vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Jahr 2025
Ausfuhren gehen leicht zurück
Die bayerische Metall- und Elektroindustrie exportierte im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilt die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit.
Damit sanken die M+E‑Exporte das zweite Jahr in Folge. Insgesamt machten die M+E‑Ausfuhren im Freistaat knapp zwei Drittel aller Produkte aus, die ins Ausland exportiert wurden, so die Berechnungen der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. „Fakt ist: Die M+E‑Industrie ist das Herz der Wirtschaft im Freistaat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäftigte in Bayern. Auch wenn die gesamten bayerischen Exporte wieder leicht im Aufwind sind, ist unsere wichtigste Branche weiter am Kämpfen“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die chaotische Lage der Weltwirtschaft können wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unberechenbare Handelspolitik der US-Regierung, den erheblich verteuerten Euro und die starke globale Konkurrenz. Fatal ist aber, dass zu dem schwierigen internationalen Umfeld hausgemachten Hürden kommen. Wir müssen unsere Standortbedingungen dringend verbessern, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit von dieser Seite nicht noch weiter zusätzlich belastet wird.“
2025 führten bayerische Unternehmen M+E Produkte im Wert von 20,2 Milliarden Euro in die USA aus, das entspricht 13,6 Prozent aller bayerischen M+E Exporte. „Die Vereinigten Staaten bleiben auch im M+E Bereich unser wichtigster Absatzmarkt, obwohl sich die Exporte dorthin um satte 11,3 Prozent verringerten. Der Handelsstreit und die aggressive Zollpolitik der US-Regierung treffen auch unsere M+E Industrie hart“, so Brossardt. Aber auch die Ausfuhren in den zweitgrößten M+E Exportmarkt China sind um 10,4 Prozent eingebrochen. „Die massive Konkurrenz vor Ort in Kombination mit wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und Protektionismus schwächen unsere Firmen im globalen Wettbewerb“, so Brossardt und sagt weiter: „Mit Blick auf die großen Schwierigkeiten im weltweiten Exportgeschäft zeigt sich auch bei den M+E Exportzahlen der Trend, dass noch mehr Geschäft in Europa gemacht wird: Inzwischen entfallen 47 Prozent der bayerischen M+E Exporte auf die EU, gegenüber dem Vorjahr stiegen sie um 5,2 Prozent.“
Bei den wichtigsten Exportgütern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemischte Entwicklung. Die Exporte von Kfz und Kfz-Teilen betrugen 52,5 Milliarden Euro (Pkw davon mit 38,5 Milliarden Euro), und entsprachen damit 35,3 Prozent der gesamten M+E Ausfuhren. Sowohl Ausfuhren von Pkw als auch von Kfz-Teilen sanken um drei bis fünf Prozent. Auch bei den Maschinen, die für ein Exportvolumen von 39,5 Milliarden Euro stehen, gingen die Exporte im letzten Jahr um rund drei Prozent zurück. Auffällig ist dagegen das starke Wachstum bei den Luftfahrzeugen und Luftfahrzeugteilen, die gegenüber 2024 um 41,1 Prozent stiegen. Sie stehen für ein Exportvolumen von immerhin 6,6 Milliarden Euro. Brossardt resümiert: „Es gibt zwar einzelne erfreuliche Entwicklungen. Aber bei unseren wichtigsten Exportgütern verlieren wir weiter an Boden. Das kann auch der überraschend starke Zuwachs an anderer Stelle nicht kompensieren. Wir brauchen dieses Jahr einen großen Wurf, um die tiefgreifenden Strukturprobleme zügig anzugehen. Nur so bringen wir unseren Standort wieder auf Vordermann.“
Das könnte Sie auch interessieren...
Pressemitteilung zum dualen Studium an bayerischen Hochschulen
vbw erfreut über stärksten Zuwachs an dual Studierenden seit zehn Jahren
Zur Veröffentlichung der aktuellen Studierendenzahlen in Bayern durch Bayerns Netzwerk für dual Studierende, “hochschule dual”, zeigt sich die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erfreut über den bemerkenswerten Anstieg der dual Studierenden im Wintersemester 2025//2026 um sieben Prozent von 9.252 auf 9.914.
