Herbstfest im Tiergarten Nürnberg
Wie bereiten sich Tiere auf den Winter vor?
Bleiben oder in den Süden ziehen, erstarren oder ruhen: Tiere haben ganz unterschiedliche Strategien, mit der kalten Jahreszeit umzugehen. Auf dem Herbstfest im Tiergarten der Stadt Nürnberg am 27. September 2026 von 10 Uhr bis 15.30 Uhr lernen Gäste einige davon kennen. An verschiedenen Stationen sind sie außerdem eingeladen, selbst tätig zu werden.
Zum Beispiel können Kinder an diesem Tag mithelfen, Haselnüsse zu verstecken, die verschiedenen Tieren im Winter als Nahrung dienen. Auch kleine Kobel können sie basteln und sich so besser vorstellen, wie Eichhörnchen leben. Gemeinsam mit Tiergartenmitarbeitenden können Gäste eine Benjes-Hecke anlegen und sich bei ihnen über den richtigen Umgang mit Fledermäusen informieren, die sich jetzt im Herbst vielleicht ins Haus oder die Wohnung verirren.
Das Bionicum im Tiergarten öffnet anlässlich des Herbstfestes vorab schon einmal seinen neuen Erlebnistunnel: Gäste können dort Tiefseewelten entdecken und einen Wald bei Nacht. Dabei kommen faszinierende Lebewesen zum Vorschein, die der menschlichen Wahrnehmung normalerweise entgehen. Wer seine Expeditionsergebnisse im Protokoll festhält, hat die Chance auf einen Gewinn.
Auf kurzen Freifahrten mit dem neuen Zootouren-Mobil erfahren Gäste den Tiergarten im wahrsten Sinne des Wortes zudem auf eine ganz neue Art.
Auch der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. öffnet zum Herbst seine Vereinshütte und wird mit Ansprechpartnerinnen und ‑partnern vor Ort sein.
Das Herbstfest findet auf der Wiese bei den Löwen statt, mit dem extra-Programmpunkt im Bionicum. Die Teilnahme ist im normalen Tiergarteneintritt enthalten.
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Tiergarten Nürnberg
Deutsche Waldtage: Bayerische Staatsforsten und Tiergarten bieten Führung über den Klimawaldpfad
Warum ist der Wald ein einmaliger Erlebnis- und Lernort? Und wie verändert er sich im Zuge des Klimawandels? Anlässlich der Deutschen Waldtage bietet der Tiergarten mit dem Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten am Freitag, 18. September 2026, um 14 Uhr eine Sonderführung auf dem Klimawaldpfad an, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Die etwa zweistündige Führung kostet 5 Euro (zuzüglich ermäßigtem Tiergarteneintritt) und eignet sich ab einem Alter von zwölf Jahren. Eine Anmeldung ist von Montag, 14. September, bis Donnerstag, 17. September, 16 Uhr, telefonisch über das Zootouren-Büro unter 09 11 //5 45 48 33 möglich. Das Büro ist Montag und Mittwoch von 10 bis 14 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 12 bis 16 Uhr zu erreichen. Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung möglich, die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt. Die gebuchten Tickets können am Veranstaltungstag an der Hauptkasse des Tiergartens abgeholt und bezahlt werden.
Treffpunkt ist an der Holzstatue direkt hinter dem Tiergarteneingang. Von dort aus läuft die Gruppe gemeinsam zum Klimawaldpfad. Stephan Jüstl, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten, und Zoopädagogin Barbara Reinhard nehmen die Gäste mit auf einen Spaziergang durch die Baumkronen. Die Besucherinnen und Besucher lernen dabei die verschiedensten Baumarten kennen – darunter bekannte heimische Arten, aber auch sogenannte Zukunftsbaumarten, die mit dem künftigen Klima besser zurechtkommen und teilweise gezielt gepflanzt werden. Denn dass der Reichswald bereits unter den Folgen des Klimawandels leidet, ist nicht mehr zu übersehen. Forstwirte und ‑wissenschaftler setzen daher auf lebendige und strukturreiche Wälder, deren Vielfalt sie widerstandsfähiger macht. Was hierbei aus forstlicher Sicht zu beachten ist und warum Waldbewirtschaftung und Naturschutz sich nicht ausschließen, wird anschaulich dargestellt.
Etwa auf halber Strecke des 450 Meter langen Pfads befindet sich das „Grüne Klassenzimmer“ – ein einmaliger Lernort in knapp 20 Metern Höhe, der den Blick in die Baumkronen öffnet. Barbara Reinhard wird hier einen Einblick in die Entstehung des Klimawaldpfads geben – vom ersten Impuls über die Konzeption bis hin zur Umsetzung und zum laufenden Betrieb.
