1 Jahr Podcast „Bamberg bassd scho!“
„Die sind so wie sie sind“
Vor einem Jahr startete der Podcast „Bamberg bassd scho“, von dem seitdem alle zwei Wochen eine neue Folge erscheint. Im Rahmen des Drehs einer Folge in der Gärtnerei Dechant haben die beiden Gesichter des Podcasts, Jonas Ochs und Sebastian Niedermaier, sowie Produzent Daniel Oppl im Gespräch mit uns zurück und auch nach vorne geblickt.
Im Rückblick auf das erste Podcast-Jahr, welche Sendung war dein Highlight, Sebastian?
Sebastian Niedermaier: Ich würde gar nicht sagen, dass eine Folge jetzt die beste Folge war, die wir bis jetzt gemacht haben, denn es war eher diese Gesamtschau, dass wir jetzt einmal durch die ganze Stadt gezogen sind, allgemein die Reise, die wir mit dem Podcast bis jetzt gemacht haben.
Wenn ihr euch auf den Podcast bei einem Dreh außerhalb des Studios, wie hier in der Gärtnerei Dechant, vorbereitet, wie viel Zeit nimmt die Vorbereitung in Anspruch?
Jonas Ochs: Es ist natürlich so, dass du manche von Haus aus etwas besser kennst. Wenn wir jetzt in einem Wirtshaus hocken, da müssen wir uns nicht so sehr einlesen. Aber klar ist unser Anspruch, dass wir sagen, es ist eine gute Mischung aus Spontaneität, dass wir auch auf den Gast eingehen, auf das, was er erzählt, und dann auch nicht zu verkopft sind. Es soll ja trotzdem immer auch ein lockerer Plausch sein und auch die Fragen der Hörer mitbeantworten.
Es ist vermutlich ein Unterschied, ob ihr im Studio oder wie hier bei der Gärtnerei Dechant vor Ort dreht. Wie viel Vorbereitung steckt in einer Folge für dich drin, Daniel?
Daniel Oppl: Ganz am Anfang habe ich die Jungs verflucht, als sie gesagt haben, wir können auch mal rausgehen. Oh, Mann. Oh, Mann. Oh, Mann. Was kommt da auf mich zu? Und jetzt, darf ich sagen, ich bin süchtig danach, rauszugehen. Wir kommen an Orte, an die kommt man sonst nicht. Es war schon eine Herausforderung, aber jetzt liebe ich das, rauszugehen mit den Jungs, um was aufzunehmen. Zur Frage, wie ich mich vorbereite: Es ist jetzt schon eine Routine da. Du packst deinen Koffer, weißt genau, was du brauchst, weil es immer exakt das Gleiche ist. Und Vorbereitungszeit gibt es bei uns sonst eigentlich kaum noch. Es ist so eingespielt, so routiniert, dass wir das fast aus dem Stegreif machen. Und die Leute mögen das vielleicht gar nicht so mitbekommen, aber der Sebastian und der Jonas, die sind so wie sie sind. Da gibt es kein Skript. Die setzen sich hin, dann laufen die Kamera und der Ton und die zwei sind authentisch, ohne irgendwelche großen Vorbereitungen.
Wie sieht dein Fazit nach einem Jahr aus, Jonas?
Jonas: Wahnsinn und überragend, glaube ich, sind zwei Begriffe, die das ganz gut ausdrücken. Ich habe nicht gedacht, dass die Bamberger so begeisterungsfähig beim Thema Podcast sein können, weil es trotzdem Etwas ohne den ganz großen Bums ist, da explodiert nichts und du hast eine Tondatei, jetzt schon auch mit einem recht schönen Bild, das ist natürlich von Dan ultraprofessionell gemacht, aber der Grundgedanke war echt so „schauen wir mal“. Und das ist, das sagen ja auch unsere Reichweiten, die wir da empfangen, das ist schon krass geil, wie das angenommen wird.
Sebastian Niedermaier: Ich finde, es ist ja so ein Gegen-Modell zum aktuellen Trend. Du hast so eineinhalb Minuten als Aufmerksamkeitsspanne bei TikTok- und YouTube-Videos oder Shorts und wir hauen ja eine Folge, jetzt waren wir bestimmt wieder bei 40, 50 Minuten, raus. Und trotzdem hören sich das die Leute an.
