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Konjunktur

Ober­frän­ki­sches Handwerk

Trotz schwie­ri­gem Wirt­schafts­um­feld: Kon­junk­tur im Hand­werk hellt sich auf

Eine Kon­junk­tur­um­fra­ge der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken hat erge­ben, dass das hie­si­ge Hand­werk wie­der posi­ti­ver in die wirt­schaft­li­che Zukunft blickt als zuletzt. Eini­ge Fak­to­ren hem­men die Ent­wick­lung laut Kam­mer aber noch.

Im ers­ten Quar­tal des Jah­res stieg der Geschäfts­kli­ma­in­dex im ober­frän­ki­schen Hand­werk laut einer Mit­tei­lung der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken (HWK) von 85 auf 92 Punk­te. Die­se Ver­bes­se­rung wer­de dabei in ers­ter Linie von einem ver­bes­ser­ten Geschäfts­aus­blick getra­gen. „Unse­re Betrie­be schöp­fen trotz des schwie­ri­gen gesamt­wirt­schaft­li­chen Umfel­des wie­der etwas mehr Zuver­sicht“, sagt Mat­thi­as Gras­mann, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken. Um eine ech­te Trend­wen­de bei den Zah­len zu sehen, müs­se sich die­se Zuver­sicht aber erst noch in posi­ti­ven Geschäf­ten niederschlagen.

Denn: Die aktu­el­le Geschäfts­la­ge bewer­te­ten befrag­ten Betrie­be zu Jah­res­be­ginn gegen­über dem Schluss­quar­tal 2023 nur als leicht ver­bes­sert. „Die Her­aus­for­de­run­gen, denen sich unse­re Betrie­be gegen­über­se­hen, sind nach wie vor vor­han­den“, sagt Rein­hard Bau­er, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK. „Hohen Zin­sen, Ver­un­si­che­rung bei Ver­brau­chern, feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit von Sei­ten der Poli­tik und Büro­kra­tie­be­las­tung im betrieb­li­chen All­tag – nach wie vor hem­men die­se Fak­to­ren die wirt­schaft­li­che Entwicklung.“

Dass bei den ober­frän­ki­schen Hand­werks­be­trie­ben in der Kon­junk­tur­um­fra­ge bei den Indi­ka­to­ren wie dem Auf­trags­ein­gang (68 Pro­zent der Betrie­be mel­den kon­stan­te oder gestie­ge­ne Auf­trags­ein­gan­ge) und der erwar­te­ten Umsatz­ent­wick­lung (79,5 Pro­zent der Betrie­be gehen für das zwei­te Quar­tal von kon­stan­ten oder zuneh­men­den Umsät­zen aus) mehr­heit­lich den­noch wie­der mehr Zuver­sicht Ein­zug gehal­ten hat, zei­ge die Stär­ke und Sta­bi­li­tät der Bran­che. Die­se spie­ge­le sich auch in Beschäf­tig­ten­zah­len wider. Die Zahl der Betrie­be, die mit sin­ken­den Beschäf­tig­ten­zah­len rech­nen, blieb laut HWK gegen­über dem Vor­quar­tal mit 16 Pro­zent sta­bil und ver­bes­ser­te sich gegen­über den ers­ten bei­den Vor­jah­res­quar­ta­len. Auch bei der Aus­las­tung der Betrie­be kam es zu kei­nem sai­so­na­len Rück­gang, sie lie­ge gegen­über dem Vor­quar­tal sta­bil bei 76 Prozent.

Ein­schät­zun­gen ein­zel­ner Handwerkszweige

Nach­dem meh­re­re Quar­ta­le in Fol­ge die Lage-Ein­schät­zung im Bau­hand­werk zurück­ging, bewer­ten dort laut HWK nun 79 Pro­zent der Betrie­be die Lage als gut oder befrie­di­gend. Damit sta­bi­li­siert sich die Ein­schät­zung mit leicht posi­ti­ver Ten­denz gegen­über dem Vorquartal.

Gegen­über dem Vor­quar­tal leicht ver­bes­sert zeigt sich auch die Lage im Aus­bau­hand­werk. Hier mel­den 86 Pro­zent eine gute oder befrie­di­gen­de Situa­ti­on, womit der Wert jedoch unter dem des Vor­jah­res­quar­tals liegt.

Auch die wirt­schaft­li­che Lage der Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs hat sich gegen­über dem Vor­quar­tal ver­bes­sert, liegt aber wei­ter­hin unter dem Wert des Vor­jah­res­quar­tals. Aktu­ell bewer­ten 76,5 Pro­zent der Betrie­be ihre Lage als min­des­tens befriedigend.

Im Kfz-Hand­werk herrscht zu Jah­res­be­ginn eine leicht posi­ti­ve­re wirt­schaft­li­che Stim­mung. 83,5 Pro­zent der Betrie­be mel­den befrie­di­gen­de oder gute Geschäf­te. Der Wert liegt laut HWK dabei unter dem Wert des außer­or­dent­lich guten Vorjahresquartals.

In den Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ken mel­den 86 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be eine min­des­tens befrie­di­gen­de Geschäfts­la­ge. Die­ser Wert liegt deut­lich über dem des Schluss­quar­tals des Vor­jah­res und deut­lich über dem des Vorjahresquartals.

Die wirt­schaft­li­che Lage der Gesund­heits­hand­wer­ke bewegt sich mit leich­ter Ver­bes­se­rung auf dem Niveau des Vor­jah­res­quar­tals. 86,5 Pro­zent mel­den hier eine gute oder befrie­di­gen­de Geschäftslage.

Im Fri­seur- und Kos­me­tik­hand­werk bewer­ten mit 83,5 Pro­zent der Befrag­ten wie­der mehr Betrie­be ihre Lage als gut oder befrie­di­gend. Der Wert bewegt sich somit leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Vier­tes Quar­tal 2021 

Hand­werk: Kon­junk­tur gibt leicht nach

Der Schluss­punkt des zwei­ten Pan­de­mie­jah­res lag für das ober­frän­ki­sche Hand­werk etwas nied­ri­ger als im Vor­jahr, der Jah­res­ab­schluss ist aller­dings im Ver­gleich zu 2020 deut­lich stär­ker. Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken zeigt sich mit der Ent­wick­lung zufrie­den und hofft, dass das Hand­werk in Ober­fran­ken in die­sem Jahr end­gül­tig wie­der das star­ke Vor­kri­sen­ni­veau erreicht.

So ist der Geschäfts­kli­ma­in­dex im Hand­werk im Ver­gleich zum drit­ten Quar­tal 2021 um sechs Punk­te auf 108 gesun­ken. „Die Erho­lungs­ten­denz setzt sich den­noch fort“, sagt dazu der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. „Das zeigt vor allem der Blick auf den Jahresvergleich.“

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken führ­te eine Umfra­ge unter 407 Betrie­ben mit 7.033 Beschäf­tig­ten durch. Ins­ge­samt 83 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be des ober­frän­ki­schen Hand­werks beur­tei­len im vier­ten Quar­tal 2021 ihre Lage als befrie­di­gend oder gut, Ende 2020 lag die­ser Wert noch bei 73 Pro­zent und damit um zehn Pro­zent­punk­te tie­fer. „Ange­sichts der Ende letz­ten Jah­res wüten­den Del­ta-Vari­an­te des Coro­na-Virus und der Beschrän­kun­gen, die Bay­ern hat­te, sind wir mit der Ent­wick­lung im tra­di­tio­nell schwä­che­ren, letz­ten Quar­tal zufrieden.“

Jetzt gel­te es in 2022 end­gül­tig das Vor­kri­sen­ni­veau zu errei­chen. „Das ober­frän­ki­sche Hand­werk ist dafür trotz aller Her­aus­for­de­run­gen gut gerüs­tet“, gibt sich der HWK-Prä­si­dent opti­mis­tisch. Zum einen soll­te es wäh­rend der ver­gan­ge­nen bei­den Pan­de­mie-Jah­re eigent­lich auch dem Letz­ten klar gewor­den sein, wie wich­tig das Hand­werk für einen gut funk­tio­nie­ren­den, regio­na­len Wirt­schafts­kreis­lauf und für die Gesell­schaft sei. Zum ande­ren hält Graß­mann die Vor­aus­set­zun­gen ins­ge­samt für gut. „Die gro­ßen poli­ti­schen Wei­chen­stel­lun­gen in Rich­tung Kli­ma­wen­de, Ener­gie­wen­de und Ver­kehrs­wen­de funk­tio­nie­ren nicht ohne das Hand­werk. Daher gehen wir davon aus, dass die poli­ti­sche Land­schaft das Hand­werk stär­ker im Blick haben wird.“

