Kräftezehrend, spannend und von beiden Mannschaften mit großem Kampf geführt – am Ende unterlagen die BMA365 Bamberg Baskets gestern den Skyliners Frankfurt am 7. Spieltag mit 77:80.
Beide Teams waren mit einer Serie in dieses Spiel gegangen und die der Bamberger riss. Nach zuletzt drei Siegen in Folge unterlag das Team von Head Coach Anton Gavel am Samstagabend den SKYLINERS mit 77:80 (41:45), die ihren Nimbus hingegen als bisher noch ungeschlagener Auswärtsschreck der Liga auch nach dem Gastspiel in Freak City und somit vier BBL-Partien weiter behaupten konnten.
5.009 Zuschauer in der BROSE ARENA sahen eine spannende Partie, in der die Hessen nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase den Ton angaben. Bis auf 18 Zähler konnten sich die SKYLINERS im zweiten Viertel um einen überragenden Jaedon Le Dee absetzen, ehe die Bamberger besser ins Spiel fanden und sich über den Kampf wieder heranarbeiteten. Am Ende aber war es die Summe aus mehreren kleinen Schwachstellen im Bamberger Spiel, die den Gästen aus Frankfurt den knappen, aber verdienten Sieg bescherte.
Für die BMA365 Bamberg Baskets zeichneten zwei Spieler – Williams mit 26 und Watson mit 25 – für fast zwei Drittel aller Punkte verantwortlich. Bei den SKYLINERS überragte Jaedon Le Dee. Der US-Amerikaner hatte bereits zur Pause ein Double Double und brachte es am Ende des Spiels auf 20 Zähler und 21 Rebounds.
Nach 18-Punkte-Rückstand kommt Bamberg bis zur Halbzeit auf vier Punkte heran
Nach dem Zwischenfall in Hamburg, bei dem er ein Stück Zahn verloren sowie eine stark blutende Platzwunde erlitten hatte, stand Geburtstagskind Richard Balint wieder im Kader und so konnte Head Coach Anton Gavel auch im achten Pflichtspiel dieser Saison die gleiche Anfangs-Fünf aufs Parkett schicken. Der Tscheche war es dann auch, der per Dreier für die erste Bamberger Führung sorgte (5:2/2.). Die BMA365 Bamberg Baskets drückten anfangs ordentlich aufs Gas und kamen so auch zu einfachen Punkten (10:6/4.). Die Frankfurter hingegen zogen in aller Ruhe ihr Spiel durch. Geduldig wurden die Angriffe ausgespielt und in der Verteidigung machte man es Demarcus Demonia & Co. nun so richtig schwer. Den Bambergern wollte offensiv kaum noch etwas gelingen und so zog das Team von Gäste-Coach Klaus Perwas dank eines 16:2‑Runs erstmals zweistellig davon (12:22/9.). Dieser Rückstand hatte dann auch nach dem ersten Viertel (17:27) noch Bestand.
Mit dem ersten Angriff des 2. Viertels verkürzte Adrian Petković auf 19:27 (11.). Nun aber packten die Frankfurter ihren nächsten Lauf aus. Angetrieben von Jaedon Le Dee und einer 12:2‑Serie bauten die Hessen ihren Vorsprung Mitte des 2. Abschnitts bis auf 18 Punkte aus (21:39/15.). Der deutliche Rückstand tat der Stimmung in der BROSE ARENA jedoch keinen Abbruch und von den wieder über 5.000 Freaks gepusht, bissen sich die BMA365 Bamberg Baskets in die Partie und kämpften sich sehenswert zurück. Hatte man in den ersten 15 Minuten der Partie ganze 21 Zähler zusammengebracht, waren es in den letzten fünf vor der Pause nochmals 20 und so gestaltete man die Partie bis zur Pause beim 41:45 wieder völlig offen.
