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Erzbistum Bamberg

Erz­bi­schof Gössl zur Wie­der­eröff­nung von St. Michael

„Es ist eine Pracht!“

Mit einem fest­li­chen Pon­ti­fi­kal­amt ist am Sams­tag nach 13-jäh­ri­ger Bau­zeit die Bam­ber­ger Micha­els­kir­che wie­der­eröff­net wor­den. Erz­bi­schof Gössl bezeich­net die sanier­te Kir­che St. Micha­el als Zei­chen für not­wen­di­ge Umkehr und Refor­men in Kir­che und Gesellschaft.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl begann sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten „Es ist eine Pracht!“, und er dank­te allen, die dafür gesorgt haben, dass die­se Pracht erhal­ten geblie­ben ist. Er deu­te­te das sanier­te Got­tes­haus als Sym­bol für Got­tes blei­ben­de Zuwen­dung zu den Men­schen und für die damit immer­zu not­wen­di­gen und mög­li­chen Erneue­rungs­pro­zes­se in Kir­che, Gesell­schaft und im per­sön­li­chen Leben jedes Menschen.

Das Leit­wort der Kir­chen­vä­ter „Eccle­sia sem­per refor­man­da – Die Kir­che muss sich immer erneu­ern“ betref­fe nicht nur die Struk­tu­ren, son­dern auch das gan­ze Leben. Es gehe dar­um, anzu­er­ken­nen, „dass wir unse­re dunk­len, schmut­zi­gen Stel­len haben“, die der Rei­ni­gung und Erneue­rung bedür­fen, per­sön­lich, als Kir­che und als Gesell­schaft. Auch wenn die Men­schen heu­te viel­fach acht­sa­mer und rück­sichts­vol­ler mit­ein­an­der umgin­gen als frü­her, sei es umso erschre­cken­der, dass es immer wie­der zu Rück­fäl­len in die dun­kels­ten Machen­schaf­ten kom­me, die das Leben so uner­träg­lich machen und die Freu­de am Leben neh­men, so Gössl.

„Mein Ein­druck ist, dass vie­le Men­schen heu­te ger­ne einen ober­fläch­li­chen, äuße­ren Glanz zur Schau stel­len, aber sich sehr davor hüten, tie­fer zu bli­cken“, sag­te der Erz­bi­schof. Vie­le bedroh­li­che Ris­se zögen sich durch die Fami­li­en, durch die Gesell­schaft, nur müh­sam über­tüncht, um den Schein auf­recht zu erhal­ten. „Wie oft fehlt der rich­ti­ge Halt, sodass unse­re Lebens­kon­struk­tio­nen brü­chig wer­den und aku­te Ein­sturz­ge­fahr besteht.“

„Die Kir­che muss sich immer erneu­ern, indem sie zum Urbild zurück­fin­det und an ihm Maß nimmt: an Jesus Chris­tus“, füg­te der Erz­bi­schof hin­zu. „Durch ihn fin­den wir Halt in Gott und kön­nen die dunk­len Schat­ten des Lebens bekämp­fen. So kön­nen wir leuch­ten und strah­len von innen her durch den, der uns aus der Fins­ter­nis in sein wun­der­ba­res Licht geru­fen hat.“

Ein wei­te­rer Aspekt der Pre­digt lag auf der Ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung. Der soge­nann­te Him­mels­gar­ten der Micha­els­kir­che mit sei­nen rund 600 Pflan­zen­mo­ti­ven sei „eine wich­ti­ge Erin­ne­rung dar­an, dass die Schöp­fung Got­tes kost­ba­res Geschenk an uns ist, das es zu schüt­zen und zu bewah­ren gilt“. Gössl beton­te, dem Men­schen sei „nicht Aus­beu­tung und Ver­brauch“ auf­ge­tra­gen, son­dern „hüten und hegen“. Die Schön­heit der Natur ver­wei­se auf den Schöp­fer und sei zugleich Auf­trag zum ver­ant­wort­li­chen Handeln.