Daniel Oppl: Interessant ist auch, dass von uns Videos über Instagram viral gehen können mit über 160.000 Aufrufen, wer hätte sowas gedacht?
Wie weit könnt ihr einen Ablauf im Vorfeld planen?
Sebastian: Heute haben wir uns quasi eigentlich nur aufgeschrieben… also ich hab mir nur aufgeschrieben, wir fangen an mit Feedback, was kamen für Hörerfragen aus den letzten Folgen raus, was hat sich so ein bisschen ergeben? Dann gehen wir auf den Philipp Dechant ein, geben ihm die Bühne und lassen ihn reden, was ihm wichtig ist, was er zu seinem Betrieb erzählen will, zu seinem Standort, zu seinem Stadtteil. Und dann haben wir gesagt, wir wollen einen Jahresrückblick machen.
Jonas Ochs: Es ist ja auch unser Thema. Um Bamberg zu repräsentieren, braucht es gar nicht die krassen Special Effects und alle zwei Minuten ein Geräusch, das reinfliegt, sondern es ist ja auch so, wie wie wir es auch kennengelernt haben, wir sind ja auch mit Geschichten groß geworden, entweder der Sebastian in der Gärtnerei über seinen Vater oder ich über meinen Großvater in der Metzgerei. Ich glaube, das ist ja auch so ein wenig das Thema, Leuten zuzuhören, die Geschichten zu erzählen haben. Von daher ist es auch, genau wie der Sebastian sagt, so ein bisschen unser Geheimrezept, dass wir uns gar nicht vorher ewig über etwas unterhalten, sondern drauf loslegen.
Jonas, du bist als Rapper aktiv, arbeitest bei der Lebenshilfe in verantwortungsvoller Position, machst auch Coachings und Rap-Workshops. Wie bringst du das alles mit dem Podcast unter einen Hut? Und ist ein Podcast deiner Meinung nach auch über einen Zeitraum von 20 Jahren möglich, so lange wie du jetzt schon mit deiner Band Bambägga aktiv bist?
Jonas Ochs: Im Endeffekt werde ich bis zu meinem letzten Atemzug versuchen, den Leuten Geschichten zu erzählen und das Leben kurz mal ein bisschen aus den normalen Fugen zu bringen. Das ist schon auch meine Idee. Und ob das auf der Bühne, im Radio oder eben über Podcast-Formate ist, das ist erstmal zweitrangig. Ich will die Leute ein wenig rausheben aus diesem Gewöhnlichen. Mein Vater hat’s mal an meinem runden Geburtstag gesagt, hat gemeint, für Jonas wäre das normale 9‑to‑5 nichts. Und ich liebe das, meinen normalen Job, aber ich kann ihn auch nur so gut machen, weil ich meine kleinen Escape-Rooms habe im Leben. Also, Bühne ist mein Sport, Podcast ist meine Intelligenzförderung, sag’ ich mal. Und meine Eloquenz. Das macht mir alles Spaß. Klar muss man zeitökonomisch agieren. Aber das ist trotzdem halt meine Leidenschaft und das ist auch das Schöne.
Sebastian Niedermaier: Und wie der Jonas da einfach spontan eine Stunde rausballert, in einer Reaktionsgeschwindigkeit, da kenne ich niemanden, der das so kann.
Sebastian, du kandidierst als Oberbürgermeister. Du als Kandidat mit Bamberger Wurzeln bist ja bekannt und beliebt und hast schon bei deinem erstmaligen Einzug in den Stadtrat vor zwölf Jahren ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Wie ließe sich das Amt des OB mit dem Podcast vereinbaren?
Sebastian Niedermaier: Dan hat es ja gesagt und uns geht es ja hier wirklich um die Spontanität und die Authentizität beim Podcast. Das heißt, es hält sich eigentlich wirklich in Grenzen und es ist jetzt auch für niemanden von uns ein großer Arbeitsaufwand. Sondern das ist ja wirklich Entspannung und du bringst den Menschen so viel Positives mit. Und gerade in der Kommunalpolitik kommst du doch manchmal an die Grenzen. Und was oft fehlt, ist die Nahbarkeit von Politikern, und deswegen ist sowas wie der Podcast, glaube ich, ganz wichtig, dass die Bamberger was Positives zu ihrer Stadt bekommen und den Menschen, den Politiker, der dahinter steht, auch mal ein bisschen mehr kennenlernen. Ich glaube, das ist ganz wichtig, deswegen verstellen wir uns auf keinen Fall.
