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Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Arbeits­markt im Mai

Leich­te Früh­jahrs­be­le­bung kein Grund zum Aufatmen

Der baye­ri­sche Arbeits­markt befin­det sich aus Sicht der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. wei­ter­hin in einer her­aus­for­dern­den Lage. So wir­ken sich neben den kon­junk­tu­rel­len Belas­tun­gen durch den Iran-Krieg vor allem die struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me nega­tiv auf die Ein­stel­lungs­be­reit­schaft der Unter­neh­men aus.

„Zwar sorgt eine leich­te Früh­jahrs­be­le­bung für einen Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit und Bay­ern behält sei­ne Posi­ti­on als Land mit der nied­rigs­ten Arbeits­lo­sen­quo­te bei. Die Lage bleibt ins­ge­samt aber ange­spannt und die Unter­neh­men sind wei­ter­hin ver­un­si­chert“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt anläss­lich der ver­öf­fent­lich­ten Arbeits­markt­zah­len für Mai durch die Regio­nal­di­rek­ti­on Bay­ern der Bun­des­agen­tur für Arbeit (hier die Zah­len des Agen­tur­be­zirks Bam­berg-Coburg).

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Frei­staat sank im Mai sai­son­be­dingt auf 4,0 Pro­zent (Vor­mo­nat: 4,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig lag sie im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat immer noch um 0,1 Pro­zent­punk­te höher. „Das letz­te Mal, dass wir in Bay­ern im Mai eine Arbeits­lo­sen­quo­te von über vier Pro­zent hat­ten, war im Jahr 2010 – kurz nach der Finanz­kri­se. Ins­ge­samt ist die abso­lu­te Zahl an Arbeits­lo­sen seit dem Früh­jahr 2022 um über 100.000 gestie­gen. Gleich­zei­tig liegt die Zahl der offe­nen Stel­len um knapp 10 Pro­zent unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Das zeigt: Die Unter­neh­men hal­ten sich mit Neu­ein­stel­lun­gen wei­ter zurück. Für eine Ent­war­nung ist es zu früh“, fasst Bros­sardt die Lage zusammen.

Laut vbw bleibt die Situa­ti­on ernst. „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch auf den Weg zu brin­gen, und ande­rer­seits an den Sozi­al­part­ner, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten. Hier ste­hen auch die Gewerk­schaf­ten beson­ders in der Pflicht“, führt Bros­sardt aus und ergänzt: „Nach einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die der vbw stel­len die Arbeits­kos­ten für rund 28 Pro­zent der Unter­neh­men das größ­te Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar, und in glei­chem Umfang stel­len sie Geschäfts­mo­del­le in Fra­ge – bei­des zusam­men erhöht den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich. Das ist bedenk­lich. Wir müs­sen mit maß­vol­ler Ent­wick­lung beim Ent­gelt entgegensteuern.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im ers­ten Quar­tal 2026

Ex- und Impor­te zwar im Auf­wind, aber ver­schlech­ter­te Per­spek­ti­ven wegen Iran-Krieg

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te in den ers­ten drei Mona­ten 2026 Waren im Wert von rund 57,5 Mil­li­ar­den Euro, wie die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit­teilt. Das waren 1,9 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die Impor­te stie­gen von Janu­ar bis März die­ses Jah­res um 4,0 Pro­zent auf knapp 57,9 Mil­li­ar­den Euro.