„Die Hochschulen verzeichnen das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. Diese Entwicklung zeigt, dass die Unternehmen im Freistaat trotz schwieriger Wirtschaftslage und Strukturkrise in den Nachwuchs investieren. Das duale Studium ist und bleibt ein Erfolgsmodell, die dual Studierenden sind als Fachkräfte von morgen unverzichtbar für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzt: „Die jungen Leute schätzen die Planbarkeit und finanzielle Sicherheit während ihrer Ausbildung. Die Unternehmen binden die Nachwuchstalente für die eigene Fachkräftesicherung früh an sich. Vom dualen Konzept profitieren alle Beteiligten.“
Erstmals seit dem Wintersemester 2019//20 stieg auch die Studierendenzahl im Verbundstudium wieder an, und zwar um 473 Personen und damit auf 43 Prozent der insgesamt dual Studierenden. 55 Prozent wählten ein Studium mit vertiefter Praxis, zwei Prozent der Studierenden entschieden sich für ein duales Masterstudium. Der Blick auf die Wahl der Studiengänge zeigt, dass das Feld Technik und IT mit einem Anteil von fast 56 Prozent weiterhin am gefragtesten ist. Danach folgen die Studiengänge im Sozial- und Gesundheitswesen mit 22 Prozent und die Wirtschaftswissenschaften mit 13 Prozent. Brossardt erklärt: „Studierende profitieren gerade im MINT-Bereich von der praxisnahen und gleichzeitig akademischen Ausbildung. So sind sie beim Eintritt in die Erwerbstätigkeit bereits gut mit den betrieblichen Abläufen vertraut. Durch die enge Orientierung am Arbeitsmarkt warten auf dual Studierende speziell in MINT-Fächern nach dem erfolgreichen Abschluss gute Karriereperspektiven. Denn auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage dämpfend auf den Arbeitsmarkt wirkt, bleibt die Suche nach qualifizierten Beschäftigten aufgrund des demografischen Wandels langfristig eine Herausforderung.“
Auch die Zahl der Praxispartner im dualen Studium bleibt auf hohem Niveau. Insgesamt verzeichnet „hochschule dual“ über 3.390 Kooperationen der Hochschulen mit Unternehmen, Behörden und Einrichtungen. Brossardt betont: „Das duale Studium ist wichtig für unsere Standortqualität. Darum müssen die Kapazitäten an den Hochschulen für duale Studiengänge weiter auf diesem hohen Level gehalten werden. Insbesondere das duale Masterstudium muss weiter gestärkt werden, denn es wird von Unternehmen zunehmend zur Personalentwicklung genutzt.“
Das könnte Sie auch interessieren...
Fünf Jahre nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs
vbw begrüßt erneute wirtschaftliche Annäherung Großbritanniens an Europa
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstützt fünf Jahre nach dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion sämtliche Bemühungen, die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wieder zu vertiefen.
„Der Brexit war eine Zäsur für Europa, mit schweren wirtschaftlichen Folgen, auch für Bayern. In einer Zeit mit einer derart großen Unsicherheit in der Weltwirtschaft, zunehmendem Protektionismus und geopolitischen Krisen brauchen wir nicht weniger, sondern eindeutig mehr verlässliche Partner auf der Welt – wie das Vereinigte Königreich“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Für die bayerische Wirtschaft stecke immer noch viel Potenzial im britischen Absatzmarkt. Jedoch kämpften unsere Unternehmen auch heute noch tagtäglich mit den erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen durch die Handelshemmnisse im Außenhandel. „Wir setzen daher auf neue und pragmatische Impulse, die die Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich weiter stärken. Umso erfreulicher ist der von der derzeitigen britischen Regierung vorangetriebene Annäherungskurs an Europa. Diesen begrüßen wir ausdrücklich.“
Aus Sicht der vbw braucht es daher weitere bilaterale Vereinbarungen. Mit dem Handels- und Kooperationsabkommen bestehe eine solide Grundlage, auf die eine weitere vertiefte Zusammenarbeit aufgebaut werden könne. „Insbesondere freut uns die britische Beteiligung an europäischen Rüstungsprojekten sowie der Wiedereintritt Großbritanniens in das Erasmus-Austauschprogramm ab 2027. Ebenso war die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit eine Erleichterung.“ Gleichzeitig stellten Sondervorschriften im Dienstleistungshandel sowie der aufwändige Nachweis der Erfüllung von Ursprungsregeln die Wirtschaft weiterhin vor große Probleme. „Es braucht daher ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine weitere Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen. Nur so schaffen wir langfristig eine erfolgreiche Handelspartnerschaft“, so Brossardt.