Daniel Oppl: Es ist gut, dass du das sagst. Es passiert keinerlei Politik bei den Absprachen oder wenn wir uns sehen und irgendwas beraten. Das ist überhaupt gar kein Thema. Und das Gute ist, dass du so persönlich angefangen hast, noch bevor irgendwie was Kritisches passiert ist mit der Wahl. Und die Leute haben dich so kennengelernt, wie du tatsächlich bist. Und das kann man dir nicht mehr nehmen. Also, die wissen, wer der Sebastian Niedermaier ist. Tatsächlich, im echten Leben ist der Sebastian wie vor der Kamera.
Hast du, Jonas, dir grundsätzlich auch schon mal Gedanken über politische Ambitionen gemacht?
Jonas Ochs: Ich versuche auch ohne politisches Amt schon, die Stadt trotzdem in eine gewisse Richtung zu bringen. Natürlich ist Sebastian als Podcast-Kumpel und mein Freund natürlich mein Lieblingskandidat, aber ich lasse die Politik für mich persönlich raus aus dem Podcast. Ich freue mich, wenn Bamberg auf lange Zeit eine lebenswerte Stadt, eine sozial eingestellte Stadt bleibt. Für meine Kinder auch vor allen Dingen. Ich würde jetzt sagen, Politik überlasse ich lieber den Leuten, die Plan davon haben. Ich mache gerne mit bei Benefizaktionen, mit sozialem Engagement, mit meiner Lebenshilfetätigkeit, mit unserer Musik, die auch politisch ist, tragen wir dann unseren Teil als Teil der Stadtgesellschaft, als Band und als Einzelperson bei, aber jetzt nicht irgendwie auf einer Liste.
Deine Workshops, zum Beispiel, gehen ja auch in Richtung Demokratie-Förderung.
Jonas: Genau, das ist ja unser Ding. Das ist ja Hip-Hop allgemein schon. Das ist so: Hip-Hop ist politisch. Und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setze ich mich auch schon seitdem ich denken kann ein. Das ist mir persönlich auch wichtig.
Was war das Ungewöhnlichste, was ihr seitens der Hörer zu hören gekriegt habt?
Sebastian Niedermaier: Lustig finde ich, dass Leute uns zum Einschlafen hören.
Daniel Oppl: Was super ankommt bei den Leuten, sind die Empfehlungen für Essen und Trinken. Darauf werde ich am meisten angesprochen. „Kommt mal wieder eine neue Folge mit, wo es das und das gibt?“ Da sind sie alle ganz heiß drauf.
Was hat euch am meisten überrascht in diesem ersten Jahr eures Podcasts?
Jonas Ochs: Ich würde wirklich lügen, wenn ich sage, ich hätte nicht gedacht, dass es so krass gut ankommt. Also ich habe es mir gewünscht, aber dass es wirklich so ist, ist dann trotzdem eine Überraschung. Ich habe auch nicht gedacht, dass wir immer wieder neue Themen finden und es jedes Mal auch neu total spannend wird. Dass ich selber mich auch immer wieder darauf freue.
Sebastian Niedermaier: Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Emotionen bei den Menschen auslöst und dass die Leute auch mit einer emotionalen Ansprache auf einen zukommen. Sowas wie der Jonas, wo er den Satz mal gesagt hat, das Atrium war die Mittagsbetreuung der 90er. Mit dem Spruch können sich ganz viele identifizieren. Und da hat sofort jeder den Geruch vom Brunnen mit dem Atrium im Kopf, mit dem ganzen Chlor da drinnen. Also, wie du so Bilder bei den Menschen im Kopf erzeugen kannst. Das hätte ich nicht gedacht, dass es so eine Wirkung bekommt.
Daniel Oppl: Tatsächlich ist es bei mir auch die private Ansprache. Die Leute kommen, sind ganz persönlich, erzählen dir irgendwie was Privates, einen Schwank aus dem Leben in Bezug auf einen Podcast. Weil das sie motiviert oder inspiriert hat.
Wie seid ihr mit der Frequenz zufrieden?
Sebastian Niedermaier: Super. Ich hätte nicht gedacht, dass das auf so einem Niveau bleibt. Du hast einfach in einem Jahr eine solide Stammhörerschaft aufbauen können. Das hätte ich nicht gedacht.
