Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth
Wenig Bewegung in Bambergs Konjunktur
Während die Bamberger Unternehmen in der aktuellen Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth die aktuelle Geschäftslage insgesamt ausgeglichen bewerten, fallen die Erwartungen eher pessimistisch aus. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Bamberg liegt bei 95 Punkten.
Der Konjunkturklimaindex hat sich seit etwa fünf Jahren bei 100 Punkten eingependelt, lag in den Jahren zuvor aber meist rund 20 Punkte höher. 29 Prozent der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg bewerten in der IHK-Konjunkturbefragung ihre aktuelle Geschäftslage gut, 28 Prozent negativ.
„Insgesamt zeigt sich die Wirtschaft im Raum Bamberg in den letzten beiden Jahren relativ stabil und damit recht unbeeindruckt von den zahlreichen kurzfristigen Entwicklungen. Trotzdem gibt es auch bei uns zunehmend Luft nach oben“, erläutert Herbert Grimmer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. So geben 40 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Auftragsvolumen im Inland im vergangenen Halbjahr gesunken ist, nur 18 Prozent berichten von einer positiven Entwicklung. Potenzial gibt es auch bei der Auslastung. Nur 28 Prozent berichten von einer vollen Auslastung, 30 Prozent von einer nicht ausreichenden Auslastung.
Beschäftigtenabbau erwartet
Für die kommenden zwölf Monate erwarten nur 18 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region Bamberg eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, eine Verschlechterung prognostizieren dagegen 29 Prozent. Im Vergleich zur Frühjahrsumfrage wird die Gruppe der Optimisten kleiner. Zuletzt überwogen bei der IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr 2022 eine positive Erwartungshaltung der Unternehmen.
Dieser Pessimismus bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Beschäftigtenplanungen: Während nur neun Prozent der Bamberger Unternehmen ihre Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten erhöhen wollen, gehen 31 Prozent von einem Beschäftigtenrückgang aus.
Auf stabilem Niveau bleiben die geplanten Inlandsinvestitionen. Unternehmen, die mehr Investitionen planen (20 Prozent), halten sich mittlerweile die Waage mit Unternehmen, die ihre Investitionen zurückfahren möchten (19 Prozent).
„Aktuell spüren die Unternehmen viel Gegenwind. Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung und einen nachhaltigen Aufschwung braucht es mehr als eine Weichenstellung in der Politik, es braucht eine echte Kehrtwende!“, so Grimmers Appell an die Politik. “Man muss unsere Unternehmerinnen und Unternehmer aber auch machen lassen!”
Das könnte Sie auch interessieren...
Konjunkturumfrage im IHK-Gremium Bamberg
Leichte Abkühlung in Bambergs Konjunktur
Die Konjunktur in der Region Bamberg gibt zum Start in den Sommer etwas nach, sowohl in Bezug auf die aktuelle Geschäftslage, als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth unter Bamberger Unternehmen. Demnach sinke der IHK-Konjunkturklimaindex für Bamberg um 4 auf 96 Punkte.
Die aktuelle Geschäftslage werde der Umfrage zufolge in Stadt und Landkreis Bamberg ausgeglichen bewertet. Jeweils 27 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten ihre Lage als gut beziehungsweise schlecht. Im Vergleich zum Jahresbeginn stelle dies eine leichte konjunkturelle Abkühlung dar, die sich auch im Auftragsgeschehen und der Auslastung für die vorangegangenen sechs Monate widerspiegele. 45 Prozent der Befragten geben ein gesunkenes Auftragsvolumen im Inland zu Protokoll, ein knappes Drittel der Unternehmen berichte zudem von nicht ausreichend ausgelasteten Kapazitäten (32 Prozent).
„Unsere Unternehmen stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Besonders problematisch sind die geringe Nachfrage aus dem In- und Ausland, hohe Kosten für Mitarbeitende und der Mangel an Fachkräften“, so Herbert Grimmer, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. „Im Frühjahr sorgten außerdem die politischen Entwicklungen in Deutschland sowie die Zollpolitik der USA für große Unsicherheit.”
Erwartungen geben nach
Die Unternehmen der Region Bamberg blickten eher kritisch auf die kommenden zwölf Monate. 22 Prozent der befragten Unternehmen prognostizierten eine Verbesserung ihrer Geschäfte, 29 Prozent eine Verschlechterung. Damit falle das Urteil pessimistischer aus als zu Jahresbeginn.
Nur 14 Prozent der Befragten rechneten mit steigenden Inlandsinvestitionen, 20 Prozent erwarteten sinkende Investitionen, jedes vierte Unternehmen gebe an, keinerlei Investitionen zu tätigen. Kritisch präsentiere sich auch die erwartete Beschäftigtensituation. Während 23 Prozent der Befragten erwarteten, dass die Belegschaft am Standort sinken werde, sehen nur 5 Prozent einem Wachstum entgegen.
