Test technischer Systeme unter realen Bedingungen
Bundesweiter Warntag: Positive Bilanz für den Regierungsbezirk Oberfranken
Der heutige bundesweite Warntag ist in Oberfranken nach einem ersten Überblick insgesamt positiv verlaufen. Dies teilt die Regierung von Oberfranken mit.
Die beteiligten Behörden und Organisationen haben die Abläufe reibungslos umgesetzt, was auf eine gute Vorbereitung und Zusammenarbeit hinweist.
Die digitalen Warnungen wurden über das Modulare Warnsystem an Warn-Apps und Cell Broadcast erfolgreich versendet. Auch die Sirenen, soweit technisch digital aufgerüstet, gaben eine akustische Warnung und Entwarnung ab. Neben dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beteiligten sich in Oberfranken 138 Kommunen mit Sirenenwarnung (insgesamt rund 650 Sirenen) und Lautsprecherwagen.
Die gewonnenen Erfahrungen fließen nun in die bundesweite Auswertung des BBK ein.
Mit jedem Probealarm werden die technischen Systeme unter realen Bedingungen getestet, um Schwachstellen zu erkennen und die Effizienz und Effektivität zukünftiger Alarmierungen zu optimieren. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, die Bevölkerung über die verschiedenen Formen der Warnung zu informieren und zu sensibilisieren. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Selbsthilfefähigkeit der Menschen in Deutschland im Krisenfall.
Die beim letzten Warntag aufgetretenen technischen Probleme bei der Entwarnung im Bereich einer Leitstelle konnten inzwischen behoben werden. Dies unterstreicht den Nutzen des Warntages als Instrument zur stetigen technischen Optimierung der Warnsysteme.
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Am 11. September werden die Warnsysteme getestet
Warntag auch in der Stadt Bamberg
Am morgigen Donnerstag, dem 11. September 2025, werden bundesweit die vorhandenen Warnsysteme erprobt. So auch in Bamberg, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Am Warntag geht es auch darum, die Bevölkerung auf diese Angebote aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. Wie bei den bisherigen Warntagen in den Jahren 2020, 2022, 2023 und 2024 soll auch dieser Test dabei helfen, die Warnungen in Deutschland weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Um 11 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWas) eine Probewarnung aus. Diese wird an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren, zum Beispiel Rundfunk- und Fernsehsender sowie App-Server geschickt. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung an verschiedene Warnmittel, darunter Cell Broadcast, Warn-Apps wie die vom BBK betriebene Warn-App NINA, Radio und TV-Sender, digitale Stadtinformationstafeln, Taxi-Dach-Werbung und diverse Fahrgastinformationssysteme an Bahnhöfen. Auch auf www.warnung.bund.de ist die Warnung zu finden. Auch die Stadt Bamberg ist beim bundesweiten Warntag dabei.
Der Aktionstag ist wichtig, um Bürgerinnen und Bürgern im Vorfeld die Bedeutung des Warnens und die damit verbundenen Signale zu zeigen und gleichzeitig die bestehenden Warnsysteme zu testen. Derzeit wird in Bamberg ausschließlich mit Warn-Apps und Cell Broadcast gewarnt. Daher ergeht die Bitte an die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen, dass die Betriebssysteme der Smartphones auf dem aktuellen Stand sind (für Cell Broadcast erforderlich) und die App- und Lautstärkeeinstellungen passen.
Im vergangenen Jahr gaben bei einer Umfrage zum Warntag 97 Prozent der Befragten an, dass sie die Warnung erhalten haben (plus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu 2023). Der reichweitenstärkste Warnkanal ist dabei Cell Broadcast, über den 73 Prozent der Befragten erreicht wurden. Bei dieser Technik werden Nutzerinnen und Nutzer von Cell-Broadcast-kompatiblen Handys direkt über ihr Gerät informiert unabhängig von Warn-Apps.
