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Förderkreis goolkids

Rund 300 Gäs­te fei­er­ten im Ziegelbau

Emo­tio­na­le Sport­ga­la des För­der­kreis goolkids

Zum sieb­ten Mal fand am ver­gan­ge­nen Sams­tag (25. Okto­ber) die gool­kids-Sport­ga­la statt. Die Klam­mer des Abends bil­de­te Initia­tor Robert Bartsch. Zu Beginn blick­te ein Ein­spiel­film, mit Bartsch als Erzäh­ler, auf die Anfän­ge des För­der­krei­ses zurück. Und am Ende der Gala über­rasch­te das Team von gool­kids sei­nen Grün­der mit dem Video „Dan­ke, Robert!“. Unter gro­ßer Rüh­rung, sowohl im Publi­kum als auch auf der Büh­ne, ver­deut­lich­te der Film noch ein­mal das Aus­maß von Bartsch‘ Enga­ge­ment der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re. Die Gäs­te reagier­ten mit ste­hen­den Ova­tio­nen. Doch der Abend hat­te noch vie­le wei­te­re tol­le und emo­tio­na­le Momen­te zu bieten.

Dem Ein­spie­ler folg­te die Begrü­ßung durch Mode­ra­tor Mat­thi­as „Ste­go“ Ste­ger und anschlie­ßend ein Gruß­wort von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Starke.

Danach betra­ten die gool­kids-Vor­stän­de Anna Nie­der­mai­er und Wolf­gang Heyder gemein­sam mit Wil­fried Käm­per vom Namens­ge­ber Magnat die Büh­ne, zeig­ten sich selbst begeis­tert von der Ent­wick­lung in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren und gaben einen kur­zen Abriss über die unter­schied­li­chen Pro­jek­te unter dem gookids-Dach.

Zum Pro­jekt Inklu­si­ons-Fuß­ball, das in Zusam­men­ar­beit von gool­kids mit dem FV 1912 Bam­berg läuft, kam der stell­ver­tre­ten­de 12-er-Kapi­tän Andre­as Güß­re­gen zu einem kur­zen Inter­view mit Mode­ra­tor Ste­ger auf die Büh­ne, zum Fit­ness-Pro­jekt Reha­Fit Trai­ner Franz Bezold gemein­sam mit drei sei­ner Ath­le­tIn­nen. Initia­tor Robert Bartsch infor­mier­te über das Sam­mel­cen­ter, das qua­si direkt mit gool­kids vor zehn Jah­ren star­te­te und dazu dient, bedürf­ti­ge Kin­der mit Sport­kla­mot­ten zu ver­sor­gen. In die­sem Zusam­men­hang über­reich­te er Lilo Fischer, „ohne die das Sam­mel­cen­ter nicht mög­lich wäre“, einen Blu­men­strauß und dank­te ihr von gan­zem Her­zen. Von ihr erhielt er umge­hend die Zusa­ge, solan­ge es ihr gesund­heit­lich mög­lich ist, für gool­kids da zu sein. 


Ste­hen­de Ova­tio­nen für Grün­der Robert Bartsch

Dr. Schön­ber­ger stell­te im Namen des Bam­berg Gut­schein-Teams die Akti­on „3 x Glück“ vor, bei der ein Teil des Erlö­ses gekauf­ter Gut­schei­ne an vier Pro­jek­te geht. Begüns­tig­te sind neben dem För­der­kreis gool­kids die Stif­tung Zir­kus Gio­van­ni, der För­der­ver­ein der Lebens­hil­fe Bam­berg „Hand in Hand“ und das Kin­der- und Jugend­hos­piz Sternenzelt.

gool­kids-Sozi­al­päd­ago­gin Lis­ca Dogan gab ein Feed­back über Pro­jek­te wie „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ und die Inklu­si­ons­mes­se und blick­te auf den Bene­fiz-Lauf­treff am 6. Dezem­ber, bevor die Ath­le­tIn­nen, die bei den Spe­cial Olym­pics Medail­len gewan­nen, und ihr Trai­ner Udo Pörsch­ke mit „Ste­go“ spra­chen und Hans Mar­tin Lech­ner vom Lions Club Resi­denz über den Bam­ber­ger Advents­ka­len­der infor­mier­te. Um auch wei­ter­hin das Pro­jekt „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ sichern zu kön­nen, über­reich­te Mathi­as Polz, Mar­ke­ting­lei­ter der Spar­kas­se Bam­berg, einen Scheck.

Die Band Hea­ven sorg­te für die musi­ka­li­sche Unter­hal­tung der Gala und ver­stei­ger­te außer­dem ein Wohn­zim­mer­kon­zert, für wel­ches Mat­thi­as Ste­gers Kum­pel den Zuschlag erhielt.

