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Außenhandel

Lage der baye­ri­schen M+E‑Industrie

Ver­lust von fast 30.000 Arbeits­plät­zen in den letz­ten zwei Jahren

Die wirt­schaft­li­che Lage in der baye­ri­schen M+E Indus­trie ist auch im ers­ten Quar­tal 2026 ange­spannt geblie­ben. Die Pro­duk­ti­on sei vier Pro­zent nied­ri­ger gewe­sen als im Vor­jah­res­quar­tal, tei­len bay­me – Baye­ri­scher Unter­neh­mens­ver­band Metall und Elek­tro e. V. und vbm – Ver­band der Baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Indus­trie e. V. mit. Seit Anfang 2024 sei­en fast 30.000 Arbeits­plät­ze ver­lo­ren­ge­gan­gen und mit einem wei­te­ren Abbau von Arbeits­plät­zen wer­de gerechnet.

„Nach­dem sich die wirt­schaft­li­che Lage sowie auch die Stim­mung in Bay­erns größ­tem Indus­trie­zweig, der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2025 vor­sich­tig sta­bi­li­siert hat­ten, sorgt der Iran-Krieg seit März für eine erneu­te wirt­schaft­li­che Zäsur. Fakt ist: Geo­po­li­ti­sche Kri­sen haben die baye­ri­sche M+E Indus­trie wei­ter fest im Griff, denn zwei Drit­tel ihrer Umsät­ze macht sie auf Aus­lands­märk­ten“, fasst Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro­ar­beit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm, das zen­tra­le Ergeb­nis des aktu­el­len M+E Kon­junk­tur­re­ports der Ver­bän­de zusam­men und ergänzt: „Zusätz­lich zu den glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen kämp­fen die Unter­neh­men auch damit, dass die Stand­ort­be­din­gun­gen im Inland nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig sind. Wir brau­chen aber attrak­ti­ve Rah­men­be­din­gun­gen, um in einer Welt­wirt­schaft im Wan­del bestehen zu können.“

Die Pro­duk­ti­on in der M+E Indus­trie lag im ers­ten Quar­tal 2026 um vier Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­quar­tal. Auf­fäl­lig ist das kräf­ti­ge Plus von rund zehn Pro­zent beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau, der von einer kon­stant hohen Nach­fra­ge nach zivi­len Luft­fahr­zeu­gen sowie stei­gen­den Aus­ga­ben für Rüs­tungs­gü­ter pro­fi­tiert. Bei den bei­den größ­ten Wirt­schafts­zwei­gen der M+E Indus­trie, der Kfz-Indus­trie und des Maschi­nen­baus, gab es dage­gen wei­te­re Ein­bu­ßen. Der Out­put sank bei bei­den Bran­chen jeweils um rund acht Pro­zent. Die­sen Rück­gang konn­te auch der Anstieg beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau nicht kom­pen­sie­ren. „Die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­sie­rung der M+E Indus­trie war nicht nach­hal­tig, die Tal­fahrt setzt sich fort. Die Lage ist dra­ma­tisch. Einen Licht­blick bil­den zumin­dest die Neu­auf­trä­ge, die seit eini­ger Zeit vor­sich­tig auf­wärts­ge­rich­tet sind. Das Auf­trags­vo­lu­men ver­harrt zugleich auf nied­ri­gem Niveau, die Betrie­be kämp­fen wei­ter mit Überkapazitäten.“

Der Beschäf­ti­gungs­ab­bau in der M+E Indus­trie hielt im ers­ten Quar­tal 2026 an. Gegen­über dem Vor­quar­tal sank die Zahl der Beschäf­tig­ten um 0,3 Pro­zent. Seit dem letz­ten Höchst­stand im Janu­ar 2024 gin­gen fast 30.000 Stel­len ver­lo­ren. Aktu­ell zählt die baye­ri­sche M+E Indus­trie rund 845.000 Beschäf­tig­te. Dazu Bros­sardt: „Wir erwar­ten, dass sich der Abbau von Arbeits­plät­zen in den kom­men­den Mona­ten fort­setzt. Die Kurz­ar­beit sinkt eben­falls. Das mag auf den ers­ten Blick über­ra­schend sein, die Ursa­che ist jedoch alar­mie­rend: Da die Kri­se so lan­ge anhält, bleibt vie­len Betrie­ben nur noch die Mög­lich­keit, Beschäf­ti­gung abzu­bau­en, statt sie mit­hil­fe des Kurz­ar­bei­ter­gelds zu halten.“

bay­me vbm for­dern daher grund­le­gen­de und umfas­sen­de Refor­men. „Bis zum Som­mer muss die Bun­des­re­gie­rung den Reform-Tur­bo zün­den, um den Dau­er­still­stand der ver­gan­ge­nen Jah­re zu been­den. Wir haben kei­ne Zeit mehr zu ver­lie­ren. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen auch die Gewerk­schaf­ten erken­nen, dass die hohen Arbeits­kos­ten zu unse­ren größ­ten Wett­be­werbs­nach­tei­len gehö­ren. Sie hem­men Inves­ti­tio­nen und erhö­hen den Ver­la­ge­rungs­druck. Es braucht jetzt eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung, damit wir im sich stark ver­än­dern­den glo­ba­len Wett­be­werb bestehen kön­nen“, so Brossardt.

