Bayern weiterhin ungeschlagen in dieser BBL-Saison
Fehlstart bringt BMA365 Bamberg Baskets beim Meister um jede Chance
Ein äußerst schwaches erstes Viertel hat die BMA365 Bamberg Baskets schon frühzeitig das Spiel beim FC Bayern München Basketball gekostet. Mit 13:32 gaben die Bamberger das erste Viertel ab und unterlagen am Ende vor 6.500 Zuschauern im ausverkauften BMW Park in München mit 81:96 (42:52).
Trotz des Fehlstarts kämpften sich die Bamberger in die Partie zurück und kamen nach 21 Punkten Rückstand gegen Ende des dritten Viertels nochmals bis auf fünf Zähler heran. Doch wie Head Coach Anton Gavel vor der Partie bereits gewarnt hatte, bestrafte der Meister die Fehler der Bamberger eiskalt. Vor allem in den Momenten, als die BMA365 Bamberg Baskets nochmals richtig nahe herankamen, waren die Münchner mit ihrer ganzen Stärke zur Stelle und siegten so am Ende absolut verdient.
Von Beginn an merkte man den Bayern an, dass es mit Blick zurück auf die 70:98-Heimniederlage in der EuroLeague gegen Kaunas am Freitag noch etwas gutzumachen gab. Der Meister kam dementsprechend fokussiert und energiegeladen aufs Parkett. Gleich in den ersten Minuten drückten die Münchner dem Spiel ihren Stempel auf und gingen schnell in Front (0:7/2.). Vor allem Isiaha Mike war anfangs nicht in den Griff zu bekommen und so hatte der Kanadier beim 6:12 (5.) bereits zehn Zähler auf seinem individuellen Konto. Zudem trafen die Bayern ihre Distanzwürfe und nach dem vierten erfolgreichen Dreier (im siebten Versuch), diesmal traf Andreas Obst (8:20/7.), nahm Head Coach Anton Gavel seine erste Auszeit. Lautstark appellierte er an seine Mannschaft, dem Gegner mit Entschlossenheit entgegenzutreten und nicht alles mit sich machen zu lassen. Doch auch im weiteren Verlauf des ersten Viertels fanden die BMA365 Bamberg Baskets nicht zu ihrem Spiel. Zwei weitere Ballverluste bedeuteten das 8:25 (8.) und über 10:29 (9.) endete das erste Viertel mit einer klaren Führung für die Bayern (13:32).
2:43 Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als die Münchner erstmals den Vorsprung auf +20 stellten (18:38/13.). Auch wenn Demarcus Demonia mit seinen ersten Zählern in der Partie beim 27:42 (15.) wieder etwas verkürzen konnte, kamen die Bayern mit ihrem geduldigen und vielseitigen Angriffsspiel immer wieder zu freien Abschlüssen. 3:38 Minuten vor der Halbzeit führte der Meister deutlich (29:50), als das Spiel der Bamberger nach der zweiten Auszeit von Tono Gavel nun doch endlich Fahrt aufnahm. Dreier von Ibi Watson und Richard Balint sowie ein Alley-Oop von Zach Ensminger auf EJ Onu zum Ende der ersten Halbzeit waren Teil eines 13:2‑Laufs der Bamberger, die sich so zur Pause wieder auf 42:52 herangekämpft hatten.
„Es war schwierig, das Ball Movement der Bayern zu stoppen“
Der Start in die zweite Hälfte gehörte erneut den Gastgebern, die ihren Vorsprung in den ersten drei Minuten nach Wiederbeginn erneut etwas ausbauen konnten (45:59/23.). Ibi Watson & Co. hielten nun aber gut dagegen und ein Drei-Punkte-Spiel des Mannschaftskapitäns ließ den Rückstand beim 54:62 (26.) wieder in den einstelligen Bereich schrumpfen. Und es kam noch besser: Erneut traf Bambergs Nummer 2 mit einem Dreier zum 57:64 (26.), ehe Zach Ensminger die BMA365 Bamberg Baskets mit zwei verwandelten Freiwürfen wenig später gar auf 61:66 (28.) heranbrachte. Wie aber so oft zeigte der Meister genau hier seine ganze Klasse, denn nur 70 Sekunden später führte der FCBB nach Dreiern von Obst und Giffey wieder zweistellig (61:72).
Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts gab es nochmals Grund zum Jubel für die wieder zahlreich mitgereisten Schlachtenbummler aus Freak City. Der Dreier von Austin Crowley verkürzte den Rückstand auf 66:72 (31.). Doch auch hier (laut Play-by-Play-Statistik waren es nur 4 Sekunden) drehten die Münchener nur einmal kurz auf und gestalteten ihren Vorsprung wieder zweistellig. Zunächst hatte Vladimir Lucic seinen ersten Freiwurf getroffen. Der zweite ging zwar daneben. Leon Kratzer holte jedoch den Offensiv-Rebound und fütterte Andreas Obst, der per Dreier zum 66:76 einnetzte (31.). Die Bayern zogen nun nochmals etwas an und mit einem 10:0‑Lauf auf 68:86 (35.) davon. Der Dreier von Justinian Jessup zum 74:92 bei noch knapp drei Minuten Restspielzeit bedeutete die Entscheidung.
„Glückwunsch an Gordie und seine Mannschaft zum Sieg. Im ersten Viertel konnten die Bayern machen, was sie wollten. Es gab kaum Gegenwehr von unserer Seite. Im Laufe des Spiels haben wir auch Stopps kreiert, um auch einfache Punkte machen zu können und nicht immer gegen ein Bollwerk zu laufen. Es war schwierig, das Ball Movement der Bayern zu stoppen. 26 Assists sprechen hier Bände. Der Bayern-Sieg geht in Ordnung und wir wünschen ihnen in der EuroLeague viel Erfolg“, resümierte Bambergs Head Coach Anton Gavel.
Am kommenden Wochenende macht die easyCredit Basketball Bundesliga Pause, denn es ist wieder einmal Pokal-Wochenende. Für die BMA365 Bamberg Baskets steht das Achtelfinale auf dem Programm und es geht nach dem Sieg in Hamburg auch in der zweiten Runde wieder auswärts ums Weiterkommen. In der Stadthalle Weißenfels kommt es am Samstag um 20:00 Uhr zur Neuauflage des letztjährigen Pokal-Endspiels zwischen den Wölfen und dem Team aus Freak City.
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Bayern bisher ungeschlagen in dieser BBL-Saison
BMA365 Bamberg Baskets zu Gast beim Meister
Ehe es für die BMA365 Bamberg Baskets am 26. Oktober erstmals in der neuen Saison in der Brose Arena auf eigenem Parkett zur Sache gehen wird, stehen zunächst noch zwei weitere Auswärtsaufgaben auf dem Spielplan. Bevor es am 18. Oktober in Weißenfels beim MBC um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale geht, ist das Team um Mannschaftskapitän Ibi Watson am morgigen Sonntag beim amtierenden Deutschen Meister in München zu Gast.
Im BMW Park in München geht es am 4. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga morgen ab 16:30 Uhr gegen den FC Bayern Basketball.
Das Gastspiel der BMA365 Bamberg Baskets am Sonntag in München liegt für die Bayern direkt zwischen zwei extrem wichtigen Partien in der EuroLeague. In der Königsklasse verloren die Bayern nach der Auftaktniederlage bei Panathinaikos Athen und dem Heimsieg gegen Belgrad gestern in eigener Halle gegen Kaunas, am Dienstag wartet dann Mailand.
„Auf uns kommt das nicht nur bis jetzt schwerste Spiel zu, denn wir spielen gegen den amtierenden Deutschen Meister. Wollen wir bei den Bayern überhaupt daran denken, das Spiel für uns entscheiden zu können, dann müssen wir an beiden Enden des Spielfelds an das Maximum unserer Leistungsfähigkeit herankommen. Wichtig wird zudem sein, über weite Strecken des Spiels diszipliniert zu bleiben“, sagt Head Coach Anton Gavel vor dem Gastspiel in München.
Während die Partie in München für unsere BMA365 Bamberg Baskets bereits das dritte Auswärtsspiel der neuen Saison ist, wird die Partie gegen Bamberg für den FC Bayern bereits das dritte Heimspiel der neuen Saison sein. Beide Teams waren am 2. Spieltag infolge von Terminverschiebungen spielfrei. Für eben jenes verschobene Heimspiel der Bamberger gegen Vechta wurde noch kein neuer Termin gefunden. Das verlegte Match der Münchner bei den Seawolves in Rostock findet sich im Spielplan der easyCredit BBL nun an Silvester um 14:00 Uhr.