Gremiums-Vorsitzender Grimmer sieht angesichts dieser Ergebnisse dringenden Handlungsbedarf: „Zum Zeitpunkt der Konjunkturumfrage war eine neue Regierung erst in Sichtweite. Umso mehr brauchen wir jetzt zügige Entscheidungen und positive Impulse, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommen kann.”
Das könnte Sie auch interessieren...
IHK-Konjunkturtrend: Lage stabil, Erwartungen negativ
Bamberger Wirtschaft bleibt skeptisch
Laut Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth bleibt die Wirtschaft in der Region Bamberg zu Jahresbeginn skeptisch. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sei zwar wie schon in der Herbstbefragung leicht positiv, die Geschäftserwartungen der Unternehmen blieben aber im negativen Bereich. Der IHK-Konjunkturklimaindex steige um 3 Punkte auf einen Wert von 100.
In der IHK-Konjunkturbefragung zu Jahresbeginn habe ein gutes Drittel der Unternehmen aus der Region Bamberg eine gute Geschäftslage zu Protokoll (34 Prozent) gegeben. 38 Prozent empfänden diese als befriedigend, 28 Prozent als schlecht. Damit werde die Geschäftslage in Stadt und Landkreis Bamberg erneut leicht positiv bewertet, sogar noch etwas besser als bei der vorangegangenen Befragung im Herbst. Herbert Grimmer, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg zeigt sich erfreut über dieses Ergebnis, betont jedoch, dass es kein Grund zur Entwarnung sei. „Die vergleichsweise gute Bewertung der Geschäftslage sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Region Bamberg beim Auftragsgeschehen und der Auslastung der Unternehmen noch Luft nach oben besteht.“
Insgesamt 40 Prozent der Befragten berichteten demnach von gesunkenen Aufträgen im Inland innerhalb der vergangenen sechs Monate, 23 Prozent von gestiegenen. Dazu kämen immerhin 30 Prozent, die von einer nicht ausreichenden Auslastung ihrer Kapazitäten berichten.
Erwartungen für das Geschäftsjahr bleiben negativ
Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben im negativen Bereich. 19 Prozent der Befragten prognostizieren eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, 23 Prozent eine Verschlechterung. Im Saldo werden die Geschäftserwartungen negativ bewertet, jedoch etwas milder als noch im Herbst.
Gleiches gilt für die Beschäftigtenzahlen am Standort. Weiterhin rechnen mehr Unternehmen mit sinkenden als mit steigenden Beschäftigtenzahlen (25 beziehungsweise 17 Prozent).
Nahezu ausgeglichen werden die geplanten Investitionen im Inland prognostiziert. 26 Prozent der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg gehen von steigenden Investitionen im Inland aus, 25 Prozent von sinkenden.
Was der Wirtschaftsstandort Deutschland und insbesondere die mittelständisch geprägte Region Oberfranken dringend brauchen macht der Gremiumsvorsitzende Grimmer deutlich: „Wir brauchen eine bezahlbare Energie- und Rohstoffversorgung, einen sukzessiven Abbau bürokratischer Hürden und einen Digitalisierungsschub. Und wir brauchen eine Politik, die die Zeichen der Zeit endlich erkennt und vom Reden ins Handeln kommt. Wir brauchen Rückenwind für die Wirtschaft, und zwar jetzt!“
Das könnte Sie auch interessieren...
Bayerischer Außenhandel im November 2024
Exporte eingebrochen, auch in die USA und nach China
Die bayerischen Exporte verzeichneten laut der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen im November 2024 einen Rückgang um über elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 18,7 Milliarden Euro. „Wir müssen wieder mehr Wirtschaft wagen“, so die Forderung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. dazu.
„Auch die Exporte in die USA – unserem wichtigsten Exportmarkt – gingen im November um knapp zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Im Jahresverlauf sehen wir eine klare Abwärtsdynamik“, erläutert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Die stark gesunkenen Exporte in die USA sind aus Sicht der vbw ein dramatisches Signal. „Im Dezember und Januar erwarten wir bei den Exporten in die USA etwas bessere Zahlen, da die Unternehmen wegen der Unwägbarkeiten auf dem US-Markt noch so weit wie möglich ihre Lager aufgefüllt haben dürften. Aber für die Zeit danach sind wir sehr skeptisch. Wir sehen Trumps Ankündigungen von Strafzöllen auf US-Importe in Höhe von zehn bis 20 Prozent mit großer Sorge. Diese würden Produkte bayerischer Hersteller teurer und damit weniger wettbewerbsfähig auf dem US-Markt machen. Kommt es als Folge der US-Zollanhebungen zu Gegenreaktionen und dadurch zu einem allgemeinen Anstieg der Handelshemmnisse weltweit, wären Deutschland und Bayern als besonders exportorientiert überdurchschnittlich betroffen. Ein Wettlauf bei Strafzöllen kennt nur Verlierer“, gibt Brossardt zu Bedenken.
