vbw-Pressemitteilung zum Arbeitsmarkt im Mai
Leichte Frühjahrsbelebung kein Grund zum Aufatmen
Der bayerische Arbeitsmarkt befindet sich aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weiterhin in einer herausfordernden Lage. So wirken sich neben den konjunkturellen Belastungen durch den Iran-Krieg vor allem die strukturellen Standortprobleme negativ auf die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aus.
„Zwar sorgt eine leichte Frühjahrsbelebung für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit und Bayern behält seine Position als Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote bei. Die Lage bleibt insgesamt aber angespannt und die Unternehmen sind weiterhin verunsichert“, erklärt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Mai durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (hier die Zahlen des Agenturbezirks Bamberg-Coburg).
Die Arbeitslosenquote im Freistaat sank im Mai saisonbedingt auf 4,0 Prozent (Vormonat: 4,1 Prozent). Gleichzeitig lag sie im Vergleich zum Vorjahresmonat immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher. „Das letzte Mal, dass wir in Bayern im Mai eine Arbeitslosenquote von über vier Prozent hatten, war im Jahr 2010 – kurz nach der Finanzkrise. Insgesamt ist die absolute Zahl an Arbeitslosen seit dem Frühjahr 2022 um über 100.000 gestiegen. Gleichzeitig liegt die Zahl der offenen Stellen um knapp 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das zeigt: Die Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen weiter zurück. Für eine Entwarnung ist es zu früh“, fasst Brossardt die Lage zusammen.
Laut vbw bleibt die Situation ernst. „Die De-Industrialisierung in den Branchen, die für unseren Standort so zentral sind, setzt sich weiter fort. Ohne attraktive Standortbedingungen können wir diesen gefährlichen Trend nicht aufhalten. Wir appellieren daher umso energischer an die Bundesregierung einerseits, ein umfassendes und grundlegendes Reformparket rasch auf den Weg zu bringen, und andererseits an den Sozialpartner, den hohen Arbeitskosten Einhalt zu gebieten. Hier stehen auch die Gewerkschaften besonders in der Pflicht“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie der vbw stellen die Arbeitskosten für rund 28 Prozent der Unternehmen das größte Investitionshemmnis dar, und in gleichem Umfang stellen sie Geschäftsmodelle in Frage – beides zusammen erhöht den Verlagerungsdruck deutlich. Das ist bedenklich. Wir müssen mit maßvoller Entwicklung beim Entgelt entgegensteuern.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im ersten Quartal 2026
Ex- und Importe zwar im Aufwind, aber verschlechterte Perspektiven wegen Iran-Krieg
Die bayerische Wirtschaft exportierte in den ersten drei Monaten 2026 Waren im Wert von rund 57,5 Milliarden Euro, wie die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mitteilt. Das waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe stiegen von Januar bis März dieses Jahres um 4,0 Prozent auf knapp 57,9 Milliarden Euro.
Das Exportplus im ersten Quartal 2026 war vor allem dem kräftigen Anstieg von 8,5 Prozent im März zu verdanken. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor, welche die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ausgewertet hat. Dazu erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Der Anstieg der Ausfuhren ist zwar erfreulich, gleichzeitig dürfen die Zahlen nicht überbewertet werden. Der Iran-Krieg und seine Folgen haben nicht nur zu massiven Steigerungen der Energiekosten geführt, sondern bringen die globalen Lieferketten durcheinander und schwächen damit die Weltwirtschaft.“ Die vbw gehe davon aus, dass sich die Auswirkungen des Konflikts in den Zahlen der kommenden Monate negativ niederschlagen werden. Bezeichnend sei zudem, dass der Freistaat im ersten Jahresviertel ein Handelsdefizit von knapp 353 Millionen Euro aufweist, im Vorjahresquartal habe es es noch einen Überschuss von 827 Millionen Euro gegeben. „Das zeigt: Die schwierige wirtschaftliche Lage im In- und Ausland geht an die Substanz. Wir erwarten daher eine zügige Einigung auf das von der Bundesregierung versprochenes Reformpaket.“
