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Dom

Dom­or­ga­nist

Ker­wa-Kon­zert mit Mar­kus Willinger

Am kom­men­den Sams­tag, am 27. August, fin­det um 15 Uhr das schon zur Tra­di­ti­on gewor­de­ne „Orgel­kon­zert zur Sand­kirch­weih“ im Bam­ber­ger Dom statt. Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger spielt die Rie­ger-Orgel, um an die ursprüng­li­che Inten­ti­on der Ker­wa, die Wei­he von St. Eli­sa­beth im Sand, zu erinnern.

Wie das Erz­bis­tum mit­teil­te, steht das Ker­wa-Kon­zert in die­sem Jahr unter dem The­ma Kon­tras­te. Mar­kus Wil­lin­ger (lesen Sie hier das Stadtecho-Inter­view mit dem Dom­or­ga­nis­ten) stellt Stü­cken von Phil­ipp Ema­nu­el Bach, Max Reger und Mau­rice Duru­flé Wer­ke von Johann Sebas­ti­an Bach (unter ande­rem das „Wohl­tem­pe­rier­te Cla­vier“) gegen­über. Wie­der­um im Kon­trast dazu spielt Wil­lin­ger freie Impro­vi­sa­tio­nen über Cho­rä­le nach Publikumswünschen.

Das Publi­kum ist ein­ge­la­den, Lie­der aus dem Got­tes­lob aus­zu­wäh­len und die Vor­schlä­ge ent­we­der als E‑Mail ans Amt für Kir­chen­mu­sik (kirchenmusik@erzbistum-bamberg.de) zu sen­den oder auf Zet­teln zu notie­ren und bis fünf Minu­ten vor Kon­zert­be­ginn am Dom-Ein­gang abzugeben.

Der Ein­lass zum Kon­zert ist ab 14:30 Uhr über die Sakris­tei­pfor­te an der Dom­rück­sei­te nach gel­ten­den Coro­na-Regeln mög­lich. Der Dom bleibt wäh­rend des Kon­zerts geschlos­sen. Kar­ten sind im Vor­ver­kauf beim bvd sowie an der Tages­kas­se erhält­lich. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Requi­em für Mon­si­gno­re Anton Otte 

Leben im Zei­chen der Aussöhnung

Mit einem Requi­em im Bam­ber­ger Dom ist der jahr­zehn­te­lan­ge Ein­satz des ver­stor­be­nen Pries­ters Anton Otte für die deutsch-tsche­chi­sche Aus­söh­nung gewür­digt wor­den. Die Trau­er­mes­se mit vie­len Ehren­gäs­ten am Frei­tag zele­brier­te Kar­di­nal Domi­nik Duka aus Prag, die Pre­digt hielt der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick.

„Anton Otte hat sich sein gan­zes Leben für die deutsch-tsche­chi­sche Ver­söh­nung ein­ge­setzt, und dabei ist ihm Her­vor­ra­gen­des gelun­gen“, sag­te Erz­bi­schof Schick und beton­te: „Ohne Ver­söh­nung kei­ne Zukunft.“ Ver­söh­nung sei nie­mals ein Ist-Zustand, son­dern immer ein Pro­zess und Dau­er­auf­trag. Für Ver­söh­nung brau­che es demü­ti­ge, beschei­de­ne und selbst­lo­se Men­schen. Otte habe an die Mög­lich­keit der Ver­söh­nung geglaubt. Vom Him­mel rufe er heu­te zu: „Lasst euch mit Gott ver­söh­nen und ver­söhnt euch mit­ein­an­der!“ Auch in der Gefäng­nis­seel­sor­ge habe Otte den Dienst der Ver­söh­nung aus­ge­übt. „Der Glau­be an Gott, der die Mensch­heit so sehr liebt, dass er ihre Ver­söh­nung und ihren Frie­den will, ist Bedin­gung und Ansporn zur Ver­ge­bung, auch von mensch­lich Unver­geb­ba­rem“, so Erz­bi­schof Schick.

Kar­di­nal Duka, der mit dem Bischof von Pil­sen, Tomás Holub, in das „Frän­ki­sche Prag“ gekom­men war, sag­te zu Beginn des Got­tes­diens­tes: „Mon­si­gno­re Anton Otte hat­te ein groß­zü­gi­ges Herz, das nach Ver­söh­nung such­te und nach der Mög­lich­keit, ande­ren zu hel­fen.“ Er sei nicht auf­ge­fal­len durch kör­per­li­che Grö­ße oder kräf­ti­ge Sta­tur, son­dern durch die Grö­ße sei­nes Geis­tes und sei­nen Mut. „Ich bin über­zeugt, dass er einen Teil der Geschich­te der Ver­söh­nung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Deutsch­land und der Tsche­chi­schen Repu­blik geschrie­ben hat“, so der Kar­di­nal von Prag.

Anton Otte wur­de am 15. August 1939 im schle­si­schen Wei­denau gebo­ren und ver­ließ 1960 mit sei­ner Fami­lie als Spät­aus­sied­ler sei­ne Hei­mat, nach­dem sein Vater dort hin­ge­rich­tet wor­den war. 1967 wur­de er zum Pries­ter des Erz­bis­tums Bam­berg geweiht. Nach der Kaplans­zeit in Eber­mann­stadt war er vie­le Jah­re in der Gefan­ge­nen­seel­sor­ge unter ande­ren in den Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten Bay­reuth und Nürn­berg sowie als Reli­gi­ons­leh­rer tätig. Bereits 1977 wur­de er Geist­li­cher Bei­rat der Acker­mann-Gemein­de Bam­berg, die sich der Aus­söh­nung zwi­schen Deut­schen, Tsche­chen und Slo­wa­ken wid­met. Ab 1991 bau­te er im Auf­trag der Acker­mann-Gemein­de in Prag eine deutsch­spra­chi­ge katho­li­sche Gemein­de auf. Er wur­de unter ande­rem aus­ge­zeich­net mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz und dem Baye­ri­schen Ver­dienst­or­den und zum Ehren­dom­herrn des König­li­chen Kol­le­gi­ats­ka­pi­tels Sankt Peter und Paul in Prag ernannt, von 2011 bis 2014 war er Propst des zweit­wich­tigs­ten Kano­ni­ker­ka­pi­tels in Böhmen.

Im Anschluss an das Requi­em fand die Bei­set­zung auf dem Bam­ber­ger Fried­hof statt. Otte war am 28. Dezem­ber im Alter von 82 Jah­ren in Scheß­litz gestorben.

Kon­takt­lo­ser Weihwasserspender 

„Holy Drop“ im Bam­ber­ger Dom

Im Bam­ber­ger Dom müs­sen Besu­che­rin­nen und Besu­cher nicht mehr auf das Kreuz­zei­chen mit Weih­was­ser ver­zich­ten. An der Sakris­tei­pfor­te am für Got­tes­diens­te geöff­ne­ten West­ein­gang steht ab sofort ein berüh­rungs­lo­ser Weihwasserspender.

