Vogelgrippe-Schutzmaßnahmen aufgehoben
Mehr Vögel im Tiergarten zu sehen
Angesichts der rasanten Ausbreitung der Vogelgrippe hatte der Tiergarten der Stadt Nürnberg im November letzten Jahres umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und sämtliche Vogelarten in Ställen oder abgedeckten Volieren untergebracht. In enger Abstimmung mit dem Veterinäramt der Stadt Nürnberg werden diese Maßnahmen nun schrittweise aufgehoben – viele Vögel sind bereits in ihre Anlagen zurückgekehrt.
Seit Anfang dieser Woche sind unter anderem die Humboldtpinguine, Andenkondore, Emus sowie Haus- und Perlhühner wieder für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Bei den Pinguinen finden wieder die täglichen Fütterungen um 15 Uhr statt. Das Programm „Besuch beim Lieblingstier“ ist für die Pinguine ebenfalls wieder buchbar. Sofern es die Witterung zulässt, dürfen auch die Kraniche wieder in ihre Gehege. Auch die Hyazinth-Aras können ab sofort wieder ihre Außenvoliere nutzen. Junges Bartgeierpaar in begehbarer Voliere Zum Wochenende werden die begehbaren Volieren der Waldrappe und Bartgeier wieder geöffnet. In Letztere wird ein neues Bartgeier-Pärchen einziehen. Nach dem Tod des Weibchens im September vergangenen Jahres und vor dem Hintergrund der Vogelgrippe ist das 46 Jahre alte Männchen auf die Außenstelle des Tiergartens Gut Mittelbüg gezogen und hat dort eine neue Partnerin bekommen. In der Bartgeiervoliere war somit wieder Platz für ein neues Zuchtpaar. Die beiden Vögel kommen aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee in Österreich. Das Männchen kam bereits wenige Tage nach dem Schlupf in den Tiergarten und wurde vom Nürnberger Bartgeierpaar adoptiert und aufgezogen. Der Tiergarten hofft, mit dem jungen Paar an die erfolgreiche Haltung und Zucht der Bartgeier anzuknüpfen.
Der Tiergarten Nürnberg hält – mit nur kurzen Unterbrechungen – seit 1965 Bartgeier. Sie sind Teil des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands EAZA (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP), das den Erhalt der Art und deren Wiederansiedelung in der Natur zum Ziel hat. Allein das letzte Pärchen hat fünf Jungtiere erfolgreich großgezogen, vier davon wurden im Rahmen des EEPs in Spanien und Frankreich ausgewildert. In die Bartgeiervoliere kehren zudem die Schwarzstörche und Felsentauben zurück. Auch die Schneeeulen dürfen wieder zurück in ihre Voliere.
Weiterhin in ihren Winterquartieren bleiben vorerst Flamingos, Pelikane und Harpyien wegen der anhaltend kalten Witterung. Die aufgrund der Vogelgrippe vorübergehend eingestellte Winterfütterung von heimischen Wildvögeln kann nun ebenfalls wieder stattfinden. Als Teil eines europäischen FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ist der Tiergarten für sie ein wichtiger Lebensraum.
Schutzmaßnahmen erfolgreich
Ziel aller Maßnahmen war es, den Vogelbestand des Tiergartens bestmöglich zu schützen und den Kontakt zwischen Zoo- und Wildvögeln zu minimieren. Dieses Ziel wurde erreicht: Im Tiergarten gab es keinen Fall von Vogelgrippe. Die konkreten Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit den Veterinärämtern des Landkreises Nürnberger Land und der Stadt Nürnberg.
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Nach witterungsbedingt Schließung zu Wochenbeginn
Tiergarten öffnet am morgigen Mittwoch
Nachdem der Tiergarten der Stadt Nürnberg am Montag und Dienstag, 26. und 27. Januar 2026, witterungsbedingt geschlossen bleiben musste, kann er am morgigen Mittwoch, 28. Januar, wieder regulär von 9 bis 16.30 Uhr öffnen.
