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Bayern

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Arbeits­markt im Mai

Leich­te Früh­jahrs­be­le­bung kein Grund zum Aufatmen

Der baye­ri­sche Arbeits­markt befin­det sich aus Sicht der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. wei­ter­hin in einer her­aus­for­dern­den Lage. So wir­ken sich neben den kon­junk­tu­rel­len Belas­tun­gen durch den Iran-Krieg vor allem die struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me nega­tiv auf die Ein­stel­lungs­be­reit­schaft der Unter­neh­men aus.

„Zwar sorgt eine leich­te Früh­jahrs­be­le­bung für einen Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit und Bay­ern behält sei­ne Posi­ti­on als Land mit der nied­rigs­ten Arbeits­lo­sen­quo­te bei. Die Lage bleibt ins­ge­samt aber ange­spannt und die Unter­neh­men sind wei­ter­hin ver­un­si­chert“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt anläss­lich der ver­öf­fent­lich­ten Arbeits­markt­zah­len für Mai durch die Regio­nal­di­rek­ti­on Bay­ern der Bun­des­agen­tur für Arbeit (hier die Zah­len des Agen­tur­be­zirks Bam­berg-Coburg).

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Frei­staat sank im Mai sai­son­be­dingt auf 4,0 Pro­zent (Vor­mo­nat: 4,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig lag sie im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat immer noch um 0,1 Pro­zent­punk­te höher. „Das letz­te Mal, dass wir in Bay­ern im Mai eine Arbeits­lo­sen­quo­te von über vier Pro­zent hat­ten, war im Jahr 2010 – kurz nach der Finanz­kri­se. Ins­ge­samt ist die abso­lu­te Zahl an Arbeits­lo­sen seit dem Früh­jahr 2022 um über 100.000 gestie­gen. Gleich­zei­tig liegt die Zahl der offe­nen Stel­len um knapp 10 Pro­zent unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Das zeigt: Die Unter­neh­men hal­ten sich mit Neu­ein­stel­lun­gen wei­ter zurück. Für eine Ent­war­nung ist es zu früh“, fasst Bros­sardt die Lage zusammen.

Laut vbw bleibt die Situa­ti­on ernst. „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch auf den Weg zu brin­gen, und ande­rer­seits an den Sozi­al­part­ner, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten. Hier ste­hen auch die Gewerk­schaf­ten beson­ders in der Pflicht“, führt Bros­sardt aus und ergänzt: „Nach einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die der vbw stel­len die Arbeits­kos­ten für rund 28 Pro­zent der Unter­neh­men das größ­te Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar, und in glei­chem Umfang stel­len sie Geschäfts­mo­del­le in Fra­ge – bei­des zusam­men erhöht den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich. Das ist bedenk­lich. Wir müs­sen mit maß­vol­ler Ent­wick­lung beim Ent­gelt entgegensteuern.“

Lage der baye­ri­schen M+E‑Industrie

Ver­lust von fast 30.000 Arbeits­plät­zen in den letz­ten zwei Jahren

Die wirt­schaft­li­che Lage in der baye­ri­schen M+E Indus­trie ist auch im ers­ten Quar­tal 2026 ange­spannt geblie­ben. Die Pro­duk­ti­on sei vier Pro­zent nied­ri­ger gewe­sen als im Vor­jah­res­quar­tal, tei­len bay­me – Baye­ri­scher Unter­neh­mens­ver­band Metall und Elek­tro e. V. und vbm – Ver­band der Baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Indus­trie e. V. mit. Seit Anfang 2024 sei­en fast 30.000 Arbeits­plät­ze ver­lo­ren­ge­gan­gen und mit einem wei­te­ren Abbau von Arbeits­plät­zen wer­de gerechnet.

„Nach­dem sich die wirt­schaft­li­che Lage sowie auch die Stim­mung in Bay­erns größ­tem Indus­trie­zweig, der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2025 vor­sich­tig sta­bi­li­siert hat­ten, sorgt der Iran-Krieg seit März für eine erneu­te wirt­schaft­li­che Zäsur. Fakt ist: Geo­po­li­ti­sche Kri­sen haben die baye­ri­sche M+E Indus­trie wei­ter fest im Griff, denn zwei Drit­tel ihrer Umsät­ze macht sie auf Aus­lands­märk­ten“, fasst Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro­ar­beit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm, das zen­tra­le Ergeb­nis des aktu­el­len M+E Kon­junk­tur­re­ports der Ver­bän­de zusam­men und ergänzt: „Zusätz­lich zu den glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen kämp­fen die Unter­neh­men auch damit, dass die Stand­ort­be­din­gun­gen im Inland nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig sind. Wir brau­chen aber attrak­ti­ve Rah­men­be­din­gun­gen, um in einer Welt­wirt­schaft im Wan­del bestehen zu können.“