Die eigent­li­che Pracht der Kir­che frei­lich sei­en die Men­schen, die sich in ihr ver­sam­meln und die trotz ihrer Schwä­chen und Sün­den von Gott geliebt sind. Dar­an erin­ne­re der hei­li­ge Bischof Otto, der die­se fro­he Bot­schaft den Men­schen in Pom­mern ver­kün­de­te und der so bis heu­te zu einem Brü­cken­bau­er zwi­schen Ost und West, zwi­schen Polen und Deutsch­land wurde.

Die baro­cke Micha­els­kir­che zählt zu den bedeu­tends­ten Sakral­bau­ten Fran­kens und prägt neben dem Dom das Stadt­bild Bam­bergs. In der Kir­che befin­det sich das Grab des hei­li­gen Bischofs Otto, der die Bene­dik­ti­ner­ab­tei 1117 bis 1121 nach einem Erd­be­ben erneu­ern ließ. Die Kir­che und das frü­he­re Klos­ter auf dem Micha­els­berg wur­den 1803 säku­la­ri­siert und sind seit­dem Eigen­tum der Bür­ger­spi­tal­stif­tung der Stadt Bam­berg. Die Kir­che war seit Herbst 2012 wegen gra­vie­ren­der Bau­schä­den geschlos­sen und umfas­send saniert wor­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te die Stadt auch sechs neue Glo­cken gie­ßen las­sen. Mit der Wie­der­eröff­nung steht die Micha­els­kir­che nun wie­der – zunächst mit ein­ge­schränk­ten Öff­nungs­zei­ten – Besu­che­rin­nen und Besu­chern offen. Am 9. und 10. Mai ist ein Bür­ger­fest geplant.

Vor­trag und Mit­tel­al­ter-Lesung mit Gitar­ren-Beglei­tung im Schat­ten des Bam­ber­ger Doms

Don­ners­tag, 19. März: „Königs­mord“ im Museumscafé

Das Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg lädt am Don­ners­tag, dem 19. März, zu einem beson­de­ren Vor­trags- und Lesungs­abend in das neue Muse­ums­ca­fé am Dom ein. Die Bam­ber­ger His­to­ri­ke­rin und Autorin Karin Deng­ler-Schrei­ber, die ihre his­to­ri­schen Roma­ne unter dem Pseud­onym Anna Degen ver­öf­fent­licht, nimmt das Publi­kum mit in die beweg­te Zeit des frü­hen 13. Jahr­hun­derts – in eine Epo­che poli­ti­scher Intri­gen, dynas­ti­scher Kon­flik­te und dra­ma­ti­scher Ereig­nis­se am Domberg.

Im Mit­tel­punkt des Romans „Der Königs­mord von Bam­berg“ steht der Mord am römisch-deut­schen König Phil­ipp von Schwa­ben im Jahr 1208 – eines der spek­ta­ku­lärs­ten Ver­bre­chen des Mit­tel­al­ters, das sich in Bam­berg ereig­ne­te. Der Stau­fer­kö­nig war damals zur Hoch­zeit sei­ner Nich­te in die Bischofs­stadt gereist, als er Opfer des Atten­tats wur­de. Schlüs­sel­fi­gur im Roman ist die 12-jäh­ri­ge Sophie, wel­che die Tat beob­ach­tet und damit für mäch­ti­ge Män­ner zur gefähr­li­chen Zeu­gin wird.

In ihrem Vor­trag beleuch­tet Deng­ler-Schrei­ber die his­to­ri­schen Hin­ter­grün­de die­ser Zeit: den erbit­ter­ten Macht­kampf zwi­schen den Dynas­tien der Stau­fer und Wel­fen, die poli­ti­schen Span­nun­gen im Reich sowie die Rol­le des Bam­ber­ger Bischofs zur Zeit des Dom­neu­baus im frü­hen 13. Jahr­hun­dert. Dabei wird deut­lich, wie eng kirch­li­che und welt­li­che Macht mit­ein­an­der ver­floch­ten waren und wie schnell selbst hoch­ran­gi­ge Per­sön­lich­kei­ten in den Stru­del poli­ti­scher Kon­flik­te gera­ten konnten.