Wenn man die Hand unter den Hahn hält, wird auto­ma­tisch und kon­takt­los ein Trop­fen geweih­tes Was­ser gespen­det. „Der frei­ste­hen­de Hahn ist direkt am Weih­was­ser­be­cken auf­ge­stellt und unter­schei­det sich durch sein wer­ti­ges Design deut­lich von den Des­in­fek­ti­ons­mit­tel­spen­dern, sodass kei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr besteht“, erläu­ter­te Bir­git Kas­t­ner, Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin für Kunst und Kul­tur im Ordi­na­ri­at. Wenn sich das Modell mit der Bezeich­nung „Holy Drop“ bewährt, sol­len die Spen­der an allen Ein­gän­gen auf­ge­stellt wer­den. Zu Beginn der Coro­na-Pan­de­mie waren in allen Kir­chen aus Infek­ti­ons­schutz­grün­den die Weih­was­ser­be­cken geleert worden.

Schick zur Bedeu­tung von katho­li­schen Schu­len und Religionsunterricht

„Christ­li­che Kul­tur soll erhal­ten und wei­ter­ge­ge­ben werden“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat im Got­tes­dienst mit 27 Schul­lei­tun­gen im Bam­ber­ger Dom die Bedeu­tung von katho­li­schen Schu­len in der deut­schen Schul­land­schaft hervorgehoben.

„Ich sehe mich als Ver­tei­di­ger und Pro­mo­ter von katho­li­schen Schu­len und des kon­fes­sio­nel­len Reli­gi­ons­un­ter­richts“, sag­te Schick. Für ein gutes Leben in der Gegen­wart und in der Zukunft sei es uner­läss­lich, die christ­li­che Kul­tur zu erhal­ten und wei­ter­zu­tra­gen. „Dabei leis­ten katho­li­sche Schu­len und der Reli­gi­ons­un­ter­richt einen unver­zicht­ba­ren Dienst.“

Jede Kul­tur müs­se ihre Iden­ti­tät bewah­ren, führ­te Schick aus. „Wenn wir christ­li­che Kul­tur bewah­ren möch­ten, dann soll­ten wir uns immer wie­der aufs Neue von Jesus Chris­tus inspi­rie­ren las­sen. Er hält sei­ne Kul­tur leben­dig und wirk­sam durch uns.“ Katho­li­sche Schu­len und Reli­gi­ons­un­ter­richt spiel­ten dabei eine gro­ße Rol­le, denn sie hät­ten die Auf­ga­be vor­zu­stel­len, woher die christ­li­che Kul­tur kom­me – von Jesus Chris­tus selbst – und wel­che Aus­wir­kun­gen sie auf Schrif­ten und Kunst, Lebens­art und Moral in der Gesell­schaft habe.

Auf­ga­be sei es zuerst, Wis­sen wert­schät­zend und ein­la­dend zu ver­mit­teln, sodass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst anfan­gen, christ­li­che Kul­tur zu leben und zu prak­ti­zie­ren. „Dabei ist die Frei­heit ein wich­ti­ger Fak­tor der christ­li­chen Kul­tur“, erläu­ter­te der Bam­ber­ger Erz­bi­schof. Die christ­li­che Kul­tur sei in ihrem Ursprung und Wesen eine men­schen­freund­li­che, huma­ne Kul­tur der Lebens­be­ja­hung, der Hoff­nung und der Zuver­sicht. „Sie steht für Gerech­tig­keit und Frie­den, setzt sich für die Bewah­rung der Schöp­fung ein und ist durch Soli­da­ri­tät und Freu­de gekenn­zeich­net.“ Auch die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Bei­spie­len aus der Kir­chen­ge­schich­te, die nicht dem Geis­te Jesu ent­spro­chen hät­ten, dürf­te kei­nes­falls außer Acht gelas­sen wer­den. Immer dann, wenn Kir­chen oder Chris­ten herr­schen und die Macht an sich zie­hen woll­ten, ging christ­li­che Kul­tur ver­lo­ren und wur­de zer­stört. Schick beton­te im Gegen­zug: „Dann, wenn christ­li­che Kul­tur im Geist Jesu und im Geist Mari­ens eine hel­fen­de, eine die­nen­de und inspi­rie­ren­de Kul­tur sein woll­te, war und ist sie dien­lich, lebens­för­dernd und zukunftsträchtig.“

Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Caritas-Sonntag

„Die Cari­tas gehört zur Kirche“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat die Cari­tas als Erbe und Auf­trag der Kir­che gewür­digt und dazu auf­ge­ru­fen, die­sen Auf­trag zu erfül­len und zu erneuern.

Im Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Cari­tas-Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom sag­te Schick: „Die Kir­che hat die­sen Auf­trag immer als Auf­trag für die Welt gese­hen, damit sie heil und in Frie­den sei.“ Die Cari­tas gehö­re zur Kir­che seit Anfang an: „Jesus hat sie uns auf­ge­tra­gen. Wir sol­len sie so üben, wie er es getan hat.“ Der jähr­li­che Got­tes­dienst des Deut­schen Cari­tas-Ver­ban­des fand anläss­lich des 100. Jubi­lä­ums des Bam­ber­ger Diö­ze­san­ver­ban­des in Bam­berg statt. Als Ver­tre­ter des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des nahm des­sen Vize-Prä­si­dent Heinz-Josef Kess­mann an dem Got­tes­dienst teil.

„Cari­tas gelingt am bes­ten, wenn Frau­en und Män­ner, Jung und Alt, Katho­li­ken, Evan­ge­li­sche und Ortho­do­xe, Kir­che und Staat gemein­sam machen, was die Zivi­li­sa­ti­on der Lie­be aus­macht und for­dert“, so Schick in sei­ner Pre­digt. Immer wenn die Kir­che in der Geschich­te den kari­ta­ti­ven Auf­trag ver­nach­läs­sigt habe, sei es ihr nicht gut gegan­gen, mahn­te Schick und beton­te: „Die Cari­tas gehört zur Kir­che wie das Amen zum Gebet.“


Auf­ruf zur Unterstützung


Der Got­tes­dienst stand unter dem Cari­tas-Jah­res­the­ma „Das machen wir gemein­sam“ und eröff­ne­te die Cari­tas-Samm­lungs­wo­che, die in Bay­ern vom 27. Sep­tem­ber bis 3. Okto­ber dau­ert. 80 Pro­zent sei­nes Anteils am Ertrag der Samm­lung wird der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band Bam­berg in das Pro­jekt „Digi­ta­le Bil­dung und Teil­ha­be“ geben. Es unter­stützt gezielt Maß­nah­men vor Ort in den Stadt- und Kreis-Cari­tas­ver­bän­den, den Pfar­rei­en und den Fach­ver­bän­den. Die Maß­nah­men sol­len Men­schen die Nut­zung erleich­tern, denen der Zugang zu digi­ta­len Ange­bo­ten erschwert ist.

