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Gesundheit

Kunst im Krankenhaus

„Was bedeu­tet Gesund­heit für mich?“

„Was bedeu­tet Gesund­heit für mich, und was bedeu­tet es für mich, für die Gesund­heit ande­rer Sor­ge zu tra­gen?“ Die­se Fra­ge soll­ten die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Gemein­nüt­zi­gen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft für eine Instal­la­ti­on gestal­te­risch beant­wor­ten. Jetzt war es so weit und das Werk, das im Ron­dell der Stei­ger­wald­kli­nik bewun­dert wer­den kann, wur­de offi­zi­ell übergeben.

Die Instal­la­ti­on war ein Pro­jekt über eine Dau­er von cir­ca einem Jahr und bestand aus drei Tei­len. Im ers­ten Teil wur­den die Wän­de rund­um im Licht­hof des Ron­del­ls durch ein Foto­pro­jekt gestal­tet. Groß­for­ma­ti­ge Natur­fo­to­gra­fien, aus dem umlie­gen­den Wald, mit dem The­men­schwer­punkt „Schön­heit und Ver­gäng­lich­keit der Natur“. Im zwei­ten Teil ent­stan­den zen­tral im unte­ren Bereich Holz­ob­jek­te, die the­ma­tisch unter­schied­li­che Lebens­the­men behan­deln. Die­se zwei Abschnit­te wur­den von den Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten der Fach­ab­tei­lung der Psy­cho­so­ma­tik beglei­tet durch die Kunst­the­ra­peu­ten Frau Sil­ke Rie­mer-Wei­den­ham­mer und Herr Tho­mas Wirth erarbeitet.

Den drit­ten Teil der Instal­la­ti­on gestal­te­ten über 40 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter aller Unter­neh­mens­ein­hei­ten der Gemein­nüt­zi­gen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft. So ent­stan­den 17 Mes­sing­ob­jek­te, stell­ver­tre­tend für die 17 Unter­neh­men der GKG, die die Fra­ge „Was bedeu­tet Gesund­heit für mich, und was bedeu­tet es für mich, für die Gesund­heit ande­rer Sor­ge zu tra­gen?“ gestal­te­risch beant­wor­ten. Als eine Art „Gesund­heits­mo­bi­le“ stellt es, frei hän­gend, die Ver­bin­dung zwi­schen den Holz­ob­jek­ten und dem ers­ten Stock dar.

Von links: Susan­ne Böhm, Kon­zern­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de, Sil­ke Rie­mer-Wei­den­ham­mer, Kunst­the­ra­peu­tin, Mat­thi­as Opel, QM-Beauf­trag­ter, Dr. Chris­toph Leh­ner, Chef­arzt Fach­ab­tei­lung Psy­cho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psy­cho­the­ra­pie und Betriebs­lei­ter der Stei­ger­wald­kli­nik Sebas­ti­an Götz

Das Ergeb­nis ist beein­dru­ckend und das Feed­back der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter auch. Trotz der ange­spann­ter Arbeits­si­tua­ti­on, waren die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter begeis­tert die­ser Fra­ge nach­zu­ge­hen, sich mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus­zu­tau­schen und krea­tiv und mit hand­werk­li­chem Geschick gestal­te­risch umzusetzen.

Ein fas­zi­nie­ren­des Gesamt­ergeb­nis, das der­zeit nur die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sowie die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der GKG bestau­nen kön­nen. „Auf die­se Instal­la­ti­on kön­nen unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sehr stolz sein. Sie wird vie­le Bli­cke auf sich zie­hen und vie­le Gedan­ken und Gesprä­che wer­den beim Betrach­ten ent­ste­hen. Die Instal­la­ti­on wird uns auch an die Zeit der Pan­de­mie mit ihren Aus­wir­kun­gen auf die Arbeit erin­nern. Ein groß­ar­ti­ges Zeit­ob­jekt“, zeig­te sich Betriebs­lei­ter Sebas­ti­an Götz sicht­lich beeindruckt.