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Bayern erneut auf Platz zwei
vbw lobt Qualität des Schulsystems im Freistaat
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt das mit Platz zwei wieder sehr gute Abschneiden des bayerischen Bildungssystems beim Bildungsmonitor 2025 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
„Wir freuen uns, dass sich Bayern erneut Platz zwei gesichert hat. Das zeigt die konstante Stärke und hohe Qualität unseres Bildungssystems. Gute Schulbildung schafft die Grundlage für den späteren beruflichen Erfolg der Jugendlichen und die Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung unserer bayerischen Unternehmen“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das heute veröffentlichte Ergebnis. „Mit Blick auf das bundesweit insgesamt abnehmende Bildungsniveau dürfen wir uns auf dem Ergebnis aber nicht ausruhen, sondern müssen die Qualität unserer Bildungsangebote konsequent weiterentwickeln. Die bayerische Staatsregierung hat mit ihrer Offensive nach dem PISA-Schock aus dem Jahr 2023 hier bereits die richtigen Weichen gestellt.“
Bayern hat sich im bundesweiten Vergleich unter anderem in den Kategorien Berufliche Bildung, Schulqualität, Internationalisierung, Ausgabenorientierung und Digitalisierung hervorgetan. Hier erreichten sie jeweils den zweiten Platz. Brossardt führt aus „Dass wir gerade auch bei der Digitalisierung und der beruflichen Bildung so gut abschneiden, ist für unsere Unternehmen im Freistaat essentiell. Digitale Kompetenz ist am Arbeitsmarkt inzwischen eine Schlüsselfertigkeit. Den Grundstein für souveränen Umgang mit digitalen Inhalten legen wir im Schulunterricht.“
Im Bereich der beruflichen Bildung schnitt Bayern ebenfalls gut ab. Mit 79,6 Prozent liegt die Ausbildungsstellenquote über dem Bundesdurchschnitt von 67,1 Prozent. „Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist für Azubis in Bayern weiter ausgezeichnet. Das bestätigte auch unsere aktuelle bayme vbm Sommerumfrage zur Ausbildungssituation in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie“, erklärt Brossardt. Zwar sei die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vorjahresvergleich gesunken, einem Jugendlichen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle stünden aber weiterhin etwa anderthalb gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber. „Wir erleichtern das Matching, indem wir Schule und Unternehmen bei der Berufs- und Studienorientierung noch enger miteinander verzahnen.“
Aufholbedarf besteht im Freistaat laut der Erhebung indes bei der frühen Förderinfrastruktur. Brossardt erklärt „Beim Ausbau von Betreuungsangeboten in Kitas und Grundschulen sehen wir noch Luft nach oben. Hier ist die Bayerische Staatsregierung gefragt, zügig Maßnahmen zu ergreifen, damit eine frühe und zielgerichtete Förderung der Kinder in der Fläche gelingen kann.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel
Export- und Importgeschäft im ersten Halbjahr 2025 im Minus
Die bayerische Wirtschaft exportierte im ersten Halbjahr 2025 Waren im Wert von fast 114 Milliarden Euro, das waren knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit.
Die Importe sanken demnach ebenfalls um rund ein Prozent auf 112,5 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen weiterhin besorgt. „Wie befürchtet, sind die Zahlen in diesem Jahr sowohl für Ausfuhren als auch Einfuhren bislang rückläufig. Die Vorzieheffekte aufgrund der US-Zölle haben nur für einen zwischenzeitlichen Anstieg der Exporte gesorgt, im gesamten ersten Halbjahr ergibt sich jedoch ein Minus im Vorjahresvergleich. Zudem drückt die weiterhin schwache Inlandsnachfrage das Importgeschäft. Die tiefgreifenden strukturellen Probleme unseres Standorts verhindern weiterhin ein dauerhaftes Comeback unserer Wirtschaft. Wir setzen auf die Bundesregierung, dass sie die Vollendung der Wirtschaftswende weiter entschlossen angeht“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Betrachtung der wichtigsten Exportmärkte ergebe ein gemischtes Bild. „Stark rückläufig waren die Exporte nach China – sie sanken um knapp 25 Prozent. Unsere Betriebe spüren die chinesische Konkurrenz vor Ort, auch durch unfaire Wettbewerbsverzerrungen seitens China“, erklärt Brossardt. Die Volksrepublik sei aber unser größter Handelspartner und drittgrößter Exportmarkt. Auch mit den USA sei ein Rückgang der Ausfuhren um rund drei Prozent zu sehen. Bislang habe der EU-US-Zolldeal nur bedingt für Planungssicherheit gesorgt. „Für den Deal zahlen wir gleichzeitig einen wirtschaftlich hohen Preis und müssen mit Einbußen im Exportgeschäft rechnen. Die Exporte in die EU stiegen dagegen um rund ein Prozent. Ebenfalls sinkende Ausfuhren um bis 3,6 Prozent verzeichnen wir bei unseren wichtigsten europäischen Absatzmärkten Frankreich und Österreich.“
Die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter lagen im ersten Halbjahr 2025 ebenfalls im Minus. „Insgesamt wurden vier Prozent weniger Maschinen und 3,5 Prozent weniger Pkw exportiert. Das gleiche gilt für Kfz-Teile, chemische Produkte und elektrische Ausrüstungen, deren Ausfuhren zwischen zwei und sechs Prozent gesunken sind.“ Auffällig sei dagegen der starke Exportzuwachs von Pharmaprodukten und Luftfahrtzeugen und ‑teilen zwischen 33 und knapp 50 Prozent – auch wenn beide einen eher geringen Anteil am Gesamtexport hätten. „Die Zahlen dokumentieren die weiterhin herausfordernde Lage. In einem immer härter werdenden globalen Wettbewerb, geprägt durch Protektionismus und unfaire Wettbewerbspraktiken, müssen wir unseren Unternehmen deshalb noch mehr den Rücken stärken. Dazu müssen wir noch entschiedener für einen attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort arbeiten“, so Brossardt abschließend.