Emo­tio­nal wur­de es, als Johan­nes Gras­ser zum Bot­schaf­ter ernannt wur­de. Der jun­ge Mann, lebt seit sei­ner Geburt mit Tetras­pas­tik und stellt sich den­noch zeit sei­nes Lebens neu­en kör­per­li­chen Her­aus­for­de­run­gen, sei es ein Sprung mit dem Roll­stuhl vom Sprung­brett im Schwimm­bad, oder das Klet­tern auf den Zucker­hut in Rio de Janei­ro. Mitt­ler­wei­le ist er als Spea­k­er aktiv und hat vor einem Jahr das Buch „Mich bremst nie­mand aus“ ver­öf­fent­licht. Bei der Ernen­nung und den jewei­li­gen Wort­bei­trä­gen von Mode­ra­tor, gool­kids-Vor­stand­schaft und Johan­nes Gra­ser selbst hat­ten alle auf der Büh­ne Anwe­sen­den mit ihren Emo­tio­nen zu kämp­fen und im Saal war es still wie den rest­li­chen Abend nicht mehr.

Im Anschluss ging es an die Ver­lei­hung von gool­kids-För­der­prei­sen und die Ehrun­gen von Spie­le­rin und Spie­ler des Jah­res, Mann­schaft des Jah­res bei den Damen und Mann­schaft des Jah­res bei den Her­ren sowie des Funk­tio­närs des Jahres.

Die vier gool­kids-För­der­prei­se gin­gen an den MTV Bam­berg, das Pro­jekt „Wir Hel­den“, Heiner´s Traum­elf und den FV 1912 Bam­berg. Mit die­sen Aus­zeich­nun­gen wür­digt gool­kids Inklu­si­ons-Pro­jek­te und hofft, dadurch wei­te­re der­ar­ti­ge Pro­jek­te anzuregen.

Anschlie­ßend wur­den je drei nomi­nier­te Fuß­bal­le­rIn­nen bezie­hungs­wei­se Mann­schaf­ten in Ein­spie­lern vor­ge­stellt, bevor die Sie­gen­den ver­kün­det wur­den. Bei den Damen räum­te die SpVgg Ebing ab, stell­te mit Caro­li­ne Eberth die Spie­le­rin des Jah­res sowie mit der 2. Mann­schaft die Mann­schaft des Jah­res. Spie­ler des Jah­res wur­de Nico Imhof vom VfL Mürs­bach, Mann­schaft des Jah­res bei den Her­ren der SC Kem­mern, und als Funk­tio­när des Jah­res wur­de Sascha Dorsch vom FC Ein­tracht Bam­berg ausgezeichnet.

Zum Ende trat noch­mals die gool­kids-Vor­stand­schaft sowie Robert Bartsch auf die Büh­ne, um ihren Dank aus­zu­spre­chen an Alle im Back­of­fice, an Mode­ra­tor Mat­thi­as Ste­ger und an alle Spon­so­ren, die die­sen Abend ermög­lich­ten. In die­sem Zuge über­rasch­te das gool­kids-Team Initia­tor Robert Bartsch mit einem Ein­spiel­film über ihn mit Sze­nen aus den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren mit dem Titel „Dan­ke, Robert“.

„Der Abend war eine emo­tio­na­le Zeit­rei­se mit wun­der­ba­ren Men­schen und Höhe­punk­ten!“, zeig­te sich Bartsch bewegt. „Wir haben als Team weit mehr erreicht als im ers­ten Schritt gedacht war. Dass unser Stre­ben nach mehr Inklu­si­on im Sport so gut ankommt, hät­te ich vor­her nie erwar­tet”, ergänz­te er im Rück­blick auf sei­ne Visi­on von vor rund 10 Jah­ren. „Doch gera­de für eine inklu­si­ve Sport­welt gibt es noch viel zu tun. Aber durch unse­ren posi­ti­ven Anfang wer­den wir die nächs­ten Mei­len­stei­ne höchst moti­viert anpacken.“

Wenn aus einer Idee eine Bewe­gung wird

Zehn Jah­re goolkids

Es begann mit einer Visi­on: Men­schen mit und ohne Behin­de­rung soll­ten nicht in getrenn­ten Wel­ten leben, son­dern auf Augen­hö­he, Sei­te an Sei­te, in der Mit­te der Gesell­schaft. Sport, so glaub­te der Grün­der von gool­kids, Robert Bartsch, kann dafür der Schlüs­sel sein – eine Brü­cke, die ver­bin­det, Vor­ur­tei­le abbaut und Freu­de schenkt. Zehn Jah­re spä­ter ist aus die­ser Idee eine Bewe­gung gewor­den, die weit über Bam­berg hinausstrahlt.

„In den­je­ni­gen zehn Jah­ren, in denen sich der För­der­kreis gool­kids in Bam­berg und Umge­bung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on ein­setzt, ist es uns gelun­gen, den Wert der Teil­ha­be in der Gesell­schaft bekann­ter zu machen und vie­le inklu­si­ve Ver­an­stal­tun­gen zu orga­ni­sie­ren“, sagt Grün­der Bartsch rück­bli­ckend. Was damals klein begann, hat sich zu einem Netz­werk ent­wi­ckelt, das Poli­tik, Wirt­schaft, Schu­len und Sport­ver­ei­ne mit­ein­an­der verbindet.


