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Stadtecho Fragebogen

Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt – Dr. Kris­tin Kne­bel antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Dr. Kris­tin Kne­bel die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist seit Anfang des Jah­res Direk­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg.
Frau Kne­bel, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Pan­de­mie verändert?

5.

Wie sieht Ihr Fazit nach bald einem Jahr als Direk­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg aus?

Bam­berg hat mich sehr herz­lich emp­fan­gen. Es gibt sehr viel zu tun, um die Muse­en für die Zukunft so auf­zu­stel­len, wie es sich für eine Welt­erbe- und Kul­tur­stadt gebührt. Bis­her habe ich dafür sehr viel Ver­ständ­nis gefun­den und hof­fe, dass die­se Anstren­gun­gen gemein­sam mit der Ver­wal­tung und der Poli­tik gelin­gen werden.

Was mögen Sie an Ihrer neu­en Stel­le beson­ders, was nicht so sehr?

Die Arbeit mit einem krea­ti­ven und moti­vier­ten Team macht mir sehr viel Spaß. Schwie­rig ist die (noch) unzu­rei­chen­de Infrastruktur.

Wie weit haben Sie sich in der Stadt schon eingelebt?

Sehr gut.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ja, im Prin­zip schon. Momen­tan fehlt es mir an Zeit und Gele­gen­heit für Fahr­rad­tou­ren. Mein Haupt­trans­port­mit­tel ist die Bahn und inner­städ­tisch gehe ich viel zu Fuß.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Wer zahlt schon gern Gebüh­ren? Ich hal­te öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk für sehr wich­tig, das Finan­zie­rungs­sys­tem soll­te aber refor­miert werden.

Töten Sie Insekten?

Bewusst nur im äußers­ten Not­fall, durch unse­re Lebens­wei­se tra­gen wir lei­der oft unbe­wusst zum Insek­ten­ster­ben bei.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Nein.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Kei­ne. Aber natür­lich ist es eine Defi­ni­ti­ons­fra­ge, was man unter Dro­gen versteht.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Juli­et­te Binoche.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Cir­ca 60, von denen ich nur weni­ge regel­mä­ßig nut­ze, am meis­ten wohl den Bahn­na­vi­ga­tor und die Wetterapp.

Was braucht ein gutes Museum?

Wir arbei­ten als Muse­en für die Öffent­lich­keit und daher brau­chen wir alle Men­schen, die Inter­es­se haben, sich ein­zu­brin­gen und unse­re Ange­bo­te wahr­zu­neh­men. Wir brau­chen kla­re Zie­le und Hal­tun­gen, die in unse­re Stra­te­gie ein­flie­ßen. Dazu benö­ti­gen wir kom­pe­ten­te, enga­gier­te und genü­gend Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die klu­ge Kon­zep­te ent­wi­ckeln und umset­zen. Außer­dem einen inter­es­san­ten Bestand mit mög­lichst kla­ren Schwer­punk­ten und attrak­ti­ve Aus­stel­lungs­flä­chen. Wich­tig ist auch eine funk­tio­nie­ren­de tech­ni­sche Infra­struk­tur, wie zum Bei­spiel Depot­flä­chen mit den not­wen­di­gen kon­ser­va­to­ri­schen Bedin­gun­gen oder die digi­ta­le Infra­struk­tur. Und nicht zuletzt benö­ti­gen Muse­en ein gutes Mar­ke­ting, um die Men­schen auch zu erreichen.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Das habe ich vergessen.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Gerech­tig­keit.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Ich ver­brin­ge ihn ent­spannt mit den Men­schen, die ich liebe.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Ver­schwö­rungs­theo­rien.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Geräu­sche der Natur, das Zwit­schern der Vögel, Wind oder auch ein pras­seln­der Regen. Oder Kla­vier­mu­sik. Oh, wie kitschig…

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Nicht alles wie­der­zu­käu­en, was gera­de en vogue ist.

Wovor haben Sie Angst?

Spin­nen.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Dar­an kann ich mich nicht erinnern…

Was war der schöns­te Moment Ihres bis­he­ri­gen Berufswegs?

Es gibt vie­le schö­ne Momen­te. Am schöns­ten ist es, wenn man gera­de in einem krea­ti­ven (Denk-) Pro­zess gemein­sam mit ande­ren steckt. Und natür­lich der Moment, wenn etwas lan­ge über­leg­tes und geplan­tes wie eine Aus­stel­lung sicht­bar wird für alle.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Auf einen Neu­an­fang wie hier in Bam­berg kann man sich schlecht vor­be­rei­ten, es gibt ein­fach zu vie­le Unbe­kann­te. Aber es hat gut funktioniert.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Nein. Dass ich etwas Wich­ti­ges ver­ges­se zu berück­sich­ti­gen oder Auf­ga­ben nicht recht­zei­tig erle­di­gen kann, das beschäf­tigt mich schon manch­mal nachts.

Mit wel­cher gro­ßen Künstlerin/​welchem gro­ßen Künst­ler kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Sal­va­dor Dalí.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Schwach­sinn!

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Ich bin manch­mal zu ehrlich.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Empa­thie.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Feh­ler, die als sol­che erkannt werden.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Wenn ich weni­ger schaf­fe, als ich mir vor­neh­me, was lei­der öfter der Fall ist.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Per­pe­tu­um mobile.

Haben Sie ein Vorbild?

Vie­le.

Wofür sind Sie dankbar?

Für die wun­der­ba­re Kind­heit, die ich dank mei­ner Eltern erle­ben durfte.

Was lesen Sie gerade?

Stein­eckes Bio­gra­phie E.T.A. Hoffmanns.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

Kul­tur ist zu reich und viel­fäl­tig, als dass ich ein aus­ge­spro­che­nes Lieb­lings­werk hät­te. Momen­tan sind zum Bei­spiel Beet­ho­vens Kla­vier­so­na­ten bei mir mal wie­der sehr beliebt.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Ich lese Bücher nicht zuen­de, wenn ich das Gefühl habe, ich weiß, wor­auf es hin­aus läuft, und es kommt nichts sub­stan­ti­ell neu­es mehr.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Das ver­ra­te ich nicht.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Das FDJ-Hemd.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Das Wesen von Small­talk ist ja, dass es sich aus der Situa­ti­on ergibt.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Mei­nen Sohn.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Zechen war frü­her… grund­sätz­lich aber gern mit Men­schen, die mir sym­pa­thisch sind und mit denen man sich ver­nünf­tig unter­hal­ten kann.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Phi­lo­so­phie.

Was fin­den Sie langweilig?

Mit­tel­mä­ßi­ge bezie­hungs­wei­se belie­bi­ge zeit­ge­nös­si­sche Kunst.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen zu gehen?

Rechts­rock oder schlech­ter „Schram­mel­punk“.

Wie wür­de die Kris­tin Kne­bel von vor zehn Jah­ren auf die Kris­tin Kne­bel von heu­te reagieren?

Amü­siert.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Die Natur.

Ich kann nicht leben ohne…

Lie­be.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Unge­rech­tig­kei­ten live mit­zu­er­le­ben, gegen die man nichts tun kann oder sich ohn­mäch­tig fühlt.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Kei­ne Ahnung.

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Soviel gibt es über mich nicht zu lesen.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Dass immer alles anders kommt als man denkt.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Ein Glas tro­cke­nen Weiß­wein bitte.

Dr. Kris­tin Kne­bel,
Okto­ber 2022.

Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Robert Bartsch antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Robert Bartsch die Fra­gen beant­wor­tet. Er ist Grün­der und Lei­ter des inklu­si­ven För­der­krei­ses gool­kids und Mit-Orga­ni­sa­tor von Host-Town Bamberg.
Herr Bartsch, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

3 bis 4: Es ist lei­der schwie­ri­ger gewor­den, Begeg­nun­gen ein­fach aus der Hüf­te her­aus zu erle­ben. Per­sön­lich hat­te ich nie irgend­wel­che Symptome.

Wie weit ist Bam­berg in Sachen Inklu­si­on, was muss noch bes­ser werden?

Bam­berg bie­tet an sich eine gute Basis. Eine koope­ra­ti­ve Lebens­hil­fe sowie ein Behin­der­ten­bei­rat bie­ten gute Ansät­ze, um Lösun­gen für geleb­te Inklu­si­on auf­zu­bau­en. Doch ste­hen wir dabei noch sehr am Anfang. Unse­re Teil­nah­me als Host-Town 2023 bei Spe­cial Olym­pics ist ein sehr guter Schritt für die gan­ze Regi­on Bam­berg. Mit Hil­fe die­ses Events könn­ten nach­hal­ti­ge Struk­tu­ren und Ideen auf den Weg gebracht wer­den. Nur muss es dann gera­de auch von allen Schreib­ti­schen in der Ver­wal­tung gelebt und umge­setzt wer­den, damit die Gesell­schaft mit­zie­hen kann.

Was hat eine Stadt von Inklusion?

Ein grö­ße­res Mit­ein­an­der zwi­schen allen Tei­len der Bevöl­ke­rung. Inklu­si­on = TEILHABE für ALLE. Wenn alle Men­schen dabei sein dür­fen, ent­wi­ckeln sich auto­ma­tisch viel mehr Gemein­sam­kei­ten und weni­ger Streit und Miss­gunst. Eine tole­ran­te Gesell­schaft ent­steht und wächst durch Empa­thie und Offen­heit. Inklu­si­on oder Teil­ha­be ist ein wirk­sa­mer Schlüs­sel dafür.

Bam­berg wird 2023 Host Town einer Dele­ga­ti­on der Spe­cial Olym­pics World Games Ber­lin 2023. Was muss hier bis dahin noch getan wer­den oder ist schon alles bereit für die Delegation?

Mit dem Orga­ni­sa­ti­ons­team „Initia­ti­ve Teil­ha­be“ wur­de eine ers­te Basis geschaf­fen, mit der auch die Bewer­bung erfolg­reich gelang. Die­ses Team braucht nun wei­te­re Unter­stüt­zer, Hel­fer und auch Macher, die mit anpa­cken und gestal­ten wol­len. Die neue Web­sei­te www.bamberg-liebt-inklusion.de soll mit­hel­fen, Inklu­si­on brei­ter in die Gesell­schaft zu tra­gen. Doch dazu braucht es auch hier Hel­fer, aber auch Fach­kräf­te in vie­len Berei­chen, bis hin zu Orga­ni­sa­ti­ons­ta­len­ten oder auch IT- und letzt­lich Mar­ke­ting-Fach­leu­te. Und ganz beson­ders brau­chen wir vie­le Vol­un­te­ers, die unse­re Rei­se zur Teil­ha­be über 2023 hin­aus beglei­ten wol­len. Denn: Es geht uns um weit mehr als nur den Besuch der Ath­le­ten aus Bah­rain. Es geht um das zukünf­ti­ge Leben als eine fai­re Gemeinschaft.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Klar, soweit es mei­ne Gesund­heit erlaubt.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Zum Glück bin ich befreit. Doch ger­ne wür­de ich es nicht zah­len, weil man mit den Gel­dern der Bür­ger viel zu groß­zü­gig han­tiert. Aber eine unab­hän­gi­ge Medi­en­welt ist zwin­gend not­wen­dig, zu der zum Glück auch die regio­na­len, pri­va­ten Medi­en gehören.

