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Tiergarten Nürnberg

Vogel­grip­pe-Schutz­maß­nah­men aufgehoben

Mehr Vögel im Tier­gar­ten zu sehen

Ange­sichts der rasan­ten Aus­brei­tung der Vogel­grip­pe hat­te der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg im Novem­ber letz­ten Jah­res umfang­rei­che Schutz­maß­nah­men ergrif­fen und sämt­li­che Vogel­ar­ten in Stäl­len oder abge­deck­ten Volie­ren unter­ge­bracht. In enger Abstim­mung mit dem Vete­ri­när­amt der Stadt Nürn­berg wer­den die­se Maß­nah­men nun schritt­wei­se auf­ge­ho­ben – vie­le Vögel sind bereits in ihre Anla­gen zurückgekehrt.

Seit Anfang die­ser Woche sind unter ande­rem die Hum­boldt­pin­gui­ne, Anden­kon­do­re, Emus sowie Haus- und Perl­hüh­ner wie­der für Besu­che­rin­nen und Besu­cher zu sehen. Bei den Pin­gui­nen fin­den wie­der die täg­li­chen Füt­te­run­gen um 15 Uhr statt. Das Pro­gramm „Besuch beim Lieb­lings­tier“ ist für die Pin­gui­ne eben­falls wie­der buch­bar. Sofern es die Wit­te­rung zulässt, dür­fen auch die Kra­ni­che wie­der in ihre Gehe­ge. Auch die Hya­zinth-Aras kön­nen ab sofort wie­der ihre Außen­vo­lie­re nut­zen. Jun­ges Bart­gei­er­paar in begeh­ba­rer Volie­re Zum Wochen­en­de wer­den die begeh­ba­ren Volie­ren der Wald­rap­pe und Bart­gei­er wie­der geöff­net. In Letz­te­re wird ein neu­es Bart­gei­er-Pär­chen ein­zie­hen. Nach dem Tod des Weib­chens im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res und vor dem Hin­ter­grund der Vogel­grip­pe ist das 46 Jah­re alte Männ­chen auf die Außen­stel­le des Tier­gar­tens Gut Mit­tel­büg gezo­gen und hat dort eine neue Part­ne­rin bekom­men. In der Bart­gei­er­vo­lie­re war somit wie­der Platz für ein neu­es Zucht­paar. Die bei­den Vögel kom­men aus der Eulen- und Greif­vo­gel­sta­ti­on Haring­see in Öster­reich. Das Männ­chen kam bereits weni­ge Tage nach dem Schlupf in den Tier­gar­ten und wur­de vom Nürn­ber­ger Bart­gei­er­paar adop­tiert und auf­ge­zo­gen. Der Tier­gar­ten hofft, mit dem jun­gen Paar an die erfolg­rei­che Hal­tung und Zucht der Bart­gei­er anzuknüpfen.

Der Tier­gar­ten Nürn­berg hält – mit nur kur­zen Unter­bre­chun­gen – seit 1965 Bart­gei­er. Sie sind Teil des Erhal­tungs­zucht­pro­gramms des Euro­päi­schen Zoo­ver­bands EAZA (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP), das den Erhalt der Art und deren Wie­der­an­sie­de­lung in der Natur zum Ziel hat. Allein das letz­te Pär­chen hat fünf Jung­tie­re erfolg­reich groß­ge­zo­gen, vier davon wur­den im Rah­men des EEPs in Spa­ni­en und Frank­reich aus­ge­wil­dert. In die Bart­gei­er­vo­lie­re keh­ren zudem die Schwarz­stör­che und Fel­sen­tau­ben zurück. Auch die Schnee­eu­len dür­fen wie­der zurück in ihre Voliere.

Wei­ter­hin in ihren Win­ter­quar­tie­ren blei­ben vor­erst Fla­min­gos, Peli­ka­ne und Har­py­ien wegen der anhal­tend kal­ten Wit­te­rung. Die auf­grund der Vogel­grip­pe vor­über­ge­hend ein­ge­stell­te Win­ter­füt­te­rung von hei­mi­schen Wild­vö­geln kann nun eben­falls wie­der statt­fin­den. Als Teil eines euro­päi­schen FFH-Gebiets (Flo­ra-Fau­na-Habi­tat-Gebiet) ist der Tier­gar­ten für sie ein wich­ti­ger Lebensraum.


Schutz­maß­nah­men erfolgreich

Ziel aller Maß­nah­men war es, den Vogel­be­stand des Tier­gar­tens best­mög­lich zu schüt­zen und den Kon­takt zwi­schen Zoo- und Wild­vö­geln zu mini­mie­ren. Die­ses Ziel wur­de erreicht: Im Tier­gar­ten gab es kei­nen Fall von Vogel­grip­pe. Die kon­kre­ten Maß­nah­men erfolg­ten in enger Abstim­mung mit den Vete­ri­när­äm­tern des Land­krei­ses Nürn­ber­ger Land und der Stadt Nürnberg.

Nach wit­te­rungs­be­dingt Schlie­ßung zu Wochenbeginn

Tier­gar­ten öff­net am mor­gi­gen Mittwoch

Nach­dem der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am Mon­tag und Diens­tag, 26. und 27. Janu­ar 2026, wit­te­rungs­be­dingt geschlos­sen blei­ben muss­te, kann er am mor­gi­gen Mitt­woch, 28. Janu­ar, wie­der regu­lär von 9 bis 16.30 Uhr öffnen.