Um die Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten, haben Mitarbeitende des Tiergartens heute die Wege geräumt und gestreut sowie herabgefallene und beschädigte Äste entfernt. Der nasse, schwere Schnee, der auf den Bäumen lastete und das Risiko von Schneebruch deutlich erhöht hatte, ist weitgehend abgetaut.
Sollten sich die Witterungsverhältnisse über Nacht deutlich verschlechtern und eine Öffnung doch nicht möglich sein, wird nochmals separat informiert.
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Raubtierhaus bleibt geschlossen
Löwen-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Asiatischen Löwen (Panthera leo persica). Löwin Aarany hat am vergangenen Freitag, 26. Dezember 2025, sechs Jungtiere zur Welt gebracht, wie der Tiergarten mitteilt.
Eines der Jungtiere ist kurz nach der Geburt gestorben. Um die anderen fünf kümmert sich Aarany sehr intensiv und fürsorglich, sie hat sie von Beginn an gesäugt. Für Besucherinnen und Besucher werden die Löwenjungtiere frühestens in mehreren Wochen zu sehen sein. Da Löwen, wie die meisten Raubtiere, in der frühen Aufzuchtphase sehr störanfällig sind, bleibt das Raubtierhaus bis auf Weiteres geschlossen.
Auch die Tierpflegerinnen und Tierpfleger werden sich Aarany und ihrem Nachwuchs in nächster Zeit nicht nähern. „Aarany soll ihre Jungen möglichst ungestört großziehen. Kontakt mit den Pflegerinnen und Pflegern könnte sie irritieren. Wir behalten sie aber über eine Kamera im Blick“, sagt Zootierarzt und Kurator Dr. Hermann Will.
Löwenkater Kiron ist bei ihr. „Bereits während der letzten Aufzucht vor zwei Jahren haben wir festgestellt, dass Aarany in Kirons Anwesenheit ruhiger und entspannter ist, und uns deshalb bewusst entschieden, die beiden zusammenzulassen“, so Dr. Hermann Will. Kiron war bei der Geburt dabei und liegt auch jetzt viel bei seiner Familie.
Löwin Aarany wurde am 4. Mai 2016 im Zoo Aalborg in Dänemark geboren und kam 2018 in den Tiergarten. Kater Kiron kam am 14. April 2018 im Zoo Frankfurt zur Welt und zog 2022 nach Nürnberg. Die beiden hatten 2023 bereits zwei Jungtiere erfolgreich großgezogen – Indica und Jadoo. Die beiden leben inzwischen in anderen Zoos. Indica zog im Mai dieses Jahres in den polnischen Zoo Łódź, Jadoo wechselte im Oktober in den Zoo Zürich.
Stark gefährdete Art
Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) stuft Asiatische Löwen als „stark gefährdet“ ein. Derzeit gibt es nur eine einzige Population im Gir-Nationalpark in Indien und den angrenzenden Gebieten, in der nach Schätzungen von 2017 etwa 630 Tiere leben. Der Bestand ist relativ stabil, kann aber weder wachsen noch sein Areal vergrößern, da die Kapazitätsgrenze des Nationalparks erreicht ist. Aufgrund des sehr begrenzten Verbreitungsgebiets können unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheiten oder Waldbrände die gesamte Population bedrohen. Reservepopulationen in Zoos spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle.
Die Zucht und Haltung von momentan rund 130 Asiatischen Löwen in insgesamt 41 Zoos des Europäischen Zooverbands EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) wird auf wissenschaftlicher Basis in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EAZA Ex-situ Programme, kurz EEP) koordiniert. Ziel ist es, eine möglichst große genetische Vielfalt innerhalb der Population zu erhalten.