Stei­gen­der Fach­kräf­te­be­darf als größ­te Herausforderung

Graß­mann weiß aber auch um die Her­aus­for­de­run­gen, die gera­de die klei­nen und mitt­le­ren Betrie­be des Hand­werks zu stem­men haben. „Die sehr hohen Ener­gie­prei­se belas­ten uns direkt und unmit­tel­bar, dazu kom­men aktu­ell die Mate­ri­al- und Roh­stoff­knapp­heit.“ Größ­te Her­aus­for­de­rung blei­be aber der stei­gen­de Fach­kräf­te­be­darf. „Wir tei­len uns die­ses Pro­blem natür­lich mit allen ande­ren Wirt­schafts­zwei­gen und ste­hen mit die­sen auch in direk­ter Kon­kur­renz. Den­noch müs­sen wir hier gute Lösun­gen fin­den und die Stär­ken des Hand­werks zur Gel­tung brin­gen.“ Sta­bi­li­tät als Stär­ke Eine Stär­ke des Hand­werks ist die gro­ße Sta­bi­li­tät, die Mit­ar­bei­ten­de vor allem als Arbeits­platz­si­cher­heit erle­ben. „Gute Hand­wer­ker und Hand­wer­ke­rin­nen wer­den in der Regel nicht arbeits­los, vor allem, wenn sie ein gutes Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau haben“, erklärt Rein­hard Bau­er, der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken ist. So sei auch in der Pan­de­mie die Anzahl der Beschäf­tig­ten bei den ober­frän­ki­schen Hand­werks­be­trie­ben kaum redu­ziert wor­den. Im letz­ten Quar­tal 2021 gaben über 83 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be an, gleich viel oder sogar mehr Mit­ar­bei­ter zu haben.

Sta­bi­li­tät weist das Hand­werk auch bei den kon­junk­tu­rel­len Kenn­zei­chen auf. „Trotz der Umstän­de in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren geben aktu­ell 46,5 Pro­zent der Betrie­be über alle Gewer­ke hin­weg die aktu­el­le Kon­junk­tur als gut, wei­te­re 36,5 Pro­zent als befrie­di­gend an“, sagt Bau­er. Der Auf­trags­be­stand sei mit einem Schnitt von 10,6 Wochen wei­ter­hin sehr hoch, die Kapa­zi­tä­ten sind zu 76 Pro­zent ausgelastet.

„Ledig­lich der Auf­trags­ein­gang hat im vier­ten Quar­tal 2021 einen spür­ba­ren Rück­gang erlebt, der aber oft sai­so­nal ist.“

Die Zah­len aus der Kon­junk­tur­er­he­bung des letz­ten Quar­tals 2021 spie­geln aber auch die Unge­wiss­hei­ten wider, die momen­tan vor­herr­schen. Die hohen Ener­gie­prei­se, der wei­te­re Ver­lauf der Pan­de­mie, aber auch die Fra­ge, wel­che Wei­chen die neue Ampel-Regie­rung jetzt kon­kret stellt – die­se Fak­to­ren füh­ren dazu, dass der Blick in die nächs­ten Mona­te etwas ver­hal­ten ist und die Erwar­tun­gen daher pes­si­mis­ti­scher als im III. Quar­tal 2021 aus­fal­len. Rein­hard Bau­er: „Wir gehen aber davon aus, dass sich die­se Zurück­hal­tung bald geben und 2022 ein star­kes Jahr für das Hand­werk wird.“

Ein­schät­zun­gen aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

▪ Mate­ri­al­eng­päs­se, hohe Roh­stoff­prei­se und stark stei­gen­de Ener­gie­kos­ten – auch die­se Bür­den beein­dru­cken die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ker bis­her kaum spür­bar. Noch immer mel­den 93,5 bezie­hungs­wei­se 94 Pro­zent der Betrie­be eine gute oder zumin­dest zufrie­den­stel­len­de Geschäfts­la­ge und errei­chen damit fast die Wer­te des vor­he­ri­gen Quartals.

▪ Die Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs prä­sen­tie­ren sich deut­lich stär­ker als zum Jah­res­ab­schluss 2020, kön­nen ihre Erho­lung aber im vier­ten Quar­tal 2021 nicht wei­ter fort­set­zen. Frag­lich bleibt, inwie­weit sich der struk­tu­rel­le Wan­del der Indus­trie auf die Zulie­fe­rer auswirkt.

▪ Leicht anstei­gen­de Ten­denz zeigt sich im Kfz-Hand­werk, das etwas bes­ser als im drit­ten Quar­tal abschnei­det. Deut­li­cher ist die Erho­lung im Ver­gleich zum Vor­jahr, 19 Pro­zent mehr Betrie­be sind mit ihrer Lage zufrieden.

▪ Sta­bil bleibt die Ent­wick­lung in den Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ken, in denen mehr als 87 Pro­zent mit der Geschäfts­la­ge zufrie­den sind. Auch die Aus­las­tung und die Umsatz­ent­wick­lung errei­chen die Vor­quar­tals­wer­te. Sor­gen berei­ten die stei­gen­den Ener­gie­kos­ten, die im Nah­rungs­mit­tel­hand­werk unmit­tel­bar zu Buche schlagen.

▪ Die Gesund­heits­hand­wer­ke ver­bes­sern sich im Jah­res­ver­gleich deut­lich und hal­ten auch im letz­ten Quar­tal 2021 das gute Niveau, das sie im Herbst 2021 erreicht haben.

▪ Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker lei­den deut­lich unter den noch immer sehr stren­gen Vor­ga­ben zur Pan­de­mie­be­kämp­fung. Den­noch hat sich die Lage im Ver­gleich zum Vor­jahr ins­ge­samt spür­bar verbessert.

Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se unkal­ku­lier­ba­res Risi­ko für ober­frän­ki­sche Wirtschaft

Kon­junk­tur: Unge­wiss­heit zum Jahresstart

Die Kon­junk­tur­er­war­tun­gen für 2022 blei­ben im Ein­zugs­ge­biet der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ver­hal­ten opti­mis­tisch, legen gegen­über dem Vor­jahr sogar leicht zu, wie die IHK für Ober­fran­ken mit­teilt. Aller­dings wird die aktu­el­le Geschäfts­la­ge spür­bar nega­ti­ver beur­teilt, wozu auch die Unge­wiss­heit im Markt beiträgt.

Der Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ver­liert acht Zäh­ler und liegt nun bei 112 Punk­ten. „Das vier­te Quar­tal war für die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft ein Quar­tal der Her­aus­for­de­run­gen: Omi­kron, stei­gen­de Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se, Mate­ri­al­knapp­heit sowie man­geln­de Pla­nungs­si­cher­heit. Die­se drü­cken die aktu­el­le Geschäfts­la­ge der ober­frän­ki­schen Unter­neh­men”, macht Son­ja Weig­and, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die Unge­wiss­heit für das begon­ne­ne Jahr in einem ers­ten State­ment deutlich.

Aktu­el­le Wirt­schafts­la­ge: Sal­do gibt um 20 Zäh­ler nach

Die aktu­el­le Geschäfts­la­ge im Kam­mer­be­zirk der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth wird von den befrag­ten Unter­neh­men im Sal­do posi­tiv beur­teilt. 38 Pro­zent der Befrag­ten mel­den eine posi­ti­ve, 23 Pro­zent eine nega­ti­ve Geschäfts­la­ge. Damit sinkt der Sal­do um 20 Zäh­ler, was vor allem dem Sta­tus Quo im Tou­ris­mus geschul­det ist. Preis­stei­ge­run­gen, nicht ver­füg­ba­re Waren, die ver­hal­te­ne Kon­sum­lau­ne und der Fach­kräf­te­man­gel brin­gen den Kon­junk­tur­mo­tor zum Stottern.