Eine besondere Rolle spielt dabei das umweltpädagogische Konzept: Die Basis bilden Infotafeln, die mehr über den Lebensraum Wald, die Zusammenhänge im Ökosystem und die Auswirkungen des Klimawandels verraten. Daneben bietet das Team der Nürnberger Zoopädagogik eine Vielzahl an themenspezifischen Erlebnisführungen und pädagogischen Programmen für jede Altersstufe an. Ermöglicht wurde der Klimawaldpfad von der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg mit der größten Einzelförderung ihrer Geschichte in Höhe von 4,1 Millionen Euro.
Über die Deutschen Waldtage
Die Deutschen Waldtage 2026 finden von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. September, statt. In diesem Jahr dreht sich alles um das Motto „Wald und Wirtschaft“. An diesen Tagen laden Forstleute, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Forschungs- und Umweltbildungseinrichtungen sowie Vereine gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit zu zahlreichen Veranstaltungen in die Wälder ein. Initiiert wurden die Waldtage vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Wenige Tage später, am 24. September 2026, widmet sich das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Tiergarten dem Thema „Wald“. Dann lädt BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm zum sogenannten „Gartengespräch“. Unter dem Motto „Klimawandel & Biodiversität: Wie viel Klimakrise verträgt der Wald?“ diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis bei der bundesweiten Veranstaltungsreihe über Zusammenhänge von Biodiversität und Klima. Die Veranstaltung findet von 16.30 bis 21 Uhr im Tiergartenrestaurant Waldschänke statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung noch bis Montag, 21. September, per E‑Mail an garten@bfn.de, möglich.
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Tiergarten Nürnberg
Harpyie Domingo ist in den Weltvogelpark Walsrode gezogen
Harpyien (Harpia harpyja) gelten als die stärksten Greifvögel der Welt, doch durch menschliche Aktivitäten geraten sie zunehmend in die Defensive. Der Tiergarten der Stadt Nürnberg setzt sich für ihren Erhalt ein und koordiniert die Zucht der gefährdeten Art innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes EEP. In diesem Zusammenhang ist das Nürnberger Harpyien-Männchen Domingo in den Weltvogelpark Walsrode umgezogen, wie der Tiergarten mitteilt.
Domingo ist 1993 im Tiergarten Nürnberg geschlüpft und lebte hier bis auf zwei Stationen im Zoo Dortmund (1995 bis 2000) und im Grünen Zoo Wuppertal (2005 bis 2014). In Walsrode soll er idealerweise mit Cupcake, einem siebenjährigen Weibchen aus dem US-amerikanischen Zoo Miami, zusammengeführt werden. „Die Idee ist, dass er mit einem blutsfremden Tier züchten kann“, sagt der Kurator für Artenschutz und Forschung im Tiergarten Nürnberg, Dr. Lorenzo von Fersen. Er hat das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) des Europäischen Zooverbandes EAZA für die Art aufgebaut und ist seit der Gründung 2025 dessen Koordinator.
Harpyien zusammenzuführen ist eine Herausforderung und erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wenn die Tiere nicht harmonieren, kann es zu schweren Auseinandersetzungen kommen, bei denen beide Tiere gefährdet sind. Deswegen werden potenzielle Paare langsam aneinander gewöhnt, indem sie sich zunächst von ihren jeweiligen Gehegen aus durch eine Plexiglasscheibe beobachten können. Erst, wenn sie miteinander interagieren und beispielsweise beginnen, Material für ein Nest zu sammeln, kann eine Zusammenführung versucht werden.
Der Weltvogelpark Walsrode hat für Domingo und seine mögliche Partnerin eine ehemalige Voliere für Riesenseeadler entsprechend umgebaut und an die Bedürfnisse der Harpyien angepasst. „Es ist wichtig, dass wir dort, wo die Tiere in Europa zu sehen sind, auch Zuchtmöglichkeiten schaffen“, sagt Lorenzo von Fersen. „Diese Tiere sind Botschafter für die tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Wie viele andere, weniger bekannte Arten sind sie von voranschreitender Abholzung und den unmittelbaren Folgen des Klimawandels massiv betroffen.“
Heiko Janatzek, Kurator des Weltvogelpark Walsrode: „Unser Team freut sich, nun wieder ein Pärchen dieser faszinierenden Vogelart halten zu können. Wir sind gespannt auf die Herausforderung, die beiden miteinander zu vergesellschaften und hoffentlich zur Zucht zu bewegen, um zum Erhalt dieser hochbedrohten und charismatischen Tiere beitragen zu können.“
Harpyien sind langlebige Greifvögel und können in menschlicher Obhut ein Alter von mehr als 40 Jahren erreichen: Ihre vergleichsweise langen Fortpflanzungszyklen erschweren es ob der rasanten Zerstörung ihrer Lebensräume, einen stabilen Bestand in der Natur zu bewahren – nur durchschnittlich alle drei Jahre zieht ein Paar ein Jungtier groß, mit etwa sechs Jahren sind die Vögel geschlechtsreif und begeben sich auf Partnersuche.
