Lage der baye­ri­schen M+E‑Industrie

Ver­lust von fast 30.000 Arbeits­plät­zen in den letz­ten zwei Jahren

2 Min. zu lesen
Arbeitsplätzen
Symbolbild, Foto: Pixabay
Die wirt­schaft­li­che Lage in der baye­ri­schen M+E Indus­trie ist auch im ers­ten Quar­tal 2026 ange­spannt geblie­ben. Die Pro­duk­ti­on sei vier Pro­zent nied­ri­ger gewe­sen als im Vor­jah­res­quar­tal, tei­len bay­me – Baye­ri­scher Unter­neh­mens­ver­band Metall und Elek­tro e. V. und vbm – Ver­band der Baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Indus­trie e. V. mit. Seit Anfang 2024 sei­en fast 30.000 Arbeits­plät­ze ver­lo­ren­ge­gan­gen und mit einem wei­te­ren Abbau von Arbeits­plät­zen wer­de gerechnet.

„Nach­dem sich die wirt­schaft­li­che Lage sowie auch die Stim­mung in Bay­erns größ­tem Indus­trie­zweig, der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2025 vor­sich­tig sta­bi­li­siert hat­ten, sorgt der Iran-Krieg seit März für eine erneu­te wirt­schaft­li­che Zäsur. Fakt ist: Geo­po­li­ti­sche Kri­sen haben die baye­ri­sche M+E Indus­trie wei­ter fest im Griff, denn zwei Drit­tel ihrer Umsät­ze macht sie auf Aus­lands­märk­ten“, fasst Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro­ar­beit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm, das zen­tra­le Ergeb­nis des aktu­el­len M+E Kon­junk­tur­re­ports der Ver­bän­de zusam­men und ergänzt: „Zusätz­lich zu den glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen kämp­fen die Unter­neh­men auch damit, dass die Stand­ort­be­din­gun­gen im Inland nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig sind. Wir brau­chen aber attrak­ti­ve Rah­men­be­din­gun­gen, um in einer Welt­wirt­schaft im Wan­del bestehen zu können.“

Die Pro­duk­ti­on in der M+E Indus­trie lag im ers­ten Quar­tal 2026 um vier Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­quar­tal. Auf­fäl­lig ist das kräf­ti­ge Plus von rund zehn Pro­zent beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau, der von einer kon­stant hohen Nach­fra­ge nach zivi­len Luft­fahr­zeu­gen sowie stei­gen­den Aus­ga­ben für Rüs­tungs­gü­ter pro­fi­tiert. Bei den bei­den größ­ten Wirt­schafts­zwei­gen der M+E Indus­trie, der Kfz-Indus­trie und des Maschi­nen­baus, gab es dage­gen wei­te­re Ein­bu­ßen. Der Out­put sank bei bei­den Bran­chen jeweils um rund acht Pro­zent. Die­sen Rück­gang konn­te auch der Anstieg beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau nicht kom­pen­sie­ren. „Die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­sie­rung der M+E Indus­trie war nicht nach­hal­tig, die Tal­fahrt setzt sich fort. Die Lage ist dra­ma­tisch. Einen Licht­blick bil­den zumin­dest die Neu­auf­trä­ge, die seit eini­ger Zeit vor­sich­tig auf­wärts­ge­rich­tet sind. Das Auf­trags­vo­lu­men ver­harrt zugleich auf nied­ri­gem Niveau, die Betrie­be kämp­fen wei­ter mit Überkapazitäten.“

Der Beschäf­ti­gungs­ab­bau in der M+E Indus­trie hielt im ers­ten Quar­tal 2026 an. Gegen­über dem Vor­quar­tal sank die Zahl der Beschäf­tig­ten um 0,3 Pro­zent. Seit dem letz­ten Höchst­stand im Janu­ar 2024 gin­gen fast 30.000 Stel­len ver­lo­ren. Aktu­ell zählt die baye­ri­sche M+E Indus­trie rund 845.000 Beschäf­tig­te. Dazu Bros­sardt: „Wir erwar­ten, dass sich der Abbau von Arbeits­plät­zen in den kom­men­den Mona­ten fort­setzt. Die Kurz­ar­beit sinkt eben­falls. Das mag auf den ers­ten Blick über­ra­schend sein, die Ursa­che ist jedoch alar­mie­rend: Da die Kri­se so lan­ge anhält, bleibt vie­len Betrie­ben nur noch die Mög­lich­keit, Beschäf­ti­gung abzu­bau­en, statt sie mit­hil­fe des Kurz­ar­bei­ter­gelds zu halten.“

bay­me vbm for­dern daher grund­le­gen­de und umfas­sen­de Refor­men. „Bis zum Som­mer muss die Bun­des­re­gie­rung den Reform-Tur­bo zün­den, um den Dau­er­still­stand der ver­gan­ge­nen Jah­re zu been­den. Wir haben kei­ne Zeit mehr zu ver­lie­ren. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen auch die Gewerk­schaf­ten erken­nen, dass die hohen Arbeits­kos­ten zu unse­ren größ­ten Wett­be­werbs­nach­tei­len gehö­ren. Sie hem­men Inves­ti­tio­nen und erhö­hen den Ver­la­ge­rungs­druck. Es braucht jetzt eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung, damit wir im sich stark ver­än­dern­den glo­ba­len Wett­be­werb bestehen kön­nen“, so Brossardt.

Der M+E Kon­junk­tur­re­port 02/​2026 ist hier zu finden.

Weiterer Artikel

Belieb­ter Brauch am Rat­haus wird wie­der aufgenommen

Fron­leich­nam in Bam­berg: Tra­di­tio­nen sicht­bar erleben