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Jonas Ochs

1 Jahr Pod­cast „Bam­berg bassd scho!“

„Die sind so wie sie sind“

Vor einem Jahr star­te­te der Pod­cast „Bam­berg bassd scho“, von dem seit­dem alle zwei Wochen eine neue Fol­ge erscheint. Im Rah­men des Drehs einer Fol­ge in der Gärt­ne­rei Dechant haben die bei­den Gesich­ter des Pod­casts, Jonas Ochs und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er, sowie Pro­du­zent Dani­el Oppl im Gespräch mit uns zurück und auch nach vor­ne geblickt.
Im Rück­blick auf das ers­te Pod­cast-Jahr, wel­che Sen­dung war dein High­light, Sebastian?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Ich wür­de gar nicht sagen, dass eine Fol­ge jetzt die bes­te Fol­ge war, die wir bis jetzt gemacht haben, denn es war eher die­se Gesamt­schau, dass wir jetzt ein­mal durch die gan­ze Stadt gezo­gen sind, all­ge­mein die Rei­se, die wir mit dem Pod­cast bis jetzt gemacht haben.


Wenn ihr euch auf den Pod­cast bei einem Dreh außer­halb des Stu­di­os, wie hier in der Gärt­ne­rei Dechant, vor­be­rei­tet, wie viel Zeit nimmt die Vor­be­rei­tung in Anspruch?

Jonas Ochs: Es ist natür­lich so, dass du man­che von Haus aus etwas bes­ser kennst. Wenn wir jetzt in einem Wirts­haus hocken, da müs­sen wir uns nicht so sehr ein­le­sen. Aber klar ist unser Anspruch, dass wir sagen, es ist eine gute Mischung aus Spon­ta­nei­tät, dass wir auch auf den Gast ein­ge­hen, auf das, was er erzählt, und dann auch nicht zu ver­kopft sind. Es soll ja trotz­dem immer auch ein locke­rer Plausch sein und auch die Fra­gen der Hörer mitbeantworten.


Es ist ver­mut­lich ein Unter­schied, ob ihr im Stu­dio oder wie hier bei der Gärt­ne­rei Dechant vor Ort dreht. Wie viel Vor­be­rei­tung steckt in einer Fol­ge für dich drin, Daniel?

Dani­el Oppl: Ganz am Anfang habe ich die Jungs ver­flucht, als sie gesagt haben, wir kön­nen auch mal raus­ge­hen. Oh, Mann. Oh, Mann. Oh, Mann. Was kommt da auf mich zu? Und jetzt, darf ich sagen, ich bin süch­tig danach, raus­zu­ge­hen. Wir kom­men an Orte, an die kommt man sonst nicht. Es war schon eine Her­aus­for­de­rung, aber jetzt lie­be ich das, raus­zu­ge­hen mit den Jungs, um was auf­zu­neh­men. Zur Fra­ge, wie ich mich vor­be­rei­te: Es ist jetzt schon eine Rou­ti­ne da. Du packst dei­nen Kof­fer, weißt genau, was du brauchst, weil es immer exakt das Glei­che ist. Und Vor­be­rei­tungs­zeit gibt es bei uns sonst eigent­lich kaum noch. Es ist so ein­ge­spielt, so rou­ti­niert, dass wir das fast aus dem Steg­reif machen. Und die Leu­te mögen das viel­leicht gar nicht so mit­be­kom­men, aber der Sebas­ti­an und der Jonas, die sind so wie sie sind. Da gibt es kein Skript. Die set­zen sich hin, dann lau­fen die Kame­ra und der Ton und die zwei sind authen­tisch, ohne irgend­wel­che gro­ßen Vorbereitungen.


Wie sieht dein Fazit nach einem Jahr aus, Jonas?

Jonas: Wahn­sinn und über­ra­gend, glau­be ich, sind zwei Begrif­fe, die das ganz gut aus­drü­cken. Ich habe nicht gedacht, dass die Bam­ber­ger so begeis­te­rungs­fä­hig beim The­ma Pod­cast sein kön­nen, weil es trotz­dem Etwas ohne den ganz gro­ßen Bums ist, da explo­diert nichts und du hast eine Ton­da­tei, jetzt schon auch mit einem recht schö­nen Bild, das ist natür­lich von Dan ultra­pro­fes­sio­nell gemacht, aber der Grund­ge­dan­ke war echt so „schau­en wir mal“. Und das ist, das sagen ja auch unse­re Reich­wei­ten, die wir da emp­fan­gen, das ist schon krass geil, wie das ange­nom­men wird.


Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Ich fin­de, es ist ja so ein Gegen-Modell zum aktu­el­len Trend. Du hast so ein­ein­halb Minu­ten als Auf­merk­sam­keits­span­ne bei Tik­Tok- und You­Tube-Vide­os oder Shorts und wir hau­en ja eine Fol­ge, jetzt waren wir bestimmt wie­der bei 40, 50 Minu­ten, raus. Und trotz­dem hören sich das die Leu­te an.

Dani­el Oppl: Inter­es­sant ist auch, dass von uns Vide­os über Insta­gram viral gehen kön­nen mit über 160.000 Auf­ru­fen, wer hät­te sowas gedacht?


Wie weit könnt ihr einen Ablauf im Vor­feld planen?

Sebas­ti­an: Heu­te haben wir uns qua­si eigent­lich nur auf­ge­schrie­ben… also ich hab mir nur auf­ge­schrie­ben, wir fan­gen an mit Feed­back, was kamen für Hörer­fra­gen aus den letz­ten Fol­gen raus, was hat sich so ein biss­chen erge­ben? Dann gehen wir auf den Phil­ipp Dechant ein, geben ihm die Büh­ne und las­sen ihn reden, was ihm wich­tig ist, was er zu sei­nem Betrieb erzäh­len will, zu sei­nem Stand­ort, zu sei­nem Stadt­teil. Und dann haben wir gesagt, wir wol­len einen Jah­res­rück­blick machen.

