Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Heimspielen haben die BMA365 Bamberg Baskets ihren Heimvorteil zum Auftakt der Playoff Viertelfinal-Serie perfekt genutzt. Nachdem die Bamberger am Samstag mit 80:74 Spiel eins der Serie gegen ratiopharm ulm gewonnen hatten, siegte die Mannschaft von Head Coach Anton Gavel auch am Montagabend in Spiel zwei mit 90:87 (41:42) und führt somit in der Best-of-five-Serie mit 2:0 Siegen.
Wie schon die erste Partie war auch Spiel zwei geprägt von immenser Intensität und großer Physis auf beiden Seiten. Bis Mitte des dritten Viertels konnte sich keine der beiden Mannschaften deutlicher absetzen. Dann aber gelang den Bambergern ein 15:2‑Run und man ging mit einer 73:60-Führung in den Schlussabschnitt. Der eine oder andere der 5.360 Zuschauer in der BROSE ARENA glaubte womöglich, hier schon den spielentscheidenden Zwischenspurt gesehen zu haben. Doch weit gefehlt. Die Ulmer starteten ins letzte Viertel mit einem 14:1‑Lauf und glichen die Partie beim 74:74 (35.) wieder aus. Das Team von Head Coach Anton Gavel fing sich anschließend zwar wieder und konterte schnell zum 84:76 (38.), doch die Gäste blieben durch Dreier von Mark Smith und Thomas Klepeisz auch weiterhin im Geschäft. Mit dem letzten Wurf des Spiels hätte Klepeisz das Spiel in die Verlängerung schicken können, doch sein Dreier verfehlte das Ziel.
Überragender Scorer auf Ulmer Seite war Mark Smith mit 29 Punkten. Bei den BMA365 Bamberg Baskets trafen Cobe Williams (18), Richard Balint und Austin Crowley (je 14) am besten.
Der Spielverlauf
Es schien, als würden beide Mannschaften einfach da weitermachen, wo sie am Samstagabend aufgehört hatten und quasi in ein 5. Viertel starten. Von der ersten Sekunde an wurde wieder um jeden Millimeter gekämpft. Den besseren Start erwischten diesmal die Bamberger, die nach Dreiern von Ibi Watson und Cobe Williams sowie einem Dunk von Demarcus Demonia mit 8:4 (3.) in Führung gingen. Doch auch die Ulmer agierten fokussiert und erspielten sich gute Möglichkeiten. Mit seinem ersten Dreier (fünf weitere sollten in dieser Partie noch folgen) glich Mark Smith beim 12:12 (6.) zunächst wieder aus, ehe er im Anschluss mit zwei erfolgreichen Freiwürfen die Ulmer wieder in Führung brachte. Nun ging es hin und her und die Führung wechselte in jedem Angriff. Daniel Keppeler, Austin Crowley und der bereits vierte Bamberger Dreier von Moritz Krimmer sorgten für eine 22:18-Führung des Pokalsiegers nach zehn Minuten.
Eineinhalb Minuten waren im zweiten Viertel gespielt, da hatten die Ulmer den Rückstand wieder egalisiert. Immer wieder schaffte es die Mannschaft von Ty Harrelson an die Freiwurflinie, wo sie in Spiel zwei mit 80% Trefferquote (20 aus 25) diesmal auch eine sehr gute Ausbeute hatte. Wie hart beide Mannschaften in dieser Partie kämpften, konnte man vielleicht am besten im Bamberger Angriff in der 13. Minute sehen, als EJ Onu beim Fight um den Offensiv-Rebound gegen Alec Anigbata dem Ball auf dem Boden hinterherhechtete, um die Kugel für sein Team zu sichern und dann nach dreimaligem Rebound letztlich selbst zu verwandeln (27:24/14.). Das Spiel wogte weiter hin und her und Tobias Jensen brachte Ulm wieder nach vorne (28:29/15.). Die Bamberger hatten aber in Form eines 7:0‑Laufs eine Antwort parat und Ty Harrelson musste beim 35:29 (17.) das Spiel erst einmal anhalten. Sein Team reagierte nahezu perfekt und nach zwei Dreiern von Mark Smith und einem Korberfolg von Joel Soriano waren die Gäste wieder gleichauf (37:37/19.). Chris Ledlum legte einen weiteren Dreier nach und nach den beiden Freiwürfen von Mark Smith (17 Punkte in der ersten Halbzeit) führte Ulm sieben Sekunden vor der Pause (39:42). Anton Gavel nahm noch einmal eine Auszeit, um den letzten Angriff vor der Pause zu besprechen. Austin Crowley brachte den Ball nach vorne und schloss erfolgreich mit der Halbzeitsirene ab. Sein Korberfolg wurde nachträglich jedoch von drei auf zwei Punkte korrigiert und so ging es beim Stand von 41:42 in die Kabinen.