Töten Sie Insekten?

Nein.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­cher Schau­spie­ler soll­te Sie spielen?

Es müss­te schon ein Publi­kums­ma­gnet sein, damit das über­haupt Jemand sehen will, haha. Pas­send wäre Tom Hanks, so wie er in „For­rest Gump“ trotz Han­di­cap nie aufgab.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Es war wohl die Gold­me­dail­le unse­rer Roll­stuhl­sprin­te­rin Lena in Ber­lin. Ich hat­te sie eigent­lich nur als Vor­be­rei­tung für die gro­ße 400 Meter-Stre­cke auch über 100 Meter angemeldet.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Dass unser Weg in Rich­tung mehr Inklu­si­on = Teil­ha­be sehr nach­hal­tig bei allen Men­schen ankommt.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Mit lie­ben Freun­den früh­stü­cken, Kaf­fee trin­ken, lachen und spä­ter auf einen Kel­ler gehen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Die schlech­te Bericht­erstat­tung über Inklu­si­ons­sport sowohl bei den Euro­pean Cham­pions­hips als auch das gerin­ge Mit­wir­kung öffent­lich-recht­li­cher Sen­der bei Spe­cial Olym­pics Ber­lin 2022.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Mee­res­rau­schen.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Mehr auf mei­ne Gesund­heit zu ach­ten und weni­ger Stress zu verursachen.

Wovor haben Sie Angst?

Zahn­arzt und schwe­re Krank­heit, aber vor allem der stei­gen­de Egoismus.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Ges­tern? Oder letz­te Woche? Vie­le net­te Begeg­nun­gen sind irgend­wie auch Flirt. Nur halt ohne Hintergedanken.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Vor rund 13 Jah­ren, als ich sehr sehr viel Mist gebaut hat­te. Die Leh­ren dar­aus hel­fen mir aber auch heu­te noch in vie­len Pha­sen. Vor allem um nicht mehr abzuheben.

Was war der schöns­te Moment Ihres lang­jäh­ri­gen Ein­sat­zes für Inklusion?

Schwie­rig, denn es gibt nicht DEN schöns­ten Moment. War es die rote Rose eines Sport­lers mit Tri­so­mie an unse­re Vor­sit­zen­de bei der Sie­ger­eh­rung vom MIT­ein­an­der-Cup? Oder waren es über­ra­schen­de Unter­stüt­zun­gen für unse­re Arbeit? Die Medail­le unse­rer Inklu­si­ons-Fuß­ball­mann­schaft in Ber­lin? Es sind ein­fach so vie­le sol­cher Momen­te, dass ich stän­dig posi­tiv geflasht wer­de. Inklu­si­on ist ein­fach Spaß mit und durch Menschen.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Ein Roll­stuhl­fah­rer stran­det am Bahn­hof vor einem defek­ten Aufzug.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Ver­damm­ter Mist.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Beim Mau­er­fall – direkt vor Ort.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Wenn es um mei­ne Her­zensthe­men (Inklu­si­on und gool­kids) geht, kann ich mei­nen Rede­schwall nicht immer brem­sen. Und es dreht sich bei mir zu 80 Pro­zent wohl eher immer darum…

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Wenn sie durch Enga­ge­ment und Lei­den­schaft passieren.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Ich kann und mag nicht aufgeben.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Har­mo­nie­be­dürf­tig, mit­füh­lend, hilfsbereit.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Manch­mal bin ich lei­der etwas ungeduldig.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Einen Schal­ter für Frieden.

Haben Sie ein Vorbild?

Nicht direkt. Mich beein­dru­cken oder moti­vie­ren durch­aus eini­ge authen­ti­sche Men­schen, die sich ehr­lich für die Schwä­che­ren der Gesell­schaft engagieren.

Wofür sind Sie dankbar?

Dass ich mei­ne Visio­nen für Inklu­si­on umset­zen darf und star­ke Hel­fer gefun­den habe.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

„Mit dem Kühl­schrank durch Irland“, Foto­al­ben von unse­ren tol­len Begeg­nun­gen, „Ziem­lich bes­te Freunde“.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Spar­buch.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Moni­ka Mar­tin, weil ich sie und ihre Musik fas­zi­nie­rend finde.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Eine gift-grü­ne Cord­ho­se (von Mut­tern ausgesucht!).

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Sport und Urlaub.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Inklu­si­ons­tag in Baunach.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Katha­ri­na Böhm. Ich habe sie vor Jah­ren bei den Dreh­ar­bei­ten zur TV-Serie „Der König“ per­sön­lich ken­nen gelernt.

Wovon haben Sie kei­ne Ahnung?

Poli­tik und Mathematik.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

Jazz und Bierzeltlieder.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Die Höl­le gibt es nur im rea­len Leben. Wenn man zum Bei­spiel in einer extrem erdrü­cken­den (Gefühls-)Situation oder Lebens­la­ge nicht mehr ein oder aus weiß.

Wie wür­de der Robert Bartsch von vor zehn Jah­ren auf den Robert Bartsch von heu­te reagieren?

Alter Schwe­de… bist du verrückt?

Was fin­den Sie langweilig?

Alles Ober­fläch­li­che… und Mathematik.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Wenn selbst bes­te Ideen zuguns­ten der Men­schen von der Poli­tik oder Ver­wal­tung ein­fach igno­riert oder schwach gere­det wer­den. Noch schlim­mer ist, wenn Ideen vor­der­grün­dig gelobt wer­den und dann aus finan­zi­el­len oder poli­ti­schen Moti­ven dage­gen gear­bei­tet wird. Da nützt mir mein Stimm­recht alle vier Jah­re auch nichts mehr.

Ich kann nicht leben ohne…

Erd­bee­ren, Eis und Kaffee.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Mir ist die Kel­ler- und Brau­gast­stät­ten­welt in unse­rer Regi­on 1000 Mal lieber.

Stel­len Sie sich vor, Sie könn­ten wäh­len – was für ein Tier wären Sie gerne?

Wal oder Adler.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Inklu­si­on oder ech­te Teil­ha­be soll­ten ein leben­di­ger Bestand­teil unse­rer Gesell­schaft sein. Doch dafür braucht es lei­der noch eine sehr lan­ge Zeit und wesent­lich mehr Mit­ma­cher und Anschieber.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Alko­hol­frei­en Cock­tail … oder einen Kaffee.

Robert Bartsch, Sep­tem­ber 2022

Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt – Micha­el Hemm antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. In der August­aus­ga­be hat Micha­el Hemm die Fra­gen beant­wor­tet. Er ist Lei­ter der inklu­si­ven Kul­tur­werk­statt KUFA.
Herr Hemm, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

10, durch die Astra-Zene­ca Imp­fung kam es bei mir zu Erschöp­fungs­sym­pto­men, die durch eine Coro­na-Erkran­kung noch­mals ver­stärkt wur­den. Das hat mich fast ein Jahr lang voll­kom­men aus der Bahn gewor­fen. Zum Glück kommt die Ener­gie jetzt end­lich wie­der zurück.

Was mögen Sie an der Stel­le des Lei­ters der KUFA am meisten?

Dass man so viel Neu­es bewe­gen und vor­an­brin­gen kann. Ich bin ja auch Lei­ter der Offe­nen Behin­der­ten­ar­beit der Lebens­hil­fe Bam­berg e.V. Aus die­sem Ver­ant­wor­tungs­be­reich habe ich mit mei­nem Team den Fami­li­en­ent­las­ten­den Dienst, Akti­on-Bam­berg inklu­siv und als Her­zens­pro­jekt die KUFA als inklu­si­ves sozio­kul­tu­rel­les Zen­trum für Bam­berg entwickelt.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ja, dann wür­de ich viel öfter mit mei­nem Moun­tain­bike die Frän­ki­sche Schweiz und den Stei­ger­wald erkunden.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Ja, der Erhalt des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks ist wich­tig. Klar, die Qua­li­tät des Fern­seh­pro­gramms könn­te bes­ser sein, des­we­gen höre ich eher Radio, zum Bei­spiel den Deutschlandfunk.

Töten Sie Insekten?

Wenn, dann nur die Spin­nen in der Wohnung.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Auf kei­nen Fall.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Nach den Coro­na-Berüh­rungs­ver­bo­ten soll­te die Dro­ge Lie­be wie­der „lega­li­siert“ wer­den. Und mit Lie­be mei­ne ich vor allem mehr Umar­mun­gen und Berüh­run­gen im Umgang miteinander.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­cher Schau­spie­ler soll­te Sie spielen?

Jack Nichol­son.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Ich glau­be, so zehn und am meis­ten nut­ze ich Whats­App und Komoot.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Wie man durch eine Krank­heit die Kon­trol­le über sei­nen Kör­per und sein Leben voll­stän­dig ver­lie­ren kann.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Wie­der voll­kom­men gesund zu wer­den und zu bleiben.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Früh­stück mit einer schwä­bi­schen Lau­gen­bre­zel mit viel But­ter, vier Stun­den arbei­ten, mit Freun­den in der Frän­ki­schen Schweiz klet­tern, wan­dern oder radeln, danach Ein­kehr in eine Land­braue­rei und zum Abschluss ein schö­nes Kon­zert in der KUFA.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Über die ein­rich­tungs­be­zo­ge­ne Impfpflicht.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Ja, Kin­der­la­chen, bezie­hungs­wei­se Lachen über­haupt. Je lau­ter und län­ger umso besser.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Ab und zu gut essen gehen und dazu natür­lich einen lecke­ren frän­ki­schen Silvaner.

Wovor haben Sie Angst?

Vor dem zuneh­men­den Natio­na­lis­mus in Euro­pa und in der Welt. Unser Ziel ist doch die Menschengemeinschaft.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Ich glau­be, dass ich gar nicht flir­ten kann. Anja K., Johan­na H., San­dra R. und Rosi K. mei­nen, das stimmt nicht.

Wann hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Oh, das ist schon lan­ge her, als ich „Bil­det Ban­den“ auf eine Haus­wand gesprüht habe.

Was war Ihr schöns­ter KUFA-Moment?

Das war die Eröff­nungs­fei­er der KUFA im Herbst 2019 mit einem gro­ßen inklu­si­ven Kul­tur­pro­gramm und dem Stolz, dass wir es als Behin­der­ten­ein­rich­tung geschafft haben, ein inklu­si­ves sozio­kul­tu­rel­les Zen­trum in Bam­berg zu eröff­nen. Immer­hin gibt es die­ses Ziel für Bam­berg bereits seit der Beset­zung des alten E‑Werks 1981.