Ein Jahr­zehnt vol­ler Meilensteine

Das Spek­trum der Pro­jek­te ist beein­dru­ckend und unter­streicht das sozia­le Enga­ge­ment: Die Inklu­si­ons­mes­se infor­miert seit Jah­ren über Ange­bo­te in der Regi­on. Tur­nie­re wie die Fran­ken- und MIT­ein­an­der-Cups begeis­tern Sportler:innen mit und ohne Behin­de­rung glei­cher­ma­ßen. Bene­fiz­läu­fe oder Golf­tur­nie­re brin­gen Men­schen zusam­men, die viel­leicht sonst nie mit­ein­an­der ins Gespräch gekom­men wären.

Vor allem aber zei­gen Pro­jek­te wie „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“, wie nach­hal­tig Inklu­si­on wir­ken kann. In Klas­sen­zim­mern und Turn­hal­len erle­ben Kin­der und Jugend­li­che, was es bedeu­tet, im Roll­stuhl einen Hin­der­nis­par­cours zu bewäl­ti­gen. Sie spie­len Roll­stuhl­bas­ket­ball, lachen, schwit­zen und ver­ges­sen nach weni­gen Minu­ten, dass sie gera­de in eine ganz ande­re Lebens­rea­li­tät ein­tau­chen: „So ler­nen die Kin­der nicht nur ein sozia­les Mit­ein­an­der schät­zen, son­dern ver­ste­hen auch, wie erstre­bens­wert eine viel­fäl­ti­ge und diver­si­täts­freund­li­che Gesell­schaft ist“, erklärt Robert Bartsch.

Das gool­kids-Team wäh­rend der Spe­cial Olym­pics World Games, Foto: goolkids.de

Beson­de­re Stern­stun­den erleb­ten die goolkids-Athlet:innen bei den Spe­cial Olym­pics: „Jüngst konn­ten sich Athlet:innen von unse­rem Koope­ra­ti­ons­ver­ein FV 1912 Bam­berg für die Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le in Erlan­gen qua­li­fi­zie­ren und dort Medail­len gewin­nen“, erzählt er. Für vie­le sei es das ers­te Mal gewe­sen, bei einem gro­ßen sport­li­chen Wett­be­werb dabei zu sein – und das Strah­len in den Gesich­tern wir­ke noch lan­ge nach.

Ein wei­te­res Kapi­tel, das unver­ges­sen bleibt, war die Host-Town-Rol­le wäh­rend der Spe­cial Olym­pics World Games 2023 in Ber­lin. Bam­berg emp­fing eine Dele­ga­ti­on aus Bah­rain, trai­nier­te, fei­er­te und leb­te tat­säch­lich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „geleb­te Teil­ha­be“. „Wie wir damals gemein­sam trai­niert und gefei­ert haben, wer­den unse­re Athlet:innen sicher nie­mals ver­ges­sen“, ist sich Bartsch des­sen ganz sicher. Sol­che Erleb­nis­se sind es, die nicht nur den Ver­ein, son­dern eine gan­ze Regi­on prägen.


Die Sport­ga­la: Ein Fest der Begegnung

Der Höhe­punkt des Jubi­lä­ums­jah­res wird zwei­fel­los die gro­ße Sport­ga­la am 25. Okto­ber im Wel­co­me Kon­gress­ho­tel. Unter dem Mot­to „10 Jah­re gool­kids“ fei­ert Bam­berg einen Abend, der Herz und Hal­tung ver­bin­det: „Wir wol­len den Gäs­ten zei­gen, wie wir Inklu­si­on leben und was wir den Men­schen geben wol­len“, beschreibt der Grün­der die Idee hin­ter dem groß­an­ge­leg­ten Event.

Die Gala ist dabei jedoch weit­aus mehr als nur ein Rück­blick. Es gibt ein fest­li­ches Drei-Gän­ge-Buf­fet, Musik der Band Hea­ven und eine Mode­ra­ti­on durch Mat­thi­as „Ste­go“ Ste­ger von Radio Bam­berg, der mit Humor und Lei­den­schaft durch den Abend führt. Emo­tio­na­le Momen­te sind hier­bei garan­tiert, wenn die gool­kids-För­der­prei­se ver­lie­hen und die bes­ten Fußballer:innen der Regi­on geehrt wer­den – unter­stützt von anpfiff.info.

Ein ganz beson­de­rer Höhe­punkt wird dabei die Ernen­nung von Jon­ny Gras­ser zum Inklu­si­ons­bot­schaf­ter. Gras­ser, der bereits beim Neu­jahrs­emp­fang für Begeis­te­rung sorg­te, steht wie kaum ein ande­rer dafür, dass Bar­rie­ren vor allem in den Köp­fen exis­tie­ren – und schließ­lich auch über­wun­den wer­den kön­nen und sollen.