Erz­bi­schof Schick erbat der Cari­tas ihren Segen und rief zur Unter­stüt­zung und zu Spen­den auf. Wegen der Coro­na-Pan­de­mie fin­det in vie­len Pfar­rei­en kei­ne Haus­samm­lung statt, bei der Ehren­amt­li­che von Tür zu Tür gehen und um Spen­den bit­ten. An vie­len Orten wer­den aus­schließ­lich Fly­er mit ange­häng­tem Zahl­schein oder Spen­den­tüt­chen in die Brief­käs­ten der Haus­hal­te ver­teilt. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter https://caritas100.de/spenden/jubilaeumsspende/

200 Jah­re Erz­bis­tum Bamberg

Erz­bi­schof Schick erin­nert zum Hein­richs­fest an die Grün­dung der Metro­po­lie nach der Säkularisation

Beim dies­jäh­ri­gen Hein­richs­fest hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick an die Grün­dung der Kir­chen­pro­vinz Bam­berg vor 200 Jah­ren erinnert.

Nach dem Fall Napo­le­ons und der Säku­la­ri­sa­ti­on habe man gespürt, dass ohne die Kir­chen für das geist­li­che Leben und die Seel­sor­ge sowie für die Armen und Kran­ken nicht genü­gend getan wer­den kön­ne. Des­halb sei in den Jah­ren 1815 bis 1821 das kirch­li­che Leben neu auf­ge­baut und belebt wor­den. Dabei sei aus dem 1007 von Kai­ser Hein­rich gegrün­de­ten Bis­tum Bam­berg das Erz­bis­tum gewor­den, zu dem in der Metro­po­lie bis heu­te die Bis­tü­mer Würz­burg, Eich­stätt und Spey­er gehören.

„Auch damals spür­ten die Men­schen, vor allem auch die Poli­ti­ker, dass die­se Welt mit den mate­ri­el­len Gütern und Struk­tu­ren nicht alles sein kann“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Wenn das geis­ti­ge und geist­li­che Leben fehlt, geht es weder dem ein­zel­nen Men­schen noch der Gesell­schaft gut.“ Des­halb habe der Staat mit dem Papst das kirch­li­che Leben in Bay­ern und ganz Deutsch­land neu geordnet.

„Lasst uns heu­te unse­ren Auf­trag wahr­neh­men, in allen unse­ren Gemein­den und Gemein­schaf­ten, in unse­ren Kir­chen, Pfar­rei­en und Seel­sor­ge­be­rei­chen, in den Kin­der­gär­ten und Schu­len, auch in unse­rem Ordi­na­ri­at und allen Behör­den geist­li­che Zen­tren zu wer­den und Geist­li­ches aus­zu­strah­len.“ Des­halb sol­le das Hein­richs­fest 2021, das pan­de­mie­be­dingt mit einem redu­zier­ten Pro­gramm vor­wie­gend digi­tal statt­fin­det, Zei­chen der Erin­ne­rung und Erneue­rung sein, so Erz­bi­schof Schick.

Pre­digt von Erz­bi­schof Schick zum Heinrichsfest

„Es gibt kei­nen Grund, sich vor Ver­än­de­rung zu fürchten“

Jede Pfar­rei und jeder Seel­sor­ge­be­reich soll nach Wor­ten von Erz­bi­schof Lud­wig Schick ein geist­li­ches Zen­trum sein. Es sei die Absicht des Bis­tums­grün­ders Hein­rich und sei­ner Frau Kuni­gun­de gewe­sen, über­all geist­li­che Zen­tren in ihrem Reich zu gründen.

Hein­rich habe vor tau­send Jah­ren schon sehr modern gedacht, als er Klös­ter, Stif­te und Pfar­rei­en bil­de­te. Er habe gewusst, dass für jeden Men­schen und für den Staat das Wohl des Geis­tes und der See­le wich­tig ist. „Auch heu­te sind bei den Umstruk­tu­rie­run­gen für die Zukunfts­fä­hig­keit der Kir­che geist­li­che Zen­tren uner­läss­lich“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt zum Hein­richs­fest im Bam­ber­ger Dom.

Es sei heu­te not­wen­dig, Seel­sor­ge­be­rei­che zu grün­den und die Ver­wal­tungs­struk­tu­ren der Kir­chen­stif­tun­gen zusam­men­zu­füh­ren, sag­te Schick und ver­wies auf die sin­ken­den Zah­len bei Gläu­bi­gen, Seel­sor­gern und Finan­zen. Pas­to­ral­teams könn­ten zudem bes­ser koope­rie­ren und ermög­lich­ten einen cha­ris­men­ori­en­tier­ten Per­so­nal­ein­satz. Bei allen Maß­nah­men müs­se aber immer das Ziel im Mit­tel­punkt ste­hen, dass alle Umstruk­tu­rie­run­gen dem Ziel die­nen müss­ten, über­all geist­li­che Zen­tren zu bilden.

Geist­lich bedeu­te für Chris­ten kon­kret Leben im und aus dem Geist Jesu: „Sein Geist ist der Geist der Got­tes- und Nächs­ten­lie­be, der acht­sa­men und hilf­rei­chen Sor­ge für die Men­schen, es ist der Geist der Gol­de­nen Regel: Was du von ande­ren erwar­test, das tu auch ihnen!“

Es bestehe kein Grund, sich vor Ver­än­de­rung zu fürch­ten, beton­te Erz­bi­schof Schick. „Kir­che hat immer Wan­del in der Zeit erlebt, auf und nie­der. Im Glau­ben an Gott kön­nen wir den Wan­del anneh­men und ihn aktiv für Frie­de und Heil gestal­ten.“ Schick erin­ner­te auch dar­an, dass die Kir­che in vie­len Regio­nen der Welt, ins­be­son­de­re in Afri­ka und Asi­en, der­zeit wach­se und den Men­schen Stüt­ze und Halt gebe.

Immer am zwei­ten Wochen­en­de im Juli fei­ert das Erz­bis­tum Bam­berg mit dem Hein­richs­fest sei­nen Grün­der, den hei­li­gen Kai­ser Hein­rich II. Pan­de­mie­be­dingt fin­det das redu­zier­te Pro­gramm neben den Got­tes­diens­ten in die­sem Jahr digi­tal statt.

Exper­ten­dis­kus­si­on

Bleibt die Syn­ago­ga im Dom?

Die umstrit­te­ne Figu­ren­grup­pe Eccle­sia und Syn­ago­ga am Bam­ber­ger Dom ist The­ma eines öffent­li­chen Exper­ten­fo­rums am kom­men­den Mitt­woch, dem 7. Juli, um 19 Uhr in Bam­berg. An dem Gespräch neh­men unter ande­ren der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick und der Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, Josef Schus­ter, teil.

Die Dis­kus­si­on unter dem Titel „Eccle­sia und Syn­ago­ga am Bam­ber­ger Dom: Ein schwie­ri­ges Erbe?“ in der Aula der Uni­ver­si­tät Bam­berg mit beschränk­ter Teil­neh­mer­zahl kann online ver­folgt werden.