Der M+E Kon­junk­tur­re­port 02/​2026 ist hier zu finden.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im ers­ten Quar­tal 2026

Ex- und Impor­te zwar im Auf­wind, aber ver­schlech­ter­te Per­spek­ti­ven wegen Iran-Krieg

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te in den ers­ten drei Mona­ten 2026 Waren im Wert von rund 57,5 Mil­li­ar­den Euro, wie die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit­teilt. Das waren 1,9 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die Impor­te stie­gen von Janu­ar bis März die­ses Jah­res um 4,0 Pro­zent auf knapp 57,9 Mil­li­ar­den Euro.

Das Export­plus im ers­ten Quar­tal 2026 war vor allem dem kräf­ti­gen Anstieg von 8,5 Pro­zent im März zu ver­dan­ken. Das geht aus Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts her­vor, wel­che die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. aus­ge­wer­tet hat. Dazu erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt: „Der Anstieg der Aus­fuh­ren ist zwar erfreu­lich, gleich­zei­tig dür­fen die Zah­len nicht über­be­wer­tet wer­den. Der Iran-Krieg und sei­ne Fol­gen haben nicht nur zu mas­si­ven Stei­ge­run­gen der Ener­gie­kos­ten geführt, son­dern brin­gen die glo­ba­len Lie­fer­ket­ten durch­ein­an­der und schwä­chen damit die Welt­wirt­schaft.“ Die vbw gehe davon aus, dass sich die Aus­wir­kun­gen des Kon­flikts in den Zah­len der kom­men­den Mona­te nega­tiv nie­der­schla­gen wer­den. Bezeich­nend sei zudem, dass der Frei­staat im ers­ten Jah­res­vier­tel ein Han­dels­de­fi­zit von knapp 353 Mil­lio­nen Euro auf­weist, im Vor­jah­res­quar­tal habe es es noch einen Über­schuss von 827 Mil­lio­nen Euro gege­ben. „Das zeigt: Die schwie­ri­ge wirt­schaft­li­che Lage im In- und Aus­land geht an die Sub­stanz. Wir erwar­ten daher eine zügi­ge Eini­gung auf das von der Bun­des­re­gie­rung ver­spro­che­nes Reformpaket.“ 

Die Betrach­tung der wich­tigs­ten Export­märk­te ver­deut­licht die Rol­le Euro­pas als Sta­bi­li­täts­an­ker für den baye­ri­schen Export. „Die Aus­fuh­ren in unse­re EU-Part­ner­län­der stie­gen um fast zehn Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal. Nach Tsche­chi­en, Polen, Spa­ni­en und Ita­li­en gab es sogar zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten“, betont Bros­sardt und macht deut­lich: „Euro­pa stärkt die baye­ri­sche Wirt­schaft. Gleich­zei­tig kom­pen­siert es die Ein­bu­ßen aus dem Han­del mit unse­rem wich­tigs­ten Export­markt, den USA. Die Aus­fuh­ren dort­hin san­ken im Vor­jah­res­ver­gleich um knapp 19 Pro­zent. Fakt ist: In einer Welt der Umbrü­che und Kri­sen bleibt der euro­päi­sche Bin­nen­markt unse­re Lebens­ver­si­che­rung. Die­sen gilt es wei­ter zu ver­tie­fen.“ Die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na, dem größ­ten baye­ri­schen Han­dels­part­ner, stie­gen unter­durch­schnitt­lich um 1,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahresquartal.

Die Daten zu den wich­tigs­ten Export­gü­tern zei­gen ein gemisch­tes Bild: So stie­gen im ers­ten Quar­tal vor allem die Aus­fuh­ren im Elek­tro­be­reich zwi­schen vier und acht Pro­zent. Dabei han­del­te es sich um nach­rich­ten­tech­ni­sche Gerä­te sowie Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung. Die Expor­te von Pkw san­ken dage­gen um 12,6 Pro­zent. Dazu Bros­sardt: „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch in die Wege zu brin­gen, und ande­rer­seits an die Gewerk­schaf­ten, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten, da die­se ein gro­ßes Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar­stel­len und den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich erhöhen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Febru­ar 2026

Ein­fuh­ren stei­gen merk­lich an, Export­ent­wick­lung wei­ter schwach

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te im Febru­ar 2026 Waren im Wert von rund 19,2 Mil­li­ar­den Euro, das waren 0,4 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 5,6 Pro­zent auf 18,9 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. betrach­tet die vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len mit Vorsicht.