Mit einem Handelsvolumen von voraussichtlich knapp 16 Milliarden Euro war das Vereinigte Königreich im Jahr 2025 nur noch der zehntwichtigste Handelspartner Bayerns. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Vereinigten Königreichs für Bayern hat durch den Brexit deutlich abgenommen: Das Handelsvolumen Bayerns mit Großbritannien liegt um ein Viertel beziehungsweise fünf Milliarden Euro niedriger als 2015, dem Jahr vor dem Referendum.“ Da gebe es noch Aufholbedarf. Gleichzeitig mache der Handel mit dem Vereinigten Königreich nach wie vor knapp vier Prozent des bayerischen Außenhandels aus. „Fakt ist: Je mehr Partner auf der Welt wir haben, umso weniger sind wir von einzelnen Wirtschaftsräumen abhängig. Eine wiedererlangte vertiefte Wirtschaftszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wäre ein wirksamer Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und sie für zukünftige Krisen noch besser zu wappnen“, erklärt Brossardt.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Oktober 2025
Bayerischer Außenhandel erfährt leichte Erholung
Der bayerische Außenhandel erfährt eine leichte Erholung insgesamt, aber ein Minus bei den Exportgütern Pkw und Maschinen, wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mitteilt.
Demnach exportierte die bayerische Wirtschaft im Oktober 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Milliarden Euro, das waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 3,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen weiterhin zurückhaltend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Oktober macht uns vorsichtig hoffnungsvoll. Gleichzeitig haben wir auch in den vergangenen Monaten immer wieder einen leichten Aufschwung erlebt, der dann wieder in den Folgemonaten verpufft ist. Zudem liegen sowohl Aus- als auch Einfuhren des Freistaats in der Gesamtbetrachtung Januar bis Oktober 2025 weiterhin um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Herausforderungen seien enorm: Die US-Zölle und der sich weltweit ausbreitende Protektionismus, die starke Konkurrenz aus China und ein zu stark aufgewerteter Euro erschwerten unserer internationalisierten bayerischen Exportwirtschaft massiv das Geschäft. „Wir müssen daher von innen heraus wirtschaftlich so stark aufgestellt wie möglich sein. Solange wir aber nicht die tiefgreifenden strukturellen Standortprobleme lösen, können wir unsere Exportindustrie im harten globalen Wettbewerb nicht stärken. Für das neue Jahr erwarten wir daher zügig grundlegende Reformen.“
Die Betrachtung wichtiger Exportmärkte ergibt eine gemischte Lage. „Vor allem bei unserem wichtigsten ausländischen Absatzmarkt, den USA, schmerzt der Exportrückgang weiterhin sehr. Hier fielen unsere Exporte auch im Oktober, und zwar deutlich um fast zehn Prozent. Die neuen wirtschaftlichen Realitäten, ausgelöst durch die US-Zollpolitik, sind immer mehr erkennbar. Auch die Ausfuhren nach China – unserem größten Handelspartner – gingen leicht zurück. Erfreulich ist dagegen, dass sich das Exportgeschäft mit unseren europäischen Nachbarn immer weiter verbessert. Im Oktober sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Prozent. Überdurchschnittlich wuchsen unsere Ausfuhren in wichtige Absatzmärkte wie Polen, Spanien, die Niederlande und Italien. Wir dürfen nicht vergessen, welches wirtschaftliche Potenzial im europäischen Binnenmarkt steckt. Wir müssen wirtschaftlich noch enger zusammenwachsen“, so Brossardt.
Bei den Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter zeigt sich ein schwieriges Bild. „Die Exporte von Pkw und Maschinen gingen auch im Oktober erneut zurück – um sieben beziehungsweise knapp fünf Prozent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unserer wichtigsten Exportprodukte verlieren zunehmend an globalen Exportanteilen. Das ist verheerend. Positiv war zumindest, dass sich die Ausfuhren für Geräte zur Elektrizitätserzeugung und ‑verteilung um 9,2 Prozent erhöht haben“, erklärt Brossardt und betont: „Die Zahlen geben leider weiterhin keinen Anlass für großen Optimismus. Im Gegenteil: Unser Standort steckt weiterhin in einer echten Wettbewerbsfähigkeitskrise. Jetzt gilt es im kommenden Jahr die Weichen dafür zu stellen, dass unsere Wirtschaft für die Zukunft gut aufgestellt ist.“
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw-Pressemitteilung zum Kongress „Starke Wirtschaft – starke Kommunen“
Wirtschaftsfreundliche Ansätze machen Kommunen erfolgreich
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. benennt wichtige Punkte, mit denen Kommunen ihre Attraktivität und den Erfolg der Wirtschaft vor Ort steigern können. Dazu gehörten naturgemäß Investitionen in die Infrastruktur als kommunale Daueraufgabe.