Die Exporte in die restlichen EU-Staaten gingen im November ebenfalls um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. „Die Ausfuhren nach China nahmen im November sogar um über 25 Prozent ab. Damit verzeichneten die Ausfuhren in alle führenden Exportländer deutliche Rückgänge. Lediglich die Ausfuhren auf den afrikanischen Kontinent nahmen um über elf Prozent zu – eine Region, die wir verstärkt in den Blick nehmen sollten“, so Brossardt.
Die Rückgänge beim Export zeigen sich über alle Branchen und Warengruppen hinweg. „Die Exporte von pharmazeutischen Erzeugnissen sanken sogar um fast 33 Prozent, die von Pkw gingen um überdurchschnittliche 14 Prozent zurück“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Erneut zeigt sich: 2024 war wirtschaftlich ein verlorenes Jahr. Die neue Regierung muss mutig handeln. Wir brauchen Veränderungsbereitschaft und mehr Freiheit für unsere Unternehmen statt Gängelung. Wir müssen wieder mehr Wirtschaft wagen“, so Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
Bayerns Wirtschaft steckt in der Rezession
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert im Rahmen eines wirtschaftlichen Rückblicks auf das Jahr 2024 eine grundlegende und schnelle Wirtschaftswende. Das neue vbw-Dashboard zeige eine besorgniserregende Entwicklung. Besonders die Schwäche von Baugewerbe und Industrie treffe auch die bayerische Wirtschaft stark.
„Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr bestenfalls stagnieren, wahrscheinlich geht es sogar erneut leicht zurück. Vor allem Baugewerbe und Industrie befinden sich in der Rezession“, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Das treffe die bayerische Wirtschaft besonders hart. Beide Sektoren hätten eine überdurchschnittliche Bedeutung für den Freistaat. Die dramatischen Einbrüche in diesen Branchen zögen die gesamtwirtschaftliche Lage in Bayern weiter nach unten. „Fakt ist: Unsere Industrie braucht endlich den Befreiungsschlag raus der Krise. Der entscheidende Schlüssel für Bayern liegt in der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung der Bundespolitik. Hier muss die neue Bundesregierung gleich zu Beginn anpacken“,
Die bislang vorliegenden Wirtschaftsdaten für das Jahr 2024 zeichneten ein alarmierendes Bild. „Industrieproduktion und Baugewerbe verzeichneten im Freistaat in den ersten zehn Monaten des Jahres ein Minus von 5,0 Prozent und 9,1 Prozent. Die Stimmung bei den bayerischen Unternehmen ist dem ifo-Konjunkturtest zufolge darüber hinaus an einem Tiefpunkt angelangt“, erläutert Brossardt. Die Betriebe, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bezeichnen, überwögen deutlich gegenüber den positiv gestimmten Unternehmen. „Mehr noch: mit Blick auf die anstehenden Monate sind deutlich mehr Betriebe pessimistisch als optimistisch. Auch am Arbeitsmarkt sind die Folgen spürbar. Seit Mai 2024 liegen die Arbeitslosenzahlen in Bayern durchgehend im zweistelligen Prozentbereich über den jeweiligen Vorjahreswerten. Das zeigt: Es brodelt an allen Ecken und Enden.“
Aus Sicht der vbw müsse die neue Bundesregierung zügig eine umfassende Wende in der Wirtschaftspolitik einleiten. Es bestehe die reale Gefahr, dass uns 2025 das nächste wirtschaftlich verlorene Jahr drohe – mit all seinen Folgen. „Dieses Risiko können wir nicht verantworten. Dies gilt auch mit Blick auf den immer rauer werden globalen Wettbewerb und der Ankündigung von US-Strafzöllen durch den Präsidenten unseres größten wirtschaftlichen Absatzmarktes, Donald Trump in den USA. Die Neuwahlen im Februar bieten hier die Chance, den Grundstein zu einem wirtschaftlichen Comeback zu legen“, so Brossardt abschließend. Das neue vbw-Dashboard verschafft einen aktuellen und kompakten Überblick über die wichtigsten Konjunkturindikatoren in Bayern. Eine Übersicht über die gesamtwirtschaftliche Lage in Bayern ist hier im vbw-Konjunktur-Dashboard zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
„Neue Bundesregierung muss zügig liefern“
Die Arbeitslosenquote in Bayern ist im Dezember 2024 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gestiegen. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist diesbezüglich und auch was die Konjunktur angeht besorgt und hofft auf die neue Bundesregierung.
Die Arbeitslosenquote liege sogar um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht zum Jahresende keine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt und ist besorgt, dass der Abwärtstrend weiter anhält.
Dies gelte vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass die Nachfrage nach Fachkräften spürbar zurückgehe. Mit dem derzeitigen Bestand von rund 119.800 gemeldeten Arbeitsstellen sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Prozentpunkte gesunken, im Vergleich zum Vorjahr sogar deutlich um 14,6 Prozentpunkte. Die Anzeigen zur Kurzarbeit stiegen weiter an.