Die Pro­duk­ti­on in der M+E Indus­trie lag im ers­ten Quar­tal 2026 um vier Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­quar­tal. Auf­fäl­lig ist das kräf­ti­ge Plus von rund zehn Pro­zent beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau, der von einer kon­stant hohen Nach­fra­ge nach zivi­len Luft­fahr­zeu­gen sowie stei­gen­den Aus­ga­ben für Rüs­tungs­gü­ter pro­fi­tiert. Bei den bei­den größ­ten Wirt­schafts­zwei­gen der M+E Indus­trie, der Kfz-Indus­trie und des Maschi­nen­baus, gab es dage­gen wei­te­re Ein­bu­ßen. Der Out­put sank bei bei­den Bran­chen jeweils um rund acht Pro­zent. Die­sen Rück­gang konn­te auch der Anstieg beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau nicht kom­pen­sie­ren. „Die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­sie­rung der M+E Indus­trie war nicht nach­hal­tig, die Tal­fahrt setzt sich fort. Die Lage ist dra­ma­tisch. Einen Licht­blick bil­den zumin­dest die Neu­auf­trä­ge, die seit eini­ger Zeit vor­sich­tig auf­wärts­ge­rich­tet sind. Das Auf­trags­vo­lu­men ver­harrt zugleich auf nied­ri­gem Niveau, die Betrie­be kämp­fen wei­ter mit Überkapazitäten.“

Der Beschäf­ti­gungs­ab­bau in der M+E Indus­trie hielt im ers­ten Quar­tal 2026 an. Gegen­über dem Vor­quar­tal sank die Zahl der Beschäf­tig­ten um 0,3 Pro­zent. Seit dem letz­ten Höchst­stand im Janu­ar 2024 gin­gen fast 30.000 Stel­len ver­lo­ren. Aktu­ell zählt die baye­ri­sche M+E Indus­trie rund 845.000 Beschäf­tig­te. Dazu Bros­sardt: „Wir erwar­ten, dass sich der Abbau von Arbeits­plät­zen in den kom­men­den Mona­ten fort­setzt. Die Kurz­ar­beit sinkt eben­falls. Das mag auf den ers­ten Blick über­ra­schend sein, die Ursa­che ist jedoch alar­mie­rend: Da die Kri­se so lan­ge anhält, bleibt vie­len Betrie­ben nur noch die Mög­lich­keit, Beschäf­ti­gung abzu­bau­en, statt sie mit­hil­fe des Kurz­ar­bei­ter­gelds zu halten.“

bay­me vbm for­dern daher grund­le­gen­de und umfas­sen­de Refor­men. „Bis zum Som­mer muss die Bun­des­re­gie­rung den Reform-Tur­bo zün­den, um den Dau­er­still­stand der ver­gan­ge­nen Jah­re zu been­den. Wir haben kei­ne Zeit mehr zu ver­lie­ren. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen auch die Gewerk­schaf­ten erken­nen, dass die hohen Arbeits­kos­ten zu unse­ren größ­ten Wett­be­werbs­nach­tei­len gehö­ren. Sie hem­men Inves­ti­tio­nen und erhö­hen den Ver­la­ge­rungs­druck. Es braucht jetzt eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung, damit wir im sich stark ver­än­dern­den glo­ba­len Wett­be­werb bestehen kön­nen“, so Brossardt.

Der M+E Kon­junk­tur­re­port 02/​2026 ist hier zu finden.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im ers­ten Quar­tal 2026

Ex- und Impor­te zwar im Auf­wind, aber ver­schlech­ter­te Per­spek­ti­ven wegen Iran-Krieg

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te in den ers­ten drei Mona­ten 2026 Waren im Wert von rund 57,5 Mil­li­ar­den Euro, wie die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit­teilt. Das waren 1,9 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die Impor­te stie­gen von Janu­ar bis März die­ses Jah­res um 4,0 Pro­zent auf knapp 57,9 Mil­li­ar­den Euro.

Das Export­plus im ers­ten Quar­tal 2026 war vor allem dem kräf­ti­gen Anstieg von 8,5 Pro­zent im März zu ver­dan­ken. Das geht aus Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts her­vor, wel­che die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. aus­ge­wer­tet hat. Dazu erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt: „Der Anstieg der Aus­fuh­ren ist zwar erfreu­lich, gleich­zei­tig dür­fen die Zah­len nicht über­be­wer­tet wer­den. Der Iran-Krieg und sei­ne Fol­gen haben nicht nur zu mas­si­ven Stei­ge­run­gen der Ener­gie­kos­ten geführt, son­dern brin­gen die glo­ba­len Lie­fer­ket­ten durch­ein­an­der und schwä­chen damit die Welt­wirt­schaft.“ Die vbw gehe davon aus, dass sich die Aus­wir­kun­gen des Kon­flikts in den Zah­len der kom­men­den Mona­te nega­tiv nie­der­schla­gen wer­den. Bezeich­nend sei zudem, dass der Frei­staat im ers­ten Jah­res­vier­tel ein Han­dels­de­fi­zit von knapp 353 Mil­lio­nen Euro auf­weist, im Vor­jah­res­quar­tal habe es es noch einen Über­schuss von 827 Mil­lio­nen Euro gege­ben. „Das zeigt: Die schwie­ri­ge wirt­schaft­li­che Lage im In- und Aus­land geht an die Sub­stanz. Wir erwar­ten daher eine zügi­ge Eini­gung auf das von der Bun­des­re­gie­rung ver­spro­che­nes Reformpaket.“ 

Die Betrach­tung der wich­tigs­ten Export­märk­te ver­deut­licht die Rol­le Euro­pas als Sta­bi­li­täts­an­ker für den baye­ri­schen Export. „Die Aus­fuh­ren in unse­re EU-Part­ner­län­der stie­gen um fast zehn Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal. Nach Tsche­chi­en, Polen, Spa­ni­en und Ita­li­en gab es sogar zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten“, betont Bros­sardt und macht deut­lich: „Euro­pa stärkt die baye­ri­sche Wirt­schaft. Gleich­zei­tig kom­pen­siert es die Ein­bu­ßen aus dem Han­del mit unse­rem wich­tigs­ten Export­markt, den USA. Die Aus­fuh­ren dort­hin san­ken im Vor­jah­res­ver­gleich um knapp 19 Pro­zent. Fakt ist: In einer Welt der Umbrü­che und Kri­sen bleibt der euro­päi­sche Bin­nen­markt unse­re Lebens­ver­si­che­rung. Die­sen gilt es wei­ter zu ver­tie­fen.“ Die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na, dem größ­ten baye­ri­schen Han­dels­part­ner, stie­gen unter­durch­schnitt­lich um 1,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahresquartal.