Das Export­plus im ers­ten Quar­tal 2026 war vor allem dem kräf­ti­gen Anstieg von 8,5 Pro­zent im März zu ver­dan­ken. Das geht aus Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts her­vor, wel­che die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. aus­ge­wer­tet hat. Dazu erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt: „Der Anstieg der Aus­fuh­ren ist zwar erfreu­lich, gleich­zei­tig dür­fen die Zah­len nicht über­be­wer­tet wer­den. Der Iran-Krieg und sei­ne Fol­gen haben nicht nur zu mas­si­ven Stei­ge­run­gen der Ener­gie­kos­ten geführt, son­dern brin­gen die glo­ba­len Lie­fer­ket­ten durch­ein­an­der und schwä­chen damit die Welt­wirt­schaft.“ Die vbw gehe davon aus, dass sich die Aus­wir­kun­gen des Kon­flikts in den Zah­len der kom­men­den Mona­te nega­tiv nie­der­schla­gen wer­den. Bezeich­nend sei zudem, dass der Frei­staat im ers­ten Jah­res­vier­tel ein Han­dels­de­fi­zit von knapp 353 Mil­lio­nen Euro auf­weist, im Vor­jah­res­quar­tal habe es es noch einen Über­schuss von 827 Mil­lio­nen Euro gege­ben. „Das zeigt: Die schwie­ri­ge wirt­schaft­li­che Lage im In- und Aus­land geht an die Sub­stanz. Wir erwar­ten daher eine zügi­ge Eini­gung auf das von der Bun­des­re­gie­rung ver­spro­che­nes Reformpaket.“ 

Die Betrach­tung der wich­tigs­ten Export­märk­te ver­deut­licht die Rol­le Euro­pas als Sta­bi­li­täts­an­ker für den baye­ri­schen Export. „Die Aus­fuh­ren in unse­re EU-Part­ner­län­der stie­gen um fast zehn Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal. Nach Tsche­chi­en, Polen, Spa­ni­en und Ita­li­en gab es sogar zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten“, betont Bros­sardt und macht deut­lich: „Euro­pa stärkt die baye­ri­sche Wirt­schaft. Gleich­zei­tig kom­pen­siert es die Ein­bu­ßen aus dem Han­del mit unse­rem wich­tigs­ten Export­markt, den USA. Die Aus­fuh­ren dort­hin san­ken im Vor­jah­res­ver­gleich um knapp 19 Pro­zent. Fakt ist: In einer Welt der Umbrü­che und Kri­sen bleibt der euro­päi­sche Bin­nen­markt unse­re Lebens­ver­si­che­rung. Die­sen gilt es wei­ter zu ver­tie­fen.“ Die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na, dem größ­ten baye­ri­schen Han­dels­part­ner, stie­gen unter­durch­schnitt­lich um 1,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahresquartal.

Die Daten zu den wich­tigs­ten Export­gü­tern zei­gen ein gemisch­tes Bild: So stie­gen im ers­ten Quar­tal vor allem die Aus­fuh­ren im Elek­tro­be­reich zwi­schen vier und acht Pro­zent. Dabei han­del­te es sich um nach­rich­ten­tech­ni­sche Gerä­te sowie Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung. Die Expor­te von Pkw san­ken dage­gen um 12,6 Pro­zent. Dazu Bros­sardt: „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch in die Wege zu brin­gen, und ande­rer­seits an die Gewerk­schaf­ten, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten, da die­se ein gro­ßes Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar­stel­len und den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich erhöhen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Febru­ar 2026

Ein­fuh­ren stei­gen merk­lich an, Export­ent­wick­lung wei­ter schwach

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te im Febru­ar 2026 Waren im Wert von rund 19,2 Mil­li­ar­den Euro, das waren 0,4 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 5,6 Pro­zent auf 18,9 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. betrach­tet die vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len mit Vorsicht.