„Wir haben eine massive Konjunktur- und Strukturkrise. Der anhaltende Abwärtstrend zeigt sich immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt. Der Stellenaufbau ist erlahmt. Das zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts, das für 2024 ausschließlich für den Dienstleistungsbereich einen Stellenaufbau ausweist“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit heute vorgestellten Zahlen. In der Industrie und dem Baugewerbe sei die Beschäftigung dagegen gesunken. Das decke sich mit einer aktuellen Umfrage der vbw unter den Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. „Danach geben 41 Prozent der Unternehmen an, demnächst Stellen abbauen zu müssen. Für 2025 prognostizieren wir einen Rückgang um weitere 20.000 auf dann 841.000 Beschäftigte in Bayerns M+E‑Industrie. Das bereitet uns große Sorgen.“
Da die vbw von der scheidenden Bundesregierung keine Impulse mehr für 2025 erwartet, setze sie auf dringende Reformen nach der Bundestagswahl im Februar: „Die Unternehmen brauchen schnelle Entlastung, insbesondere von Bürokratie sowie von den hohen Kosten für Energie, Steuern und Sozialabgaben. Wir brauchen zum Jahresanfang eine Aufbruchsstimmung, die für Investitionen, Gründungen und Stellenaufbau steht. Nur so lässt sich die Trendumkehr schaffen“, erklärte Brossardt.
vbw erwartet Nullwachstum im Jahr 2025 in Bayern
Hinsichtlich der Konjunktur prognostiziert die vbw für den Jahresdurchschnitt 2025 eine wirtschaftliche Stagnation im Freistaat. „2024 ist Bayern in die Rezession gerutscht, wir gehen von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent aus. Eine Besserung ist nicht in Sicht, daher erwarten wir für 2025 ein Nullwachstum“, erklärt vbw Präsident Wolfram Hatz und fügt hinzu: „Wir stehen vor einem weiteren schwierigen Jahr. Die Kombination aus Konjunktur- und Strukturkrise führt dazu, dass die Unternehmen weniger investieren und Arbeitsplätze verloren gehen. Fakt ist, dass der Standort Deutschland mit all seinen Belastungen für die Unternehmen nicht mehr wettbewerbsfähig ist.“
Die vbw setzt auf die neue Bundesregierung. „Wir brauchen jetzt eine nachhaltige und sofortige Wirtschaftswende. Zentral ist eine Verbesserung der Standortbedingungen. Dazu braucht es eine deutliche Entlastungsoffensive bei den Abgaben für Unternehmenssteuern, Energie- und Lohnzusatzkosten sowie eine drastische Reduktion der Bürokratie“, findet Hatz. Sorge bereite auch das außenwirtschaftliche Umfeld, nähmen doch die geopolitischen Herausforderungen immer weiter zu. „Handelshemmnisse und ‑streitigkeiten sind Gift für unsere exportorientierte Wirtschaft. Europa muss sich mit gemeinsamen Kräften gegen Protektionismus, Zölle und marktverzerrende Subventionen stemmen“, fordert Hatz.
Laut vbw braucht der Standort Deutschland einen Restart. „Um Standortschwäche, Struktur- und Konjunkturkrise zu überwinden, muss die neue Bundesregierung zügig liefern. Zeitgleich müssen wir die Transformation begleiten und Beschäftigung sichern. Es wird Zeit, die fortschreitende De-Industrialisierung aufzuhalten und besonders die Industrie zu stärken“, so Hatz abschließend. Die vollständige vbw-Konjunkturprognose für 2025 ist hier zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
Oberfränkisches Handwerk
Trotz schwierigem Wirtschaftsumfeld: Konjunktur im Handwerk hellt sich auf
Eine Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Oberfranken hat ergeben, dass das hiesige Handwerk wieder positiver in die wirtschaftliche Zukunft blickt als zuletzt. Einige Faktoren hemmen die Entwicklung laut Kammer aber noch.
Im ersten Quartal des Jahres stieg der Geschäftsklimaindex im oberfränkischen Handwerk laut einer Mitteilung der Handwerkskammer für Oberfranken (HWK) von 85 auf 92 Punkte. Diese Verbesserung werde dabei in erster Linie von einem verbesserten Geschäftsausblick getragen. „Unsere Betriebe schöpfen trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes wieder etwas mehr Zuversicht“, sagt Matthias Grasmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken. Um eine echte Trendwende bei den Zahlen zu sehen, müsse sich diese Zuversicht aber erst noch in positiven Geschäften niederschlagen.