„Es ist posi­tiv, dass der Außen­han­del vor­erst wei­ter­hin leicht im Auf­wind scheint. Zu beden­ken ist aber, dass es sich um Zah­len han­delt, die den Zeit­raum vor Aus­bruch des Iran-Kriegs abbil­den. Wir müs­sen des­halb davon aus­ge­hen, dass die Zah­len auf­grund die­ses Kon­flikts und der Blo­cka­de der Stra­ße von Hor­mus wie­der ins Nega­ti­ve rut­schen wer­den“, sag­te vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die schwie­ri­ge außen­wirt­schaft­li­che Lage habe die so zen­tra­le baye­ri­sche Export­wirt­schaft wei­ter­hin fest im Griff. „Wir dür­fen kei­ne Zeit mehr ver­lie­ren: Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss die so drin­gend benö­tig­ten struk­tu­rel­len Refor­men zügig umset­zen, um unse­ren Stand­ort gera­de im Ange­sicht der mas­si­ven welt­wei­ten Unsi­cher­hei­ten von innen her­aus mög­lichst attrak­tiv zu gestalten.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te zeigt eine dif­fe­ren­zier­te Lage. „Ein schmerz­haf­ter Rück­schlag: Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat bra­chen die Aus­fuh­ren in die USA, dem größ­ten baye­ri­schen Absatz­markt, um knapp 20 Pro­zent auf 2,1 Mil­li­ar­den Euro ein“, so Bros­sardt. Die unbe­re­chen­ba­re Zoll- und Han­dels­po­li­tik von Donald Trump belas­te den baye­risch-ame­ri­ka­ni­schen Han­del wei­ter­hin stark. Zudem sei­en auch die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na um zehn Pro­zent gesun­ken. Grund hier­für sei neben der wirt­schaft­li­chen Schwä­che in Chi­na vor allem die Kon­kur­renz aus dem Reich der Mit­te selbst, die durch Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zusätz­lich bestärkt wer­de. „Ein Licht­blick ist dage­gen der Han­del mit Euro­pa: Die gesam­ten Aus­fuh­ren des Frei­staats in die EU-Län­der stie­gen um rund zehn Pro­zent. Vor allem die Expor­te nach Öster­reich, Frank­reich, Ita­li­en und Polen konn­ten aus­ge­wei­tet wer­den. Umso stär­ker die glo­ba­le Unsi­cher­heit ist, umso mehr erweist sich der euro­päi­sche Bin­nen­markt als Sta­bi­li­täts­an­ker für die baye­ri­sche Wirt­schaft. Die­sen gilt es daher ent­schie­den zu stärken.“

Der Blick auf die Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter bleibt durch­wach­sen. „Sowohl bei den Pkw als auch Maschi­nen sehen wir im Febru­ar erneut Rück­gän­ge, um 12,1 bezie­hungs­wei­se 1,7 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat. Klar ist: Wir ver­lie­ren wei­ter bei den Gütern, deren welt­wei­ter Ver­kauf jahr­zehn­te­lang zu unse­rem wirt­schaft­li­chen Mar­ken­kern gehör­te“, erklärt Bros­sardt und ergänzt: „Wir ste­hen vor einer extrem schwie­ri­gen Lage. Das der­zei­ti­ge Cha­os in der Welt­wirt­schaft lässt sich aber eben nur schwer beein­flus­sen. Daher ist es umso wich­ti­ger, dass wir unse­ren hei­mi­schen Unter­neh­men die nöti­ge Rücken­de­ckung ver­schaf­fen – dafür braucht es schnell wie­der attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen. Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss dafür end­lich den Mut auf­brin­gen, unbe­que­me Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und tief­grei­fen­de Refor­men rasch umzusetzen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Jahr 2025

Aus­fuh­ren gehen leicht zurück

Die baye­ri­sche Metall- und Elek­tro­in­dus­trie expor­tier­te im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Mil­li­ar­den Euro ins Aus­land, das waren 0,3 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Dies teilt die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit.