Die Betrachtung der wichtigsten Exportmärkte verdeutlicht die Rolle Europas als Stabilitätsanker für den bayerischen Export. „Die Ausfuhren in unsere EU-Partnerländer stiegen um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Nach Tschechien, Polen, Spanien und Italien gab es sogar zweistellige Wachstumsraten“, betont Brossardt und macht deutlich: „Europa stärkt die bayerische Wirtschaft. Gleichzeitig kompensiert es die Einbußen aus dem Handel mit unserem wichtigsten Exportmarkt, den USA. Die Ausfuhren dorthin sanken im Vorjahresvergleich um knapp 19 Prozent. Fakt ist: In einer Welt der Umbrüche und Krisen bleibt der europäische Binnenmarkt unsere Lebensversicherung. Diesen gilt es weiter zu vertiefen.“ Die Exporte in die Volksrepublik China, dem größten bayerischen Handelspartner, stiegen unterdurchschnittlich um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Die Daten zu den wichtigsten Exportgütern zeigen ein gemischtes Bild: So stiegen im ersten Quartal vor allem die Ausfuhren im Elektrobereich zwischen vier und acht Prozent. Dabei handelte es sich um nachrichtentechnische Geräte sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und ‑verteilung. Die Exporte von Pkw sanken dagegen um 12,6 Prozent. Dazu Brossardt: „Die De-Industrialisierung in den Branchen, die für unseren Standort so zentral sind, setzt sich weiter fort. Ohne attraktive Standortbedingungen können wir diesen gefährlichen Trend nicht aufhalten. Wir appellieren daher umso energischer an die Bundesregierung einerseits, ein umfassendes und grundlegendes Reformparket rasch in die Wege zu bringen, und andererseits an die Gewerkschaften, den hohen Arbeitskosten Einhalt zu gebieten, da diese ein großes Investitionshemmnis darstellen und den Verlagerungsdruck deutlich erhöhen.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Februar 2026
Einfuhren steigen merklich an, Exportentwicklung weiter schwach
Die bayerische Wirtschaft exportierte im Februar 2026 Waren im Wert von rund 19,2 Milliarden Euro, das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 5,6 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betrachtet die vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen mit Vorsicht.
„Es ist positiv, dass der Außenhandel vorerst weiterhin leicht im Aufwind scheint. Zu bedenken ist aber, dass es sich um Zahlen handelt, die den Zeitraum vor Ausbruch des Iran-Kriegs abbilden. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass die Zahlen aufgrund dieses Konflikts und der Blockade der Straße von Hormus wieder ins Negative rutschen werden“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die schwierige außenwirtschaftliche Lage habe die so zentrale bayerische Exportwirtschaft weiterhin fest im Griff. „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren: Die schwarz-rote Bundesregierung muss die so dringend benötigten strukturellen Reformen zügig umsetzen, um unseren Standort gerade im Angesicht der massiven weltweiten Unsicherheiten von innen heraus möglichst attraktiv zu gestalten.“
Die Betrachtung wichtiger Exportmärkte zeigt eine differenzierte Lage. „Ein schmerzhafter Rückschlag: Im Vergleich zum Vorjahresmonat brachen die Ausfuhren in die USA, dem größten bayerischen Absatzmarkt, um knapp 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro ein“, so Brossardt. Die unberechenbare Zoll- und Handelspolitik von Donald Trump belaste den bayerisch-amerikanischen Handel weiterhin stark. Zudem seien auch die Exporte in die Volksrepublik China um zehn Prozent gesunken. Grund hierfür sei neben der wirtschaftlichen Schwäche in China vor allem die Konkurrenz aus dem Reich der Mitte selbst, die durch Wettbewerbsverzerrungen zusätzlich bestärkt werde. „Ein Lichtblick ist dagegen der Handel mit Europa: Die gesamten Ausfuhren des Freistaats in die EU-Länder stiegen um rund zehn Prozent. Vor allem die Exporte nach Österreich, Frankreich, Italien und Polen konnten ausgeweitet werden. Umso stärker die globale Unsicherheit ist, umso mehr erweist sich der europäische Binnenmarkt als Stabilitätsanker für die bayerische Wirtschaft. Diesen gilt es daher entschieden zu stärken.“
Der Blick auf die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter bleibt durchwachsen. „Sowohl bei den Pkw als auch Maschinen sehen wir im Februar erneut Rückgänge, um 12,1 beziehungsweise 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Klar ist: Wir verlieren weiter bei den Gütern, deren weltweiter Verkauf jahrzehntelang zu unserem wirtschaftlichen Markenkern gehörte“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Wir stehen vor einer extrem schwierigen Lage. Das derzeitige Chaos in der Weltwirtschaft lässt sich aber eben nur schwer beeinflussen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir unseren heimischen Unternehmen die nötige Rückendeckung verschaffen – dafür braucht es schnell wieder attraktive Standortbedingungen. Die schwarz-rote Bundesregierung muss dafür endlich den Mut aufbringen, unbequeme Entscheidungen zu treffen und tiefgreifende Reformen rasch umzusetzen.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Jahr 2025
Ausfuhren gehen leicht zurück
Die bayerische Metall- und Elektroindustrie exportierte im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilt die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit.