Denn: Die aktuelle Geschäftslage bewerteten befragten Betriebe zu Jahresbeginn gegenüber dem Schlussquartal 2023 nur als leicht verbessert. „Die Herausforderungen, denen sich unsere Betriebe gegenübersehen, sind nach wie vor vorhanden“, sagt Reinhard Bauer, Hauptgeschäftsführer der HWK. „Hohen Zinsen, Verunsicherung bei Verbrauchern, fehlende Planungssicherheit von Seiten der Politik und Bürokratiebelastung im betrieblichen Alltag – nach wie vor hemmen diese Faktoren die wirtschaftliche Entwicklung.“
Dass bei den oberfränkischen Handwerksbetrieben in der Konjunkturumfrage bei den Indikatoren wie dem Auftragseingang (68 Prozent der Betriebe melden konstante oder gestiegene Auftragseingange) und der erwarteten Umsatzentwicklung (79,5 Prozent der Betriebe gehen für das zweite Quartal von konstanten oder zunehmenden Umsätzen aus) mehrheitlich dennoch wieder mehr Zuversicht Einzug gehalten hat, zeige die Stärke und Stabilität der Branche. Diese spiegele sich auch in Beschäftigtenzahlen wider. Die Zahl der Betriebe, die mit sinkenden Beschäftigtenzahlen rechnen, blieb laut HWK gegenüber dem Vorquartal mit 16 Prozent stabil und verbesserte sich gegenüber den ersten beiden Vorjahresquartalen. Auch bei der Auslastung der Betriebe kam es zu keinem saisonalen Rückgang, sie liege gegenüber dem Vorquartal stabil bei 76 Prozent.
Einschätzungen einzelner Handwerkszweige
Nachdem mehrere Quartale in Folge die Lage-Einschätzung im Bauhandwerk zurückging, bewerten dort laut HWK nun 79 Prozent der Betriebe die Lage als gut oder befriedigend. Damit stabilisiert sich die Einschätzung mit leicht positiver Tendenz gegenüber dem Vorquartal.
Gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert zeigt sich auch die Lage im Ausbauhandwerk. Hier melden 86 Prozent eine gute oder befriedigende Situation, womit der Wert jedoch unter dem des Vorjahresquartals liegt.
Auch die wirtschaftliche Lage der Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs hat sich gegenüber dem Vorquartal verbessert, liegt aber weiterhin unter dem Wert des Vorjahresquartals. Aktuell bewerten 76,5 Prozent der Betriebe ihre Lage als mindestens befriedigend.
Im Kfz-Handwerk herrscht zu Jahresbeginn eine leicht positivere wirtschaftliche Stimmung. 83,5 Prozent der Betriebe melden befriedigende oder gute Geschäfte. Der Wert liegt laut HWK dabei unter dem Wert des außerordentlich guten Vorjahresquartals.
In den Nahrungsmittelhandwerken melden 86 Prozent der befragten Betriebe eine mindestens befriedigende Geschäftslage. Dieser Wert liegt deutlich über dem des Schlussquartals des Vorjahres und deutlich über dem des Vorjahresquartals.
Die wirtschaftliche Lage der Gesundheitshandwerke bewegt sich mit leichter Verbesserung auf dem Niveau des Vorjahresquartals. 86,5 Prozent melden hier eine gute oder befriedigende Geschäftslage.
Im Friseur- und Kosmetikhandwerk bewerten mit 83,5 Prozent der Befragten wieder mehr Betriebe ihre Lage als gut oder befriedigend. Der Wert bewegt sich somit leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Das könnte Sie auch interessieren...
Viertes Quartal 2021
Handwerk: Konjunktur gibt leicht nach
Der Schlusspunkt des zweiten Pandemiejahres lag für das oberfränkische Handwerk etwas niedriger als im Vorjahr, der Jahresabschluss ist allerdings im Vergleich zu 2020 deutlich stärker. Die Handwerkskammer für Oberfranken zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden und hofft, dass das Handwerk in Oberfranken in diesem Jahr endgültig wieder das starke Vorkrisenniveau erreicht.