„Es ist posi­tiv, dass der Außen­han­del vor­erst wei­ter­hin leicht im Auf­wind scheint. Zu beden­ken ist aber, dass es sich um Zah­len han­delt, die den Zeit­raum vor Aus­bruch des Iran-Kriegs abbil­den. Wir müs­sen des­halb davon aus­ge­hen, dass die Zah­len auf­grund die­ses Kon­flikts und der Blo­cka­de der Stra­ße von Hor­mus wie­der ins Nega­ti­ve rut­schen wer­den“, sag­te vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die schwie­ri­ge außen­wirt­schaft­li­che Lage habe die so zen­tra­le baye­ri­sche Export­wirt­schaft wei­ter­hin fest im Griff. „Wir dür­fen kei­ne Zeit mehr ver­lie­ren: Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss die so drin­gend benö­tig­ten struk­tu­rel­len Refor­men zügig umset­zen, um unse­ren Stand­ort gera­de im Ange­sicht der mas­si­ven welt­wei­ten Unsi­cher­hei­ten von innen her­aus mög­lichst attrak­tiv zu gestalten.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te zeigt eine dif­fe­ren­zier­te Lage. „Ein schmerz­haf­ter Rück­schlag: Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat bra­chen die Aus­fuh­ren in die USA, dem größ­ten baye­ri­schen Absatz­markt, um knapp 20 Pro­zent auf 2,1 Mil­li­ar­den Euro ein“, so Bros­sardt. Die unbe­re­chen­ba­re Zoll- und Han­dels­po­li­tik von Donald Trump belas­te den baye­risch-ame­ri­ka­ni­schen Han­del wei­ter­hin stark. Zudem sei­en auch die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na um zehn Pro­zent gesun­ken. Grund hier­für sei neben der wirt­schaft­li­chen Schwä­che in Chi­na vor allem die Kon­kur­renz aus dem Reich der Mit­te selbst, die durch Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zusätz­lich bestärkt wer­de. „Ein Licht­blick ist dage­gen der Han­del mit Euro­pa: Die gesam­ten Aus­fuh­ren des Frei­staats in die EU-Län­der stie­gen um rund zehn Pro­zent. Vor allem die Expor­te nach Öster­reich, Frank­reich, Ita­li­en und Polen konn­ten aus­ge­wei­tet wer­den. Umso stär­ker die glo­ba­le Unsi­cher­heit ist, umso mehr erweist sich der euro­päi­sche Bin­nen­markt als Sta­bi­li­täts­an­ker für die baye­ri­sche Wirt­schaft. Die­sen gilt es daher ent­schie­den zu stärken.“

Der Blick auf die Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter bleibt durch­wach­sen. „Sowohl bei den Pkw als auch Maschi­nen sehen wir im Febru­ar erneut Rück­gän­ge, um 12,1 bezie­hungs­wei­se 1,7 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat. Klar ist: Wir ver­lie­ren wei­ter bei den Gütern, deren welt­wei­ter Ver­kauf jahr­zehn­te­lang zu unse­rem wirt­schaft­li­chen Mar­ken­kern gehör­te“, erklärt Bros­sardt und ergänzt: „Wir ste­hen vor einer extrem schwie­ri­gen Lage. Das der­zei­ti­ge Cha­os in der Welt­wirt­schaft lässt sich aber eben nur schwer beein­flus­sen. Daher ist es umso wich­ti­ger, dass wir unse­ren hei­mi­schen Unter­neh­men die nöti­ge Rücken­de­ckung ver­schaf­fen – dafür braucht es schnell wie­der attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen. Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss dafür end­lich den Mut auf­brin­gen, unbe­que­me Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und tief­grei­fen­de Refor­men rasch umzusetzen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Jahr 2025

Aus­fuh­ren gehen leicht zurück

Die baye­ri­sche Metall- und Elek­tro­in­dus­trie expor­tier­te im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Mil­li­ar­den Euro ins Aus­land, das waren 0,3 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Dies teilt die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit.

Damit san­ken die M+E‑Exporte das zwei­te Jahr in Fol­ge. Ins­ge­samt mach­ten die M+E‑Ausfuhren im Frei­staat knapp zwei Drit­tel aller Pro­duk­te aus, die ins Aus­land expor­tiert wur­den, so die Berech­nun­gen der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Arbeit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm auf Basis von Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. „Fakt ist: Die M+E‑Industrie ist das Herz der Wirt­schaft im Frei­staat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäf­tig­te in Bay­ern. Auch wenn die gesam­ten baye­ri­schen Expor­te wie­der leicht im Auf­wind sind, ist unse­re wich­tigs­te Bran­che wei­ter am Kämp­fen“, so bay­me vbm Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die chao­ti­sche Lage der Welt­wirt­schaft kön­nen wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unbe­re­chen­ba­re Han­dels­po­li­tik der US-Regie­rung, den erheb­lich ver­teu­er­ten Euro und die star­ke glo­ba­le Kon­kur­renz. Fatal ist aber, dass zu dem schwie­ri­gen inter­na­tio­na­len Umfeld haus­ge­mach­ten Hür­den kom­men. Wir müs­sen unse­re Stand­ort­be­din­gun­gen drin­gend ver­bes­sern, damit unse­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit von die­ser Sei­te nicht noch wei­ter zusätz­lich belas­tet wird.“