Damit san­ken die M+E‑Exporte das zwei­te Jahr in Fol­ge. Ins­ge­samt mach­ten die M+E‑Ausfuhren im Frei­staat knapp zwei Drit­tel aller Pro­duk­te aus, die ins Aus­land expor­tiert wur­den, so die Berech­nun­gen der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Arbeit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm auf Basis von Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. „Fakt ist: Die M+E‑Industrie ist das Herz der Wirt­schaft im Frei­staat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäf­tig­te in Bay­ern. Auch wenn die gesam­ten baye­ri­schen Expor­te wie­der leicht im Auf­wind sind, ist unse­re wich­tigs­te Bran­che wei­ter am Kämp­fen“, so bay­me vbm Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die chao­ti­sche Lage der Welt­wirt­schaft kön­nen wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unbe­re­chen­ba­re Han­dels­po­li­tik der US-Regie­rung, den erheb­lich ver­teu­er­ten Euro und die star­ke glo­ba­le Kon­kur­renz. Fatal ist aber, dass zu dem schwie­ri­gen inter­na­tio­na­len Umfeld haus­ge­mach­ten Hür­den kom­men. Wir müs­sen unse­re Stand­ort­be­din­gun­gen drin­gend ver­bes­sern, damit unse­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit von die­ser Sei­te nicht noch wei­ter zusätz­lich belas­tet wird.“

2025 führ­ten baye­ri­sche Unter­neh­men M+E Pro­duk­te im Wert von 20,2 Mil­li­ar­den Euro in die USA aus, das ent­spricht 13,6 Pro­zent aller baye­ri­schen M+E Expor­te. „Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten blei­ben auch im M+E Bereich unser wich­tigs­ter Absatz­markt, obwohl sich die Expor­te dort­hin um sat­te 11,3 Pro­zent ver­rin­ger­ten. Der Han­dels­streit und die aggres­si­ve Zoll­po­li­tik der US-Regie­rung tref­fen auch unse­re M+E Indus­trie hart“, so Bros­sardt. Aber auch die Aus­fuh­ren in den zweit­größ­ten M+E Export­markt Chi­na sind um 10,4 Pro­zent ein­ge­bro­chen. „Die mas­si­ve Kon­kur­renz vor Ort in Kom­bi­na­ti­on mit wett­be­werbs­ver­zer­ren­den Maß­nah­men und Pro­tek­tio­nis­mus schwä­chen unse­re Fir­men im glo­ba­len Wett­be­werb“, so Bros­sardt und sagt wei­ter: „Mit Blick auf die gro­ßen Schwie­rig­kei­ten im welt­wei­ten Export­ge­schäft zeigt sich auch bei den M+E Export­zah­len der Trend, dass noch mehr Geschäft in Euro­pa gemacht wird: Inzwi­schen ent­fal­len 47 Pro­zent der baye­ri­schen M+E Expor­te auf die EU, gegen­über dem Vor­jahr stie­gen sie um 5,2 Prozent.“

Bei den wich­tigs­ten Export­gü­tern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemisch­te Ent­wick­lung. Die Expor­te von Kfz und Kfz-Tei­len betru­gen 52,5 Mil­li­ar­den Euro (Pkw davon mit 38,5 Mil­li­ar­den Euro), und ent­spra­chen damit 35,3 Pro­zent der gesam­ten M+E Aus­fuh­ren. Sowohl Aus­fuh­ren von Pkw als auch von Kfz-Tei­len san­ken um drei bis fünf Pro­zent. Auch bei den Maschi­nen, die für ein Export­vo­lu­men von 39,5 Mil­li­ar­den Euro ste­hen, gin­gen die Expor­te im letz­ten Jahr um rund drei Pro­zent zurück. Auf­fäl­lig ist dage­gen das star­ke Wachs­tum bei den Luft­fahr­zeu­gen und Luft­fahr­zeug­tei­len, die gegen­über 2024 um 41,1 Pro­zent stie­gen. Sie ste­hen für ein Export­vo­lu­men von immer­hin 6,6 Mil­li­ar­den Euro. Bros­sardt resü­miert: „Es gibt zwar ein­zel­ne erfreu­li­che Ent­wick­lun­gen. Aber bei unse­ren wich­tigs­ten Export­gü­tern ver­lie­ren wir wei­ter an Boden. Das kann auch der über­ra­schend star­ke Zuwachs an ande­rer Stel­le nicht kom­pen­sie­ren. Wir brau­chen die­ses Jahr einen gro­ßen Wurf, um die tief­grei­fen­den Struk­tur­pro­ble­me zügig anzu­ge­hen. Nur so brin­gen wir unse­ren Stand­ort wie­der auf Vordermann.“

vbw zum deut­schen Außen­han­del 2025

Deut­sche Aus­fuh­ren sta­gnie­ren – Chi­na über­holt die USA als wich­tigs­ten Exportmarkt

Die deut­schen Waren­ex­por­te sind 2025 kaum gewach­sen. Dem­nach wur­den 2025 Waren im Wert von rund 1.570 Mil­li­ar­den Euro ins Aus­land expor­tiert, das war ledig­lich ein Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 4,4 Pro­zent auf 1.367 Mil­li­ar­den Euro. Dadurch sank der deut­sche Export­über­schuss um mehr als 42 Mil­li­ar­den auf rund 203 Mil­li­ar­den Euro. Aus Sicht der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. sind die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Zah­len ein kla­res Warn­si­gnal für den Standort.