„Eine leistungsfähige Infrastruktur macht den wirtschaftlichen Erfolg einer Kommune überhaupt erst möglich. Kommunen müssen ihre Infrastruktur im eigenen Interesse bedarfsgerecht weiterentwickeln, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich des vbw-Kongresses „Starke Wirtschaft – starke Kommunen“.
Aus Sicht der Bayerischen Wirtschaft muss zudem die wirtschaftsfreundliche Ausrichtung der Kommunen laufend weiterentwickelt werden. So biete es sich etwa an, lokale Anbieter durch eine mittelstandsfreundliche Losvergabe kommunaler Aufträge zu stärken. Daneben brauche es auch deutlich schnellere Verfahren bei Baugenehmigungen und sonstigen Verwaltungsvorgängen. Zudem müssten die Kommunen die Wirtschaftsförderung ins Zentrum ihrer Bemühungen stellen. „Eine starke Wirtschaft steht für mehr wohnortnahe Arbeitsplätze, für bessere Perspektiven der Menschen vor Ort und damit für höhere Steuereinnahmen“, findet Brossardt und ergänzt: „Eine florierende Wirtschaft stärkt nicht nur die Kommune, sondern auch unsere Demokratie.“
Ein weiteres zentrales Anliegen der vbw ist die Energiewende. „Wir brauchen bezahlbare und möglichst nachhaltige Energie. Das Tempo der Entwicklung wird maßgeblich in den Kommunen bestimmt. Sie müssen als Motor der Transformation wirken. Mit ihrer Planungshoheit und als Bindeglied zur Bevölkerung sind sie diejenigen, die die Akzeptanz für notwendige Maßnahmen schaffen können“, erläutert Brossardt. Zu guter Letzt fordert die vbw mehr Engagement für attraktive Innenstädte und Ortskerne. „Das ist ein wesentlicher Standortfaktor für Unternehmen, ihre Beschäftigten, alle Bürger vor Ort und für touristische Gäste, die auch zum lokalen Wohlstand beitragen.“
Der Kongress ist der Auftakt der vbw Aktivitäten im Vorlauf auf die Kommunalwahl im Freistaat am 8. März 2026. Die gebündelten Forderungen der vbw sind hier zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw-Pressemitteilung zum Tag der Inklusion
vbw betont die Bedeutung von Teilhabe am Arbeitsleben
Anlässlich des Tags der Inklusion am 3. Dezember betont die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Bedeutung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben.
„Teilhabe ist nicht nur wesentlich für ein selbstbestimmtes Leben, sondern auch betriebs- und volkswirtschaftlich ein wichtiges Handlungsfeld“, erklärt Bertram Brossardt, vbw-Hauptgeschäftsführer. Die Wirtschaft engagiere sich bereits in erheblichem Maße für die Inklusion. Die bayerischen Arbeitgeberverbände unterstützten Unternehmen bei der Prävention, um Beeinträchtigungen möglichst gut vorzubeugen, sowie der Reintegration und Inklusion von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt. „Menschen mit Behinderung leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Arbeitskräfte- und Fachkräftebedarfs: Sie sind gut qualifiziert und werden gebraucht.“
Fast 73 Prozent der rund 165.000 schwerbehinderten Beschäftigten in Bayern waren im Jahr 2023 bei einem privaten Arbeitgeber angestellt. 28 Prozent der schwerbehinderten Beschäftigten waren im verarbeitenden Gewerbe tätig. Das ist branchenübergreifend der größte Anteil. „Im Freistaat hat sich die Zahl der Arbeitsplätze schwerbehinderter Beschäftigter bei Betrieben mit über 20 Arbeitsplätzen besonders kräftig erhöht: Sie stieg zwischen 2013 und 2023 um 20,5 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Bereitschaft zur Einstellung schwerbehinderter Menschen keineswegs nur das Ergebnis von staatlicher Regulierung ist. Das Engagement für Inklusion, das gerade die bayerische Wirtschaft lebt, zeigt Wirkung“, sagt Brossardt.
