Die im Oktober dynamisch durchgestartete Herbstbelebung flaute erst im Verlauf der letzten zwei Wochen ab. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Arbeitslosigkeit im November lediglich marginal abnahm (-20 Personen), verringerte sie sich heuer wie in florierenden Jahren, wie die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg mitteilt.
Am Monatsende waren demnach 13.568 Personen arbeitslos gemeldet, 179 Personen beziehungsweise 1,3 Prozent weniger als im Monat zuvor. Seit dem letzten Jahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 305 Personen (+2,3 Prozent) zugenommen.
Ende des Monats waren im Agenturbezirk 1.547 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Seit dem letzten Jahr hat ihre Zahl um 349 Personen beziehungsweise 18,4 Prozent abgenommen. Allein die Arbeitslosigkeit der Syrer verringerte sich um 38,1 Prozent beziehungsweise 281 Arbeitslose auf 457.
Die Arbeitslosenquote liegt wie im Oktober weiterhin bei 3,9 Prozent. Ihr Vorjahreswert betrug 3,8 Prozent. Die Chancen, einen neuen Job zu finden, sind mindestens so gut wie vor einem Jahr. Dafür spricht, dass im November 1.074 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden konnten, 1,1 Prozent beziehungsweise 12 Personen mehr als in 2024. In den letzten vier Wochen wurden 1.439 Menschen freigesetzt, 9,3 Prozent (+122) mehr als im Vorjahr.
Arbeitsmarktentwicklung
„Im Gegensatz zu früheren Jahren meldeten sich im November aus den saisonüblichen Berufen nur vereinzelt erste Personen zur Überbrückung des Winters vorsorglich arbeitslos, aber noch ohne festen Kündigungstermin. Sie kamen überwiegend aus dem Baugewerbe. Aufgrund der günstigen Witterung in der ersten Monatshälfte konnten Aufträge weiterhin abgearbeitet werden“, so Stefan Trebes, Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. „Die langsam zu Ende gehende Herbstbelebung brachte einen weiteren leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit, fast wie in guten Zeiten. Die andauernden Folgen von Insolvenzen und Massenentlassungen geben noch keine Zeichen auf Entspannung. Die Menschen nutzen die Zeit in den Transfergesellschaften aktiv und nehmen ihre Zukunft in die Hand. Viele finden relativ zügig wieder eine neue Beschäftigung oder vernetzen sich mit Partnern und machen sich selbständig. Handwerker und Fachkräfte haben weiterhin gute Chancen. Bei gut qualifizierten Akademikern zeichnen sich hingegen oft längere Einstellprozesse ab.“ Die Situation wirke seit Ostern unverändert. Es seien zwar keine weiteren Einbrüche in Sicht, aber auch keine großen Besserungen. Die Baubranche halte ihr Personal, in der Versicherungsbranche zeichne sich ein leichter Aufwärtstrend ab. Die Zeitarbeitsbranche, die normalerweise über den Jahreswechsel mit dem Weihnachtsgeschäft mehr Bedarf meldet, zeige sich verhalten. Auch der Einzelhandel halte sich in diesem Jahr spürbar zurück. „Bis zum Jahreswechsel rechne ich kaum mit Veränderungen. Wir werden im Dezember einen ersten leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit haben“, so Trebes.
Kurzarbeit – Entlassen oder Kurzarbeit?
Im Juli 2025 (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 136 Betriebe für 2.306 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Lediglich 0,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurzarbeit. Seit dem Letzten Jahr hat die Zahl der Firmen um 17 und die der Kurzarbeiter um 398 zugenommen. Stefan Trebes dazu: „Derzeit nehmen die Anfragen für konjunkturelle Kurzarbeit wieder zu, jedoch bleibt die Lage weiterhin stabil. Entlassungen oder Kurzarbeit? Zunehmend ist für viele entscheidend, ob der Betrieb eine konkrete Zukunftsoption in absehbarer Zeit für sich sieht. Rein auf den Optimismus, dass sich alles irgendwie zum Guten wendet, setzt kaum noch einer.“
Geringere Arbeitslosigkeit als vor einem Jahr in bereits drei Landkreisen
Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst folgende Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels.
Auch zu Beginn der kalten Jahreszeit setzte sich der Herbstaufschwung nahezu im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg fort. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erreichte jedoch nicht mehr die Oktoberwerte und flaute spürbar ab. Wie jeden Monat reagieren die einzelnen lokalen Arbeitsmärkte unterschiedlich. Spitzenreiter war die Stadt Bamberg (-4,4 Prozent), gefolgt von den Landkreisen Bamberg (-2,7 Prozent), Lichtenfels (-2,5 Prozent), Forchheim (-1,5 Prozent) und Kronach (-0,3 Prozent). Lediglich der Landkreis Coburg (+2,6 Prozent) und die Stadt Coburg (+0,2 Prozent) verzeichneten einen ersten leichten Anstieg.
In den Landkreisen Bamberg (-4,0 Prozent), Lichtenfels (-0,4 Prozent) und Forchheim (-0,1 Prozent) liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Vorjahreswert. Die kreisfreien Städte Coburg (+6,8 Prozent) und Bamberg (+6,4 Prozent) verbuchen den größten Anstieg der Arbeitslosigkeit, gefolgt von den Landkreisen Kronach (+5,7 Prozent) und Coburg (+4,2 Prozent).
Die niedrigste Arbeitslosenquote und weiterhin Vollbeschäftigung gibt es im Landkreis Bamberg (2,5 Prozent). Am höchsten ist sie in der Stadt Coburg mit 7,1 Prozent.
Arbeitsmarktentwicklung in der Region Bamberg
Die Herbstbelebung setzte sich mit ungebremster Dynamik weit in den November fort und ließ die Arbeitslosigkeit um weitere 99 Personen (-4,4 Prozent) spürbar sinken. Die Stadt Bamberg verzeichnete agenturbezirksweit den kräftigsten Rückgang. Zum Beginn der Adventszeit waren 2.146 Menschen arbeitslos gemeldet, 6,4 Prozent bzw. 129 Personen mehr als vor einem Jahr. In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 10,3 Prozent mehr Personen arbeitslos als letztes Jahr. Gleichzeitig fanden 4,9 Prozent mehr eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich in den letzten vier Wochen um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent). Im November meldeten die Betriebe aus dem Stadtgebiet 266 sozialversicherungs-pflichtige Stellen, 5,3 Prozent weniger (-15) als vor einem Jahr. Im Bestand betreut der Arbeitgeberservice aktuell 1 014 Beschäftigungsangebote, 14,7 Prozent weniger (-175) als im Vorjahr.
Auch im Bamberger Land trotzte die Herbstbelebung dem Novemberwetter. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich um weitere 63 Menschen oder 2,7 Prozent auf 2.264 Personen. Sie liegt um 94 Personen beziehungsweise 4,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Es verloren 10,6 Prozent mehr Personen ihren Job als im November 2024. Gleichzeitig fanden 15,2 Prozent weniger eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote nahm seit Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ab (2,6 Prozent Vorjahr). Das ist Vollbeschäftigung und die niedrigste Quote im Agenturbezirk.
Aus dem Bamberger Land gingen in den vergangenen vier Wochen 176 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote bei den Vermittlungsexperten ein, 5,4 Prozent (+9) mehr als im letzten Jahr. Im Stellenbestand des Arbeitgeberservice gibt es aktuell 1.195 Jobangebote, 9,8 Prozent weniger (-130) als im November 2024.