Die Daten zu den wich­tigs­ten Export­gü­tern zei­gen ein gemisch­tes Bild: So stie­gen im ers­ten Quar­tal vor allem die Aus­fuh­ren im Elek­tro­be­reich zwi­schen vier und acht Pro­zent. Dabei han­del­te es sich um nach­rich­ten­tech­ni­sche Gerä­te sowie Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung. Die Expor­te von Pkw san­ken dage­gen um 12,6 Pro­zent. Dazu Bros­sardt: „Die De-Indus­tria­li­sie­rung in den Bran­chen, die für unse­ren Stand­ort so zen­tral sind, setzt sich wei­ter fort. Ohne attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen kön­nen wir die­sen gefähr­li­chen Trend nicht auf­hal­ten. Wir appel­lie­ren daher umso ener­gi­scher an die Bun­des­re­gie­rung einer­seits, ein umfas­sen­des und grund­le­gen­des Reform­par­ket rasch in die Wege zu brin­gen, und ande­rer­seits an die Gewerk­schaf­ten, den hohen Arbeits­kos­ten Ein­halt zu gebie­ten, da die­se ein gro­ßes Inves­ti­ti­ons­hemm­nis dar­stel­len und den Ver­la­ge­rungs­druck deut­lich erhöhen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Febru­ar 2026

Ein­fuh­ren stei­gen merk­lich an, Export­ent­wick­lung wei­ter schwach

Die baye­ri­sche Wirt­schaft expor­tier­te im Febru­ar 2026 Waren im Wert von rund 19,2 Mil­li­ar­den Euro, das waren 0,4 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 5,6 Pro­zent auf 18,9 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. betrach­tet die vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len mit Vorsicht.

„Es ist posi­tiv, dass der Außen­han­del vor­erst wei­ter­hin leicht im Auf­wind scheint. Zu beden­ken ist aber, dass es sich um Zah­len han­delt, die den Zeit­raum vor Aus­bruch des Iran-Kriegs abbil­den. Wir müs­sen des­halb davon aus­ge­hen, dass die Zah­len auf­grund die­ses Kon­flikts und der Blo­cka­de der Stra­ße von Hor­mus wie­der ins Nega­ti­ve rut­schen wer­den“, sag­te vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die schwie­ri­ge außen­wirt­schaft­li­che Lage habe die so zen­tra­le baye­ri­sche Export­wirt­schaft wei­ter­hin fest im Griff. „Wir dür­fen kei­ne Zeit mehr ver­lie­ren: Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss die so drin­gend benö­tig­ten struk­tu­rel­len Refor­men zügig umset­zen, um unse­ren Stand­ort gera­de im Ange­sicht der mas­si­ven welt­wei­ten Unsi­cher­hei­ten von innen her­aus mög­lichst attrak­tiv zu gestalten.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te zeigt eine dif­fe­ren­zier­te Lage. „Ein schmerz­haf­ter Rück­schlag: Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat bra­chen die Aus­fuh­ren in die USA, dem größ­ten baye­ri­schen Absatz­markt, um knapp 20 Pro­zent auf 2,1 Mil­li­ar­den Euro ein“, so Bros­sardt. Die unbe­re­chen­ba­re Zoll- und Han­dels­po­li­tik von Donald Trump belas­te den baye­risch-ame­ri­ka­ni­schen Han­del wei­ter­hin stark. Zudem sei­en auch die Expor­te in die Volks­re­pu­blik Chi­na um zehn Pro­zent gesun­ken. Grund hier­für sei neben der wirt­schaft­li­chen Schwä­che in Chi­na vor allem die Kon­kur­renz aus dem Reich der Mit­te selbst, die durch Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zusätz­lich bestärkt wer­de. „Ein Licht­blick ist dage­gen der Han­del mit Euro­pa: Die gesam­ten Aus­fuh­ren des Frei­staats in die EU-Län­der stie­gen um rund zehn Pro­zent. Vor allem die Expor­te nach Öster­reich, Frank­reich, Ita­li­en und Polen konn­ten aus­ge­wei­tet wer­den. Umso stär­ker die glo­ba­le Unsi­cher­heit ist, umso mehr erweist sich der euro­päi­sche Bin­nen­markt als Sta­bi­li­täts­an­ker für die baye­ri­sche Wirt­schaft. Die­sen gilt es daher ent­schie­den zu stärken.“