Frau Sil­ke Rie­mer-Wei­den­ham­mer und Tho­mas Wirth, Kunst­the­ra­peu­ten und Orga­ni­sa­to­ren des Pro­jek­tes, skan­die­ren: „Wir sind beein­druckt, wie sich der Platz im Rund­bau ver­än­dert hat. Leicht soll­ten die Arbei­ten wir­ken und Ver­bin­dun­gen sicht­bar machen. Das tun sie auch. In vie­len Tei­len konn­ten wir uns nicht vor­stel­len, wie sich so vie­le Men­schen betei­li­gen kön­nen sowie einen Platz in der Gestal­tung fin­den kön­nen – zusätz­lich auch noch unter Pan­de­mie­be­din­gun­gen. Neben den sehr per­sön­li­chen Zugangs­we­gen der Ein­zel­nen hat uns immer wie­der die Unter­stüt­zung und das Ver­trau­en beein­druckt, wel­che wir aus dem Haus bekom­men haben, beson­ders möch­ten wir hier auch die Haus­tech­nik erwäh­nen, die uns tat­kräf­tig unter­stützt hat.”

Neue Inter­net­sei­te „Klär­werk“ für jun­ge Men­schen und Familien

Stadt Bam­berg und Gesund­heits­re­gi­on plus akti­vie­ren Netz­wer­ke zur Stär­kung psy­chi­scher Unterstützungsangebote

Mit der neu­en Inter­net­sei­te „Klär­werk“ der Gesund­heits­re­gi­on plus wer­den künf­tig Ange­bo­te zur Unter­stüt­zung der psy­chi­schen Gesund­heit von Kin­dern, Jugend­li­chen, jun­gen Erwach­se­nen und Fami­li­en in der Regi­on Bam­berg bekannt gemacht.

Die Covid-19-Pan­de­mie ist eine Her­aus­for­de­rung für vie­le Lebens­be­rei­che und schränkt uns alle in unter­schied­lichs­ter Wei­se seit Anfang 2020 ein. Die pan­de­mi­sche Situa­ti­on führt zu erheb­li­chen Belas­tun­gen, Ver­lust­er­leb­nis­sen, gestei­ger­ten fami­liä­ren Pro­ble­men und einem Gefühl von Hoff­nungs­lo­sig­keit. Ins­be­son­de­re für Kin­der und Jugend­li­che erge­ben sich enor­me emo­tio­na­le Belas­tun­gen, die auch nach Coro­na Fol­gen haben wer­den. Eine gute psy­cho­lo­gi­sche Ver­sor­gung in der Regi­on ist aus die­sem Grund enorm wich­tig. Eben­so wich­tig ist aber auch, dass ent­spre­chen­de Ange­bo­te für Betrof­fe­ne leicht zu fin­den sind. Mit der Inter­net­sei­te https://www.klaerwerk-bamberg.de der Gesund­heits­re­gi­on plus wird die Suche Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten erheb­lich vereinfacht.

Auf Ein­la­dung des Sozi­al­re­fe­rats haben sich dazu Anfang Mai Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Poli­tik, der Ver­wal­tung, Bera­tungs­leh­re­rin­nen und ‑leh­rer, Schul­psy­cho­lo­gin­nen und ‑psy­cho­lo­gen, der Jugend­ar­beit und Fami­li­en­stütz­punk­te et cete­ra bei einem gemein­sa­men Online-Tref­fen aus­ge­tauscht. Dabei wur­de deut­lich, dass es bereits vie­le Ange­bo­te es zur Unter­stüt­zung der psy­chi­schen Gesund­heit von Kin­dern, Jugend­li­chen, jun­gen Erwach­se­nen und Fami­li­en in Bam­berg bereits gibt. Die­se wur­den auf der Inter­net­sei­te der Gesund­heits­re­gi­on plus www.klaerwerk-bamberg.de nun aufgelistet.


Ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Wer­be­maß­nah­men geplant

Bei einem wei­te­ren Tref­fen Anfang Juni haben sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von, auch spe­zia­li­sier­ten, nie­der­ge­las­se­nen Psy­cho­the­ra­peu­tin­nen und Psy­cho­the­ra­peu­ten und die Stadt­ver­wal­tung aus­ge­tauscht. Hier­bei ging es in ers­ter Linie dar­um, wel­che Mög­lich­kei­ten es für Fami­li­en und Lehr­kräf­te gibt, um mit Pro­ble­men, die durch die Covid-19-Pan­de­mie her­vor­ge­ru­fen wer­den, bes­ser umge­hen zu kön­nen. Dem­entspre­chen­de Ange­bo­te für Eltern und Ange­hö­ri­ge sowie Fach­per­so­nen sind nun eben­falls auf https://www.klaerwerk-bamberg.de zu finden.

In den kom­men­den Wochen und Mona­ten wer­den noch wei­te­re Ange­bo­te ent­wi­ckelt und auf der Sei­te ver­öf­fent­licht. Zudem sol­len in Zukunft ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Wer­be­maß­nah­men zu den Ange­bo­ten der Unter­stüt­zung der psy­chi­schen Gesund­heit fol­gen, damit mög­lichst alle die facet­ten­rei­chen Ange­bo­te auch wahr­neh­men und – im indi­vi­du­el­len Bedarfs­fall – anneh­men können.

„Wir möch­ten alle betrof­fe­ne Per­so­nen und Fami­li­en – oder alle, die Sor­ge haben wohl­mög­lich betrof­fen sein zu – ein­la­den, auf die Sei­te zu schau­en und die Hil­fe- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te zu nut­zen“, betont Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent Jonas Glüsenkamp.

Erz­bi­schof Schick zum Welt­tag der Kranken

Für Chris­ten gibt es kei­ne „aus­the­ra­pier­ten“ Patienten

Zum heu­ti­gen Welt­tag der Kran­ken hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick dar­an erin­nert, dass bei allen medi­zi­ni­schen Fort­schrit­ten nicht alle Krank­hei­ten besiegt wer­den könn­ten, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. Auch die unheil­bar Kran­ken dürf­ten nicht ver­nach­läs­sigt wer­den. „Aus­the­ra­pier­te Kran­ke gibt es für Chris­ten nicht“, sag­te Schick. 

Auch bei aku­ten Krank­heits­pan­de­mien, wie jetzt Covid-19, dürf­ten zum Bei­spiel Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se, Demenz, Dia­be­tes, Aids und Mala­ria sowie die vie­len psy­chi­schen Lei­den, die immer mehr zuneh­men, nicht ver­ges­sen werden.


Got­tes­dienst heu­te im Livestream

„Immer sind uns alle Kran­ken lieb und wert“, beton­te der Erz­bi­schof und ver­wies auf die Erfah­run­gen im fran­zö­si­schen Mari­en­wall­fahrts­ort Lour­des, wo 70 medi­zi­nisch nicht erklär­ba­re Hei­lun­gen von Kran­ken ver­bürgt sei­en. So bedeut­sam die­se sei­en, viel wich­ti­ger sei­en die unspek­ta­ku­lä­ren Wun­der in der See­le, die Tau­sen­de in Lour­des erle­ben: „Lang­zeit- und unheil­bar Kran­ke sowie ihre Ange­hö­ri­gen erfah­ren Trost, Stär­kung und Gelas­sen­heit, ihre Krank­hei­ten, ihr Schick­sal und ihre Lei­den anzu­neh­men und das Bes­te dar­aus zu machen.“

Lour­des ste­he für eine umfas­sen­de Sor­ge und Hil­fe für alle Kran­ken. „Lour­des zeigt aber auch, dass gera­de bei den Pati­en­ten, bei denen nichts mehr zu machen ist, ganz viel gemacht wer­den kann und muss bis zum Tod, pal­lia­tiv, pfle­ge­risch und human“, sag­te Schick. Die Aus­drü­cke „aus­the­ra­piert“ und „Da ist nichts mehr zu machen“ sei­en für Chris­ten Unworte.