„Die struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me sind ein immenser Wett­be­werbs­nach­teil auf den Welt­märk­ten, bei ohne­hin gro­ßen außen­wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen für unse­re Unter­neh­men. Die erra­ti­sche US-Zoll­po­li­tik bremst die Welt­wirt­schaft ins­ge­samt. Das belas­tet die tief in den Welt­han­del inte­grier­ten Volks­wirt­schaf­ten Bay­erns und Deutsch­lands in beson­de­rem Maße. Auch der stark auf­ge­wer­te­te Euro stellt eine Bedro­hung für unse­re stark export­ori­en­tier­te Indus­trie dar“, erläu­tert vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Die Expor­te in die wich­tigs­ten Märk­te ver­zeich­ne­ten teil­wei­se star­ke Rück­gän­ge. „Es ist sehr bedau­er­lich, dass die Expor­te in die USA auf­grund der aggres­si­ven US-Zoll­po­li­tik um 9,3 Pro­zent auf 146,9 Mil­li­ar­den Euro zurück­ge­gan­gen sind. Auch die Aus­fuh­ren nach Chi­na haben mit einem Rück­gang in glei­cher Höhe deut­lich an Schwung ver­lo­ren. Erfreu­lich sind die gestie­ge­nen Expor­te in die EU-Staa­ten um über vier Pro­zent“, so Bros­sardt weiter.

2025 war Chi­na mit einem Außen­han­dels­vo­lu­men von 251,8 Mil­li­ar­den Euro Deutsch­lands wich­tigs­ter Han­dels­part­ner, noch vor den Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit einem Außen­han­dels­um­satz von 240,5 Mil­li­ar­den Euro. Dass Chi­na die USA im Außen­han­del mit Deutsch­land über­holt hat, zei­ge die enge Ver­flech­tung mit dem chi­ne­si­schen Markt. Zugleich ver­deut­li­che der Rück­gang des Han­dels mit den USA, wie stark die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen den Außen­han­del beein­flus­sen und wie wich­tig es ist, die Han­dels­be­zie­hun­gen zu diver­si­fi­zie­ren und resi­li­en­ter auf­zu­stel­len. „Die Zustim­mung des EU-Par­la­ments zum Mer­co­sur-Abkom­men wäre ein wich­ti­ges Signal gewe­sen. Wich­tig ist es jetzt, dass die Kom­mis­si­on die vor­läu­fi­ge Anwen­dung des Abkom­mens beschließt. So kann die Wirt­schaft von den Vor­tei­len des Abkom­mens pro­fi­tie­ren, wäh­rend die Ent­schei­dung des EuGH abge­war­tet wird. Auch das abge­schlos­se­ne Frei­han­dels­ab­kom­men der EU mit Indi­en bie­tet immense Chan­cen. Wir sind über­zeugt, dass jedes Frei­han­dels­ab­kom­men unse­ren euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und unse­re baye­ri­sche Volks­wirt­schaft stär­ker und unab­hän­gi­ger macht“, erläu­tert Brossardt.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Okto­ber 2025

Baye­ri­scher Außen­han­del erfährt leich­te Erholung

Der baye­ri­sche Außen­han­del erfährt eine leich­te Erho­lung ins­ge­samt, aber ein Minus bei den Export­gü­tern Pkw und Maschi­nen, wie die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft mitteilt.