Tou­ris­mus­sek­tor: 82 Pro­zent mit Geschäfts­la­ge unzufrieden

Blickt man im Detail auf die Lage­be­ur­tei­lung, so ergibt sich ein zwei­ge­teil­tes Bild. Vor allem das Bau­ge­wer­be und der Dienst­leis­tungs­sek­tor sind mit der Geschäfts­la­ge zufrie­den, aber auch Indus­trie und Groß­han­del sowie – etwas über­ra­schend – der Ein­zel­han­del. Ganz anders die Situa­ti­on im Tou­ris­mus, wo gera­de ein­mal 3 Pro­zent mit ihrer Geschäfts­la­ge zufrie­den sind, aber 82 Pro­zent unzu­frie­den. Es sind die Maß­nah­men und Beschrän­kun­gen zur Pan­de­mie­be­wäl­ti­gung, die dem Tou­ris­mus­sek­tor extrem zuset­zen. „Die Ein­schät­zung der Tou­ris­mus­bran­che ver­schlech­tert das Gesamt­ergeb­nis spür­bar”; so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.

Ober­frän­ki­sche Pro­duk­te wie­der ver­stärkt welt­weit nachgefragt

Erfreu­lich sei, betont Hohen­ner, ist, dass wie­der ver­mehrt Impul­se aus dem Aus­land kämen. Vor allem aus Euro­pa und Nord­ame­ri­ka steigt die Nach­fra­ge nach ober­frän­ki­schen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen wie­der spür­bar an. Das Inlands­ge­schäft ver­zeich­net ein­zig im Dienst­leis­tungs­sek­tor nen­nens­wer­te Zuwächse.

Preis­ent­wick­lung und Mate­ri­al­ver­füg­bar­keit berei­ten immer mehr Sorgen

„Die Lis­te der aktu­el­len Ein­schrän­kun­gen und Hemm­nis­se für die Wirt­schaft in Ober­fran­ken ist lang. Immer mehr Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer haben mit den Aus­wir­kun­gen zu kämp­fen”, so Weig­and. Unan­ge­foch­te­ne Num­mer eins der aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen ist die Ent­wick­lung der Energie‑, Roh­stoff- und Waren­prei­se. Hohen­ner ergänzt: „Preis­zu­wäch­se von bis zu meh­re­ren hun­dert Pro­zent in ein­zel­nen Spar­ten sind kei­ne Sel­ten­heit, heben jede lang­fris­ti­ge und soli­de Wirt­schafts­pla­nung aus ihren Angeln und gefähr­den gan­ze Bran­chen.” Über 80 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be berich­ten von einer erheb­li­chen oder teil­wei­sen Ein­schrän­kung durch die jüngs­ten Preisentwicklungen.

Zudem haben über zwei Drit­tel aller Unter­neh­men – und zwar bran­chen­über­grei­fend – mit einer Mate­ri­al- und Roh­stoff­knapp­heit zu kämp­fen. Hohen­ner: „Stor­nie­run­gen, Straf­zah­lun­gen und ein über­hitz­ter Markt sind die Fol­ge.” Mit einer Ent­las­tung der Lie­fer­ket­ten rech­nen 28 Pro­zent der Befrag­ten erst in der zwei­ten Jah­res­hälf­te, 24 Pro­zent nicht vor 2023. Wei­te­re 28 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men wagen hier­zu über­haupt kei­ne Einschätzung.

Ein wei­te­res gro­ßes Hemm­nis ist und bleibt die Coro­na-Pan­de­mie mit ihren Aus­wir­kun­gen. Das Spek­trum reicht von Ein­schrän­kun­gen und Ver­bo­ten, den Coro­naschutz­auf­la­gen bis hin zum Aus­fall von Mit­ar­bei­tern wegen Qua­ran­tä­ne. Immer­hin gut 40 Pro­zent der Unter­neh­men sehen letz­te­res als rea­le Gefahr.

Erwar­tun­gen für 2022 legen leicht zu

Die Pro­gno­se für das Jahr 2022 fällt trotz der aktu­ell ange­spann­ten Lage ver­hal­ten opti­mis­tisch aus. Im Sal­do rech­nen 28 Pro­zent in den kom­men­den zwölf Mona­ten mit einer Ver­bes­se­rung, 20 Pro­zent mit einer Ver­schlech­te­rung. Damit hellt sich die Pro­gno­se der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft zum fünf­ten Mal in Fol­ge seit dem Tiefst­wert im Mai 2020 auf, wenn auch nur leicht. Das Wachs­tum wird glei­cher­ma­ßen von den Inlands- als auch von den Aus­lands­märk­ten getragen.

Bis auf den Ein­zel­han­del, wo vor allem der sta­tio­nä­re inner­städ­ti­sche Ein­zel­han­del unter Druck steht, sind alle Bran­chen opti­mis­tisch gestimmt. Die­ser steht vor der enor­men Her­aus­for­de­rung, Boden gut zu machen, der wäh­rend der Pan­de­mie ver­lo­ren gegan­gen ist.

Mehr Inves­ti­tio­nen, mehr Einstellungen

In die­sem trotz allem opti­mis­tisch gestimm­ten Umfeld bewe­gen sich auch die Inves­ti­ti­ons­pla­nun­gen der Unter­neh­men. „Gera­de die Indus­trie will wie­der ver­mehrt im Inland inves­tie­ren”, kom­men­tiert Weig­and die aktu­el­len Zah­len. Und auch die Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung wird von der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft im Sal­do leicht posi­tiv ein­ge­stuft. Grö­ße­ren Bedarf mel­den vor­nehm­lich Betrie­be aus dem Groß- und Ein­zel­han­del sowie dem Bau­ge­wer­be an. Die größ­te Her­aus­for­de­rung wird es sein, auf dem leer­ge­feg­ten Arbeits­markt die benö­tig­ten Fach­kräf­te zu finden.

Der Druck nimmt zu

Fach­kräf­te­man­gel wird für immer mehr Unter­neh­men zum ech­ten Problem

Der wach­sen­de Fach­kräf­te­man­gel ist in Ober­fran­ken längst ange­kom­men. Ein Blick auf die Detail­ergeb­nis­se der jüngs­ten Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zeigt, dass das Pro­blem immer drän­gen­der wird, in man­chen Bran­chen sogar mit dra­ma­ti­schen Folgen.

„Nur jedes fünf­te Unter­neh­men, das der­zeit offe­ne Stel­len anbie­tet, kann die­se auch tat­säch­lich beset­zen”, erläu­tert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.

Der Fach­kräf­te­man­gel hat vie­le Grün­de. So sorgt die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung dafür, dass in Ober­fran­ken immer weni­ger Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer zur Ver­fü­gung ste­hen. Außer­dem hat bei jun­gen Men­schen der Wunsch nach einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung häu­fig Vor­rang vor einem beruf­li­chen Bil­dungs­weg. Auch Poten­zia­le aus Nach­bar­re­gio­nen, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten als Fach­kräf­te­quel­le genutzt wer­den konn­ten, etwa die neu­en Bun­des­län­der oder die Tsche­chi­sche Repu­blik, sind weit­ge­hend aus­ge­schöpft, da gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te längst auch dort Arbeit finden.


Fach­kräf­te­man­gel als Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Entwicklung

In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge stu­fen 61 Pro­zent aller befrag­ten Unter­neh­men den Fach­kräf­te­man­gel als unter­neh­me­ri­sches Risi­ko für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ein. Das sind 13 Pro­zent­punk­te mehr als noch im Janu­ar 2021, also vor Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie. 49 Pro­zent der Befrag­ten berich­ten aktu­ell, dass sie der­zeit offe­ne Stel­len län­ger­fris­tig nicht beset­zen kön­nen, 12 Pro­zent sehen kei­ne Pro­ble­me, 39 Pro­zent haben der­zeit kei­nen Per­so­nal­be­darf, suchen also auch nicht.


80 Pro­zent der Unter­neh­men mit frei­en Stel­len kön­nen die­se nicht besetzen

„Betrach­tet man nur die Unter­neh­men, die der­zeit tat­säch­lich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter auf dem Arbeits­markt suchen, dann kön­nen unter dem Strich der­zeit 80 Pro­zent der Unter­neh­men mit offe­nen Stel­len die­se län­ger­fris­tig nicht beset­zen. Der Fach­kräf­te­man­gel wird immer mehr zum Hemm­schuh für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung”, so IHK-Kon­junk­tur­re­fe­rent Mal­te Tie­de­mann. Beson­ders betrof­fen sind das Bau­ge­wer­be, die Logis­tik- und die Tou­ris­mus­wirt­schaft. „Die Frus­tra­ti­on der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nimmt zu. Vie­le füh­len sich der Situa­ti­on macht­los aus­ge­lie­fert, weil sie Auf­trä­ge wegen Per­so­nal­man­gels ableh­nen müs­sen”, so Hohenner.