2025 führ­ten baye­ri­sche Unter­neh­men M+E Pro­duk­te im Wert von 20,2 Mil­li­ar­den Euro in die USA aus, das ent­spricht 13,6 Pro­zent aller baye­ri­schen M+E Expor­te. „Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten blei­ben auch im M+E Bereich unser wich­tigs­ter Absatz­markt, obwohl sich die Expor­te dort­hin um sat­te 11,3 Pro­zent ver­rin­ger­ten. Der Han­dels­streit und die aggres­si­ve Zoll­po­li­tik der US-Regie­rung tref­fen auch unse­re M+E Indus­trie hart“, so Bros­sardt. Aber auch die Aus­fuh­ren in den zweit­größ­ten M+E Export­markt Chi­na sind um 10,4 Pro­zent ein­ge­bro­chen. „Die mas­si­ve Kon­kur­renz vor Ort in Kom­bi­na­ti­on mit wett­be­werbs­ver­zer­ren­den Maß­nah­men und Pro­tek­tio­nis­mus schwä­chen unse­re Fir­men im glo­ba­len Wett­be­werb“, so Bros­sardt und sagt wei­ter: „Mit Blick auf die gro­ßen Schwie­rig­kei­ten im welt­wei­ten Export­ge­schäft zeigt sich auch bei den M+E Export­zah­len der Trend, dass noch mehr Geschäft in Euro­pa gemacht wird: Inzwi­schen ent­fal­len 47 Pro­zent der baye­ri­schen M+E Expor­te auf die EU, gegen­über dem Vor­jahr stie­gen sie um 5,2 Prozent.“

Bei den wich­tigs­ten Export­gü­tern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemisch­te Ent­wick­lung. Die Expor­te von Kfz und Kfz-Tei­len betru­gen 52,5 Mil­li­ar­den Euro (Pkw davon mit 38,5 Mil­li­ar­den Euro), und ent­spra­chen damit 35,3 Pro­zent der gesam­ten M+E Aus­fuh­ren. Sowohl Aus­fuh­ren von Pkw als auch von Kfz-Tei­len san­ken um drei bis fünf Pro­zent. Auch bei den Maschi­nen, die für ein Export­vo­lu­men von 39,5 Mil­li­ar­den Euro ste­hen, gin­gen die Expor­te im letz­ten Jahr um rund drei Pro­zent zurück. Auf­fäl­lig ist dage­gen das star­ke Wachs­tum bei den Luft­fahr­zeu­gen und Luft­fahr­zeug­tei­len, die gegen­über 2024 um 41,1 Pro­zent stie­gen. Sie ste­hen für ein Export­vo­lu­men von immer­hin 6,6 Mil­li­ar­den Euro. Bros­sardt resü­miert: „Es gibt zwar ein­zel­ne erfreu­li­che Ent­wick­lun­gen. Aber bei unse­ren wich­tigs­ten Export­gü­tern ver­lie­ren wir wei­ter an Boden. Das kann auch der über­ra­schend star­ke Zuwachs an ande­rer Stel­le nicht kom­pen­sie­ren. Wir brau­chen die­ses Jahr einen gro­ßen Wurf, um die tief­grei­fen­den Struk­tur­pro­ble­me zügig anzu­ge­hen. Nur so brin­gen wir unse­ren Stand­ort wie­der auf Vordermann.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Okto­ber 2025

Baye­ri­scher Außen­han­del erfährt leich­te Erholung

Der baye­ri­sche Außen­han­del erfährt eine leich­te Erho­lung ins­ge­samt, aber ein Minus bei den Export­gü­tern Pkw und Maschi­nen, wie die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft mitteilt.