Der Blick auf die Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter bleibt durch­wach­sen. „Sowohl bei den Pkw als auch Maschi­nen sehen wir im Febru­ar erneut Rück­gän­ge, um 12,1 bezie­hungs­wei­se 1,7 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat. Klar ist: Wir ver­lie­ren wei­ter bei den Gütern, deren welt­wei­ter Ver­kauf jahr­zehn­te­lang zu unse­rem wirt­schaft­li­chen Mar­ken­kern gehör­te“, erklärt Bros­sardt und ergänzt: „Wir ste­hen vor einer extrem schwie­ri­gen Lage. Das der­zei­ti­ge Cha­os in der Welt­wirt­schaft lässt sich aber eben nur schwer beein­flus­sen. Daher ist es umso wich­ti­ger, dass wir unse­ren hei­mi­schen Unter­neh­men die nöti­ge Rücken­de­ckung ver­schaf­fen – dafür braucht es schnell wie­der attrak­ti­ve Stand­ort­be­din­gun­gen. Die schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung muss dafür end­lich den Mut auf­brin­gen, unbe­que­me Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und tief­grei­fen­de Refor­men rasch umzusetzen.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Jahr 2025

Aus­fuh­ren gehen leicht zurück

Die baye­ri­sche Metall- und Elek­tro­in­dus­trie expor­tier­te im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Mil­li­ar­den Euro ins Aus­land, das waren 0,3 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr. Dies teilt die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit.

Damit san­ken die M+E‑Exporte das zwei­te Jahr in Fol­ge. Ins­ge­samt mach­ten die M+E‑Ausfuhren im Frei­staat knapp zwei Drit­tel aller Pro­duk­te aus, die ins Aus­land expor­tiert wur­den, so die Berech­nun­gen der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Arbeit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm auf Basis von Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. „Fakt ist: Die M+E‑Industrie ist das Herz der Wirt­schaft im Frei­staat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäf­tig­te in Bay­ern. Auch wenn die gesam­ten baye­ri­schen Expor­te wie­der leicht im Auf­wind sind, ist unse­re wich­tigs­te Bran­che wei­ter am Kämp­fen“, so bay­me vbm Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die chao­ti­sche Lage der Welt­wirt­schaft kön­nen wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unbe­re­chen­ba­re Han­dels­po­li­tik der US-Regie­rung, den erheb­lich ver­teu­er­ten Euro und die star­ke glo­ba­le Kon­kur­renz. Fatal ist aber, dass zu dem schwie­ri­gen inter­na­tio­na­len Umfeld haus­ge­mach­ten Hür­den kom­men. Wir müs­sen unse­re Stand­ort­be­din­gun­gen drin­gend ver­bes­sern, damit unse­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit von die­ser Sei­te nicht noch wei­ter zusätz­lich belas­tet wird.“

2025 führ­ten baye­ri­sche Unter­neh­men M+E Pro­duk­te im Wert von 20,2 Mil­li­ar­den Euro in die USA aus, das ent­spricht 13,6 Pro­zent aller baye­ri­schen M+E Expor­te. „Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten blei­ben auch im M+E Bereich unser wich­tigs­ter Absatz­markt, obwohl sich die Expor­te dort­hin um sat­te 11,3 Pro­zent ver­rin­ger­ten. Der Han­dels­streit und die aggres­si­ve Zoll­po­li­tik der US-Regie­rung tref­fen auch unse­re M+E Indus­trie hart“, so Bros­sardt. Aber auch die Aus­fuh­ren in den zweit­größ­ten M+E Export­markt Chi­na sind um 10,4 Pro­zent ein­ge­bro­chen. „Die mas­si­ve Kon­kur­renz vor Ort in Kom­bi­na­ti­on mit wett­be­werbs­ver­zer­ren­den Maß­nah­men und Pro­tek­tio­nis­mus schwä­chen unse­re Fir­men im glo­ba­len Wett­be­werb“, so Bros­sardt und sagt wei­ter: „Mit Blick auf die gro­ßen Schwie­rig­kei­ten im welt­wei­ten Export­ge­schäft zeigt sich auch bei den M+E Export­zah­len der Trend, dass noch mehr Geschäft in Euro­pa gemacht wird: Inzwi­schen ent­fal­len 47 Pro­zent der baye­ri­schen M+E Expor­te auf die EU, gegen­über dem Vor­jahr stie­gen sie um 5,2 Prozent.“

Bei den wich­tigs­ten Export­gü­tern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemisch­te Ent­wick­lung. Die Expor­te von Kfz und Kfz-Tei­len betru­gen 52,5 Mil­li­ar­den Euro (Pkw davon mit 38,5 Mil­li­ar­den Euro), und ent­spra­chen damit 35,3 Pro­zent der gesam­ten M+E Aus­fuh­ren. Sowohl Aus­fuh­ren von Pkw als auch von Kfz-Tei­len san­ken um drei bis fünf Pro­zent. Auch bei den Maschi­nen, die für ein Export­vo­lu­men von 39,5 Mil­li­ar­den Euro ste­hen, gin­gen die Expor­te im letz­ten Jahr um rund drei Pro­zent zurück. Auf­fäl­lig ist dage­gen das star­ke Wachs­tum bei den Luft­fahr­zeu­gen und Luft­fahr­zeug­tei­len, die gegen­über 2024 um 41,1 Pro­zent stie­gen. Sie ste­hen für ein Export­vo­lu­men von immer­hin 6,6 Mil­li­ar­den Euro. Bros­sardt resü­miert: „Es gibt zwar ein­zel­ne erfreu­li­che Ent­wick­lun­gen. Aber bei unse­ren wich­tigs­ten Export­gü­tern ver­lie­ren wir wei­ter an Boden. Das kann auch der über­ra­schend star­ke Zuwachs an ande­rer Stel­le nicht kom­pen­sie­ren. Wir brau­chen die­ses Jahr einen gro­ßen Wurf, um die tief­grei­fen­den Struk­tur­pro­ble­me zügig anzu­ge­hen. Nur so brin­gen wir unse­ren Stand­ort wie­der auf Vordermann.“