Der Welt­tag der Kran­ken wur­de 1993 von Papst Johan­nes Paul II. ins Leben geru­fen und wird seit­dem am 11. Febru­ar, dem Gedenk­tag Unse­rer Lie­ben Frau von Lour­des, gefeiert.

Der Got­tes­dienst zum Welt­tag der Kran­ken wird heu­te ab 19 Uhr auf https://www.youtube.com/erzbistumbamberg im Live­stream übertragen.

Bun­des­wehr­ein­satz

„Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten wer­den so lan­ge blei­ben, wie sie gebraucht werden“

Anfang April bat das Bam­ber­ger Land­rats­amt die Bun­des­wehr um Hil­fe zur Unter­stüt­zung des im Kampf gegen die Coro­na-Ver­brei­tung knap­pen Per­so­nals in elf Alten- und Pfle­ge­hei­men des Land­krei­ses Bam­berg. Da sich ein Mit­glied des abge­sand­ten Teams aber mit dem Virus ansteck­te, muss­te sich die gesam­te Grup­pe in Qua­ran­tä­ne bege­ben. Kurz­um schick­te die Bun­des­wehr ein neu­es Team, das Ende April sei­ne Arbeit in Bam­berg auf­neh­men konn­te. Major Vol­ker Schrei­ner ist Pres­se­stabs­of­fi­zier der zustän­di­gen Pres­se­stel­le in Veits­höch­heim. Mit ihm haben wir über den Ein­satz gesprochen. 

Lässt sich sagen, wie und wo sich der Sol­dat des ers­ten Teams, das ursprüng­lich nach Bam­berg kom­men soll­te, ange­steckt hat? Wie geht es ihm?

Vol­ker Schrei­ner: Wo sich der Sol­dat infi­ziert hat, ist der­zeit nicht bekannt. Der Sol­dat befin­det sich in häus­li­cher Qua­ran­tä­ne. Ihm geht es, den Umstän­den ent­spre­chend, gut.

Warum ist der Ein­satz der Bun­des­wehr in Bam­berg nötig geworden?

Vol­ker Schrei­ner: Durch den Aus­fall des ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Per­so­nals wur­de die Bun­des­wehr im Rah­men der soge­nann­ten Amts­hil­fe ange­fragt. Das Land­rats­amt Bam­berg hat einen Antrag gestellt, der vom Kom­man­do Ter­ri­to­ria­le Auf­ga­ben in Ber­lin gebil­ligt wor­den ist. Der Regio­na­le Füh­rungs­stab Süd in Veits­höch­heim bei Würz­burg hat Kräf­te regio­nal zugewiesen. 

Aus wie vie­len Leu­ten besteht das Team?

Vol­ker Schrei­ner: Zu Beginn der Amts­hil­fe­maß­nah­me waren 35 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten des Pan­zer­ba­tail­lons 104 aus Pfreimd ein­ge­setzt. Der­zeit sind 33 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten in der Amts­hil­fe tätig. Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten haben grund­sätz­lich kei­nen medi­zi­ni­schen Hin­ter­grund, ver­fü­gen aber über eine Ers­te Hil­fe-Aus­bil­dung. Die Sol­da­ten sind nicht im pfle­ge­ri­schen Bereich tätig, son­dern die­nen der Unter­stüt­zung des dort ein­ge­setz­ten Personals. 

Wo wird das Team ein­ge­setzt, wel­che Auf­ga­ben hat es genau?

Vol­ker Schrei­ner: Die Sol­da­ten wer­den in Alten- und Pfle­ge­hei­men im Kreis Bam­berg ein­ge­setzt und unter­stüt­zen im Rah­men der soge­nann­ten Hel­fen­den Hän­de unter fach­li­cher Anlei­tung des dort aus­ge­bil­de­ten Pfle­ge­per­so­nals. Sie befül­len bei­spiels­wei­se Rega­le oder hel­fen bei der Zube­rei­tung in der Küche.

Wie lan­ge soll der Ein­satz dauern?

