Möchte man das Statement von Head Coach Jesús Ramírez nach der 96:103-Niederlage seiner BMA365 Bamberg Baskets gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg in einem Satz zusammenfassen, müsste man wohl schreiben, dass sich die Bamberger in der Partie des 3. Spieltags in der easyCredit Basketball Bundesliga mehr oder weniger selbst geschlagen haben.
Wohl wahr, denn das Team aus Freak City hatte vor 4.210 Zuschauern am Ende der Partie zum einen stolze 20 Würfe mehr auf den Korb abgegeben als die Ludwigsburger. Zum anderen konnte man die RIESEN zu 20 Ballverlusten zwingen und lag auch bei den Rebounds mit 41:36 vorne.
In einer hart umkämpften Partie – insgesamt 17-mal wechselte im Spiel die Führung – hatten letztlich die Gäste aus Ludwigsburg das bessere Ende für sich, da ihnen zwischen der 35. und 36. Spielminute in nur 103 Sekunden gleich vier Dreier gelangen und sie hier aus einem 82:84-Rückstand eine 94:86-Führung machten, die sie bis zur Schlusssirene nicht wieder abgaben.
Bester Scorer auf Bamberger Seite war Jordan Wright mit 22 Punkten. Mit jeweils 21 Zählern führten Ishmael Leggett und Justin Kier die RIESEN an.
Der Spielverlauf
Die Bamberger begannen die Partie mit der identischen Startformation wie zuletzt am Donnerstag in Vechta. Jones, Wright, Hochstadter, Scott und Ward drückten in den ersten Minuten ordentlich aufs Gas und erspielten sich schnell eine 7:0‑Führung (3.). Nach dieser Akklimatisationsphase kamen nun aber auch die Gäste besser ins Spiel und Mitte des ersten Abschnitts waren sie wieder dran (11:10/5.). Das bereits zweite Foul von Richard Balint schickte dann Ishmael Leggett an die Freiwurflinie, wo er die RIESEN in Minute sechs erstmals in Führung warf (13:14). Darius Perry legte einen ganz schwierigen Abschluss über Jonathan Bähre sowie einen Freiwurf-Punkt noch drauf (13:17/6.), ehe Joshua Obiesie mit 5 Zählern in Serie die Führung wieder zurückholen konnte (18:17/7.). Nach Dreiern von Leggett und Jordan Jones (21:20) beendeten die Ludwigsburger den ersten Abschnitt so, wie ihn die Bamberger begonnen hatten, nämlich mit einem 7:0‑Lauf zum 21:27-Zwischenstand nach den ersten 10 Minuten.
Der Abstand blieb dann auch zu Beginn des zweiten Abschnitts erst einmal konstant (27:33/13.). Ein unsportliches Foul gegen Darius Perry beim Dreier von Jordan Jones nutzte Bambergs Nummer 4 dann eiskalt. Zunächst versenkte der Aufbauspieler alle drei Freiwürfe, ehe er den danach folgenden Ballbesitz für einen Dreier zum 33:33-Ausgleich (14.) nutzte. Die 6 Punkte von JJ starteten die stärkste Phase der Bamberger in diesem Spiel, die sich im Anschluss inklusive zweier Dunks von Daniel Keppeler sowie Dreiern von Richard Balint und Jordan Wright mit einem 18:3‑Run bis auf 45:36 (16.) absetzen konnten und Gäste-Coach Ortega zur zweiten Auszeit innerhalb von 73 Sekunden zwang. Diese Unterbrechung brachte sein Team wieder zurück in die Spur. Die RIESEN konterten den Bamberger 18:3‑Run mit einem eigenen 13:3‑Lauf und gingen so 57 Sekunden vor der Pause wieder in Führung (48:49). Diesen einen Punkt Vorsprung nahmen die Gäste dann auch mit in die Kabine (50:51).
„Wir müssen als Mannschaft gemeinsam besser agieren“
Die Foulprobleme (Richard Balint, Hason Ward, Daniel Keppeler und Yuval Hochstadter hatten zur Pause allesamt bereits drei Fouls) verschärftem sich in den ersten 90 Sekunden nach Wiederbeginn nochmals. Hason Ward und auch Daniel Keppeler bekamen ihr 4. Foul angekreidet und während bei so manchem BMA365 Bamberg Baskets Fan die Sorgenfalten größer wurden, bissen sich die Hausherren wieder in die Partie und erspielten sich eine 63:56-Führung (24.). Die nächste Gäste-Auszeit folgte und auch diesmal zeigte sie Wirkung. Denn in den gut zwei folgenden Minuten verkürzten die Gäste erneut auf 67:65 (27.). 69 Sekunden vor Ende des dritten Viertels war es Darius Perry, der die RIESEN erneut nach vorne brachte (71:72). Ein Dreier von Jordan Wright sowie zwei erfolgreiche Freiwürfe von Justin Kier sorgten für das 74:74 vor dem Schlussabschnitt.
Die Intensität blieb auch im letzten Viertel weiter hoch. Viel wurde geschoben, gehalten und gedrückt, doch nicht immer alles gleichermaßen geahndet. Den Ludwigsburgern kam dies etwas gelegener und so zogen sie zu Beginn des letzten Abschnitts wieder etwas davon (74:80/33.). Die BMA365 Bamberg Baskets aber blieben dran und schlugen zurück und glichen durch den Dreier von Joshua Obiesie zum 82:82 wieder aus (34.). 30 Sekunden später holte Tre Scott die Führung zurück nach Freak City (84:82), ehe Elijah Hughes eiskalt zuschlagen sollte. Drei Dreier netzte der Small Forward in den folgenden 103 Sekunden ein und brachte sein Team nahezu im Alleingang auf die Siegerstraße (86:94/36.). Die Bamberger versuchten nochmals alles. 3:09 Minuten vor dem Ende traf Jordan Jones per Dreier zum 90:94, doch beim Stand von 91:96 fielen in der vorletzten Minute gleich zwei Dreier des US-Amerikaners nicht und die RIESEN konnten so die Punkte aus Freak City entführen.
„In unserem Spiel hatten wir heute Momente, in denen wir nicht fokussiert und schlichtweg undiszipliniert gespielt haben. Wir müssen verstehen, dass Einsatz allein nicht genug ist. So haben wir zum Beispiel Hughes in einer entscheidenden Phase im Spiel drei freie Dreier nehmen lassen“, so Bamnbergs Head Coach Jesus Ramirez. „Wir müssen als Mannschaft gemeinsam besser agieren und auch verstehen, was eben in diesen Phasen zu tun ist. Daran müssen wir jetzt arbeiten, denn es passiert uns immer wieder, dass wir die Konzentration verlieren und dem Gegner die gewünschten Würfe geben, wenn sich die Physis auf dem Feld erhöht. Wir hatten in diesem Spiel 20 Würfe mehr, haben Ludwigsburg zu 20 Ballverlusten gezwungen, hatten 23 Offensiv-Rebounds – am Einsatz kann es also nicht gelegen haben, aber wir müssen es schaffen, den Einsatz mit Fokus und mehr Disziplin über 40 Minuten zu verknüpfen.“
