Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt – Dr. Kris­tin Kne­bel antwortet

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Knebel
Kristin Knebel, Foto: Frank Schoepgens, Köln, Peter und Irene Ludwig Stiftung
In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Dr. Kris­tin Kne­bel die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist seit Anfang des Jah­res Direk­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg.
Frau Kne­bel, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Pan­de­mie verändert?

5.

Wie sieht Ihr Fazit nach bald einem Jahr als Direk­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg aus?

Bam­berg hat mich sehr herz­lich emp­fan­gen. Es gibt sehr viel zu tun, um die Muse­en für die Zukunft so auf­zu­stel­len, wie es sich für eine Welt­erbe- und Kul­tur­stadt gebührt. Bis­her habe ich dafür sehr viel Ver­ständ­nis gefun­den und hof­fe, dass die­se Anstren­gun­gen gemein­sam mit der Ver­wal­tung und der Poli­tik gelin­gen werden.

Was mögen Sie an Ihrer neu­en Stel­le beson­ders, was nicht so sehr?

Die Arbeit mit einem krea­ti­ven und moti­vier­ten Team macht mir sehr viel Spaß. Schwie­rig ist die (noch) unzu­rei­chen­de Infrastruktur.

Wie weit haben Sie sich in der Stadt schon eingelebt?

Sehr gut.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ja, im Prin­zip schon. Momen­tan fehlt es mir an Zeit und Gele­gen­heit für Fahr­rad­tou­ren. Mein Haupt­trans­port­mit­tel ist die Bahn und inner­städ­tisch gehe ich viel zu Fuß.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Wer zahlt schon gern Gebüh­ren? Ich hal­te öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk für sehr wich­tig, das Finan­zie­rungs­sys­tem soll­te aber refor­miert werden.

Töten Sie Insekten?

Bewusst nur im äußers­ten Not­fall, durch unse­re Lebens­wei­se tra­gen wir lei­der oft unbe­wusst zum Insek­ten­ster­ben bei.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Nein.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Kei­ne. Aber natür­lich ist es eine Defi­ni­ti­ons­fra­ge, was man unter Dro­gen versteht.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Juli­et­te Binoche.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Cir­ca 60, von denen ich nur weni­ge regel­mä­ßig nut­ze, am meis­ten wohl den Bahn­na­vi­ga­tor und die Wetterapp.

Was braucht ein gutes Museum?

Wir arbei­ten als Muse­en für die Öffent­lich­keit und daher brau­chen wir alle Men­schen, die Inter­es­se haben, sich ein­zu­brin­gen und unse­re Ange­bo­te wahr­zu­neh­men. Wir brau­chen kla­re Zie­le und Hal­tun­gen, die in unse­re Stra­te­gie ein­flie­ßen. Dazu benö­ti­gen wir kom­pe­ten­te, enga­gier­te und genü­gend Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die klu­ge Kon­zep­te ent­wi­ckeln und umset­zen. Außer­dem einen inter­es­san­ten Bestand mit mög­lichst kla­ren Schwer­punk­ten und attrak­ti­ve Aus­stel­lungs­flä­chen. Wich­tig ist auch eine funk­tio­nie­ren­de tech­ni­sche Infra­struk­tur, wie zum Bei­spiel Depot­flä­chen mit den not­wen­di­gen kon­ser­va­to­ri­schen Bedin­gun­gen oder die digi­ta­le Infra­struk­tur. Und nicht zuletzt benö­ti­gen Muse­en ein gutes Mar­ke­ting, um die Men­schen auch zu erreichen.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Das habe ich vergessen.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Gerech­tig­keit.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Ich ver­brin­ge ihn ent­spannt mit den Men­schen, die ich liebe.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Ver­schwö­rungs­theo­rien.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Geräu­sche der Natur, das Zwit­schern der Vögel, Wind oder auch ein pras­seln­der Regen. Oder Kla­vier­mu­sik. Oh, wie kitschig…

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Nicht alles wie­der­zu­käu­en, was gera­de en vogue ist.

Wovor haben Sie Angst?

Spin­nen.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Dar­an kann ich mich nicht erinnern…

Was war der schöns­te Moment Ihres bis­he­ri­gen Berufswegs?

Es gibt vie­le schö­ne Momen­te. Am schöns­ten ist es, wenn man gera­de in einem krea­ti­ven (Denk-) Pro­zess gemein­sam mit ande­ren steckt. Und natür­lich der Moment, wenn etwas lan­ge über­leg­tes und geplan­tes wie eine Aus­stel­lung sicht­bar wird für alle.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Auf einen Neu­an­fang wie hier in Bam­berg kann man sich schlecht vor­be­rei­ten, es gibt ein­fach zu vie­le Unbe­kann­te. Aber es hat gut funktioniert.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Nein. Dass ich etwas Wich­ti­ges ver­ges­se zu berück­sich­ti­gen oder Auf­ga­ben nicht recht­zei­tig erle­di­gen kann, das beschäf­tigt mich schon manch­mal nachts.

Mit wel­cher gro­ßen Künstlerin/​welchem gro­ßen Künst­ler kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Sal­va­dor Dalí.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Schwach­sinn!

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Ich bin manch­mal zu ehrlich.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Empa­thie.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Feh­ler, die als sol­che erkannt werden.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Wenn ich weni­ger schaf­fe, als ich mir vor­neh­me, was lei­der öfter der Fall ist.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Per­pe­tu­um mobile.

Haben Sie ein Vorbild?

Vie­le.

Wofür sind Sie dankbar?

Für die wun­der­ba­re Kind­heit, die ich dank mei­ner Eltern erle­ben durfte.

Was lesen Sie gerade?

Stein­eckes Bio­gra­phie E.T.A. Hoffmanns.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

Kul­tur ist zu reich und viel­fäl­tig, als dass ich ein aus­ge­spro­che­nes Lieb­lings­werk hät­te. Momen­tan sind zum Bei­spiel Beet­ho­vens Kla­vier­so­na­ten bei mir mal wie­der sehr beliebt.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Ich lese Bücher nicht zuen­de, wenn ich das Gefühl habe, ich weiß, wor­auf es hin­aus läuft, und es kommt nichts sub­stan­ti­ell neu­es mehr.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Das ver­ra­te ich nicht.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Das FDJ-Hemd.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Das Wesen von Small­talk ist ja, dass es sich aus der Situa­ti­on ergibt.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Mei­nen Sohn.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Zechen war frü­her… grund­sätz­lich aber gern mit Men­schen, die mir sym­pa­thisch sind und mit denen man sich ver­nünf­tig unter­hal­ten kann.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Phi­lo­so­phie.

Was fin­den Sie langweilig?

Mit­tel­mä­ßi­ge bezie­hungs­wei­se belie­bi­ge zeit­ge­nös­si­sche Kunst.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen zu gehen?

Rechts­rock oder schlech­ter „Schram­mel­punk“.

Wie wür­de die Kris­tin Kne­bel von vor zehn Jah­ren auf die Kris­tin Kne­bel von heu­te reagieren?

Amü­siert.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Die Natur.

Ich kann nicht leben ohne…

Lie­be.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Unge­rech­tig­kei­ten live mit­zu­er­le­ben, gegen die man nichts tun kann oder sich ohn­mäch­tig fühlt.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Kei­ne Ahnung.

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Soviel gibt es über mich nicht zu lesen.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Dass immer alles anders kommt als man denkt.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Ein Glas tro­cke­nen Weiß­wein bitte.

Dr. Kris­tin Kne­bel,
Okto­ber 2022.
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