Im Anschluss liest die Autorin einen Aus­zug aus ihrem Roman. Die Lesung wird musi­ka­lisch beglei­tet von dem Gitar­ris­ten Rein­hard Sures. Der Abend ver­bin­det his­to­ri­sche Ein­ord­nung, lite­ra­ri­sche Erzähl­kunst und Musik – und führt das Publi­kum zurück in eine Zeit, in der sich im Schat­ten des Bam­ber­ger Domes euro­päi­sche Geschich­te ent­schied. Im Anschluss gibt es einen Emp­fang und und eine Signierstunde.


Die Ver­an­stal­tung

Wann?
Don­ners­tag, 19. März 2026, 18.00 Uhr, Ein­lass 17:30 Uhr


Wo?

Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg, Dom­platz 5, 96049 Bamberg


Anmel­dung und Informationen

Tickets zu 8,00 Euro gibt es im Vor­ver­kauf an der Kas­se des Diö­ze­san­mu­se­ums und online auf www.dioezesanmuseum-bamberg.de, Rest­kar­ten an der Abendkasse.


Die Autorin

Anna Degen ist das Pseud­onym der His­to­ri­ke­rin, Denk­mal­pfle­ge­rin und ehe­ma­li­gen Welt­kul­tur­er­be-Mana­ge­rin Karin Deng­ler-Schrei­ber, die über die mit­tel­al­ter­li­chen Hand­schrif­ten des Klos­ters Michels­berg pro­mo­vier­te und sich seit vie­len Jah­ren mit der Bam­ber­ger Geschich­te beschäf­tigt. Für ihre umfang­rei­che ehren­amt­li­che Tätig­keit erhielt sie 2004 das Bundesverdienstkreuz.

„Suche den Frie­den und jage ihm nach“

Kuni­gun­den­tag im Erz­bis­tum Bam­berg stand im Zei­chen der Friedensarbeit

Zum Kuni­gun­den­tag, dem öku­me­ni­schen Frau­en­fest im Erz­bis­tum Bam­berg, haben Erz­bi­schof Her­wig Gössl und Sabi­ne Hirsch­mann, Deka­nin des Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Deka­nats Bam­berg, die star­ke Strahl­kraft von Kai­se­rin Kuni­gun­de betont.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl beton­te am Sams­tag im Bam­ber­ger Dom, dass die hei­li­ge Kuni­gun­de ein leuch­ten­des Bei­spiel für geleb­te Frie­dens­ar­beit und Ver­söh­nung sei. In der aktu­el­len Zeit vol­ler Unru­he und Kon­flik­te erin­ne­re ihr Wer­de­gang dar­an, dass wah­rer Frie­den zuerst im eige­nen Her­zen ent­ste­he. „Frie­den braucht Auf­merk­sam­keit, Mühe und Anstren­gung“, sag­te der Erz­bi­schof und rief dazu auf, die nöti­ge Kraft für die Frie­dens­ar­beit aus der eige­nen Bezie­hung zu Gott zu schöpfen.

Sabi­ne Hirsch­mann, Ev.-Luth. Deka­nin für den Deka­nats­be­zirk Bam­berg, hob in ihrem Gruß­wort her­vor, dass das Mot­to des Kuni­gun­den­ta­ges „Suche den Frie­den und jage ihm nach“ (Ps 34,15b) nicht als ein­ma­li­ger Impuls zu ver­ste­hen sei – viel­mehr brau­che Frie­den oft Beharr­lich­keit und eine lei­den­schaft­li­che Ent­schlos­sen­heit. Neben der hei­li­gen Kuni­gun­de hät­ten im Lauf der Jahr­hun­der­te vie­le Frau­en eine solch beharr­li­che Frie­dens­ar­beit geleistet.