Wel­cher der am wenigs­ten Schönste?

Das war die Schlie­ßung der KUFA im März 2020 auf­grund des Corona-Pandemie.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Ja, dass die Stadt Bam­berg die not­wen­di­gen finan­zi­el­len För­de­run­gen für unse­re kom­mu­na­len Inklu­si­ons­pro­jek­te streicht.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Mist, Mist, Mist und dies ziem­lich laut und genau in die­ser Reihenfolge.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Bei dem von Fritz Teu­fel und vom Zen­tral­rat der umher­schwei­fen­den Haschre­bel­len orga­ni­sier­ten Knast-Camp in Ebrach, in des­sen Fol­ge das Bam­ber­ger Land­rats­amt erstürmt wur­de, das war 1969.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Dass ich vor lau­ter Unge­duld dem Gesprächs­part­ner ins Wort falle.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Feh­ler, die aus einem Enga­ge­ment her­aus ent­ste­hen, mit dem Ergeb­nis, dass man
wei­ter­macht.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Offen­heit und Mut zur Ver­än­de­rung mit einer klei­nen Pri­se Hartnäckigkeit.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Nicht nur Ideen zu haben, son­dern die­ses auch umzusetzen.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Mei­ne Ungeduld.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Metall­de­tek­tor-San­da­len, die sind super, da kann man beim Spa­zie­ren auf Schatz­su­che gehen. Die gibt’s wirklich!

Haben Sie ein Vorbild?

Hel­mut M. und Burk­hard V., zwei Män­ner mit Behin­de­rung, die ich schon seit 30 Jah­ren ken­ne und die mich immer wie­der mit ihrer Lebens­freu­de, Zufrie­den­heit und Feh­ler­freund­lich­keit begeistern.

Was lesen Sie gerade?

Anam Cara „Das Buch der kel­ti­schen Weisheit“.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Den Trip­le-Roman „Tri­lo­gie des lau­fen­den Schwach­sinns“ von Eck­hard Hen­scheid, obwohl das Buch eigent­lich bereits durch den Titel ein Meis­ter­werk ist.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

„Bet­ty Blue“ von Phil­ip­pe Dji­an, alle Plat­ten von den Doors, aber auch die Plat­te „Young Rebel Set“ von der Band Young Rebel Set, „Einer flog über das Kuckucks­nest“ von Miloš For­man, oder viel­leicht doch lie­ber „Das Leben ist schön“ von Rober­to Benig­ni. War­tet, ich neh­me „Bier­kampf“ von Her­bert Achternbusch.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Da kenn’ ich kei­ne Gna­de, ich höre alles offen und laut.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Als Jugend­li­cher habe ich eine gift­grü­ne Hose mit geblüm­ten Bor­den und knall­gel­bem Hemd getragen.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Wie schlecht der Tat­ort mal wie­der war.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Das fin­den mei­ne Freun­de jetzt nicht okay, aber ja, es ist Brit­ney Spears.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Von der Phy­sik. In mei­ner münd­li­chen Abitur­prü­fung wur­de ich gefragt, wie die Strom­lei­tun­gen funk­tio­nie­ren. Die ein­zi­ge was ich sagen konn­te war: „do derf ma net no lan­ga“, ich bin Schwa­be und habe mit die­ser Ant­wort mei­ne Abitur­prü­fung bestanden.

Was fin­den Sie langweilig?

Schiff fah­ren.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen zu gehen?

Tech­no und Elec­tro Musik.

Wie glau­ben Sie, wür­de der Micha­el Hemm von vor zehn Jah­ren auf den Micha­el Hemm von heu­te reagieren?

Jetzt wird’s Zeit, dass du mal ein wenig lang­sa­mer machst!

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Ja, die Macht­lo­sig­keit gegen­über Din­gen, die man erst mal nicht beein­flus­sen kann, wie Krieg oder den Klimawandel.

Sind Sie Tän­zer oder Steher?

Tän­zer.

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Dass er jetzt mit 60 end­lich gscheit gwor­da isch.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Dass Poli­ti­ker nicht nur von Inklu­si­on reden, son­dern end­lich Finan­zie­rungs­pro­gram­me auf­stel­len, damit Men­schen mit Behin­de­rung mit­ten unter uns leben können.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Einen Negro­ni.

Micha­el Hemm, Juli 2022.

Stadtecho-Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Katha­ri­na Brein­bau­er antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Katha­ri­na Brein­bau­er die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist die Lei­te­rin der Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge.
Frau Brein­bau­er, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Pan­de­mie verändert?

Ich hal­te es mit Unent­schlos­sen­heit: 5. Kaum zu sagen, was wohl pri­vat bahn­bre­chend anders gelau­fen wäre.

Was mögen Sie an Kurzfilmen?

Die Kür­ze, die Her­aus­for­de­rung, auf den Punkt zu kom­men. Viel­leicht auch, weil ich sel­ber dar­in so schlecht bin.

Was braucht ein guter Kurzfilm?

Selbst in der Kür­ze Tie­fe ver­mit­teln, zum Nach­den­ken anre­gen. Eine neue Per­spek­ti­ve, einen neu­en Blick, eine Geschich­te ver­mit­teln. Qua­si einen geis­ti­gen Raum auf­ma­chen und ein­rich­ten. Eigent­lich ist das nicht so viel anders als Lang­film, nur die Zeit – die lie­be Zeit! Die kommt eben beim Kurz­film als erschwe­ren­de Bedin­gung hinzu.

Wor­über wür­den Sie ger­ne selbst einen Kurz­film drehen?

Tat­säch­lich habe ich per­sön­lich kei­ner­lei Ambi­tio­nen, einen Kurz­film zu dre­hen, son­dern möch­te lie­ber noch ein paar Jah­re unser Fes­ti­val ver­an­stal­ten und ande­re Fes­ti­vals besu­chen gehen.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Mar­len Diekhoff.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

In Bam­berg fah­re ich eigent­lich täg­lich, bezie­hungs­wei­se jede Stre­cke mit dem Rad. Aber eine rich­ti­ge Fahr­rad­tour wäre die­sen Som­mer noch­mal schön.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Es gibt ärge­re Schmerzen.

Töten Sie Insekten?

Sel­ten absicht­lich. Und dann, um Schmer­zen bei mir oder ande­ren abzu­weh­ren. Ob Schmerz­ab­wehr den Insek­ten­tod recht­fer­tigt, könn­te man bestimmt aus­ufern­der debat­tie­ren, aber das möch­te ich an die­ser Stel­le nie­man­dem antun.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Lie­ber nicht.

Wel­che Dro­gen soll­ten lega­li­siert werden?

Uff. Ganz gene­rell fin­de ich ich Ver­bots­kul­tur und Pro­hi­bi­ti­on meist nicht so ziel­füh­rend, son­dern ver­drängt Uner­wünsch­tes nur aus dem Bewusst­sein /​aus dem öffent­li­chen Raum. Aber das The­ma hat natür­lich, wie alles ande­re auch, unend­lich viel Schattierungen.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Dan­ke für die Fra­ge. Minus 5, jetzt 26. Am meis­ten benut­ze ich inzwi­schen wie­der Mes­sen­ger­diens­te. Im Win­ter war die Cov­Pass-App zeit­wei­se die Nr. 1.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Posi­tiv über­rascht von net­ten uner­war­te­ten Ges­ten im Alltag.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Ein Gar­ten mit Hühnern.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Ich kann Zeit mit Leu­ten ver­brin­gen, die ich sehr gern habe. Das ist erst mal das Wich­tigs­te, schön ist es auch, wenn ein biss­chen Wind geht, die Son­ne nicht zu stark scheint und am Abend sag ich zu einem Glas Wein auch nicht Nein.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Mar­kan­tes Lachen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Immer wie­der über den Stel­len­wert von Kul­tur /​Sub­kul­tur. Und ganz banal über einen ver­spä­te­ten Zug.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Brie­fe schrei­ben und ver­sen­den, Mok­ka mit Kar­da­mom, ab und an die Rech­nung übernehmen.

Wovor haben Sie Angst?

Allein im Dunkeln.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Jeden Tag ein bisschen.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

1991: Die ers­ten Bam­ber­ger Kurzfilmtage.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

…Bam­berg. Fahr­rad. Licht… Das war kei­ne mei­ner per­sön­li­chen Sternstunden.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Gscheid­ha­ferl.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Nein sagen liegt mir nicht.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Jeden Feh­ler, der ehr­lich und ernst­haft ent­schul­digt wird.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Wel­che Laufbahn?

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Loya­li­tät. Und Ver­trau­en. Das geht Hand in Hand.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Da fragt man lie­ber mei­ne Freunde.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Muss der Stadtecho das wissen?

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Das Las­ten­rad!

Haben Sie ein Vorbild?

Mei­ne guten Freun­de haben alle Eigen­schaf­ten, die ich bewun­de­re. Ein Vor­bild, das gleich­zei­tig eine Per­son des öffent­li­chen Lebens ist, wäre Die­ter Wie­land. Er über­nahm 2020 die künst­le­ri­sche Paten­schaft für die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge und es war für mich eine gro­ße Ehre und Freu­de, den Mann per­sön­lich ken­nen­ler­nen zu dürfen.

Wofür sind Sie dankbar?

Einen guten Freund in mei­nem Leben zu haben.

Was lesen Sie gerade?

„Acht Ber­ge“ von Pao­lo Cognet­ti. Damit die Ant­wort län­ger Bestand hat: Buch­emp­feh­lun­gen von Herrn Heil­mann oder Fund­stü­cke aus dem Fundevogel.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

So wirk­lich immer­wäh­rend und auf ewig in Stein gemei­ßelt kann ich das nicht beant­wor­ten. Aber aus dem Bauch her­aus: Heming­way „A Moveab­le Feast“ und „Das flie­gen­de Klas­sen­zim­mer“ von Erich Käs­t­ner. Irgend­wie immer gehen Beat­les. Ein Kurz­film über eine tan­zen­de Goog­le Street View Kamera.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Der Turm.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

In der Hin­sicht hab ich nichts zu verheimlichen.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Die unge­sühn­tes­te war auf jeden Fall: Chucks im Win­ter, bei Schnee Eis und Regen.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Städ­ti­sche Grünanlagen.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Bewer­tungs­bö­gen der Sneak Pre­view im Odeonkino.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Die Nacht durch­ma­chen geht am bes­ten mit mei­nen liebs­ten Freun­den. Und zum Glück ist das nicht nur Wunsch­traum, son­dern kommt auch noch vor.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Umgang mit einer For­mat­kreis­sä­ge, das Pro­blem ist aber in Bear­bei­tung dank den enga­gier­ten Schrei­nern und Zim­me­rern bei uns in der Offe­nen Werkstatt.