Um die Sicher­heit für die Besu­che­rin­nen und Besu­cher zu gewähr­leis­ten, haben Mit­ar­bei­ten­de des Tier­gar­tens heu­te die Wege geräumt und gestreut sowie her­ab­ge­fal­le­ne und beschä­dig­te Äste ent­fernt. Der nas­se, schwe­re Schnee, der auf den Bäu­men las­te­te und das Risi­ko von Schnee­bruch deut­lich erhöht hat­te, ist weit­ge­hend abgetaut.

Soll­ten sich die Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se über Nacht deut­lich ver­schlech­tern und eine Öff­nung doch nicht mög­lich sein, wird noch­mals sepa­rat informiert.

Raub­tier­haus bleibt geschlossen

Löwen-Nach­wuchs im Tier­gar­ten Nürnberg

Im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg gibt es Nach­wuchs bei den Asia­ti­schen Löwen (Pan­the­ra leo per­si­ca). Löwin Aar­a­ny hat am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 26. Dezem­ber 2025, sechs Jung­tie­re zur Welt gebracht, wie der Tier­gar­ten mitteilt.

Eines der Jung­tie­re ist kurz nach der Geburt gestor­ben. Um die ande­ren fünf küm­mert sich Aar­a­ny sehr inten­siv und für­sorg­lich, sie hat sie von Beginn an gesäugt. Für Besu­che­rin­nen und Besu­cher wer­den die Löwen­jung­tie­re frü­hes­tens in meh­re­ren Wochen zu sehen sein. Da Löwen, wie die meis­ten Raub­tie­re, in der frü­hen Auf­zucht­pha­se sehr stör­an­fäl­lig sind, bleibt das Raub­tier­haus bis auf Wei­te­res geschlossen.

Auch die Tier­pfle­ge­rin­nen und Tier­pfle­ger wer­den sich Aar­a­ny und ihrem Nach­wuchs in nächs­ter Zeit nicht nähern. „Aar­a­ny soll ihre Jun­gen mög­lichst unge­stört groß­zie­hen. Kon­takt mit den Pfle­ge­rin­nen und Pfle­gern könn­te sie irri­tie­ren. Wir behal­ten sie aber über eine Kame­ra im Blick“, sagt Zoo­tier­arzt und Kura­tor Dr. Her­mann Will.

Löwen­ka­ter Kiron ist bei ihr. „Bereits wäh­rend der letz­ten Auf­zucht vor zwei Jah­ren haben wir fest­ge­stellt, dass Aar­a­ny in Kirons Anwe­sen­heit ruhi­ger und ent­spann­ter ist, und uns des­halb bewusst ent­schie­den, die bei­den zusam­men­zu­las­sen“, so Dr. Her­mann Will. Kiron war bei der Geburt dabei und liegt auch jetzt viel bei sei­ner Familie.

Löwin Aar­a­ny wur­de am 4. Mai 2016 im Zoo Aal­borg in Däne­mark gebo­ren und kam 2018 in den Tier­gar­ten. Kater Kiron kam am 14. April 2018 im Zoo Frank­furt zur Welt und zog 2022 nach Nürn­berg. Die bei­den hat­ten 2023 bereits zwei Jung­tie­re erfolg­reich groß­ge­zo­gen – Indi­ca und Jadoo. Die bei­den leben inzwi­schen in ande­ren Zoos. Indi­ca zog im Mai die­ses Jah­res in den pol­ni­schen Zoo Łódź, Jadoo wech­sel­te im Okto­ber in den Zoo Zürich.


Stark gefähr­de­te Art

Die Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN (Inter­na­tio­nal Uni­on for Con­ser­va­ti­on of Natu­re and Natu­ral Resour­ces) stuft Asia­ti­sche Löwen als „stark gefähr­det“ ein. Der­zeit gibt es nur eine ein­zi­ge Popu­la­ti­on im Gir-Natio­nal­park in Indi­en und den angren­zen­den Gebie­ten, in der nach Schät­zun­gen von 2017 etwa 630 Tie­re leben. Der Bestand ist rela­tiv sta­bil, kann aber weder wach­sen noch sein Are­al ver­grö­ßern, da die Kapa­zi­täts­gren­ze des Natio­nal­parks erreicht ist. Auf­grund des sehr begrenz­ten Ver­brei­tungs­ge­biets kön­nen unvor­her­seh­ba­re Ereig­nis­se wie Krank­hei­ten oder Wald­brän­de die gesam­te Popu­la­ti­on bedro­hen. Reser­ve­po­pu­la­tio­nen in Zoos spie­len in die­sem Zusam­men­hang eine ent­schei­den­de Rolle.

Die Zucht und Hal­tung von momen­tan rund 130 Asia­ti­schen Löwen in ins­ge­samt 41 Zoos des Euro­päi­schen Zoo­ver­bands EAZA (Euro­pean Asso­cia­ti­on of Zoos and Aqua­ria) wird auf wis­sen­schaft­li­cher Basis in einem Euro­päi­schen Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP) koor­di­niert. Ziel ist es, eine mög­lichst gro­ße gene­ti­sche Viel­falt inner­halb der Popu­la­ti­on zu erhalten.