Die
Jonas Ochs (links) und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er mit Gast­ge­ber Phil­ipp Dechant (Mit­te). Foto: Manu­el Werner

Jonas Ochs: Es ist ja auch unser The­ma. Um Bam­berg zu reprä­sen­tie­ren, braucht es gar nicht die kras­sen Spe­cial Effects und alle zwei Minu­ten ein Geräusch, das rein­fliegt, son­dern es ist ja auch so, wie wie wir es auch ken­nen­ge­lernt haben, wir sind ja auch mit Geschich­ten groß gewor­den, ent­we­der der Sebas­ti­an in der Gärt­ne­rei über sei­nen Vater oder ich über mei­nen Groß­va­ter in der Metz­ge­rei. Ich glau­be, das ist ja auch so ein wenig das The­ma, Leu­ten zuzu­hö­ren, die Geschich­ten zu erzäh­len haben. Von daher ist es auch, genau wie der Sebas­ti­an sagt, so ein biss­chen unser Geheim­re­zept, dass wir uns gar nicht vor­her ewig über etwas unter­hal­ten, son­dern drauf loslegen.

Jonas, du bist als Rap­per aktiv, arbei­test bei der Lebens­hil­fe in ver­ant­wor­tungs­vol­ler Posi­ti­on, machst auch Coa­chings und Rap-Work­shops. Wie bringst du das alles mit dem Pod­cast unter einen Hut? Und ist ein Pod­cast dei­ner Mei­nung nach auch über einen Zeit­raum von 20 Jah­ren mög­lich, so lan­ge wie du jetzt schon mit dei­ner Band Bam­bäg­ga aktiv bist?

Jonas Ochs: Im End­ef­fekt wer­de ich bis zu mei­nem letz­ten Atem­zug ver­su­chen, den Leu­ten Geschich­ten zu erzäh­len und das Leben kurz mal ein biss­chen aus den nor­ma­len Fugen zu brin­gen. Das ist schon auch mei­ne Idee. Und ob das auf der Büh­ne, im Radio oder eben über Pod­cast-For­ma­te ist, das ist erst­mal zweit­ran­gig. Ich will die Leu­te ein wenig raus­he­ben aus die­sem Gewöhn­li­chen. Mein Vater hat’s mal an mei­nem run­den Geburts­tag gesagt, hat gemeint, für Jonas wäre das nor­ma­le 9‑to‑5 nichts. Und ich lie­be das, mei­nen nor­ma­len Job, aber ich kann ihn auch nur so gut machen, weil ich mei­ne klei­nen Escape-Rooms habe im Leben. Also, Büh­ne ist mein Sport, Pod­cast ist mei­ne Intel­li­genz­för­de­rung, sag’ ich mal. Und mei­ne Elo­quenz. Das macht mir alles Spaß. Klar muss man zeit­öko­no­misch agie­ren. Aber das ist trotz­dem halt mei­ne Lei­den­schaft und das ist auch das Schöne.

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Und wie der Jonas da ein­fach spon­tan eine Stun­de raus­bal­lert, in einer Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit, da ken­ne ich nie­man­den, der das so kann.


Sebas­ti­an, du kan­di­dierst als Ober­bür­ger­meis­ter. Du als Kan­di­dat mit Bam­ber­ger Wur­zeln bist ja bekannt und beliebt und hast schon bei dei­nem erst­ma­li­gen Ein­zug in den Stadt­rat vor zwölf Jah­ren ein sehr gutes Ergeb­nis erzielt. Wie lie­ße sich das Amt des OB mit dem Pod­cast vereinbaren?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Dan hat es ja gesagt und uns geht es ja hier wirk­lich um die Spon­ta­ni­tät und die Authen­ti­zi­tät beim Pod­cast. Das heißt, es hält sich eigent­lich wirk­lich in Gren­zen und es ist jetzt auch für nie­man­den von uns ein gro­ßer Arbeits­auf­wand. Son­dern das ist ja wirk­lich Ent­span­nung und du bringst den Men­schen so viel Posi­ti­ves mit. Und gera­de in der Kom­mu­nal­po­li­tik kommst du doch manch­mal an die Gren­zen. Und was oft fehlt, ist die Nah­bar­keit von Poli­ti­kern, und des­we­gen ist sowas wie der Pod­cast, glau­be ich, ganz wich­tig, dass die Bam­ber­ger was Posi­ti­ves zu ihrer Stadt bekom­men und den Men­schen, den Poli­ti­ker, der dahin­ter steht, auch mal ein biss­chen mehr ken­nen­ler­nen. Ich glau­be, das ist ganz wich­tig, des­we­gen ver­stel­len wir uns auf kei­nen Fall.

Dani­el Oppl: Es ist gut, dass du das sagst. Es pas­siert kei­ner­lei Poli­tik bei den Abspra­chen oder wenn wir uns sehen und irgend­was bera­ten. Das ist über­haupt gar kein The­ma. Und das Gute ist, dass du so per­sön­lich ange­fan­gen hast, noch bevor irgend­wie was Kri­ti­sches pas­siert ist mit der Wahl. Und die Leu­te haben dich so ken­nen­ge­lernt, wie du tat­säch­lich bist. Und das kann man dir nicht mehr neh­men. Also, die wis­sen, wer der Sebas­ti­an Nie­der­mai­er ist. Tat­säch­lich, im ech­ten Leben ist der Sebas­ti­an wie vor der Kamera.


Hast du, Jonas, dir grund­sätz­lich auch schon mal Gedan­ken über poli­ti­sche Ambi­tio­nen gemacht?

Jonas Ochs: Ich ver­su­che auch ohne poli­ti­sches Amt schon, die Stadt trotz­dem in eine gewis­se Rich­tung zu brin­gen. Natür­lich ist Sebas­ti­an als Pod­cast-Kum­pel und mein Freund natür­lich mein Lieb­lings­kan­di­dat, aber ich las­se die Poli­tik für mich per­sön­lich raus aus dem Pod­cast. Ich freue mich, wenn Bam­berg auf lan­ge Zeit eine lebens­wer­te Stadt, eine sozi­al ein­ge­stell­te Stadt bleibt. Für mei­ne Kin­der auch vor allen Din­gen. Ich wür­de jetzt sagen, Poli­tik über­las­se ich lie­ber den Leu­ten, die Plan davon haben. Ich mache ger­ne mit bei Bene­fiz­ak­tio­nen, mit sozia­lem Enga­ge­ment, mit mei­ner Lebens­hil­fe­tä­tig­keit, mit unse­rer Musik, die auch poli­tisch ist, tra­gen wir dann unse­ren Teil als Teil der Stadt­ge­sell­schaft, als Band und als Ein­zel­per­son bei, aber jetzt nicht irgend­wie auf einer Liste.