Für die vbw ist die Sensibilisierung für das Thema entscheidend für eine erfolgreiche Inklusion. „Wir brauchen mehr Informationen und Anreize statt Regulierung. Arbeitgeber müssen umfassend über die Chancen der Beschäftigung schwerbehinderter Personen sowie die damit verbundenen rechtlichen Vorgaben informiert werden“, so Brossardt. Hier seien vor allem die Spezialisten in den Arbeitsagenturen, bei den Reha-Trägern sowie beim Inklusionsamt gefordert. Sie leisteten bereits jetzt sehr gute Arbeit. „Außerdem übernehmen die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber in Bayern (EAA) eine Lotsenfunktion für die Unternehmen. So soll die Einstellung behinderter Menschen deutlich erleichtert werden. Die gemeinsamen Bemühungen zur Verbreitung des Bewusstseinswandels, dass ‚behindert‘ nicht automatisch ‚leistungsgemindert‘ bedeutet, sind voranzutreiben. Dabei können positive Beispiele aus der Praxis hilfreich sein. Klar ist: Erfolgreiche Inklusion funktioniert nur mit den Unternehmen, nicht gegen sie“, so Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbm zur Pressekonferenz der IG Metall Bayern
Transformation und Standortkosten belasten die Automobilzulieferer in Bayern
Anlässlich der heutigen Pressekonferenz der IG Metall Bayern zur Situation der bayerischen Automobilzulieferindustrie betont der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., dass die Unternehmen alles versuchen, die Produktion am Standort aufrecht zu erhalten.
Anlässlich der heutigen Pressekonferenz der IG Metall Bayern zur Situation der bayerischen Automobilzulieferindustrie sagte der Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Bertram Brossardt: „Auch nach unseren Berechnungen ist die Lage bedrohlich. Die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat allein in diesem Jahr bereits rund 24.000 Stellen verloren und die Abbaupläne für die kommenden Jahre – vor allem auch der Automobilbauer und ‑zulieferer – sind ein ernsthaftes Warnsignal. Deshalb müssen wir zwingend bestehende Belastungen abbauen und die Rahmenbedingungen der Unternehmen insgesamt verbessern.“ Dazu zähle eine bezahlbare Stromversorgung und ein konsequenter Abbau unnötiger Berichts- und Dokumentationspflichten. Den Abbau der vielen bürokratischen Hürden fordere zu Recht auch die IG Metall.
Der vbm betont, dass die Unternehmen alles versuchen, die Produktion am Standort aufrecht zu erhalten. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der deutschen und bayerischen Automobilindustrie sei die Innovationskraft – und die stehe auf dem Spiel. „Denn viele Impulse kommen aus der Zuliefererbranche, und deren wirtschaftliche Entwicklung ist dramatisch. Unternehmen müssen Gewinne erzielen, um im internationalen Wettbewerb bestehen, weiter investieren und Arbeitsplätze am Standort Bayern halten zu können“, so Brossardt. „Außerdem benötigen sie mehr Planungssicherheit und zugleich größere finanzielle Handlungsspielräume. Eine Abkehr vom strikten Verbrenner-Verbot 2035 sehen wir, wie die IG Metall Bayern, daher als dringend nötig. Nur mit Technologieoffenheit kann die Transformation zu einer klimaneutralen Mobilität gelingen.“
Konjunktur und Marktentwicklung lassen sich kaum beeinflussen. Eine wichtige Stellschraube zur Verbesserung der Standortbedingungen und damit der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland seien aber die Personalkosten. „Aus unseren Mitgliederbefragungen wissen wir, dass diese in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie einen Anteil von durchschnittlich rund 30 Prozent an den Gesamtkosten ausmachen“, warnt Brossardt und ergänzt „Die rasante Lohnkosten-Entwicklung der vergangenen Jahre kann so nicht weiter gehen. Allein in den letzten zehn Jahren sind die Tarifentgelte um rund 30 Prozent gestiegen und das hatte direkten Einfluss auf die krisenbedingt schrumpfende Liquidität der Unternehmen. Die Tarifpartner tragen gemeinschaftlich die Verantwortung, der Deindustrialisierung in unserem Land entgegenzuwirken. Insbesondere die Automobilzulieferer als Innovationstreiber müssen in der Transformation entlastet werden, um eine nachhaltige Mobilität der Zukunft mitgestalten zu können“, sagt Brossardt.