„Auch diesmal haben wir fast eine ganze Halbzeit gebraucht, um uns zu finden“
Die zweite Halbzeit knüpfte nahtlos an die erste an. Beide Mannschaften auch weiterhin Kopf an Kopf (50:50/24.). Auch 3:47 Minuten vor dem Ende stand es nach dem Tip-In von Joel Soriano weiterhin unentschieden (58:58). Kurz zuvor hatte EJ Onu sein 4. Foul kassiert, doch Daniel Keppeler ersetzte ihn ganz ausgezeichnet. Mit ihm auf dem Parkett starteten die BMA365 Bamberg Baskets nun bis zum Viertelende so richtig durch. Mit einem 15:2‑Lauf, den Daniel Keppeler (nach EJ Onu (+9) hatte er mit +6 das zweitbeste Plus/Minus im Team) mit einem Sprungwurf von der Freiwurflinie selbst abschloss, zog man nach dem dritten Viertel auf 73:60 davon und es hatte den Anschein, als wäre es den Bambergern auch diesmal zum Ende des dritten Viertels gelungen, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen.
Von der Leichtigkeit in den Bamberger Angriffen war zu Beginn des Schlussabschnitts aber plötzlich nichts mehr zu sehen. Punkt für Punkt spielten sich die Ulmer zurück. Jensen, Smith und Ledlum führten ihr Team erneut heran und bei noch 5:26 Minuten Restspielzeit hatten die Gäste auf 74:74 wieder gleichgezogen. Knapp fünf Minuten waren im Schlussviertel bereits vergangen, als Richard Balint beim 76:74 den ersten Bamberger Feldkorb in den letzten zehn Minuten erzielen konnte. Der Tscheche legte einen weiteren Dreier nach (81:76/37.) und es folgte die nächste Ulmer Auszeit. Doch auch nach dieser Unterbrechung blieben die Bamberger nun am Drücker. 99 Sekunden vor dem Ende führten die Hausherren nach einem Drei-Punkte-Spiel von EJ Onu mit 87:79 und alles schien gelaufen, doch mit fünf Zählern in Folge waren die Ulmer 17 Sekunden vor dem Ende doch noch einmal da (87:84). Zach Ensminger wurde im Anschluss gefoult und verwandelte seine beiden Freiwürfe (89:84), doch auf der Gegenseite traf Thomas Klepeisz einen superschweren Dreier (89:87). Fünf Sekunden blieben noch auf der Uhr und nach der letzten Bamberger Auszeit foulten die Ulmer Demarcus Demonia, der an der Linie jedoch nur einen Versuch zum 90:87 verwerten konnte. Den Fehlwurf reboundeten die Ulmer und Austin Crowley nutzte das letzte Foul, das die Bamberger noch zu geben hatten, um den Ulmer Angriff zunächst einmal zu stoppen. Es blieben aber noch 2,2 Sekunden, die Thomas Klepeisz in der Tat noch für einen finalen Dreier genügten. Sein Wurf ging jedoch nicht in den Korb und so konnten die BMA365 Bamberg Baskets auch Spiel zwei der Viertelfinal-Serie für sich entscheiden. „Es war ein sehr schweres Spiel für uns. Als wir im dritten Viertel mit 13 Punkten in Führung lagen, haben wir komplett den Faden verloren. Auch diesmal haben wir fast eine ganze Halbzeit gebraucht, um uns zu finden“, so Bambergs Head Coach Anton Gavel. „Das dritte Viertel war dann natürlich super. Da haben wir Stopps bekommen und konnten daraus dann auch Offensive generieren. Im letzten Viertel war unser Gamemanagement in der Offensive dann aber nicht gut. Da müssen wir viel smarter agieren. Am Ende aber zählt der Sieg und natürlich sind wir froh darüber. Das nächste Spiel wird sicherlich genauso schwierig.“ Nach zwei Spielen in Freak City geht die Serie nun nach Ulm. Spiel Nummer drei im Playoff-Viertelfinale findet am kommenden Samstag, 23. Mai, um 16:30 Uhr in der ratiopharm arena statt. Spiel Nummer vier wäre dann wieder zwei Tage später, am Montag, 25. Mai ebenfalls in Ulm. Spielbeginn wäre auch dann um 16:30 Uhr. Fest steht auf jeden Fall schon einmal, dass es in Freak City ein weiteres Playoff-Spiel in dieser Saison geben wird. Ob im Viertel- oder dann schon im Halbfinale bleibt nun abzuwarten.