Dei­ne Work­shops, zum Bei­spiel, gehen ja auch in Rich­tung Demokratie-Förderung.

Jonas: Genau, das ist ja unser Ding. Das ist ja Hip-Hop all­ge­mein schon. Das ist so: Hip-Hop ist poli­tisch. Und gegen Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung set­ze ich mich auch schon seit­dem ich den­ken kann ein. Das ist mir per­sön­lich auch wichtig.


Was war das Unge­wöhn­lichs­te, was ihr sei­tens der Hörer zu hören gekriegt habt?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Lus­tig fin­de ich, dass Leu­te uns zum Ein­schla­fen hören.

Dani­el Oppl: Was super ankommt bei den Leu­ten, sind die Emp­feh­lun­gen für Essen und Trin­ken. Dar­auf wer­de ich am meis­ten ange­spro­chen. „Kommt mal wie­der eine neue Fol­ge mit, wo es das und das gibt?“ Da sind sie alle ganz heiß drauf.


Was hat euch am meis­ten über­rascht in die­sem ers­ten Jahr eures Podcasts?

Jonas Ochs: Ich wür­de wirk­lich lügen, wenn ich sage, ich hät­te nicht gedacht, dass es so krass gut ankommt. Also ich habe es mir gewünscht, aber dass es wirk­lich so ist, ist dann trotz­dem eine Über­ra­schung. Ich habe auch nicht gedacht, dass wir immer wie­der neue The­men fin­den und es jedes Mal auch neu total span­nend wird. Dass ich sel­ber mich auch immer wie­der dar­auf freue.

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Ich hät­te nicht gedacht, dass es so vie­le Emo­tio­nen bei den Men­schen aus­löst und dass die Leu­te auch mit einer emo­tio­na­len Anspra­che auf einen zukom­men. Sowas wie der Jonas, wo er den Satz mal gesagt hat, das Atri­um war die Mit­tags­be­treu­ung der 90er. Mit dem Spruch kön­nen sich ganz vie­le iden­ti­fi­zie­ren. Und da hat sofort jeder den Geruch vom Brun­nen mit dem Atri­um im Kopf, mit dem gan­zen Chlor da drin­nen. Also, wie du so Bil­der bei den Men­schen im Kopf erzeu­gen kannst. Das hät­te ich nicht gedacht, dass es so eine Wir­kung bekommt.

Dani­el Oppl: Tat­säch­lich ist es bei mir auch die pri­va­te Anspra­che. Die Leu­te kom­men, sind ganz per­sön­lich, erzäh­len dir irgend­wie was Pri­va­tes, einen Schwank aus dem Leben in Bezug auf einen Pod­cast. Weil das sie moti­viert oder inspi­riert hat.


Wie seid ihr mit der Fre­quenz zufrieden?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Super. Ich hät­te nicht gedacht, dass das auf so einem Niveau bleibt. Du hast ein­fach in einem Jahr eine soli­de Stamm­hö­rer­schaft auf­bau­en kön­nen. Das hät­te ich nicht gedacht.

Jonas Ochs: Jeder hat ja sei­ne eige­nen Bedeu­tungs­we­ge in einer Fol­ge. Und da ist es total krass, mal unab­hän­gig von den sehr guten Hörer­zah­len, die wir haben. Wir spre­chen über Bam­berg, wir sind ein Bam­berg-Pod­cast. Das Ding ist wirk­lich, es hat eine ganz eige­ne Fan­ba­se. Und das siehst du ja hier, die Leu­te kom­men aus Coburg hier­her gefah­ren. Du hast Jung und Alt, die Men­schen erzäh­len mir, wo sie das hören. Manch­mal wird es mir selbst an der Rewe-Kas­se ein biss­chen zu per­sön­lich, wo das anschei­nend läuft, und die mei­ne Stim­me hören oder die vom Sebas­ti­an. Und die Leu­te fan­gen die­ses Erzäh­len an. Das war ja auch die Idee von Sebas­ti­an, der auch im ers­ten Sin­ne die Idee zu dem Pod­cast hat­te, wirk­lich die Leu­te wie­der Bam­berg so nahe zu bringen.

Dani­el Oppl: Wir machen ja alle­samt gute Arbeit, mit dei­ner Poli­tik, mit dei­ner Musik, bei mir mit mei­nem Stu­dio. Und der Pod­cast ist das, wo ich tat­säch­lich am meis­ten ange­spro­chen wer­de. Egal, wel­che Pro­jek­te ich sonst mache. Tat­säch­lich, die Leu­te öff­nen sich von ganz alleine.

Neu­er Bamberg-Podcast

Bam­berg bassd scho!

Im Janu­ar star­te­te der Pod­cast „Bam­berg bassd scho!“. Alle zwei Wochen unter­hal­ten die bei­den Bam­ber­ger Jonas Ochs und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er seit­dem ihre Hörer mit span­nen­den Ein­bli­cken und Anek­do­ten rund um das Leben in der Welt­erbe­stadt. Die kom­men­de Fol­ge ist ab 20. Febru­ar verfügbar.

Die ers­te Pod­cast-Fol­ge der bei­den dien­te dazu, den Höre­rin­nen und Hörern einen Ein­blick in ihre Ideen und die Aus­rich­tung von „Bam­berg bassd scho!“ zu geben, außer­dem durf­te Jonas Ochs erst­mals Süß­holz pro­bie­ren. In der zwei­ten Fol­ge beschäf­tig­ten sich Ochs und Nie­der­mai­er unter ande­rem mit Neu­jahrs­vor­sät­zen. Wir haben den bei­den Jung-Pod­cas­tern auf den Zahn gefühlt.


Jonas, Sebas­ti­an, wie aktiv seid ihr selbst als Podcast-Hörer?

Jonas Ochs: Ich lie­be Pod­casts! Sie beglei­ten mich täg­lich – ob auf dem Weg zur Arbeit oder abends zum Ein­schla­fen. Beson­ders schön fin­de ich es, gemein­sam mit mei­ner Fami­lie Pod­casts zu hören, da das ein ganz eige­nes, ver­bin­den­des Erleb­nis schafft. Ange­fan­gen habe ich damals mit Klas­si­kern wie „Hotel Mat­ze“ oder „Fest & Flau­schig“, die mich direkt in ihren Bann gezo­gen haben. Mitt­ler­wei­le schät­ze ich auch nischi­ge For­ma­te, etwa zu The­men wie Musik oder Sport, und höre sehr ger­ne Poli­tik-Pod­casts, die mir neue Per­spek­ti­ven eröffnen.