Weib­chen stam­men aus dem Zoo Krefeld

Drei weib­li­che Wald­ren­tie­re im Tier­gar­ten eingezogen

Im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg sind vor Kur­zem drei weib­li­che Euro­päi­sche Wald­ren­tie­re ein­ge­zo­gen. Gemein­sam mit einem Männ­chen, das bereits seit Anfang 2024 am Schmau­sen­buck lebt, bil­den sie nun eine Grup­pe, die das Euro­päi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm EEP (EAZA Ex-situ Pro­gram­me) unter­stüt­zen soll, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Die drei Weib­chen, bei Ren­tie­ren auch Kühe genannt, stam­men aus dem Zoo Kre­feld und haben sich schnell ein­ge­lebt. Zunächst hiel­ten sie sich getrennt vom Männ­chen im Vor­ge­he­ge auf, um die neue Umge­bung ken­nen­zu­ler­nen. „Nach­dem wir die vier zusam­men­ge­führt haben, herrsch­te sofort Har­mo­nie. Unser Männ­chen ist sehr umgäng­lich und zeigt bereits Inter­es­se an einer Kuh“, berich­tet Tier­pfle­ger und stell­ver­tre­ten­der Revier­lei­ter Dani­el Zie­ger. „Inzwi­schen ken­nen sich die Weib­chen bes­tens im Gehe­ge aus und reagie­ren gut auf unser Handling.“

Die neu­en Bewoh­ne­rin­nen sind zwi­schen zwei und sechs Jah­re alt. Die bei­den älte­ren sind erfah­re­ne Müt­ter und haben bereits erfolg­reich Jung­tie­re groß­ge­zo­gen. „Wir hof­fen, dass die Weib­chen auch im Tier­gar­ten für Nach­wuchs sor­gen. Denn die Unter­art ist durch den Stra­ßen­ver­kehr und Groß­raub­tie­re wie Braun­bä­ren und Wöl­fe bedroht“, erklärt Bio­lo­gin und Kura­to­rin Dia­na Koch.


Bestand durch Aus­wil­de­run­gen gestärkt

Wald­ren­tie­re waren ursprüng­lich in Russ­land, Finn­land und Schwe­den ver­brei­tet, wur­den jedoch im 19. Jahr­hun­dert in Skan­di­na­vi­en durch nicht nach­hal­ti­ge Beja­gung aus­ge­rot­tet. Dank eines LIFE-Pro­jekts der Euro­päi­schen Uni­on konn­te der Bestand in Finn­land zwi­schen 2016 und 2023 durch Aus­wil­de­run­gen – auch von Zoo­tie­ren – wie­der auf rund 5.000 Tie­re anwachsen.

Wald­ren­tie­re sind her­vor­ra­gend an ihre Lebens­räu­me ange­passt: Brei­te Hufe ver­hin­dern das Ein­sin­ken in Moor und Schnee, die behaar­te Nase schützt vor Käl­te. Von den Ren­tie­ren der offe­nen Tun­dra unter­schei­den sich Wald­ren­tie­re durch ihr weni­ger aus­la­den­des Geweih. So kön­nen sie sich leich­ter durch Wäl­der und dich­tes Gebüsch bewe­gen. Im Tier­gar­ten Nürn­berg leben die Wald­ren­tie­re unter­halb des Kli­ma­wald­pfads und ste­hen stell­ver­tre­tend für vie­le Arten, die durch den Kli­ma­wan­del bedroht sind.

Der Kli­ma­wald­pfad führt Besu­che­rin­nen und Besu­cher stei­gungs­frei durch alle Stock­wer­ke des Wal­des – vom Boden bis zur Kro­ne. Erleb­nis- und Spiel­sta­tio­nen laden zum Aus­pro­bie­ren ein, Ruhe­plät­ze zum Ver­wei­len. Ein Höhe­punkt ist das „Grü­ne Klas­sen­zim­mer“ – ein ganz beson­de­rer Lern­ort auf rund 20 Metern Höhe. Ermög­licht wur­de der Kli­ma­wald­pfad durch eine För­de­rung der Zukunfts­stif­tung der Spar­kas­se Nürn­berg in Höhe von 4,1 Mil­lio­nen Euro

Nürn­berg

Pro Baby ein Baum: Zukunfts­bäu­me berei­chern den hei­mi­schen Baumbestand

Mehr als 30 Fami­li­en haben ver­gan­ge­ne Woche Dut­zen­de Bäu­me auf einer Flä­che an der Klein­gar­ten­an­la­ge „Beim Königs­hof“ in Nürn­berg gepflanzt, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mit­teilt. Jeder Baum steht für ein Kind, das im Jahr 2024 in Nürn­berg gebo­ren wur­de: Die Akti­on ist Teil der Initia­ti­ve „Pro Baby ein Baum“, die von Nürn­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Mar­cus König ins Leben geru­fen wurde.

Der Ober­bür­ger­meis­ter hat gemein­sam mit Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Vogel, Fach­leu­ten des Tier­gar­tens der Stadt Nürn­berg sowie des Amts für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten (AELF) die Fami­li­en bei der Pflan­zung tat­kräf­tig unter­stützt. „Die­se Akti­on berei­tet mir jedes Jahr wie­der sehr gro­ße Freu­de“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Mar­cus König. „Schon zum fünf­ten Mal in Fol­ge pflan­zen wir nun meh­re­re Tau­send Gebur­ten­bäu­me – für die zukünf­ti­gen Gene­ra­tio­nen, die unser Nürn­berg auch in eini­gen Jahr­zehn­ten noch als lebens- und lie­bens­wer­ten Ort erfah­ren sollen.“

Ins­ge­samt wur­den bei „Pro Baby ein Baum“ bereits 20.326 Setz­lin­ge gepflanzt. Hin­zu kom­men nun 4.739 Setz­lin­ge für die im Jahr 2024 in Nürn­berg gebo­re­nen Kin­der. Der Tier­gar­ten wählt dafür als Forst­be­trieb der Stadt in enger Abstim­mung mit dem AELF in Fra­ge kom­men­de Flä­chen sowie geeig­ne­te Baum­ar­ten aus und koor­di­niert die Pflan­zung. „Unse­re Fach­leu­te vom Tier­gar­ten und die Part­ner des AELF füh­ren den stra­te­gi­schen und zukunfts­ge­rich­te­ten Wald­um­bau mit den Gebur­ten­bäu­men fort“, sagt Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Vogel.