Doch die Gala ist nicht nur eine Büh­ne für Sportler:innen. Sie ist auch ein Ort der Begeg­nung für Spon­so­ren, Part­ner und Gäs­te – auch das ist von beson­de­rer Bedeu­tung. „Die Sport­ga­la ist ein gro­ßes Fest und eine gro­ße Aner­ken­nung für die teil­neh­men­den Sportler:innen. Doch sie bie­tet auch die Chan­ce, sowohl beein­dru­cken­de Men­schen als auch höchst emo­tio­na­le Leis­tun­gen haut­nah ken­nen­zu­ler­nen“, betont Bartsch.

Teil­neh­men­de der Podi­ums­dis­kus­si­on wäh­rend der dies­jäh­ri­gen Inklu­si­ons­mes­se. Foto: Claus Riegl

Das media­le Inter­es­se sorgt dafür, dass die Bot­schaft von gool­kids weit über die Regi­on hin­aus getra­gen und auf die­se Wei­se für noch mehr Leu­te greif- und erfahr­bar wird. Außer­dem: „Wer teil­nimmt und sich einen Tisch reser­viert, unter­stützt zudem Inklu­si­ons-Pro­jek­te aus dem Bereich Jugend­sport für Inklu­si­on und Integration.“


Per­sön­li­che Visi­on und kol­lek­ti­ve Kraft

Wer den Grün­der von gool­kids, Robert Bartsch, nach sei­ner Rol­le fragt, bekommt eine beschei­de­ne Ant­wort. „Per­sön­lich sehe ich mich eher als Ideen­ge­ber und möch­te ganz ein­fach die Men­schen zusam­men­brin­gen.“ Ihm gehe es nicht um die eige­ne Per­son, son­dern um die Visi­on, dass Men­schen mit und ohne Behin­de­rung selbst­ver­ständ­lich gemein­sam Sport treiben.

Doch natür­lich braucht jede Bewe­gung Moto­ren – Men­schen, die Ideen ent­wi­ckeln, Türen öff­nen, Part­ner gewin­nen. Ohne die Lei­den­schaft eines gemein­sa­men Grün­der­teams wäre gool­kids nicht da, wo es heu­te steht. „Ich glau­be, dass mei­ne Visi­on und vor allem das gro­ße Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten von gool­kids zusam­men den Weg wei­ter gehen kön­nen“, betont Robert Bartsch.


Geschich­ten, die alle berühren

Wenn von zehn Jah­ren gool­kids die Rede ist, sind es vor allem die vie­len per­sön­li­chen Geschich­ten, die hän­gen blei­ben. Sie machen deut­lich, dass Inklu­si­on kein theo­re­ti­sches Kon­zept ist, son­dern geleb­te Rea­li­tät. Sie berührt uns alle und wir alle haben immer wie­der Berüh­rungs­punk­te mit ihr. Da ist das jun­ge Mäd­chen, das bei den Lan­des­spie­len in Erlan­gen ihr sport­li­ches Debüt fei­er­te – und gleich die Gold­me­dail­le hol­te. Da ist der Ath­let, der eigent­lich nur „dabei sein woll­te“ und plötz­lich mit Sil­ber um den Hals vor Glück wein­te. „Wenn sich dann die­se Sport­ler zusam­men mit ihrem hoch enga­gier­ten Trai­ner in den Armen lie­gen, dann geht einem das Herz auf“, erin­nert sich der Grün­der. Die­se Emo­tio­nen sind es, die alle Anstren­gun­gen loh­nens­wert und mit nichts ande­rem ver­gleich­bar machen.


Her­aus­for­de­run­gen und Zukunftsziele

Trotz aller Erfol­ge bleibt die Arbeit von gool­kids kein Selbst­läu­fer und am Ende des Tages eben wei­ter­hin kno­chen­har­te ehren­amt­li­che Arbeit: „Da wir ein ehren­amt­li­cher Ver­ein sind, bestand und besteht eine immens hohe Her­aus­for­de­rung dar­in, Geld­ge­ber und För­de­rer zu fin­den“, schil­dert er. Öffent­li­che Mit­tel gibt es nicht, statt­des­sen haben Stif­tun­gen wie Akti­on Mensch, die Ober­fran­ken-Stif­tung oder die RAPS-Stif­tung wich­ti­ge Pro­jekt­för­de­run­gen ermög­licht. Inzwi­schen ste­hen auch vie­le Unter­neh­men aus der Regi­on hin­ter gool­kids: REWE, die VR-Bank, die Spar­kas­se Bam­berg oder der Wirt­schafts­club Bam­berg – um nur eini­ge zu nen­nen, denn da gehö­ren noch vie­le wei­te­re dazu. Ohne die­se Part­ner könn­ten vie­le Ideen nicht umge­setzt wer­den: „Herz­li­chen Dank an die­ser Stel­le!“, sagt der Ver­eins­grün­der mit Nachdruck.