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Weibchen stammen aus dem Zoo Krefeld
Drei weibliche Waldrentiere im Tiergarten eingezogen
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind vor Kurzem drei weibliche Europäische Waldrentiere eingezogen. Gemeinsam mit einem Männchen, das bereits seit Anfang 2024 am Schmausenbuck lebt, bilden sie nun eine Gruppe, die das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP (EAZA Ex-situ Programme) unterstützen soll, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Die drei Weibchen, bei Rentieren auch Kühe genannt, stammen aus dem Zoo Krefeld und haben sich schnell eingelebt. Zunächst hielten sie sich getrennt vom Männchen im Vorgehege auf, um die neue Umgebung kennenzulernen. „Nachdem wir die vier zusammengeführt haben, herrschte sofort Harmonie. Unser Männchen ist sehr umgänglich und zeigt bereits Interesse an einer Kuh“, berichtet Tierpfleger und stellvertretender Revierleiter Daniel Zieger. „Inzwischen kennen sich die Weibchen bestens im Gehege aus und reagieren gut auf unser Handling.“
Die neuen Bewohnerinnen sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. Die beiden älteren sind erfahrene Mütter und haben bereits erfolgreich Jungtiere großgezogen. „Wir hoffen, dass die Weibchen auch im Tiergarten für Nachwuchs sorgen. Denn die Unterart ist durch den Straßenverkehr und Großraubtiere wie Braunbären und Wölfe bedroht“, erklärt Biologin und Kuratorin Diana Koch.
Bestand durch Auswilderungen gestärkt
Waldrentiere waren ursprünglich in Russland, Finnland und Schweden verbreitet, wurden jedoch im 19. Jahrhundert in Skandinavien durch nicht nachhaltige Bejagung ausgerottet. Dank eines LIFE-Projekts der Europäischen Union konnte der Bestand in Finnland zwischen 2016 und 2023 durch Auswilderungen – auch von Zootieren – wieder auf rund 5.000 Tiere anwachsen.
Waldrentiere sind hervorragend an ihre Lebensräume angepasst: Breite Hufe verhindern das Einsinken in Moor und Schnee, die behaarte Nase schützt vor Kälte. Von den Rentieren der offenen Tundra unterscheiden sich Waldrentiere durch ihr weniger ausladendes Geweih. So können sie sich leichter durch Wälder und dichtes Gebüsch bewegen. Im Tiergarten Nürnberg leben die Waldrentiere unterhalb des Klimawaldpfads und stehen stellvertretend für viele Arten, die durch den Klimawandel bedroht sind.
Der Klimawaldpfad führt Besucherinnen und Besucher steigungsfrei durch alle Stockwerke des Waldes – vom Boden bis zur Krone. Erlebnis- und Spielstationen laden zum Ausprobieren ein, Ruheplätze zum Verweilen. Ein Höhepunkt ist das „Grüne Klassenzimmer“ – ein ganz besonderer Lernort auf rund 20 Metern Höhe. Ermöglicht wurde der Klimawaldpfad durch eine Förderung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg in Höhe von 4,1 Millionen Euro
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Nürnberg
Pro Baby ein Baum: Zukunftsbäume bereichern den heimischen Baumbestand
Mehr als 30 Familien haben vergangene Woche Dutzende Bäume auf einer Fläche an der Kleingartenanlage „Beim Königshof“ in Nürnberg gepflanzt, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt. Jeder Baum steht für ein Kind, das im Jahr 2024 in Nürnberg geboren wurde: Die Aktion ist Teil der Initiative „Pro Baby ein Baum“, die von Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König ins Leben gerufen wurde.
Der Oberbürgermeister hat gemeinsam mit Bürgermeister Christian Vogel, Fachleuten des Tiergartens der Stadt Nürnberg sowie des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) die Familien bei der Pflanzung tatkräftig unterstützt. „Diese Aktion bereitet mir jedes Jahr wieder sehr große Freude“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. „Schon zum fünften Mal in Folge pflanzen wir nun mehrere Tausend Geburtenbäume – für die zukünftigen Generationen, die unser Nürnberg auch in einigen Jahrzehnten noch als lebens- und liebenswerten Ort erfahren sollen.“
Insgesamt wurden bei „Pro Baby ein Baum“ bereits 20.326 Setzlinge gepflanzt. Hinzu kommen nun 4.739 Setzlinge für die im Jahr 2024 in Nürnberg geborenen Kinder. Der Tiergarten wählt dafür als Forstbetrieb der Stadt in enger Abstimmung mit dem AELF in Frage kommende Flächen sowie geeignete Baumarten aus und koordiniert die Pflanzung. „Unsere Fachleute vom Tiergarten und die Partner des AELF führen den strategischen und zukunftsgerichteten Waldumbau mit den Geburtenbäumen fort“, sagt Bürgermeister Christian Vogel.