Bisher nur 18 Tiere im Zuchtprogramm
Das Ziel des EEP besteht darin, eine sich selbsterhaltende Population aufzubauen, die als Reserve dienen kann, falls die Art in der Natur ausstirbt. Perspektivisch soll das Zuchtbuch alle weltweit in menschlicher Obhut gehaltenen Individuen beinhalten. Das EEP umfasst derzeit 18 Individuen, von denen 8 im Zoo São Paulo leben. Die anderen verteilen sich auf vier europäische Zoos. In Nürnberg und auf seiner Außenstation Gut Mittelbüg leben derzeit fünf der Tiere. Der Tiergarten Nürnberg hält seit 1980 Harpyien. Das damalige Paar kam durch eine Beschlagnahmung aus einer Privathaltung in die Obhut des Zoos. Im Jahr 2023 ist mit Amaya zum ersten Mal seit bis dahin 20 Jahren wieder ein Jungvogel in Nürnberg geschlüpft und erfolgreich großgezogen worden. Amaya ist für Besucherinnen und Besucher im Bereich der Greifvögel oberhalb der Bartgeiervoliere zu sehen. Hier möchte der Tiergarten mit Unterstützung des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. perspektivisch eine neue Harpyien-Voliere mit Innen- und Außenanlage bauen.
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Sumpfschildkröten ziehen in hessische Naturschutzgebiete
Tiergarten wildert zehn Europäische Sumpfschildkröten aus
Zehn Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) aus der Obhut des Tiergartens der Stadt Nürnberg werden im Lauf des Julis in verschiedenen hessischen Naturschutzgebieten ausgewildert, um fortan zum Wiederaufbau einer stabilen Population in der Natur beizutragen, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Die Auswilderung findet im Rahmen eines Artenschutzprogramms statt, das von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Sumpfschildkröte initiiert wurde. Neben den Tieren aus Nürnberg werden 40 weitere Sumpfschildkröten aus dem Zoo Frankfurt und dem Opel Zoo in die Schutzgebiete gebracht.
Die zehn Schildkröten sind im Frühsommer 2024 als Schlüpflinge aus Hessen zur Aufzucht in den Tiergarten Nürnberg gekommen. Zu jenem Zeitpunkt waren sie etwa so groß wie eine ein-Euro-Münze und wogen zwischen drei und neun Gramm. Tierpflegerinnen und Tierpfleger haben sich seitdem hinter den Kulissen um die Jungtiere gekümmert und sie großgezogen, bis sie zur Auswilderung bereit waren.
„Wir haben die Schildkröten zunächst mit Glanzwürmern und Mückenlarven, später auch mit Regenwürmern und kleinen Fischen gefüttert“, sagt Tierpflegerin und stellvertretende Revierleiterin Jessica Liebel. „Da sie unterschiedlich schnell gewachsen sind und manche recht dominant waren, haben wir sie nach ein paar Monaten nach Größen sortiert und in unterschiedlichen Aquarien gehalten.“ Das Zielgewicht für die Auswilderung beträgt 120 Gramm – dann sind die Tiere etwa handtellergroß, stabiler und besser vor Fressfeinden geschützt.
Zu diesem Zweck fand in dem etwa 13 Hektar großen Naturschutzgebiet vor der Auswilderung auch eine Abfischung statt, bei der einige Hechte gefangen wurden, die den Amphibien und Reptilien dort stark zusetzten.
