Hilfs­an­ge­bot

Kri­sen­dienst Ober­fran­ken berät und zeigt Wege auf

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Hoff­nungs­lo­sig­keit, Exis­tenz­ängs­te, Über­for­de­rung, Ein­sam­keit, Angst, Panik, Rat­lo­sig­keit, Wut, Trau­er – eine Kri­se kann sich unter­schied­lich äußern. Um einen ers­ten Aus­weg zu fin­den, hilft oft­mals ein bera­ten­des Gespräch. Eine anony­me und pro­fes­sio­nel­le Sofort­hil­fe bie­tet der Kri­sen­dienst Ober­fran­ken ab 1. März an.

Die­se Hil­fe steht ab kom­men­der Wochen von Mon­tag bis Mitt­woch, jeweils von 9 bis 17 Uhr, don­ners­tags und frei­tags von 9 bis 21 Uhr und sams­tags, sonn­tags und an Fei­er­ta­gen von 9 bis 17 Uhr erreich­bar. An die kos­ten­freie Tele­fon­num­mer 0800 655 3000 kann sich jede Per­son wen­den, die sich in einer see­li­schen Not­si­tua­ti­on befin­det. Auch Mit­be­trof­fe­ne, Ange­hö­ri­ge und Bezugs­per­so­nen kön­nen das psy­cho­so­zia­le Bera­tungs­an­ge­bot wahrnehmen.

Der Bezirk Ober­fran­ken schafft durch die Ein­füh­rung des Kri­sen­diens­tes samt Abend-Wochen­end-Fei­er­tag-Diens­te ein Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­an­ge­bot über die übli­chen Büro­zei­ten hin­aus. „Situa­tio­nen, in denen man nicht mehr wei­ter­weiß, gehö­ren zum Leben und kön­nen jeden Men­schen in jeder Lebens­pha­se tref­fen. Der Kri­sen­dienst Ober­fran­ken bie­tet Erwach­se­nen eine kom­pe­ten­te Anlauf­stel­le. Gemein­sam wer­den Lösun­gen erar­bei­tet, die den Weg aus der Kri­se erleich­tern“, erläu­tert Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm.


Tele­fo­ni­sche Bera­tung, Ver­mitt­lung und mobi­le Ein­sät­ze vor Ort

Der Kri­sen­dienst Ober­fran­ken umfasst eine Leit­stel­le mit Sitz in Bay­reuth. Hier berät ein mul­ti­pro­fes­sio­nel­les Team aus geschul­ten Fach­kräf­ten die Anru­fen­den. Die sozi­al­päd­ago­gisch, psy­cho­lo­gisch und the­ra­peu­tisch aus­ge­bil­de­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter klä­ren die jewei­li­ge Situa­ti­on und bie­ten eine ers­te Ent­las­tung und Orientierung.

Wenn aus dem Tele­fo­nat her­vor­geht, dass eine län­ger­fris­ti­ge psy­cho­so­zia­le Beglei­tung oder eine ärzt­li­che Behand­lung not­wen­dig ist, emp­fiehlt der Kri­sen­dienst geeig­ne­te Fach­stel­len und ver­mit­telt falls nötig kurz­fris­tig einen Ter­min. Dank der engen Zusam­men­ar­beit mit einem brei­ten Netz­werk regio­na­ler Part­ner wie Ein­rich­tun­gen, Bera­tungs­stel­len, Arzt­pra­xen und Kli­ni­ken kann indi­vi­du­el­le und schnel­le Hil­fe geleis­tet wer­den.
Im Bedarfs­fall akti­viert die Leit­stel­le ein mobi­les Team, das „zum Ort der Kri­se“ fährt, um mög­lich­wei­se zu dees­ka­lie­ren oder um eine even­tu­el­le Gefähr­dung ein­zu­schät­zen und not­wen­di­ge Schrit­te ein­zu­lei­ten. Die mobi­len Diens­te sind in vier Pla­nungs­re­gio­nen – Bamberg/​Forchheim, Coburg/​Kronach/​Lichtenfels, Bayreuth/​Kulmbach und Hof/​Wunsiedel – auf­ge­teilt und somit inner­halb einer Stun­de am Kri­sen­ort in Oberfranken.

Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm appel­liert: „Je frü­her Betrof­fe­ne anru­fen, des­to bes­ser, denn durch früh­zei­ti­ge Unter­stüt­zung kann eine Ver­schlech­te­rung oder eine Zwangs­maß­nah­me ver­mie­den werden.“


Nie­der­schwel­li­ger Zugang

Die Kri­sen­diens­te der sie­ben baye­ri­schen Bezir­ke bil­den zusam­men das Netz­werk Kri­sen­diens­te Bay­ern. Die von den Bezir­ken und dem Frei­staat Bay­ern finan­zier­ten zen­tra­len Leit­stel­len sind unter der bay­ern­weit ein­heit­li­chen Ruf­num­mer 0800 655 3000 erreich­bar. Die Bera­tung erfolgt anonym und kos­ten­frei. Es ist kei­ne Ter­min­ver­ein­ba­rung und kein Aus­tausch von For­ma­li­tä­ten not­wen­dig. Alle Hil­fe­su­chen­den, unab­hän­gig davon, ob sie an einer psy­chi­schen Vor­er­kran­kung lei­den oder nicht, kön­nen auf die qua­li­fi­zier­te Hil­fe zurück­grei­fen. „Mit dem Kri­sen­dienst wird die Ver­sor­gung für Men­schen mit psy­chi­schem Hil­fe­be­darf in unse­rer Regi­on wei­ter gestärkt. Er ist ein wich­ti­ger Bei­trag zur wei­te­ren Ent­stig­ma­ti­sie­rung psy­chi­scher Erkran­kun­gen“, erklärt Sozi­al­pla­ner Robert Stiefler, der beim Bezirk den Auf­bau des Kri­sen­diens­tes Ober­fran­ken organisiert.

Bis zum geplan­ten Rund-um-die-Uhr-Betrieb ab 1. Juli die­sen Jah­res erfolgt die ein­gangs beschrie­be­ne Erreich­bar­keit des Kri­sen­diens­tes Oberfranken.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen zum Kri­sen­dienst sind zu fin­den unter https://www.krisendienste.bayern/ sowie http://www.krisendienst-oberfranken.de.

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