Dem­nach expor­tier­te die baye­ri­sche Wirt­schaft im Okto­ber 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Mil­li­ar­den Euro, das waren 4,8 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 3,7 Pro­zent auf 21,3 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. gibt sich ange­sichts der heu­te vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len wei­ter­hin zurück­hal­tend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Okto­ber macht uns vor­sich­tig hoff­nungs­voll. Gleich­zei­tig haben wir auch in den ver­gan­ge­nen Mona­ten immer wie­der einen leich­ten Auf­schwung erlebt, der dann wie­der in den Fol­ge­mo­na­ten ver­pufft ist. Zudem lie­gen sowohl Aus- als auch Ein­fuh­ren des Frei­staats in der Gesamt­be­trach­tung Janu­ar bis Okto­ber 2025 wei­ter­hin um 0,3 Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­zeit­raum“, erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Her­aus­for­de­run­gen sei­en enorm: Die US-Zöl­le und der sich welt­weit aus­brei­ten­de Pro­tek­tio­nis­mus, die star­ke Kon­kur­renz aus Chi­na und ein zu stark auf­ge­wer­te­ter Euro erschwer­ten unse­rer inter­na­tio­na­li­sier­ten baye­ri­schen Export­wirt­schaft mas­siv das Geschäft. „Wir müs­sen daher von innen her­aus wirt­schaft­lich so stark auf­ge­stellt wie mög­lich sein. Solan­ge wir aber nicht die tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me lösen, kön­nen wir unse­re Export­in­dus­trie im har­ten glo­ba­len Wett­be­werb nicht stär­ken. Für das neue Jahr erwar­ten wir daher zügig grund­le­gen­de Reformen.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te ergibt eine gemisch­te Lage. „Vor allem bei unse­rem wich­tigs­ten aus­län­di­schen Absatz­markt, den USA, schmerzt der Export­rück­gang wei­ter­hin sehr. Hier fie­len unse­re Expor­te auch im Okto­ber, und zwar deut­lich um fast zehn Pro­zent. Die neu­en wirt­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten, aus­ge­löst durch die US-Zoll­po­li­tik, sind immer mehr erkenn­bar. Auch die Aus­fuh­ren nach Chi­na – unse­rem größ­ten Han­dels­part­ner – gin­gen leicht zurück. Erfreu­lich ist dage­gen, dass sich das Export­ge­schäft mit unse­ren euro­päi­schen Nach­barn immer wei­ter ver­bes­sert. Im Okto­ber sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Pro­zent. Über­durch­schnitt­lich wuch­sen unse­re Aus­fuh­ren in wich­ti­ge Absatz­märk­te wie Polen, Spa­ni­en, die Nie­der­lan­de und Ita­li­en. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, wel­ches wirt­schaft­li­che Poten­zi­al im euro­päi­schen Bin­nen­markt steckt. Wir müs­sen wirt­schaft­lich noch enger zusam­men­wach­sen“, so Brossardt.

Bei den Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter zeigt sich ein schwie­ri­ges Bild. „Die Expor­te von Pkw und Maschi­nen gin­gen auch im Okto­ber erneut zurück – um sie­ben bezie­hungs­wei­se knapp fünf Pro­zent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unse­rer wich­tigs­ten Export­pro­duk­te ver­lie­ren zuneh­mend an glo­ba­len Export­an­tei­len. Das ist ver­hee­rend. Posi­tiv war zumin­dest, dass sich die Aus­fuh­ren für Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung um 9,2 Pro­zent erhöht haben“, erklärt Bros­sardt und betont: „Die Zah­len geben lei­der wei­ter­hin kei­nen Anlass für gro­ßen Opti­mis­mus. Im Gegen­teil: Unser Stand­ort steckt wei­ter­hin in einer ech­ten Wett­be­werbs­fä­hig­keits­kri­se. Jetzt gilt es im kom­men­den Jahr die Wei­chen dafür zu stel­len, dass unse­re Wirt­schaft für die Zukunft gut auf­ge­stellt ist.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außenhandel

Export- und Import­ge­schäft im ers­ten Halb­jahr 2025 im Minus

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te im ers­ten Halb­jahr 2025 Waren im Wert von fast 114 Mil­li­ar­den Euro, das waren knapp ein Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Dies teilt die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit.