Dem­nach expor­tier­te die baye­ri­sche Wirt­schaft im Okto­ber 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Mil­li­ar­den Euro, das waren 4,8 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 3,7 Pro­zent auf 21,3 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. gibt sich ange­sichts der heu­te vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len wei­ter­hin zurück­hal­tend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Okto­ber macht uns vor­sich­tig hoff­nungs­voll. Gleich­zei­tig haben wir auch in den ver­gan­ge­nen Mona­ten immer wie­der einen leich­ten Auf­schwung erlebt, der dann wie­der in den Fol­ge­mo­na­ten ver­pufft ist. Zudem lie­gen sowohl Aus- als auch Ein­fuh­ren des Frei­staats in der Gesamt­be­trach­tung Janu­ar bis Okto­ber 2025 wei­ter­hin um 0,3 Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­zeit­raum“, erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Her­aus­for­de­run­gen sei­en enorm: Die US-Zöl­le und der sich welt­weit aus­brei­ten­de Pro­tek­tio­nis­mus, die star­ke Kon­kur­renz aus Chi­na und ein zu stark auf­ge­wer­te­ter Euro erschwer­ten unse­rer inter­na­tio­na­li­sier­ten baye­ri­schen Export­wirt­schaft mas­siv das Geschäft. „Wir müs­sen daher von innen her­aus wirt­schaft­lich so stark auf­ge­stellt wie mög­lich sein. Solan­ge wir aber nicht die tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me lösen, kön­nen wir unse­re Export­in­dus­trie im har­ten glo­ba­len Wett­be­werb nicht stär­ken. Für das neue Jahr erwar­ten wir daher zügig grund­le­gen­de Reformen.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te ergibt eine gemisch­te Lage. „Vor allem bei unse­rem wich­tigs­ten aus­län­di­schen Absatz­markt, den USA, schmerzt der Export­rück­gang wei­ter­hin sehr. Hier fie­len unse­re Expor­te auch im Okto­ber, und zwar deut­lich um fast zehn Pro­zent. Die neu­en wirt­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten, aus­ge­löst durch die US-Zoll­po­li­tik, sind immer mehr erkenn­bar. Auch die Aus­fuh­ren nach Chi­na – unse­rem größ­ten Han­dels­part­ner – gin­gen leicht zurück. Erfreu­lich ist dage­gen, dass sich das Export­ge­schäft mit unse­ren euro­päi­schen Nach­barn immer wei­ter ver­bes­sert. Im Okto­ber sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Pro­zent. Über­durch­schnitt­lich wuch­sen unse­re Aus­fuh­ren in wich­ti­ge Absatz­märk­te wie Polen, Spa­ni­en, die Nie­der­lan­de und Ita­li­en. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, wel­ches wirt­schaft­li­che Poten­zi­al im euro­päi­schen Bin­nen­markt steckt. Wir müs­sen wirt­schaft­lich noch enger zusam­men­wach­sen“, so Brossardt.

Bei den Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter zeigt sich ein schwie­ri­ges Bild. „Die Expor­te von Pkw und Maschi­nen gin­gen auch im Okto­ber erneut zurück – um sie­ben bezie­hungs­wei­se knapp fünf Pro­zent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unse­rer wich­tigs­ten Export­pro­duk­te ver­lie­ren zuneh­mend an glo­ba­len Export­an­tei­len. Das ist ver­hee­rend. Posi­tiv war zumin­dest, dass sich die Aus­fuh­ren für Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung um 9,2 Pro­zent erhöht haben“, erklärt Bros­sardt und betont: „Die Zah­len geben lei­der wei­ter­hin kei­nen Anlass für gro­ßen Opti­mis­mus. Im Gegen­teil: Unser Stand­ort steckt wei­ter­hin in einer ech­ten Wett­be­werbs­fä­hig­keits­kri­se. Jetzt gilt es im kom­men­den Jahr die Wei­chen dafür zu stel­len, dass unse­re Wirt­schaft für die Zukunft gut auf­ge­stellt ist.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außenhandel

Export- und Import­ge­schäft im ers­ten Halb­jahr 2025 im Minus

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te im ers­ten Halb­jahr 2025 Waren im Wert von fast 114 Mil­li­ar­den Euro, das waren knapp ein Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Dies teilt die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit.

Die Impor­te san­ken dem­nach eben­falls um rund ein Pro­zent auf 112,5 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. gibt sich ange­sichts der heu­te vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Zah­len wei­ter­hin besorgt. „Wie befürch­tet, sind die Zah­len in die­sem Jahr sowohl für Aus­fuh­ren als auch Ein­fuh­ren bis­lang rück­läu­fig. Die Vor­zieh­ef­fek­te auf­grund der US-Zöl­le haben nur für einen zwi­schen­zeit­li­chen Anstieg der Expor­te gesorgt, im gesam­ten ers­ten Halb­jahr ergibt sich jedoch ein Minus im Vor­jah­res­ver­gleich. Zudem drückt die wei­ter­hin schwa­che Inlands­nach­fra­ge das Import­ge­schäft. Die tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Pro­ble­me unse­res Stand­orts ver­hin­dern wei­ter­hin ein dau­er­haf­tes Come­back unse­rer Wirt­schaft. Wir set­zen auf die Bun­des­re­gie­rung, dass sie die Voll­endung der Wirt­schafts­wen­de wei­ter ent­schlos­sen angeht“, betont vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt. 

Die Betrach­tung der wich­tigs­ten Export­märk­te erge­be ein gemisch­tes Bild. „Stark rück­läu­fig waren die Expor­te nach Chi­na – sie san­ken um knapp 25 Pro­zent. Unse­re Betrie­be spü­ren die chi­ne­si­sche Kon­kur­renz vor Ort, auch durch unfai­re Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen sei­tens Chi­na“, erklärt Bros­sardt. Die Volks­re­pu­blik sei aber unser größ­ter Han­dels­part­ner und dritt­größ­ter Export­markt. Auch mit den USA sei ein Rück­gang der Aus­fuh­ren um rund drei Pro­zent zu sehen. Bis­lang habe der EU-US-Zoll­de­al nur bedingt für Pla­nungs­si­cher­heit gesorgt. „Für den Deal zah­len wir gleich­zei­tig einen wirt­schaft­lich hohen Preis und müs­sen mit Ein­bu­ßen im Export­ge­schäft rech­nen. Die Expor­te in die EU stie­gen dage­gen um rund ein Pro­zent. Eben­falls sin­ken­de Aus­fuh­ren um bis 3,6 Pro­zent ver­zeich­nen wir bei unse­ren wich­tigs­ten euro­päi­schen Absatz­märk­ten Frank­reich und Österreich.“