Pres­se­mit­tei­lung zum dua­len Stu­di­um an baye­ri­schen Hochschulen

vbw erfreut über stärks­ten Zuwachs an dual Stu­die­ren­den seit zehn Jahren

Zur Ver­öf­fent­li­chung der aktu­el­len Stu­die­ren­den­zah­len in Bay­ern durch Bay­erns Netz­werk für dual Stu­die­ren­de, “hoch­schu­le dual”, zeigt sich die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. erfreut über den bemer­kens­wer­ten Anstieg der dual Stu­die­ren­den im Win­ter­se­mes­ter 2025/​/​2026 um sie­ben Pro­zent von 9.252 auf 9.914.

„Die Hoch­schu­len ver­zeich­nen das stärks­te Wachs­tum seit zehn Jah­ren. Die­se Ent­wick­lung zeigt, dass die Unter­neh­men im Frei­staat trotz schwie­ri­ger Wirt­schafts­la­ge und Struk­tur­kri­se in den Nach­wuchs inves­tie­ren. Das dua­le Stu­di­um ist und bleibt ein Erfolgs­mo­dell, die dual Stu­die­ren­den sind als Fach­kräf­te von mor­gen unver­zicht­bar für die Zukunfts- und Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Betrie­be“, betont vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt und ergänzt: „Die jun­gen Leu­te schät­zen die Plan­bar­keit und finan­zi­el­le Sicher­heit wäh­rend ihrer Aus­bil­dung. Die Unter­neh­men bin­den die Nach­wuchs­ta­len­te für die eige­ne Fach­kräf­te­si­che­rung früh an sich. Vom dua­len Kon­zept pro­fi­tie­ren alle Beteiligten.“

Erst­mals seit dem Win­ter­se­mes­ter 2019/​/​20 stieg auch die Stu­die­ren­den­zahl im Ver­bund­stu­di­um wie­der an, und zwar um 473 Per­so­nen und damit auf 43 Pro­zent der ins­ge­samt dual Stu­die­ren­den. 55 Pro­zent wähl­ten ein Stu­di­um mit ver­tief­ter Pra­xis, zwei Pro­zent der Stu­die­ren­den ent­schie­den sich für ein dua­les Mas­ter­stu­di­um. Der Blick auf die Wahl der Stu­di­en­gän­ge zeigt, dass das Feld Tech­nik und IT mit einem Anteil von fast 56 Pro­zent wei­ter­hin am gefrag­tes­ten ist. Danach fol­gen die Stu­di­en­gän­ge im Sozi­al- und Gesund­heits­we­sen mit 22 Pro­zent und die Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten mit 13 Pro­zent. Bros­sardt erklärt: „Stu­die­ren­de pro­fi­tie­ren gera­de im MINT-Bereich von der pra­xis­na­hen und gleich­zei­tig aka­de­mi­schen Aus­bil­dung. So sind sie beim Ein­tritt in die Erwerbs­tä­tig­keit bereits gut mit den betrieb­li­chen Abläu­fen ver­traut. Durch die enge Ori­en­tie­rung am Arbeits­markt war­ten auf dual Stu­die­ren­de spe­zi­ell in MINT-Fächern nach dem erfolg­rei­chen Abschluss gute Kar­rie­re­per­spek­ti­ven. Denn auch wenn die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage dämp­fend auf den Arbeits­markt wirkt, bleibt die Suche nach qua­li­fi­zier­ten Beschäf­tig­ten auf­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels lang­fris­tig eine Herausforderung.“

Auch die Zahl der Pra­xis­part­ner im dua­len Stu­di­um bleibt auf hohem Niveau. Ins­ge­samt ver­zeich­net „hoch­schu­le dual“ über 3.390 Koope­ra­tio­nen der Hoch­schu­len mit Unter­neh­men, Behör­den und Ein­rich­tun­gen. Bros­sardt betont: „Das dua­le Stu­di­um ist wich­tig für unse­re Stand­ort­qua­li­tät. Dar­um müs­sen die Kapa­zi­tä­ten an den Hoch­schu­len für dua­le Stu­di­en­gän­ge wei­ter auf die­sem hohen Level gehal­ten wer­den. Ins­be­son­de­re das dua­le Mas­ter­stu­di­um muss wei­ter gestärkt wer­den, denn es wird von Unter­neh­men zuneh­mend zur Per­so­nal­ent­wick­lung genutzt.“

Fünf Jah­re nach dem Aus­tritt des Ver­ei­nig­ten Königreichs

vbw begrüßt erneu­te wirt­schaft­li­che Annä­he­rung Groß­bri­tan­ni­ens an Europa

Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. unter­stützt fünf Jah­re nach dem Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus dem EU-Bin­nen­markt und der Zoll­uni­on sämt­li­che Bemü­hun­gen, die Bezie­hun­gen zum Ver­ei­nig­ten König­reich wie­der zu vertiefen.