„Wir haben nicht physisch genug agiert“
Eine Minute und 21 Sekunden waren nach dem Seitenwechsel gespielt, da wurde es in der Arena nochmals deutlich lauter, als Cobe Williams sein Team mit einem Dreier beim 46:45 wieder in Führung geworfen hatte (22.). Die Fans tobten und hier, so Head Coach Anton Gavel nach dem Spiel, wäre es möglich gewesen, die Partie zu kippen. Doch zum einem machten die Bamberger in dieser Phase zu viele Fehler und trafen offensiv auch schlechte Entscheidungen, während die Gäste aus der Mainmetropole sich von der tollen Stimmung in keinster Weise aus ihrem Konzept bringen ließen und sich 3:25 Minuten vor Ende des dritten Abschnitts beim 46:54 wieder etwas deutlicher absetzen konnten. Die BMA365 Bamberg Baskets kamen aber auch hier wieder schnell zurück. Fünf Sekunden vor dem Ende des Viertels drückte EJ Onu ein Anspiel von Cobe Williams per Alley-Oop zum 54:54 ins Netz. Eine der am Anfang bereits angesprochenen Schwachstellen, neben den insgesamt 18 Offensiv-Rebounds der Gäste sowie der nur 50-prozentigen Freiwurfqoute, war die Ungestümtheit in so manchen Aktionen. So auch der Einsatz von Cobe Williams an der Mittellinie bei noch 0,9 Sekunden Restspielzeit gegen Ryan Hawkins. Das Foul des Bamberger Aufbauspielers bescherte den Frankfurtern nochmals zwei Freiwürfe und so die 54:56-Führung nach 30 gespielten Minuten.
Diese letzte Aktion schien den Frankfurtern nochmals etwas zusätzliche Energie verliehen zu haben, denn die Hessen starteten mit einem 7:0‑Lauf ins letzte Viertel (54:63/33.). Clever verstanden es die Frankfurter nun in den nächsten Minuten, diesen Vorsprung erst einmal zu behaupten (64:72/37.). Und auch in Sachen Kampfgeist waren die Hessen jetzt voll da. Bestes Beispiel die Situation nach dem Freiwurf von Logan Johnson. Der US-Amerikaner hatte zunächst seinen ersten Freiwurf zum 68:73 getroffen. Sein zweiter Wurf von der Linie ging daneben, doch die SKYLINERS holten sich gleich zweimal den Offensivrebound und exakt 120 Sekunden vor dem Ende traf Jaedon Le Dee so zum 68:75. Anton Gavel und sein Team versuchten nochmals alles. Nachdem Ibi Watson sieben Sekunden vor dem Ende auf 77:79 verkürzt hatte und Isaiah Swope auf der Gegenseite nur einen seiner beiden Freiwürfe getroffen hatte, gab es für die Bamberger doch noch die Chance, mit einem Dreier in die Verlängerung zu kommen. Der letzte Wurf von Richard Balint wurde jedoch quasi mit der Schlusssirene von William Christmas geblockt und die Frankfurter durften alles in allem verdient den Sieg bejubeln. „Glückwunsch an Klaus und seine Mannschaft zum verdienten Sieg. Wir haben nicht physisch genug agiert, 18 Offensiv-Rebounds zugelassen und Jaedon Le Dee nicht vom Brett wegbekommen. Als das Spiel im dritten Viertel hätte kippen können, haben wir nach unseren Stopps dann in der Offensive schlechte Entscheidungen getroffen, den Ball weggeworfen und so dem Gegner wieder einen Lauf gestattet“, so Bambergs Head Coach Anton Gavel nach der Partie. „Dass wir am Ende noch auf ein One-Possession-Game herangekommen sind, ist zwar schön, der Sieg heute wäre aber nicht verdient gewesen.“
Bereits am kommenden Donnerstag, 13. November, steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Im Viertelfinale des BBL-Pokals geht es für Bamberg dann um den Einzug ins TOP FOUR. Gegner der Bamberger ab 20:00 Uhr in der BROSE ARENA sind dann die MLP Academics Heidelberg.