Was fin­den Sie langweilig?

Small­talk über Unlust.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

Hele­ne Fischer und so weiter.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Ewi­ger Stillstand.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Katha­ri­na Brein­bau­er von vor zehn Jah­ren auf die heu­ti­ge Katha­ri­na Brein­bau­er reagieren?

Soll ich mich jung füh­len? Mit 15 hat­te ich auf jeden Fall ande­re Zukunfts­plä­ne und Bam­berg gehör­te nicht dazu.

Was war Ihr mie­ses­ter Auftritt?

Hof­fent­lich nicht die­ses Interview.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Im Berufs­ver­kehr U‑Bahn fah­ren. Wald­spa­zier­gän­ge. Nach­rich­ten lesen.

Ich kann nicht leben ohne…

Gute Freun­de, die mir mei­ne Unzu­läng­lich­kei­ten verzeihen.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

In Bam­berg? Soll­te mal einer aufmachen…

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Kommt ganz auf die Beglei­tung an.

Stel­len Sie sich vor, Sie könn­ten wäh­len – was für ein Tier wären Sie gerne?

Eine Ele­fan­ten­kuh.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

„Hat jemand mein Han­dy gese­hen?“, wahl­wei­se auch Schlüs­sel oder Portemonnaie.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Spe­zi U.


Katha­ri­na Brein­bau­er, Juni 2022.

Das Stadtecho fragt

Ali­na Acht­zi­ger antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Ali­na Acht­zi­ger die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist seit drei Mona­ten Stadt­rä­tin für Die PARTEI.
Frau Acht­zi­ger, auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

6,9.

Was mögen Sie an Politik?

Dass sie eigent­lich das Poten­ti­al birgt, das Leben aller Men­schen bes­ser zu machen.

Was braucht gute Politik?

Mehr Men­schen, die aus eige­ner Betrof­fen­heit her­aus die Moti­va­ti­on haben, Zustän­de zu ändern. Ja, das will kei­ner mehr hören, aber dass eine Poli­tik, die von über­wie­gend alten, wei­ßen, rei­chen und auch sonst in jeder Hin­sicht pri­vi­le­gier­ten Män­nern gemacht wird in den meis­ten Fäl­len auch nur deren Leben bes­ser macht, ist jetzt kei­ne sooo gro­ße Überraschung.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ja, wenn ich dabei nicht so oft dar­auf ach­ten müss­te, nicht über­fah­ren zu wer­den, weil es groß­zü­gig aus­ge­bau­te Rad­we­ge gibt. Aber am liebs­ten ist es mir sowie­so, wenn ich nir­gends hin muss.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Ich zah­le eigent­lich nichts ger­ne, aber damit ich mei­ne Infor­ma­tio­nen auch zukünf­tig nicht aus Tele­gram-Kanä­len und von irgend­wel­chen Absol­ven­ten der You­tube-Uni­ver­si­tät bezie­hen muss, ist es schon okay.

Töten Sie Insekten?

Nein, außer es ist Notwehr.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Das darf nur ich, und ich rau­che nicht.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Alle.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Rosa­lie Thomass.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

So unge­fähr 65, und ich benut­ze alle davon viel zu häufig.

Ist die Lüge ein legi­ti­mes Mit­tel in der Politik?

Für mich nicht, ich bin aber auch sehr schlecht im Lügen. Für alle mei­ner Kol­le­gys spre­che ich da aber natür­lich nicht.

Sie sind seit knapp zwei Mona­ten Stadt­rä­tin. Was brin­gen Sie im Stadt­rat ein, was vor­her fehlte?

Jugend­li­che Antriebslosigkeit.

Wel­ches Fazit zie­hen Sie bisher?

Kein beson­ders gutes, denn die Stadt­rats­sit­zun­gen sind lang­wei­lig und dau­ern ewig, weil vie­le Stadt­rä­tys mit wenig Ahnung sich kei­nes­falls davon abhal­ten las­sen, die­se Ahnungs­lo­sig­keit trotz­dem mög­lichst aus­führ­lich zur Schau zu stel­len. Und natür­lich hört jeder auch am liebs­ten sich selbst reden. Hier­durch wer­den Inhal­te bereits durch mei­ne Kol­le­gys effek­tiv über­wun­den und ich habe weni­ger zu tun.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Dass am ver­gan­ge­nen 8. Mai, nur 77 Jah­re nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs und der Befrei­ung Deutsch­lands vom NS-Regime, die meis­ten Men­schen dach­ten, es sei nur der Mut­ter­tag feiernswert.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Ein Ende der Aus­beu­tung von Men­schen und Tie­ren und eine gerech­te Welt.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Kei­ne Ter­mi­ne, aus­rei­chend Schlaf und ein Aus­flug ans Meer.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Über die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Unte­ren Brücke.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Der Regen, das Meer und mein Hund, wenn er schnarcht.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Vega­ne Ersatz­pro­duk­te und gutes Essen.

Wovor haben Sie Angst?

Dass die Welt so schlecht und unge­recht bleibt, wie sie ist. Dass der Kli­ma­wan­del uns gna­den­los dahin­rafft. Und dass mir in einer kom­men­den Stadt­rats­sit­zung ein Sitz­platz neben einer rech­ten Split­ter­par­tei zuge­wie­sen wird.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Gera­de eben.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Das letz­te Mal so rich­tig Ärger im Ham­ba­cher Forst, bei der Räu­mung 2018. Seit­her nur klei­ne­re Zwi­schen­fäl­le, aber ich bin ja auch weiß und blond und blauäugig.

Was war Ihr schöns­ter poli­ti­scher Moment?

Mei­ne Vereidigung.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Mei­ne Geburt.

Mit wel­cher gro­ßen Poli­ti­ke­rin oder wel­chem gro­ßen Poli­ti­ker kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Anders­rum wäre die Fra­ge wohl leich­ter zu beant­wor­ten, aber ich sage mal Horst Seehofer.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Ganz klas­sisch „Schei­ße“.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Ehr­lich gesagt bei kei­nem. Ich wür­de es prä­fe­rie­ren, wenn ich in mei­nem Leben nicht noch mehr his­to­ri­sche Ereig­nis­se durch­le­ben müss­te, es sei denn sie wen­den tat­säch­lich Din­ge zum Guten (Revo­lu­ti­on zum Beispiel).

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Ich pro­kras­ti­nie­re bis zum bit­te­ren Ende und kann ohne Druck nicht arbei­ten. Außer­dem habe ich die Kon­zen­tra­ti­ons­span­ne eines Goldfischs.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Rechen­feh­ler, dar­in bin ich auch nicht beson­ders gut.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Gerech­tig­keit.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Ein sehr aus­ge­präg­ter Gerechtigkeitssinn.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Mein mie­ses Zeit­ma­nage­ment und mei­ne völ­li­ge Unfä­hig­keit, mich zu Din­gen zu moti­vie­ren, die mich nicht interessieren.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Nichts. Etwas erfin­den stel­le ich mir ziem­lich stres­sig vor.

Wofür sind Sie dankbar?

Für mein Leben. Und für die Mög­lich­keit, mich für Din­ge ein­zu­set­zen, die mir wich­tig sind.

Was lesen Sie gerade?

„Vie­len Dank für das Leben“ von Sibyl­le Berg.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Die Gemein­de­ord­nung des Frei­staats Bayern.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

„Rumo und die Wun­der im Dun­keln“ von Wal­ter Moers, „Jazz ist anders“ von den Ärz­ten und „Leon – Der Profi“.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Schla­ger.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Mit 12 habe ich mal zu einem Län­der­spiel der deut­schen Frau­en­na­tio­nal­mann­schaft ein Out­fit in schwarz, rot, gelb getra­gen. Das habe ich trotz wenig Gespür für Mode seit­her nicht mehr an Geschmack­lo­sig­keit über­trof­fen, glau­be ich.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Sex, Femi­nis­mus und Poli­tik. Außer mein Gesprächs­part­ner ist ein kon­ser­va­ti­ver Mann, dann ist es mir lie­ber, er hält den Rand.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Mei­nen Hund.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Mit der Kaba­ret­tis­tin Tere­sa Reichl.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Steu­ern, Buch­hal­tung und Politik.

Was fin­den Sie langweilig?

Steu­ern, Buch­hal­tung und Politik.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

Ein Song von Frei.Wild, Böh­se Onkelz oder Konsorten.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Eine zwei­stün­di­ge Fahrt im Schie­nen­er­satz­ver­kehr mit einer Hor­de besof­fe­ner Hoo­li­gans und im Radio läuft Xavier Naidoo.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Ein Berg auf jeden Fall.

Ich kann nicht leben ohne…

Wahr­schein­lich kann ich ohne vie­les leben. Aber ich möch­te nicht ohne mei­nen Hund.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Ali­na Acht­zi­ger von vor zehn Jah­ren auf die Ali­na Acht­zi­ger von heu­te reagieren?

Ich fän­de mich wahr­schein­lich ziem­lich cool.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Ich kann mich an die meis­ten mei­ner Club­be­su­che nicht beson­ders gut erin­nern, daher kann ich da kei­ne Emp­feh­lung aussprechen.

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Das kommt auf die Musik und den Alko­hol­pe­gel an, meis­tens Tän­ze­rin – lei­der aus­ge­spro­chen schlecht.

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Jemand sag­te, ich sei ja nur eine links­ex­tre­me Schlam­pe aus der Gereuth und das ist natür­lich völ­li­ger Unsinn, denn ich kom­me aus Bamberg-Ost.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Mei­ne chro­ni­sche Unlust, irgend­was zu erle­di­gen, mit mei­nen Ambi­tio­nen, Din­ge zu bewe­gen, in Ein­klang zu brin­gen, wahrscheinlich.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Einen Mexi­ka­ner und einen Jäger­meis­ter-Ener­gy. Oder einen Orangensaft.

Ali­na Acht­zi­ger, Mai 2022.

Stadtecho Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Tho­mas Kamin­ski antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Tho­mas Kamin­ski die Fra­gen beant­wor­tet. Er ist Lei­ter der bei­den Bam­ber­ger Chö­re Mädels­abend und Männersache.
Auf einer Ska­la von 0 (gar nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

6.

Was braucht ein guter Chor?

Einen guten Lei­ter, der das Auf­tre­ten des Cho­res, das Mit­ein­an­der, spie­geln kann. Jemand, der in der Lage ist, adäquat zu reagie­ren, um den Chor zu moti­vie­ren, alte Mus­ter abzu­le­gen und Vor­schlä­ge best­mög­lich umzu­set­zen. Alle Mensch kön­nen sin­gen. Es braucht eben aber auch jeman­den, der ihnen das stän­dig wie­der klar macht. Das soll­te ein Lei­ter können.

Was mögen Sie am Chor­lei­ter­sein besonders?