Zusammenspiel von Arten- und Lebensraumschutz
Das Artenschutzprogramm zeigt beispielhaft, wie Artenschutz außer- und innerhalb des natürlichen Lebensraumes von Tieren ineinandergreifen. Zoos und Zuchtstationen züchten und versorgen die Tiere, bis sie bereit zur Auswilderung sind. Naturschützer vor Ort, Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände sorgen für den Schutz und die Wiederherstellung der Lebensräume. Dazu gehört auch, den Bestand übermäßig stark vertretener Beutegreifer wie in diesem Fall des Hechts und invasiver Arten wie zum Beispiel dem Waschbären durch Bejagung zu verringern. Waschbären sind Allesfresser und bedrohen neben den Sumpfschildkröten auch Bodenbrüter, Amphibien und Reptilien.
Um den Erfolg von Auswilderungsprogrammen zu messen, überwachen Naturschützer die Entwicklung des Bestandes. Dafür werden die Tiere mit winzig kleinen Mikrochips versehen – eine Art Personalausweis, der auch nach vielen Jahren eine individuelle Erkennung ermöglicht.
Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich seit 2020 an dem Schutzprojekt für Europäische Sumpfschildkröten. 2023 konnte er gemeinsam mit der AG Sumpfschildkröte erstmals drei seiner eigenen Nachzuchten in den hessischen Nidda-Auen bei Stockheim auswildern.
Ziel: 1.200 ausgewilderte Sumpfschildkröten bis 2030
Insgesamt sollen in diesem Jahr in hessischen Schutzgebieten am Rhein, am Untermain und an der Nidda 50 junge Sumpfschildkröten ausgewildert werden. Damit wurden im Rahmen des hessischen Artenschutzprogramms „Europäische Sumpfschildkröte“ seit 1999 gut 900 Tiere wiederangesiedelt. Bis 2030 sollen es insgesamt 1.200 Tiere sein.
„Wir sind auf einem guten Weg, unser Ziel zu erreichen“, sagt Dr. Matthias Kuprian vom hessischen Umweltministerium, der das Artenschutzprogramm „Europäische Sumpfschildkröte“ leitet. „Wir haben seit einigen Jahren die ersten Freilandnachzuchten nachgewiesen und können mittlerweile regelmäßig Schlüpflinge oder Jungtiere beobachten, die von unseren ausgewilderten Tieren abstammen.“
Die auf ehrenamtliche Initiative hin gegründete AG Sumpfschildkröte bemüht sich seit 1999 in Kooperation mit dem hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und einigen Zoos um den Erhalt der Europäischen Sumpfschildkröte. Ziel dabei ist es, in geeigneten Lebensräumen in Hessen wieder sich selbst erhaltende Populationen zu begründen.
Vom Aussterben bedroht
Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige Schildkrötenart, die natürlicherweise in Mitteleuropa vorkommt, nach der deutschen Roten Liste hier allerdings vom Aussterben bedroht ist. In der Vergangenheit wurden ihre Bestände dezimiert, weil sie als Fastenspeise galt. Inzwischen fehlt es den Tieren durch Flussbegradigungen und Trockenlegen von Gewässern an geeigneten Lebensräumen. Ein weiteres Risiko stellen der Straßenverkehr und invasive Arten dar.
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Aktionen, Spiele und Unterricht im Raubtierhaus
Tiergarten feiert 40 Jahre Zoopädagogik
Am kommenden Sonntag, dem 21. Juni 2026, feiert der Tiergarten der Stadt Nürnberg ein besonderes Jubiläum: 40 Jahre Zoopädagogik. Zu diesem Anlass erwartet Besucherinnen und Besucher zwischen 10 und 15.30 Uhr ein vielfältiges Programm für die ganze Familie, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Auf der Wiese vor dem Raubtierhaus – in direkter Nachbarschaft zu Löwen, Tigern und Luchsen –laden zahlreiche Aktionen zum Entdecken, Lernen und Mitmachen ein. Im Raubtierhaus finden kurzweilige Unterrichtsstunden beispielsweise zu Zoologie und Botanik statt. Das Fest ist im regulären Eintritt enthalten; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Zoopädagogik im Tiergarten Nürnberg wurde im März 1986 auf Initiative von Dr. Peter Mühling, damals stellvertretender und später leitender Direktor, gegründet. Mit dem Gymnasiallehrer Hans Lichei startete der erste Zoopädagoge seine Arbeit. Seitdem hat der Tiergarten ein breites Angebot für unterschiedlichste Zielgruppen entwickelt – von Kindergeburtstagen, Tierbegegnungen und Führungen bis hin zu Programmen für Schulen, Kindergärten und Universitäten. Heute wird die Nürnberger Zoopädagogik von Barbara Reinhard und Christian Dienemann geleitet. Verstärkt werden sie vom Zootourenbüro mit zwei Mitarbeiterinnen und rund 20 Zoobegleiterinnen und Zoobegleitern in freier Mitarbeit. Auch Teilnehmende eines Freiwilligen Ökologischen Jahres unterstützen regelmäßig in der Zoopädagogik.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt heute auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei multisensorische, originale Begegnungen Lernen durch unmittelbaren Kontakt mit Natur und Tier, mit allen Sinnen. Auch mehrsprachige und fächerübergreifende Formate gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Interdisziplinärer Unterricht im Raubtierhaus
Wie dieses interdisziplinäre Angebot einer modernen Zoopädagogik aussehen kann, erleben Gäste am 21. Juni direkt vor Ort Im Raubtierhaus bieten Expertinnen und Experten kurze Unterrichtseinheiten aus verschiedenen Fachbereichen – alle mit Bezug zu Natur und Tierwelt.