Das könnte Sie auch interessieren...
Klimaneutrale Transformation der Gas-Infrastruktur beschleunigen
Drei Jahre nach Ende russischer Gasimporte ist die Versorgung stabil
Anlässlich des dritten Jahrestags der Energieversorgung ohne russisches Gas zieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. eine positive Bilanz.
„Das gute Krisenmanagement nach dem Ende russischer Erdgaslieferungen macht sich weiterhin bemerkbar. Obwohl seit September 2022 kein russisches Pipeline-Erdgas mehr zur Verfügung stand, gab es keine Versorgungsengpässe und der Wärmebedarf konnte in den vergangenen Wintern zu jeder Zeit gedeckt werden“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zum 1. Juli 2025 die zuvor geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas in Deutschland aufgehoben. Seither gilt wieder die Frühwarnstufe und die Gefahr einer angespannten Gasversorgung wird im Augenblick als gering eingeschätzt. „Aktuell sind unsere Speicher zu circa 60,5 Prozent gefüllt. Damit sind wir für den kommenden Herbst und Winter auf einem guten Weg. Aber die Herausforderungen im Energiesektor bleiben. Damit wir auch die nächste Heizperiode ohne Erdgas-Engpässe überstehen, muss weiterhin sparsam umgegangen werden“, mahnt Brossardt.
Trotz der aktuell stabilen Gasversorgung müssen aus Sicht der vbw Maßnahmen getroffen werden, um die klimaneutrale Transformation der Gas-Infrastruktur zu beschleunigen „Es braucht dringend einen konkreten und ökonomisch sinnvollen Plan zum Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke, der rasch mit den ersten Ausschreibungen umgesetzt wird. Beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft brauchen wir mehr Dynamik. Neben globalen Partnerschaften für den Import von Wasserstoff braucht es in Bayern und Deutschland ebenfalls Erzeugungskapazitäten sowie einen raschen und bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur“, erklärt Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw und bayme äußern sich zum Schulstart 2025
Bildungsqualität in Bayern hoch
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektro- Arbeitgeberverbände bayme vbm haben sich zum Beginn des neuen Schuljahres zur Bildungsqualität in Bayern geäußert.
bayme vbm vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betont zu Beginn des neuen Schuljahres die hohe Qualität des Bildungsstandortes Bayern: „Unser Schulsystem ist traditionell stark und der Nachwuchs findet im Freistaat beste Voraussetzungen, um früh die Grundlagen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu schaffen. Wir dürfen jetzt aber nicht nachlassen und müssen dafür Sorge tragen, dass das Bildungsniveau weiter auf diesem hohen Level bleibt.“ Denn der PISA-Schock 2023 habe auch vor bayerischen Klassenzimmern nicht halt gemacht. Dass die Bayerische Staatsregierung zügig reagiere und mit ihrem Maßnahmenkatalog einen Schwerpunkt insbesondere auf Sprachförderung in den frühen Bildungsphasen gelegt habe, sei der richtige Schritt gewesen. „Ausgehend davon müssen wir nun alle weiteren Bildungsphasen systematisch in den Blick nehmen.“
Dabei müssten laut bayme vbm vbw gerade auch die sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen durchweg und gezielt gefördert werden. „Bildung ist die wichtigste Ressource, die wir als rohstoffarmer Wirtschaftsstandort haben. Eine zentrale Stellschraube ist die Vermittlung einer gesicherten Sprachkompetenz“, führt Brossardt aus. „Mit der Einführung von verbindlichen Sprachtests eineinhalb Jahre vor der Einschulung und der gestärkten Förderung von Kernkompetenzen in der Grundschule wurden bereits wichtige Weichen gestellt. Als nächsten Schritt brauchen wir nun einen Maßnahmenplan für die weiterführenden Schulen.“
In dem Zuge fordert die vbw, auch die dritte und vierte Jahrgangsstufe sowie den Übertritt in die weiterführenden Schulen beweglicher zu gestalten. „Wir müssen sicherstellen, dass ein grundlegendes Kompetenzniveau erreicht wird und dafür, wenn erforderlich, auch die individuellen Lernzeiten flexibilisieren. Im Zuge des demografischen Wandels sind unsere Unternehmen auf jede junge Nachwuchskraft angewiesen. Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder und Jugendliche im Bildungssystem den Anschluss verlieren“, so Brossardt.