Den Sound von vorn, das Zusam­men­klin­gen der Stim­men. Wenn wir unter der Brü­cke pro­ben, dann emp­feh­le ich allen Pas­san­ten, sich hin­ter mich zu stel­len, da man dort den vol­len Klang abbekommt.

Wor­in bestehen die grund­le­gen­den Unter­schie­de zwi­schen der Arbeit mit einem Frau­en­chor und mit einem Männerchor?

Den Bäs­sen kann ich sagen, sie sol­len bit­te „mit Eiern“ sin­gen. Das kann ich beim Frau­en­chor nicht bringen.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

In der Tat fah­re ich die meis­ten Stre­cken mit dem Rad. Für mein Equip­ment habe ich mir sogar einen zwei Meter lan­gen Anhän­ger fürs Fahr­rad gebaut.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Ich zah­le sie bereit­wil­lig, aber ich wür­de lie­ber nur dafür zah­len, was ich auch anschaue. Für den Fern­seh­gar­ten dür­fen gern ande­re zahlen.

Töten Sie Insekten?

Ja, ohne Ausnahme.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Nein.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Da ich selbst von Mari­hua­na Kopf­schmer­zen bekom­me, kon­su­mie­re ich kei­nes. Ich neh­me auch kei­ne ande­ren Dro­gen. Wegen mir kann es so blei­ben wie es ist.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­cher Schau­spie­ler soll­te Sie spielen?

Jack Black.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Die­ser blö­de Krieg in der Ukrai­ne soll end­lich auf­hö­ren. Die Coro­na-Maß­nah­men könn­ten lang­sam auch mal ein­heit­lich und strin­gent umge­setzt wer­den, mit einer ver­läss­li­chen Aus­sicht auf ein Ende.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Aus­schla­fen min­des­tens bis 8 Uhr. Früh­stück mit Oran­gen­saft und Ome­lett. Son­nen­schein. Ein Aus­flug oder wahl­wei­se vier Stun­den Sau­na. Aus­span­nen, net­te Gesprä­che. Abends ein paar Bier beim Grillen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Mein Las­ten­an­hän­ger, den ich selbst gebaut habe, hat sich auf­grund von Über­la­dung hin­ten etwas ver­bo­gen. Das hat­te ich nicht so vor­ge­se­hen. Frü­her war ich bei so etwas besorg­ter. Mitt­ler­wei­le kann ich gut damit umgehen.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Am Was­ser­sprud­ler. Nach­dem das CO2 ins Was­ser ein­ge­drun­gen ist und das „fertig“-Geräusch auf­ploppt, lie­be ich das Druck­aus­lass­ge­räusch, wenn man die Kam­mer durch dre­hen öff­net, um die Fla­sche dann herauszunehmen.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

In guten Restau­rants bestel­le ich nie à la car­te. Ich fra­ge immer beim Küchen­chef oder der Ser­vice­kraft nach deren Lieb­lings­ge­richt und bestel­le es dann, ohne zu wis­sen, was es ist. Das ist mein Luxus. Nicht zu wis­sen, was es gleich gibt, aber sich im Kla­ren zu sein, dass es das bes­te ist, weil gera­de jemand Lust hat­te, genau das zuzubereiten.

Wovor haben Sie Angst?

Ich fürch­te mich vorm Ster­ben, aber nicht vorm Tod.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Schwer zu sagen, da ich in fes­ten Hän­den bin.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Ich habe nach einer Chor­pro­be unter der Löwen­brü­cke mei­nen Laut­spre­cher lau­fen las­sen. Eigent­lich ist immer Punkt 10 Uhr Schluss und ich spre­che auch immer alle Leu­te mit Blue­tooth-Laut­spre­chern an, wenn sie um Mit­ter­nacht noch weit auf­ge­dreht damit durch die Stadt lau­fen. An dem Abend wur­de mein Laut­spre­cher kon­fis­ziert und ich bekam eine Anzei­ge. Pas­siert mir nicht wieder.

Was war Ihr schöns­ter Chormoment?

Die Ant­wort auf die­se Fra­ge wird jeden Mitt­woch und Don­ners­tag bei den Pro­ben mei­ner Chö­re neu for­mu­liert. Auf einen Moment beschränkt wahr­schein­lich der Tag, als ich die Män­ner­sa­che gegrün­det habe. Ich rech­ne­te mit vier Per­so­nen, aber es kamen 13. Von 13 neu­en Sän­gern kön­nen die meis­ten Män­ner­chö­re nur träumen.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn als Chor­lei­ter waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Die ers­te Hybrid­pro­be mit drei Mädels im Okto­ber 2020. Die Tech­nik war nicht abge­stimmt und ich habe hin und her gerödelt. Das Ergeb­nis konn­te sich aber eini­ger­ma­ßen hören lassen.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der vom Chor­lei­ter­sein handelt?

Nein, aber ich träu­me immer noch manch­mal von mei­ner Schul­zeit und der Fra­ge, wie ich über­haupt mein Abitur bestan­den habe.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

So eine verf… Sch…

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Der Mau­er­fall, den ich (Bau­jahr 1987) nicht aktiv mit­be­kom­men habe. Ich kom­me selbst aus den neu­en Bun­des­län­dern. Mein Vater durf­te auf­grund einer nicht gern gehör­ten Aus­sa­ge in der 8. Klas­se spä­ter nicht Zahn­me­di­zin stu­die­ren. Dass die­ses gan­ze Sys­tem in Anbe­tracht der Geschich­te fried­lich zu Fall gebracht wur­de, ist für mich bis heu­te unbegreiflich.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Ich las­se die Leu­te nicht aus­re­den und quat­sche immer rein.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Ver­trau­en.

Wofür sind Sie dankbar?

Ich bin für mei­ne Eltern dank­bar. Immer wenn irgend­was war, haben sie mich unter­stützt oder waren verständnisvoll.

Was lesen Sie gerade?

Ich lese nie, dabei wer­de ich immer müde.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Da gibt es eigent­lich nichts, was ich vor ande­ren ver­ber­gen würde.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Den Cam­ping­aus­bau mei­nes Sprinters.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Ich habe gemerkt, dass ich kör­per­lich gar nicht mehr in der Lage bin durch­zuzechen. Ich bin gar nicht so red­se­lig und mir gehen schnell die The­men aus. Es müss­te jemand sein, der die The­men anstößt, mich aber nicht volltextet.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Moto­ren repa­rie­ren, Ver­ga­ser einstellen.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

„Schnap­pi, das klei­ne Kro­ko­dil“ und alles von Hele­ne Fischer und Böh­se Onkelz.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Ein gro­ßes Gebäu­de, in dem jeder Raum ein Leh­rer­zim­mer ist.

Wie glau­ben Sie, wür­de der Tho­mas Kamin­ski von vor zehn Jah­ren auf den Tho­mas Kamin­ski von heu­te reagieren?

So kur­zes Haar?

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Ja, das gibt es in der Tat. Ich bin kei­ne exzel­len­ter Pia­nist. Ich wür­de mich als guten Kla­vier­spie­ler bezeich­nen. Ich weiß, dass es Men­schen gibt, die talen­tier­ter und auch tech­nisch bes­ser sind als ich. Das gibt mir hier und da das Gefühl, klein zu sein.

Ich kann nicht leben ohne…

Musik.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Als es den Tor­schus­ter in Bam­berg noch gab, war ich da sehr ger­ne, weil der Inha­ber aus­schließ­lich Schall­plat­ten abge­spielt hat.

Sind Sie Tän­zer oder Steher?

Tän­zer!

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Wahr­schein­lich mein Fitnessprogramm.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Der Kawenz­mann in Bam­berg hat­te mal einen Drink auf der Kar­te mit Namen „Tiki Revol­te“. Sehr lecker. Ansons­ten trin­ke ich momen­tan gern Rot­bier, ent­we­der das vom Bam­ber­ger Hof­bräu, gleich gefolgt von dem von BroBier.

Tho­mas Kamin­ski, März 2022.

Stadtecho Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt, Dia­na Linz antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Dia­na Linz die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist Geschäfts­füh­re­rin der bei­den Bam­ber­ger Kinos Licht­spiel und Odeon.
Frau Linz, auf einer Ska­la von 0 (über­haupt nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

7, das Pri­va­te wirkt zum Glück dem Pan­de­mie­t­ru­bel entgegen.

Was braucht ein gutes Kino?

Gutes Kino bie­tet den Raum, um sich ein­zu­las­sen. Im bes­ten Fal­le kommt man als Besucher*in nach zwei Stun­den ver­än­dert und mit neu­en Impul­sen aus dem Saal.

Was braucht ein guter Film?

Er muss mich berüh­ren, mich anre­gen – zum Dis­kurs oder zum Nach­le­sen, in ande­re Wel­ten ent­füh­ren und über den Tel­ler­rand bli­cken, infor­mie­ren, even­tu­ell pro­vo­zie­ren – am liebs­ten in schö­nen Bil­dern und per­fekt wäre es, wenn alles zusam­men eintritt!

Wel­chen Film fan­den Sie zuletzt toll, wel­cher hat Sie enttäuscht?

Rich­tig ermat­tet bin ich davon, dass vie­le Fil­me mitt­ler­wei­le zu lang sind. Vie­les könn­te geraff­ter erzählt wer­den. Oft hat man das Gefühl, ein hal­be Stun­de weni­ger hät­te dem Werk sogar getan. Ent­täuscht war ich zum Bei­spiel In letz­ter Zeit bei RESPECT, der Film­bio­gra­fie über Are­tha Fran­k­lin. Rich­tig toll fand ich den japa­ni­schen Osca­ran­wär­ter DRIVE MY CAR, obwohl er so lang ist…

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ich fah­re täg­lich, aber meist nur zur Arbeit. Defi­ni­tiv wür­de ich ger­ne mehr Zeit für Tou­ren haben.

Töten Sie Insekten?

Wenn ich von ihnen ange­grif­fen werde.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Auf kei­nen Fall!

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Mir per­sön­lich rei­chen Wein und gutes Essen.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Fran­ces McDormand.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Ich höre weder Radio, noch sehe ich fern. Ich wür­de natür­lich lie­ber zah­len, wenn man bei der Pro­gramm­aus­wahl ein Mit­spra­che­recht hätte.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Kei­ne Ahnung. Die Apps zur Kom­mu­ni­ka­ti­on. Geschäft­lich für Social Media und zum Banking.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Immer wie­der von unse­ren Kinogästen.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Ein Leben zu füh­ren, hin­ter dem ich ste­hen kann.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

In jedem Fall mit gelieb­ten Menschen.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Die Wert­schät­zung und Stel­lung von Kul­tur in den poli­ti­schen Pan­de­mie­de­bat­ten (vor allem auch 2G Plus in der Kul­tur – wäh­rend in allen ande­ren Berei­chen 2G aus­reich­te). Schließ­lich bezeich­net sich Deutsch­land doch als Kulturnation.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Regen­trop­fen an Schei­ben. Das Ent­kor­ken eines Wei­nes. Mee­res­rau­schen… Und: ger­ne auch mal Stille.