Die Bam­ber­ger „Syn­ago­ga“ gilt auf­grund ihrer Anmut und bild­haue­ri­schen Per­fek­ti­on als eine der schöns­ten mit­tel­al­ter­li­chen Kathe­dral­fi­gu­ren. Der Vor­schlag ihrer Ent­fer­nung aus dem Bam­ber­ger Dom rief vor einem Jahr vor allem Ent­rüs­tung, aber auch Zustim­mung her­vor. Im Erz­bis­tum Bam­berg hat sich eine Exper­ten­grup­pe mit der lan­gen Tra­di­ti­on des Anti­ju­da­is­mus in der christ­li­chen Kir­che und ihrer Bild­bot­schaf­ten befasst.

Das Figu­ren­paar der sieg­rei­chen Eccle­sia als Sinn­bild der christ­li­chen Kir­che und der besieg­ten Syn­ago­ga mit Augen­bin­de als Zei­chen des Juden­tums ist an bedeu­ten­den Kathe­dra­len des Mit­tel­al­ters zu fin­den wie in Paris, Reims, Straß­burg oder Bam­berg. In Bam­berg besteht der Son­der­fall, dass die Figu­ren nicht nur als Kopien an einem Por­tal zu sehen sind, son­dern die Ori­gi­na­le im Dom selbst auf­ge­stellt sind. Die­se Her­ab­wür­di­gung des Juden­tums in einem katho­li­schen Kir­chen­raum hat die Dis­kus­si­on jüngst ins Rol­len gebracht – ver­bun­den mit der For­de­rung, die Figu­ren der Eccle­sia und Syn­ago­ga in das benach­bar­te Diö­ze­san­mu­se­um zu versetzen.

Gleich­zei­tig wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Bot­schaft der Figu­ren – und auch der Kopien am Fürs­ten­por­tal – aus dem his­to­ri­schen und theo­lo­gi­schen Zusam­men­hang erklärt wer­den müss­te. Letz­te­res ist ein gro­ßes Anlie­gen des Erz­bis­tums, von einer Ent­fer­nung distan­zie­ren sich Erz­bi­schof und Dom­ka­pi­tel deut­lich. Erz­bi­schof Lud­wig Schick betont mit Ver­weis auf die Erklä­rung „Nos­tra Aeta­te“ im Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil 1965: „Die lan­ge Tra­di­ti­on des christ­li­chen Anti­ju­da­is­mus und auch das Bild der besieg­ten Syn­ago­ga haben zur Feind­bild­prä­gung bei­getra­gen. Die Kir­che von Bam­berg ist sich des­sen bewusst und ruft dazu auf, jeder Form des Anti­se­mi­tis­mus aus­drück­lich ent­ge­gen zu tre­ten und die Ver­bun­den­heit mit Jüdin­nen, Juden und dem Juden­tum zu fördern.“


Bei­trag des Erz­bis­tums Bam­berg zu „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland“

Mit der Podi­ums­dis­kus­si­on soll die Öffent­lich­keit an den Fra­ge­stel­lun­gen zum Umgang mit den Figu­ren, die kein ein­fa­ches Kul­tur­er­be dar­stel­len, ein­ge­bun­den wer­den. Dis­kus­si­ons­gäs­te sind neben Erz­bi­schof Lud­wig Schick und dem Zen­tral­rats­prä­si­den­ten der Juden, Josef Schus­ter, der Gene­ral­kon­ser­va­tor des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge, Mathi­as Pfeil, sowie Lud­wig Unger für den baye­ri­schen Anti­se­mi­tis­mus-Beauf­trag­ten. Von der Uni­ver­si­tät Bam­berg sind betei­ligt der Lehr­stuhl für Juda­is­tik, Susan­ne Tala­bar­don, sowie der Lehr­stuhl Kunst­ge­schich­te des Mit­tel­al­ters, Ste­phan Albrecht.

Gleich­gül­tig­keit gegen­über juden­feind­li­chen Dar­stel­lun­gen hält Bir­git Kas­t­ner, Lei­te­rin der Haupt­ab­tei­lung Kunst und Kul­tur des Erz­bis­tums Bam­berg, für genau­so bedenk­lich wie die Vor­stel­lung, durch eine Ent­fer­nung einer Figur Geschich­te opti­mie­ren zu kön­nen. In ihrer Ein­füh­rung zur Dis­kus­si­on wird sie die Bedeu­tung der Figu­ren und ihre Geschich­te erläu­tern. Mode­riert wird die Dis­kus­si­on von Bar­ba­ra Schnei­der vom Baye­ri­schen Rundfunk.

Die­se Ver­an­stal­tung ist ein­ge­bun­den in das bun­des­wei­te Fest­jahr #2021JLID, das der Ver­ein „321−2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land e.V.“ mit sei­ner Geschäfts­stel­le in Köln orga­ni­siert und koor­di­niert. Hin­ter­grund ist, dass der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin am 11. Dezem­ber 321 ein Edikt erließ. Die­ses Gesetz besag­te, dass Juden städ­ti­sche Ämter in den Kuri­en, den römi­schen Stadt­rä­ten, beklei­den durf­ten und soll­ten. Das Edikt Kon­stan­tins, das in einer Abschrift in der Biblio­thek des Vati­kans auf­be­wahrt wird, ist somit das frü­hes­te schrift­li­che Zeug­nis über jüdi­sches Leben in Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa. Es belegt, dass jüdi­sche Gemein­den bereits seit der Spät­an­ti­ke wich­ti­ger inte­gra­ti­ver Bestand­teil der euro­päi­schen Kul­tur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdin­nen und Juden also nach­weis­lich seit min­des­tens 1700 Jah­ren auf dem Ter­ri­to­ri­um des heu­ti­gen Deutschlands.

Im Fest­jahr #2021JLID koor­di­niert der Ver­ein 321 mit gro­ßer Unter­stüt­zung des Bun­des, ver­schie­de­ner Bun­des­län­der und Kom­mu­nen sowie aus der Zivil­ge­sell­schaft bun­des­weit rund 1000 Aktio­nen und Kul­tur­events, die dazu bei­tra­gen sol­len, kul­tu­rel­le, poli­ti­sche und inter­re­li­giö­se Debat­ten inner­halb der Gesell­schaft anzu­sto­ßen und deut­li­che Zei­chen gegen den wach­sen­den Anti­se­mi­tis­mus zu set­zen. Ein Über­blick über das bun­des­wei­te Jah­res­pro­gramm fin­det sich hier: https://2021jlid.de/programm/

Die Ver­an­stal­tung am 7. Juli kann live ver­folgt wer­den unter dem Link https://erzbistum-bamberg.webex.com/erzbistum-bamberg/j.php?MTID=m127a956e640c036adba4dad4091a8e8e

„Seel­sor­ger geben der See­le Heimat“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick weiht den frü­he­ren Alten­pfle­ger Sebas­ti­an Heim zum Priester

Bei der Pries­ter­wei­he im Bam­ber­ger Dom hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick die Seel­sor­ge als „die wesent­li­che Auf­ga­be“ der Kir­che betont. „Jeder Mensch hat eine See­le und braucht Seel­sor­ge, und wir brau­chen Seel­sor­ger, die der See­le Hei­mat geben“, so der Erz­bi­schof am Sams­tag in sei­ner Pre­digt zur Wei­he des 34-jäh­ri­gen Sebas­ti­an Heim.