So haben die Familien in diesem Jahr Winterlinden und Edelkastanien gepflanzt – Baumarten, die mit Hitze und Trockenheit gut zurechtkommen. Zusätzlich pflanzen die Fachleute noch Orientbuchen, Hainbuchen und Atlaszedern. „Um unsere Wälder für den Klimawandel zu wappnen, müssen wir jetzt Bäume pflanzen, die sowohl heute Spätfröste ertragen als auch in 100 oder 200 Jahren noch trockenere und heißere Sommer aushalten. Unsere forstlichen Maßnahmen sollen mehrere Ziele erfüllen: Die Erholungsfunktion des Walds bewahren, das Ökosystem mit seinen Kreisläufen intakt halten sowie die nachhaltige Holzproduktion sicherstellen. Und das alles in der Dynamik des Klimawandels. Diese Verantwortung für Generationen können wir nur mit engagierten und verlässlichen Partnern übernehmen“, sagt der biologische Leiter und stellvertretende Direktor des Tiergartens, Jörg Beckmann.
Auf der gut 5.000 Quadratmeter großen Fläche an der Kleingartenanlage „Beim Königshof“ werden insgesamt 1.000 Geburtenbäume gepflanzt, weitere 3.739 Bäume werden auf Flächen in Katzwang und in Erlenstegen in die bestehende Vegetation integriert.
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Hoffnung auf Nachwuchs bei der gefährdeten Tierart
Wieder Schneeleopard im Tiergarten zu sehen
Nach gut einem Jahr Pause können Besucherinnen und Besucher im Tiergarten der Stadt Nürnberg wieder einen Schneeleoparden sehen. Kater Pamir kam am Donnerstag, 20. November 2025, auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP (EAZA Ex-situ Programme) aus dem Zoo Warschau nach Nürnberg, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
Nach einer Eingewöhnungsphase im Stall erkundet er seit Freitag, 5. Dezember, auch die Außenanlage. Im kommenden Jahr soll ein Weibchen dazukommen – mit der Hoffnung auf Nachwuchs bei dieser gefährdeten Art.
Pamir wurde am 2. Juni 2024 im Zoo Warschau geboren. Dort bereitete man ihn sorgfältig auf den Transport vor: Über mehrere Wochen gewöhnte das Pflegerteam ihn an die Transportkiste, sodass keine Narkose nötig war und der Umzug stressfrei verlief. „Der Transport lief planmäßig und Pamir kam wohlbehalten in Nürnberg an. Nach Abschluss der routinemäßigen Eingangsuntersuchungen konnten wir ihn nun erstmals auf die Außenanlage lassen“, berichtet Revierleiter René Kaiser. „Anfangs war er noch etwas nervös – schließlich war alles neu für ihn. Inzwischen hat er sich gut eingelebt und erkundet neugierig seine Umgebung.“
Mehr als ein Jahr waren im Tiergarten keine Schneeleoparden zu sehen. Der letzte Kater musste im August 2024 im hohen Alter von 19 Jahren eingeschläfert werden. In der Zwischenzeit modernisierte die technische Abteilung die Anlage: Sie erneuerte das Schiebersystem im Stall und ersetzte morsche Balken. Außerdem wurden Sträucher zurückgeschnitten, sodass die Besucherinnen und Besucher nun wieder einen besseren Einblick haben.
Im kommenden Jahr soll Pamir Gesellschaft von einem Weibchen bekommen. „Die Schneeleoparden im Tiergarten haben bereits mehrfach erfolgreich Jungtiere großgezogen. Mit Pamir und seiner künftigen Partnerin möchten wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Art leisten“, erklärt der zuständige Kurator und Tierarzt Dr. Hermann Will. Schneeleoparden sind perfekt an die extremen Bedingungen des zentralasiatischen Hochgebirges angepasst. Sie leben in Höhen von 1.000 bis 5.500 Metern und trotzen Temperaturen von minus 40 bis plus 40 Grad Celsius. Sie zeichnen sich durch ein dichtes, hellgraues Fell mit schwarzen Flecken und einen langen, buschigen Schwanz aus. Doch die Schönheit und Länge ihres Fells weckt auch Begehrlichkeiten: Schneeleoparden sind nach wie vor durch Wilderei und illegalen Pelzhandel bedroht. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art auf der Roten Liste als gefährdet.