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„Bildungserfolg mit Datenbasis prüfbar machen, Lernzeiten flexibilisieren“
vbw fordert verbindliche Standards für mehr Bildungsqualität in Bund und Bayern
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft fordert verbindliche Standards für mehr Bildungsqualität in Bund und Bayern. Für die Verbesserung der Bildungsqualität in Bund und Freistaat brauche es mehr Verbindlichkeit, also die abgestimmte, verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten vom Staat über Bildungsinstitutionen bis zu jedem Einzelnen.
Im Bildungssystem müsse jedem Akteur klar sein, welche Pflichten er zu erfüllen hat und wann Anstrengung erforderlich ist. Um Bildungserfolg überprüfbar zu machen, müssen handfeste Daten erhoben und verlässliche, verbindliche Qualitätsstandards eingeführt werden. Das geht aus dem aktuellen Gutachten „Bildungsleistung durch mehr Verbindlichkeit“ des von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. initiierten Aktionsrats Bildung hervor.
„Deutlich zielführender als freundliche Unverbindlichkeit ist Klartext. Denn das Problem mit der Unverbindlichkeit ist, dass sie zu vieles offen lässt und sie keine Transparenz schafft über Erfolge und Misserfolge. Darum brauchen wir für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes zwingendermaßen Verbindlichkeit. Es muss jedem Bildungsakteur klar sein, welche Pflichten zu erfüllen sind und wann Anstrengung erforderlich ist. Die Schülerinnen und Schüler sind unsere Fachkräfte von morgen. Wir müssen sie zu mehr Eigenverantwortung beim Lernen motivieren und gleichzeitig dabei unterstützen, ihre Basiskompetenzen zu entwickeln und zu verbessern“, machte vbw Präsident Wolfram Hatz im Rahmen der Veranstaltung klar und ergänzte: „Momentan erreichen 15 Prozent der Neuntklässler nicht den Mindeststandard für den ersten Schulabschluss im Lesen. Im Freistaat sieht die Lage mit zwölf Prozent etwas besser aus, es herrscht aber Handlungsbedarf. Oft bleibt die grundlegende Kompetenzförderung auf der Strecke, gleichzeitig fehlen verbindliche Standards, um den Bildungserfolg sicherzustellen. Die Bayerische Staatsregierung hat nach dem neuerlichen PISA-Schock wichtige Weichen gestellt. Was den Bund betrifft, sollte der PISA-Bundesländervergleich wieder aufgenommen werden, um eine evidenzbasierte Weiterentwicklung des Bildungssystems zu ermöglichen.“
Im Freistaat trage die PISA-Offensive der Bayerischen Staatsregierung mit verbindlichen Sprachtests eineinhalb Jahre vor der Einschulung und der verstärkten Förderung der Kernkompetenzen in der Grundschule bereits zu einer gesteigerten Bildungsqualität bei. „Ausgehend davon brauchen wir nun einen Maßnahmenplan, der alle weiteren Bildungsphasen systematisch in den Blick nimmt. Die Heterogenität der Lernenden ist gestiegen. Indem wir Lernzeiten flexibilisieren, können wir auf unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten besser eingehen“, führte Hatz aus und fordert, in dem Zuge, auch die dritte und vierte Klasse sowie den Übertritt in die weiterführenden Schulen beweglicher zu gestalten. „Wir müssen sicherstellen, dass ein grundlegendes Kompetenzniveau erreicht wird. Im Zuge des demografischen Wandels sind unsere Unternehmen auf jede junge Nachwuchskraft angewiesen. Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder und Jugendliche im Bildungssystem den Anschluss verlieren.“
Prof. em. Dr. Rudolf Tippelt, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied des Aktionsrats Bildung, erklärte die Idee zum Gutachten: „Gibt es eine Erklärung für das Versagen des deutschen Bildungssystems trotz zahlloser Empfehlungen und Reformen Bemühungen? – Der Aktionsrat Bildung prüft die Hypothese, ob deren Verbindlichkeit und Angemessenheit zur Vermeidung von Anstrengung und zum Erhalt von Entscheidungsspielräumen ignoriert wurde.”