Wovor haben Sie Angst?

Vor Krieg und dem Zuwachs und Unter­wan­de­rung all­täg­li­cher Berei­che durch rech­te Ideologien.

Was war Ihr schöns­ter Kinomoment?

Die Span­nung und Erwar­tung wäh­rend das Saal­licht her­un­ter­ge­dimmt wird. Auch ger­ne das „Wie­der­erwa­chen-und-trotz­dem-noch-im-Film-ver­wei­len“ wäh­rend des Abspanns.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Jeden Tag ein wenig…

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Mit Charme funk­tio­niert alles irgend­wie… zudem geht alles vorbei!

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

In den Anfangs­jah­ren habe ich immer wie­der geträumt, dass ich eine 35mm-Kopie beim Umrol­len schrot­te und ich am Ende in einem ver­kno­te­ten Berg von Film­ma­te­ri­al stehe.

Mit wel­chem gro­ßen Film kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Oh – mit vie­len! Fan­gen wir mal an mit Mad Max, Star Wars, Mar­vel-Fil­me… Ich bin
nicht gemacht fürs gro­ße Hollywoodspektakel.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Blöd­bom­mel.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Natür­lich am 1. Novem­ber 1895 im Ber­li­ner Varie­té Win­ter­gar­ten, da gab es die ers­te öffent­li­che Film­vor­füh­rung Deutsch­lands, oder am 28. Dezem­ber des­sel­ben Jah­res im Salon am Pari­ser Bou­le­vard des Capu­ci­nes, als die Brü­der Lumiè­re das ers­te Kino der Welt eröff­ne­ten. Aber ich wäre auch ger­ne in den 1920er Jah­ren in die Bau­haus­aka­de­mie gegangen.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Wenn man ehr­lich und auf­recht im Umgang ist, fast alles.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Sehr knapp zu Ter­mi­nen zu erscheinen.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Mei­ne Begeisterungsfähigkeit.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Befin­de ich mich hier in einem Bewer­bungs­ge­spräch fürs Stadtecho?

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Ich wür­de ger­ne über­haupt mal was erfinden…

Wofür sind Sie dankbar?

Für Zeit mit allen Liebsten!

Was lesen Sie gerade?

„In der Män­ner-Repu­blik: Wie Frau­en die Poli­tik eroberten“.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Zuletzt wag­te ich wäh­rend des letz­ten Lock­downs einen erneu­ten Anlauf: Tho­mas Manns „Die Bud­den­brooks“, zum vier­ten Mal nicht über die ers­ten 50 Sei­ten hinausgekommen.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

Das kann ich so leicht nicht beant­wor­ten. Es gibt so viel Tol­les zu lesen, zu hören und zu sehen – je nach Stimmung.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Mode ist ein Lebens­ge­fühl. Ein­fach machen.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Film.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Den Ode­on-Schicht­plan für März.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Mit mei­nen Liebs­ten. Und den Coen-Brüdern…

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Autos, Fuß­ball.

Was fin­den Sie langweilig?

Steu­er­erklä­rung, Buchhaltung.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen zu gehen?

Natür­lich kommt jetzt, wie schon so oft an die­ser Stel­le, „Atem­los“ von Hele­ne Fischer. Aber ich gehe nicht in Bars, in denen das läuft!

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Qua­len erlei­den oder „Atem­los“ von Hele­ne Fischer hören.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Dia­na Linz von vor zehn Jah­ren auf die Dia­na Linz von heu­te reagieren?

„Hey Dia­na, Du hast Dich ja fast nicht verändert… ;)!“

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Auf einem Berg zu ste­hen und hin­ab zu blicken.

Ich kann nicht leben ohne…

Ich möch­te nicht… ohne mei­nen Partner.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

In Bam­berg fehlt der Mor­ph­club… Lei­der bin ich zu sel­ten im Jazz­club – aktu­ell auch geschlos­sen. Übel und gefähr­lich in Ham­burg, Clär­chen Ball­haus oder das Kater Blau in Berlin.

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Tän­ze­rin.

Stel­len Sie sich vor, Sie könn­ten wäh­len – was für ein Tier wären Sie gerne?

Ein Kra­ken.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Ich wür­de sagen vie­le, aber ich möch­te auch nicht alles in den Griff bekommen.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Tags­über ger­ne einen Ita­lie­ner – abends einen Cam­pa­ri Amalfi.

Dia­na Linz, Febru­ar 2022.

Stadtecho Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Caro­la Marie Schmidt antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Caro­la Marie Schmidt die Fra­gen beant­wor­tet. Seit Anfang 2021 ist die Kunst­his­to­ri­ke­rin und gebür­ti­ge Salz­bur­ge­rin die Lei­te­rin des Bam­ber­ger Diö­ze­san­mu­se­ums.
Auf einer Ska­la von 0 (über­haupt nicht) bis 10 (kom­plett): Wie hat sich Ihr Leben durch die Coro­na-Pan­de­mie verändert?

10, aber auch zum Positiven.

Was braucht gute Kunst?

Betrach­ter, die sich Zeit nehmen.

Was mögen Sie an Kunst besonders?

Dass sie bei jedem Men­schen ande­re Emo­tio­nen auslöst.

Was sind drei grund­le­gen­de kul­tu­rel­le Unter­schie­de zwi­schen Öster­reich und Deutschland?

Der Umgang mit Schnee und vor allem der „poli­ti­sche“ Stel­len­wert von öffent­li­chen Trans­port­mit­teln. Zum Bei­spiel kos­tet das Kli­ma­ti­cket für alle öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel in ganz Öster­reich rund 1000 Euro im Jahr. Aber auch die unter­schied­li­che Emo­tio­na­li­tät gleich­klin­gen­der Aus­drü­cke, zum Bei­spiel „Passt“ – im Gegen­satz zum Frän­ki­schen bedeu­tet es im Salz­bur­ge­ri­schen etwas posi­tiv Bestärkendes.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Noch öfter? Ich fah­re jeden Tag, aller­dings hät­te ich nichts dage­gen, jeweils noch län­ger zu radeln.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Qua­li­täts­me­di­en und guter Jour­na­lis­mus haben ihren berech­tig­ten Preis.

Töten Sie Insekten?

Nur, wenn sie mein Blut sau­gen wollen.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Nein, auch in kei­nem ande­ren Zim­mer mei­ner Wohnung.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Das soll­ten Exper­tin­nen und Exper­ten ent­schei­den, aber der Vor­teil der Steu­er­ein­nah­men für den Staat könn­te durch­aus inter­es­sant sein.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Uma Thur­man.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Und wel­che benut­zen Sie am meisten?

Mit allen Sys­tem­ap­pli­ka­tio­nen 60, am meis­ten benut­ze ich – neben dem Cov­Pass – Whats­App und Evangelizo.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Wie schlau mei­ne Nich­ten und Nef­fen sind.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Dass mir der Herr nicht das gibt, was ich mir wün­sche, son­dern das, was ich wirk­lich brauche.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Das hängt vom Ort und vom Anlass ab, er ist geprägt von Kunst, Sport, gutem Essen und berei­chern­den Begeg­nun­gen – pas­send zum geo­gra­phi­schen und inhalt­li­chen Umfeld.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Über mich selbst.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Eher zwei: das Knis­tern von Schnee und das Rie­seln von Wüs­ten­sand im leich­ten Wind.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Mein selbst­be­stimm­tes Leben emp­fin­de ich als Luxus.

Wovor haben Sie Angst?

Mein Gott­ver­trau­en bewahrt mich vor Angst, aber natür­lich habe ich Respekt.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

In Coro­na­zei­ten ist das gar nicht so einfach.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Mit der Exe­ku­ti­ve nicht, aller­dings hat­te ich 2015 in mei­ner ehren­amt­li­chen Tätig­keit mit ein­zel­nen weni­gen Poli­zis­tin­nen Dis­pu­te über den respekt­vol­len Umgang mit Flücht­lin­gen und Schutzsuchenden.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Auf das Blitz­licht­ge­wit­ter, das 2006 Ange­li­na Jolie und Brad Pitt in der ALBERTINA auslösten.

Mit wel­cher gro­ßen Künst­le­rin oder wel­chem gro­ßen Künst­ler kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Ganz ehr­lich, wenn man nichts mit bestimm­ter gro­ßer Kunst anfan­gen kann, hat man sich noch nicht aus­rei­chend mit ihr beschäftigt.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Ich schimp­fe, wenn über­haupt, in Fremd­spra­chen oder im Dia­lekt – das lässt sich hier nicht übersetzen.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis
wären Sie gern dabei gewesen?

Bei der (Habs­bur­ger) Wie­ner Dop­pel­hoch­zeit vom 22. Juli 1515, bei den poli­ti­schen Ver­hand­lun­gen und am liebs­ten natür­lich bei der Zere­mo­nie im Stephansdom.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Dass ich manch­mal in unpas­sen­den Momen­ten gelang­weilt dreinschaue.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Recht­schreib­feh­ler.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Demut – und dabei soll­te man nicht über­se­hen, dass dar­in auch das Wort Mut ent­hal­ten ist.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Begeis­te­rungs­fä­hig­keit.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Eine Uhr, die uns erin­nert, das Rich­ti­ge in jeder auch klei­nen Ent­schei­dung zu tun und zwar für die All­ge­mein­heit und nicht für das eige­ne Ego.

Haben Sie ein Vorbild?

Oh ja, das hängt vom Lebens­be­reich ab. Des­halb habe ich nicht nur eines. Für mich sind star­ke Per­sön­lich­kei­ten, die der Gesell­schaft etwas posi­ti­ves gebracht haben, vorbildlich

Wofür sind Sie dankbar?

Freun­de, Fami­lie, Gesund­heit, dass ich mich als Glücks­kind füh­len darf.

Was lesen Sie gerade?

„Spra­che und Sein“ von Kübra Gümüşay.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Den Kurz­kom­men­tar zum öster­rei­chi­schen Sexu­al­straf­recht – für die Art von Lek­tü­re bin ich zu zartbesaitet.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

„Oh, wie schön ist Pana­ma“ von Janosch, aber auch die Bibel, der Koran und den Tal­mud lese ich ger­ne. „Lon­don Cal­ling“ von The Clash und „Der Gei­ger des Jahr­hun­derts“ von Yehu­di Menu­hin sind Alben, wel­che ich immer hören kann. Bei Fil­men find ich „Der drit­te Mann“ von Carol Reed und „Lang lebe Ned Devi­ne!“ als Regie­de­büt von Kirk Jones sehenswert.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Ich höre die Musik, die mir gefällt, die muss mein Umfeld dann auch ertra­gen, ich habe kei­ne Heim­lich­kei­ten. Außer­dem braucht Musik nicht immer vol­le Laut­stär­ke – bis jetzt hat sich noch nie eine Nach­ba­rin oder ein Nach­bar beschwert.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Davor haben mich mei­ne Brü­der bewahrt.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Sport.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Eine Ski­pis­te.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Maria The­re­sia, Win­s­ton Chur­chill, Ste­phen Haw­king, Kama­la Harris.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Wür­de ich das wis­sen, soll­te ich das ändern.