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Tiergarten Nürnberg knackt Marke bereits zum 23. Mal
Millionster Tiergartenbesuch 2025
Am gestrigen Mittwoch, dem 12. November, haben Bürgermeister Christian Vogel und Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens, mit Sonja aus Nürnberg die millionste Besucherin des Jahres 2025 begrüßt, wie der Tiergarten Nürnberg mitteilt.
„Es ist mir jedes Mal eine besondere Freude, den millionsten Gast im Tiergarten willkommen zu heißen“, sagte Bürgermeister Christian Vogel. „Dass wir auch in diesem Jahr die Marke wieder erreicht haben, zeigt, dass die Menschen den Tiergarten als Ausflugsziel, Bildungsort und Artenschutzzentrum schätzen.“
Der Bürgermeister überreichte der millionsten Besucherin und ihrem Sohn einen Blumenstrauß und einen Geschenkkorb. Darin befanden sich unter anderem Jahreskarten für den Tiergarten, ein Plüschtier aus der Yaqu Pacha-Kollektion von Teddy-Hermann, ein Bildband über den Tiergarten, Bücher über Bionik, Nürnberger Elisen-Lebkuchen, ein Notizbuch sowie eine Tiergarten-Tragetasche.
Im Anschluss an die Übergabe durfte Sonja mit ihrem Sohn noch Kronenmakis füttern – ein exklusives Erlebnis gleich zu Beginn ihres Tiergartenbesuchs. Mit rund 175.000 Gästen war dem Tiergarten zufolge der Ferienmonat August der besucherstärkste Monat des Jahres. Der bislang meistbesuchte Tag war der 1. Mai, an dem 9.111 Besucherinnen und Besucher in den Tiergarten strömten.
Auch wenn die Gesamtbesucherzahl in diesem Jahr leicht unter der des Vorjahrs liegt, konnte der Tiergarten bereits zum 23. Mal in seiner Geschichte die Millionenmarke überschreiten. Erstmals gelang dies im Jahr 1972 – ein Jahr nach der Eröffnung des Delfinariums. Seit 2014 wurde die Marke jährlich erreicht, mit Ausnahme der pandemiebedingt eingeschränkten Jahre 2020 und 2021.
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10 Jahre Hauptstadtbüro Verband der Zoologischen Gärten
Schutz der Artenvielfalt braucht entschiedene politische Impulse
Seit einem Jahrzehnt vertritt das Hauptstadtbüro des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) die Belange wissenschaftlich geführter Zoos gegenüber Politik und Zivilgesellschaft. Zum Jubiläumsfestakt am Mittwoch in Berlin begrüßte der Verband zahlreiche Gäste.
Unter anderem waren aus der Politik Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMUKN) und Schirmherr der Veranstaltung, sowie Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), zu Gast. Beide hoben die bedeutende Rolle der Zoos für den Erhalt der biologischen Vielfalt hervor. „Zoologische Gärten haben längst ihren Platz in unserer nationalen und internationalen Biodiversitätsstrategie“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Carsten Träger. „Sie schaffen Wissen, emotionale Bindung und leisten konkrete Hilfe – von der Nachzucht bedrohter Tierarten bis zur Wiederansiedlung in ihren natürlichen Lebensräumen.“
Die Mitgliedszoos des VdZ pflegen derzeit über 170.000 Wirbeltiere. Im Durchschnitt hält jeder VdZ-Zoo über 160 Arten. Jährlich investieren sie mehr als 11 Millionen Euro in über 150 nationale und internationale Artenschutzprojekte.
Konkrete Erfolge
„Noch immer fehlt es an einer konkreten Integration der vielfältigen Artenschutzaktivitäten der VdZ-Zoos in die Nationale Biodiversitätsstrategie, obwohl die gesellschaftliche Bedeutung von Erhaltungszucht, Artenkenntnis und Bildungsarbeit unbestritten ist“, sagt Dr. Dag Encke, Präsident des Verbands der Zoologischen Gärten und Direktor des Tiergartens Nürnberg.