Nach der Begrüßung um 10 Uhr ist folgender Stundenplan vorgesehen
- 10.30 Uhr Kunst
- 11.15 Uhr Religion
- 12.00 Uhr Vorlesen
- 12.45 Uhr Rechnen
- 13.30 Uhr Botanik
- 14.00 Uhr Zoologie
- 14.45 Uhr Deutsch
- und 15.15 Uhr Musik
Die Unterrichtseinheiten sind dabei so vielseitig wie die Zoopädagogik selbst ist und richten sich an alle Besucherinnen und Besucher. Gäste können jederzeit einsteigen oder das Raubtierhaus wieder verlassen. Parallel dazu bieten die Auszubildenden des Tiergartens Sport- und Handarbeitsunterricht im Außenbereich an. Zudem präsentieren sich dort zahlreiche Partner des Tiergartens mit eigenen Ständen, darunter das Walderlebniszentrum Tennenlohe, die Sparkasse Nürnberg, der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V., das Hauptzollamt Nürnberg, die Energie- und Umweltstation Nürnberg, das Bionicum und der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V.
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Von bedrohten Delfinen, Schweinen, Wildeseln und mehr
Artenschutzsonntag im Tiergarten
Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt lädt der Tiergarten der Stadt Nürnberg am kommenden Sonntag, 24. Mai, zu einem Artenschutztag ein. In Kurzvorträgen und einer begleitenden Ausstellung erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in weltweite Artenschutzprojekte des Tiergartens und seiner Partner, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Der Aktionstag findet von 11 bis 15 Uhr auf der Wiese gegenüber dem Wüstenhaus statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Besuch ist im regulären Tiergarteneintritt enthalten. Im Mittelpunkt des Artenschutztags stehen fünf Projekte, mit denen der Tiergarten bedrohte Arten und ihre Lebensräume schützt.
Rückkehr der Kulane: Hoffnung für die Steppe
Um 11.30 Uhr geht es um große Pflanzenfresser, die eine wichtige ökologische Funktion erfüllen Sie helfen dabei, Landschaften offen zu halten und sie als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu bewahren. So auch in der kasachischen Steppe: Unter Federführung der Naturschutzorganisation Association for the Conservation of the Biodiversity of Kazakhstan und in enger Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt unterstützt der Tiergarten dort seit 2011 die Wiederansiedlung von Kulanen (Equus hemionus) und Przewalski-Pferden (Equus przewalskii).
Feuersalamander Erhaltungszucht und Therapie
Um 12.30 Uhr ist der heimische Feuersalamander (Salamandra salamandra), der stark bedroht ist, Thema. Neben der zunehmenden Trockenheit, verschmutzten Gewässern und dem Straßenverkehr setzt ihm vor allem die Pilzerkrankung Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) massiv zu. In Kooperation mit Citizen Conservation, Frogs and Friends e. V., dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz e. V. und dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. arbeitet der Tiergarten daran, den schwarz-gelben Lurch vor dem Aussterben zu bewahren.
Bedrohte Schweinearten: Rettung vor dem Virus
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bedroht in Südostasien alle zwölf endemischen Schweinearten – und damit rund zwei Drittel aller Schweinearten weltweit. Unter Hochdruck arbeitet der Tiergarten Nürnberg mit Partnern wie der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, der IUCN SSC Wild Pig Specialist Group und Partnern vor Ort daran, Schutzmaßnahmen für vom Aussterben bedrohte Schweinearten in Asien voranzutreiben. Dies umfasst unter anderem den Aufbau von Zucht- und Auffangstationen für verschiedene Schweinearten, Feldforschung sowie die Entwicklung von Impfstoffen.
