Aus­pro­bie­ren ein, Ruhe­plät­ze zum Ver­wei­len. Ein Höhe­punkt ist das „Grü­ne Klas­sen­zim­mer“ – ein ganz beson­de­rer Lern­ort auf rund 20 Metern Höhe. Ermög­licht wur­de der Kli­ma­wald­pfad durch eine För­de­rung der Zukunfts­stif­tung der Spar­kas­se Nürn­berg in Höhe von 4,1 Mil­lio­nen Euro

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