„Die See­le fin­det ihre Hei­mat bei Gott. Bei ihm, dem Ursprung, Sinn und Ziel aller Men­schen und der gan­zen Schöp­fung, fin­det sie Ruhe und Heil. Seel­sor­ger sind See­len­füh­rer zu Gott. Des­halb brau­chen wir Beru­fun­gen zum pries­ter­li­chen Dienst“, so der Erz­bi­schof. Für die Seel­sor­ge sei die Kir­che gegrün­det und bestellt. „Damit die Seel­sor­ger ihre genui­ne Auf­ga­ben erfül­len kön­nen, müs­sen sie sich auch aus ande­ren Akti­vi­tä­ten in Poli­tik und Gesell­schaft, die ande­ren Mit­glie­dern der Kir­che auf­ge­tra­gen sind, her­aus­hal­ten. Der seel­sorg­li­che Dienst muss immer in Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit, in Selbst­lo­sig­keit und Hoch­ach­tung vor jedem ande­ren Men­schen erfüllt wer­den“, füg­te Schick hinzu.

Die Pan­de­mie habe deut­lich gemacht, dass die Men­schen nicht nur einen Leib, son­dern auch eine See­le haben. Die alten Men­schen, die nicht besucht wer­den konn­ten, hät­ten zwar für ihren Leib alles erhal­ten, aber dabei sei die See­le krank gewor­den. Auch die Ange­hö­ri­gen, die ihre Lie­ben in den Hei­men und Kran­ken­häu­sern nicht besu­chen durf­ten, hat­ten Scha­den an der See­le genom­men. Durch die Abstands- und Hygie­ne­re­geln sei­en vie­le See­len, auch von Kin­dern und Jugend­li­chen, geschä­digt wor­den, und vie­le lit­ten dar­un­ter. „Lasst uns auf unse­re See­le ach­ten, schät­zen wir Seel­sor­ge, beten und wer­ben wir um gute Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger“, so Schick.

Sebas­ti­an Heim hat zehn Jah­re als Alten­pfle­ger in der Cari­tas-Sozi­al­sta­ti­on Coburg gear­bei­tet, bevor er sich ent­schied, Pries­ter zu wer­den. Als Minis­trant und Pfarr­ge­mein­de­rat war er zudem schon jah­re­lang im Gemein­de­le­ben aktiv. Er wur­de 1986 in Coburg gebo­ren und wuchs in Neundorf/​Gemeinde Weitrams­dorf auf. 2014/​2015 absol­vier­te er das Pro­pä­deu­ti­kum in Bam­berg und begann danach das Stu­di­um im über­diö­ze­sa­nen Pries­ter­se­mi­nar in Lan­ters­ho­fen. Das Pas­to­ral­prak­ti­kum mach­te er seit 2019 im Seel­sor­ge­be­reich Neu­bau in Neun­kir­chen am Brand. Im Sep­tem­ber 2020 emp­fing er die Dia­ko­nen­wei­he. Sei­ne Pri­miz fei­ert Heim am 2. Juli um 9.30 Uhr in sei­ner Hei­mat­ge­mein­de Neundorf.

VHS-Kurs Bam­ber­ger Dom

„Man­che ken­nen den Dom so gut wie gar nicht“

Im Ange­sicht der All­ge­gen­wär­tig­keit des Bam­ber­ger Doms ver­wun­dert es, dass man­che Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger kaum eine, wie auch immer gear­te­te, Bezie­hung zum berühm­tes­ten Bau­werk der Stadt zu haben schei­nen. Die­se Beob­ach­tung hat zumin­dest Dr. Mat­thi­as Scher­baum gemacht. In einem der­zeit statt­fin­den­den VHS-Kurs bie­tet der Phi­lo­soph, Theo­lo­ge und Gäs­te­füh­rer umfas­sen­de his­to­ri­sche, archi­tek­to­ni­sche und theo­lo­gi­sche Infor­ma­tio­nen über den Dom. Wir haben ihn zum Gespräch getroffen.

In der Ankün­di­gung des VHS-Kur­ses zum Bam­ber­ger Dom wird die­ser als einer der bedeu­tends­ten Kir­chen­bau­ten Deutsch­lands bezeich­net. Was macht sei­ne her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung aus?

Mat­thi­as Scher­baum: Die Bedeu­tung des Bam­ber­ger Doms ist viel­schich­tig: Zum einen haben wir es mit einer kai­ser­li­chen Stif­tung durch Hein­rich II. zu tun – wes­we­gen er auch zu den sie­ben Kai­ser­do­men zählt –, zum ande­ren beher­bergt er mit Cle­mens II. das ein­zi­ge Papst­grab nörd­lich der Alpen, dar­über hin­aus ist vor dem Ost­chor des Doms das ein­zi­ge hei­lig­ge­spro­che­ne Kai­ser­paar – Hein­rich II. und sei­ne Gemah­lin Kuni­gun­de – der Geschich­te bestat­tet, mit dem Bam­ber­ger Rei­ter haben wir eines der bekann­tes­ten mit­tel­al­ter­li­chen Kunst­wer­ke über­haupt vor uns und der ehe­ma­li­ge Dom­schatz, jetzt im Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg aus­ge­stellt, umfasst Expo­na­te, die in ihrer Sin­gu­la­ri­tät euro­päi­schen Rang haben. Zudem ist der Bam­ber­ger Dom eine soge­nann­te Basi­li­ka minor, ein aus­ge­wie­se­ner päpst­li­cher Ehren­ti­tel, und bil­det mit Alter Hof­hal­tung und Neu­er Resi­denz in ihrer hohen his­to­ri­schen Authen­ti­zi­tät auf dem Dom­berg eines der schöns­ten archi­tek­to­ni­schen bezie­hungs­wei­se städ­te­bau­li­chen Ensem­bles Deutschlands.


Auch wird der Dom ein Gesamt­kunst­werk genannt. Warum?

Mat­thi­as Scher­baum: Wie vie­le mit­tel­al­ter­li­che Sakral­ge­bäu­de ver­kör­pert auch der Bam­ber­ger Dom eine har­mo­ni­sche Ein­heit von lit­ur­gi­schen, kunst­his­to­ri­schen, mate­ri­ell sehr wert­vol­len reli­giö­sen und ganz pro­fan-funk­tio­nel­len Aspek­ten. Dies ist kein Zufall, son­dern wur­de weit­ge­hend von den Erbau­ern in der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts bewusst in die­ser Wei­se kon­zi­piert und stellt in die­ser Form einen Lob­preis Got­tes und eine Mani­fes­ta­ti­on des Glau­bens zu die­ser Zeit dar. Sicher­lich sind in allen Groß­kir­chen, wie allen Sakral­ge­bäu­den der Mensch­heit, auch bestimm­te pro­fa­ne Über­le­gun­gen ein­ge­flos­sen, aber die doch maß­geb­li­che Idee, etwas zu errich­ten, was über das All­täg­li­che hin­aus­geht und etwas Gro­ßes anspre­chen will, ver­leiht dem Dom in allen sei­nen Aspek­ten eine gewis­se Erha­ben­heit und qua­li­tas sui gene­ris, die man in ihrer Gesamt­schau unbe­nom­men als ein­fach sehr schön bezeich­nen kann.