„Der Brexit war eine Zäsur für Euro­pa, mit schwe­ren wirt­schaft­li­chen Fol­gen, auch für Bay­ern. In einer Zeit mit einer der­art gro­ßen Unsi­cher­heit in der Welt­wirt­schaft, zuneh­men­dem Pro­tek­tio­nis­mus und geo­po­li­ti­schen Kri­sen brau­chen wir nicht weni­ger, son­dern ein­deu­tig mehr ver­läss­li­che Part­ner auf der Welt – wie das Ver­ei­nig­te König­reich“, betont vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Für die baye­ri­sche Wirt­schaft ste­cke immer noch viel Poten­zi­al im bri­ti­schen Absatz­markt. Jedoch kämpf­ten unse­re Unter­neh­men auch heu­te noch tag­täg­lich mit den erschwer­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen durch die Han­dels­hemm­nis­se im Außen­han­del. „Wir set­zen daher auf neue und prag­ma­ti­sche Impul­se, die die Zusam­men­ar­beit mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich wei­ter stär­ken. Umso erfreu­li­cher ist der von der der­zei­ti­gen bri­ti­schen Regie­rung vor­an­ge­trie­be­ne Annä­he­rungs­kurs an Euro­pa. Die­sen begrü­ßen wir ausdrücklich.“

Aus Sicht der vbw braucht es daher wei­te­re bila­te­ra­le Ver­ein­ba­run­gen. Mit dem Han­dels- und Koope­ra­ti­ons­ab­kom­men bestehe eine soli­de Grund­la­ge, auf die eine wei­te­re ver­tief­te Zusam­men­ar­beit auf­ge­baut wer­den kön­ne. „Ins­be­son­de­re freut uns die bri­ti­sche Betei­li­gung an euro­päi­schen Rüs­tungs­pro­jek­ten sowie der Wie­der­ein­tritt Groß­bri­tan­ni­ens in das Eras­mus-Aus­tausch­pro­gramm ab 2027. Eben­so war die Ver­län­ge­rung der CE-Kenn­zeich­nung für die meis­ten Waren auf unbe­stimm­te Zeit eine Erleich­te­rung.“ Gleich­zei­tig stell­ten Son­der­vor­schrif­ten im Dienst­leis­tungs­han­del sowie der auf­wän­di­ge Nach­weis der Erfül­lung von Ursprungs­re­geln die Wirt­schaft wei­ter­hin vor gro­ße Pro­ble­me. „Es braucht daher ein ‚Mutu­al Reco­gni­ti­on Agree­ment‘ für sämt­li­che Sek­to­ren, ein Ende des Fli­cken­tep­pichs an Rege­lun­gen im Dienst­leis­tungs­han­del sowie eine wei­te­re Sen­kung der Hür­den bei der gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung von Qua­li­fi­ka­tio­nen. Nur so schaf­fen wir lang­fris­tig eine erfolg­rei­che Han­dels­part­ner­schaft“, so Brossardt.

Mit einem Han­dels­vo­lu­men von vor­aus­sicht­lich knapp 16 Mil­li­ar­den Euro war das Ver­ei­nig­te König­reich im Jahr 2025 nur noch der zehnt­wich­tigs­te Han­dels­part­ner Bay­erns. „Die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung des Ver­ei­nig­ten König­reichs für Bay­ern hat durch den Brexit deut­lich abge­nom­men: Das Han­dels­vo­lu­men Bay­erns mit Groß­bri­tan­ni­en liegt um ein Vier­tel bezie­hungs­wei­se fünf Mil­li­ar­den Euro nied­ri­ger als 2015, dem Jahr vor dem Refe­ren­dum.“ Da gebe es noch Auf­hol­be­darf. Gleich­zei­tig mache der Han­del mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich nach wie vor knapp vier Pro­zent des baye­ri­schen Außen­han­dels aus. „Fakt ist: Je mehr Part­ner auf der Welt wir haben, umso weni­ger sind wir von ein­zel­nen Wirt­schafts­räu­men abhän­gig. Eine wie­der­erlang­te ver­tief­te Wirt­schafts­zu­sam­men­ar­beit mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich wäre ein wirk­sa­mer Schritt, um unse­re Export­wirt­schaft wei­ter zu diver­si­fi­zie­ren und sie für zukünf­ti­ge Kri­sen noch bes­ser zu wapp­nen“, erklärt Brossardt. 

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum baye­ri­schen Außen­han­del im Okto­ber 2025

Baye­ri­scher Außen­han­del erfährt leich­te Erholung

Der baye­ri­sche Außen­han­del erfährt eine leich­te Erho­lung ins­ge­samt, aber ein Minus bei den Export­gü­tern Pkw und Maschi­nen, wie die Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft mitteilt.

Dem­nach expor­tier­te die baye­ri­sche Wirt­schaft im Okto­ber 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Mil­li­ar­den Euro, das waren 4,8 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 3,7 Pro­zent auf 21,3 Mil­li­ar­den Euro. Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. gibt sich ange­sichts der heu­te vom Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Zah­len wei­ter­hin zurück­hal­tend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Okto­ber macht uns vor­sich­tig hoff­nungs­voll. Gleich­zei­tig haben wir auch in den ver­gan­ge­nen Mona­ten immer wie­der einen leich­ten Auf­schwung erlebt, der dann wie­der in den Fol­ge­mo­na­ten ver­pufft ist. Zudem lie­gen sowohl Aus- als auch Ein­fuh­ren des Frei­staats in der Gesamt­be­trach­tung Janu­ar bis Okto­ber 2025 wei­ter­hin um 0,3 Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­zeit­raum“, erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Her­aus­for­de­run­gen sei­en enorm: Die US-Zöl­le und der sich welt­weit aus­brei­ten­de Pro­tek­tio­nis­mus, die star­ke Kon­kur­renz aus Chi­na und ein zu stark auf­ge­wer­te­ter Euro erschwer­ten unse­rer inter­na­tio­na­li­sier­ten baye­ri­schen Export­wirt­schaft mas­siv das Geschäft. „Wir müs­sen daher von innen her­aus wirt­schaft­lich so stark auf­ge­stellt wie mög­lich sein. Solan­ge wir aber nicht die tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me lösen, kön­nen wir unse­re Export­in­dus­trie im har­ten glo­ba­len Wett­be­werb nicht stär­ken. Für das neue Jahr erwar­ten wir daher zügig grund­le­gen­de Reformen.“