Damit sanken die M+E‑Exporte das zweite Jahr in Folge. Insgesamt machten die M+E‑Ausfuhren im Freistaat knapp zwei Drittel aller Produkte aus, die ins Ausland exportiert wurden, so die Berechnungen der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. „Fakt ist: Die M+E‑Industrie ist das Herz der Wirtschaft im Freistaat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäftigte in Bayern. Auch wenn die gesamten bayerischen Exporte wieder leicht im Aufwind sind, ist unsere wichtigste Branche weiter am Kämpfen“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die chaotische Lage der Weltwirtschaft können wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unberechenbare Handelspolitik der US-Regierung, den erheblich verteuerten Euro und die starke globale Konkurrenz. Fatal ist aber, dass zu dem schwierigen internationalen Umfeld hausgemachten Hürden kommen. Wir müssen unsere Standortbedingungen dringend verbessern, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit von dieser Seite nicht noch weiter zusätzlich belastet wird.“
2025 führten bayerische Unternehmen M+E Produkte im Wert von 20,2 Milliarden Euro in die USA aus, das entspricht 13,6 Prozent aller bayerischen M+E Exporte. „Die Vereinigten Staaten bleiben auch im M+E Bereich unser wichtigster Absatzmarkt, obwohl sich die Exporte dorthin um satte 11,3 Prozent verringerten. Der Handelsstreit und die aggressive Zollpolitik der US-Regierung treffen auch unsere M+E Industrie hart“, so Brossardt. Aber auch die Ausfuhren in den zweitgrößten M+E Exportmarkt China sind um 10,4 Prozent eingebrochen. „Die massive Konkurrenz vor Ort in Kombination mit wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und Protektionismus schwächen unsere Firmen im globalen Wettbewerb“, so Brossardt und sagt weiter: „Mit Blick auf die großen Schwierigkeiten im weltweiten Exportgeschäft zeigt sich auch bei den M+E Exportzahlen der Trend, dass noch mehr Geschäft in Europa gemacht wird: Inzwischen entfallen 47 Prozent der bayerischen M+E Exporte auf die EU, gegenüber dem Vorjahr stiegen sie um 5,2 Prozent.“
Bei den wichtigsten Exportgütern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemischte Entwicklung. Die Exporte von Kfz und Kfz-Teilen betrugen 52,5 Milliarden Euro (Pkw davon mit 38,5 Milliarden Euro), und entsprachen damit 35,3 Prozent der gesamten M+E Ausfuhren. Sowohl Ausfuhren von Pkw als auch von Kfz-Teilen sanken um drei bis fünf Prozent. Auch bei den Maschinen, die für ein Exportvolumen von 39,5 Milliarden Euro stehen, gingen die Exporte im letzten Jahr um rund drei Prozent zurück. Auffällig ist dagegen das starke Wachstum bei den Luftfahrzeugen und Luftfahrzeugteilen, die gegenüber 2024 um 41,1 Prozent stiegen. Sie stehen für ein Exportvolumen von immerhin 6,6 Milliarden Euro. Brossardt resümiert: „Es gibt zwar einzelne erfreuliche Entwicklungen. Aber bei unseren wichtigsten Exportgütern verlieren wir weiter an Boden. Das kann auch der überraschend starke Zuwachs an anderer Stelle nicht kompensieren. Wir brauchen dieses Jahr einen großen Wurf, um die tiefgreifenden Strukturprobleme zügig anzugehen. Nur so bringen wir unseren Standort wieder auf Vordermann.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Oktober 2025
Bayerischer Außenhandel erfährt leichte Erholung
Der bayerische Außenhandel erfährt eine leichte Erholung insgesamt, aber ein Minus bei den Exportgütern Pkw und Maschinen, wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mitteilt.