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Natür­lich höre ich auch ger­ne Pod­casts. Mei­ne Favo­ri­ten sind „Fest & Flau­schig“ mit Jan Böh­mer­mann und Olli Schulz sowie der F.A.Z.-Podcast für Deutschland.


Wie ent­stand die Idee, einen eige­nen Pod­cast zu produzieren?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Ich hat­te schon lan­ge die Idee, einen Bam­berg-bezo­ge­nen Pod­cast zu machen. Als Bay­ern­bot­schaf­ter habe ich Bam­berg schon in vie­len Medi­en prä­sen­tiert, auch in Pod­casts, und dach­te, das wäre ein idea­les For­mat, um Bam­ber­ger Flair und die Lie­be zu unse­rer Stadt zu tei­len. Als ich Jonas Ochs frag­te, ob er das ger­ne mit mir machen möch­te, war er sofort Feu­er und Flam­me und hat­te auch schon mehr­mals mit dem Gedan­ken gespielt.

Jonas Ochs: Sebas­ti­an rief mich eines Tages an und mein­te: „Jonas, ich habe eine rich­tig gute Idee, ich muss unbe­dingt zu dir kom­men!“ Kei­ne Stun­de spä­ter stand er schon in mei­nem Büro und erzähl­te mir vol­ler Begeis­te­rung von sei­ner Pod­cast-Idee. Als gro­ßer Pod­cast-Fan war ich direkt über­zeugt, dass das eine groß­ar­ti­ge Chan­ce ist – vor allem, weil ich das For­mat für Bam­berg als unglaub­lich span­nend und viel­ver­spre­chend sehe.


Die ers­ten bei­den Fol­gen erschie­nen im Janu­ar mit zwei­wö­chi­gem Abstand. In wel­chem Tur­nus wird es weitergehen?

Jonas Ochs: Wir pla­nen, alle zwei Wochen eine neue Fol­ge zu ver­öf­fent­li­chen. Die­ser Rhyth­mus gibt uns genü­gend Raum, um jede Epi­so­de mit Sorg­falt und Lei­den­schaft zu gestal­ten, und bie­tet unse­ren Höre­rin­nen und Hörern einen ver­läss­li­chen Zeit­rah­men, um sich auf neue Inhal­te freu­en zu können.


Habt ihr fest­ge­legt, wie vie­le The­men ihr grund­sätz­lich pro Aus­ga­be brin­gen wollt?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Grund­sätz­lich legen wir uns ein paar The­men zurecht und schau­en dann, wie unse­re Sen­dung läuft. Wir wol­len den Pod­cast fle­xi­bel gestal­ten, um ehr­lich und authen­tisch zu sein. Fix haben wir uns eini­ge Kate­go­rien über­legt wie unse­re Per­sön­li­chen Top 3, zum Bei­spiel frän­ki­sche Gast­stät­ten in Bam­berg, oder unse­re High­lights in 2025.

Jonas Ochs (lacht): Wir haben für jede Fol­ge natür­lich eine gro­be Kon­zep­ti­on. Aber ehr­lich gesagt, las­sen wir uns auch ger­ne von unse­rer eige­nen Begeis­te­rung mit­rei­ßen. Es kommt immer wie­der vor, dass wir nicht alle geplan­ten The­men in eine Epi­so­de packen kön­nen, weil wir uns so tief in ein The­ma ver­tie­fen. Sol­che Inhal­te neh­men wir dann ein­fach mit in die nächs­te Fol­ge. Wie Sebas­ti­an schon sagt, möch­ten wir uns da die Frei­heit bewah­ren, damit jede Epi­so­de leben­dig und authen­tisch bleibt.


Woher nehmt ihr die Ideen?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Aus dem täg­li­chen Leben und den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in der Stadt. Sobald uns etwas auf­fällt oder inter­es­siert, schrei­ben wir es in unse­re Grup­pe. Wie eine Art Stoffsammlung.

Jonas Ochs: Mei­ne Inspi­ra­ti­on kommt aus 40 Jah­ren Leben in Bam­berg! Die Stadt bie­tet so vie­le Geschich­ten, Cha­rak­te­re und span­nen­de Ereig­nis­se, die uns immer wie­der neue Ideen lie­fern. Natür­lich spielt auch das aktu­el­le Tages­ge­sche­hen in unse­rer wun­der­ba­ren Klein­stadt eine gro­ße Rol­le. Es gibt ein­fach so viel, was erzählt und geteilt wer­den will!


Wel­che Dau­er sol­len die Aus­ga­ben jeweils haben?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Eine Aus­ga­be soll­te immer 30 Minu­ten haben, wobei wir uns bei der zwei­ten Fol­ge schon ver­plap­pert und über­zo­gen haben. Wir müs­sen uns eben auch erst mal einspielen.

Jonas Ochs: Natür­lich stel­len wir uns kei­nen Wecker auf den Tisch, aber wir bemü­hen uns, die ange­peil­ten 30 Minu­ten ein­zu­hal­ten, um die Auf­merk­sam­keit unse­rer Hörer nicht zu über­stra­pa­zie­ren. Mit die­sem Zeit­rah­men wol­len wir die Inhal­te kna­ckig trans­por­tie­ren und auf den Punkt brin­gen, ohne dabei zu lang­at­mig zu werden.


Sind auch beson­de­re Fol­gen, viel­leicht auch mit län­ge­rer Dau­er, geplant, zum Bei­spiel im Hin­blick auf die Wah­len in Bam­berg 2026?

Jonas Ochs: Ja, wir haben tat­säch­lich schon eini­ge Spe­zi­al­fol­gen in Pla­nung! Beson­ders span­nend wird es natür­lich, wenn wir Gäs­te in den Pod­cast ein­la­den, die ihre Per­spek­ti­ven und Geschich­ten tei­len. Was das The­ma Poli­tik angeht, steht das für mich per­sön­lich nicht im Vor­der­grund. Unser Fokus liegt viel­mehr dar­auf, all­ge­mei­ne The­men aus Bam­berg zu beleuch­ten und genau die­se Viel­falt und Leben­dig­keit unse­rer Stadt in den Mit­tel­punkt zu stel­len. Das ist das Herz­stück unse­res Podcasts.