Vol­ker Schrei­ner: Wie lan­ge der Ein­satz dau­ert, ist der­zeit nicht abseh­bar. Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten wer­den so lan­ge blei­ben, wie sie für die Amts­hil­fe gebraucht werden.

Mit wel­chen Gefüh­len gehen die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten in die­sen Einsatz?

Vol­ker Schrei­ner: Die Sol­da­ten gehen mit dem Gefühl in den Ein­satz, gut ein­ge­wie­sen zu sein, sie sind hand­lungs­si­cher und moti­viert. Sie wis­sen um die Wich­tig­keit ihrer Unter­stüt­zung und dar­um, dass sie hier einen Bei­trag zum Gemein­wohl und zur Ent­las­tung zivi­ler Struk­tu­ren leisten.

Wie sehen Rück­mel­dun­gen über den bis­he­ri­gen Ver­lauf aus? Las­sen sich schon Erfol­ge verzeichnen?

Vol­ker Schrei­ner: Der Erfolg liegt in der Tat­sa­che begrün­det, dass die Bun­des­wehr an die­ser Stel­le eine nicht uner­heb­li­che Unter­stüt­zung erbringt. Das brei­te Medi­en­echo zeigt ein­drucks­voll, dass wahr­ge­nom­men wird, wie enga­giert die ein­ge­setz­ten Sol­da­ten ans Werk gehen.

Wur­den die Team­mit­glie­der auf die Auf­ga­be in Bam­berg spe­zi­ell vorbereitet?

Vol­ker Schrei­ner: Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten beka­men vor Ort eine Unter­wei­sung und Unter­rich­tung durch Fach­per­so­nal, zu ihrem eige­nen Schutz unter ande­rem Ver­hal­tens­wei­sen und Hygie­ne­vor­schrif­ten, aber auch für ihre fach­li­chen Tätig­kei­ten in den Pflegeheimen.

Wur­den die Team­mit­glie­der rekru­tiert oder aus Per­so­nen zusam­men­ge­stellt, die sich frei­wil­lig gemel­det haben?

Vol­ker Schrei­ner: Die Pan­zer­bri­ga­de 12 hat den Amts­hil­fe­an­trag an das Pan­zer­ba­tail­lon 104 wei­ter­ge­lei­tet. Dort wur­de ver­füg­ba­res Per­so­nal iden­ti­fi­ziert und in der Amts­hil­fe eingesetzt. 

Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten

„Es gibt hier ganz klar einen Ziel­kon­flikt, um den ich kei­nen Poli­ti­ker beneide“

Immer deut­li­cher und drän­gen­der wur­den in den ver­gan­ge­nen Wochen For­de­run­gen aus der Wirt­schaft, die gesell­schaft­li­chen Beschrän­kun­gen sobald wie mög­lich wie­der auf­zu­he­ben. Doch auch nun, nach­dem die­se Beschrän­kun­gen nach und nach gelo­ckert wer­den, bleibt das Dilem­ma bestehen, dass die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung und die der Wirt­schaft wohl nicht gleich­zei­tig garan­tiert wer­den kön­nen. Dr. Björn Asde­cker ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Lehr­stuhl für Pro­duk­ti­on und Logis­tik an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Mit ihm haben wir über die­sen Kon­flikt, Hams­ter­käu­fe und die Zukunft des Bam­ber­ger Han­dels gesprochen.
Die Maß­nah­men, die in Deutsch­land zur Ein­däm­mung der Coro­na-Infek­ti­ons­zah­len ver­hängt wur­den, haben nicht nur per­sön­li­che, son­dern auch wirt­schaft­li­che Ein­schrän­kun­gen zur Fol­ge. Wie und in wel­chem Umfang lei­det die baye­ri­sche Wirt­schaft darunter?