Aquatische Säugetiere schützen: Ökosysteme stärken
Der Kurzvortrag um 14.30 Uhr widmet sich aquatischen Säugetieren. Die in Nürnberg ansässige Artenschutzgesellschaft YAQU PACHA e. V. setzt sich seit 1992 für bedrohte wasserlebende Säugetiere Lateinamerikas ein. Denn fast die Hälfte aller Wal- und Delfinarten weltweit ist gefährdet, unter den Arten mit einer küstennahen Verbreitung sind es weitaus mehr. Ein Schwerpunkt ist beispielsweise der Schutz des Franciscana-Delfins (Pontoporia blainvillei), der bedrohtesten Delfinart Südamerikas.
Harpyien-Zentrum Nürnberg: Forschung und Arterhalt
Ergänzend gibt es eine Ausstellung Der Tiergarten Nürnberg ist einer von nur vier Zoos im Europäischen Zooverband EAZA, der Harpyien (Harpia harpyja) hält – und derzeit der einzige, der erfolgreich züchtet. Seit September 2024 koordiniert der Tiergarten das neu eingerichtete Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP), um die Zucht weiter zu stärken und den Erhalt der Art zu sichern. Zudem beteiligt er sich an mehreren internationalen Forschungsprojekten. „Seit Jahrzehnten engagiert sich der Tiergarten weltweit für den Artenschutz – mit Forschungsarbeit, Erhaltungszucht und einer umfassenden Umweltbildung vor Ort“, sagt Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz im Tiergarten. „Mit unserem Artenschutztag möchten wir einen Teil unserer Aktivitäten sichtbar machen.“
„Seit kurzem können Besucherinnen und Besucher auch ganz einfach über unseren Online-Shop einen konkreten Beitrag zum Artenschutz leisten – mit unserem neuen Artenschutzeuro. Damit kann jede und jeder Projekte unterstützen, die unmittelbar Wirkung zeigen von der kasachischen Steppe bis in unsere heimischen Wälder“, sagt Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens.
Den freiwilligen Artenschutzeuro können Gäste über den Online- Ticketshop des Tiergartens leisten unter tiergarten-nuernberg.ticketfritz.de.
Die Veranstaltung ist Teil eines breiten Führungsangebots der Stadt Nürnberg zum Internationalen Tag der Biodiversität. Dieser findet seit 25 Jahren jährlich am 22. Mai statt und macht auf den Rückgang der biologischen Vielfalt aufmerksam. Aus diesem Anlass hat das Referat für Umwelt und Gesundheit gemeinsam mit den Beteiligten des Bündnisses für Biodiversität Nürnberg ein vielfältiges Programm aus Führungen, Exkursionen und Aktionen zusammengestellt. Ausführliche Informationen und die Kontaktdaten zur Anmeldung sind zu finden unter nuernberg.deinternetumweltreferatbiodiversitaet.html
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Vogelgrippe-Schutzmaßnahmen aufgehoben
Mehr Vögel im Tiergarten zu sehen
Angesichts der rasanten Ausbreitung der Vogelgrippe hatte der Tiergarten der Stadt Nürnberg im November letzten Jahres umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und sämtliche Vogelarten in Ställen oder abgedeckten Volieren untergebracht. In enger Abstimmung mit dem Veterinäramt der Stadt Nürnberg werden diese Maßnahmen nun schrittweise aufgehoben – viele Vögel sind bereits in ihre Anlagen zurückgekehrt.
Seit Anfang dieser Woche sind unter anderem die Humboldtpinguine, Andenkondore, Emus sowie Haus- und Perlhühner wieder für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Bei den Pinguinen finden wieder die täglichen Fütterungen um 15 Uhr statt. Das Programm „Besuch beim Lieblingstier“ ist für die Pinguine ebenfalls wieder buchbar. Sofern es die Witterung zulässt, dürfen auch die Kraniche wieder in ihre Gehege. Auch die Hyazinth-Aras können ab sofort wieder ihre Außenvoliere nutzen. Junges Bartgeierpaar in begehbarer Voliere Zum Wochenende werden die begehbaren Volieren der Waldrappe und Bartgeier wieder geöffnet. In Letztere wird ein neues Bartgeier-Pärchen einziehen. Nach dem Tod des Weibchens im September vergangenen Jahres und vor dem Hintergrund der Vogelgrippe ist das 46 Jahre alte Männchen auf die Außenstelle des Tiergartens Gut Mittelbüg gezogen und hat dort eine neue Partnerin bekommen. In der Bartgeiervoliere war somit wieder Platz für ein neues Zuchtpaar. Die beiden Vögel kommen aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee in Österreich. Das Männchen kam bereits wenige Tage nach dem Schlupf in den Tiergarten und wurde vom Nürnberger Bartgeierpaar adoptiert und aufgezogen. Der Tiergarten hofft, mit dem jungen Paar an die erfolgreiche Haltung und Zucht der Bartgeier anzuknüpfen.