Wor­in besteht Ihre per­sön­li­che Fas­zi­na­ti­on für das Bauwerk?

Mat­thi­as Scher­baum: Da ich seit mitt­ler­wei­le fast zehn Jah­ren Gäs­te­füh­rer am Bam­ber­ger Dom bin, ist er mitt­ler­wei­le fast etwas wie ein Lebens­mit­tel­punkt von mir gewor­den. Über erwähn­te sach­li­chen, kunst­his­to­ri­schen Belan­ge hin­aus, die mich tat­säch­lich jedes Mal wie­der aufs Neue ergrei­fen und fas­zi­nie­ren, ist es viel­leicht sogar vor­ran­gig der zwi­schen­mensch­li­che Aspekt, den ich im Kon­text des Domes sehr schät­ze: Von den Kol­le­gen, über die Orga­ni­sa­to­ren, Ver­tre­ter der Dom­bau­hüt­te und des Dom­ka­pi­tels und den Erz­bi­schof, die sehr prä­sent und lebens­nah im Dom sind, sowie die vie­len Gäs­te, die ich durch unse­re Dom­kir­che füh­ren darf, bis hin zu diver­sen kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen, wie etwa Orgel­kon­zer­ten oder Aus­stel­lun­gen, mit ihren diver­sen Prot­ago­nis­ten wie Inter­es­sen­ten, – es erge­ben sich im Rah­men die­ses Bau­wer­kes und mei­ner Tätig­keit hier­bei immer wie­der kon­kre­te Begeg­nun­gen mit Men­schen, die für mich wie ein erleb­ba­rer und per­sön­li­cher Wie­der­hall der Schön­heit die­ses Gebäu­des ankom­men und ent­spre­chend wert­voll sind, wofür ich sehr dank­bar bin.


Wie sieht das Pro­gramm des VHS-Kur­ses aus? Kann man sich in sechs Kur­sen dem Dom umfas­send genug nähern oder müs­sen Sie in der Pro­gramm­ge­stal­tung eher ober­fläch­lich bleiben?

Mat­thi­as Scher­baum: Eine sehr gute Fra­ge! Natür­lich kann man in sechs Sit­zun­gen zu jeweils 1,5 Stun­den dem Bam­ber­ger Dom in sei­ner Gän­ze nicht gerecht wer­den, allein das Inven­tar, also all das, was im Innen­be­reich des Doms unmit­tel­bar sicht­bar ist, wür­de, woll­te man sich damit nur auf fak­ti­scher Ebe­ne annä­hernd ange­mes­sen beschäf­ti­gen, locker die Zeit und den Anspruch von drei bis vier Uni-Semes­tern bean­spru­chen, viel­leicht auch noch mehr. Von den Hin­ter­grün­den, his­to­ri­schen Zusam­men­hän­gen, kunst­ge­schicht­li­chen Wür­di­gun­gen und so wei­ter ganz zu schwei­gen. Den­noch ist es eine gute und begrü­ßens­wer­te Mög­lich­keit, sich im Rah­men eines etwas aus­führ­li­che­ren VHS-Kur­ses dem Bam­ber­ger Dom nähern zu kön­nen, so dass zumin­dest ein paar Basics aus­führ­li­cher the­ma­tisch wer­den kön­nen, auf denen man dann gegen­be­nen­falls wei­ter auf­bau­en kann: Die nor­ma­len Füh­run­gen im Dom dau­ern cir­ca eine Stun­de, das ist ok, um Gäs­ten einen ers­ten Ein­druck des Gebäu­des ver­mit­teln zu kön­nen, es gibt dar­über hin­aus erfreu­li­cher­wei­se im Port­fo­lio der Dom­tou­ris­tik ein gan­zes Bün­del an Spe­zi­al­füh­run­gen, die dann auch mal zwei oder auch drei Stun­den dau­ern kön­nen, wo man natür­lich viel tie­fer gehen kann, zumal bestimm­te Aspek­te anbe­lan­gend. Die wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen und Publi­ka­tio­nen, die ein nen­nens­wert hohes Niveau haben, so wur­de etwa vor weni­gen Jah­ren von der Uni Bam­berg ein aus­ge­spro­chen span­nen­des Pro­jekt zu den Por­ta­len des Bam­ber­ger Doms durch­ge­führt, und das Opti­mum dar­stel­len, was man über den Bam­ber­ger Dom in Erfah­rung brin­gen kann, sind in der Regel nur an der Uni bezie­hungs­wei­se in den ent­spre­chen­den Publi­ka­tio­nen hab­bar. Da ich mich sozu­sa­gen in bei­den Wel­ten, sprich den kon­kre­ten Füh­run­gen wie der Wis­sen­schaft, bewe­ge, stellt die­ser VHS-Kurs viel­leicht einen annä­hernd idea­len Weg zur Ver­mitt­lung von eini­gen tie­fer­ge­hen­den Inhal­ten an ein mög­lichst brei­tes und inter­es­sier­tes Publi­kum dar.


Wird der VHS-Kurs neue Erkennt­nis­se zum Dom bie­ten? Bezie­hungs­wei­se kön­nen sol­che Erkennt­nis­se über­haupt noch gewon­nen wer­den oder ist in Sachen Dom alles erforscht?

Mat­thi­as Scher­baum: Alle Berei­che des Empi­ri­schen, so eben auch die For­schun­gen zum Bam­ber­ger Dom, sind in princi­pio unab­schließ­bar. Das ist einer­seits viel­leicht etwas frus­trie­rend, weil es kein abschlie­ßend gesi­cher­tes Wis­sen hier­über geben kann – ande­rer­seits aber auch immens auf­re­gend, weil es de fac­to immer was Neu­es zu fin­den, zu inter­pre­tie­ren, zu dis­ku­tie­ren und so wei­ter gibt. Ich habe immer wie­der dazu gear­bei­tet und bin aktu­ell auch gera­de dabei, etwas zum Dom zu erfor­schen, mein Ste­cken­pferd sind die Dom­skulp­tu­ren, bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob ich das in dem Kurs bespre­chen wer­de, viel­leicht ein oder zwei Aspek­te mal kurz berüh­ren, sicher­lich wer­de ich dazu noch zwei, mög­li­cher­wei­se auch drei Publi­ka­tio­nen ver­fas­sen, aber das ist noch nicht so ganz sicher. Aber ja: Neue Erkennt­nis­se zum Bam­ber­ger Dom sind immer drin, das steht außer Frage.