Jonas Ochs: Jeder hat ja seine eigenen Bedeutungswege in einer Folge. Und da ist es total krass, mal unabhängig von den sehr guten Hörerzahlen, die wir haben. Wir sprechen über Bamberg, wir sind ein Bamberg-Podcast. Das Ding ist wirklich, es hat eine ganz eigene Fanbase. Und das siehst du ja hier, die Leute kommen aus Coburg hierher gefahren. Du hast Jung und Alt, die Menschen erzählen mir, wo sie das hören. Manchmal wird es mir selbst an der Rewe-Kasse ein bisschen zu persönlich, wo das anscheinend läuft, und die meine Stimme hören oder die vom Sebastian. Und die Leute fangen dieses Erzählen an. Das war ja auch die Idee von Sebastian, der auch im ersten Sinne die Idee zu dem Podcast hatte, wirklich die Leute wieder Bamberg so nahe zu bringen.
Daniel Oppl: Wir machen ja allesamt gute Arbeit, mit deiner Politik, mit deiner Musik, bei mir mit meinem Studio. Und der Podcast ist das, wo ich tatsächlich am meisten angesprochen werde. Egal, welche Projekte ich sonst mache. Tatsächlich, die Leute öffnen sich von ganz alleine.
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Zusammen für die Zukunft
Erster Gastro-Gipfel in Bamberg
An die 40 Gastronomen aus Bamberg kamen am letzten Juniabend im Kleinstadthafen im Bamberger Sandgebiet zusammen, um sich mit Stadtrat Sebastian Niedermaier und Bundestagsabgeordnetem Andreas Schwarz auszutauschen. Das Thema: Nichts weniger als die Zukunft der Gastronomie in Bamberg.
„An dem guten Zuspruch unseres ersten „Gastro-Gipfels“ kann man erkennen, wie wichtig es für alle Beteiligten ist, sich auszutauschen“, leitete der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz ein. „Vieles brennt unter den Nägeln und wir wollen uns dessen in Bund und Kommune annehmen. Deshalb haben Stadtrat Sebastian Niedermaier und ich heute ein offenes Ohr für alle Anliegen“, so der Abgeordnete.
Fachkundige Unterstützung holten sich die beiden SPD-Politiker bei Monika Kaiser von der IHK Oberfranken und Florian Rose (DEHOGA Oberfranken). Souverän durch den Abend führte der Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher, selbst auch ein Kenner der Branche.
„Unser Anliegen ist es heute, die Probleme zu benennen, zu sammeln und Lösungsansätze zu finden, damit wir nicht länger nach dem Feuerlöschprinzip arbeiten, sondern vor die Welle kommen“, betonte Sebastian Niedermaier.
Als wichtige Rahmenbedingung für eine starke und zukunftsfähige Gastronomie in Bamberg nannten die Wirte beispielsweise eine bessere Transparenz bei den Entscheidungen der Stadtverwaltung zur Gastronomie. Ebenso brauche es einheitliche Regelungen bezüglich des Ausschankschlusses für definierte Bereiche in der Bamberger Innenstadt.
Insgesamt, so der einhellige Tenor, wünsche man sich einen Austausch mit der Stadtverwaltung auf Augenhöhe und mit einem Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen.
Am Ende des ersten Gastro-Gipfels ist klar: Es gibt Herausforderungen, die sich am besten gemeinsam lösen lassen. Daher wird dieser Gastro-Gipfel nicht der letzte gewesen sein. Neben einer engeren Vernetzung zwischen den Gastronomen und den anwesenden Politikern wurde bereits der nächste Termin in vier Monaten abgemacht. „Wir werden auf jeden Fall im Austausch bleiben“, ist sich Sebastian Niedermaier sicher. „Unsere gastronomischen Betriebe sind ein Schatz für das Leben in der Innenstadt. Diese müssen wir unterstützen, wo wir können.“
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Neuer Bamberg-Podcast
Bamberg bassd scho!
Im Januar startete der Podcast „Bamberg bassd scho!“. Alle zwei Wochen unterhalten die beiden Bamberger Jonas Ochs und Sebastian Niedermaier seitdem ihre Hörer mit spannenden Einblicken und Anekdoten rund um das Leben in der Welterbestadt. Die kommende Folge ist ab 20. Februar verfügbar.