Kuni­gun­de, die zu Leb­zei­ten mit Intri­gen und poli­ti­schen Unru­hen kon­fron­tiert war, zeig­te durch ihre Fried­fer­tig­keit und ihre Fähig­keit zu ver­ge­ben, dass der Weg zu einem sta­bi­len Frie­den bei jeder und jedem Ein­zel­nen von uns beginnt, so Gössl in sei­ner Pre­digt. Trotz Tur­bu­len­zen hielt sie an ihrer tie­fen Got­tes­be­zie­hung fest und zeig­te auf, wie der Glau­be als Quel­le des Frie­dens und als Kom­pass fried­li­chen Han­delns fungiert.

Auch wir erleb­ten heu­te eine har­te, raue und fried­lo­se Welt, sag­te der Erz­bi­schof – „sei es durch die Angriffs­krie­ge, die von ver­schie­de­nen Sei­ten wie selbst­ver­ständ­lich vom Zaun gebro­chen wer­den, sei es durch die oft bru­ta­len Kom­men­ta­re im Netz oder auch die tät­li­chen Angrif­fe, denen sich Poli­ti­ker und ande­re Men­schen in öffent­li­chen Ämtern aus­ge­setzt sehen.“ Ange­sichts des­sen sei­en vie­le ver­sucht, selbst zu ver­här­ten, sich nichts gefal­len zu las­sen und es dem Gegen­über mit glei­cher Mün­ze heimzuzahlen.

„Frie­den lässt sich aller­dings nicht durch Bom­ben gewin­nen, son­dern nur im eige­nen Her­zen“, beton­te Gössl. Die Welt wer­de dem Frie­den kei­nen Schritt näher­kom­men, solan­ge man immer nur ver­su­che, auf die ande­ren ein­zu­wir­ken – sei es gewalt­tä­tig, dro­hend, schmei­chelnd oder auf wel­che Wei­se auch immer. Viel­mehr gel­te es, dem eige­nen Frie­den im Inne­ren nach­zu­ja­gen, ihn zu suchen und ihn aus der Ver­bun­den­heit zu Gott her­aus zu fin­den. Für die­sen Pro­zess der inne­ren Frie­dens­ar­beit sei die hei­li­ge Kuni­gun­de „ein Vor­bild und eine mäch­ti­ge Für­spre­che­rin“, so der Oberhirte.

Das wei­te­re Pro­gramm des Kuni­gun­den­ta­ges stand eben­so im Zei­chen des Frie­dens. Nach einem Vor­trag der Theo­lo­gin und Pro­fes­so­rin Sabi­ne Bie­ber­stein zur Kraft bibli­scher Frie­dens­tex­te reg­ten ver­schie­de­ne Work­shops dazu an, sich noch tie­fer mit dem The­ma Frie­den und Frie­dens­ar­beit auseinanderzusetzen.

Vor­be­rei­tet wur­de der Kuni­gun­den­tag vom „Öku­me­ni­schen Team Kuni­gun­de“, in dem zahl­rei­che Akti­ve der öku­me­ni­schen Frau­en­ar­beit im Erz­bis­tum Bam­berg zusammenarbeiten.

Die hei­li­ge Kuni­gun­de hat gemein­sam mit ihrem Mann, dem hei­li­gen Kai­ser Hein­rich, im Jahr 1007 das Bis­tum Bam­berg gegrün­det. Sie starb am 3. März 1033 und wur­de im Jahr 1200 hei­lig­ge­spro­chen. Der Kuni­gun­den­tag wird in Erin­ne­rung an sie gefeiert.

Öku­me­ni­sches Frauenfest

Kuni­gun­den­tag beginnt am Sams­tag um 9.30 Uhr

Am kom­men­den Sams­tag, dem 7. März, wird in Bam­berg der Kuni­gun­den­tag als öku­me­ni­sches Frau­en­fest gefei­ert. Das Hoch­fest der hei­li­gen Kuni­gun­de beginnt ab 9.30 Uhr.