Die Betrach­tung wich­ti­ger Export­märk­te ergibt eine gemisch­te Lage. „Vor allem bei unse­rem wich­tigs­ten aus­län­di­schen Absatz­markt, den USA, schmerzt der Export­rück­gang wei­ter­hin sehr. Hier fie­len unse­re Expor­te auch im Okto­ber, und zwar deut­lich um fast zehn Pro­zent. Die neu­en wirt­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten, aus­ge­löst durch die US-Zoll­po­li­tik, sind immer mehr erkenn­bar. Auch die Aus­fuh­ren nach Chi­na – unse­rem größ­ten Han­dels­part­ner – gin­gen leicht zurück. Erfreu­lich ist dage­gen, dass sich das Export­ge­schäft mit unse­ren euro­päi­schen Nach­barn immer wei­ter ver­bes­sert. Im Okto­ber sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Pro­zent. Über­durch­schnitt­lich wuch­sen unse­re Aus­fuh­ren in wich­ti­ge Absatz­märk­te wie Polen, Spa­ni­en, die Nie­der­lan­de und Ita­li­en. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, wel­ches wirt­schaft­li­che Poten­zi­al im euro­päi­schen Bin­nen­markt steckt. Wir müs­sen wirt­schaft­lich noch enger zusam­men­wach­sen“, so Brossardt.

Bei den Aus­fuh­ren der wich­tigs­ten Export­gü­ter zeigt sich ein schwie­ri­ges Bild. „Die Expor­te von Pkw und Maschi­nen gin­gen auch im Okto­ber erneut zurück – um sie­ben bezie­hungs­wei­se knapp fünf Pro­zent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unse­rer wich­tigs­ten Export­pro­duk­te ver­lie­ren zuneh­mend an glo­ba­len Export­an­tei­len. Das ist ver­hee­rend. Posi­tiv war zumin­dest, dass sich die Aus­fuh­ren für Gerä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung um 9,2 Pro­zent erhöht haben“, erklärt Bros­sardt und betont: „Die Zah­len geben lei­der wei­ter­hin kei­nen Anlass für gro­ßen Opti­mis­mus. Im Gegen­teil: Unser Stand­ort steckt wei­ter­hin in einer ech­ten Wett­be­werbs­fä­hig­keits­kri­se. Jetzt gilt es im kom­men­den Jahr die Wei­chen dafür zu stel­len, dass unse­re Wirt­schaft für die Zukunft gut auf­ge­stellt ist.“

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Kon­gress „Star­ke Wirt­schaft – star­ke Kommunen“

Wirt­schafts­freund­li­che Ansät­ze machen Kom­mu­nen erfolgreich

Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. benennt wich­ti­ge Punk­te, mit denen Kom­mu­nen ihre Attrak­ti­vi­tät und den Erfolg der Wirt­schaft vor Ort stei­gern kön­nen. Dazu gehör­ten natur­ge­mäß Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur als kom­mu­na­le Daueraufgabe.

„Eine leis­tungs­fä­hi­ge Infra­struk­tur macht den wirt­schaft­li­chen Erfolg einer Kom­mu­ne über­haupt erst mög­lich. Kom­mu­nen müs­sen ihre Infra­struk­tur im eige­nen Inter­es­se bedarfs­ge­recht wei­ter­ent­wi­ckeln, erklärt vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt anläss­lich des vbw-Kon­gres­ses „Star­ke Wirt­schaft – star­ke Kommunen“.

Aus Sicht der Baye­ri­schen Wirt­schaft muss zudem die wirt­schafts­freund­li­che Aus­rich­tung der Kom­mu­nen lau­fend wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. So bie­te es sich etwa an, loka­le Anbie­ter durch eine mit­tel­stands­freund­li­che Los­ver­ga­be kom­mu­na­ler Auf­trä­ge zu stär­ken. Dane­ben brau­che es auch deut­lich schnel­le­re Ver­fah­ren bei Bau­ge­neh­mi­gun­gen und sons­ti­gen Ver­wal­tungs­vor­gän­gen. Zudem müss­ten die Kom­mu­nen die Wirt­schafts­för­de­rung ins Zen­trum ihrer Bemü­hun­gen stel­len. „Eine star­ke Wirt­schaft steht für mehr wohn­ort­na­he Arbeits­plät­ze, für bes­se­re Per­spek­ti­ven der Men­schen vor Ort und damit für höhe­re Steu­er­ein­nah­men“, fin­det Bros­sardt und ergänzt: „Eine flo­rie­ren­de Wirt­schaft stärkt nicht nur die Kom­mu­ne, son­dern auch unse­re Demokratie.“