Seine beiden bisherigen BBL-Partien konnte der Meister gewinnen. Im Auftaktmatch der 60. Bundesliga-Saison besiegten die Münchner im BMW Park den Aufsteiger aus Jena mit 93:77. Hier gaben die Bayern in der zweiten Halbzeit richtig Gas und gewannen am Ende nach einer recht ausgeglichenen ersten Hälfte (48:47) souverän. Auch gegen die Veolia Towers Hamburg siegten Xavier Rathan-Mayes (mit 18 Punkten Topscorer des Spiels) & Co. am 3. BBL-Spieltag recht ungefährdet (96:79). Wieder erzielte man selbst an die 100 Punkte und hielt den Gegner unter 80 Zähler.
Mit Justus Hollatz, Johannes Voigtmann, Andreas Obst und Oscar da Silva konnten die Bayern vier ihrer frisch gebackenen Europameister im Team behalten. Mit Kapitän Vladimir Lucic, der in seine 10. Saison beim FCBB geht, Nils Giffey und Elias Harris hat man ein mehr als solides Gerüst der Vorsaison an der Isar halten können, das die Arbeit unter Head Coach Gordon Herbert bereits kennt. Mit Leon Kratzer haben sich die Bayern einen weiteren Europameister ins Team geholt. Nach dem Weggang unter anderem von Carsen Edwards, Shabazz Napier und Devin Booker galt es Ersatz zu finden. Vom Ligakonkurrenten aus Ulm kam US-Amerikaner Justinian Jessup. Ebenfalls bereits über BBL-Erfahrung verfügen US-Boy David McCormack aus seiner Zeit bei ALBA BERLIN sowie Isiaha Mike. Der Kanadier spielte von 2020 bis 2022 zwei Saisons in Chemnitz. Auch Kamar Baldwin bringt es aufgrund seiner Zeit in Göttingen bereits auf 27 BBL-Einsätze. Mit Xavier Rathan-Mayes wechselte ein weiterer Kanadier von Real Madrid nach München. Der Serbe Aleksa Radanov kam von Legia Warschau, wo er mit EJ Onu polnischer Meister wurde. Bisher nur in der EuroLeague kam Wenyen Gabriel zum Einsatz. Der US-Amerikaner, der zudem die Staatsbürgerschaft des Südsudan besitzt, kam aus Griechenland von Panathinaikos Athen.
Mit seinen gerade einmal 24 Jahren gilt er als einer der absoluten Top-Spieler in Europa und so war die Freude groß, als man Mitte August den Wechsle von Rokas Jokubaitis nach München verkünden konnte. Die Freude wehrte leider jedoch nicht lange, denn im Spiel gegen Finnland zog sich der Litauer bei der EuroBasket einen Kreuzbandriss zu und wird demzufolge für mindestens sechs Monate ausfallen. Die Bayern mussten also nochmals auf die Suche gehen und fanden mit Rückkehrer Stefan Jović Ersatz. Zwischen 2017 und 2019 trug der Serbe schon einmal das Trikot des FC Bayern, im Anschluss spielte er die letzten Jahre für BK Khimki (RUS), Basket Zaragoza (ESP), Panathinaikos BC (GRE) und Valencia Basket (ESP).
Der FC Bayern ist die 15. Station des heute 66-Jährigen Gordon Herbert als Trainer. 1994 begann seine Trainer-Karriere im finnischen Uusikaupunki. Nach einem Jahr im österreichischen Oberwart führte ihn sein Weg 2000 in die BBL und zwar nach Würzburg. Im Anschluss ging es von 2001 bis 2004 nach Frankfurt, wo er 2004 mit den SKYLINERS die Deutsche Meisterschaft gewann. Auch in Frankreich, Griechenland, Kanada und in Russland war Gordon Herbert als Vereins-Coach aktiv. Zudem trainierte er die Nationalmannschaften von Georgien und Kanada. Von 2021 bis 2024 war er Bundestrainer und gewann mit der DBB-Auswahl 2022 EM-Bronze sowie 2023 die Weltmeisterschaft.