So haben die Fami­li­en in die­sem Jahr Win­ter­lin­den und Edel­kas­ta­ni­en gepflanzt – Baum­ar­ten, die mit Hit­ze und Tro­cken­heit gut zurecht­kom­men. Zusätz­lich pflan­zen die Fach­leu­te noch Ori­ent­bu­chen, Hain­bu­chen und Atlas­ze­dern. „Um unse­re Wäl­der für den Kli­ma­wan­del zu wapp­nen, müs­sen wir jetzt Bäu­me pflan­zen, die sowohl heu­te Spät­frös­te ertra­gen als auch in 100 oder 200 Jah­ren noch tro­cke­ne­re und hei­ße­re Som­mer aus­hal­ten. Unse­re forst­li­chen Maß­nah­men sol­len meh­re­re Zie­le erfül­len: Die Erho­lungs­funk­ti­on des Walds bewah­ren, das Öko­sys­tem mit sei­nen Kreis­läu­fen intakt hal­ten sowie die nach­hal­ti­ge Holz­pro­duk­ti­on sicher­stel­len. Und das alles in der Dyna­mik des Kli­ma­wan­dels. Die­se Ver­ant­wor­tung für Gene­ra­tio­nen kön­nen wir nur mit enga­gier­ten und ver­läss­li­chen Part­nern über­neh­men“, sagt der bio­lo­gi­sche Lei­ter und stell­ver­tre­ten­de Direk­tor des Tier­gar­tens, Jörg Beckmann.

Auf der gut 5.000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Flä­che an der Klein­gar­ten­an­la­ge „Beim Königs­hof“ wer­den ins­ge­samt 1.000 Gebur­ten­bäu­me gepflanzt, wei­te­re 3.739 Bäu­me wer­den auf Flä­chen in Katzwang und in Erlen­ste­gen in die bestehen­de Vege­ta­ti­on integriert.

Hoff­nung auf Nach­wuchs bei der gefähr­de­ten Tierart

Wie­der Schnee­leo­pard im Tier­gar­ten zu sehen

Nach gut einem Jahr Pau­se kön­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg wie­der einen Schnee­leo­par­den sehen. Kater Pamir kam am Don­ners­tag, 20. Novem­ber 2025, auf Emp­feh­lung des Euro­päi­schen Erhal­tungs­zucht­pro­gramms EEP (EAZA Ex-situ Pro­gram­me) aus dem Zoo War­schau nach Nürn­berg, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Nach einer Ein­ge­wöh­nungs­pha­se im Stall erkun­det er seit Frei­tag, 5. Dezem­ber, auch die Außen­an­la­ge. Im kom­men­den Jahr soll ein Weib­chen dazu­kom­men – mit der Hoff­nung auf Nach­wuchs bei die­ser gefähr­de­ten Art.

Pamir wur­de am 2. Juni 2024 im Zoo War­schau gebo­ren. Dort berei­te­te man ihn sorg­fäl­tig auf den Trans­port vor: Über meh­re­re Wochen gewöhn­te das Pfle­ger­team ihn an die Trans­port­kis­te, sodass kei­ne Nar­ko­se nötig war und der Umzug stress­frei ver­lief. „Der Trans­port lief plan­mä­ßig und Pamir kam wohl­be­hal­ten in Nürn­berg an. Nach Abschluss der rou­ti­ne­mä­ßi­gen Ein­gangs­un­ter­su­chun­gen konn­ten wir ihn nun erst­mals auf die Außen­an­la­ge las­sen“, berich­tet Revier­lei­ter René Kai­ser. „Anfangs war er noch etwas ner­vös – schließ­lich war alles neu für ihn. Inzwi­schen hat er sich gut ein­ge­lebt und erkun­det neu­gie­rig sei­ne Umgebung.“

Mehr als ein Jahr waren im Tier­gar­ten kei­ne Schnee­leo­par­den zu sehen. Der letz­te Kater muss­te im August 2024 im hohen Alter von 19 Jah­ren ein­ge­schlä­fert wer­den. In der Zwi­schen­zeit moder­ni­sier­te die tech­ni­sche Abtei­lung die Anla­ge: Sie erneu­er­te das Schie­ber­sys­tem im Stall und ersetz­te mor­sche Bal­ken. Außer­dem wur­den Sträu­cher zurück­ge­schnit­ten, sodass die Besu­che­rin­nen und Besu­cher nun wie­der einen bes­se­ren Ein­blick haben.

Im kom­men­den Jahr soll Pamir Gesell­schaft von einem Weib­chen bekom­men. „Die Schnee­leo­par­den im Tier­gar­ten haben bereits mehr­fach erfolg­reich Jung­tie­re groß­ge­zo­gen. Mit Pamir und sei­ner künf­ti­gen Part­ne­rin möch­ten wir die­se Erfolgs­ge­schich­te fort­set­zen und so einen wich­ti­gen Bei­trag zum Erhalt die­ser bedroh­ten Art leis­ten“, erklärt der zustän­di­ge Kura­tor und Tier­arzt Dr. Her­mann Will. Schnee­leo­par­den sind per­fekt an die extre­men Bedin­gun­gen des zen­tral­asia­ti­schen Hoch­ge­bir­ges ange­passt. Sie leben in Höhen von 1.000 bis 5.500 Metern und trot­zen Tem­pe­ra­tu­ren von minus 40 bis plus 40 Grad Cel­si­us. Sie zeich­nen sich durch ein dich­tes, hell­grau­es Fell mit schwar­zen Fle­cken und einen lan­gen, buschi­gen Schwanz aus. Doch die Schön­heit und Län­ge ihres Fells weckt auch Begehr­lich­kei­ten: Schnee­leo­par­den sind nach wie vor durch Wil­de­rei und ille­ga­len Pelz­han­del bedroht. Die Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN führt die Art auf der Roten Lis­te als gefährdet.