Die erste Podcast-Folge der beiden diente dazu, den Hörerinnen und Hörern einen Einblick in ihre Ideen und die Ausrichtung von „Bamberg bassd scho!“ zu geben, außerdem durfte Jonas Ochs erstmals Süßholz probieren. In der zweiten Folge beschäftigten sich Ochs und Niedermaier unter anderem mit Neujahrsvorsätzen. Wir haben den beiden Jung-Podcastern auf den Zahn gefühlt.
Jonas, Sebastian, wie aktiv seid ihr selbst als Podcast-Hörer?
Jonas Ochs: Ich liebe Podcasts! Sie begleiten mich täglich – ob auf dem Weg zur Arbeit oder abends zum Einschlafen. Besonders schön finde ich es, gemeinsam mit meiner Familie Podcasts zu hören, da das ein ganz eigenes, verbindendes Erlebnis schafft. Angefangen habe ich damals mit Klassikern wie „Hotel Matze“ oder „Fest & Flauschig“, die mich direkt in ihren Bann gezogen haben. Mittlerweile schätze ich auch nischige Formate, etwa zu Themen wie Musik oder Sport, und höre sehr gerne Politik-Podcasts, die mir neue Perspektiven eröffnen.
Sebastian Niedermaier: Natürlich höre ich auch gerne Podcasts. Meine Favoriten sind „Fest & Flauschig“ mit Jan Böhmermann und Olli Schulz sowie der F.A.Z.-Podcast für Deutschland.
Wie entstand die Idee, einen eigenen Podcast zu produzieren?
Sebastian Niedermaier: Ich hatte schon lange die Idee, einen Bamberg-bezogenen Podcast zu machen. Als Bayernbotschafter habe ich Bamberg schon in vielen Medien präsentiert, auch in Podcasts, und dachte, das wäre ein ideales Format, um Bamberger Flair und die Liebe zu unserer Stadt zu teilen. Als ich Jonas Ochs fragte, ob er das gerne mit mir machen möchte, war er sofort Feuer und Flamme und hatte auch schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt.
Jonas Ochs: Sebastian rief mich eines Tages an und meinte: „Jonas, ich habe eine richtig gute Idee, ich muss unbedingt zu dir kommen!“ Keine Stunde später stand er schon in meinem Büro und erzählte mir voller Begeisterung von seiner Podcast-Idee. Als großer Podcast-Fan war ich direkt überzeugt, dass das eine großartige Chance ist – vor allem, weil ich das Format für Bamberg als unglaublich spannend und vielversprechend sehe.
Die ersten beiden Folgen erschienen im Januar mit zweiwöchigem Abstand. In welchem Turnus wird es weitergehen?
Jonas Ochs: Wir planen, alle zwei Wochen eine neue Folge zu veröffentlichen. Dieser Rhythmus gibt uns genügend Raum, um jede Episode mit Sorgfalt und Leidenschaft zu gestalten, und bietet unseren Hörerinnen und Hörern einen verlässlichen Zeitrahmen, um sich auf neue Inhalte freuen zu können.
Habt ihr festgelegt, wie viele Themen ihr grundsätzlich pro Ausgabe bringen wollt?
Sebastian Niedermaier: Grundsätzlich legen wir uns ein paar Themen zurecht und schauen dann, wie unsere Sendung läuft. Wir wollen den Podcast flexibel gestalten, um ehrlich und authentisch zu sein. Fix haben wir uns einige Kategorien überlegt wie unsere Persönlichen Top 3, zum Beispiel fränkische Gaststätten in Bamberg, oder unsere Highlights in 2025.
Jonas Ochs (lacht): Wir haben für jede Folge natürlich eine grobe Konzeption. Aber ehrlich gesagt, lassen wir uns auch gerne von unserer eigenen Begeisterung mitreißen. Es kommt immer wieder vor, dass wir nicht alle geplanten Themen in eine Episode packen können, weil wir uns so tief in ein Thema vertiefen. Solche Inhalte nehmen wir dann einfach mit in die nächste Folge. Wie Sebastian schon sagt, möchten wir uns da die Freiheit bewahren, damit jede Episode lebendig und authentisch bleibt.
Woher nehmt ihr die Ideen?
Sebastian Niedermaier: Aus dem täglichen Leben und den aktuellen Entwicklungen in der Stadt. Sobald uns etwas auffällt oder interessiert, schreiben wir es in unsere Gruppe. Wie eine Art Stoffsammlung.