Ein wei­te­res zen­tra­les Anlie­gen der vbw ist die Ener­gie­wen­de. „Wir brau­chen bezahl­ba­re und mög­lichst nach­hal­ti­ge Ener­gie. Das Tem­po der Ent­wick­lung wird maß­geb­lich in den Kom­mu­nen bestimmt. Sie müs­sen als Motor der Trans­for­ma­ti­on wir­ken. Mit ihrer Pla­nungs­ho­heit und als Bin­de­glied zur Bevöl­ke­rung sind sie die­je­ni­gen, die die Akzep­tanz für not­wen­di­ge Maß­nah­men schaf­fen kön­nen“, erläu­tert Bros­sardt. Zu guter Letzt for­dert die vbw mehr Enga­ge­ment für attrak­ti­ve Innen­städ­te und Orts­ker­ne. „Das ist ein wesent­li­cher Stand­ort­fak­tor für Unter­neh­men, ihre Beschäf­tig­ten, alle Bür­ger vor Ort und für tou­ris­ti­sche Gäs­te, die auch zum loka­len Wohl­stand beitragen.“

Der Kon­gress ist der Auf­takt der vbw Akti­vi­tä­ten im Vor­lauf auf die Kom­mu­nal­wahl im Frei­staat am 8. März 2026. Die gebün­del­ten For­de­run­gen der vbw sind hier zu finden.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Tag der Inklusion

vbw betont die Bedeu­tung von Teil­ha­be am Arbeitsleben

Anläss­lich des Tags der Inklu­si­on am 3. Dezem­ber betont die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. die Bedeu­tung der Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­rung am Arbeitsleben.

„Teil­ha­be ist nicht nur wesent­lich für ein selbst­be­stimm­tes Leben, son­dern auch betriebs- und volks­wirt­schaft­lich ein wich­ti­ges Hand­lungs­feld“, erklärt Bert­ram Bros­sardt, vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer. Die Wirt­schaft enga­gie­re sich bereits in erheb­li­chem Maße für die Inklu­si­on. Die baye­ri­schen Arbeit­ge­ber­ver­bän­de unter­stütz­ten Unter­neh­men bei der Prä­ven­ti­on, um Beein­träch­ti­gun­gen mög­lichst gut vor­zu­beu­gen, sowie der Reinte­gra­ti­on und Inklu­si­on von Schwer­be­hin­der­ten in den Arbeits­markt. „Men­schen mit Behin­de­rung leis­ten einen wich­ti­gen Bei­trag zur Siche­rung des Arbeits­kräf­te- und Fach­kräf­te­be­darfs: Sie sind gut qua­li­fi­ziert und wer­den gebraucht.“

Fast 73 Pro­zent der rund 165.000 schwer­be­hin­der­ten Beschäf­tig­ten in Bay­ern waren im Jahr 2023 bei einem pri­va­ten Arbeit­ge­ber ange­stellt. 28 Pro­zent der schwer­be­hin­der­ten Beschäf­tig­ten waren im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be tätig. Das ist bran­chen­über­grei­fend der größ­te Anteil. „Im Frei­staat hat sich die Zahl der Arbeits­plät­ze schwer­be­hin­der­ter Beschäf­tig­ter bei Betrie­ben mit über 20 Arbeits­plät­zen beson­ders kräf­tig erhöht: Sie stieg zwi­schen 2013 und 2023 um 20,5 Pro­zent. Die­se Zah­len ver­deut­li­chen, dass die Bereit­schaft zur Ein­stel­lung schwer­be­hin­der­ter Men­schen kei­nes­wegs nur das Ergeb­nis von staat­li­cher Regu­lie­rung ist. Das Enga­ge­ment für Inklu­si­on, das gera­de die baye­ri­sche Wirt­schaft lebt, zeigt Wir­kung“, sagt Brossardt.

Für die vbw ist die Sen­si­bi­li­sie­rung für das The­ma ent­schei­dend für eine erfolg­rei­che Inklu­si­on. „Wir brau­chen mehr Infor­ma­tio­nen und Anrei­ze statt Regu­lie­rung. Arbeit­ge­ber müs­sen umfas­send über die Chan­cen der Beschäf­ti­gung schwer­be­hin­der­ter Per­so­nen sowie die damit ver­bun­de­nen recht­li­chen Vor­ga­ben infor­miert wer­den“, so Bros­sardt. Hier sei­en vor allem die Spe­zia­lis­ten in den Arbeits­agen­tu­ren, bei den Reha-Trä­gern sowie beim Inklu­si­ons­amt gefor­dert. Sie leis­te­ten bereits jetzt sehr gute Arbeit. „Außer­dem über­neh­men die Ein­heit­li­chen Ansprech­stel­len für Arbeit­ge­ber in Bay­ern (EAA) eine Lot­sen­funk­ti­on für die Unter­neh­men. So soll die Ein­stel­lung behin­der­ter Men­schen deut­lich erleich­tert wer­den. Die gemein­sa­men Bemü­hun­gen zur Ver­brei­tung des Bewusst­seins­wan­dels, dass ‚behin­dert‘ nicht auto­ma­tisch ‚leis­tungs­ge­min­dert‘ bedeu­tet, sind vor­an­zu­trei­ben. Dabei kön­nen posi­ti­ve Bei­spie­le aus der Pra­xis hilf­reich sein. Klar ist: Erfolg­rei­che Inklu­si­on funk­tio­niert nur mit den Unter­neh­men, nicht gegen sie“, so Bros­sardt abschließend.

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