Was fin­den Sie langweilig?

Men­schen ohne eige­nen Antrieb.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

„Atem­los durch die Nacht“ von Hele­ne Fischer.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

In die­sem Punkt sym­pa­thi­sie­re ich mit den Theo­lo­gin­nen und Theo­lo­gen, die die Exis­tenz der Höl­le verneinen.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Caro­la Marie Schmidt von vor zehn Jah­ren auf die heu­ti­ge Caro­la Marie Schmidt reagieren?

Sie wür­den sich gut verstehen.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Mit 1,87 Kör­per­grö­ße pas­siert mir das eher selten.

Ich kann nicht leben ohne…

… Bücher, Freund­schaf­ten und Sauerstoff.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

In jeder Stadt, in der man lebt, in den jeweils ange­sag­ten, auch wenn es so wie bei mir nur dazu dient, fest­zu­stel­len, dass man eigent­lich lie­ber in ein Kon­zert oder auf einen tol­len Ball gehe. Die Club­sze­ne sagt viel über den Geist einer Stadt aus.

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Tän­ze­rin.

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Dar­über schwei­ge ich.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Dass ich alle Pro­ble­me lösen möchte.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Gin Tonic, außer wenn der Gin wirk­lich gut ist, dann darf sich das Stadtecho das Tonic sparen.

Caro­la Marie Schmidt,
Lei­te­rin Diö­ze­san­mu­se­um,
Janu­ar 2022.

Stadtecho Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: Ali­ne Joers antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat Ali­ne Joers die Fra­gen beant­wor­tet. Sie ist Schau­spie­le­rin und der­zeit in Stü­cken des Thea­ters im Gärt­ner­vier­tel und von Musen­wun­der zu sehen.
Frau Joers, was braucht gutes Theater?

Ein gutes Team.

Was mögen Sie am Theater?

Ich mag es, wenn mich ein Thea­ter­abend mit­reißt und mich mit den Figu­ren mit­füh­len lässt. Das fin­de ich eine ganz wich­ti­ge Eigen­schaft vom Thea­ter, den Leu­ten Empa­thie, Mit­leid und Mit­ge­fühl wie­der näherzubringen.

Was braucht eine gute Schauspielerin?

Die Fähig­keit, Eitel­kei­ten und Befind­lich­kei­ten auf der Büh­ne aus­zu­blen­den und sich ganz der Rol­le hinzugeben.

Wel­che Art von Rol­le spie­len Sie am liebsten?

Rol­len, die berüh­ren, die beim Publi­kum etwas aus­lö­sen, sei es ein Lachen oder ein Tränchen.

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Ein Las­ten­rad wür­de ich ger­ne fah­ren. Ich spa­re noch.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Rech­nun­gen zu bezah­len ist nie so ein rich­tig schö­nes Gefühl. Aber Rund­funk­ge­büh­ren pas­sen schon.

Töten Sie Insekten?

Ich las­se töten.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Bäh, nee.
Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­che Schau­spie­le­rin soll­te Sie spielen?

Romy Schnei­der.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Viel zu vie­le. Whats­App ist im Dauereinsatz.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Von mei­ner Tochter.

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Dass mei­ne Toch­ter nicht unbe­dingt jeden Infekt aus der Kin­der­krip­pe mit nach Hau­se bringt und mit mei­nem Freund und mir teilt. Ansons­ten so Klei­nig­kei­ten wie das Ende der Pan­de­mie, Bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, die Kli­ma­kri­se bewältigen.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

Viel fri­sche Luft und kein Zeit­druck. Und dazu ein bis zwei Kaf­fee. Natür­lich in Gesell­schaft mei­ner Familie.

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Über unse­ren Kühl­schrank. Nach nicht mal zwei Jah­ren kaputt.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Hmm… Wind in den Bäu­men, eine Wein­fla­sche, die ent­korkt wird, Mee­res­rau­schen. Am bes­ten alles zusammen.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Mich ab und zu zurück­zu­zie­hen und mit mir allein zu sein.

Wovor haben Sie Angst?

Seit mein Kind auf der Welt ist, ist mei­ne größ­te Angst, dass ich irgend­wann mal nicht mehr für es da sein kann.

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Vor­hin. Mit mei­nem Freund.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Ich glaub mit 16 oder 17. Uner­laub­tes Lager­feu­er im Ber­li­ner Mauerpark.

Was war Ihr schöns­ter Bühnenmoment?

Es war der schöns­te und trau­rigs­te Moment zugleich: Mei­ne letz­te Vor­stel­lung im ETA Hoff­mann Thea­ter. Gemein­sam mit dem wun­der­vol­len Musi­ca-Viva Chor. In der letz­ten Sze­ne haben alle geweint. Es wur­de gesun­gen, es gab Blu­men. Es war sehr kit­schig. Und wun­der­schön. Und traurig.

Auf wel­chen Moment Ihrer Lauf­bahn waren Sie am schlech­tes­ten vorbereitet?

Als ich dach­te, ich hät­te am Abend eine Lesung. Dann kom­me ich ins Thea­ter und es heißt, nee nee heu­te Abend ist es kei­ne Lesung, heu­te macht ihr die Mono­lo­ge auswendig.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Oh ja! Eigent­lich ähn­lich wie die in der letz­ten Ant­wort beschrie­be­ne Sze­ne. Ich kom­me ins Thea­ter und es ist Pre­mie­re, aber ich weiß nicht, wel­ches Stück wir spie­len. Meis­tens fin­de ich dann auch den Weg auf die Büh­ne nicht und irre hin­ter Vor­hän­gen und in irgend­wel­chen Thea­ter­gän­gen umher.

Mit wel­cher gro­ßen Schau­spie­le­rin oder wel­chem gro­ßen Schau­spie­ler kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Tom Crui­se.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Dumm­beu­tel.

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Ich wäre gern mal auf einem Film­set der 30er oder 40er Jah­re gewesen.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Mein Freund sagt, mein Ordnungsfimmel.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Mei­ne Ungeduld.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Loya­li­tät.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Opti­mis­mus.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Eine Baby­ein­schlaf­au­to­ma­tik.

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Text­hän­ger.

Haben Sie ein Vorbild?

Men­schen, die mit Gelas­sen­heit und Ruhe durchs Leben gehen.

Wofür sind Sie dankbar?

Für mein Leben, mit allem was dazu gehört.

Was lesen Sie gerade?

Caro­lin Emcke „ Wie wir begehren“.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Ich habe mir den Titel nicht gemerkt. Es war eine Frau mit rotem Hut auf dem Cover.

Was ist Ihr Lieb­lings­buch, Lieb­lings­al­bum, Lieblingsfilm?

Das wech­selt stän­dig. Im Moment ist mein Lieblingsbuch„Unter Leu­ten“ von Juli Zeh, Lieb­lings­al­bum „Sear­ching for Wil­liam“ von Woods of Birn­am und Lieb­lings­film, da gibt es gibt vie­le. Sehr beein­druckt hat mich zum Bei­spiel „Sys­tem­spren­ger“.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Da gibt es nichts zu verheimlichen.

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Ich hat­te damals die­se Buf­fa­lo Pla­teau­schu­he. Die waren furchtbar.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Ein Schnell­test­ergeb­nis.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Thea­ter. Oder das Wet­ter. Das geht immer.

Mit wem wür­den Sie ger­ne eine Nacht durchzechen?

Mit der Dich­te­rin Mascha Kaléko.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Von Bit­coin und Kryp­to­wäh­rung und sowas.

Was fin­den Sie langweilig?

Steu­er­erklä­rung.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

„Atem­los“ von Hele­ne Fischer.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

Voll­kom­me­ne Einsamkeit.

Wie glau­ben Sie, wür­de die Ali­ne Joers von vor zehn Jah­ren auf die Ali­ne Joers von heu­te reagieren?

Ich glau­be, ganz zufrieden.

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Wenn ich zum Bei­spiel an die Kli­ma­kri­se den­ke, füh­le ich mich sehr klein und machtlos.

Ich kann nicht leben ohne…

…mei­ne Familie.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

In den Morph Club.. ach, halt, Moment.. geht ja nicht mehr.

Sind Sie Tän­ze­rin oder Steherin?

Unbe­dingt Tänzerin.

Was war die absur­des­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Dass ich ein armes Hascherl bin. Naja, also nicht ich, son­dern die Rol­le die ich gespielt habe.

Wel­ches Pro­blem wer­den Sie in die­sem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?

Ich habe ja hof­fent­lich noch ein paar Jah­re Zeit, Pro­ble­me in den Griff zu bekom­men. Da gebe ich jetzt noch nicht auf.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

Oh, da wür­de ich ein Wein­chen nehmen.

Ali­ne Joers, Dezem­ber 2021.

Stadtecho Fra­ge­bo­gen

Das Stadtecho fragt: David Saam antwortet

In jeder Aus­ga­be des Stadtechos legen wir einer Bam­ber­ger Per­sön­lich­keit einen Fra­ge­bo­gen vor. Dies­mal hat David Saam die Fra­gen beant­wor­tet. Er ist Musi­ker in meh­re­ren Bands, Mode­ra­tor und über­setzt Kin­der­bü­cher ins Frän­ki­sche. Eine Rol­le, die er sich beim Beant­wor­ten der Fra­gen wie es scheint bei­be­hal­ten hat.
David Saam, neben ande­ren Kul­tur­pro­jek­ten sind Sie Mit­glied in meh­re­ren Bands, zum Bei­spiel Kel­ler­kom­man­do. Woher neh­men Sie die Ener­gie, sich in allen mit der glei­chen Hin­ga­be ein­brin­gen zu können?

Ich mach hald gern vill under­schied­lichs Zeuch. Und wen­ni wos mach, dann gscheid und mid Herz­bluud. Ich konn ned annerschd. Und ezzer­la kummd des Dol­le an der Sach: Fraa­li schdeggi a Haufm Ener­gie nei in die Bro­jegg­de, obbä die grie­chi ja dob­beld und drei­fach wid­der zrügg. Des größ­de Bro­blem is hald die Zeid. Die langd mer ned, das­si immer alle Bro­jeg­de gleich­mä­ßich vor­an­brin­ga konn. Do mus­si mi scho fogus­si­ern. Zum Bei­spiel woär ich zwaa Monad im „Sams-Modus“, wo i des erschde Sams-Buch auf Fräng­gisch über­sedzd und als Hör­buch eiglesn hobb.