Die Wurzeln der Basketballabteilung des FC Bayern München liegen knapp 80 Jahre zurück. Bereits 1954 und 1955 war man Deutscher Meister und konnte die beiden ersten Titelgewinne feiern. In der Folgezeit suchte man den FC Bayern dann jedoch lange nur in niederklassigen Ligen. Seit 2011 sind die Münchner aktuell nun zurück in der BBL.
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86:95-Niederlage nach hartem Kampf
Brose Bamberg unterliegt München
Brose Bamberg bot dem FC Bayern München Basketball am 15. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga gestern Abend einen harten Kampf, musste sich am Ende jedoch mit 86:95 geschlagen geben.
Die Hausherren zweimal einen zweistelligen Rückstand auf, hatten aber in den entscheidenden letzten Minuten das Wurfglück nicht mehr auf ihrer Seite und einen Vladimir Lucic auf der anderen, der mit acht Punkten in der Crunchtime sein Team zum Erfolg führte. Und das, obwohl Brose sowohl das Rebound- (34 /39) als auch das Assistverhältnis (23 /18) für sich entscheiden konnte. Bester Bamberger Werfer war Akil Mitchell mit 16 Punkten.
„Wenn du gegen so eine Mannschaft gewinnen willst, dann musst du über 40 Minuten fokussiert sein. Als wir die Chance hatten, ins Spiel zurückzukommen beziehungsweise die kleine Führung auszubauen, haben wir den Fokus verloren“, so Brose Bamberg-Trainer Oren Amiel. „München hatte dann einige starke Spielzüge, die von den Spielern kamen, die in solchen Phasen für sie immer übernehmen. Jeder wusste, dass Lucic die Würfe nehmen würde – und er tat es. Aber, ich sage es gerne wieder, wir verbessern uns von Spiel zu Spiel. Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Ballverluste zu minimieren, die uns zu viel in den letzten Spielen gekostet haben, dann sind wir auf einem sehr guten Weg. Ich habe ein gutes Gefühl mit meinem Team.“
Es war von Beginn an ein munteres Spiel, das vor allem beide Offensivreihen bestimmten. München lag schnell mit fünf Punkten vorne, Brose konnte nach zwei Minuten ausgleichen: 5:5. So ging es weiter. Die Gäste erspielten sich einen kleinen Vorsprung, Bamberg konterte immer wieder. Vier sehenswerten Punkten von Tomáš Kyzlink ließ Chris Sengfelder kurz darauf den ersten Bamberger Dreier folgen und brachte sein Team erstmals in Führung (15:14, 6.). Das Problem: Brose bekam die Münchner Distanzwürfe nur schwer verteidigt. Vor allem Andreas Obst stand immer wieder frei und versenkte sicher. Und dennoch blieb Bambergs Rückstand immer im Rahmen, ging Brose mit 24:30 in die erste Viertelpause.
Im zweiten Abschnitt wurden die Verteidigungsreihen aufmerksamer. Bis Mitte des Viertels scorten beide Teams jeweils lediglich acht Punkte: 32:38. Dann allerdings traf Obst seinen vierten Dreier und sorgte für den bis dato höchsten Bamberger Rückstand (32:41, 17.). Brose zeigte sich jedoch keineswegs geschockt, sorgte durch einen zwischenzeitlichen 6:0‑Lauf dafür, dass das Spiel weiterhin eng blieb (40:43, 19.). Allerdings trafen in den letzten 60 Sekunden der ersten Halbzeit noch Obst – sein fünfter Dreier – und Lucic mit der Sirene jeweils den Distanzwurf, so dass es mit minus sieben aus Bamberger Sicht in die Kabine ging: 42:49.
Brose kam mit einem Prewitt-Dreier aus der Halbzeit, musste allerdings anschließend acht Punkte in Folge hinnehmen und geriet erstmals im Spiel zweistellig in Rückstand (45:57, 22.). Die Hausherren waren dadurch jedoch komplett unbeeindruckt, scorten ihrerseits einen 12:0‑Lauf und glichen das Spiel nach 26 Minuten durch einen Dreier von Shannon Scott wieder aus: 59:59. Die Führung allerdings sollte zunächst nicht wechseln, da München immer wieder die passenden Antworten auf die Bamberger Angriffe hatte. Jedoch: Brose stand, wie schon im zweiten Viertel, jetzt aktiv und agil in der Verteidigung, machte es dem FCBB enorm schwer, zu Abschlüssen zu kommen. Mit der Sirene traf Obiesie für die Gäste und sorgte für den 67:71-Rückstand nach 30 Minuten.