Im Rah­men der Inklu­si­ons­ta­ge an Schu­len kön­nen Schü­le­rIn­nen ein Gefühl für die Her­aus­for­de­run­gen vonn Roll­stuhl­fah­re­rIn­nen bekom­men. Foto: Claus Riegl

Die größ­te Auf­ga­be bleibt jedoch nach wie vor die gesell­schaft­li­che Hal­tung. Noch immer sto­ßen Men­schen mit Behin­de­rung im All­tag auf Bar­rie­ren – sei­en es feh­len­de Ram­pen, Vor­be­hal­te in Sport­ver­ei­nen oder man­geln­des Ver­ständ­nis: „Inklu­si­on, also alle Men­schen ohne Vor­be­hal­te ein­zu­be­zie­hen, ist unser gro­ßes Ziel“, fasst Bartsch zusam­men. Und er ver­weist auf eine Zahl, die zum Nach­den­ken anregt: Mehr als zwölf Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Regi­on Bam­berg leben mit einer Beein­träch­ti­gung. Hät­ten Sie die­se Zahl erwartet?

Das Ziel der kom­men­den Jah­re lau­tet daher: Struk­tu­ren schaf­fen, die über ein­zel­ne Pro­jek­te hin­aus wir­ken. Inklu­si­on soll kein Leucht­turm sein, son­dern All­tag. Sport­ver­ei­ne sol­len ler­nen, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und Teil­ha­be selbst­ver­ständ­lich zu machen. „Wir wün­schen uns eine Gesell­schaft, in der Sport für alle zugäng­lich ist“, for­mu­liert es der Gründer.


Es ist weit mehr als Sport

Zehn Jah­re gool­kids – das ist die Geschich­te einer Idee, die zur Bewe­gung wur­de. Einer Initia­ti­ve, die nicht nur sport­li­che Erfol­ge fei­er­te und wei­ter­hin fei­ert, son­dern vor allen Din­gen Her­zen öff­net, Vor­ur­tei­le abbaut und Per­spek­ti­ven verändert.

Die Jubi­lä­ums­ga­la wird die­se Rei­se wür­di­gen. Sie wird zurück­bli­cken auf bewe­gen­de Momen­te, groß­ar­ti­ge sport­li­che Leis­tun­gen und Men­schen, die durch ihren Mut und ihre Lei­den­schaft ande­re inspi­riert haben. Doch noch wich­ti­ger: Sie wird nach vorn bli­cken – auf eine Zukunft, in der Inklu­si­on kein Ziel mehr ist, son­dern geleb­te Nor­ma­li­tät für die Gesamtgesellschaft.

Oder, wie es der Grün­der selbst for­mu­liert: „Es liegt mir sehr am Her­zen, dass Men­schen mit und ohne Behin­de­rung gemein­sam sport­lich aktiv sein kön­nen. Dass wir eine inklu­si­ve Gesell­schaft wer­den, in der Teil­ha­be etwas Selbst­ver­ständ­li­ches ist.“

Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le in Erlangen

Bam­ber­ger Athlet:innen holen Medaillen

Der sport­li­che Mit­tel­punkt Bay­erns war Mit­te Juli Erlan­gen. Dort fan­den vom 14. bis 18. Juli die Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le statt. Die­ses Sport­tur­nier für Men­schen mit geis­ti­ger und mehr­fa­cher Beein­träch­ti­gung ist mit rund 1500 Athlet:innen die größ­te inklu­si­ve Sport­ver­an­stal­tung des Frei­staats. Außer­dem zähl­te sie als Qua­li­fi­ka­ti­on für die Natio­na­len Spie­le 2026 im Saar­land. Mit am Start in Erlan­gen war auch eine Bam­ber­ger Delegation.

In mehr als 20 Dis­zi­pli­nen tru­gen fünf Tage lang etwa 1.500 Sportler:innen Wett­be­wer­be aus. Dabei maßen sie sich unter ande­rem in Bas­ket­ball, Boc­cia, Fuß­ball, Segeln, Judo, Golf, Schwim­men oder Ten­nis. Auch eini­ge Athlet:innen aus Bam­berg, am Start für die Koope­ra­ti­on des För­der­ver­eins gool­kids mit dem FV 1912 Bam­berg, hat­ten sich für die die baye­ri­schen Wett­be­wer­be qualifiziert.

Seit 2015 setzt sich der För­der­ver­ein in Bam­berg und Umge­bung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on sozi­al benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­cher sowie von Men­schen mit Behin­de­rung ein. Neben High­light-Ver­an­stal­tun­gen im Jubi­lä­ums­jahr, wie einer Inklu­si­ons­mes­se, des MIT­ein­an­der­Cups und einer gro­ßen Sport­ga­la im Okto­ber, konn­te der FV 1912 Bam­berg zusam­men mit gool­kids nun auch einen ech­ten sport­li­chen Höhe­punkt fei­ern. Denn im Jahr des zehn­jäh­ri­gen Bestehens lie­fer­ten Julia Weber, Robert Aschen­bren­ner und Dus­tin Barth sowie die Inklu­si­ons-Fuß­ball­mann­schaft des Clubs beein­dru­cken­de Lei­tun­gen ab.