Der Dom beher­bergt zahl­rei­che Kunst­wer­ke – wel­che sind die beson­ders erwähnenswerten?

Mat­thi­as Scher­baum: Das lässt sich gar nicht so ein­fach sagen. Natür­lich ist der Rei­ter das her­aus­ra­gen­de Kunst­werk des Doms, sei­nen Bekannt­heits­grad anbe­lan­gend, aber auch das Kai­ser­grab von Rie­men­schnei­der ist aus­ge­spro­chen und zu Recht berühmt. Sehr schön und in gewis­ser Wei­se auch sehr wit­zig ist etwa das Chor­ge­stühl im West­be­reich des Doms, das Fürs­ten­por­tal hat aus meh­rer­lei Hin­sicht zwei­fel­los euro­päi­sche Bedeu­tung, als Ein­zel­skulp­tu­ren sind beson­ders zwei Frau­en­fi­gu­ren her­vor­zu­he­ben: Die Syn­ago­ga sowie die „Alte Frau im anti­ken Gewand“ sind aus vie­ler­lei Hin­sicht wirk­lich atem­be­rau­bend. Beson­ders gelun­gen fin­de ich aber auch das 1996 ent­stan­de­ne Kreuz des gebür­ti­gen Würz­bur­gers Fritz König in der West­kryp­ta des Bam­ber­ger Doms, das aller­dings nur mit Füh­run­gen zugäng­lich ist – ein, wie ich fin­de, aus­ge­spro­chen bemer­kens­wer­tes, tief­sin­ni­ges und schö­nes Bei­spiel moder­ner Sakralkunst.


Letz­tes Jahr wur­den aller­dings For­de­run­gen laut, zwei stei­ner­ne Figu­ren im Bam­ber­ger Dom, Eccle­sia und Syn­ago­ge, die die christ­li­che und die jüdi­sche Reli­gi­on dar­stel­len, zu ent­fer­nen, weil sie ver­meint­lich das Juden­tum abwer­ten. Was hal­ten Sie von die­sen Forderungen?

Mat­thi­as Scher­baum: Das Fürs­ten­por­tal an der Nord­sei­te des Doms ist links und rechts von zwei Säu­len ein­ge­rahmt, auf denen zwei Groß­plas­ti­ken ste­hen. Die jet­zi­gen Figu­ren sind Kopien, die Ori­gi­na­le hier­von befin­den sich im Inne­ren des Doms und zwar an den süd­li­chen Ost­chor­schran­ken, wenn man in den Dom hin­ein­geht gleich hin­ter der Adam­s­pfor­te. Es han­delt sich hier­bei um zwei Frau­en­fi­gu­ren, wobei die vom Betrach­ter aus gese­hen lin­ke Dame die Eccle­sia – das heißt die Sym­bo­li­sie­rung der christ­li­chen Kir­che – und die rech­te Dame die Syn­ago­ga, also die Sym­bo­li­sie­rung des Juden­tums dar­stellt. Vor ziem­lich genau einem Jahr hat ein Erlan­ger Mit­ar­bei­ter der Erz­diö­ze­se Bam­berg in einem Vor­trag die The­se ver­tre­ten, dass es sich hier­bei um eine Dif­fa­mie­rung des Juden­tums han­delt, wes­we­gen er auch für einen Abbau der Ori­gi­na­le im Inne­ren des Doms plä­diert hat. Der Frän­ki­sche Tag hat hier­über mehr­fach berich­tet. Hin­ter­grund für die­se Auf­fas­sung ist der Umstand, dass die Eccle­sia mit Kro­ne dar­ge­stellt ist, ursprüng­lich hielt sie in ihren Hän­den – was mitt­ler­wei­le abge­bro­chen ist – einen Kreuz­stab mit Fah­ne sowie einen Abend­mahls­kelch, wäh­rend die Syn­ago­ga bis heu­te gut sicht­bar eine Augen­bin­de trägt und einen zer­bro­che­nen Stab in ihrer rech­ten Hand hält. Damit wird auf sym­bo­li­sche Wei­se die Eccle­sia als Sie­ge­rin, die Syn­ago­ga als Ver­lie­re­rin der Heils­ge­schich­te ver­an­schau­licht, wobei der Grund, wes­we­gen die Syn­ago­ga als Ver­lie­re­rin erscheint, vor­ran­gig dar­in liegt, dass sie den Mes­si­as in der Per­son Jesu Chris­ti nicht erkannt hat. Im Kon­text des Fürs­ten­por­tals ist dies ein­ge­bun­den in ein umfang­rei­ches wei­te­res Skulp­tu­ren­pro­gramm, das eine sehr gro­ße und kom­ple­xe Geschichts­auf­fas­sung, die ich hier nicht aus­führ­lich erläu­tern kann, zum Aus­druck bringt, was aber in der iso­lier­ten Form im Innen­raum des Doms nicht in die­ser Wei­se erkenn­bar wird. Im bibli­schen Hin­ter­grund hier­von ist etwa die Rede von den zwei Bräu­ten Chris­ti, wie man das bei Pau­lus fin­den kann. Es ist sicher­lich eine gute Sache, die­ses iko­no­gra­phi­sche Pro­gramm zu erläu­tern, da es in aller Regel den Men­schen heu­te nicht mehr unmit­tel­bar ver­ständ­lich ist, wes­we­gen auch, zumal in die­sem Jahr: 1700 Jah­re Juden­tum in Deutsch­land, vie­le Pro­gram­me hier­zu im Rah­men des Bam­ber­ger Doms lau­fen, wie etwa Spe­zi­al­füh­run­gen, ver­schie­de­ne Auf­sät­ze, wahr­schein­lich auch Erläu­te­run­gen auf Tafeln und so wei­ter, aber eine Ent­fer­nung wäre aus vie­ler­lei Hin­sicht sicher­lich kon­tra­pro­duk­tiv. Zum einen, weil Iko­no­klas­mus, also Bil­der­sturm, mei­nes Wis­sens nach immer Vor­bo­te bezie­hungs­wei­se Sym­ptom von poli­ti­scher oder reli­giö­ser Gewalt gewe­sen ist und gera­de das, was in die­sem Fall wich­tig ist, näm­lich Auf­klä­rung und Dia­log, unter­bun­den hat. Zum ande­ren, weil die­se Kunst­wer­ke selbst­re­dend denk­mal­ge­schützt sind und ein hohes Kul­tur­gut dar­stel­len, an dem nicht nur die Kunst­ge­schich­te Inter­es­se hat. Und schließ­lich auch, weil es die eige­ne Posi­ti­on in sol­chen Fra­gen unglaub­wür­dig machen wür­de: Man ver­ur­teilt die Tali­ban, weil sie in Afgha­ni­stan die denk­mal­ge­schütz­ten Bud­dha-Sta­tu­en zer­stört haben, wür­de aber, wenn auch sicher­lich in abge­schwäch­ter Form, aber nichts­des­to­trotz von der Inten­ti­on her etwas Ver­gleich­ba­res vor der eige­nen Haus­tür unter­neh­men. Auf­klä­rung und Erklä­rung hal­te ich für gut, eine Ent­fer­nung des Figu­ren­pär­chens wür­de in mei­nen Augen lang­fris­tig ver­mut­lich mehr Pro­ble­me erzeu­gen, als lösen, zumal es der The­ma­tik, um die es hier geht, sach­lich nicht gerecht wer­den würde.