Björn Asde­cker: Fra­gen über die Höhe des ent­stan­de­nen Scha­dens las­sen sich zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht seri­ös beant­wor­ten. Klar gibt es aktu­ell Ver­dienst- und Erlös­aus­fäl­le, aber die Kon­se­quen­zen der Kri­se gehen weit dar­über hin­aus. Coro­na stellt die gesam­te Lebens­wei­se auf den Kopf. Wobei ich beto­nen möch­te, dass dies lang­fris­tig nicht immer schlecht sein muss, son­dern vie­le über­fäl­li­ge Ent­wick­lun­gen beschleu­nigt. Ich glau­be bei­spiels­wei­se, dass man künf­tig nicht mehr schief ange­schaut wird, wenn man ger­ne mehr aus dem Home-Office arbei­ten möchte.

Hät­ten Sie eine ande­re Vor­ge­hens­wei­se, die nicht auf Beschnei­dung per­sön­li­cher Frei­hei­ten, Schlie­ßun­gen und sozia­le Distanz, son­dern unter ande­rem auf ver­mehr­te Tests und indi­vi­du­el­le Iso­lie­rung setzt, vorgezogen?

Björn Asde­cker: Ich bin kein Viro­lo­ge. Des­we­gen möch­te ich kei­ne Wer­tung zur Vor­ge­hens­wei­se ver­schie­de­ner Staa­ten vor­neh­men. Es ist aus mei­ner Sicht zudem nicht sinn­voll, weil zu vie­le Para­me­ter mit hin­ein­spie­len. Die asia­ti­schen Staa­ten haben bei­spiels­wei­se ande­re Erfah­rungs­wer­te bezüg­lich der Aus­brei­tung von Virus­in­fek­tio­nen, wes­halb die Bevöl­ke­rung War­nun­gen erns­ter nimmt und sich an kom­mu­ni­zier­te Emp­feh­lun­gen bezie­hungs­wei­se Ver­hal­tens­re­geln hält. Nach­dem man gese­hen hat, wie leicht­fer­tig wei­te Tei­le der Bevöl­ke­rung Mit­te bis Ende März in Bam­berg mit der The­ma­tik umge­gan­gen sind, bin ich der Mei­nung, dass man um die jet­zi­gen sehr stren­gen Rege­lun­gen fast schon gebet­telt hat und dass es da auch kei­ne rea­lis­ti­sche Alter­na­ti­ve gab.

Wie kann Ihrer Mei­nung nach das Dilem­ma gelöst wer­den, dass, je län­ger der Lock­down andau­ert, des­to mehr scha­det es der Wirt­schaft, je frü­her die Beschrän­kun­gen aber auf­ge­ho­ben wer­den, umso grö­ßer ist das Risi­ko für die Gesundheit?

Björn Asde­cker: Gar nicht. Da muss man nicht lan­ge um den hei­ßen Brei reden. Es gibt hier ganz klar einen Ziel­kon­flikt, um den ich kei­nen Poli­ti­ker beneide.

Wie sehen Sie die soge­nann­ten Hamsterkäufe?

Björn Asde­cker: Die Fra­ge ist, wie man „Hams­tern“ defi­niert. Klar, es gibt Nega­tiv­bei­spie­le, bei denen man nur mit dem Kopf schüt­teln kann. Aber abge­se­hen davon habe ich im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del vor allem Bevor­ra­tungs­käu­fe beob­ach­tet. Auch ich habe mei­ne Vor­rä­te auf­ge­stockt, weil ich in der aktu­el­len Lage nicht mehr­mals wöchent­lich in den Super­markt möch­te. Das ist aus mei­ner Sicht kein aso­zia­les Hams­tern, son­dern ein ver­nünf­ti­ger Bei­trag zur Wah­rung der phy­si­schen Distanz. Außer­dem ist es aktu­ell nicht so, dass das Ange­bot an Lebens­mit­teln grund­sätz­lich gefähr­det ist, wir also hun­gern müss­ten. Des­halb sehe ich die Hams­ter­käu­fe – sofern man sie denn unbe­dingt so nen­nen mag – als nicht dra­ma­tisch an. Ich bit­te außer­dem dar­um, die Din­ge rich­tig ein­zu­ord­nen. Es gibt aktu­ell wahr­lich grö­ße­re Pro­ble­me als wenn man tat­säch­lich vor einem lee­ren Regal steht und nach Alter­na­ti­ven suchen muss.

