Die Konjunktur in der Wirtschaftsregion Bamberg bricht regelrecht ein. Das zeigt die aktuelle Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth. Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn und auch die Geschäftserwartungen trüben sich deutlich ein. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Bamberg fällt um 22 Punkte auf einen Wert von 78.
Die Stimmung in der Bamberger Wirtschaft hat sich seit der Befragung zu Jahresbeginn grundlegend verändert. Nur noch 21 Prozent der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg bewerten ihre aktuelle Geschäftslage positiv, 39 Prozent dagegen negativ. Mit einem Saldo von ‑18 Punkten kippt die Lagebewertung von einem leicht positiven Wert zu Jahresbeginn (+5) in den deutlich negativen Bereich.
Auftragsrückgang und sinkende Auslastung
Das Auftragsvolumen im Inland hat sich laut IHK-Konjunkturbefragung weiter verschlechtert. 43 Prozent der Unternehmen verzeichnen ein gesunkenes Auftragsvolumen, nur 23 Prozent ein gestiegenes. Der Saldo verschlechtert sich damit von ‑10 auf ‑20 Punkte. Bei der Kapazitätsauslastung geben 21 Prozent der Befragten eine volle Auslastung zu Protokoll, fast jedes dritte Unternehmen meldet dagegen eine nicht ausreichende Auslastung.
Der Konjunktureinbruch in der Region Bamberg ist dramatisch. Zu Jahresbeginn befand sich der Konjunkturklimaindex noch genau auf der Wachstumsschwelle von 100 Punkten – jetzt liegt er bei 78. Eine solche Fallhöhe innerhalb weniger Monate ist ein deutliches Alarmsignal, so Herbert Grimmer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. „Dieser Einbruch zeigt mehr als deutlich, dass es der Bamberger Wirtschaft nicht besonders gut geht.”
Geschäftserwartungen trüben sich ein
Auch der unternehmerische Blick in die Zukunft gibt deutlich nach. Nur noch 8 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, 34 Prozent dagegen eine Verschlechterung. Der Saldo sinkt von ‑4 zu Jahresbeginn auf ‑26. Von Pessimismus geprägt ist auch die Beschäftigtenprognose: Während 12 Prozent der Befragten mit einem Beschäftigtenzuwachs am Standort rechnen, geht jedes dritte Unternehmen von einem Rückgang aus.
Ein schwacher Lichtblick findet sich bei den Investitionsplanungen: 21 Prozent der Befragten will mehr investieren, 24 Prozent weniger. Der Investitionssaldo liegt also nur knapp im negativen Bereich und ist damit im oberfränkischen Vergleich als gut zu werten.
Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds mit hohen Energiekosten, internationalen Handelskonflikten und einer verhaltenen Inlandsnachfrage zeigen sich die Unternehmen in der Region Bamberg bemerkenswert resilient. Aber bei so viel Gegenwind, reicht auf Dauer auch alle Resilienz nicht, so Grimmer. „Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unsere Betriebe ihre Stärken voll entfalten können. Dazu gehören wettbewerbsfähige Energiekosten, weniger Bürokratie und eine spürbare Entlastung bei Steuern und Abgaben. Diese ‘Wachstumsschranken’ gilt es zu überwinden. Besonders ermutigend ist, dass viele Bamberger Unternehmen weiterhin in ihren Standort investieren und damit Vertrauen in die Zukunft der Region zeigen, betont Grimmer. Dieses Vertrauen sollten wir gemeinsam stärken und durch eine verlässliche Wirtschaftspolitik unterstützen. Die Voraussetzungen für Wachstum und Innovation sind vorhanden – jetzt kommt es darauf an, sie konsequent zu nutzen. Ich bin ein optimistischer Mensch. Wirtschaftliche Entwicklung braucht Mut, Zuversicht und den Glauben an die eigenen Möglichkeiten. Herausforderungen gehören dazu, aber wir sollten den Blick stärker auf die Chancen richten. Wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, hat unsere Region beste Perspektiven für die Zukunft.“
Hintergrundinformation
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