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vbw-Statement zum bayerischen Außenhandel
Bayerische Ein- und Ausfuhren sinken siebten Monat in Folge
Die bayerischen Ausfuhren gingen im Februar 2025 um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf insgesamt 19,1 Milliarden Euro zurück. Die Einfuhren sanken um 7,2 Prozent auf nur noch 17,9 Milliarden Euro. Die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen bezeichnet die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. als extrem beunruhigend.
„Sowohl die bayerischen Exporte als auch Importe verharren im Februar weiterhin tief im Minus. Klar ist: Wir befinden uns mitten in einer tiefen Konjunktur- und vor allem Strukturkrise. Umso mehr ist daher die Einigung auf einen Koalitionsvertrag eine gute Nachricht. Sie ebnet den Weg für eine handlungsfähige Bundesregierung. Es ist zu hoffen, dass durch den Koalitionsvertrag wachstumsfördernde und standortsichernde Impulse gesetzt werden – und zwar zügig. Wir brauchen jetzt einen echten wirtschaftlichen Aufbruch“, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Bei den größten bayerischen Absatzmärkten zeigt sich die drastische Lage ganz besonders. „Bei unserem wichtigsten Exportmarkt, den USA, sind sowohl die Exporte als auch die Importe im Sinkflug – und das sogar noch vor Inkrafttreten der neuen Zölle. Im Februar sanken die Ausfuhren in die USA demnach um fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Einfuhren aus den Vereinigten Staaten lagen sogar um rund ein Viertel niedriger. Die radikale Zollpolitik von Donald Trump stellt für die bayerische Wirtschaft eine fundamentale Herausforderung dar. Fast 13 Prozent der bayerischen Exporte gehen in die USA. Noch dramatischer entwickelt sich zugleich unser Chinageschäft: Die Ausfuhren in das Reich der Mitte gingen im Februar um ganze 31,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Ebenso sehen wir Einbußen beim Export nach Österreich, Frankreich, Italien und in das Vereinigte Königreich. Nur in wenige wichtige Exportmärkte konnten die Ausfuhren gesteigert werden. Polen ist eine solche positive Ausnahme“, erklärt Brossardt.
Ein ähnliches Bild ergibt sich für die einzelnen Warengruppen. „Wichtigste Exportgüter im Februar 2025 waren Pkw und Wohnmobile mit einem Exportvolumen von rund 3,7 Milliarden Euro. Danach folgten Maschinen, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und ‑verteilung, Kfz-Teile sowie Pharmazeutische Erzeugnisse. Außer bei den pharmazeutischen Erzeugnissen gab es bei allen genannten Warengruppen Exportrückgänge von bis zu 12,3 Prozent. Fakt ist: Die neuen außenwirtschaftlichen Realitäten stellen die bayerische Wirtschaft auf eine harte Bewährungsprobe. Die Aufgaben, vor denen wir stehen, sind groß, kurz‑, aber auch langfristig. Gleichzeitig stimmt uns der Koalitionsvertrag hoffnungsvoll. Es muss jetzt schnell gehandelt werden“, so Brossardt.
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Statement der vbw zu den neuen US-Zöllen
„Weiterer Tiefpunkt in den Wirtschaftsbeziehungen mit den USA unter Trump“
„Die gestern zusätzlich verhängten Zölle markieren einen weiteren Tiefpunkt in den Wirtschaftsbeziehungen mit den USA unter Donald Trump“, äußert sich Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., in einem Statement.