Im Schlussabschnitt waren zu Beginn die Münchner treffsicherer, gingen nach zwei Šiško-Dreiern allerdings nur mit sechs Zählern in Führung, da für Brose Prewitt zunächst die Freiwürfe, kurz darauf ebenfalls den Distanzwurf verwandelte (71:77, 33.). Bamberg fightete, Bamberg gab keinen Ball verloren und Bamberg kam: Mitchell, Ogbe und Scott sorgten für einen zwischenzeitlichen 7:0‑Run und holten die Führung Mitte des Viertels wieder auf ihre Seite: 78:77. Es war jetzt eine spannende, eine packende Partie, die in der Schlussphase durch Vladimir Lucic entschieden wurde. Acht Punkte vom Münchner Kapitän bedeuteten 150 Sekunden vor Schluss das 82:89. Da Brose in den letzten zwei Minuten vorne nur mehr bedingt erfolgreich abschließen konnte, die Münchner allerdings ihre Freiwurfquote auch in den Schlusssekunden bei 100 Prozent (28 /28) hielten, war die 86:95-Niederlage am Ende besiegelt.
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Brose Bamberg empfängt Tabellenzweiten
Gegen München nichts zu verlieren
Brose Bamberg ist am 15. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga und zum Jahresauftakt 2022 heute ab 20.30 Uhr Gastgeber für den FC Bayern München Basketball. Zuschauer sind aufgrund der aktuellen Verordnung nach wie vor nicht zugelassen.
Eine Woche hatte der FC Bayern München Basketball Zeit, um sich auf die Partie in Bamberg vorzubereiten. Das gab es diese Saison noch nicht häufig. Möglich gemacht hat die für Münchner Verhältnisse extrem lange Pause zwischen zwei Spielen die coronabedingte Absage der EuroLeague-Partie in Villeurbanne.
Dem FCBB wird es recht gewesen sein, hatte Andrea Trinchieri so doch einige Tage mehr zur Verfügung, um etwaige Blessuren seiner Spieler zu beseitigen. So kann der FCBB bis auf die beiden Rekonvaleszenten Paul Zipser und Darrun Hilliard wohl aus dem Vollen schöpfen. Das heißt konkret: Trinchieri muss sich für sechs seiner neun zur Verfügung stehenden internationalen Spieler entscheiden, da mehr in der BBL nicht eingesetzt werden dürfen. Mit dem vor ein paar Wochen verpflichteten K.C. Rivers hat der ehemalige Bamberger Head Coach einen weiteren erfahrenen US-Guard neu in die Auswahl bekommen. Nicht neu, dafür aber nach einer langwierigen Verletzung wieder zurück im Kader ist ein weiterer ehemaliger Brose-Spieler. Leon Radosevic machte nach einer Fuß-OP am vergangenen Sonntag in Crailsheim sein erstes Spiel in dieser Saison. Allerdings konnte auch er, ebenso wie der mit 23 Punkten stark agierende Topscorer Rivers, die 68:77- und damit die dritte Saisonniederlage nicht verhindern. Die sorgte dafür, dass die Bayern die Tabellenführung an Bonn abgeben mussten. Das wird den Verantwortlichen allerdings nur wenig Sorgenfalten bereiten. Mehr sind es da wohl eher beim Blick auf die Tabelle in der EuroLeague. Mit sieben Siegen und zehn Niederlagen stehen sie da lediglich auf Platz elf, allerdings sind noch 17 Spiele zu absolvieren und der Abstand zu den Playoff-Rängen beträgt aktuell nur zwei Siege. Daher ist auch da noch alles drin, auch wenn sich die Münchner sicherlich zum aktuellen Zeitpunkt mehr versprochen hätten. Dass es nicht immer rund lief, liegt auch am Fakt, dass Trinchieri bislang noch nie die ganze Mannschaft zur Verfügung hatte. Verletzungen und Coronaerkrankungen ziehen sich durch die bisherige Saison. Zuletzt hatte es den bis dato Topscorer Darrun Hilliard erwischt, der mit einer Knieverletzung länger ausfallen wird. Aktuell beste Münchner Werfer auf nationalem Parkett sind neben K.C. Rivers (23,0), der in Crailsheim allerdings erst sein erstes BBL-Spiel absolviert hat, Deshaun Thomas (13,6) und der Ex-Bamberger Augustine Rubit (12,6). Die Stärke der Bayern ist die Ausgeglichenheit im Kader: jeder kann scoren, jeder kann das Spiel an sich reißen. Im ersten Aufeinandertreffen beider Teams diese Saison – Anfang Oktober letzten Jahres im BBL-Pokal – waren es etwa Walden und Jaramaz, die dafür sorgten, dass München, nach einer Bamberger Halbzeitführung, die zweite Hälfte mit 56:32 und damit das Spiel für sich entscheiden konnten. Die andere bayerische Stärke: die Verteidigung. Mit gerade einmal zugelassenen 73,3 Punkten im Schnitt ist München das defensivstärkste Team der BBL.