So ist der Geschäftsklimaindex im Handwerk im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um sechs Punkte auf 108 gesunken. „Die Erholungstendenz setzt sich dennoch fort“, sagt dazu der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann. „Das zeigt vor allem der Blick auf den Jahresvergleich.“
Die Handwerkskammer für Oberfranken führte eine Umfrage unter 407 Betrieben mit 7.033 Beschäftigten durch. Insgesamt 83 Prozent der befragten Betriebe des oberfränkischen Handwerks beurteilen im vierten Quartal 2021 ihre Lage als befriedigend oder gut, Ende 2020 lag dieser Wert noch bei 73 Prozent und damit um zehn Prozentpunkte tiefer. „Angesichts der Ende letzten Jahres wütenden Delta-Variante des Corona-Virus und der Beschränkungen, die Bayern hatte, sind wir mit der Entwicklung im traditionell schwächeren, letzten Quartal zufrieden.“
Jetzt gelte es in 2022 endgültig das Vorkrisenniveau zu erreichen. „Das oberfränkische Handwerk ist dafür trotz aller Herausforderungen gut gerüstet“, gibt sich der HWK-Präsident optimistisch. Zum einen sollte es während der vergangenen beiden Pandemie-Jahre eigentlich auch dem Letzten klar geworden sein, wie wichtig das Handwerk für einen gut funktionierenden, regionalen Wirtschaftskreislauf und für die Gesellschaft sei. Zum anderen hält Graßmann die Voraussetzungen insgesamt für gut. „Die großen politischen Weichenstellungen in Richtung Klimawende, Energiewende und Verkehrswende funktionieren nicht ohne das Handwerk. Daher gehen wir davon aus, dass die politische Landschaft das Handwerk stärker im Blick haben wird.“
Steigender Fachkräftebedarf als größte Herausforderung
Graßmann weiß aber auch um die Herausforderungen, die gerade die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks zu stemmen haben. „Die sehr hohen Energiepreise belasten uns direkt und unmittelbar, dazu kommen aktuell die Material- und Rohstoffknappheit.“ Größte Herausforderung bleibe aber der steigende Fachkräftebedarf. „Wir teilen uns dieses Problem natürlich mit allen anderen Wirtschaftszweigen und stehen mit diesen auch in direkter Konkurrenz. Dennoch müssen wir hier gute Lösungen finden und die Stärken des Handwerks zur Geltung bringen.“ Stabilität als Stärke Eine Stärke des Handwerks ist die große Stabilität, die Mitarbeitende vor allem als Arbeitsplatzsicherheit erleben. „Gute Handwerker und Handwerkerinnen werden in der Regel nicht arbeitslos, vor allem, wenn sie ein gutes Qualifikationsniveau haben“, erklärt Reinhard Bauer, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken ist. So sei auch in der Pandemie die Anzahl der Beschäftigten bei den oberfränkischen Handwerksbetrieben kaum reduziert worden. Im letzten Quartal 2021 gaben über 83 Prozent der befragten Betriebe an, gleich viel oder sogar mehr Mitarbeiter zu haben.
Stabilität weist das Handwerk auch bei den konjunkturellen Kennzeichen auf. „Trotz der Umstände in den vergangenen zwei Jahren geben aktuell 46,5 Prozent der Betriebe über alle Gewerke hinweg die aktuelle Konjunktur als gut, weitere 36,5 Prozent als befriedigend an“, sagt Bauer. Der Auftragsbestand sei mit einem Schnitt von 10,6 Wochen weiterhin sehr hoch, die Kapazitäten sind zu 76 Prozent ausgelastet.
„Lediglich der Auftragseingang hat im vierten Quartal 2021 einen spürbaren Rückgang erlebt, der aber oft saisonal ist.“
Die Zahlen aus der Konjunkturerhebung des letzten Quartals 2021 spiegeln aber auch die Ungewissheiten wider, die momentan vorherrschen. Die hohen Energiepreise, der weitere Verlauf der Pandemie, aber auch die Frage, welche Weichen die neue Ampel-Regierung jetzt konkret stellt – diese Faktoren führen dazu, dass der Blick in die nächsten Monate etwas verhalten ist und die Erwartungen daher pessimistischer als im III. Quartal 2021 ausfallen. Reinhard Bauer: „Wir gehen aber davon aus, dass sich diese Zurückhaltung bald geben und 2022 ein starkes Jahr für das Handwerk wird.“
Einschätzungen aus einzelnen Handwerkszweigen
▪ Materialengpässe, hohe Rohstoffpreise und stark steigende Energiekosten – auch diese Bürden beeindrucken die Bau- und Ausbauhandwerker bisher kaum spürbar. Noch immer melden 93,5 beziehungsweise 94 Prozent der Betriebe eine gute oder zumindest zufriedenstellende Geschäftslage und erreichen damit fast die Werte des vorherigen Quartals.
▪ Die Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs präsentieren sich deutlich stärker als zum Jahresabschluss 2020, können ihre Erholung aber im vierten Quartal 2021 nicht weiter fortsetzen. Fraglich bleibt, inwieweit sich der strukturelle Wandel der Industrie auf die Zulieferer auswirkt.
▪ Leicht ansteigende Tendenz zeigt sich im Kfz-Handwerk, das etwas besser als im dritten Quartal abschneidet. Deutlicher ist die Erholung im Vergleich zum Vorjahr, 19 Prozent mehr Betriebe sind mit ihrer Lage zufrieden.
▪ Stabil bleibt die Entwicklung in den Nahrungsmittelhandwerken, in denen mehr als 87 Prozent mit der Geschäftslage zufrieden sind. Auch die Auslastung und die Umsatzentwicklung erreichen die Vorquartalswerte. Sorgen bereiten die steigenden Energiekosten, die im Nahrungsmittelhandwerk unmittelbar zu Buche schlagen.
▪ Die Gesundheitshandwerke verbessern sich im Jahresvergleich deutlich und halten auch im letzten Quartal 2021 das gute Niveau, das sie im Herbst 2021 erreicht haben.