Lässt sich ein­schät­zen, wel­che Bedeu­tung der Dom für die Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger hat? Inwie­weit geht sie über die eines blo­ßen Got­tes­hau­ses hinaus?

Mat­thi­as Scher­baum: Soweit ich dar­über etwas sagen kann, hät­te ich den Ein­druck, dass die Bedeu­tung des Doms für die Bam­ber­ger hete­ro­gen ist. Und das aus min­des­tens zwei Hin­sich­ten: Man­che ken­nen den Dom so gut wie gar nicht, die Mehr­heit wohl schon. Und von denen, die ihn ken­nen, fin­den ihn eini­ge aus ästhe­ti­schen, welt­an­schau­li­chen oder sons­ti­gen Grün­den nicht so gut, es gibt aber auch vie­le, von denen ich auch per­sön­lich recht viel ken­ne, die den Dom sehr mögen. Eine Freun­din von mir, gebür­ti­ge Bam­ber­ge­rin, auf­ge­wach­sen in Bam­berg-Ost, mitt­ler­wei­le in ihren 50ern, hat, zumin­dest laut Selbst­aus­sa­ge damals, 2012 zum 1000-jäh­ri­gen Jubi­lä­um, den Dom zum ers­ten Mal in ihrem Leben betre­ten. Auf mei­ne ver­wun­der­te Nach­fra­ge ihre Ant­wort: Aus Bam­berg-Ost geht ma nett in Dom! Mitt­ler­wei­le ist der Dom ihr Arbeits­platz gewor­den, was sie dazu ver­don­nert, als Öst­le­rin, regel­mä­ßig das Gebäu­de auf­zu­su­chen und zu betre­ten, was aber, so zumin­dest mein Ein­druck, ihr kei­ne Bauch­schmer­zen mehr ver­ur­sacht. So gese­hen gibt es also ganz kurio­se Bei­spie­le für eine Neo- oder Re-Iden­ti­fi­ka­ti­on von Bam­ber­gern mit dem Dom. Ableh­nung des­sel­ben habe ich vor allem aus ästhe­ti­schen Grün­den erlebt, vie­le emp­fin­den den Dom von Innen als zu kahl, zu kühl, zu ste­ril und so wei­ter, sel­ten gibt es einen grund­sätz­li­chen anti­kle­ri­ka­len, reli­gi­ons- oder chris­ten­tums­kri­ti­schen Impe­tus, was aber vor­ran­gig poli­tisch, ideo­lo­gisch moti­viert ist. Sie spre­chen die reli­giö­se Pra­xis an: Gene­rell sind die Zah­len der Kir­chen- bezie­hungs­wei­se Got­tes­dienst­be­su­cher euro­pa­weit rück­läu­fig, das ist in Bam­berg auch so. Die Sonn­tags- und vor allem Weih­nachts­mes­sen sind rela­tiv gut besucht, Oster­mes­sen eben­falls, der Dom fun­giert auch als belieb­te Hoch­zeits­kir­che, Tau­fen sind recht häu­fig, aber den ganz klar über­wie­gen­den Groß­teil der Besu­cher stel­len Tou­ris­ten. Ich schät­ze mal, dass die Bedeu­tung des Doms für die Bam­ber­ger eini­ger­ma­ßen hete­ro­gen ist – eini­gen bedeu­tet er viel, wie etwa mir und vie­len Kol­le­gen und Mit­ar­bei­tern der Erz­diö­ze­se, für ande­re ist er halt ein­fach da, wird zu Kennt­nis genom­men, aber mehr dann auch nicht, es hängt den­ke ich stark von der jewei­li­gen Per­son und ihrem jewei­lig geis­ti­gen Hin­ter­grund ab.


Falls es so etwas wie eine Bam­ber­ger Iden­ti­tät gibt – wel­che Rol­le spielt der Dom dabei?

Mat­thi­as Scher­baum: Auch das wür­de ich mei­nen ist sehr stark abhän­gig von der jewei­li­gen indi­vi­du­el­len Per­son, ich kann dazu so gut wie nichts All­ge­mein­gül­ti­ges sagen. Wobei der Dom sicher­lich durch sei­ne gro­ße Prä­senz, direkt optisch, man sieht ihn etwa bereits von ver­schie­de­nen Stel­len der Bahn­glei­se, oder auch indi­rekt, wie etwa in der Braue­rei Kai­ser­dom oder dem Bam­ber­ger Rei­ter als Logo der Stadt, in der Gast­stät­te „Dom­ter­ras­sen“, oder als Motiv auf diver­sen Wer­be­trä­gern, sehr viel mit der Stadt Bam­berg zu tun hat und jemand, der ger­ne in Bam­berg lebt und die Stadt ins­ge­samt gut fin­det, sicher­lich auch ein posi­ti­ves Ver­hält­nis zu die­sem Bau­werk haben dürfte.


In Köln heißt es: Wenn der Köl­ner Dom voll­endet ist, geht die Welt unter. Gibt es zum Bam­ber­ger Dom ähn­li­che Sprichwörter?

Mat­thi­as Scher­baum: Es gibt einen gan­zen Sagen- und Legen­den­kranz in Bezug auf den Bam­ber­ger Dom, bei­spiels­wei­se die „Dom­krö­ten“, der „Teu­fels­bau­meis­ter“, die Legen­den um Hein­rich II. und Kuni­gun­de auf dem Kai­ser­grab, bei denen immer wie­der auch ganz ähn­lich apo­ka­lyp­ti­sche Sze­na­ri­en wie das von Ihnen ange­führ­te Köl­ner Bei­spiel eine Rol­le spie­len, aber ein in die­sem Sinn ver­gleich­bar kna­cki­ger Spruch den Bam­ber­ger Dom anbe­lan­gend ist mir in die­ser Form soweit nicht bekannt, außer viel­leicht fol­gen­dem: „Wer zum Bam­ber­ger Dom will, muss durch die Höl­le gehen“ – was ich vor ein paar Jah­ren mal von Schü­lern gehört hab, die vom Ste­phans­berg kom­mend über den Schul­platz Rich­tung Dom­grund unter­wegs waren, und damit offen­bar auf den ent­spre­chen­den Stra­ßen­na­men bei der Obe­ren Pfar­re ange­spielt haben, was so gese­hen als lau­ni­ger Spruch Jugend­li­cher, weni­ger als eta­blier­tes geflü­gel­tes Wort ver­stan­den wer­den kann, aber nichts­des­to­trotz natür­lich ganz wit­zig ist.