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Es gibt bestimmt immer mal Anläs­se, über ein The­ma aus­führ­li­cher zu spre­chen. Als Son­der­fol­gen haben wir über­legt mal raus zu gehen und zum Bei­spiel beim Kiosk Kun­ni live eine Fol­ge auf­zu­neh­men. Ideen haben wir vie­le und wir haben bei­de rich­tig Bock auf das Pro­jekt Podcast.


Also ist auch geplant, Gäs­te in den Pod­cast ein­zu­la­den. Dür­fen schon Namen genannt werden?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Ja, Gäs­te sind geplant, aller­dings wol­len wir uns erst­mal gegen­sei­tig fin­den und wie gesagt ein­spie­len. Wenn wir dann har­mo­nie­ren, möch­ten wir auf jeden Fall Bam­ber­ger Per­sön­lich­kei­ten zu uns einladen.

Jonas Ochs: Wir haben bereits eini­ge Gäs­te in Pla­nung! Wie Sebas­ti­an sagt, ist uns dabei beson­ders wich­tig, dass jeder Gast einen kla­ren Bezug zu Bam­berg hat. Dadurch möch­ten wir sicher­stel­len, dass die The­men und Geschich­ten immer authen­tisch blei­ben und eng mit unse­rer Stadt ver­bun­den sind.


Ist auch ein Blick wei­ter über Bam­berg und die Regi­on hin­aus denkbar?

Jonas Ochs: Unser Haupt­fo­kus liegt natür­lich ganz klar auf Bam­berg. Den­noch gibt es The­men, die den All­tag prä­gen und auch über die Gren­zen unse­rer wun­der­ba­ren Klein­stadt hin­aus rele­vant sind. Sol­che Aspek­te wer­den wir sicher­lich immer mal wie­der auf­grei­fen, auch wenn sie eher beglei­tend und ergän­zend im Pod­cast auftauchen.


Wie weit im Vor­aus pro­du­ziert ihr die Podcasts?

Jonas Ochs: Wir ver­su­chen immer, mög­lichst wochen­ak­tu­ell zu blei­ben. Bei der Auf­nah­me legen wir gro­ßen Wert dar­auf, dass uns kei­ne High­lights aus dem Bam­ber­ger Tages­ge­sche­hen ent­ge­hen. Des­halb neh­men wir die Pod­casts immer kurz vor der Aus­strah­lung auf, um mög­lichst frisch und rele­vant zu sein.


Wie darf man sich den Vor­lauf zur Pro­duk­ti­on einer Sen­dung vorstellen?

Jonas Ochs: Wir begin­nen unse­re Recher­che etwa 10 Tage vor der Aus­strah­lung der nächs­ten Sen­dung. In die­ser Zeit sind wir stän­dig über eine Whats­App-Grup­pe mit­ein­an­der ver­bun­den, um Ideen aus­zu­tau­schen, The­men abzu­stim­men und uns pass­ge­nau auf die neue Fol­ge vor­zu­be­rei­ten. So ent­steht eine Mischung aus gründ­li­cher Pla­nung und spon­ta­nen Ein­fäl­len, die den Pod­cast so leben­dig macht. 


Wel­che Her­aus­for­de­run­gen galt es bei den ers­ten bei­den Fol­gen zu bewältigen?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Über­haupt der gan­ze Auf­wand um die Fol­gen und den Pod­cast her­um. Da hat­ten wir kei­ne kon­kre­te Vor­stel­lung. Wie lädt man einen Pod­cast auf Spo­ti­fy und You­tube hoch? Das Erstel­len der Ins­ta- und Face­book-Kanä­le. Ich habe schon mal einen Pod­cast als Bay­ern­bot­schaf­ter auf­ge­nom­men. Aber im Stu­dio mit den Kopf­hö­rern war das für mich noch­mal eine neue Erfah­rung. Jonas ist bei sowas natür­lich ein abso­lu­ter Profi.

Jonas Ochs: Vor allem muss man ler­nen, die gesam­te Tech­nik im Raum aus­zu­blen­den, um eine mög­lichst natür­li­che Atmo­sphä­re zu schaf­fen. Gera­de am Anfang war das eine Her­aus­for­de­rung, da man sich erst an die Mikro­fo­ne und das Set­up gewöh­nen muss. Aller­dings gelang uns das rela­tiv schnell – viel­leicht auch dank des Spe­zi­al­rauch­biers, das uns in den ers­ten bei­den Fol­gen half, die Stim­mung locker und ent­spannt zu halten.


Wie vie­le Men­schen außer euch bei­den ste­cken hin­ter dem Podcast?

Jonas Ochs: Neben uns gibt es ein groß­ar­ti­ges Team, das uns unter­stützt. Auf­ge­nom­men wird der Pod­cast im Pod­cast-Stu­dio Bam­berg bei Dani­el Robin Oppl, der uns mit sei­ner Tech­nik und Exper­ti­se zur Sei­te steht. Hin­ter den Gra­fi­ken und dem Lay­out steckt Dani­el Knoth, der mit sei­nem krea­ti­ven Talent für den visu­el­len Auf­tritt sorgt. Wir schät­zen die Zusam­men­ar­beit mit ihnen sehr, denn sie tra­gen maß­geb­lich zum Erfolg unse­res Pod­casts bei.


Gibt es Vor­bil­der, was den Pod­cast angeht?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Einer mei­ner Favo­ri­ten ist „Fest & Flau­schig“. Ich fin­de die locke­re Art und das ehr­li­che Gespräch bei den bei­den groß­ar­tig. Ein­fach frei von der Leber zu spre­chen und dann auch mal zu ris­kie­ren, in ein Fett­näpf­chen zu tre­ten. Das macht das Gan­ze doch erst per­sön­lich. Wir müs­sen aber unse­ren eige­nen Weg fin­den. Es soll nicht albern sein, son­dern wir wol­len auch Bam­ber­ger The­men durchsprechen.