Jonas Ochs: Meine Inspiration kommt aus 40 Jahren Leben in Bamberg! Die Stadt bietet so viele Geschichten, Charaktere und spannende Ereignisse, die uns immer wieder neue Ideen liefern. Natürlich spielt auch das aktuelle Tagesgeschehen in unserer wunderbaren Kleinstadt eine große Rolle. Es gibt einfach so viel, was erzählt und geteilt werden will!
Welche Dauer sollen die Ausgaben jeweils haben?
Sebastian Niedermaier: Eine Ausgabe sollte immer 30 Minuten haben, wobei wir uns bei der zweiten Folge schon verplappert und überzogen haben. Wir müssen uns eben auch erst mal einspielen.
Jonas Ochs: Natürlich stellen wir uns keinen Wecker auf den Tisch, aber wir bemühen uns, die angepeilten 30 Minuten einzuhalten, um die Aufmerksamkeit unserer Hörer nicht zu überstrapazieren. Mit diesem Zeitrahmen wollen wir die Inhalte knackig transportieren und auf den Punkt bringen, ohne dabei zu langatmig zu werden.
Sind auch besondere Folgen, vielleicht auch mit längerer Dauer, geplant, zum Beispiel im Hinblick auf die Wahlen in Bamberg 2026?
Jonas Ochs: Ja, wir haben tatsächlich schon einige Spezialfolgen in Planung! Besonders spannend wird es natürlich, wenn wir Gäste in den Podcast einladen, die ihre Perspektiven und Geschichten teilen. Was das Thema Politik angeht, steht das für mich persönlich nicht im Vordergrund. Unser Fokus liegt vielmehr darauf, allgemeine Themen aus Bamberg zu beleuchten und genau diese Vielfalt und Lebendigkeit unserer Stadt in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist das Herzstück unseres Podcasts.
Sebastian Niedermaier: Es gibt bestimmt immer mal Anlässe, über ein Thema ausführlicher zu sprechen. Als Sonderfolgen haben wir überlegt mal raus zu gehen und zum Beispiel beim Kiosk Kunni live eine Folge aufzunehmen. Ideen haben wir viele und wir haben beide richtig Bock auf das Projekt Podcast.
Also ist auch geplant, Gäste in den Podcast einzuladen. Dürfen schon Namen genannt werden?
Sebastian Niedermaier: Ja, Gäste sind geplant, allerdings wollen wir uns erstmal gegenseitig finden und wie gesagt einspielen. Wenn wir dann harmonieren, möchten wir auf jeden Fall Bamberger Persönlichkeiten zu uns einladen.
Jonas Ochs: Wir haben bereits einige Gäste in Planung! Wie Sebastian sagt, ist uns dabei besonders wichtig, dass jeder Gast einen klaren Bezug zu Bamberg hat. Dadurch möchten wir sicherstellen, dass die Themen und Geschichten immer authentisch bleiben und eng mit unserer Stadt verbunden sind.
Ist auch ein Blick weiter über Bamberg und die Region hinaus denkbar?
Jonas Ochs: Unser Hauptfokus liegt natürlich ganz klar auf Bamberg. Dennoch gibt es Themen, die den Alltag prägen und auch über die Grenzen unserer wunderbaren Kleinstadt hinaus relevant sind. Solche Aspekte werden wir sicherlich immer mal wieder aufgreifen, auch wenn sie eher begleitend und ergänzend im Podcast auftauchen.
Wie weit im Voraus produziert ihr die Podcasts?
Jonas Ochs: Wir versuchen immer, möglichst wochenaktuell zu bleiben. Bei der Aufnahme legen wir großen Wert darauf, dass uns keine Highlights aus dem Bamberger Tagesgeschehen entgehen. Deshalb nehmen wir die Podcasts immer kurz vor der Ausstrahlung auf, um möglichst frisch und relevant zu sein.
Wie darf man sich den Vorlauf zur Produktion einer Sendung vorstellen?
Jonas Ochs: Wir beginnen unsere Recherche etwa 10 Tage vor der Ausstrahlung der nächsten Sendung. In dieser Zeit sind wir ständig über eine WhatsApp-Gruppe miteinander verbunden, um Ideen auszutauschen, Themen abzustimmen und uns passgenau auf die neue Folge vorzubereiten. So entsteht eine Mischung aus gründlicher Planung und spontanen Einfällen, die den Podcast so lebendig macht.