Die Impor­te san­ken dem­nach eben­falls um rund ein Pro­zent auf 112,5 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. gibt sich ange­sichts der heu­te vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Zah­len wei­ter­hin besorgt. „Wie befürch­tet, sind die Zah­len in die­sem Jahr sowohl für Aus­fuh­ren als auch Ein­fuh­ren bis­lang rück­läu­fig. Die Vor­zieh­ef­fek­te auf­grund der US-Zöl­le haben nur für einen zwi­schen­zeit­li­chen Anstieg der Expor­te gesorgt, im gesam­ten ers­ten Halb­jahr ergibt sich jedoch ein Minus im Vor­jah­res­ver­gleich. Zudem drückt die wei­ter­hin schwa­che Inlands­nach­fra­ge das Import­ge­schäft. Die tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Pro­ble­me unse­res Stand­orts ver­hin­dern wei­ter­hin ein dau­er­haf­tes Come­back unse­rer Wirt­schaft. Wir set­zen auf die Bun­des­re­gie­rung, dass sie die Voll­endung der Wirt­schafts­wen­de wei­ter ent­schlos­sen angeht“, betont vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt. 

Die Betrach­tung der wich­tigs­ten Export­märk­te erge­be ein gemisch­tes Bild. „Stark rück­läu­fig waren die Expor­te nach Chi­na – sie san­ken um knapp 25 Pro­zent. Unse­re Betrie­be spü­ren die chi­ne­si­sche Kon­kur­renz vor Ort, auch durch unfai­re Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen sei­tens Chi­na“, erklärt Bros­sardt. Die Volks­re­pu­blik sei aber unser größ­ter Han­dels­part­ner und dritt­größ­ter Export­markt. Auch mit den USA sei ein Rück­gang der Aus­fuh­ren um rund drei Pro­zent zu sehen. Bis­lang habe der EU-US-Zoll­de­al nur bedingt für Pla­nungs­si­cher­heit gesorgt. „Für den Deal zah­len wir gleich­zei­tig einen wirt­schaft­lich hohen Preis und müs­sen mit Ein­bu­ßen im Export­ge­schäft rech­nen. Die Expor­te in die EU stie­gen dage­gen um rund ein Pro­zent. Eben­falls sin­ken­de Aus­fuh­ren um bis 3,6 Pro­zent ver­zeich­nen wir bei unse­ren wich­tigs­ten euro­päi­schen Absatz­märk­ten Frank­reich und Österreich.“

Die Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter lagen im ers­ten Halb­jahr 2025 eben­falls im Minus. „Ins­ge­samt wur­den vier Pro­zent weni­ger Maschi­nen und 3,5 Pro­zent weni­ger Pkw expor­tiert. Das glei­che gilt für Kfz-Tei­le, che­mi­sche Pro­duk­te und elek­tri­sche Aus­rüs­tun­gen, deren Aus­fuh­ren zwi­schen zwei und sechs Pro­zent gesun­ken sind.“ Auf­fäl­lig sei dage­gen der star­ke Export­zu­wachs von Phar­ma­pro­duk­ten und Luft­fahrt­zeu­gen und ‑tei­len zwi­schen 33 und knapp 50 Pro­zent – auch wenn bei­de einen eher gerin­gen Anteil am Gesamt­ex­port hät­ten. „Die Zah­len doku­men­tie­ren die wei­ter­hin her­aus­for­dern­de Lage. In einem immer här­ter wer­den­den glo­ba­len Wett­be­werb, geprägt durch Pro­tek­tio­nis­mus und unfai­re Wett­be­werbs­prak­ti­ken, müs­sen wir unse­ren Unter­neh­men des­halb noch mehr den Rücken stär­ken. Dazu müs­sen wir noch ent­schie­de­ner für einen attrak­ti­ven und wett­be­werbs­fä­hi­gen Stand­ort arbei­ten“, so Bros­sardt abschließend.

