Her­bert Grim­mer: Die “Wachs­tums­schran­ken” müs­sen weg

IHK: Bam­ber­ger Kon­junk­tur im frei­en Fall

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Konjunktur
Herbert Grimmer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. Foto: Ochsenphoto - Thorsten Ochs
Die Kon­junk­tur in der Wirt­schafts­re­gi­on Bam­berg bricht regel­recht ein. Das zeigt die aktu­el­le Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Die Unter­neh­men bewer­ten ihre Geschäfts­la­ge deut­lich schlech­ter als noch zu Jah­res­be­ginn und auch die Geschäfts­er­war­tun­gen trü­ben sich deut­lich ein. Der IHK-Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex für die Regi­on Bam­berg fällt um 22 Punk­te auf einen Wert von 78.

Die Stim­mung in der Bam­ber­ger Wirt­schaft hat sich seit der Befra­gung zu Jah­res­be­ginn grund­le­gend ver­än­dert. Nur noch 21 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men aus Stadt und Land­kreis Bam­berg bewer­ten ihre aktu­el­le Geschäfts­la­ge posi­tiv, 39 Pro­zent dage­gen nega­tiv. Mit einem Sal­do von ‑18 Punk­ten kippt die Lage­be­wer­tung von einem leicht posi­ti­ven Wert zu Jah­res­be­ginn (+5) in den deut­lich nega­ti­ven Bereich.


Auf­trags­rück­gang und sin­ken­de Auslastung

Das Auf­trags­vo­lu­men im Inland hat sich laut IHK-Kon­junk­tur­be­fra­gung wei­ter ver­schlech­tert. 43 Pro­zent der Unter­neh­men ver­zeich­nen ein gesun­ke­nes Auf­trags­vo­lu­men, nur 23 Pro­zent ein gestie­ge­nes. Der Sal­do ver­schlech­tert sich damit von ‑10 auf ‑20 Punk­te. Bei der Kapa­zi­täts­aus­las­tung geben 21 Pro­zent der Befrag­ten eine vol­le Aus­las­tung zu Pro­to­koll, fast jedes drit­te Unter­neh­men mel­det dage­gen eine nicht aus­rei­chen­de Auslastung.

Der Kon­junk­tur­ein­bruch in der Regi­on Bam­berg ist dra­ma­tisch. Zu Jah­res­be­ginn befand sich der Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex noch genau auf der Wachs­tums­schwel­le von 100 Punk­ten – jetzt liegt er bei 78. Eine sol­che Fall­hö­he inner­halb weni­ger Mona­te ist ein deut­li­ches Alarm­si­gnal, so Her­bert Grim­mer, Vor­sit­zen­der des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg. „Die­ser Ein­bruch zeigt mehr als deut­lich, dass es der Bam­ber­ger Wirt­schaft nicht beson­ders gut geht.”


Geschäfts­er­war­tun­gen trü­ben sich ein

Auch der unter­neh­me­ri­sche Blick in die Zukunft gibt deut­lich nach. Nur noch 8 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men erwar­ten in den kom­men­den zwölf Mona­ten eine Ver­bes­se­rung ihrer Geschäfts­la­ge, 34 Pro­zent dage­gen eine Ver­schlech­te­rung. Der Sal­do sinkt von ‑4 zu Jah­res­be­ginn auf ‑26. Von Pes­si­mis­mus geprägt ist auch die Beschäf­tig­ten­pro­gno­se: Wäh­rend 12 Pro­zent der Befrag­ten mit einem Beschäf­tig­ten­zu­wachs am Stand­ort rech­nen, geht jedes drit­te Unter­neh­men von einem Rück­gang aus.

Ein schwa­cher Licht­blick fin­det sich bei den Inves­ti­ti­ons­pla­nun­gen: 21 Pro­zent der Befrag­ten will mehr inves­tie­ren, 24 Pro­zent weni­ger. Der Inves­ti­ti­ons­sal­do liegt also nur knapp im nega­ti­ven Bereich und ist damit im ober­frän­ki­schen Ver­gleich als gut zu werten.

Trotz eines anspruchs­vol­len wirt­schaft­li­chen Umfelds mit hohen Ener­gie­kos­ten, inter­na­tio­na­len Han­dels­kon­flik­ten und einer ver­hal­te­nen Inlands­nach­fra­ge zei­gen sich die Unter­neh­men in der Regi­on Bam­berg bemer­kens­wert resi­li­ent. Aber bei so viel Gegen­wind, reicht auf Dau­er auch alle Resi­li­enz nicht, so Grim­mer. „Jetzt gilt es, die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen, damit unse­re Betrie­be ihre Stär­ken voll ent­fal­ten kön­nen. Dazu gehö­ren wett­be­werbs­fä­hi­ge Ener­gie­kos­ten, weni­ger Büro­kra­tie und eine spür­ba­re Ent­las­tung bei Steu­ern und Abga­ben. Die­se ‘Wachs­tums­schran­ken’ gilt es zu über­win­den. Beson­ders ermu­ti­gend ist, dass vie­le Bam­ber­ger Unter­neh­men wei­ter­hin in ihren Stand­ort inves­tie­ren und damit Ver­trau­en in die Zukunft der Regi­on zei­gen, betont Grim­mer. Die­ses Ver­trau­en soll­ten wir gemein­sam stär­ken und durch eine ver­läss­li­che Wirt­schafts­po­li­tik unter­stüt­zen. Die Vor­aus­set­zun­gen für Wachs­tum und Inno­va­ti­on sind vor­han­den – jetzt kommt es dar­auf an, sie kon­se­quent zu nut­zen. Ich bin ein opti­mis­ti­scher Mensch. Wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung braucht Mut, Zuver­sicht und den Glau­ben an die eige­nen Mög­lich­kei­ten. Her­aus­for­de­run­gen gehö­ren dazu, aber wir soll­ten den Blick stär­ker auf die Chan­cen rich­ten. Wenn Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft an einem Strang zie­hen, hat unse­re Regi­on bes­te Per­spek­ti­ven für die Zukunft.“


Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on

Der IHK-Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex ist ein wich­ti­ger Früh­in­di­ka­tor für die kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung. In die Berech­nun­gen flie­ßen die Bewer­tun­gen für die aktu­el­le Geschäfts­la­ge und die Geschäfts­er­war­tun­gen für die kom­men­den 12 Mona­te zu glei­chen Tei­len ein. Ein Index­wert über 100 signa­li­siert eine gute kon­junk­tu­rel­le Grund­stim­mung unter den Unter­neh­men; ein Wert unter 100 zeigt Pes­si­mis­mus und wirt­schaft­li­che Pro­ble­me an.

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