Natur­schutz­be­hör­den bit­ten Bür­ger­schaft um Mit­hil­fe bei der Erfas­sung von Hirsch­kä­fer, Ere­mit und Gro­ßem Eichenbock

Gesucht: Sel­te­ne Groß­kä­fer im Bam­ber­ger Stadtgebiet

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Großkäfer
Eremit mit typischen Kotpellets. Foto: Carmen Fuertes
Der Gro­ße Eichen­bock, der Ere­mit und der Hirsch­kä­fer zäh­len zu den sel­tens­ten und am stärks­ten gefähr­de­ten Käfer­ar­ten Euro­pas. Alle drei Arten ste­hen unter stren­gem Schutz. Gleich­zei­tig gilt das Bam­ber­ger Stadt­ge­biet als eines ihrer bedeu­tends­ten Vor­kom­mens­ge­bie­te. Des­halb wer­den in die­sem Som­mer die aktu­el­len Bestän­de der sel­te­nen Groß­kä­fer in Bam­berg, ins­be­son­de­re im Bam­ber­ger Hain, erfasst, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Um die wis­sen­schaft­li­chen Erhe­bun­gen zu ergän­zen, bit­ten die Natur­schutz­be­hör­den der Regie­rung von Ober­fran­ken und der Stadt Bam­berg die Bevöl­ke­rung um Unter­stüt­zung. Wer bis Ende August 2026 einen Gro­ßen Eichen­bock, Ere­mi­ten oder Hirsch­kä­fer ent­deckt, kann sei­ne Beob­ach­tung mit Stand­ort­an­ga­be und mög­lichst aus­sa­ge­kräf­ti­gem Foto per E‑Mail an naturschutz@stadt.bamberg.de mel­den. Ein Foto­be­leg ist wich­tig, damit die Arten zuver­läs­sig bestimmt wer­den können.

„Alte Bäu­me sind wah­re Schatz­kam­mern der Arten­viel­falt. Dass mit Hirsch­kä­fer, Ere­mit und Gro­ßem Eichen­bock gleich drei euro­pa­weit geschütz­te Käfer­ar­ten in Bam­berg vor­kom­men, zeigt, wie wert­voll unse­re grü­nen Lebens­räu­me sind“, sagt Bür­ger­meis­ter und Umwelt­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp. „Mit jeder gemel­de­ten Sich­tung hel­fen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger dabei, mehr über die Bestän­de die­ser fas­zi­nie­ren­den Tie­re zu erfah­ren und ihren Lebens­raum bes­ser zu schüt­zen. Ich lade des­halb alle ein, in die­sem Som­mer mit offe­nen Augen durch den Hain und unse­re Parks zu gehen – viel­leicht gelingt dem ein oder der ande­ren ja sogar die Ent­de­ckung eines Ere­mi­ten. Das wäre ein ech­ter Glücks­fall für den Artenschutz.“


Wo die Käfer zu fin­den sind

Die Käfer hal­ten sich meist an oder in der Nähe alter Bäu­me auf, ins­be­son­de­re an Eichen. Im Bam­ber­ger Hain wur­den bis­lang die meis­ten Nach­wei­se im Bereich der Bug­er Spit­ze sowie rund um den Musik­pa­vil­lon erbracht. Dort ste­hen zahl­rei­che alte Eichen, die den sel­te­nen Arten idea­le Lebens­be­din­gun­gen bieten.


So las­sen sich die Arten unterscheiden

Der Hirsch­kä­fer ist vor allem durch die gro­ßen, geweih­ar­ti­gen Ober­kie­fer der Männ­chen bekannt. Die Weib­chen besit­zen die­se nicht und wir­ken deut­lich kompakter.

Beim Gro­ßen Eichen­bock sind die Geschlech­ter eben­falls gut zu unter­schei­den: Die Anten­nen der Männ­chen sind län­ger als ihr Kör­per, wäh­rend die Anten­nen der Weib­chen deut­lich kür­zer ausfallen.

Beson­ders sel­ten ist der Ere­mit. Der Käfer lebt ver­bor­gen in mulm­ge­füll­ten Baum­höh­len (Mulm: feuch­tes, zer­setz­tes Holz) und ver­lässt die­se nur sel­ten. Anders als der Gro­ße Eichen­bock besie­delt er nicht nur Eichen, son­dern auch ande­re alte Bäu­me wie Lin­den oder Obst­bäu­me. Die Männ­chen ver­strö­men einen cha­rak­te­ris­ti­schen apri­ko­sen­ähn­li­chen Duft, um Weib­chen anzu­lo­cken. Wer einen Ere­mi­ten ent­deckt, kann sich daher beson­ders glück­lich schätzen.

Alle drei Käfer­ar­ten ste­hen unter stren­gem Schutz. Die Tie­re dür­fen weder gefan­gen noch mit­ge­nom­men wer­den. Für die Kar­tie­rung wer­den aus­schließ­lich Beob­ach­tun­gen mit Foto und Stand­ort­an­ga­be benötigt.

Kar­tie­rung lie­fert Grund­la­ge für künf­ti­ge Schutzmaßnahmen

Mit der Kar­tie­rung der sel­te­nen Groß­kä­fer wur­de ein bio­lo­gi­sches Fach­in­sti­tut beauf­tragt. Die Mel­dun­gen aus der Bevöl­ke­rung ergän­zen die­se Unter­su­chun­gen und flie­ßen in die Aus­wer­tung ein. So tra­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unmit­tel­bar dazu bei, ein mög­lichst voll­stän­di­ges Bild zu erhalten.

Die Kar­tie­rung wird aus Mit­teln des Frei­staats Bay­ern und der Euro­päi­schen Uni­on finan­ziert. Die Ergeb­nis­se bil­den die Grund­la­ge für geziel­te Schutz- und Ent­wick­lungs­maß­nah­men, um die Lebens­räu­me der sel­te­nen Käfer­ar­ten lang­fris­tig zu erhal­ten und zu verbessern.

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