Droht ein Sze­na­rio wie in Großbritannien?

Die Coro­na-Pan­de­mie hat das Pro­blem ver­schärft. Vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den von Coro­na beson­ders betrof­fe­nen Bran­chen haben wäh­rend der Pan­de­mie neue Arbeits­plät­ze in ande­ren Bran­chen gefun­den. Der Auf­schwung nach der Kri­se ver­stärkt den Druck auf den Arbeits­markt. Die Fol­ge sind lan­ge War­te­zei­ten auf dem Bau, mehr Ruhe­ta­ge oder Besu­cher­be­gren­zun­gen in der Gas­tro­no­mie oder der Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen in Spe­di­tio­nen. Selbst Betriebs­auf­ga­ben gibt es inzwi­schen auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels. Hohen­ner: „Zustän­de wie in Groß­bri­tan­ni­en, wo wegen feh­len­der Lkw-Fah­rer die Ver­sor­gung zum Teil zusam­men­ge­bro­chen ist, kön­nen auf Dau­er auch bei uns nicht mehr völ­lig aus­ge­schlos­sen werden.”


Unter­neh­men set­zen auf Ausbildung

Auf die Schnel­le wird sich das Struk­tur­pro­blem feh­len­der Fach­kräf­te nicht lösen las­sen. Die Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth set­zen vor allem auf die ver­stärk­te Aus­bil­dung des eige­nen Nach­wuch­ses (55 Pro­zent) und eine Stei­ge­rung der Arbeit­ge­ber­at­trak­ti­vi­tät (49 Pro­zent). Für 35 Pro­zent könn­te die Ein­stel­lung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land (35 Pro­zent) Teil der Lösung sein. „Hier brau­chen unse­re Unter­neh­men aber bes­se­re Hil­fe­stel­lung, um aus­län­di­sche Fach­kräf­te ziel­ge­nau anspre­chen und gewin­nen zu kön­nen. Auch ist es drin­gend erfor­der­lich, den büro­kra­ti­schen Auf­wand bei der Gewin­nung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land zu redu­zie­ren”, so Hohenner.

3. Quar­tal 2021

Hand­werks­kon­junk­tur in Ober­fran­ken bleibt stabil

Nach der Auf­hel­lung der Kon­junk­tur in den letz­ten Mona­ten zeigt sich die wirt­schaft­li­che Lage im ober­frän­ki­schen Hand­werk auch im drit­ten Quar­tal sta­bil. Das teilt die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken nach einer Umfra­ge unter 415 Betrie­ben mit.

„Wir sind zwar noch nicht ganz beim Vor­kri­sen­ni­veau ange­kom­men, aller­dings sind unse­re Mit­glie­der mit der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on recht zufrie­den“, sagt der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. So beur­tei­len der­zeit knapp die Hälf­te der befrag­ten Betrie­be die aktu­el­le Kon­junk­tur als gut, wei­te­re 38 Pro­zent als befrie­di­gend. Mat­thi­as Graß­mann: „Die sta­bi­le Lage der letz­ten sechs Mona­te zeigt uns, dass die direk­ten Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie weit­ge­hend über­wun­den sind.“ Der Geschäfts­kli­ma­in­dex befän­de sich wie im Vor­quar­tal bei 114 Punk­ten und läge damit deut­lich über dem Durschnitt des Jah­res 2020, so der Präsident.

Trotz der guten wirt­schaft­li­chen Lage warnt Graß­mann aber auch vor Her­aus­for­de­run­gen: „Die Erho­lung nach Coro­na in den letz­ten Mona­ten ist alles ande­re als ein Selbst­läu­fer!“ Der Auf­schwung könn­te näm­lich auch deut­lich stär­ker sein. „Gestör­te Lie­fer­ket­ten, Mate­ri­al­man­gel und hohe Ein­kaufs­prei­se set­zen einer wei­te­ren Erho­lung der­zeit Gren­zen und ver­pas­sen uns einen Dämp­fer.“ Hin­zu kom­me, dass auch Fach­kräf­te feh­len. Das wer­de auch an der hohen Aus­las­tung und den weit rei­chen­den Auf­trags­be­stän­den deut­lich. Prä­si­dent Graß­mann: „Die Auf­trags­bü­cher vie­ler Betrie­be sind voll. Trotz­dem haben sie bei der Fach­kräf­te­ge­win­nung Probleme.“

Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK, Rein­hard Bau­er, beur­teilt die aktu­el­le Lage ähn­lich. „Die Indi­ka­to­ren wie Umsatz­ent­wick­lung, Auf­trags­ein­gän­ge und Beschäf­tig­te zei­gen deut­lich, dass das ober­frän­ki­sche Hand­werk in wirt­schaft­lich guter Ver­fas­sung ist.“ Doch ob die Ent­wick­lung auch lang­fris­tig sta­bil blei­be, hän­ge eben wesent­lich davon ab, wie schnell Preis­explo­sio­nen und Mate­ri­al­eng­päs­se in den Griff zu bekom­men sei­en. Vor die­sem Hin­ter­grund stellt der Haupt­ge­schäfts­füh­rer auch For­de­run­gen an die neue Regie­rungs­ko­ali­ti­on „Bei allen anste­hen­den, poli­ti­schen Wei­chen­stel­lun­gen darf die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft auf kei­nen Fall aus dem Blick ver­lo­ren wer­den.“ Die Hand­werks­be­trie­be sei­en ohne­hin wirt­schaft­lich stark gefor­dert, ihre Unter­neh­men durch die­se her­aus­for­dern­den Zei­ten zu füh­ren. Rein­hard Bau­er „Wei­te­re Belas­tun­gen unse­rer Mit­glieds­be­trie­be müs­sen zwin­gend ver­mie­den wer­den. Die Leis­tungs­fä­hig­keit klei­ner und mitt­le­rer Betrie­be darf nicht durch poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen aufs Spiel gesetzt werden.“


Ein­schät­zung aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

▪ Trotz der Mate­ri­al­eng­päs­se brummt die Kon­junk­tur in den Bau- und Aus­bau­hand­wer­ken wei­ter­hin und die Betrie­be ver­mel­den eine her­vor­ra­gen­de Geschäfts­la­ge. 95 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 94 Pro­zent sind mit den Geschäf­ten zufrie­den, bei jeweils knapp zwei Drit­teln ist die Lage gut.

▪ Die Erho­lung der Zulie­fe­rer und der Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs setzt sich wei­ter fort. Ins­be­son­de­re im Ver­gleich zum Vor­jahr stellt sich die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on wesent­lich bes­ser dar. 82,5 Pro­zent wei­sen eine min­des­tens befrie­di­gen­de Geschäfts­la­ge aus.

▪ Das Kfz-Hand­werk muss leich­te Ein­bu­ßen zum Vor­jahr hin­neh­men. Die Werk­stät­ten sind gut aus­ge­las­tet, aller­dings hat die Bran­che mit einem Rück­gang an Neu­zu­las­sun­gen zu kämp­fen. Knapp 70 Pro­zent sind mit der Geschäfts­la­ge zufrieden.

▪ Die Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ke sind gut aus­ge­las­tet und konn­ten die Umsatz­ent­wick­lung der letz­ten Mona­te kon­stant hal­ten. Aller­dings macht sich der Fach­kräf­te­man­gel bei Bäckern, Metz­gern und Kon­di­to­ren beson­ders stark bemerk­bar. Den­noch ist die aktu­el­le Geschäfts­la­ge (88 Pro­zent gut/​befriedigend) gut.

▪ Die Gesund­heits­hand­wer­ke haben im Vor­jah­res­ver­gleich deut­lich auf­ge­holt und sind mit der aktu­el­len Lage größ­ten­teils zufrie­den (82,5 Pro­zent gut/​befriedigend).

▪ Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker zei­gen eine ähn­li­che Geschäfts­ent­wick­lung wie im Vor­jahr. Die Geschäfts­la­ge ist zudem etwas bes­ser als im letz­ten Quar­tal. Im Bran­chen­ver­gleich ste­hen sie aller­dings schlech­ter da als die übri­gen Zwei­ge. 67,5 Pro­zent mel­den eine gute oder befrie­di­gen­de Geschäftslage

Umfra­ge der Handwerkskammer 

Ober­frän­ki­sches Hand­werk atmet auf

Nach der Locke­rung der Coro­na-Maß­nah­men set­zen sich die Erho­lungs­ten­den­zen in der Hand­werks­kon­junk­tur fort und die ober­frän­ki­schen Betrie­be beur­tei­len ihre Geschäfts­la­ge wie­der deut­lich posi­ti­ver als noch vor drei Monaten.