Per­sön­li­che Best­zei­ten und Medaillen

Stark ersatz­ge­schwächt, aber mit gro­ßem Ehr­geiz ging die Fuß­ball­mann­schaft des FV 1912 am 15. Juli für ihr ers­tes Klas­si­fi­zie­rungs-Spiel an den Start. Am den bei­den fol­gen­den Tagen fan­den die Grup­pen­spie­le statt. Hier lie­ßen sich die Bam­ber­ger Spie­ler nichts neh­men und qua­li­fi­zier­ten sich letzt­end­lich für das Spiel um Platz drei. Im klei­nen Fina­le traf die Mann­schaft auf den HPZ Reha­sport Irchen­rieth. Das sou­ve­rä­ne Ergeb­nis – 4:0. „Damit hat das Team wie in den Jah­ren zuvor auch 2025 wie­der die Bron­ze­me­dail­le gewon­nen“, freu­te sich Dele­ga­ti­ons­lei­ter Robert Bartsch.

Athlet:innen
Die Bam­ber­ger Medail­len­ge­win­ner aus der Leicht­ath­le­tik-Abtei­lung mit Julia Weber, Coach Udo Pörsch­ke, Robert Aschen­bren­ner und Dus­tin Barth. Foto: goolkids.de

Weber, Aschen­bren­ner und Barth haben sich der Leicht­ath­le­tik ver­schrie­ben – die bei­den Her­ren tra­ten in Erlan­gen in ver­schie­de­nen Lang­läu­fen an, Weber in der Dis­zi­plin „Mini-Speer­wurf“. Nach Wochen und Mona­ten des Trai­nings mit Coach Udo Pörsch­ke konn­ten die Spie­le für die drei aus Bam­berg letz­te Woche end­lich beginnen.

Zuerst griff Dus­tin Barth ins Tur­nier ein. Am Mitt­woch, dem 16. Juli, erreich­te er über 400 Meter mit einer Zeit von 1:12 Minu­ten den vier­ten Platz. Am 17. Juli gelang es ihm in einem umkämpf­ten Lauf, die gran­dio­se Plat­zie­rung über 5.000 Meter mit einer Zeit von 22:45 Minu­ten zu wiederholen.

Robert Aschen­bren­ners Distan­zen sind hin­ge­gen die 800 und die 1.500 Meter. Bei­de Male beleg­te er einen Platz auf dem Podi­um. Über die kür­ze­re Distanz wur­de er Drit­ter – beson­ders dürf­te ihm aber sein Ren­nen über 1.500 Meter in Erin­ne­rung blei­ben. Denn mit 7:15 Minu­ten hat­te er nicht nur Sil­ber, son­dern auch sei­ne per­sön­li­che Best­zeit über die­se Stre­cke erreicht.

Kol­le­ge Dus­tin Barth kom­men­tier­te die Leis­tung von Aschen­bren­ner augen­zwin­kernd so: „Erst lief es nicht so für Robert. Aber dann hat er alle, einen nach dem ande­ren, bis auf Platz zwei über­holt.“ Der ange­spro­che­ne Aschen­bren­ner tausch­te zu die­sem Zeit­punkt nach dem Lauf längst emo­tio­na­le Umar­mun­gen mit sei­nem Trai­ner aus.

Julia Weber lie­fer­te bei ihren aller­ers­ten Lan­des­spie­len sogar noch erfolg­rei­cher ab. Denn der ers­te Platz und eine Gold­me­dail­le waren ihr am Mini-Speer mit einem Wurf von 11,74 Meter sicher. Ihre Freu­de dar­über wur­de noch grö­ßer, weil sie die­ser Platz direkt für die Natio­na­len Spie­le 2026 im Saar­land qualifizierte.


Wert­vol­les sport­li­ches Miteinander

„Hät­te ich gewusst, dass es so hoch­emo­tio­nal wird, hät­te ich mir heu­te Mor­gen zwei­mal über­legt, ob ich kom­me”, so fass­te Lis­ca Dogan, päd­ago­gi­sche Fach­kraft bei gool­kids, die Spie­le und vor allem die Leis­tun­gen und Freu­de der Athlet:innen des För­der­krei­ses in Erlan­gen zusammen.

Dies sind aller­dings Ein­drü­cke, die gool­kids bei sei­ner inklu­si­ven Arbeit immer wie­der sam­melt. Immer wie­der beein­druckt Inklu­si­ons­sport nicht nur durch mit­rei­ßen­den Wett­kampf, son­dern vor allem auch wegen sei­ner durch und durch posi­ti­ven Aus­strah­lung. „Wer mit dem The­ma Inklu­si­on noch nicht in Berüh­rung gekom­men ist“, sagt Dogan, „soll­te eine Ver­an­stal­tung wie die Lan­des­spie­le unbe­dingt mal mit­er­le­ben, um zu sehen, wie wert­voll ein viel­fäl­ti­ges Mit­ein­an­der in unse­rer Gesell­schaft ist.“

Stadt­echo-Fra­ge­bo­gen

Das Stadt­echo fragt: Robert Bartsch antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadt­echos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Robert Bartsch die Fra­gen beant­wor­tet. Er ist Grün­der und Lei­ter des inklu­si­ven För­der­krei­ses gool­kids und Mit-Orga­ni­sa­tor von Host-Town Bamberg.
Herr Bartsch, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

3 bis 4: Es ist lei­der schwie­ri­ger gewor­den, Begeg­nun­gen ein­fach aus der Hüf­te her­aus zu erle­ben. Per­sön­lich hat­te ich nie irgend­wel­che Symptome.