2022 etwa konnten mehr als 550 Wirbeltiere aus VdZ-Projekten in ihre Lebensräume entlassen werden – von der Europäischen Sumpfschildkröte über den Luchs bis zum Waldrapp. In den vergangenen fünf Jahren waren es weit mehr als 1.000 Tiere. Damit tragen die Zoos auch zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030 bei. Diese konkreten Erfolge sind keine Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck hoch spezialisierter Arbeit „Unsere Tierpfleger, Forscher und Tierärzte verfügen über Expertise und Erfahrungen in Haltung, Zucht und Auswilderung und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass gefährdete Tiere langfristig in ihren natürlichen Lebensräumen überleben können“, berichtet Dag Encke.
Lokale Bedeutung
In Anbetracht dieser Leistungen wirbt der Verband für eine stärkere öffentliche Förderung „Der Großteil der Arbeit wird bisher aus eigenen Mitteln finanziert. Angesichts des dramatischen Verlustes der Artenvielfalt brauchen wir deutlich mehr Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen, um Artenschutz wirkungsvoll umzusetzen“, erklärte VdZ-Geschäftsführer Volker Homes.
Neben ihrem internationalen Engagement sind Zoos in Deutschland unverzichtbare Bildungs- und Begegnungsorte. Jährlich sensibilisieren sie Millionen Besucherinnen und Besucher für Natur- und Artenschutz, regen gesellschaftliche Diskussionen an und leisten so einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog über den Schutz der biologischen Vielfalt.
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Stark gefährdete Nagetierart
Tiergarten wildert Ziesel in Tschechien aus
Neue Heimat für zehn Europäische Ziesel (Spermophilus citellus) aus dem Tiergarten der Stadt Nürnberg: Sie wurden Ende Juli gemeinsam mit vielen weiteren Zieseln aus europäischen Zoos in Tschechien ausgewildert.
Ursprünglich war die Nagetierart in weiten Teilen Europas verbreitet – auch in Deutschland. Inzwischen kommen Ziesel nur noch in kleinen Gebieten Mittel- und Osteuropas vor. Die Weltnaturschutzunion stuft die Art als „stark gefährdet“ ein, in Deutschland gilt sie als „ausgestorben“. Die zehn Ziesel aus Nürnberg, sechs Männchen und vier Weibchen, sind im Tiergarten geboren und aufgewachsen. Kurze Zeit vor der Auswilderung kamen sie in ein Zwischenquartier im Tiergarten. Emily Huck und Vera Meidenbauer, die derzeit ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in Nürnberg absolvieren, brachten die Tiere dann in einer Transportbox nach Tschechien – zusammen mit acht weiteren Zieseln aus dem Opel-Zoo Kronberg im Taunus. Am Auswilderungsgebiet angekommen, setzten sie die Ziesel in vorbereitete Höhlen, die unter anderem mit Sonnenblumenkernen, Maiskörnern und Apfelstücken gefüllt waren. „Die Höhlen haben wir anschließend mit einer PET-Flasche so verschlossen, dass Tiere noch Licht und Luft bekommen, sich aber erstmal herausgraben müssen. Denn wenn die Ziesel den ersten Gang eigenständig graben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie ortstreu bleiben und eine stärkere Bindung zum Auswilderungsort entwickeln“, erklärt Emily Huck. Diese Methode hat sich in der Vergangenheit bewährt.
Nachdem die angehenden Tierpflegerinnen die Nürnberger und Kronberger Ziesel ausgewildert hatten, unterstützten sie bei einer weiteren Auswilderung in einem angrenzenden Gebiet. „Dabei haben wir eine andere Methode kennengelernt und gemeinsam mit den Projektverantwortlichen sogenannte Auswilderungsgehege angelegt. In diesen eingezäunten Gehegen finden die Ziesel Unterschlupfmöglichkeiten und Futter, müssen sich aber – ebenso wie bei der ersten Vorgehensweise – zunächst herausgraben. Es war sehr interessant, beide Methoden kennenzulernen“, sagt Vera Meidenbauer.