Die Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter lagen im ers­ten Halb­jahr 2025 eben­falls im Minus. „Ins­ge­samt wur­den vier Pro­zent weni­ger Maschi­nen und 3,5 Pro­zent weni­ger Pkw expor­tiert. Das glei­che gilt für Kfz-Tei­le, che­mi­sche Pro­duk­te und elek­tri­sche Aus­rüs­tun­gen, deren Aus­fuh­ren zwi­schen zwei und sechs Pro­zent gesun­ken sind.“ Auf­fäl­lig sei dage­gen der star­ke Export­zu­wachs von Phar­ma­pro­duk­ten und Luft­fahrt­zeu­gen und ‑tei­len zwi­schen 33 und knapp 50 Pro­zent – auch wenn bei­de einen eher gerin­gen Anteil am Gesamt­ex­port hät­ten. „Die Zah­len doku­men­tie­ren die wei­ter­hin her­aus­for­dern­de Lage. In einem immer här­ter wer­den­den glo­ba­len Wett­be­werb, geprägt durch Pro­tek­tio­nis­mus und unfai­re Wett­be­werbs­prak­ti­ken, müs­sen wir unse­ren Unter­neh­men des­halb noch mehr den Rücken stär­ken. Dazu müs­sen wir noch ent­schie­de­ner für einen attrak­ti­ven und wett­be­werbs­fä­hi­gen Stand­ort arbei­ten“, so Bros­sardt abschließend.

vbw-State­ment zum baye­ri­schen Außenhandel

Baye­ri­sche Ein- und Aus­fuh­ren sin­ken sieb­ten Monat in Folge

Die baye­ri­schen Aus­fuh­ren gin­gen im Febru­ar 2025 um 4,7 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat auf ins­ge­samt 19,1 Mil­li­ar­den Euro zurück. Die Ein­fuh­ren san­ken um 7,2 Pro­zent auf nur noch 17,9 Mil­li­ar­den Euro. Die heu­te vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len bezeich­net die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. als extrem beunruhigend.

„Sowohl die baye­ri­schen Expor­te als auch Impor­te ver­har­ren im Febru­ar wei­ter­hin tief im Minus. Klar ist: Wir befin­den uns mit­ten in einer tie­fen Kon­junk­tur- und vor allem Struk­tur­kri­se. Umso mehr ist daher die Eini­gung auf einen Koali­ti­ons­ver­trag eine gute Nach­richt. Sie ebnet den Weg für eine hand­lungs­fä­hi­ge Bun­des­re­gie­rung. Es ist zu hof­fen, dass durch den Koali­ti­ons­ver­trag wachs­tums­för­dern­de und stand­ort­si­chern­de Impul­se gesetzt wer­den – und zwar zügig. Wir brau­chen jetzt einen ech­ten wirt­schaft­li­chen Auf­bruch“, so vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Bei den größ­ten baye­ri­schen Absatz­märk­ten zeigt sich die dras­ti­sche Lage ganz beson­ders. „Bei unse­rem wich­tigs­ten Export­markt, den USA, sind sowohl die Expor­te als auch die Impor­te im Sink­flug – und das sogar noch vor Inkraft­tre­ten der neu­en Zöl­le. Im Febru­ar san­ken die Aus­fuh­ren in die USA dem­nach um fast 10 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat. Die Ein­fuh­ren aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lagen sogar um rund ein Vier­tel nied­ri­ger. Die radi­ka­le Zoll­po­li­tik von Donald Trump stellt für die baye­ri­sche Wirt­schaft eine fun­da­men­ta­le Her­aus­for­de­rung dar. Fast 13 Pro­zent der baye­ri­schen Expor­te gehen in die USA. Noch dra­ma­ti­scher ent­wi­ckelt sich zugleich unser Chi­na­ge­schäft: Die Aus­fuh­ren in das Reich der Mit­te gin­gen im Febru­ar um gan­ze 31,5 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr zurück. Eben­so sehen wir Ein­bu­ßen beim Export nach Öster­reich, Frank­reich, Ita­li­en und in das Ver­ei­nig­te König­reich. Nur in weni­ge wich­ti­ge Export­märk­te konn­ten die Aus­fuh­ren gestei­gert wer­den. Polen ist eine sol­che posi­ti­ve Aus­nah­me“, erklärt Brossardt.