▪ Friseure und Kosmetiker leiden deutlich unter den noch immer sehr strengen Vorgaben zur Pandemiebekämpfung. Dennoch hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr insgesamt spürbar verbessert.
Das könnte Sie auch interessieren...
Energie- und Rohstoffpreise unkalkulierbares Risiko für oberfränkische Wirtschaft
Konjunktur: Ungewissheit zum Jahresstart
Die Konjunkturerwartungen für 2022 bleiben im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth verhalten optimistisch, legen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht zu, wie die IHK für Oberfranken mitteilt. Allerdings wird die aktuelle Geschäftslage spürbar negativer beurteilt, wozu auch die Ungewissheit im Markt beiträgt.
Der Konjunkturklimaindex der IHK für Oberfranken Bayreuth verliert acht Zähler und liegt nun bei 112 Punkten. „Das vierte Quartal war für die oberfränkische Wirtschaft ein Quartal der Herausforderungen: Omikron, steigende Energie- und Rohstoffpreise, Materialknappheit sowie mangelnde Planungssicherheit. Diese drücken die aktuelle Geschäftslage der oberfränkischen Unternehmen”, macht Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth, die Ungewissheit für das begonnene Jahr in einem ersten Statement deutlich.
Aktuelle Wirtschaftslage: Saldo gibt um 20 Zähler nach
Die aktuelle Geschäftslage im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth wird von den befragten Unternehmen im Saldo positiv beurteilt. 38 Prozent der Befragten melden eine positive, 23 Prozent eine negative Geschäftslage. Damit sinkt der Saldo um 20 Zähler, was vor allem dem Status Quo im Tourismus geschuldet ist. Preissteigerungen, nicht verfügbare Waren, die verhaltene Konsumlaune und der Fachkräftemangel bringen den Konjunkturmotor zum Stottern.
Tourismussektor: 82 Prozent mit Geschäftslage unzufrieden
Blickt man im Detail auf die Lagebeurteilung, so ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Vor allem das Baugewerbe und der Dienstleistungssektor sind mit der Geschäftslage zufrieden, aber auch Industrie und Großhandel sowie – etwas überraschend – der Einzelhandel. Ganz anders die Situation im Tourismus, wo gerade einmal 3 Prozent mit ihrer Geschäftslage zufrieden sind, aber 82 Prozent unzufrieden. Es sind die Maßnahmen und Beschränkungen zur Pandemiebewältigung, die dem Tourismussektor extrem zusetzen. „Die Einschätzung der Tourismusbranche verschlechtert das Gesamtergebnis spürbar”; so IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.
Oberfränkische Produkte wieder verstärkt weltweit nachgefragt
Erfreulich sei, betont Hohenner, ist, dass wieder vermehrt Impulse aus dem Ausland kämen. Vor allem aus Europa und Nordamerika steigt die Nachfrage nach oberfränkischen Produkten und Dienstleistungen wieder spürbar an. Das Inlandsgeschäft verzeichnet einzig im Dienstleistungssektor nennenswerte Zuwächse.
Preisentwicklung und Materialverfügbarkeit bereiten immer mehr Sorgen
„Die Liste der aktuellen Einschränkungen und Hemmnisse für die Wirtschaft in Oberfranken ist lang. Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer haben mit den Auswirkungen zu kämpfen”, so Weigand. Unangefochtene Nummer eins der aktuellen Herausforderungen ist die Entwicklung der Energie‑, Rohstoff- und Warenpreise. Hohenner ergänzt: „Preiszuwächse von bis zu mehreren hundert Prozent in einzelnen Sparten sind keine Seltenheit, heben jede langfristige und solide Wirtschaftsplanung aus ihren Angeln und gefährden ganze Branchen.” Über 80 Prozent der befragten Betriebe berichten von einer erheblichen oder teilweisen Einschränkung durch die jüngsten Preisentwicklungen.
Zudem haben über zwei Drittel aller Unternehmen – und zwar branchenübergreifend – mit einer Material- und Rohstoffknappheit zu kämpfen. Hohenner: „Stornierungen, Strafzahlungen und ein überhitzter Markt sind die Folge.” Mit einer Entlastung der Lieferketten rechnen 28 Prozent der Befragten erst in der zweiten Jahreshälfte, 24 Prozent nicht vor 2023. Weitere 28 Prozent der befragten Unternehmen wagen hierzu überhaupt keine Einschätzung.
Ein weiteres großes Hemmnis ist und bleibt die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen. Das Spektrum reicht von Einschränkungen und Verboten, den Coronaschutzauflagen bis hin zum Ausfall von Mitarbeitern wegen Quarantäne. Immerhin gut 40 Prozent der Unternehmen sehen letzteres als reale Gefahr.