„Es ist erfreu­lich, dass unse­re Mit­glie­der an die kon­junk­tu­rel­le Früh­jah­res­be­le­bung anknüp­fen kön­nen und eine deut­li­che Ver­bes­se­rung ihrer Geschäfts­la­ge im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­mel­den“, sagt der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. So berich­ten in der aktu­el­len Kon­junk­tur­um­fra­ge über die Hälf­te der befrag­ten Betrie­be von einer guten Geschäfts­la­ge, wei­te­re 35 Pro­zent wei­sen zumin­dest eine befrie­di­gen­de Lage auf. „Damit bewe­gen wir uns kon­junk­tu­rell zwar nicht auf Vor­kri­sen­ni­veau, machen aber einen gro­ßen Schritt nach vor­ne“, so der Prä­si­dent weiter.

Im zwei­ten Quar­tal klet­tert der Geschäfts­kli­ma­in­dex von 111 auf 114 Punk­te. Einen stär­ke­ren Anstieg ver­hin­dert der noch zöger­lich opti­mis­ti­sche Blick in die Zukunft. „Trotz der guten Geschäfts­la­ge sind die Erwar­tun­gen der Betrie­be für die kom­men­den Mona­te noch vor­sich­tig“, erklärt der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK, Rein­hard Bau­er. „Die Sor­ge vor erneu­ten Beschrän­kun­gen auf­grund der Pan­de­mie ist nicht ver­flo­gen.“ Zwar wür­den 12,5 Pro­zent der Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­ker mit einer Ver­bes­se­rung der Kon­junk­tur rech­nen, ein eben­so gro­ßer Anteil befürch­tet aller­dings rück­läu­fi­ge Zah­len. „Aber“, so Bau­er wei­ter, „die wich­tigs­ten Indi­ka­to­ren zei­gen nach oben. Ins­be­son­de­re bei Umsät­zen und Auf­trags­ein­gän­gen konn­ten die Betrie­be deut­lich zule­gen.“ Erfreu­lich sei außer­dem, dass sich die gute Ein­schät­zung der Lage dies­mal über die gan­ze Brei­te des ober­frän­ki­schen Hand­werks erstre­cke und sich nicht auf das Bau­haupt- und Aus­bau­ge­wer­be beschrän­ke. Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer: „Zwar blei­ben die­se Gewer­ke wei­ter­hin das Zug­pferd der Hand­werks­kon­junk­tur, der Auf­schwung kommt aber die­ses Quar­tal in allen Hand­werks­zwei­gen an.“


Preis­stei­ge­run­gen und Materialengpässe

Trotz der guten Zah­len aus der aktu­el­len Umfra­ge warnt HWK-Prä­si­dent Graß­mann, der selbst als Unter­neh­mer in der Grup­pe der Bau- und Aus­bau­ge­wer­be tätig ist, vor vor­ei­li­ger Eupho­rie. Denn nicht nur erneu­te Coro­na-Beschrän­kun­gen, son­dern auch die aktu­el­le Situa­ti­on auf den Roh­stoff­märk­ten kön­ne zur erns­ten Kon­junk­tur­brem­se wer­den. „Die aktu­ell vor­han­de­ne Mate­ri­al­knapp­heit zieht sich durch alle Berei­che – von Holz über Metall bis zu Kunst­stoff­pro­duk­ten. Die beschränk­ten Res­sour­cen füh­ren einer­seits zu extre­men Preis­er­hö­hun­gen, aber vor allem auch zu enor­men Ver­zö­ge­run­gen. Hält die­ser Trend an, kann er zu einer ech­ten Brem­se wer­den, obwohl die Auf­trags­bü­cher, vor allem im Bau und Aus­bau, gut gefüllt sind.“ Die Ergeb­nis­se der Kon­junk­tur­um­fra­ge bestä­ti­gen die Ein­schät­zung des Prä­si­den­ten: 80 Pro­zent der Befrag­ten kla­gen über gestie­ge­ne Prei­se im Ein­kauf. Graß­mann: „Die Poli­tik muss all ihre ver­füg­ba­ren Hebel in Bewe­gung set­zen, um die­ser kom­ple­xen Ent­wick­lung auf den Roh­stoff­märk­ten zu begegnen.“


Ein­schät­zung aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

▪ Die Kon­junk­tur der Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke ließ sich auch im II. Quar­tal nicht brem­sen. Die Geschäfts­la­ge in die­sen Gewer­ken ist wei­ter­hin her­vor­ra­gend (92 % bezie­hungs­wei­se 96,5% gut/​befriedigend). Mate­ri­al­eng­päs­se könn­ten aller­dings zum Kon­junk­tur­dämp­fer werden.

▪ Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs haben auf­grund stei­gen­der Auf­trä­ge in der Indus­trie ihre wirt­schaft­li­che Situa­ti­on deut­lich ver­bes­sern kön­nen. Über 80 % sind mit der Geschäfts­la­ge zufrieden.

▪ Die Locke­run­gen der Coro­na-Beschrän­kun­gen haben dem Kfz-Hand­werk wie­der etwas Auf­trieb ver­schafft. Mit 43,5 % ist der Anteil der Betrie­be, die gestie­ge­ne Umsät­ze im II. Quar­tal ver­mel­de­ten, in die­ser Grup­pe am größten.

▪ Auch bei den Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ken hat sich die Geschäfts­la­ge wei­ter etwas ver­bes­sert. Aller­dings klagt ein Vier­tel immer noch über gesun­ke­ne Umsät­ze ver­gli­chen zum Vor­quar­tal. Die Erwar­tun­gen für das kom­men­de Quar­tal sind aber über­wie­gend posi­tiv: 88 % rech­nen mit einer guten oder befrie­di­gen­den Geschäftsentwicklung.

▪ Deut­lich erholt hat sich die Kon­junk­tur in den Gesund­heits­hand­wer­ken. 88 % bewer­ten die Geschäfts­la­ge als gut oder befriedigend.

▪ Im Ver­gleich zum Jah­res­be­ginn hat sich die Lage der Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker auf­grund der Öff­nun­gen wie­der ent­schärft. Die Umsatz­aus­fäl­le sind aber nicht rück­gän­gig zu machen. Dem­entspre­chend zeigt sich die Geschäfts­ent­wick­lung ähn­lich wie im Vor­jahr. Immer­hin wei­sen fast zwei Drit­tel eine zumin­dest befrie­di­gen­de Geschäfts­la­ge auf (62,5 %)

Die Bam­ber­ger Wirt­schaft war­tet auf Erholung

Trend­aus­wer­tung Kon­junk­tur Bamberg

Unter­schied­li­cher könn­te die Ein­schät­zung der momen­ta­nen Lage der Unter­neh­men in Stadt und Land­kreis Bam­berg nicht sein. Wäh­rend die einen gute Zah­len schrei­ben, sind die ande­ren in der Fol­ge der Coro­na-Pan­de­mie wei­ter­hin von zum Teil hef­ti­gen Ein­bu­ßen und Beschrän­kun­gen betrof­fen. Das geht aus den Ergeb­nis­sen der Kon­junk­tur­um­fra­ge der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth hervor.

Die Stim­mung in der Wirt­schaft bleibt ver­hal­ten. Der Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex steigt um einen Punkt leicht an und liegt jetzt bei 92 Zäh­lern. „Bei den Bam­ber­ger Unter­neh­men ist der Auf­wärts­trend noch nicht wirk­lich ange­kom­men. Die Sor­gen über­wie­gen momen­tan noch, doch es ist Zuver­sicht und die Hoff­nung auf eine bes­se­re Ent­wick­lung im nächs­ten hal­ben Jahr spür­bar“, so Son­ja Weig­and, IHK-Prä­si­den­tin und Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bamberg. 