Ein Handelskrieg müsse weiterhin unbedingt vermieden werden, auch wenn die gestrige Entscheidung eine Einigung immer schwieriger mache. Man setze darauf, dass die USA ihre Handelspolitik überdenken werden, sobald die verheerenden Folgen der Zollpolitik zutage treten. Europa müsse jetzt den Blick nach vorne richten und eine kluge Antwort finden: Einerseits müssten die Gesprächskanäle mit der US-Regierung offengehalten werden, um aktiv und interessenorientiert gemeinsame Lösungen zu finden. Andererseits dürfte man aber auch nicht naiv sein: Europa müsse Stärke zeigen und entschieden reagieren – Gegenzölle sollten aber nur letztes Mittel sein.
„Der Trump-Regierung muss klargemacht werden, dass auch die US-Wirtschaft von offenen Grenzen, freiem Warenverkehr und wirtschaftlichem Austausch profitiert – und dass es umgekehrt bei einer Zollspirale nur Verlierer geben kann. Dem künftigen Bundeskanzler fällt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Er muss sich auf EU-Ebene für den Abschluss weiterer wichtiger Handelsabkommen einsetzen. Die Vorkommnisse zeigen, wie wichtig es gewesen wäre, das TTIP-Freihandelsabkommen abzuschließen“, so Brossardt weiter.
„Gleichzeitig zeigen die neuen Zusatzzölle, dass wir die Wirtschaftswende jetzt brauchen. Fakt ist: Die USA sind der größte Exportmarkt für Bayern. 2024 betrug das Exportvolumen rund 29 Milliarden Euro, das entspricht einem Anteil von 13 Prozent, weswegen der Freistaat besonders negativ betroffen ist.“ Die zusätzlichen Zölle würden daher noch mehr Unsicherheit und weiter steigende Kosten bei den bayerischen Betrieben verursachen – und das inmitten der andauernden Struktur- und Konjunkturkrise im Land. Unser Standort brauche daher dringend die Trendwende, um im immer härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene müssten daher rasch abgeschlossen werden. „Wir brauchen schnell eine handlungsfähige Regierung, die für einen echten wirtschaftlichen Aufbruch steht.“
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Deeskalation notwendig, denn Zollwettlauf kennt nur Verlierer
US-Zölle belasten Bayerns Automobilindustrie besonders stark
Die beschlossenen Zusatzzölle in Höhe von 25 Prozent auf Automobile und bestimmte Automobilteile sieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit großer Sorge.
„Die Zölle werden Produkte bayerischer Autohersteller und Zulieferer teurer und damit weniger wettbewerbsfähig auf dem US-Markt machen. Fakt ist: Die USA sind der größte Exportmarkt für bayerische Autos“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Um die dann zu erwartende schwächere Nachfrage abzufangen, könnten die betroffenen Unternehmen versuchen die Preise zu senken, aber das reduziere natürlich die Marge. Bayern als besonders exportorientierte Wirtschaft mit seiner starken Automobilindustrie wäre davon überdurchschnittlich betroffen.
Bayern exportierte im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 29 Mrd. Euro in die USA, das entspricht 12,8 Prozent aller bayerischen Exporte. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Exporte in die USA um überdurchschnittliche 1,6 Prozent. Für Pkw sind die USA der mit Abstand wichtigste Exportmarkt. Fast ein Fünftel der bayerischen Pkw-Exporte ging 2024 in die USA. Vom Export von Zulieferteilen gingen gut neun Prozent in die Vereinigten Staaten. „Es ist klar, dass die EU auf Strafzölle selbstbewusst und geschlossen reagieren muss. Allerdings muss sorgfältig überlegt werden, welche Mittel zielführend sind. Gegenzölle dürfen nur als letztes Mittel eingesetzt werden, ein Zollwettlauf kennt nur Verlierer. Deshalb sollte die EU jetzt aktiv und interessensorientiert mit der US-Regierung verhandeln und vor allem deeskalierend wirken. Wir sehen exemplarisch die Möglichkeit, die Importzölle in die Europäische Union zu senken, zum Beispiel für Pkw“, erklärt Brossardt weiter.