Man­che Händ­ler haben zum Bei­spiel im Fall von Toi­let­ten­pa­pier ver­an­lasst, dass pro Kun­de nur ein Pack gekauft wer­den darf, ande­re Händ­ler haben mit Preis­er­hö­hun­gen ab dem zwei­ten Pack reagiert. Was hal­ten Sie von sol­chen Maßnahmen?

Björn Asde­cker: Das sind durch­aus Maß­nah­men, die dazu bei­tra­gen kön­nen, Nach­fra­ge­schwan­kun­gen zu glät­ten, um die kurz­fris­ti­ge Waren­ver­füg­bar­keit zu ver­bes­sern. Als kun­den­freund­li­che­re Alter­na­ti­ve emp­fin­de ich aller­dings die Defi­ni­ti­on von Höchst­ab­ga­be­men­gen. Eine Staf­fe­lung mit stei­gen­den Prei­sen erweckt bei mir eher den Ein­druck als gin­ge es dem Händ­ler nicht pri­mär um die Auf­recht­erhal­tung des Waren­an­ge­bots, son­dern viel­mehr um die Maxi­mie­rung sei­nes Gewinns.

Was bedeu­tet die Kri­se für das Ver­hält­nis zwi­schen Online- und sta­tio­nä­rem Kon­sum? Wird ers­te­rer noch wei­ter zunehmen?

Björn Asde­cker: Abso­lut. Ich bin davon über­zeugt, dass der lang­fris­ti­ge Gewin­ner der Online­han­del ist. Wir sehen die­se Ver­schie­bung von Umsät­zen aus dem sta­tio­nä­ren Han­del in den Online­han­del ja bereits seit Jah­ren. Es ist ein­fach so, dass das Geschäfts­mo­dell des Inter­net­han­dels in vie­ler­lei Hin­sicht dem sta­tio­nä­ren Han­del über­le­gen ist. Dazu tra­gen die unbe­schränk­ten Öff­nungs­zei­ten, die grö­ße­re Aus­wahl, die bes­se­re Preis­trans­pa­renz und die recht­lich gesi­cher­ten Rück­ga­be­mög­lich­kei­ten bei. Die Aus­gangs­be­schrän­kun­gen füh­ren nun dazu, dass vie­le zurück­hal­ten­de Bevöl­ke­rungs­grup­pen den Online­han­del aus­pro­bie­ren. Und wenn die Kun­den erst­mal ver­lo­ren sind, wird es für den sta­tio­nä­ren Han­del auf­grund der genann­ten struk­tu­rel­len Nach­tei­le schwer, die­se zurück­zu­ge­win­nen. Je län­ger die Pha­se der Geschäfts­schlie­ßun­gen dau­ert, des­to grö­ßer wird die Pro­ble­ma­tik. Trotz­dem gibt es auch im Online­han­del Licht und Schatten.

Wel­che Bran­chen wer­den da spe­zi­ell pro­fi­tie­ren, wel­che weni­ger oder gar nicht?

Björn Asde­cker: Schwer getrof­fen sind aktu­ell bei­spiels­wei­se die Mode­ver­sen­der. Durch die Aus­gangs­be­schrän­kun­gen ist die Moti­va­ti­on gering, sich neue Beklei­dung und Schu­he anzu­schaf­fen. Wozu auch? Man kann sie ja schließ­lich nicht aus­füh­ren. Einen ech­ten Boom erle­ben Onlineapo­the­ken, der Lebens­mit­tel­ver­sand und alle Shops, die das Zurück­zie­hen in die eige­nen vier Wän­de bedie­nen. Dar­un­ter fällt dann alles von Spie­le­kon­so­len über Han­teln, bis zu hin zum Kochzubehör.

Wel­che Chan­cen sehen Sie für den Bam­ber­ger Han­del, nach der Kri­se wie­der auf die Bei­ne zu kommen?