Jonas Ochs: Es gibt natür­lich vie­le klas­si­sche Pod­cast-Pro­duk­tio­nen, die wir pri­vat selbst ger­ne hören und die uns inspi­rie­ren. Für mich per­sön­lich ist aller­dings ein typisch frän­ki­scher Stamm­tisch ein wun­der­ba­res Vor­bild. Dort gibt man sei­nem Gegen­über immer Raum, etwas von sich zu erzäh­len, und genau das möch­ten wir auch in unse­rem Pod­cast errei­chen. So ent­steht ein krea­ti­ves, leben­di­ges Bild, das unse­re Hörer­schaft anspricht und unterhält.


Habt ihr eine Rol­len­ver­tei­lung und einen Ablauf festgelegt?

Jonas Ochs: Das ist bei uns fle­xi­bel und von Fol­ge zu Fol­ge unter­schied­lich. Je nach Stim­mungs­la­ge und The­ma­tik hat mal der eine, mal der ande­re mehr zu erzäh­len. Wir hal­ten es da ganz wie beim frän­ki­schen Stamm­tisch: Jeder, der eine gute Geschich­te oder span­nen­de Gedan­ken hat, bekommt den Raum, die­se zu erzäh­len. So bleibt unser Pod­cast abwechs­lungs­reich und authentisch.

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Wir haben für uns eine Pro­be­auf­nah­me auf­ge­nom­men – viel­leicht sen­den wir die auch mal. Dabei haben sich die Rol­len eigent­lich gleich auto­ma­tisch ver­teilt. Jonas ist ein­fach eine Ram­pen­sau und ist sofort in die Mode­ra­to­ren­rol­le geschlüpft, wäh­rend ich eher der Fra­gen­de bin. Bis jetzt fin­de ich, wir haben schon einen ganz guten Flow gefun­den und wer­den uns sicher mit jeder Fol­ge mehr ein­spie­len. Viel­leicht hören wir uns dann mal wie­der die ers­te Fol­ge an und schla­gen die Hän­de über dem Kopf zusammen.


Wen wollt ihr mit dem Pod­cast ansprechen?

Sebas­ti­an Nie­der­mai­er: Natür­lich geht der Pod­cast erst­mal an Bam­ber­ger, Neu­zu­ge­zo­ge­ne und Alt­ein­ge­ses­se­ne. Aber auch an Ehe­ma­li­ge, die sich ger­ne an unse­re schö­ne Stadt erin­nern möchten.

Jonas Ochs: Unser Pod­cast rich­tet sich an alle, die sich für Bam­berg und die Geschich­ten unse­rer wun­der­ba­ren Klein­stadt inter­es­sie­ren. Aber auch die­je­ni­gen, die ein­fach ein wenig Spaß und Ent­span­nung suchen, sind bei uns genau rich­tig. Mit unse­ren lus­ti­gen Geschich­ten und Ein­bli­cken aus dem Leben von zwei Bam­ber­gern möch­ten wir ein brei­tes Publi­kum begeistern.


Die neu­en Fol­gen von „Bam­berg bassd scho!“ erschei­nen im Zwei-Wochen-Rhyth­mus jeweils don­ners­tags und sind auf allen gän­gi­gen Strea­ming-Platt­for­men und der Pod­cast-Web­site ver­füg­bar, außer­dem sind sie auch auf You­tube als Video zu sehen. Die kom­men­de Fol­ge ist ab 20. Febru­ar verfügbar.

Jonas Ochs und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er im Dialog

Neu­er Pod­cast „Bam­berg bassd scho!“

Die bei­den Bam­ber­ger Jonas Ochs und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er star­ten ab Janu­ar ihren gemein­sa­men Pod­cast „Bam­berg bassd scho!“. Über das Leben in Bam­berg wol­len die bei­den in die­sem alle zwei Wochen in Dia­log tre­ten, wie sie es beschreiben.

Zwei lei­den­schaft­li­che Bam­ber­ger, zwei unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven, eine gemein­sa­me Visi­on: Jonas Ochs, bekannt als Front­mann der Hip-Hop-Grup­pe “Bam­bäg­ga”, der mit sei­ner Musik natio­na­le Bekannt­heit erlangt hat, und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er, Bio­land-Gärt­ner in elf­ter Gene­ra­ti­on, der durch zahl­rei­che TV-Sen­dun­gen und Zeit­schrif­ten für sei­ne nach­hal­ti­ge Arbeit bekannt ist, star­ten ihren gemein­sa­men Pod­cast “Bam­berg bassd scho!”.

Mit dem neu­en Jahr, ab Janu­ar 2025, star­ten die bei­den alle zwei Wochen mit span­nen­den Ein­bli­cken, Anek­do­ten und Dis­kus­sio­nen rund um das Leben in der Welt­erbe­stadt. Bam­berg bass scho! „Wir wol­len Geschich­ten erzäh­len, die das Herz der Stadt wider­spie­geln – authen­tisch, direkt und humor­voll”, erklärt Jonas Ochs, der mit sei­ner Musik bereits die loka­le Kul­tur­sze­ne prägt. Sebas­ti­an Nie­der­mai­er ergänzt: „Als Gärt­ner sehe ich Bam­berg aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve, nah an den Tra­di­tio­nen, aber auch mit Blick auf die Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen. Unser Pod­cast ver­bin­det bei­de Welten.”

Mit Herz und Humor durch Bamberg

Das Ziel der bei­den ist es, die Viel­falt und den Wan­del ihrer Hei­mat­stadt Bam­berg greif­bar zu machen. Mit dem Pod­cast wol­len sie The­men auf­grei­fen, die Bam­ber­ger bewe­gen, und die Qua­li­tät ihrer Hei­mat­stadt her­aus­stel­len. Geschich­ten und Per­spek­ti­ven, die oft im Ver­bor­ge­nen blei­ben, möch­ten sie hier mit Herz, Humor und Tief­gang präsentieren.

Mit “Bam­berg bassd scho!” wol­len die bei­den eine brei­te Palet­te von The­men beleuch­ten. Kul­tur und Musik: Von der Hip-Hop-Sze­ne bis zur tra­di­tio­nel­len Bam­ber­ger Gärt­ner­kul­tur. Stadt­le­ben: Die schöns­ten Orte in Bam­berg, von Bug bis zur Gärt­ner­stadt. Her­aus­for­de­run­gen und Wan­del: Wie die Stadt sich ver­än­dert und wel­che Rol­le Nach­hal­tig­keit und Kul­tur dabei spie­len. Gäs­te aus Bam­berg: Per­sön­lich­kei­ten aus Kul­tur, Poli­tik und Gesell­schaft wer­den in aus­ge­wähl­ten Epi­so­den eingeladen.