Im Früh­jahr 2021 bezeich­nen 63 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men aus Stadt und Land­kreis Bam­berg ihre aktu­el­le Geschäfts­la­ge als gut (24 Pro­zent) oder befrie­di­gend (39 Pro­zent), 37 nen­nen sie schlecht. Bei 51 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men ist die Kapa­zi­tät nicht aus­rei­chend aus­ge­las­tet, bei eben­so vie­len das Auf­trags­vo­lu­men aus dem Inland gesun­ken. Der Blick in die Zukunft wird etwas opti­mis­ti­scher als zuletzt ein­ge­schätzt, bleibt aber skep­tisch. 71 Pro­zent der Unter­neh­men rech­nen mit einer sich ver­bes­sern­den (26 Pro­zent) oder gleich­blei­ben­den (45 Pro­zent) Geschäfts­la­ge, 29 Pro­zent befürch­ten eine Verschlechterung.

Die Inves­ti­ti­ons­nei­gung ist noch ein­mal zurück­ge­gan­gen. Wäh­rend vie­le Unter­neh­men wei­ter auf Öff­nungs­schrit­te hin zu einer nor­ma­len Geschäfts­tä­tig­keit hof­fen, sehen vor allem Indus­trie­be­trie­be inzwi­schen höhe­re Risi­ken in den Ener­gie- und Roh­stoff­prei­sen sowie gestör­ten Lie­fer­ket­ten. Leicht ver­bes­sert prä­sen­tie­ren sich die Erwar­tun­gen an die Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung. „Wir alle hof­fen, dass sich die Aus­nah­me­si­tua­ti­on durch immer mehr Imp­fun­gen end­lich nor­ma­li­siert. Vie­le Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer, vor allem aber vie­le Solo­selb­stän­di­ge, sind am Ran­de ihrer finan­zi­el­len Belast­bar­keit und brau­chen drin­gend den so lan­ge ersehn­ten Neu­start“, so Weigand.

Die Stim­mung in den regio­na­len Unter­neh­men ist höchst unter­schied­lich und kann über die Kenn­zah­len der Kon­junk­tur­be­fra­gung nur unzu­rei­chend abge­bil­det wer­den. Daher hier eini­ge per­sön­li­che State­ments von Unter­neh­mern zur kon­junk­tu­rel­len Lage in ihrer Branche:


State­ment Herr Her­bert Grim­mer, Geschäfts­füh­rer Grim­mer GmbH, Lisberg:

„Der begin­nen­de Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess vom Ver­bren­nungs­mo­tor zum Elek­tro­mo­tor und die danach fol­gen­de Pan­de­mie haben auch in mei­nem Unter­neh­men für eine gewis­se Unsi­cher­heit gesorgt. Des­halb hat­te es für mich ers­te Prio­ri­tät, die­ser Ver­un­si­che­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken und die Arbeits­plät­ze zu sichern.

Unse­re Kun­den haben sich schnell auf die Ver­än­de­run­gen ein­ge­stellt und uns mit neu­en Ent­wick­lungs­pro­jek­ten beauf­tragt. Die­se Pro­jek­te stel­len uns vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, da unse­re Kun­den zum einen immer kür­ze­re Durch­lauf­zei­ten ver­lan­gen und wir zum ande­ren mit den täg­lich schwan­ken­den Mit­ar­bei­ter­ka­pa­zi­tä­ten zurecht­kom­men müssen.

Aktu­ell haben wir Voll­aus­las­tung im Unter­neh­men; unse­re vier Aus­zu­bil­den­den konn­ten wir als Jung­fach­ar­bei­ter übernehmen.“


State­ment Herr Chris­ti­an Kle­menz, Geschäfts­füh­rer Biero­thek GmbH, Bamberg:

„Wir hof­fen für unse­re sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­dels­fi­lia­len natür­lich auf bal­di­ge Öff­nun­gen, da die gerin­ge Fre­quenz in den Innen­städ­ten in den letz­ten 15 Mona­ten in die­sem Geschäfts­be­reich zu Umsatz­ver­lus­ten bei uns geführt hat, auch wenn wir als Lebens­mit­tel­händ­ler nicht unmit­tel­bar von Schlie­ßun­gen betrof­fen waren. Unser Online-Han­del ist hin­ge­gen im glei­chen Zeit­raum sehr stark gewach­sen und es hat sich bewährt, hier breit auf­ge­stellt zu sein und die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung zu nutzen.“


State­ment Herr Horst Feul­ner, Geschäfts­füh­rer Bam­berg Con­gress + Event GmbH, Bamberg:

„Seit Mit­te März 2020 sind Ver­an­stal­tun­gen, vor allem Groß­ver­an­stal­tun­gen, nahe­zu durch­ge­hend unter­sagt und dadurch kann auch kei­ne Gas­tro­no­mie in unse­ren Häu­sern statt­fin­den. Wir haben in der gesam­ten Zeit nahe­zu 100 % unse­res Umsat­zes ver­lo­ren und das wird, auf­grund der lan­gen Vor­lauf­zei­ten für gro­ße Ver­an­stal­tun­gen, ver­mut­lich auch noch bis Ende des Jah­res so bleiben.“

Kon­junk­tur im I. Quar­tal 2021

Licht und Schat­ten im ober­frän­ki­schen Handwerk

Das ober­frän­ki­sche Hand­werk beweist in der Pan­de­mie Robust­heit, wie die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken mit­teilt. So wei­sen wesent­li­che Kon­junk­tur­da­ten trotz der teils erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen für ein­zel­ne Gewer­ke nach oben, auch die Früh­jahrs­be­le­bung bil­det sich in den Zah­len ab.

„Wir sind froh, dass das Hand­werk ins­ge­samt so sta­bil ist“, sagt der Vize­prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. „Aller­dings darf das Ergeb­nis nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass die wirt­schaft­li­che Lage in vie­len Gewer­ken nach wie vor sehr ange­spannt ist. Wir haben also sowohl viel Licht, als auch viel Schat­ten in der Kon­junk­tur.“ Beson­ders wich­tig sei aber, dass die Kon­junk­tur­ent­wick­lung des I. Quar­tals wie­der einen opti­mis­ti­sche­ren Blick in die Zukunft weist als das Ende 2020 der Fall war. So gehen mit 62 % fast zwei Drit­tel der befrag­ten Unter­neh­men nicht von einer wei­te­ren Ver­schlech­te­rung aus, 21 % rech­nen gar mit einer bes­se­ren Situation.

Der Geschäfts­kli­ma­in­dex im ober­frän­ki­schen Hand­werk stieg im I. Quar­tal 2021 auf den Wert von 111, obwohl gro­ße Tei­le der Wirt­schaft noch im Lock­down ver­har­ren, der Ende 2020 noch zu einem deut­li­chen Ein­bruch führ­te (99). Wesent­li­che Trei­ber des Hand­werks sind dabei nach wie vor die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke, denen die Kri­se kaum anzu­mer­ken ist. „Alle ande­ren Gewer­ke lei­den deut­lich stär­ker unter der Coro­na-Kri­se und haben wei­ter­hin mit teils gro­ßen Ein­bu­ßen zu kämp­fen“, dif­fe­ren­ziert Geschäfts­füh­rer Rai­ner Beck die Zah­len. „Daher kön­nen auch wir im Hand­werk noch kei­ne Ent­war­nung geben.“


Gro­ße kon­junk­tu­rel­le Unter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Gewerken

Die gro­ßen kon­junk­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Hand­werks­zwei­gen zei­gen sich vor allem bei der Betrach­tung der Kapa­zi­täts­aus­las­tung. Wäh­rend in den Bau- und Aus­bau­hand­wer­ken gut die Hälf­te der Betrie­be eine 100-pro­zen­ti­ge oder höhe­re Aus­las­tung bestä­tig­ten, kehrt sich das Bild in allen ande­ren Berei­chen um. Vor allem Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker, die lan­ge geschlos­sen blei­ben muss­ten und auch jetzt erheb­li­che Anfor­de­run­gen bei den Hygie­ne- und Schutz­maß­nah­men zu erfül­len haben, aber auch indus­trie­na­he Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs arbei­ten noch immer weit unter ihren Mög­lich­kei­ten. Fast die Hälf­te mel­de­te eine Betriebs­aus­las­tung von maxi­mal 70 %. Im Kfz-Bereich ist die Aus­las­tung sogar noch etwas nied­ri­ger, was in ers­ter Linie auf die Ein­schrän­kun­gen im Han­del zurück­zu­füh­ren sein dürf­te. „Über alle Gewer­ke hin­weg wei­sen die ober­frän­ki­schen Betrie­be der­zeit durch­schnitt­lich eine Aus­las­tung von 74 % aus, was zwar dem Vor­quar­tals­wert ent­spricht, aber wei­ter­hin deut­lich unter dem Schnitt der letz­ten Jah­re liegt“, fasst Beck zusammen.