Tier­gar­ten Nürn­berg knackt Mar­ke bereits zum 23. Mal

Mil­li­ons­ter Tier­gar­ten­be­such 2025

Am gest­ri­gen Mitt­woch, dem 12. Novem­ber, haben Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Vogel und Jörg Beck­mann, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor und Bio­lo­gi­scher Lei­ter des Tier­gar­tens, mit Son­ja aus Nürn­berg die mil­li­ons­te Besu­che­rin des Jah­res 2025 begrüßt, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

„Es ist mir jedes Mal eine beson­de­re Freu­de, den mil­li­ons­ten Gast im Tier­gar­ten will­kom­men zu hei­ßen“, sag­te Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Vogel. „Dass wir auch in die­sem Jahr die Mar­ke wie­der erreicht haben, zeigt, dass die Men­schen den Tier­gar­ten als Aus­flugs­ziel, Bil­dungs­ort und Arten­schutz­zen­trum schät­zen.“
Der Bür­ger­meis­ter über­reich­te der mil­li­ons­ten Besu­che­rin und ihrem Sohn einen Blu­men­strauß und einen Geschenk­korb. Dar­in befan­den sich unter ande­rem Jah­res­kar­ten für den Tier­gar­ten, ein Plüsch­tier aus der Yaqu Pacha-Kol­lek­ti­on von Ted­dy-Her­mann, ein Bild­band über den Tier­gar­ten, Bücher über Bio­nik, Nürn­ber­ger Eli­sen-Leb­ku­chen, ein Notiz­buch sowie eine Tiergarten-Tragetasche. 

Im Anschluss an die Über­ga­be durf­te Son­ja mit ihrem Sohn noch Kro­nen­ma­kis füt­tern – ein exklu­si­ves Erleb­nis gleich zu Beginn ihres Tier­gar­ten­be­suchs. Mit rund 175.000 Gäs­ten war dem Tier­gar­ten zufol­ge der Feri­en­mo­nat August der besu­cher­stärks­te Monat des Jah­res. Der bis­lang meist­be­such­te Tag war der 1. Mai, an dem 9.111 Besu­che­rin­nen und Besu­cher in den Tier­gar­ten ström­ten.
Auch wenn die Gesamt­be­su­cher­zahl in die­sem Jahr leicht unter der des Vor­jahrs liegt, konn­te der Tier­gar­ten bereits zum 23. Mal in sei­ner Geschich­te die Mil­lio­nen­mar­ke über­schrei­ten. Erst­mals gelang dies im Jahr 1972 – ein Jahr nach der Eröff­nung des Del­fina­ri­ums. Seit 2014 wur­de die Mar­ke jähr­lich erreicht, mit Aus­nah­me der pan­de­mie­be­dingt ein­ge­schränk­ten Jah­re 2020 und 2021.

10 Jah­re Haupt­stadt­bü­ro Ver­band der Zoo­lo­gi­schen Gärten

Schutz der Arten­viel­falt braucht ent­schie­de­ne poli­ti­sche Impulse

Seit einem Jahr­zehnt ver­tritt das Haupt­stadt­bü­ro des Ver­bands der Zoo­lo­gi­schen Gär­ten (VdZ) die Belan­ge wis­sen­schaft­lich geführ­ter Zoos gegen­über Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft. Zum Jubi­lä­ums­fest­akt am Mitt­woch in Ber­lin begrüß­te der Ver­band zahl­rei­che Gäste.

Unter ande­rem waren aus der Poli­tik Cars­ten Trä­ger, Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär im Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um (BMUKN) und Schirm­herr der Ver­an­stal­tung, sowie Sabi­ne Rie­wen­herm, Prä­si­den­tin des Bun­des­amts für Natur­schutz (BfN), zu Gast. Bei­de hoben die bedeu­ten­de Rol­le der Zoos für den Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt her­vor. „Zoo­lo­gi­sche Gär­ten haben längst ihren Platz in unse­rer natio­na­len und inter­na­tio­na­len Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie“, sagt der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär Cars­ten Trä­ger. „Sie schaf­fen Wis­sen, emo­tio­na­le Bin­dung und leis­ten kon­kre­te Hil­fe – von der Nach­zucht bedroh­ter Tier­ar­ten bis zur Wie­der­an­sied­lung in ihren natür­li­chen Lebensräumen.“

Die Mit­glieds­zoos des VdZ pfle­gen der­zeit über 170.000 Wir­bel­tie­re. Im Durch­schnitt hält jeder VdZ-Zoo über 160 Arten. Jähr­lich inves­tie­ren sie mehr als 11 Mil­lio­nen Euro in über 150 natio­na­le und inter­na­tio­na­le Artenschutzprojekte. 


Kon­kre­te Erfolge

„Noch immer fehlt es an einer kon­kre­ten Inte­gra­ti­on der viel­fäl­ti­gen Arten­schutz­ak­ti­vi­tä­ten der VdZ-Zoos in die Natio­na­le Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie, obwohl die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung von Erhal­tungs­zucht, Arten­kennt­nis und Bil­dungs­ar­beit unbe­strit­ten ist“, sagt Dr. Dag Encke, Prä­si­dent des Ver­bands der Zoo­lo­gi­schen Gär­ten und Direk­tor des Tier­gar­tens Nürnberg. 