Viel Augen­maß gefordert

10 Jah­re gesetz­li­cher Mindestlohn

Vor zehn Jah­ren, zum 1. Janu­ar 2015, wur­de der gesetz­li­che Min­dest­lohn von damals 8,50 Euro ein­ge­führt. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. zieht eine kri­ti­sche Bilanz nach einer Deka­de gesetz­li­cher Mindestlohn.

„Wir haben uns damals gegen die Ein­füh­rung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns aus­ge­spro­chen, da die Löh­ne in Deutsch­land durch die Sozi­al­part­ner fest­ge­legt wer­den. Der gesetz­li­che Min­dest­lohn ist hier­zu ein Regel­bruch und ein Ver­stoß gegen die Tarif­au­to­no­mie. Er ist nun Rea­li­tät und bei der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on auch in guten Hän­den. Die Ein­mi­schung des Staa­tes in die Lohn­fin­dung darf aber kei­ne Schu­le machen, auch nicht bei der neu­en Bun­des­re­gie­rung“, bilan­zier­te vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Die vbw wür­digt die bis­he­ri­ge Arbeit der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on: „Sie ent­schei­det unab­hän­gig und mit Augen­maß. Maß­stab ihrer Bewer­tung ist die nach­lau­fen­de Betrach­tung der Tarif­löh­ne. Dabei muss es blei­ben. Jeden Ver­such einer poli­ti­schen Ein­fluss­nah­me bei der Fest­le­gung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns leh­nen wir strikt ab. Ent­spre­chen­den poli­ti­schen For­de­run­gen, den Min­dest­lohn gesetz­lich auf 14 oder 15 Euro anzu­he­ben, stel­len wir uns mit Ent­schie­den­heit ent­ge­gen. Hier droht ein ‘poli­ti­scher Min­dest­lohn´, der zum Spiel­ball gesell­schafts­po­li­ti­scher Vor­stel­lun­gen ins­be­son­de­re in Wahl­kampf­zei­ten wird“, so Bros­sardt weiter.

Die vbw ver­weist dar­auf, dass es beim gesetz­li­chen Min­dest­lohn auch kei­nen Nach­hol­be­darf gibt: Mit der Anhe­bung zum 1. Janu­ar 2025 auf 12,82 Euro liegt der Min­dest­lohn um über 50 Pro­zent höher im Ver­gleich zur Aus­gangs­ba­sis von 8,50 Euro vor zehn Jah­ren. Die sons­ti­gen Löh­ne sind in die­ser Zeit um 30 Pro­zent gestie­gen. „For­de­run­gen nach einer stär­ke­ren Erhö­hung pas­sen über­haupt nicht in die Zeit. Stei­gen­de Prei­se belas­ten nicht nur die Beschäf­tig­ten, son­dern auch die Unter­neh­men. Vie­le Unter­neh­men und ihre Beleg­schaf­ten erle­ben der­zeit mul­ti­ple Kri­sen und ste­hen vor exis­ten­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen – Struk­tur­kri­se, Kon­junk­tur­kri­se, geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten, hohes Kos­ten­ni­veau, vor allem bei Ener­gie- und Roh­stoff­prei­sen, über­bor­den­de Büro­kra­tie und De-Indus­tria­li­sie­rung. Die poli­ti­sche Lage nach dem Bruch der Ampel-Koali­ti­on führt zu wei­te­rer Unsi­cher­heit. Das letz­te, was die Unter­neh­men brau­chen, sind zusätz­li­che und über­pro­por­tio­na­le Belas­tun­gen“, so Bros­sardt abschließend.