Projekt mit vielen Partnern
Insgesamt wurden im Juli 115 Ziesel in Tschechien ausgewildert. Sie stammen aus neun verschiedenen Zoos und Zuchtstationen in Tschechien, Schweden, der Schweiz und Deutschland, darunter dem Tiergarten Nürnberg und dem Opel-Zoo Kronberg im Taunus. 60 Tiere, darunter die Nachzuchten aus dem Tiergarten, wurden etwa 80 Kilometer nordwestlich von Prag in ein Landschaftsschutzgebiet nahe des Bergs Milá gebracht. Sie sollen sich hier mit bestehenden Kolonien vernetzen und so zum Aufbau einer überlebensfähigen Population beitragen. In diesem Gebiet leben bereits an zwei Standorten Europäische Ziesel, während an einem dritten eine neue Population entstehen soll. Zu deren Aufbau und Stabilisierung werden hier wiederholt Ziesel ausgewildert – so lange, bis sich die Populationen wieder selbst erhalten können.
„Damit sich die Tiere bestmöglich an den Lebensraum und mögliche klimatische Änderungen anpassen können, braucht es eine hohe genetische Vielfalt. Je mehr Ziesel aus unterschiedlichen Einrichtungen ausgewildert werden, desto anpassungsfähiger, robuster und stabiler die Population“, erklärt Biologin und Kuratorin Diana Koch. Für Vera Meidenbauer und Emily Huck war die Auswilderung auch aus einem anderen Grund etwas ganz besonders: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir als Auszubildende eine solche Aktion eigenständig übernehmen dürfen. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass die Tiere wohlbehalten am Auswilderungsort ankommen“, sagt Emily. Vera ergänzt: „Auswilderungen sind nicht alltäglich und ein Höhepunkt unserer Arbeit. Umso schöner ist es, dass wir diese Erfahrung schon während unserer Ausbildung machen durften und auf diese Weise viel dazu lernen konnten. Es ist zudem ein Zeichen von Wertschätzung und Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.“
Seit vielen Jahren an Ziesel-Auswilderung beteiligt
Die Auswilderungsaktion, die nun schon das siebte Jahr in Folge stattfand, wurde vom Museum Karlovy Vary und der Agentura ochrany pøírody a krajiny ÈR (Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik) initiiert. Sie ist Teil eines nationalen Aktionsplans für die vom Aussterben bedrohte Tierart in Tschechien, zu dem auch Bemühungen zum Erhalt geeigneter Lebensräume gehören. Trockene, niedrige Steppengraslandschaften sind ideal für Europäische Ziesel, die lange Zeit als landwirtschaftliche Schädlinge galten. Die zunehmende Zerstörung von Feldrändern und Weiden, die Zusammenlegung kleiner Felder zu großen Monokulturen und ein dramatischer Verlust an Flächen mit kurzem Gras führten jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Einbruch der Ziesel-Bestände.
Seit 2014 hat der Tiergarten insgesamt rund 140 Ziesel ausgewildert. Projekte wie diese müssen langfristig angelegt werden – besonders bei Arten wie den Zieseln, die in der Nahrungskette weiter unten stehen, und die von Natur aus regelmäßig gefressen werden. Auswilderungen haben auch das Ziel, genau diese natürlichen Prozesse wiederherzustellen.
Unter Umständen ist zukünftig auch eine Einwanderung von Zieseln nach Deutschland möglich. Dort kam die Tierart noch bis in die 1980er Jahre im Erzgebirge vor. Ziesel sind kleine, etwa 200 bis 400 Gramm schwere Nagetiere. Im Tiergarten Nürnberg sind sie unter anderem im Mediterraneum zu sehen. Daneben gibt es weitere Kolonien rund um den Kinderzoo und die Nashornanlage. Durch diese verschiedenen Kolonien kann der Tiergarten mehr Nachzuchten für die Wiederansiedelung zur Verfügung stellen.