2022 etwa konn­ten mehr als 550 Wir­bel­tie­re aus VdZ-Pro­jek­ten in ihre Lebens­räu­me ent­las­sen wer­den – von der Euro­päi­schen Sumpf­schild­krö­te über den Luchs bis zum Wald­rapp. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren waren es weit mehr als 1.000 Tie­re. Damit tra­gen die Zoos auch zur Umset­zung der Natio­na­len Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie 2030 bei. Die­se kon­kre­ten Erfol­ge sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern Aus­druck hoch spe­zia­li­sier­ter Arbeit „Unse­re Tier­pfle­ger, For­scher und Tier­ärz­te ver­fü­gen über Exper­ti­se und Erfah­run­gen in Hal­tung, Zucht und Aus­wil­de­rung und schaf­fen so die Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass gefähr­de­te Tie­re lang­fris­tig in ihren natür­li­chen Lebens­räu­men über­le­ben kön­nen“, berich­tet Dag Encke.


Loka­le Bedeutung

In Anbe­tracht die­ser Leis­tun­gen wirbt der Ver­band für eine stär­ke­re öffent­li­che För­de­rung „Der Groß­teil der Arbeit wird bis­her aus eige­nen Mit­teln finan­ziert. Ange­sichts des dra­ma­ti­schen Ver­lus­tes der Arten­viel­falt brau­chen wir deut­lich mehr Unter­stüt­zung von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen, um Arten­schutz wir­kungs­voll umzu­set­zen“, erklär­te VdZ-Geschäfts­füh­rer Vol­ker Homes.

Neben ihrem inter­na­tio­na­len Enga­ge­ment sind Zoos in Deutsch­land unver­zicht­ba­re Bil­dungs- und Begeg­nungs­or­te. Jähr­lich sen­si­bi­li­sie­ren sie Mil­lio­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher für Natur- und Arten­schutz, regen gesell­schaft­li­che Dis­kus­sio­nen an und leis­ten so einen wich­ti­gen Bei­trag zum gesell­schaft­li­chen Dia­log über den Schutz der bio­lo­gi­schen Vielfalt.

Stark gefähr­de­te Nagetierart

Tier­gar­ten wil­dert Zie­sel in Tsche­chi­en aus

Neue Hei­mat für zehn Euro­päi­sche Zie­sel (Sper­mo­phi­lus citel­lus) aus dem Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg: Sie wur­den Ende Juli gemein­sam mit vie­len wei­te­ren Zie­seln aus euro­päi­schen Zoos in Tsche­chi­en ausgewildert.

Ursprüng­lich war die Nage­tier­art in wei­ten Tei­len Euro­pas ver­brei­tet – auch in Deutsch­land. Inzwi­schen kom­men Zie­sel nur noch in klei­nen Gebie­ten Mit­tel- und Ost­eu­ro­pas vor. Die Welt­na­tur­schutz­uni­on stuft die Art als „stark gefähr­det“ ein, in Deutsch­land gilt sie als „aus­ge­stor­ben“. Die zehn Zie­sel aus Nürn­berg, sechs Männ­chen und vier Weib­chen, sind im Tier­gar­ten gebo­ren und auf­ge­wach­sen. Kur­ze Zeit vor der Aus­wil­de­rung kamen sie in ein Zwi­schen­quar­tier im Tier­gar­ten. Emi­ly Huck und Vera Mei­den­bau­er, die der­zeit ihre Aus­bil­dung zur Tier­pfle­ge­rin in Nürn­berg absol­vie­ren, brach­ten die Tie­re dann in einer Trans­port­box nach Tsche­chi­en – zusam­men mit acht wei­te­ren Zie­seln aus dem Opel-Zoo Kron­berg im Tau­nus. Am Aus­wil­de­rungs­ge­biet ange­kom­men, setz­ten sie die Zie­sel in vor­be­rei­te­te Höh­len, die unter ande­rem mit Son­nen­blu­men­ker­nen, Mais­kör­nern und Apfel­stü­cken gefüllt waren. „Die Höh­len haben wir anschlie­ßend mit einer PET-Fla­sche so ver­schlos­sen, dass Tie­re noch Licht und Luft bekom­men, sich aber erst­mal her­aus­gra­ben müs­sen. Denn wenn die Zie­sel den ers­ten Gang eigen­stän­dig gra­ben, erhöht sich die Wahr­schein­lich­keit, dass sie orts­treu blei­ben und eine stär­ke­re Bin­dung zum Aus­wil­de­rungs­ort ent­wi­ckeln“, erklärt Emi­ly Huck. Die­se Metho­de hat sich in der Ver­gan­gen­heit bewährt.

Nach­dem die ange­hen­den Tier­pfle­ge­rin­nen die Nürn­ber­ger und Kron­ber­ger Zie­sel aus­ge­wil­dert hat­ten, unter­stütz­ten sie bei einer wei­te­ren Aus­wil­de­rung in einem angren­zen­den Gebiet. „Dabei haben wir eine ande­re Metho­de ken­nen­ge­lernt und gemein­sam mit den Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen soge­nann­te Aus­wil­de­rungs­ge­he­ge ange­legt. In die­sen ein­ge­zäun­ten Gehe­gen fin­den die Zie­sel Unter­schlupf­mög­lich­kei­ten und Fut­ter, müs­sen sich aber – eben­so wie bei der ers­ten Vor­ge­hens­wei­se – zunächst her­aus­gra­ben. Es war sehr inter­es­sant, bei­de Metho­den ken­nen­zu­ler­nen“, sagt Vera Meidenbauer.