Der Tiergarten Nürnberg hält – mit nur kurzen Unterbrechungen – seit 1965 Bartgeier. Sie sind Teil des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands EAZA (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP), das den Erhalt der Art und deren Wiederansiedelung in der Natur zum Ziel hat. Allein das letzte Pärchen hat fünf Jungtiere erfolgreich großgezogen, vier davon wurden im Rahmen des EEPs in Spanien und Frankreich ausgewildert. In die Bartgeiervoliere kehren zudem die Schwarzstörche und Felsentauben zurück. Auch die Schneeeulen dürfen wieder zurück in ihre Voliere.
Weiterhin in ihren Winterquartieren bleiben vorerst Flamingos, Pelikane und Harpyien wegen der anhaltend kalten Witterung. Die aufgrund der Vogelgrippe vorübergehend eingestellte Winterfütterung von heimischen Wildvögeln kann nun ebenfalls wieder stattfinden. Als Teil eines europäischen FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ist der Tiergarten für sie ein wichtiger Lebensraum.
Schutzmaßnahmen erfolgreich
Ziel aller Maßnahmen war es, den Vogelbestand des Tiergartens bestmöglich zu schützen und den Kontakt zwischen Zoo- und Wildvögeln zu minimieren. Dieses Ziel wurde erreicht: Im Tiergarten gab es keinen Fall von Vogelgrippe. Die konkreten Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit den Veterinärämtern des Landkreises Nürnberger Land und der Stadt Nürnberg.
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Nach witterungsbedingt Schließung zu Wochenbeginn
Tiergarten öffnet am morgigen Mittwoch
Nachdem der Tiergarten der Stadt Nürnberg am Montag und Dienstag, 26. und 27. Januar 2026, witterungsbedingt geschlossen bleiben musste, kann er am morgigen Mittwoch, 28. Januar, wieder regulär von 9 bis 16.30 Uhr öffnen.
Um die Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten, haben Mitarbeitende des Tiergartens heute die Wege geräumt und gestreut sowie herabgefallene und beschädigte Äste entfernt. Der nasse, schwere Schnee, der auf den Bäumen lastete und das Risiko von Schneebruch deutlich erhöht hatte, ist weitgehend abgetaut.
Sollten sich die Witterungsverhältnisse über Nacht deutlich verschlechtern und eine Öffnung doch nicht möglich sein, wird nochmals separat informiert.
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Raubtierhaus bleibt geschlossen
Löwen-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Asiatischen Löwen (Panthera leo persica). Löwin Aarany hat am vergangenen Freitag, 26. Dezember 2025, sechs Jungtiere zur Welt gebracht, wie der Tiergarten mitteilt.
Eines der Jungtiere ist kurz nach der Geburt gestorben. Um die anderen fünf kümmert sich Aarany sehr intensiv und fürsorglich, sie hat sie von Beginn an gesäugt. Für Besucherinnen und Besucher werden die Löwenjungtiere frühestens in mehreren Wochen zu sehen sein. Da Löwen, wie die meisten Raubtiere, in der frühen Aufzuchtphase sehr störanfällig sind, bleibt das Raubtierhaus bis auf Weiteres geschlossen.
Auch die Tierpflegerinnen und Tierpfleger werden sich Aarany und ihrem Nachwuchs in nächster Zeit nicht nähern. „Aarany soll ihre Jungen möglichst ungestört großziehen. Kontakt mit den Pflegerinnen und Pflegern könnte sie irritieren. Wir behalten sie aber über eine Kamera im Blick“, sagt Zootierarzt und Kurator Dr. Hermann Will.
Löwenkater Kiron ist bei ihr. „Bereits während der letzten Aufzucht vor zwei Jahren haben wir festgestellt, dass Aarany in Kirons Anwesenheit ruhiger und entspannter ist, und uns deshalb bewusst entschieden, die beiden zusammenzulassen“, so Dr. Hermann Will. Kiron war bei der Geburt dabei und liegt auch jetzt viel bei seiner Familie.