Wie weit ist Bam­berg in Sachen Inklu­si­on, was muss noch bes­ser werden?

Bam­berg bie­tet an sich eine gute Basis. Eine koope­ra­ti­ve Lebens­hil­fe sowie ein Behin­der­ten­bei­rat bie­ten gute Ansät­ze, um Lösun­gen für geleb­te Inklu­si­on auf­zu­bau­en. Doch ste­hen wir dabei noch sehr am Anfang. Unse­re Teil­nah­me als Host-Town 2023 bei Spe­cial Olym­pics ist ein sehr guter Schritt für die gan­ze Regi­on Bam­berg. Mit Hil­fe die­ses Events könn­ten nach­hal­ti­ge Struk­tu­ren und Ideen auf den Weg gebracht wer­den. Nur muss es dann gera­de auch von allen Schreib­ti­schen in der Ver­wal­tung gelebt und umge­setzt wer­den, damit die Gesell­schaft mit­zie­hen kann.

Was hat eine Stadt von Inklusion?

Ein grö­ße­res Mit­ein­an­der zwi­schen allen Tei­len der Bevöl­ke­rung. Inklu­si­on = TEILHABE für ALLE. Wenn alle Men­schen dabei sein dür­fen, ent­wi­ckeln sich auto­ma­tisch viel mehr Gemein­sam­kei­ten und weni­ger Streit und Miss­gunst. Eine tole­ran­te Gesell­schaft ent­steht und wächst durch Empa­thie und Offen­heit. Inklu­si­on oder Teil­ha­be ist ein wirk­sa­mer Schlüs­sel dafür.

Bam­berg wird 2023 Host Town einer Dele­ga­ti­on der Spe­cial Olym­pics World Games Ber­lin 2023. Was muss hier bis dahin noch getan wer­den oder ist schon alles bereit für die Delegation?

Mit dem Orga­ni­sa­ti­ons­team „Initia­ti­ve Teil­ha­be“ wur­de eine ers­te Basis geschaf­fen, mit der auch die Bewer­bung erfolg­reich gelang. Die­ses Team braucht nun wei­te­re Unter­stüt­zer, Hel­fer und auch Macher, die mit anpa­cken und gestal­ten wol­len. Die neue Web­sei­te www.bamberg-liebt-inklusion.de soll mit­hel­fen, Inklu­si­on brei­ter in die Gesell­schaft zu tra­gen. Doch dazu braucht es auch hier Hel­fer, aber auch Fach­kräf­te in vie­len Berei­chen, bis hin zu Orga­ni­sa­ti­ons­ta­len­ten oder auch IT- und letzt­lich Mar­ke­ting-Fach­leu­te. Und ganz beson­ders brau­chen wir vie­le Vol­un­teers, die unse­re Rei­se zur Teil­ha­be über 2023 hin­aus beglei­ten wol­len. Denn: Es geht uns um weit mehr als nur den Besuch der Ath­le­ten aus Bah­rain. Es geht um das zukünf­ti­ge Leben als eine fai­re Gemeinschaft.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Klar, soweit es mei­ne Gesund­heit erlaubt.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Zum Glück bin ich befreit. Doch ger­ne wür­de ich es nicht zah­len, weil man mit den Gel­dern der Bür­ger viel zu groß­zü­gig han­tiert. Aber eine unab­hän­gi­ge Medi­en­welt ist zwin­gend not­wen­dig, zu der zum Glück auch die regio­na­len, pri­va­ten Medi­en gehören.

Töten Sie Insekten?

Nein.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­cher Schau­spie­ler soll­te Sie spielen?

Es müss­te schon ein Publi­kums­ma­gnet sein, damit das über­haupt Jemand sehen will, haha. Pas­send wäre Tom Hanks, so wie er in „For­rest Gump“ trotz Han­di­cap nie aufgab.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Es war wohl die Gold­me­dail­le unse­rer Roll­stuhl­sprin­te­rin Lena in Ber­lin. Ich hat­te sie eigent­lich nur als Vor­be­rei­tung für die gro­ße 400 Meter-Stre­cke auch über 100 Meter angemeldet.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Dass unser Weg in Rich­tung mehr Inklu­si­on = Teil­ha­be sehr nach­hal­tig bei allen Men­schen ankommt.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Mit lie­ben Freun­den früh­stü­cken, Kaf­fee trin­ken, lachen und spä­ter auf einen Kel­ler gehen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Die schlech­te Bericht­erstat­tung über Inklu­si­ons­sport sowohl bei den Euro­pean Cham­pi­on­ships als auch das gerin­ge Mit­wir­kung öffent­lich-recht­li­cher Sen­der bei Spe­cial Olym­pics Ber­lin 2022.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Mee­res­rau­schen.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Mehr auf mei­ne Gesund­heit zu ach­ten und weni­ger Stress zu verursachen.

Wovor haben Sie Angst?