Auch an die neue Bundesregierung hat die vbw klare Forderungen: „Unsere Wirtschaft kämpft derzeit mit einer Kombination aus Konjunktur- und Strukturkrise. In diesem schwierigen Umfeld sorgen Zoll-Ankündigungen bei den Unternehmen zusätzlich für Unsicherheit und höhere Kosten. Jetzt müssen rasche Reformen beschlossen werden, die Bayern und Deutschland als Wirtschaftsstandort stärken und eine höhere ökonomische Resilienz bedingen. Unsere Unternehmen brauchen dringend Entlastungen bei Lohnzusatzkosten, Energiekosten, Unternehmenssteuern und bürokratischen Vorgaben, damit sie im sich verschärfenden internationalen Wettbewerb bestehen können. Aufgabe des künftigen Bundeskanzlers wird es außerdem sein, direkt auf die USA zuzugehen.“
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Probealarm am 13. März
Landesweiter Warntag: Bilanz für den Regierungsbezirk Oberfranken
Am vergangenen Donnerstag, dem 13. März, fand der landesweite Warntag statt. Um 11 Uhr wurden in ganz Bayern sämtliche Warnmittel getestet, um die Bevölkerung auf den Ernstfall vorzubereiten. Die Regierung von Oberfranken hat eine Bilanz für den Regierungsbezirk veröffentlicht.
Der Mitteilung zufolge zeigten sich beim landesweiten Probealarm für Oberfranken folgende Ergebnisse. Die Warnung über Cell-Broadcast verlief erfolgreich. Das bedeutet, dass bei allen Handys, die nicht lautlos gestellt waren, ein Warnton erklang. Beim landesweiten Warntag wird bewusst nur die Warnstufe 2 ausgelöst, anders als beim bundesweiten Test mit Warnstufe 1, bei dem auch Handys im Stummmodus warnen. Voraussetzung ist stets, dass die Cell-Broadcast-Funktion am Handy in den privaten Einstellungen nicht blockiert ist.
Die WarnApp “NINA” hat oberfrankenweit funktioniert. Nicht ausgelöst hat hingegen “KATWARN”. Diese Erfahrungen werden an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) weitergegeben, das die Analyse vornehmen wird.
Die Sirenen in Oberfranken haben bis auf wenige Ausnahmefälle ausgelöst. Allerdings kam es im Bereich der Integrierten Leitstelle (ILS) Coburg bei der Entwarnung zu einer technischen Störung: Dort schaltete sich der Dauerton nicht nach einer Minute von alleine ab. Die ILS konnte bereits einen Programmierfehler als Ursache ausfindig machen. Aufgrund der Dauerbelastung einer Sirene kam es zu einer Überhitzung, wodurch die Sirene beschädigt wurde.
Mit jedem Probealarm werden die technischen Systeme unter realistischen Bedingungen getestet. Auf diese Weise können Fehler entdeckt und korrigiert werden. Seitens der Regierung von Oberfranken wird die Auswertung und Aufarbeitung der Ergebnisse eng begleitet, die sich auch bei der Bevölkerung für alle eingegangenen Hinweise bedankt. Die Erfahrungen sind wertvoll für die Weiterentwicklung der Warninfrastruktur.
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Am Donnerstag probt die Stadt ihre Warnsysteme
Landesweiter Warntag: Auch die Stadt Bamberg ist dabei
An diesem Donnerstag, 13. März, wird ab 11 Uhr im Freistaat Bayern die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme und die Warnung der Bevölkerung geprobt. Auch die Stadt Bamberg beteiligt sich am landesweiten Warntag.
In Krisensituationen und bei Gefahrenlagen ist das Wissen um die Bedeutung einer Warnung und das weitere Verhalten unerlässlich. Demzufolge gibt es Warntage: So an diesem Donnerstag, 13. März, an dem ab 11 Uhr im Freistaat Bayern die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme und die Warnung der Bevölkerung geprobt wird. Auch die Stadt Bamberg beteiligt sich am landesweiten Warntag.
Gegen 11 Uhr löst die Regierung von Oberfranken über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWas) eine Probewarnung aus. Diese wird an alle angeschlossenen App-Server geschickt. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung an verschiedene Warnmittel, darunter Cell Broadcast und Warn-Apps. Diese transportieren die Warnung an die Bevölkerung. Daher ergeht die Bitte an die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen, dass die Betriebssysteme der Smartphones und die Apps auf dem aktuellen Stand sind (für Cell Broadcast erforderlich) und die App- und Lautstärkeeinstellungen passen.