Mit ihrem locke­ren und ehr­li­chen Stil wol­len Jonas und Sebas­ti­an ein For­mat schaf­fen, das Men­schen aller Alters­grup­pen anspricht. Ob Bam­ber­ger Urge­stein oder Neu­an­kömm­ling – “Bam­berg bassd scho!” ist ein Pod­cast von Bam­ber­gern für Bam­ber­ger. „Wir laden alle ein, zuzu­hö­ren, mit­zu­den­ken und die Lie­be zu unse­rer Stadt zu tei­len”, so Jonas Ochs.

Jonas Ochs und Sebas­ti­an Nie­der­mai­er sind nicht nur bekann­te Per­sön­lich­kei­ten in Bam­berg, son­dern auch Fami­li­en­men­schen. Bei­de sind stol­ze Väter und wis­sen, wie wich­tig ein star­ker Bezug zur Hei­mat für die nächs­te Gene­ra­ti­on ist. Jonas Ochs ist Musi­ker und Front­mann der bekann­ten Bam­ber­ger Hip-Hop-Grup­pe “Bam­bäg­ga”. Er enga­giert sich außer­dem als Inklu­si­ons-Bot­schaf­ter und für die loka­le Kul­tur­sze­ne. Sebas­ti­an Nie­der­mai­er lei­tet in elf­ter Gene­ra­ti­on eine Bio­land-Gärt­ne­rei in Bam­berg und ist bekannt für sei­ne nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft und die Pfle­ge tra­di­tio­nel­ler Gemü­se­sor­ten. Gemein­sam set­zen sie sich für die Bewah­rung und Wei­ter­ent­wick­lung der Stadt Bam­berg ein.

Front­mann der Bambägga

Lever­ku­sen-Fan Jonas Ochs: „Ein durch­ge­hen­der Rausch, nur ohne Kater“

Ges­tern (14. April) gewann Bay­er 04 Lever­ku­sen 5:0 gegen Wer­der Bre­men und sicher­te sich damit die ers­te Deut­sche Meis­ter­schaft der Ver­eins­ge­schich­te. In Bam­berg freut sich einer über den Titel ganz beson­ders. Jonas Ochs, Front­mann der Hip-Hop-Grup­pe Bam­bäg­ga, ist seit 30 Jah­ren Fan des Ver­eins. Am Tag nach dem his­to­ri­schen Tri­umph haben wir ihn zum Inter­view erreicht.
Jonas, wie kommt es, dass ein Bam­ber­ger Lever­ku­sen-Fan wird?

Jonas Ochs: Ich wur­de 1994 mit neun Jah­ren Lever­ku­sen-Fan. Damals war Fuß­ball-WM In den USA. Das war mein ers­ter Kon­takt mit Sport im Fern­se­hen. Die deut­sche Mann­schaft war zwar nicht erfolg­reich, aber der all­ge­mein bekann­te Rudi Völ­ler spiel­te mit. Ich fand es sehr inter­es­sant, wie er spiel­te und ich frag­te mei­nen Vater, in wel­chem Ver­ein er spielt. Und mein Vater sag­te: Der ist gera­de von Mar­seil­le nach Lever­ku­sen gewech­selt. Dann hat es noch ein biss­chen gedau­ert, aber dann saßen wir im Auto und fuh­ren nach Lever­ku­sen. So habe ich 1995 mein ers­tes Lever­ku­sen-Spiel gese­hen, damals gegen Karls­ru­he. Zwar hat der KSC 3:1 gewon­nen, aber um mich war es gesche­hen. Seit­dem bin ich mit Leib und See­le Lever­ku­sen-Fan. Aber natür­lich gab es in Bam­berg über­haupt kei­ne ande­ren Fans oder Zugang zu Fan­ar­ti­keln des Ver­eins. Mei­ne Mut­ter hat sogar Zeug vom 1. FC Nürn­berg gekauft, um die Logos die­ses Ver­eins abzu­lö­sen, damit ich zumin­dest einen schwarz-roten Schal hat­te. Auch habe ich mal aus der Grund­schu­le an die Geschäfts­stel­le, nament­lich an Rei­ner Cal­mund, einen Brief geschrie­ben, dass ich in Fran­ken qua­si im Exil kei­nen Zugang zu Fan­ar­ti­keln habe. Dann hat er mir ein gan­zes Paket geschickt mit Auto­gramm­kar­ten der gan­zen Mann­schaft und T‑Shirts. So fing es an und seit­her war ich – und auch mein Bru­der David – immer wie­der im Stadion.

Auch in die­ser Saison?

Jonas Ochs: Ja, ich war in der Hin­run­de beim Heim­spiel gegen Frank­furt vor Ort – End­stand 3:0 für Lever­ku­sen. Dann war ich aus­wärts in Augs­burg dabei, da haben wir in der Nach­spiel­zeit noch den 1:0‑Siegtreffer gemacht. Und nächs­tes Wochen­en­de fah­re ich mit mei­nem Bru­der zum Spiel gegen Dortmund.

Was war dei­ne Ein­schät­zung der Leis­tungs­fä­hig­keit Lever­ku­sens vor der Saison?

Jonas Ochs: Ich hat­te gehofft, dass es wie in der Sai­son 2022 /​/​2023 für einen Platz, der für die inter­na­tio­na­len Tur­nie­re qua­li­fi­ziert, reicht. Aber ich war weit davon ent­fernt – ein­fach aus rei­ner Fan-Erfah­rung, die man mit die­sem Ver­ein über die Jah­re hat­te – an irgend­ei­nen Titel zu denken.

Wie hast du die Sai­son, in dem Ver­lauf, den sie nun genom­men hat, wahrgenommen?