Pro­jekt mit vie­len Partnern

Ins­ge­samt wur­den im Juli 115 Zie­sel in Tsche­chi­en aus­ge­wil­dert. Sie stam­men aus neun ver­schie­de­nen Zoos und Zucht­sta­tio­nen in Tsche­chi­en, Schwe­den, der Schweiz und Deutsch­land, dar­un­ter dem Tier­gar­ten Nürn­berg und dem Opel-Zoo Kron­berg im Tau­nus. 60 Tie­re, dar­un­ter die Nach­zuch­ten aus dem Tier­gar­ten, wur­den etwa 80 Kilo­me­ter nord­west­lich von Prag in ein Land­schafts­schutz­ge­biet nahe des Bergs Milá gebracht. Sie sol­len sich hier mit bestehen­den Kolo­nien ver­net­zen und so zum Auf­bau einer über­le­bens­fä­hi­gen Popu­la­ti­on bei­tra­gen. In die­sem Gebiet leben bereits an zwei Stand­or­ten Euro­päi­sche Zie­sel, wäh­rend an einem drit­ten eine neue Popu­la­ti­on ent­ste­hen soll. Zu deren Auf­bau und Sta­bi­li­sie­rung wer­den hier wie­der­holt Zie­sel aus­ge­wil­dert – so lan­ge, bis sich die Popu­la­tio­nen wie­der selbst erhal­ten können.

„Damit sich die Tie­re best­mög­lich an den Lebens­raum und mög­li­che kli­ma­ti­sche Ände­run­gen anpas­sen kön­nen, braucht es eine hohe gene­ti­sche Viel­falt. Je mehr Zie­sel aus unter­schied­li­chen Ein­rich­tun­gen aus­ge­wil­dert wer­den, des­to anpas­sungs­fä­hi­ger, robus­ter und sta­bi­ler die Popu­la­ti­on“, erklärt Bio­lo­gin und Kura­to­rin Dia­na Koch. Für Vera Mei­den­bau­er und Emi­ly Huck war die Aus­wil­de­rung auch aus einem ande­ren Grund etwas ganz beson­ders: „Es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, dass wir als Aus­zu­bil­den­de eine sol­che Akti­on eigen­stän­dig über­neh­men dür­fen. Wir tra­gen die Ver­ant­wor­tung dafür, dass die Tie­re wohl­be­hal­ten am Aus­wil­de­rungs­ort ankom­men“, sagt Emi­ly. Vera ergänzt: „Aus­wil­de­run­gen sind nicht all­täg­lich und ein Höhe­punkt unse­rer Arbeit. Umso schö­ner ist es, dass wir die­se Erfah­rung schon wäh­rend unse­rer Aus­bil­dung machen durf­ten und auf die­se Wei­se viel dazu ler­nen konn­ten. Es ist zudem ein Zei­chen von Wert­schät­zung und Ver­trau­en, das uns ent­ge­gen­ge­bracht wird.“


Seit vie­len Jah­ren an Zie­sel-Aus­wil­de­rung beteiligt

Die Aus­wil­de­rungs­ak­ti­on, die nun schon das sieb­te Jahr in Fol­ge statt­fand, wur­de vom Muse­um Kar­l­o­vy Vary und der Agen­tura ochra­ny pøí­ro­dy a kra­ji­ny ÈR (Agen­tur für Natur- und Land­schafts­schutz der Tsche­chi­schen Repu­blik) initi­iert. Sie ist Teil eines natio­na­len Akti­ons­plans für die vom Aus­ster­ben bedroh­te Tier­art in Tsche­chi­en, zu dem auch Bemü­hun­gen zum Erhalt geeig­ne­ter Lebens­räu­me gehö­ren. Tro­cke­ne, nied­ri­ge Step­pen­gras­land­schaf­ten sind ide­al für Euro­päi­sche Zie­sel, die lan­ge Zeit als land­wirt­schaft­li­che Schäd­lin­ge gal­ten. Die zuneh­men­de Zer­stö­rung von Feld­rän­dern und Wei­den, die Zusam­men­le­gung klei­ner Fel­der zu gro­ßen Mono­kul­tu­ren und ein dra­ma­ti­scher Ver­lust an Flä­chen mit kur­zem Gras führ­ten jedoch in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten zu einem Ein­bruch der Ziesel-Bestände.

Seit 2014 hat der Tier­gar­ten ins­ge­samt rund 140 Zie­sel aus­ge­wil­dert. Pro­jek­te wie die­se müs­sen lang­fris­tig ange­legt wer­den – beson­ders bei Arten wie den Zie­seln, die in der Nah­rungs­ket­te wei­ter unten ste­hen, und die von Natur aus regel­mä­ßig gefres­sen wer­den. Aus­wil­de­run­gen haben auch das Ziel, genau die­se natür­li­chen Pro­zes­se wiederherzustellen.

Unter Umstän­den ist zukünf­tig auch eine Ein­wan­de­rung von Zie­seln nach Deutsch­land mög­lich. Dort kam die Tier­art noch bis in die 1980er Jah­re im Erz­ge­bir­ge vor. Zie­sel sind klei­ne, etwa 200 bis 400 Gramm schwe­re Nage­tie­re. Im Tier­gar­ten Nürn­berg sind sie unter ande­rem im Medi­ter­ra­ne­um zu sehen. Dane­ben gibt es wei­te­re Kolo­nien rund um den Kin­der­zoo und die Nas­horn­an­la­ge. Durch die­se ver­schie­de­nen Kolo­nien kann der Tier­gar­ten mehr Nach­zuch­ten für die Wie­der­an­sie­de­lung zur Ver­fü­gung stellen.