Ein ähn­li­ches Bild ergibt sich für die ein­zel­nen Waren­grup­pen. „Wich­tigs­te Export­gü­ter im Febru­ar 2025 waren Pkw und Wohn­mo­bi­le mit einem Export­vo­lu­men von rund 3,7 Mil­li­ar­den Euro. Danach folg­ten Maschi­nen, Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung, Kfz-Tei­le sowie Phar­ma­zeu­ti­sche Erzeug­nis­se. Außer bei den phar­ma­zeu­ti­schen Erzeug­nis­sen gab es bei allen genann­ten Waren­grup­pen Export­rück­gän­ge von bis zu 12,3 Pro­zent. Fakt ist: Die neu­en außen­wirt­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten stel­len die baye­ri­sche Wirt­schaft auf eine har­te Bewäh­rungs­pro­be. Die Auf­ga­ben, vor denen wir ste­hen, sind groß, kurz‑, aber auch lang­fris­tig. Gleich­zei­tig stimmt uns der Koali­ti­ons­ver­trag hoff­nungs­voll. Es muss jetzt schnell gehan­delt wer­den“, so Brossardt.

Baye­ri­scher Außen­han­del im Novem­ber 2024

Expor­te ein­ge­bro­chen, auch in die USA und nach China

Die baye­ri­schen Expor­te ver­zeich­ne­ten laut der heu­te vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len im Novem­ber 2024 einen Rück­gang um über elf Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat auf 18,7 Mil­li­ar­den Euro. „Wir müs­sen wie­der mehr Wirt­schaft wagen“, so die For­de­rung der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. dazu.

„Auch die Expor­te in die USA – unse­rem wich­tigs­ten Export­markt – gin­gen im Novem­ber um knapp zehn Pro­zent auf 2,6 Mil­li­ar­den Euro zurück. Im Jah­res­ver­lauf sehen wir eine kla­re Abwärts­dy­na­mik“, erläu­tert Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. Die stark gesun­ke­nen Expor­te in die USA sind aus Sicht der vbw ein dra­ma­ti­sches Signal. „Im Dezem­ber und Janu­ar erwar­ten wir bei den Expor­ten in die USA etwas bes­se­re Zah­len, da die Unter­neh­men wegen der Unwäg­bar­kei­ten auf dem US-Markt noch so weit wie mög­lich ihre Lager auf­ge­füllt haben dürf­ten. Aber für die Zeit danach sind wir sehr skep­tisch. Wir sehen Trumps Ankün­di­gun­gen von Straf­zöl­len auf US-Impor­te in Höhe von zehn bis 20 Pro­zent mit gro­ßer Sor­ge. Die­se wür­den Pro­duk­te baye­ri­scher Her­stel­ler teu­rer und damit weni­ger wett­be­werbs­fä­hig auf dem US-Markt machen. Kommt es als Fol­ge der US-Zollan­he­bun­gen zu Gegen­re­ak­tio­nen und dadurch zu einem all­ge­mei­nen Anstieg der Han­dels­hemm­nis­se welt­weit, wären Deutsch­land und Bay­ern als beson­ders export­ori­en­tiert über­durch­schnitt­lich betrof­fen. Ein Wett­lauf bei Straf­zöl­len kennt nur Ver­lie­rer“, gibt Bros­sardt zu Bedenken.

Die Expor­te in die rest­li­chen EU-Staa­ten gin­gen im Novem­ber eben­falls um 10,1 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat zurück. „Die Aus­fuh­ren nach Chi­na nah­men im Novem­ber sogar um über 25 Pro­zent ab. Damit ver­zeich­ne­ten die Aus­fuh­ren in alle füh­ren­den Export­län­der deut­li­che Rück­gän­ge. Ledig­lich die Aus­fuh­ren auf den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent nah­men um über elf Pro­zent zu – eine Regi­on, die wir ver­stärkt in den Blick neh­men soll­ten“, so Brossardt.

Die Rück­gän­ge beim Export zei­gen sich über alle Bran­chen und Waren­grup­pen hin­weg. „Die Expor­te von phar­ma­zeu­ti­schen Erzeug­nis­sen san­ken sogar um fast 33 Pro­zent, die von Pkw gin­gen um über­durch­schnitt­li­che 14 Pro­zent zurück“, erläu­tert Bros­sardt und ergänzt: „Erneut zeigt sich: 2024 war wirt­schaft­lich ein ver­lo­re­nes Jahr. Die neue Regie­rung muss mutig han­deln. Wir brau­chen Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft und mehr Frei­heit für unse­re Unter­neh­men statt Gän­ge­lung. Wir müs­sen wie­der mehr Wirt­schaft wagen“, so Bros­sardt abschließend.