Hand­werk als Arbeit­ge­ber ver­läss­li­che Größe

Die Kon­junk­tur­zah­len der ers­ten drei Mona­te des Jah­res zei­gen damit auch, dass trotz begin­nen­der Erho­lung das Vor­kri­sen­ni­veau 2021 nicht mehr erreicht wird – auch wenn die Auf­trags­ein­gän­ge wie­der etwas zuge­nom­men haben, die Auf­trags­reich­wei­te gestie­gen ist (durch­schnitt­lich 9 Wochen) und eine Umsatz­stei­ge­rung erwar­tet wird. Gleich­wohl bleibt das Hand­werk als Arbeit­ge­ber für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der Pan­de­mie eine ver­läss­li­che Grö­ße, der Arbeits­markt zeigt sich trotz leicht nega­ti­vem Sal­do sta­bil. Der Geschäfts­füh­rer: „Der nega­ti­ve Sal­do im I. Quar­tal dürf­te in ers­ter Linie sai­so­nal bedingt sein, die­se Schwan­kung gibt es Jahr für Jahr – unab­hän­gig von der Pandemie.“


„Jetzt end­lich Ver­läss­lich­keit gefordert“

Die­se Robust­heit des Hand­werks, die auch den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in der Kri­se Halt und Sicher­heit gibt, darf aus Sicht des Vize­prä­si­den­ten der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken nun nicht mehr wei­ter belas­tet wer­den. „Wir brau­chen jetzt ange­sichts der neu­er­li­chen Ver­schär­fun­gen der Pan­de­mie-Regeln in Bay­ern und der Dis­kus­si­on um eine bun­des­ein­heit­li­che Rege­lung qua Gesetz end­lich Pla­nungs­si­cher­heit für unser Betrie­be“, for­dert Mat­thi­as Graß­mann. „Die­se muss eine Ver­läss­lich­keit beinhal­ten, die dem ewi­gen Hin und Her Ein­halt gebie­tet und auch eine Öff­nungs­stra­te­gie skiz­ziert, die dann auch tat­säch­lich umge­setzt wird.“ Graß­mann lehnt auch die vom Bun­des­ka­bi­nett beschlos­se­ne, gesetz­li­che Ver­pflich­tung für Arbeit­ge­ber rund­weg ab, ihren Beschäf­tig­ten Tests anzu­bie­ten. „Das ist das fal­sche Signal und belas­tet unse­re Hand­werks­be­trie­be zusätz­lich in einer für sie ohne­hin schwie­ri­gen Lage. Die­se gesetz­ge­be­risch unnö­ti­ge Akti­on ist der Ver­such, die beim Staat lie­gen­de Ver­ant­wor­tung für die Pan­de­mie­be­kämp­fung auf die Wirt­schaft zu verlagern.“


Ein­schät­zung aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

Die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke blei­ben die Kon­junk­tur­trei­ber im ober­frän­ki­schen Hand­werk und mel­den star­ke Wer­te. 95 % bezie­hungs­wei­se 94,5 % haben eine gute oder befrie­di­gen­de Geschäftslage.

Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs bewe­gen sich auf Vor­jah­res­ni­veau und ver­zeich­nen kei­ne merk­li­che Erho­lung. Den­noch ist die Lage bes­ser als in ande­ren Gewer­ken. 70 % sind zumin­dest mit den Geschäf­ten zufrieden.

Im Kfz-Hand­werk hat sich die wirt­schaft­li­che Lage im Vor­jah­res­ver­gleich zwar leicht ver­bes­sert, den­noch lei­den die Betrie­be wei­ter­hin stark unter den Ein­schrän­kun­gen, sodass 46,5 % eine schlech­te Geschäfts­la­ge vor­wei­sen. Das I. Quar­tal ist für den Auto­mo­bil­han­del schlecht gelaufen.

Die Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ke kom­men wei­ter­hin etwas bes­ser durch die Kri­se. Zwar haben auch sie merk­li­che Umsatz­aus­fäl­le, kön­nen die Ver­lus­te aber wenigs­tens teil­wei­se kom­pen­sie­ren. 38,5 % haben eine gute, 43 % noch eine befrie­di­gen­de Geschäftslage.

Bei den Gesund­heits­hand­wer­ken stellt sich die Lage wie im Vor­jahr wei­ter­hin schwie­rig dar. Bei 59 % der Befrag­ten ist die Geschäfts­la­ge schlecht.

Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker waren im I. Quar­tal 2021 erneut von behörd­lich ange­ord­ne­ten Betriebs­schlie­ßun­gen betrof­fen. Dem­entspre­chend beur­teilt die Mehr­heit mit 59 % die wirt­schaft­li­che Lage als schlecht.

Licht und Schatten

Ober­frän­ki­sche Wirt­schaft erwar­tet schwie­ri­ges Jahr

Die Ver­län­ge­rung des Lock­downs bis in den März hin­ein hat die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zum Anlass genom­men, um die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men in einer wei­te­ren Coro­na-Blitz­um­fra­ge zu ihren aktu­el­len Ein­schät­zun­gen zu befra­gen. Fazit: Die Lage in der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft ist wei­ter­hin ange­spannt und auch der kurz- und mit­tel­fris­ti­ge Aus­blick macht nur in Tei­len Hoff­nung. Dabei ist die Ein­schät­zung aus Han­del und Tou­ris­mus deut­lich pes­si­mis­ti­scher als die Beur­tei­lun­gen aus dem Dienst­leis­tungs­sek­tor und der Industrie.

Die Coro­na-Pan­de­mie und die damit ver­bun­de­nen staat­li­chen Beschrän­kun­gen hin­ter­las­sen in der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft ein breit gestreu­tes Stim­mungs­bild. Rund drei Vier­tel der Betrie­be ver­mel­den, dass ihre Betrof­fen­heit und die ent­ste­hen­den Schä­den nur gering bezie­hungs­wei­se mit­tel­schwer sind. Auf der ande­ren Sei­te berich­tet ein Vier­tel der Unter­neh­men von einer gro­ßen Betrof­fen­heit und von erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Schä­den durch den Lock­down. Rund ein Vier­tel der befrag­ten Unter­neh­men gibt an, aktu­ell geschlos­sen bezie­hungs­wei­se teil­wei­se geschlos­sen zu sein. Beson­ders betrof­fen äußern sich natur­ge­mäß Unter­neh­men und Solo­selb­stän­di­ge aus Han­del und Tourismus.

„Wir stel­len eine Zwei­tei­lung in der Wirt­schaft fest. Auf der einen Sei­te Bran­chen, die ihren Geschäfts­be­trieb recht gut auf­recht­erhal­ten kön­nen und daher rela­tiv sta­bil durch die­se Kri­se kom­men. Auf der ande­ren Sei­te Bran­chen, die vor allem durch Betriebs­un­ter­sa­gung und ‑ein­schrän­kung mas­si­ve Umsatz­ein­bu­ßen hin­neh­men müs­sen und daher drin­gend auf Unter­stüt­zungs­maß­nah­men und vor allem eine Öff­nungs­per­spek­ti­ve ange­wie­sen sind“, erläu­tert IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weigand.


Kurz­ar­beit ist das Mit­tel der Wahl

Als zen­tra­le staat­li­che Unter­stüt­zungs­maß­nah­me wird quer durch alle Bran­chen vor allem die Kurz­ar­beit in Anspruch genom­men. Sie leis­tet einen erheb­li­chen Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der wirt­schaft­li­chen Ein­schnit­te. Sofort­hil­fen, Unter­stüt­zungs­hil­fen und Novem­ber- bezie­hungs­wei­se Dezem­ber­hil­fen stel­len eben­falls wich­ti­ge Bau­stei­ne dar, wer­den aller­dings in gerin­ge­rem Maße bean­tragt als die Kurz­ar­beit. Allen staat­li­chen Unter­stüt­zungs­maß­nah­men wird von den befrag­ten Unter­neh­men bei der Bean­tra­gung, der Bear­bei­tung und dem Nut­zen für das eige­nen Unter­neh­men ein gutes bis befrie­di­gen­des Zeug­nis aus­ge­stellt. „Sicher gibt es wei­ter­hin Aus­nah­men, doch im Wesent­li­chen kom­men die finan­zi­el­len Mit­tel inzwi­schen bei den betrof­fe­nen Unter­neh­men an und sor­gen für die drin­gend erfor­der­li­che Liqui­di­tät. Die ein­zel­nen Bau­stei­ne der unter­neh­me­ri­schen Hil­fen grei­fen in der Regel inein­an­der. Gera­de für Här­te­fäl­le müs­sen aber noch unbü­ro­kra­ti­sche Lösun­gen gefun­den wer­den“, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.