Jonas Ochs: Es war wie ein durch­ge­hen­der Rausch, nur ohne Kater, wie dau­er­eu­pho­ri­siert. Trotz­dem hat­te ich immer das Gefühl, dass jeden Moment der Rück­schlag kom­men könn­te. Aber dann schie­ßen die doch wie­der in der 95. Minu­te ein Tor. Ich glau­be, ich habe in mei­nen Whats­app-Grup­pen noch nie so oft die Begrif­fe „Wahn­sinn“ und „unglaub­lich“ benutzt. Teil­wei­se haben sich mei­ne Frau und mei­ne Kin­der vor mir erschro­cken, weil ich jubelnd und brül­lend durch die Woh­nung gerannt bin.

Eine fast über­flüs­si­ge Fra­ge: Gab es einen Moment des Zwei­fels in der Saison?

Jonas Ochs: Man ist als Lever­ku­sen-Fan demü­tig. Und auch wenn wir die letz­ten Spiel­ta­ge die Hand schon sehr nah an der Scha­le hat­ten, habe ich mich bis zum letz­ten Wochen­en­de, trotz­dem wir mehr als zehn Punk­ten Vor­sprung hat­ten, nicht zu Titel­pro­gno­sen hin­rei­ßen lasen. Wenn man es ein­fach noch nie geschafft hat, Meis­ter zu wer­den, ist es ein­fach nicht vorstellbar.

Wenn ich ein­mal die­ses Wort gebrau­chen darf: Schwan­gen da sozu­sa­gen die Alt­las­ten aus Vize­ku­sen-Tagen mit?

Jonas Ochs: Ja, das war zu prä­gend, als dass man es hät­te ein­fach so löschen können.

Hast du einen Lieblingsspieler?

Jonas Ochs: Gra­nit Xha­ka. Ein Spie­ler mit gro­ßer Prä­senz auf dem Platz, der das Gan­ze orches­triert und absi­chert. Er ist auch schon ein dre­cki­ger Spie­ler – als Geg­ner spielt man wahr­schein­lich ungern gegen ihn – aber für uns war er Gold wert.

Wo hast du das Spiel gegen Bre­men ges­tern verfolgt?

Jonas Ochs: Ich habe es zusam­men mit mei­nem Vater und mei­nem Bru­der bei mei­nem Bru­der zuhau­se ange­schaut. Wir haben da so etwas wie eine Lever­ku­sen-Fan­höh­le ein­ge­rich­tet. Ich wäre aller­dings auch wahn­sin­nig ger­ne ins Sta­di­on gegan­gen und habe noch bis ges­tern Vor­mit­tag alles ver­sucht, Tickets zu bekom­men – aber erfolglos.

Wie hast du das Spiel durchlebt?

Jonas Ochs: Ich war sehr ner­vös. Man konn­te eine Domi­nanz im Lever­ku­se­ner Spiel füh­len, aber es ging eben um so viel – da kann einer Mann­schaft schnell die Leich­tig­keit abhan­den kom­men. Der, ich sage es ganz ehr­lich, glück­li­che Elf­me­ter zum 1:0 war dann aber der Dosen­öff­ner und die Par­tie wur­de fast ein Selbst­läu­fer. Je mehr das Spiel vor­an­schritt, umso mehr wuchs der Glau­be an den Sieg und es herrsch­te eine ein­zi­ge Euphorie.

Im Getüm­mel des Platz­sturms war der Schluss­pfiff zwar fast nicht zu hören, aber was ging in dir vor, als das Spiel vor­bei und die Meis­ter­schaft gewon­nen war?

Jonas Ochs: Ich muss­te schon in der 70. Minu­te mal kurz raus, weil mir die Trä­nen kamen. Das woll­te ich nicht vor mei­nem Vater und Bru­der und des­sen Freun­din machen. Als es vor­bei war, spür­te ich Ungläu­big­keit. Es war sur­re­al. Wann weckt mich jemand auf?

Wie hast du danach gefeiert?

Jonas Ochs: Na ja, wie es in Bam­berg so ist, waren die Stra­ßen nicht unbe­dingt voll mit Lever­ku­sen-Fans. Also habe ich einen Ein-Mann-Fahr­rad­kor­so in der Sand­stra­ße gemacht. Ein biss­chen Pyro­tech­nik hat­te ich auch dabei und habe im Bier­gar­ten vom Lewinsky’s einen kur­zen Tanz mit Flag­ge aufgeführt.

Am 25. Mai steht das Pokal­fi­na­le gegen Kai­sers­lau­tern an. Dein Tipp?

Jonas Ochs: Ich hof­fe, dass wir das Spiel mit aller Serio­si­tät ange­hen und es ent­spre­chend gestal­ten. Ich bin zu aber­gläu­bisch, einen Ergeb­nis-Tipp abzu­ge­ben, aber rein for­mell soll­ten wir gewinnen.

Wie glaubst du, schnei­det die Mann­schaft in der Euro­pa League ab?

Jonas Ochs: Am Don­ners­tag (18. April) ist das Vier­tel­fi­nal­rück­spiel gegen West Ham. Das wird hef­tig für die Jungs, in Lon­don, im aus­ver­kauf­ten Sta­di­on, den Schal­ter umzu­le­gen. Das sind zwar alles Pro­fis, aber in so einer Situa­ti­on waren noch nicht so vie­le. Der 2:0‑Sieg aus dem Hin­spiel ist aller­dings eine gute Aus­gangs­la­ge. Es wäre natür­lich Klas­se, wenn wir das Halb­fi­na­le errei­chen und dann muss man schau­en, wohin es geht.

Wohin könn­te es im nächs­ten Jahr gehen? Der FC Bay­ern hat ges­tern sinn­ge­mäß geschrie­ben: Herz­li­chen Glück­wunsch, aber nächs­tes Jahr muss die Scha­le zurück nach München.

Jonas Ochs: Ich freue mich auf einen span­nen­den Kampf. Die Mann­schaf­ten wer­den sich viel­leicht anders auf­stel­len, Lever­ku­sen wird das Alon­so-Sys­tem wei­ter vor­an­brin­gen und die ande­ren wer­den es ana­ly­sie­ren. Und irgend­wann wird man dann auch mal wie­der ver­lie­ren. Davon geht aber die Welt nicht unter.

Ist ein Bam­bäg­ga-Lied über den Tri­umph geplant?

Jonas Ochs: Es gibt jetzt natür­lich eine rie­si­ge Eupho­rie um Bay­er 04 Lever­ku­sen. Da wür­de ich aber irgend­wie ungern auf­sprin­gen und ein Lied bei­tra­gen. Wir genie­ßen im Stillen.