In meh­re­ren Aus­wil­de­rungs­pro­jek­ten engagiert

Neben den Zie­seln betei­ligt sich der Tier­gar­ten auch mit ande­ren Arten regel­mä­ßig an Aus­wil­de­rungs­ak­tio­nen. In den letz­ten Jah­ren hat er bei­spiels­wei­se Alpen­stein­bö­cke in Öster­reich, Wald­rap­pe in Spa­ni­en, Bart­gei­er in Berch­tes­ga­den und Süd­frank­reich oder Luch­se in Sach­sen, Thü­rin­gen und Baden-Würt­tem­berg ausgewildert.

Rep­til des Jah­res 2024

Tier­gar­ten nimmt Kreuz­ot­tern in sei­nen Bestand auf

Sie ist die ein­zi­ge in Bay­ern hei­mi­sche Gift­schlan­ge, gilt in Deutsch­land als stark gefähr­det und ist an ihrem mar­kan­ten Zick­zack­mus­ter gut zu erken­nen: die Kreuz­ot­ter (Vipe­ra berus). Seit kur­zem ist die Schlan­gen­art auch im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg zu sehen, wie der Tier­gar­ten mitteilt.

Die bei­den Weib­chen sind in eine neu errich­te­te Anla­ge am Kli­ma­wald­pfad ein­ge­zo­gen. Die Kreuz­ot­ter hat das welt­weit größ­te Ver­brei­tungs­ge­biet aller Schlan­gen­ar­ten. Glo­bal gese­hen ist sie nicht bedroht, regio­nal gilt sie aber als stark gefähr­det, vom Aus­ster­ben bedroht oder sogar bereits als aus­ge­stor­ben. Da sie als ein­zi­ge Schlan­gen­art auch jen­seits des Polar­krei­ses anzu­tref­fen ist und als käl­te­lie­bend gilt, zählt sie zu den Ver­lie­re­rin­nen des Klimawandels.


Durch Kli­ma­wan­del bedroht

„Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en sind vom Kli­ma­wan­del beson­ders stark betrof­fen. Neben den höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren machen ihnen vor allem Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se wie lan­ge Dürr­pe­ri­oden oder Über­flu­tun­gen sowie der sin­ken­de Grund­was­ser­spie­gel zu schaf­fen“, erklärt Bio­lo­gin und Kura­to­rin Dia­na Koch. „Genau dar­auf möch­ten wir mit unse­rem neu­en Tier­be­stand auf und neben dem Kli­ma­wald­pfad auf­merk­sam machen. Der­zeit ent­steht ein wei­te­res Bio­top unter­halb des Pfads, in das Feu­er­sa­la­man­der, Gelb­bau­chun­ken und Berg­ei­dech­sen ein­zie­hen sollen.“

Für die bei­den Kreuz­ot­tern bau­te der Tier­gar­ten ein neu­es Gehe­ge direkt neben dem Ein­gang zum Kli­ma­wald­pfad. Um den Ansprü­chen der Tie­re gerecht zu wer­den, hat das Team der Land­schafts­ge­stal­tung den natür­li­chen Lebens­raum mög­lichst gut nach­ge­bil­det: Inmit­ten eines klei­nen Teichs befin­det sich eine Insel mit Wur­zel­stö­cken, Stei­nen, klei­ne­ren Sträu­chern und Moo­sen. Die Anla­ge bie­tet den Tie­ren zahl­rei­che Rück­zugs­mög­lich­kei­ten und auch Gele­gen­heit zur Über­win­te­rung. Hier­zu wur­de ein Beton­schacht ein­ge­baut, der mit Dach­zie­geln gefüllt ist. Dort kön­nen sich die Kreuz­ot­tern in der kal­ten Jah­res­zeit bis zu einen Meter tief zurückziehen.


Rep­til des Jah­res 2024

Die Kreuz­ot­ter ist eine der weni­gen Gift­schlan­gen­ar­ten Euro­pas. Auch wenn das Gift für Erwach­se­ne meist unge­fähr­lich ist, soll­te man Abstand hal­ten und bei einem Biss ärzt­li­che Hil­fe suchen. Die Schlan­gen wer­den etwa 50 bis 70 Zen­ti­me­ter lang und 100 bis 200 Gramm schwer. Ihr Rücken ist meist mit einem schwar­zen oder dun­kel­brau­nen Zick­zack­band gezeich­net. Ansons­ten kann ihre Fär­bung stark vari­ie­ren. Cha­rak­te­ris­tisch sind auch die senk­recht ste­hen­den Pupil­len. Kreuz­ot­tern sind lebend­ge­bä­rend. Sie brin­gen im Spät­som­mer voll ent­wi­ckel­te Jung­tie­re zur Welt.

Die tag­ak­ti­ven Rep­ti­li­en besie­deln unter­schied­li­che Habi­ta­te wie struk­tur­rei­che Hei­de- und Moor­ge­bie­te, Wald­rän­der und Lich­tun­gen. Zu ihren Beu­te­tie­ren gehö­ren Eidech­sen, Frö­sche und Klein­säu­ger, zu ihren wich­tigs­ten Fein­den Wild­schwei­ne, Mar­der und der Mäusebussard.

In Deutsch­land nimmt der Bestand seit Jahr­zehn­ten deut­lich ab. Grö­ße­re Vor­kom­men gibt es noch im Nord­deut­schen Tief­land, in den öst­li­chen Mit­tel­ge­bir­gen sowie in Tei­len Süd­deutsch­lands wie den Alpen, dem Schwarz­wald und dem Baye­ri­schen Wald.

Die Deut­sche Gesell­schaft für Her­pe­to­lo­gie und Ter­ra­ri­en­kun­de hat gemein­sam mit ihren Part­nern, zu denen auch der Tier­gar­ten Nürn­berg gehört, die Kreuz­ot­ter zum Rep­til des Jah­res 2024 gewählt.

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