Welche Herausforderungen galt es bei den ersten beiden Folgen zu bewältigen?
Sebastian Niedermaier: Überhaupt der ganze Aufwand um die Folgen und den Podcast herum. Da hatten wir keine konkrete Vorstellung. Wie lädt man einen Podcast auf Spotify und Youtube hoch? Das Erstellen der Insta- und Facebook-Kanäle. Ich habe schon mal einen Podcast als Bayernbotschafter aufgenommen. Aber im Studio mit den Kopfhörern war das für mich nochmal eine neue Erfahrung. Jonas ist bei sowas natürlich ein absoluter Profi.
Jonas Ochs: Vor allem muss man lernen, die gesamte Technik im Raum auszublenden, um eine möglichst natürliche Atmosphäre zu schaffen. Gerade am Anfang war das eine Herausforderung, da man sich erst an die Mikrofone und das Setup gewöhnen muss. Allerdings gelang uns das relativ schnell – vielleicht auch dank des Spezialrauchbiers, das uns in den ersten beiden Folgen half, die Stimmung locker und entspannt zu halten.
Wie viele Menschen außer euch beiden stecken hinter dem Podcast?
Jonas Ochs: Neben uns gibt es ein großartiges Team, das uns unterstützt. Aufgenommen wird der Podcast im Podcast-Studio Bamberg bei Daniel Robin Oppl, der uns mit seiner Technik und Expertise zur Seite steht. Hinter den Grafiken und dem Layout steckt Daniel Knoth, der mit seinem kreativen Talent für den visuellen Auftritt sorgt. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit ihnen sehr, denn sie tragen maßgeblich zum Erfolg unseres Podcasts bei.
Gibt es Vorbilder, was den Podcast angeht?
Sebastian Niedermaier: Einer meiner Favoriten ist „Fest & Flauschig“. Ich finde die lockere Art und das ehrliche Gespräch bei den beiden großartig. Einfach frei von der Leber zu sprechen und dann auch mal zu riskieren, in ein Fettnäpfchen zu treten. Das macht das Ganze doch erst persönlich. Wir müssen aber unseren eigenen Weg finden. Es soll nicht albern sein, sondern wir wollen auch Bamberger Themen durchsprechen.
Jonas Ochs: Es gibt natürlich viele klassische Podcast-Produktionen, die wir privat selbst gerne hören und die uns inspirieren. Für mich persönlich ist allerdings ein typisch fränkischer Stammtisch ein wunderbares Vorbild. Dort gibt man seinem Gegenüber immer Raum, etwas von sich zu erzählen, und genau das möchten wir auch in unserem Podcast erreichen. So entsteht ein kreatives, lebendiges Bild, das unsere Hörerschaft anspricht und unterhält.
Habt ihr eine Rollenverteilung und einen Ablauf festgelegt?
Jonas Ochs: Das ist bei uns flexibel und von Folge zu Folge unterschiedlich. Je nach Stimmungslage und Thematik hat mal der eine, mal der andere mehr zu erzählen. Wir halten es da ganz wie beim fränkischen Stammtisch: Jeder, der eine gute Geschichte oder spannende Gedanken hat, bekommt den Raum, diese zu erzählen. So bleibt unser Podcast abwechslungsreich und authentisch.
Sebastian Niedermaier: Wir haben für uns eine Probeaufnahme aufgenommen – vielleicht senden wir die auch mal. Dabei haben sich die Rollen eigentlich gleich automatisch verteilt. Jonas ist einfach eine Rampensau und ist sofort in die Moderatorenrolle geschlüpft, während ich eher der Fragende bin. Bis jetzt finde ich, wir haben schon einen ganz guten Flow gefunden und werden uns sicher mit jeder Folge mehr einspielen. Vielleicht hören wir uns dann mal wieder die erste Folge an und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen.
Wen wollt ihr mit dem Podcast ansprechen?
Sebastian Niedermaier: Natürlich geht der Podcast erstmal an Bamberger, Neuzugezogene und Alteingesessene. Aber auch an Ehemalige, die sich gerne an unsere schöne Stadt erinnern möchten.
Jonas Ochs: Unser Podcast richtet sich an alle, die sich für Bamberg und die Geschichten unserer wunderbaren Kleinstadt interessieren. Aber auch diejenigen, die einfach ein wenig Spaß und Entspannung suchen, sind bei uns genau richtig. Mit unseren lustigen Geschichten und Einblicken aus dem Leben von zwei Bambergern möchten wir ein breites Publikum begeistern.