Björn Asde­cker: Ich bin kein Freund von Hor­ror­sze­na­ri­en. Ich glau­be nicht, dass es nach der Kri­se plötz­lich kei­nen Bam­ber­ger Ein­zel­han­del mehr geben wird. Für mich ist die Coro­na­kri­se ein Kata­ly­sa­tor. Ein Ereig­nis, das die Ver­än­de­rungs­ge­schwin­dig­keit erhöht. Das, was wir nun in ein bis zwei Jah­ren sehen wer­den, hät­te unter nor­ma­len Umstän­den viel­leicht fünf bis zehn Jah­re gebraucht. Es geht nun also schnel­ler, aber gekom­men wäre vie­les sowie­so. Ich glau­be das Schlimms­te, was man aktu­ell machen kann, ist, sich zurück­zu­leh­nen und abzu­war­ten – in der Hoff­nung, dass alles wie­der so wird wie vor der Kri­se. Han­del ist Wan­del. Das war schon immer so, nur geht es jetzt noch­mal deut­lich schneller.

Wel­che Maß­nah­me könn­te der Bam­ber­ger Han­del dazu selbst ergrei­fen, wel­che Maß­nah­men von außen könn­ten helfen?

Zunächst ein­mal soll­te jeder natür­lich bei sich selbst anfan­gen. In gewis­ser Wei­se heißt es des­halb ja auch „SELBST­stän­dig­keit“. Eine solch ein­schnei­den­de Kri­se zer­stört vie­les Bekann­tes, bie­tet aber gleich­zei­tig Chan­cen, neue Wege zu gehen bezie­hungs­wei­se neue Ansät­ze zu ver­fol­gen. Blei­ben Sie bei­spiels­wei­se mit Ihren Kun­den über Whats­App, Face­book und Co. in Kon­takt, erlau­ben Sie tele­fo­ni­sche Bestel­lun­gen, set­zen Sie sich mit den viel­fäl­ti­gen Online-Ver­kaufs­platt­for­men aus­ein­an­der, pro­bie­ren Sie die­se aus, ver­su­chen Sie ein loka­les Lie­fer­mo­dell zu eta­blie­ren. Es gibt dies­be­züg­lich in Bam­berg eini­ge Best Prac­ti­ce-Bei­spie­le, an denen man sich ori­en­tie­ren kann. Ich möch­te zum Bei­spiel auf die Buch­hand­lung Col­li­bri ver­wei­sen, die trotz Ama­zon als sta­tio­nä­rer Händ­ler nicht erst seit Coro­na aus­lie­fert. Eben­so ver­dient das Bam­ber­ger Pro­jekt „Liefert.Jetzt“ eine loben­de Erwäh­nung, das dar­über infor­miert, wel­che sta­tio­nä­ren Händ­ler in Bam­berg zusätz­lich aus­lie­fern. Dar­über hin­aus rückt man in Kri­sen­zei­ten bekannt­lich enger zusam­men. Viel­leicht ergibt sich die Mög­lich­keit für unge­wöhn­li­che Koope­ra­tio­nen. Vie­le haben ja ähn­li­che Pro­ble­me. Könn­te man bei­spiels­wei­se die Bam­ber­ger Taxi­un­ter­neh­men dafür gewin­nen, statt Per­so­nen nun Waren zu beför­dern? Even­tu­ell kön­nen an die­ser Stel­le die loka­le Poli­tik und die IHK Impul­se geben und die ent­spre­chen­den Kon­takt­punk­te schaffen.

Was machen Sie als ers­tes, wenn die Aus­gangs­be­schrän­kung auf­ge­ho­ben ist?

Ich freue mich rie­sig, aus dem Home-Office wie­der in mein Büro zurück­zu­keh­ren. Das hat jetzt weni­ger mit mei­nem Büro zu tun, als mit dem Umstand, dass ich mei­ne Stu­die­ren­den wirk­lich ver­mis­se. Ich hof­fe instän­dig, dass dies kei­ne ein­sei­ti­ge Wahr­neh­mung ist, son­dern auf Gegen­sei­tig­keit beruht.