Was braucht eine gute Band?

Als Gwed­scher mus­si song: A Band ohne Akkor­de­on is nix gscheids! Und gene­rell fin­di, dass der Gru­uf bassn muss. Die Rhydh­mus-Segg­zi­on aus z.B. Bass, Schloch­zeuch und Gid­arrn lie­ferd die Basis. Wenn die ned mid­n­an­dä har­mo­ni­ern, donn konn sich der Gsang oschd­ren­ga, wie er mooch, do bringsd ka Danz­baa mehr zum Zug­gn und ka Hüfdn zum Schüd­deln. Höchsdns Köbbf vor lau­der Schdau­na, wos do alles ausänanderfliechd.

Was braucht gute Musik?

See­le!

Wür­den Sie ger­ne öfter Fahr­rad fahren?

Naa, Fohr­rood ned unbe­dingd. Obbä Schliddschuh­laafm, des dädi gern öfders machn.

Zah­len Sie gern Rundfunkgebühren?

Auf alla Fäll! Ich bin Fan vo die Öffendlich-Rechdlichn. Ned bloß als Kon­su­mend, aa als Mode­ra­dor. Ohne Rund­funk­ge­bühr hädds unser „Musik und Gsang aus Fran­ken“ im BR-Fern­se­hen vor kur­zem wohr­scheinds gor ned gegeebm.

Töten Sie Insekten?

Bloß wen­nis beim Blud­saugn erwisch.

Darf man in Ihrem Schlaf­zim­mer rauchen?

Is fei scho long kaa­ner mehr drauf kum­ma, mich des zu froong. On der Dür vom Schlof­zim­mer find si bis ezzer­la nuch ka Ver­bo­ds­schild­la. Hän­ger­di obbä auf, wen­ni wid­der öfders gfroochd wern sollerd.

Wel­che Dro­gen soll­ten Ihrer Mei­nung nach lega­li­siert werden?

Fräng­gischs Bier is zerm Glügg ja scho legool, des häd­di sunsd scho guud gfun­na, dass mers lega­li­sierd. Die Frooch is ehra, wos für Dro­gen ver­boodn ghö­rerdn. Do fallerdn mer scho a boä Biers­orddn ei.

Ihr Leben wird ver­filmt. Wel­cher Schau­spie­ler soll­te Sie spielen?

Der Felix Pielmeier.

Wie vie­le Apps sind auf Ihrem Smart­pho­ne? Wel­che benut­zen Sie am meisten?

Zuvill Äbbs senns auf alla Fäll. Wos ich fei echd gern mach mid mein Delle­fon: Delle­fo­ni­ern. Des hodd sowos Gom­mu­nig­ga­dii­fes. Selbsd wenns scho fasd aweng Redro is.

Wovon waren Sie zuletzt überrascht?

Vo der Frooch Num­mer 7, mit dem Schlofzimmer .

Was ist Ihr größ­ter Wunsch?

Durch des fräng­gi­sche Sams-Hör­buch sollerd mer denggn, das­si ezz a Wunsch-Schbe­zia­lisd bin. Also, ich däd mer a Sams mid blaue Wunsch­bünggd­la wün­schn. Nochädd­la häd­di ja glei vill mehra Wünsch frei und kön­nerd mer für die Leud, die’s braung kön­na, wos Guudes wünschn.

Wie sieht ein per­fek­ter Tag für Sie aus?

8 Uhr: Aufm Akkor­de­on und dem Har­mo­ni­um rum­glim­bern; 10 Uhr: An Dexd für den neu­esdn Kel­ler­kom­man­do-Song schreibm; 12 Uhr: Bibbi Lang­schdrumbf auf Fräng­gisch über­sedzn; 15:13 Uhr: Broob mid Box­ga­lopp und Kapel­le Rohr­frei; 18:05 Uhr: „Frän­kisch vor 7“ auf BR Hei­mat mode­ri­ern; 21 Uhr: A herr­lich wil­der Auf­dridd mid der mol­wa­nischn Gängs­der­bänd Rake­te Bang­kok, 23 Uhr: Absag­ger­seid­la mid lie­ba Leud

Wor­über haben Sie sich zuletzt geärgert?

Sicher ned über an Schdrof­zeddl. Do kon­ni mi ned aufreeng.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Des Glag­gern vo die Dasdn vo meim Akkordeon.

Wel­chen Luxus leis­ten Sie sich?

Hei­ßen Ost­block­pol­ka­punk mit „Rake­te Bang­kok“. Des wun­der­volls­de Hob­by, des­si mer vorsch­delln konn, is, in so aaner zau­ber­hafd ver­rüggdn Bänd zer schbilln.

Wovor haben Sie Angst?

Dass die Leud nim­mer auf Kon­zer­de kum­ma, walls denggn: „Dahamm aufm Sofa vorm Laif-Sdri­im is doch aa ned schlechd.“

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?

Is aweng her, woä obbä schö.

Wann und war­um hat­ten Sie zum letz­ten Mal Ärger mit der Polizei?

Is aa scho aweng her. Wie si’s für an Musig­ger ghörd, is bei an briifadn „Rake­te Bangkok“-Konzerdd die Boli­zei kum­ma weecher Ruhesch­dö­rung. Do hom­mer alles rich­dich gemachd ghobbd!

Was war Ihr schöns­ter Bühnenmoment?

Do gibbds fei scho eini­che. A orch schö­ner woä der do: Wie mer mid Box­ga­lopp a Mid­sing­kon­zerd vor dau­s­end Kin­nern in Herolds­bach gmachd homm und die Hal­le bei „Brid­schä­braad“ gebebd hodd.

Gibt es einen wie­der­keh­ren­den Alb­traum, der von Ihrem Beruf handelt?

Im Momend kehrd schdän­dich der Albd­raum wid­der, dass alle boä Monad die Kul­dur zurügg­schdeggn muss, wall scho wid­der a Coro­na­wel­le am Rolln is.

Was war Ihr mie­ses­ter Auftritt?

Der woä bei aaner „Come­dy­lounge“ in Würz­burch. Ich hobb die Num­mer erschd direggd vor­her gschri­im ghobbd und hobbs non­ni ver­in­ner­lichd ghobbd, so das­si alles durch­ä­n­an­der gebrachd hobb. Die Leud homm bloß verschdänd­nis­los gschaud und ka aan­zi­cher Widz hodd gezün­ded. Des woä den­den­zi­ell scho aweng bein­lich, mus­si soong.

Mit wel­chem gro­ßen Musi­ker kön­nen Sie gar nichts anfangen?

Der Flo­ri­an Sil­be­rei­sen is sdi­lis­disch ned unbe­dingd mei Das­sn Dee.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?

Dun­ner­keil!

Bei wel­chem his­to­ri­schen Ereig­nis wären Sie gern dabei gewesen?

Bei der Mas­der­schafd vom Glubb 1968.

Was ist Ihre schlech­tes­te Angewohnheit?

Des wer­ri grood in die Weld nausbosauna!

Wel­che Feh­ler ent­schul­di­gen Sie am ehesten?

Verschbie­ler beim Musiziern.

Ihre Lieb­lings­tu­gend?

Aweng a Gelassnheid.

Ihr Haupt­cha­rak­ter­zug?

Wel­d­of­fen­heid.

Was mögen Sie an sich gar nicht?

Vom Ding her bassds scho so.

Was hät­ten Sie ger­ne erfunden?

Den Punk.

Haben Sie ein Vorbild?

Ned direggd, naa.

Was lesen Sie gerade?

„Stern­stun­den der Mensch­heit“ vom Ste­fan Zweig. Und „Gräsch­kurs Frän­kisch“ vom Hel­mut Haberkamm.

Lieb­lings­buch, ‑album, ‑film?

A Buch, wos­si gern mooch: Arto Paa­si­lin­na „Der Sohn des Don­ner­got­tes“, a Bladdn, die i gern hörn du: Van Schelln „Schell­nbrin­ger“, an Film, den i gern amol wid­der oschaua möcherd: „Das Fest des Huh­nes“ von Wal­ter Wippersberg.

Wel­che Musik hören Sie nur heimlich?

Mid die „Hitz- und Glit­zer­boys“ hob­bi frü­her Musigg aus der „Schä­me­cke“ auf­g­leechd, also Musigg die mer si sunsd bloß heim­lich hörn draud. Obbä do homm sich alle mid­n­an­dä kol­legg­diif schä­ma und däzu danzn kön­na. Voll bein­lich, obbä so schöö! Kummd vor­bei, wenns wid­der mol soweid is, nochädd­la wiss­der Bscheid!

Was war Ihre größ­te Modesünde?

Haha, aus mei­ner Sichd hodd alles gebassd. Die annern Leud kön­nerdns aa annerschd sehng.

Was ist Ihr liebs­tes Smalltalk-Thema?

Zeuch und Woär.

Was zeigt das letz­te Foto, das Sie mit Ihrem Han­dy auf­ge­nom­men haben?

Die Kel­ler­kom­man­do-Kol­le­eng in knal­len­gen 80er-Johr-Aero­bic-Onzüüch beim Video­dreh für „Wo is denn die Musigg“.

Wovon haben Sie über­haupt kei­ne Ahnung?

Vo Che­mie.

Was fin­den Sie langweilig?

Wem­mer bloß in sein eigna Safd schmord und si ka bis­ser­la für Sachn ind­res­sierd, die annerschd senn, als mers selbsd gwohnd is.

Sie sind in einer Bar. Wel­ches Lied wür­de Sie dazu brin­gen, zu gehen?

„Baker Street“ vo Ger­ry Rafferty.

Was ist Ihre Vor­stel­lung von Hölle?

A Bar mit „Baker Street“ in Dauerschleifm.

Wie glau­ben Sie, wür­de der David Saam von zehn Jah­ren auf den David Saam von heu­te reagieren?

„Ach, schau o! Noja… Wor­um eigend­lich ned?“

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?

Do brau­chi bloß amol nauf die Schdern­la schaua und iich waaß, dass mer alla ned mehra wie a gla­ans Schieß­la im Uni­ver­sum senn.

Ich kann nicht leben ohne…

… mei Leudla.

In wel­chen Club soll­te man unbe­dingt mal gehen?

Nein Mor­ph­club hädd mer unbe­dingd mol geh solln! Die Lüggn is lei­der nie mehr gschlossn woän in Bam­berch. A schlim­mer Verlusd.

Sind Sie Tän­zer oder Steher?

Danzn is a Draum! Bloß manch­moll dan­zi lie­ber im Schdeh…

Was war die größ­te Unwahr­heit, die Sie je über sich gele­sen haben?

Das­si aus Herolds­BERG wär. Däbai bin­ni aus HeroldsBACH.

Das Stadtecho gibt eine Run­de aus. Was trin­ken Sie?

An fin­nischn Lagridzschnabbs!

David Saam, Novem­ber 2021.