Demnach exportierte die bayerische Wirtschaft im Oktober 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Milliarden Euro, das waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 3,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen weiterhin zurückhaltend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Oktober macht uns vorsichtig hoffnungsvoll. Gleichzeitig haben wir auch in den vergangenen Monaten immer wieder einen leichten Aufschwung erlebt, der dann wieder in den Folgemonaten verpufft ist. Zudem liegen sowohl Aus- als auch Einfuhren des Freistaats in der Gesamtbetrachtung Januar bis Oktober 2025 weiterhin um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Herausforderungen seien enorm: Die US-Zölle und der sich weltweit ausbreitende Protektionismus, die starke Konkurrenz aus China und ein zu stark aufgewerteter Euro erschwerten unserer internationalisierten bayerischen Exportwirtschaft massiv das Geschäft. „Wir müssen daher von innen heraus wirtschaftlich so stark aufgestellt wie möglich sein. Solange wir aber nicht die tiefgreifenden strukturellen Standortprobleme lösen, können wir unsere Exportindustrie im harten globalen Wettbewerb nicht stärken. Für das neue Jahr erwarten wir daher zügig grundlegende Reformen.“
Die Betrachtung wichtiger Exportmärkte ergibt eine gemischte Lage. „Vor allem bei unserem wichtigsten ausländischen Absatzmarkt, den USA, schmerzt der Exportrückgang weiterhin sehr. Hier fielen unsere Exporte auch im Oktober, und zwar deutlich um fast zehn Prozent. Die neuen wirtschaftlichen Realitäten, ausgelöst durch die US-Zollpolitik, sind immer mehr erkennbar. Auch die Ausfuhren nach China – unserem größten Handelspartner – gingen leicht zurück. Erfreulich ist dagegen, dass sich das Exportgeschäft mit unseren europäischen Nachbarn immer weiter verbessert. Im Oktober sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Prozent. Überdurchschnittlich wuchsen unsere Ausfuhren in wichtige Absatzmärkte wie Polen, Spanien, die Niederlande und Italien. Wir dürfen nicht vergessen, welches wirtschaftliche Potenzial im europäischen Binnenmarkt steckt. Wir müssen wirtschaftlich noch enger zusammenwachsen“, so Brossardt.
Bei den Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter zeigt sich ein schwieriges Bild. „Die Exporte von Pkw und Maschinen gingen auch im Oktober erneut zurück – um sieben beziehungsweise knapp fünf Prozent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unserer wichtigsten Exportprodukte verlieren zunehmend an globalen Exportanteilen. Das ist verheerend. Positiv war zumindest, dass sich die Ausfuhren für Geräte zur Elektrizitätserzeugung und ‑verteilung um 9,2 Prozent erhöht haben“, erklärt Brossardt und betont: „Die Zahlen geben leider weiterhin keinen Anlass für großen Optimismus. Im Gegenteil: Unser Standort steckt weiterhin in einer echten Wettbewerbsfähigkeitskrise. Jetzt gilt es im kommenden Jahr die Weichen dafür zu stellen, dass unsere Wirtschaft für die Zukunft gut aufgestellt ist.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel
Export- und Importgeschäft im ersten Halbjahr 2025 im Minus
Die bayerische Wirtschaft exportierte im ersten Halbjahr 2025 Waren im Wert von fast 114 Milliarden Euro, das waren knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit.