In mehreren Auswilderungsprojekten engagiert
Neben den Zieseln beteiligt sich der Tiergarten auch mit anderen Arten regelmäßig an Auswilderungsaktionen. In den letzten Jahren hat er beispielsweise Alpensteinböcke in Österreich, Waldrappe in Spanien, Bartgeier in Berchtesgaden und Südfrankreich oder Luchse in Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg ausgewildert.
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Reptil des Jahres 2024
Tiergarten nimmt Kreuzottern in seinen Bestand auf
Sie ist die einzige in Bayern heimische Giftschlange, gilt in Deutschland als stark gefährdet und ist an ihrem markanten Zickzackmuster gut zu erkennen: die Kreuzotter (Vipera berus). Seit kurzem ist die Schlangenart auch im Tiergarten der Stadt Nürnberg zu sehen, wie der Tiergarten mitteilt.
Die beiden Weibchen sind in eine neu errichtete Anlage am Klimawaldpfad eingezogen. Die Kreuzotter hat das weltweit größte Verbreitungsgebiet aller Schlangenarten. Global gesehen ist sie nicht bedroht, regional gilt sie aber als stark gefährdet, vom Aussterben bedroht oder sogar bereits als ausgestorben. Da sie als einzige Schlangenart auch jenseits des Polarkreises anzutreffen ist und als kälteliebend gilt, zählt sie zu den Verliererinnen des Klimawandels.
Durch Klimawandel bedroht
„Amphibien und Reptilien sind vom Klimawandel besonders stark betroffen. Neben den höheren Temperaturen machen ihnen vor allem Extremwetterereignisse wie lange Dürrperioden oder Überflutungen sowie der sinkende Grundwasserspiegel zu schaffen“, erklärt Biologin und Kuratorin Diana Koch. „Genau darauf möchten wir mit unserem neuen Tierbestand auf und neben dem Klimawaldpfad aufmerksam machen. Derzeit entsteht ein weiteres Biotop unterhalb des Pfads, in das Feuersalamander, Gelbbauchunken und Bergeidechsen einziehen sollen.“
Für die beiden Kreuzottern baute der Tiergarten ein neues Gehege direkt neben dem Eingang zum Klimawaldpfad. Um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden, hat das Team der Landschaftsgestaltung den natürlichen Lebensraum möglichst gut nachgebildet: Inmitten eines kleinen Teichs befindet sich eine Insel mit Wurzelstöcken, Steinen, kleineren Sträuchern und Moosen. Die Anlage bietet den Tieren zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten und auch Gelegenheit zur Überwinterung. Hierzu wurde ein Betonschacht eingebaut, der mit Dachziegeln gefüllt ist. Dort können sich die Kreuzottern in der kalten Jahreszeit bis zu einen Meter tief zurückziehen.
Reptil des Jahres 2024
Die Kreuzotter ist eine der wenigen Giftschlangenarten Europas. Auch wenn das Gift für Erwachsene meist ungefährlich ist, sollte man Abstand halten und bei einem Biss ärztliche Hilfe suchen. Die Schlangen werden etwa 50 bis 70 Zentimeter lang und 100 bis 200 Gramm schwer. Ihr Rücken ist meist mit einem schwarzen oder dunkelbraunen Zickzackband gezeichnet. Ansonsten kann ihre Färbung stark variieren. Charakteristisch sind auch die senkrecht stehenden Pupillen. Kreuzottern sind lebendgebärend. Sie bringen im Spätsommer voll entwickelte Jungtiere zur Welt.
Die tagaktiven Reptilien besiedeln unterschiedliche Habitate wie strukturreiche Heide- und Moorgebiete, Waldränder und Lichtungen. Zu ihren Beutetieren gehören Eidechsen, Frösche und Kleinsäuger, zu ihren wichtigsten Feinden Wildschweine, Marder und der Mäusebussard.
In Deutschland nimmt der Bestand seit Jahrzehnten deutlich ab. Größere Vorkommen gibt es noch im Norddeutschen Tiefland, in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Teilen Süddeutschlands wie den Alpen, dem Schwarzwald und dem Bayerischen Wald.
Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde hat gemeinsam mit ihren Partnern, zu denen auch der Tiergarten Nürnberg gehört, die Kreuzotter zum Reptil des Jahres 2024 gewählt.