Löwin Aarany wurde am 4. Mai 2016 im Zoo Aalborg in Dänemark geboren und kam 2018 in den Tiergarten. Kater Kiron kam am 14. April 2018 im Zoo Frankfurt zur Welt und zog 2022 nach Nürnberg. Die beiden hatten 2023 bereits zwei Jungtiere erfolgreich großgezogen – Indica und Jadoo. Die beiden leben inzwischen in anderen Zoos. Indica zog im Mai dieses Jahres in den polnischen Zoo Łódź, Jadoo wechselte im Oktober in den Zoo Zürich.
Stark gefährdete Art
Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) stuft Asiatische Löwen als „stark gefährdet“ ein. Derzeit gibt es nur eine einzige Population im Gir-Nationalpark in Indien und den angrenzenden Gebieten, in der nach Schätzungen von 2017 etwa 630 Tiere leben. Der Bestand ist relativ stabil, kann aber weder wachsen noch sein Areal vergrößern, da die Kapazitätsgrenze des Nationalparks erreicht ist. Aufgrund des sehr begrenzten Verbreitungsgebiets können unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheiten oder Waldbrände die gesamte Population bedrohen. Reservepopulationen in Zoos spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle.
Die Zucht und Haltung von momentan rund 130 Asiatischen Löwen in insgesamt 41 Zoos des Europäischen Zooverbands EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) wird auf wissenschaftlicher Basis in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP) koordiniert. Ziel ist es, eine möglichst große genetische Vielfalt innerhalb der Population zu erhalten.
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Weibchen stammen aus dem Zoo Krefeld
Drei weibliche Waldrentiere im Tiergarten eingezogen
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind vor Kurzem drei weibliche Europäische Waldrentiere eingezogen. Gemeinsam mit einem Männchen, das bereits seit Anfang 2024 am Schmausenbuck lebt, bilden sie nun eine Gruppe, die das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP (EAZA Ex-situ Programme) unterstützen soll, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Die drei Weibchen, bei Rentieren auch Kühe genannt, stammen aus dem Zoo Krefeld und haben sich schnell eingelebt. Zunächst hielten sie sich getrennt vom Männchen im Vorgehege auf, um die neue Umgebung kennenzulernen. „Nachdem wir die vier zusammengeführt haben, herrschte sofort Harmonie. Unser Männchen ist sehr umgänglich und zeigt bereits Interesse an einer Kuh“, berichtet Tierpfleger und stellvertretender Revierleiter Daniel Zieger. „Inzwischen kennen sich die Weibchen bestens im Gehege aus und reagieren gut auf unser Handling.“
Die neuen Bewohnerinnen sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. Die beiden älteren sind erfahrene Mütter und haben bereits erfolgreich Jungtiere großgezogen. „Wir hoffen, dass die Weibchen auch im Tiergarten für Nachwuchs sorgen. Denn die Unterart ist durch den Straßenverkehr und Großraubtiere wie Braunbären und Wölfe bedroht“, erklärt Biologin und Kuratorin Diana Koch.
Bestand durch Auswilderungen gestärkt
Waldrentiere waren ursprünglich in Russland, Finnland und Schweden verbreitet, wurden jedoch im 19. Jahrhundert in Skandinavien durch nicht nachhaltige Bejagung ausgerottet. Dank eines LIFE-Projekts der Europäischen Union konnte der Bestand in Finnland zwischen 2016 und 2023 durch Auswilderungen – auch von Zootieren – wieder auf rund 5.000 Tiere anwachsen.
Waldrentiere sind hervorragend an ihre Lebensräume angepasst: Breite Hufe verhindern das Einsinken in Moor und Schnee, die behaarte Nase schützt vor Kälte. Von den Rentieren der offenen Tundra unterscheiden sich Waldrentiere durch ihr weniger ausladendes Geweih. So können sie sich leichter durch Wälder und dichtes Gebüsch bewegen. Im Tiergarten Nürnberg leben die Waldrentiere unterhalb des Klimawaldpfads und stehen stellvertretend für viele Arten, die durch den Klimawandel bedroht sind.
Der Klimawaldpfad führt Besucherinnen und Besucher steigungsfrei durch alle Stockwerke des Waldes – vom Boden bis zur Krone. Erlebnis- und Spielstationen laden zum Ausprobieren ein, Ruheplätze zum Verweilen. Ein Höhepunkt ist das „Grüne Klassenzimmer“ – ein ganz besonderer Lernort auf rund 20 Metern Höhe. Ermöglicht wurde der Klimawaldpfad durch eine Förderung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg in Höhe von 4,1 Millionen Euro