Zahn­arzt und schwe­re Krank­heit, aber vor allem der stei­gen­de Egoismus.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Ges­tern? Oder letz­te Woche? Vie­le net­te Begeg­nun­gen sind irgend­wie auch Flirt. Nur halt ohne Hintergedanken.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Vor rund 13 Jah­ren, als ich sehr sehr viel Mist gebaut hat­te. Die Leh­ren dar­aus hel­fen mir aber auch heu­te noch in vie­len Pha­sen. Vor allem um nicht mehr abzuheben.

Was war der schöns­te Moment Ihres lang­jäh­ri­gen Ein­sat­zes für Inklusion?

Schwie­rig, denn es gibt nicht DEN schöns­ten Moment. War es die rote Rose eines Sport­lers mit Tri­so­mie an unse­re Vor­sit­zen­de bei der Sie­ger­eh­rung vom MIT­ein­an­der-Cup? Oder waren es über­ra­schen­de Unter­stüt­zun­gen für unse­re Arbeit? Die Medail­le unse­rer Inklu­si­ons-Fuß­ball­mann­schaft in Ber­lin? Es sind ein­fach so vie­le sol­cher Momen­te, dass ich stän­dig posi­tiv geflasht wer­de. Inklu­si­on ist ein­fach Spaß mit und durch Menschen.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Ein Roll­stuhl­fah­rer stran­det am Bahn­hof vor einem defek­ten Aufzug.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Ver­damm­ter Mist.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Beim Mau­er­fall – direkt vor Ort.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Wenn es um mei­ne Her­zens­the­men (Inklu­si­on und gool­kids) geht, kann ich mei­nen Rede­schwall nicht immer brem­sen. Und es dreht sich bei mir zu 80 Pro­zent wohl eher immer darum…

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Wenn sie durch Enga­ge­ment und Lei­den­schaft passieren.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Ich kann und mag nicht aufgeben.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Har­mo­nie­be­dürf­tig, mit­füh­lend, hilfsbereit.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Manch­mal bin ich lei­der etwas ungeduldig.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Einen Schal­ter für Frieden.

Haben Sie ein Vorbild?

Nicht direkt. Mich beein­dru­cken oder moti­vie­ren durch­aus eini­ge authen­ti­sche Men­schen, die sich ehr­lich für die Schwä­che­ren der Gesell­schaft engagieren.

Wofür sind Sie dankbar?

Dass ich mei­ne Visio­nen für Inklu­si­on umset­zen darf und star­ke Hel­fer gefun­den habe.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

„Mit dem Kühl­schrank durch Irland“, Foto­al­ben von unse­ren tol­len Begeg­nun­gen, „Ziem­lich bes­te Freunde“.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Spar­buch.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Moni­ka Mar­tin, weil ich sie und ihre Musik fas­zi­nie­rend finde.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Eine gift-grü­ne Cord­ho­se (von Mut­tern ausgesucht!).

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Sport und Urlaub.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Inklu­si­ons­tag in Baunach.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Katha­ri­na Böhm. Ich habe sie vor Jah­ren bei den Dreh­ar­bei­ten zur TV-Serie „Der König“ per­sön­lich ken­nen gelernt.

Wovon haben Sie kei­ne Ahnung?

Poli­tik und Mathematik.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

Jazz und Bierzeltlieder.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Die Höl­le gibt es nur im rea­len Leben. Wenn man zum Bei­spiel in einer extrem erdrü­cken­den (Gefühls-)Situation oder Lebens­la­ge nicht mehr ein oder aus weiß.

Wie wür­de der Robert Bartsch von vor zehn Jah­ren auf den Robert Bartsch von heu­te reagieren?

Alter Schwe­de… bist du verrückt?

Was fin­den Sie langweilig?

Alles Ober­fläch­li­che… und Mathematik.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Wenn selbst bes­te Ideen zuguns­ten der Men­schen von der Poli­tik oder Ver­wal­tung ein­fach igno­riert oder schwach gere­det wer­den. Noch schlim­mer ist, wenn Ideen vor­der­grün­dig gelobt wer­den und dann aus finan­zi­el­len oder poli­ti­schen Moti­ven dage­gen gear­bei­tet wird. Da nützt mir mein Stimm­recht alle vier Jah­re auch nichts mehr.

Ich kann nicht leben ohne…

Erd­bee­ren, Eis und Kaffee.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Mir ist die Kel­ler- und Brau­gast­stät­ten­welt in unse­rer Regi­on 1000 Mal lieber.

Stel­len Sie sich vor, Sie könn­ten wäh­len – was für ein Tier wären Sie gerne?

Wal oder Adler.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Inklu­si­on oder ech­te Teil­ha­be soll­ten ein leben­di­ger Bestand­teil unse­rer Gesell­schaft sein. Doch dafür braucht es lei­der noch eine sehr lan­ge Zeit und wesent­lich mehr Mit­ma­cher und Anschieber.

Das Stadt­echo gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Alko­hol­frei­en Cock­tail … oder einen Kaffee.

Robert Bartsch, Sep­tem­ber 2022