Das könnte Sie auch interessieren...
Schulbeginn in Oberfranken
Neues Schuljahr 2025//2026 startet mit weiter steigenden Schülerzahlen
Rund 60.000 Schülerinnen und Schüler starten am 16. September 2025 in Oberfranken an Grund‑, Mittel- und Förderschulen in das neue Schuljahr, mehr als 27.500 Schülerinnen und Schüler besuchen oberfränkische berufliche Schulen (ohne Fach- und Berufsoberschulen), wie die Regierung von Oberfranken mitteilt.
38.432 Schülerinnen und Schüler und damit etwas mehr als im Vorjahr (38.112) besuchen im neuen Schuljahr die rund 230 oberfränkischen Grundschulen in 1.776 Grundschulklassen (Vorjahr: 1.758). Die Zahl der Erstklässler sinkt um 51 auf 9.611.
Auch an den knapp 100 oberfränkischen Mittelschulen steigen die Zahlen auf nunmehr 16.581 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 16.424). Die Zahl der Mittelschulklassen sinkt dagegen von 815 auf 807 leicht, sodass die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse nun bei 20,54 liegt (Vorjahr: 20,15).
Personalsituation an den Grund- und Mittelschulen
Neu eingestellt wurden von der Regierung von Oberfranken 97 Lehrkräfte, 8 Fachlehrkräfte und 5 Förderlehrkräfte. Zusätzlich wurden 58 Lehrkräfte, 8 Fachlehrkräfte und 3 Förderlehrkräfte aus anderen Regierungsbezirken nach Oberfranken versetzt.
Insgesamt ist damit auch im kommenden Schuljahr der Unterricht nach Stundenplan sowie der Wahlpflicht‑, Förder- und besondere Unterricht grundsätzlich gewährleistet. Die bedarfsgerechte Versorgung der kleinen Grundschulen im ländlichen Raum und der kleinen Mittelschulverbünde mit Lehrkräften kann durch eigens dafür bereitgestellte Lehrerstunden sichergestellt werden.
Für die Gesamtversorgung wichtig sind auch Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis. Hier läuft die Personalgewinnung kontinuierlich weiter, insbesondere für die Mobile Reserve und für zusätzliche Unterrichtsangebote.
Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat bereits jetzt zusätzliche Anstellungsmöglichkeiten zur Aufstockung der Mobilen Reserve ab November 2025 und Januar 2026 in Aussicht gestellt.
Angesichts des bundesweiten Lehrkräftemangels sowie aufgrund der Personalfluktuation während des gesamten Schuljahres bleibt es weiterhin eine anspruchsvolle Aufgabe, flächendeckend ausreichend Lehrkräfte, vor allem für Vertretungssituationen, zu finden.
Sprachstandserhebungen an Grundschulen und Einrichtung von Vorkursen „Deutsch 240“ in Oberfranken
In diesem Jahr wurden zum ersten Mal verpflichtende Sprachstandserhebungen für die Kinder durchgeführt, die nach ihrem Alter grundsätzlich für September 2026 zur Einschulung vorgesehen sind. In Oberfranken nahmen von den rund 10.000 Kindern dieser Altersgruppe auf Empfehlung der Kindertagesstätten rund 3.100 an den von der jeweils zuständigen Sprengelgrundschule organisierten Erhebungen teil.
46 Prozent (1.418) davon wurden aufgrund des Erhebungsergebnisses verpflichtet, eine staatlich geförderte Kita mit integriertem Vorkurs „Deutsch 240“ zu besuchen. Davon unabhängig können auch weitere Vorschulkinder auf Empfehlung von Kita und Schule an den Vorkursen teilnehmen.
Den Vorkurs führen Kita und Grundschule gemeinsam durch. Im Schuljahr 2025//2026 stehen den oberfränkischen Grundschulen hierfür 1.080 Lehrerwochenstunden (Vorjahr: 550 Stunden) zur Verfügung. Damit kann ein flächendeckendes Angebot an Vorkursen „Deutsch 240“ eingerichtet werden.