Die neuen Folgen von „Bamberg bassd scho!“ erscheinen im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils donnerstags und sind auf allen gängigen Streaming-Plattformen und der Podcast-Website verfügbar, außerdem sind sie auch auf Youtube als Video zu sehen. Die kommende Folge ist ab 20. Februar verfügbar.
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Jonas Ochs und Sebastian Niedermaier im Dialog
Neuer Podcast „Bamberg bassd scho!“
Die beiden Bamberger Jonas Ochs und Sebastian Niedermaier starten ab Januar ihren gemeinsamen Podcast „Bamberg bassd scho!“. Über das Leben in Bamberg wollen die beiden in diesem alle zwei Wochen in Dialog treten, wie sie es beschreiben.
Zwei leidenschaftliche Bamberger, zwei unterschiedliche Perspektiven, eine gemeinsame Vision: Jonas Ochs, bekannt als Frontmann der Hip-Hop-Gruppe “Bambägga”, der mit seiner Musik nationale Bekanntheit erlangt hat, und Sebastian Niedermaier, Bioland-Gärtner in elfter Generation, der durch zahlreiche TV-Sendungen und Zeitschriften für seine nachhaltige Arbeit bekannt ist, starten ihren gemeinsamen Podcast “Bamberg bassd scho!”.
Mit dem neuen Jahr, ab Januar 2025, starten die beiden alle zwei Wochen mit spannenden Einblicken, Anekdoten und Diskussionen rund um das Leben in der Welterbestadt. Bamberg bass scho! „Wir wollen Geschichten erzählen, die das Herz der Stadt widerspiegeln – authentisch, direkt und humorvoll”, erklärt Jonas Ochs, der mit seiner Musik bereits die lokale Kulturszene prägt. Sebastian Niedermaier ergänzt: „Als Gärtner sehe ich Bamberg aus einer anderen Perspektive, nah an den Traditionen, aber auch mit Blick auf die Herausforderungen von morgen. Unser Podcast verbindet beide Welten.”
Mit Herz und Humor durch Bamberg
Das Ziel der beiden ist es, die Vielfalt und den Wandel ihrer Heimatstadt Bamberg greifbar zu machen. Mit dem Podcast wollen sie Themen aufgreifen, die Bamberger bewegen, und die Qualität ihrer Heimatstadt herausstellen. Geschichten und Perspektiven, die oft im Verborgenen bleiben, möchten sie hier mit Herz, Humor und Tiefgang präsentieren.
Mit “Bamberg bassd scho!” wollen die beiden eine breite Palette von Themen beleuchten. Kultur und Musik: Von der Hip-Hop-Szene bis zur traditionellen Bamberger Gärtnerkultur. Stadtleben: Die schönsten Orte in Bamberg, von Bug bis zur Gärtnerstadt. Herausforderungen und Wandel: Wie die Stadt sich verändert und welche Rolle Nachhaltigkeit und Kultur dabei spielen. Gäste aus Bamberg: Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft werden in ausgewählten Episoden eingeladen.
Mit ihrem lockeren und ehrlichen Stil wollen Jonas und Sebastian ein Format schaffen, das Menschen aller Altersgruppen anspricht. Ob Bamberger Urgestein oder Neuankömmling – “Bamberg bassd scho!” ist ein Podcast von Bambergern für Bamberger. „Wir laden alle ein, zuzuhören, mitzudenken und die Liebe zu unserer Stadt zu teilen”, so Jonas Ochs.
Jonas Ochs und Sebastian Niedermaier sind nicht nur bekannte Persönlichkeiten in Bamberg, sondern auch Familienmenschen. Beide sind stolze Väter und wissen, wie wichtig ein starker Bezug zur Heimat für die nächste Generation ist. Jonas Ochs ist Musiker und Frontmann der bekannten Bamberger Hip-Hop-Gruppe “Bambägga”. Er engagiert sich außerdem als Inklusions-Botschafter und für die lokale Kulturszene. Sebastian Niedermaier leitet in elfter Generation eine Bioland-Gärtnerei in Bamberg und ist bekannt für seine nachhaltige Landwirtschaft und die Pflege traditioneller Gemüsesorten. Gemeinsam setzen sie sich für die Bewahrung und Weiterentwicklung der Stadt Bamberg ein.