Für Brose Bamberg gilt es, den positiven Flow aus dem letzten Spiel in Weißenfels mitzunehmen. Dort war zwar auch nicht alles gut, am Ende aber stand der erste Sieg nach zuletzt sechs Niederlagen in den Büchern. Und der war, wenn man sich die Emotionen direkt nach Spielschluss ansah, extrem wichtig. Vor allem für die Psyche. Allerdings, auch das ist klar, es ist lediglich ein Sieg, von einer Trendwende kann noch nicht gesprochen werden. Aber das Spiel hat gezeigt, dass sich Brose auf dem richtigen Weg befindet. Bereits in den letzten Partien war eine Steigerung sichtbar, nun also die Belohnung. Darauf gilt es aufzubauen. Mit München, Hamburg und Würzburg stehen zum Vorrundenende nun drei Spiele in sieben Tagen auf dem Programm. Die Marschroute dabei ist klar: den positiven Trend fortsetzen. In Weißenfels war es offensiv wie defensiv über weite Strecken eine ansprechende Leistung. Der Dreier fiel hochprozentig (46 Prozent), sechs Spieler punkteten zweistellig. Auffällig aber auch: in der Defensive zeigte sich Bamberg verbessert, das System, das Oren Amiel spielen lassen will, geht langsam aber stetig in die Köpfe und Körper der Spieler über. Broses bester Werfer in Weißenfels ist auch Broses bester Werfer in den bisherigen Spielen: Christian Sengfelder erzielte bis dato im Schnitt 18,8 Punkte pro Partie. Ihm folgen Omar Prewitt (13,3), Justin Robinson (12,5) und Akil Mitchell (10,8) mit ebenfalls noch zweistelliger Ausbeute. Einen starken Einstand im neuen Dress feierte zudem Tomáš Kyzlink, der sich mit sechs Punkten, acht Rebounds, zwei Assists, einem Steal und keinem einzigen Ballverlust bei seinem Debüt in den Statistikbogen eintragen konnte.
„Der Sieg in Weißenfels war enorm wichtig für unser Selbstvertrauen. Er war nicht immer schön und wir haben auch nicht durchweg gut gespielt, aber ein Sieg ist ein Sieg und das ist in unserer Situation das einzige, das zählt. Jetzt gilt es die guten Momente mit ins Spiel gegen München zu nehmen. Ich denke, dass wir uns in den letzten Wochen kontinuierlich verbessert haben, dass wir langsam aber sicher die Vorstellungen von Oren verstehen und umsetzen können. Gegen Bayern müssen wir versuchen, über die gesamten 40 Minuten den Fokus hochzuhalten. Sie hatten jetzt nahezu eine ganze Woche Pause, sind also ausgeruht. Daher gilt es für uns: wir müssen an uns und unsere Stärken glauben und versuchen, wieder einen Schritt nach vorne zu machen“, so Christian Sengfelder.
Am Mittwoch gastiert Brose Bamberg dann bei den Hamburg Towers, das nächste Heimspiel steigt dann am kommenden Samstag gegen Würzburg.