Ober­frän­ki­sche Indus­trie erwar­tet Aufwind

Die aktu­el­le Blitz­um­fra­ge wird durch die Ergeb­nis­se der jüngs­ten IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge vom Janu­ar 2021 bestä­tigt. Dort hat der Aus­blick auf das Geschäfts­jahr 2021 und auch dar­über hin­aus vor allem in der Indus­trie einen Sil­ber­streif am Hori­zont hin­ter­las­sen. So rech­nen 41 Pro­zent der Indus­trie­un­ter­neh­men mit einer Ver­bes­se­rung im Jahr 2021. Die­sen Opti­mis­mus tei­len Han­del, Tou­ris­mus und auch Dienst­leis­tun­gen nur bedingt, so dass im Gesamt­ergeb­nis rund 27 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be mit einer Auf­hel­lung kal­ku­lie­ren. Eine Ver­schlech­te­rung erwar­ten hin­ge­gen ins­ge­samt 41 Pro­zent. „Für 2021 rech­nen wir nicht damit, das Vor­jah­res­ni­veau zu errei­chen. Aller­dings las­sen die Ein­schät­zun­gen der Indus­trie, als Trei­ber vie­ler Inno­va­tio­nen und Bran­che mit erheb­li­chen regio­na­len Wert­schöp­fungs­ef­fek­ten, Hoff­nung und Opti­mis­mus für die Zukunft zu. Vor­aus­set­zung ist natür­lich, dass das Virus und sei­ne Muta­tio­nen nicht neue Ein­schrän­kun­gen erfor­dern“, so IHK-Prä­si­den­tin Weigand.

Trend­aus­wer­tung Kon­junk­tur Bamberg

Deut­lich trü­be­re Aussichten

Der Jah­res­wech­sel stand auch für die Wirt­schaft in Stadt und Land­kreis Bam­berg unter schwie­ri­gen Vor­zei­chen, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit­teilt. In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge ver­mel­den die befrag­ten Bam­ber­ger Unter­neh­men eine deut­lich schlech­te­re aktu­el­le Geschäfts­la­ge als noch im Herbst 2020.

Zu den Erwar­tun­gen an die kom­men­den zwölf Mona­te hin­ge­gen äußern sich die Befrag­ten etwas opti­mis­ti­scher. „Wie die gesam­te Wirt­schaft lei­den auch die Unter­neh­men der Regi­on Bam­berg stark unter der Coro­na-Pan­de­mie. Bran­chen­über­grei­fend sind vie­le Betrie­be zum Nichts­tun ver­dammt oder ver­zeich­nen wegen der staat­li­chen Beschrän­kun­gen hohe Umsatz­ein­bu­ßen. Alle set­zen ihre Hoff­nun­gen auf Locke­run­gen für die Geschäfts­welt, die für kräf­ti­gen Rücken­wind sor­gen kön­nen. Die jüngs­ten Ent­schei­dun­gen der Poli­tik geben aber nur wenig Anlass zur Hoff­nung. Kla­re Per­spek­ti­ven feh­len nach wie vor“, so Son­ja Weig­and, IHK-Prä­si­den­tin und Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg. Der Kon­junk­tur­kli­ma-index für die Regi­on Bam­berg gibt aktu­ell um acht Punk­te nach und liegt nun bei 91 Zählern.

Das Auf und Ab der Geschäfts­la­ge setzt sich auch im neu­en Jahr fort. Nach­dem im letz­ten Früh­jahr die Wer­te mas­siv ein­ge­bro­chen waren, erhol­te sich die Geschäfts­la­ge im Herbst zunächst wie­der, um zu Jah­res­be­ginn erneut deut­lich nach­zu­ge­ben. 43 Pro­zent der Betrie­be aus Stadt und Land­kreis Bam­berg bewer­ten ihre aktu­el­le Geschäfts­la­ge schlecht, nur 27 Pro­zent nen­nen sie gut. Damit rutscht die Lage­be­ur­tei­lung im Sal­do merk­lich in den nega­ti­ven Bereich. „Das Ergeb­nis sagt viel über den tat­säch­li­chen Zustand der Wirt­schaft aus und ist durch­aus alar­mie­rend. Immer mehr unse­rer Mit­glieds­un­ter­neh­men kämp­fen inzwi­schen um ihre Exis­tenz“, so Weig­and. Knapp die Hälf­te der Befrag­ten berich­tet auch von einer nega­ti­ven Umsatz­ent­wick­lung. Dies betrifft sowohl Umsät­ze im In- und im Aus­land. Dem­zu­fol­ge lei­det bei die­sen Unter­neh­men auch die Kapa­zi­täts­aus­las­tung oder befin­det sich auf einem nied­ri­gen Niveau.


Die Hoff­nung bleibt bestehen

Die Bam­ber­ger Unter­neh­men schrei­ben die kom­men­den Mona­te aber noch nicht ab. Ein Vier­tel der Befrag­ten rech­net mit einer Ver­bes­se­rung der Geschäfts­la­ge, wei­te­re 49 Pro­zent gehen von kei­ner gra­vie­ren­den Ver­än­de­rung aus, 26 Pro­zent befürch­ten eine Ver­schlech­te­rung. Dies zeigt die Zuver­sicht, die eine über­wie­gend gro­ße Zahl den­noch ver­spürt. Ähn­lich sta­bi­le Erwar­tun­gen for­mu­lie­ren die Fir­men auch bei der Ein­schät­zung der künf­ti­gen Umsatz­ent­wick­lung im In- und Aus­land. „Die Wirt­schaft traut sich wei­ter­hin viel zu. Grund­vor­aus­set­zung für eine Erho­lung sind aber nach­hal­ti­ge Locke­run­gen der Coro­na-Beschrän­kun­gen für die Betrie­be, damit die Unter­neh­men wie­der Pla­nungs­si­cher­heit erlan­gen. Wir sind zuver­sicht­lich, sonst wären wir kei­ne Unter­neh­mer. Etli­che Unter­neh­men aber wer­den die­se Kri­se wohl nicht über­ste­hen, weil für sie die Geschäfts­tä­tig­keit zu lan­ge ein­ge­schränkt oder unmög­lich war und die öffent­lich zuge­sag­ten Hil­fen nicht oder ein­fach zu spät ankom­men“, erläu­tert die Präsidentin.


Deut­li­che Spu­ren auf dem Arbeitsmarkt

Der der­zei­ti­ge Lock­down hat nach Ein­schät­zung der befrag­ten Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nega­ti­ve Fol­gen für den Arbeits­markt. Dazu kommt im Raum Bam­berg die ohne­hin schwie­ri­ge Lage der Auto­mo­bil­zu­lie­fer­indus­trie. Tei­le der Wirt­schaft sind daher gezwun­gen, ihre Beleg­schaft zu redu­zie­ren. „Unter­neh­men kön­nen nicht in ihrem Geschäft ein­ge­schränkt oder gar gänz­lich geschlos­sen wer­den, ohne dass dies nach­hal­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf den Arbeits­markt hat“, betont Weig­and. Ein gewis­ser Erho­lungs­ef­fekt ist aber auch für den Arbeits­markt zu erwar­ten, sobald das Geschäfts­le­ben in allen Bran­chen wie­der durch­star­ten kann.

Sor­gen macht sich die IHK-Prä­si­den­tin auch um die Zukunft des Wirt­schafts­stand­or­tes. „Die Basis und die Stär­ke des Wirt­schafts­stand­or­tes Ober­fran­ken sind die vie­len, soli­den, fami­li­en­ge­führ­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men. Schon in wirt­schaft­lich guten Zei­ten ist es für zahl­rei­che Unter­neh­mer schwer, die Nach­fol­ge in der eige­nen Fami­lie zu regeln. Jetzt, in so schwie­ri­gen Zei­ten, ist die­se Her­aus­for­de­rung noch ungleich grö­ßer. Ver­lie­ren wir die­se Unter­neh­men, wird dem Wirt­schafts­stand­ort Pro­spe­ri­tät und damit Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­lo­ren gehen“, so Son­ja Weigand.

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