Die Importe sanken demnach ebenfalls um rund ein Prozent auf 112,5 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen weiterhin besorgt. „Wie befürchtet, sind die Zahlen in diesem Jahr sowohl für Ausfuhren als auch Einfuhren bislang rückläufig. Die Vorzieheffekte aufgrund der US-Zölle haben nur für einen zwischenzeitlichen Anstieg der Exporte gesorgt, im gesamten ersten Halbjahr ergibt sich jedoch ein Minus im Vorjahresvergleich. Zudem drückt die weiterhin schwache Inlandsnachfrage das Importgeschäft. Die tiefgreifenden strukturellen Probleme unseres Standorts verhindern weiterhin ein dauerhaftes Comeback unserer Wirtschaft. Wir setzen auf die Bundesregierung, dass sie die Vollendung der Wirtschaftswende weiter entschlossen angeht“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Betrachtung der wichtigsten Exportmärkte ergebe ein gemischtes Bild. „Stark rückläufig waren die Exporte nach China – sie sanken um knapp 25 Prozent. Unsere Betriebe spüren die chinesische Konkurrenz vor Ort, auch durch unfaire Wettbewerbsverzerrungen seitens China“, erklärt Brossardt. Die Volksrepublik sei aber unser größter Handelspartner und drittgrößter Exportmarkt. Auch mit den USA sei ein Rückgang der Ausfuhren um rund drei Prozent zu sehen. Bislang habe der EU-US-Zolldeal nur bedingt für Planungssicherheit gesorgt. „Für den Deal zahlen wir gleichzeitig einen wirtschaftlich hohen Preis und müssen mit Einbußen im Exportgeschäft rechnen. Die Exporte in die EU stiegen dagegen um rund ein Prozent. Ebenfalls sinkende Ausfuhren um bis 3,6 Prozent verzeichnen wir bei unseren wichtigsten europäischen Absatzmärkten Frankreich und Österreich.“
Die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter lagen im ersten Halbjahr 2025 ebenfalls im Minus. „Insgesamt wurden vier Prozent weniger Maschinen und 3,5 Prozent weniger Pkw exportiert. Das gleiche gilt für Kfz-Teile, chemische Produkte und elektrische Ausrüstungen, deren Ausfuhren zwischen zwei und sechs Prozent gesunken sind.“ Auffällig sei dagegen der starke Exportzuwachs von Pharmaprodukten und Luftfahrtzeugen und ‑teilen zwischen 33 und knapp 50 Prozent – auch wenn beide einen eher geringen Anteil am Gesamtexport hätten. „Die Zahlen dokumentieren die weiterhin herausfordernde Lage. In einem immer härter werdenden globalen Wettbewerb, geprägt durch Protektionismus und unfaire Wettbewerbspraktiken, müssen wir unseren Unternehmen deshalb noch mehr den Rücken stärken. Dazu müssen wir noch entschiedener für einen attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort arbeiten“, so Brossardt abschließend.
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Viel Augenmaß gefordert
10 Jahre gesetzlicher Mindestlohn
Vor zehn Jahren, zum 1. Januar 2015, wurde der gesetzliche Mindestlohn von damals 8,50 Euro eingeführt. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zieht eine kritische Bilanz nach einer Dekade gesetzlicher Mindestlohn.
„Wir haben uns damals gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen, da die Löhne in Deutschland durch die Sozialpartner festgelegt werden. Der gesetzliche Mindestlohn ist hierzu ein Regelbruch und ein Verstoß gegen die Tarifautonomie. Er ist nun Realität und bei der Mindestlohnkommission auch in guten Händen. Die Einmischung des Staates in die Lohnfindung darf aber keine Schule machen, auch nicht bei der neuen Bundesregierung“, bilanzierte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die vbw würdigt die bisherige Arbeit der Mindestlohnkommission: „Sie entscheidet unabhängig und mit Augenmaß. Maßstab ihrer Bewertung ist die nachlaufende Betrachtung der Tariflöhne. Dabei muss es bleiben. Jeden Versuch einer politischen Einflussnahme bei der Festlegung des gesetzlichen Mindestlohns lehnen wir strikt ab. Entsprechenden politischen Forderungen, den Mindestlohn gesetzlich auf 14 oder 15 Euro anzuheben, stellen wir uns mit Entschiedenheit entgegen. Hier droht ein ‘politischer Mindestlohn´, der zum Spielball gesellschaftspolitischer Vorstellungen insbesondere in Wahlkampfzeiten wird“, so Brossardt weiter.
Die vbw verweist darauf, dass es beim gesetzlichen Mindestlohn auch keinen Nachholbedarf gibt: Mit der Anhebung zum 1. Januar 2025 auf 12,82 Euro liegt der Mindestlohn um über 50 Prozent höher im Vergleich zur Ausgangsbasis von 8,50 Euro vor zehn Jahren. Die sonstigen Löhne sind in dieser Zeit um 30 Prozent gestiegen. „Forderungen nach einer stärkeren Erhöhung passen überhaupt nicht in die Zeit. Steigende Preise belasten nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmen. Viele Unternehmen und ihre Belegschaften erleben derzeit multiple Krisen und stehen vor existenziellen Herausforderungen – Strukturkrise, Konjunkturkrise, geopolitische Unsicherheiten, hohes Kostenniveau, vor allem bei Energie- und Rohstoffpreisen, überbordende Bürokratie und De-Industrialisierung. Die politische Lage nach dem Bruch der Ampel-Koalition führt zu weiterer Unsicherheit. Das letzte, was die Unternehmen brauchen, sind zusätzliche und überproportionale Belastungen“, so Brossardt abschließend.