Erwartungen für 2022 legen leicht zu
Die Prognose für das Jahr 2022 fällt trotz der aktuell angespannten Lage verhalten optimistisch aus. Im Saldo rechnen 28 Prozent in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verbesserung, 20 Prozent mit einer Verschlechterung. Damit hellt sich die Prognose der oberfränkischen Wirtschaft zum fünften Mal in Folge seit dem Tiefstwert im Mai 2020 auf, wenn auch nur leicht. Das Wachstum wird gleichermaßen von den Inlands- als auch von den Auslandsmärkten getragen.
Bis auf den Einzelhandel, wo vor allem der stationäre innerstädtische Einzelhandel unter Druck steht, sind alle Branchen optimistisch gestimmt. Dieser steht vor der enormen Herausforderung, Boden gut zu machen, der während der Pandemie verloren gegangen ist.
Mehr Investitionen, mehr Einstellungen
In diesem trotz allem optimistisch gestimmten Umfeld bewegen sich auch die Investitionsplanungen der Unternehmen. „Gerade die Industrie will wieder vermehrt im Inland investieren”, kommentiert Weigand die aktuellen Zahlen. Und auch die Beschäftigtenentwicklung wird von der oberfränkischen Wirtschaft im Saldo leicht positiv eingestuft. Größeren Bedarf melden vornehmlich Betriebe aus dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Baugewerbe an. Die größte Herausforderung wird es sein, auf dem leergefegten Arbeitsmarkt die benötigten Fachkräfte zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
Der Druck nimmt zu
Fachkräftemangel wird für immer mehr Unternehmen zum echten Problem
Der wachsende Fachkräftemangel ist in Oberfranken längst angekommen. Ein Blick auf die Detailergebnisse der jüngsten Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt, dass das Problem immer drängender wird, in manchen Branchen sogar mit dramatischen Folgen.
„Nur jedes fünfte Unternehmen, das derzeit offene Stellen anbietet, kann diese auch tatsächlich besetzen”, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.
Der Fachkräftemangel hat viele Gründe. So sorgt die demografische Entwicklung dafür, dass in Oberfranken immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Außerdem hat bei jungen Menschen der Wunsch nach einer akademischen Ausbildung häufig Vorrang vor einem beruflichen Bildungsweg. Auch Potenziale aus Nachbarregionen, die in den letzten Jahrzehnten als Fachkräftequelle genutzt werden konnten, etwa die neuen Bundesländer oder die Tschechische Republik, sind weitgehend ausgeschöpft, da gut ausgebildete Fachkräfte längst auch dort Arbeit finden.
Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung
In der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage stufen 61 Prozent aller befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als unternehmerisches Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ein. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als noch im Januar 2021, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie. 49 Prozent der Befragten berichten aktuell, dass sie derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen können, 12 Prozent sehen keine Probleme, 39 Prozent haben derzeit keinen Personalbedarf, suchen also auch nicht.
80 Prozent der Unternehmen mit freien Stellen können diese nicht besetzen
„Betrachtet man nur die Unternehmen, die derzeit tatsächlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt suchen, dann können unter dem Strich derzeit 80 Prozent der Unternehmen mit offenen Stellen diese längerfristig nicht besetzen. Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung”, so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann. Besonders betroffen sind das Baugewerbe, die Logistik- und die Tourismuswirtschaft. „Die Frustration der Unternehmerinnen und Unternehmer nimmt zu. Viele fühlen sich der Situation machtlos ausgeliefert, weil sie Aufträge wegen Personalmangels ablehnen müssen”, so Hohenner.
Droht ein Szenario wie in Großbritannien?
Die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den von Corona besonders betroffenen Branchen haben während der Pandemie neue Arbeitsplätze in anderen Branchen gefunden. Der Aufschwung nach der Krise verstärkt den Druck auf den Arbeitsmarkt. Die Folge sind lange Wartezeiten auf dem Bau, mehr Ruhetage oder Besucherbegrenzungen in der Gastronomie oder der Kapazitätsanpassungen in Speditionen. Selbst Betriebsaufgaben gibt es inzwischen aufgrund des Fachkräftemangels. Hohenner: „Zustände wie in Großbritannien, wo wegen fehlender Lkw-Fahrer die Versorgung zum Teil zusammengebrochen ist, können auf Dauer auch bei uns nicht mehr völlig ausgeschlossen werden.”
Unternehmen setzen auf Ausbildung
Auf die Schnelle wird sich das Strukturproblem fehlender Fachkräfte nicht lösen lassen. Die Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth setzen vor allem auf die verstärkte Ausbildung des eigenen Nachwuchses (55 Prozent) und eine Steigerung der Arbeitgeberattraktivität (49 Prozent). Für 35 Prozent könnte die Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland (35 Prozent) Teil der Lösung sein. „Hier brauchen unsere Unternehmen aber bessere Hilfestellung, um ausländische Fachkräfte zielgenau ansprechen und gewinnen zu können. Auch ist es dringend erforderlich, den bürokratischen Aufwand bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland zu reduzieren”, so Hohenner.