Das öku­me­ni­sche Frau­en­fest zu Ehren der Bis­tums­pa­tro­nin beginnt um 9.30 Uhr mit einem Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst, den Erz­bi­schof Her­wig Gössl im Bam­ber­ger Dom fei­ern wird.

Anschlie­ßend besteht im Dom­pfarr­heim die Mög­lich­keit, bei einer klei­nen Aga­pe ins Gespräch zu kom­men. Suche den Frie­den und jage ihm nach (Ps 34,15b) – Der Tag steht ganz im Zei­chen des Frie­dens. In einer Welt vol­ler Unru­he und Unge­rech­tig­keit erin­nert der Psalm dar­an: Frie­den geschieht nicht von selbst. Wir müs­sen ihn suchen. Frau­en set­zen dabei oft wich­ti­ge Zei­chen. Sie leben Glau­ben, schaf­fen Gemein­schaft, ver­mit­teln, stär­ken und tragen.

Nach Mit­tag­essen, Kaf­fee und Kuchen ab 12 Uhr im Ste­phans­hof star­tet der Fest­nach­mit­tag um 13.15 Uhr mit einem Fest­vor­trag von Prof. Sabi­ne Bie­ber­stein (Eichstätt/​Bamberg) zum The­ma „Gerech­tig­keit und Frie­de küs­sen ein­an­der (Ps 85,11). Die Kraft bibli­scher Frie­dens­tex­te“. Im Anschluss star­ten ver­schie­de­ne Work­shops, die dazu anre­gen, sich mit dem The­ma des Fest­vor­trags auseinanderzusetzen.

Um 15.40 Uhr endet der Kuni­gun­den­tag mit einer lit­ur­gi­schen Abschlussfeier.

Der Kuni­gun­den­tag wird vor­be­rei­tet vom „Öku­me­ni­schen Team Kuni­gun­de“, in dem zahl­rei­che Akti­ve der öku­me­ni­schen Frau­en­ar­beit im Erz­bis­tum Bam­berg zusammenarbeiten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier zu finden.

Erz­bi­schof Gössl wür­digt den Ver­stor­be­nen als ver­läss­li­chen Seel­sor­ger mit tie­fem Glauben

Trau­er um frü­he­ren Dom­pfar­rer und Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Förch

Das Erz­bis­tum Bam­berg trau­ert um den lang­jäh­ri­gen Dom­ka­pi­tu­lar und frü­he­ren Dom­pfar­rer Mon­si­gno­re Dr. Ger­hard Förch. Er starb am Sams­tag (7. Febru­ar) kurz nach sei­nem 82. Geburts­tag, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl wür­dig­te den Ver­stor­be­nen als einen Seel­sor­ger mit gro­ßer Lei­den­schaft: „Mon­si­gno­re Ger­hard Förch hat über Jahr­zehn­te hin­weg das geist­li­che Leben an unter­schied­li­chen Stel­len im Erz­bis­tum Bam­berg und zuletzt in der Dom­pfar­rei mit­ge­prägt. Dr. Förch war theo­lo­gisch hoch­ge­bil­det und stets inter­es­siert an aktu­el­len Ent­wick­lun­gen, nicht zuletzt in Fra­gen der Öku­me­ne. Mit sei­ner Nähe zu den Men­schen, sei­nem Enga­ge­ment für die Jugend­ar­beit und sei­ner tie­fen Ver­wur­ze­lung im Glau­ben war er vie­len ein ver­läss­li­cher Seel­sor­ger und geist­li­cher Beglei­ter. Wir sind ihm zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet und ver­trau­en ihn der barm­her­zi­gen Lie­be Got­tes an.“

Ger­hard Förch wur­de am 27. Janu­ar 1944 in Fürth gebo­ren und 1970 zum Pries­ter geweiht. Er war als Seel­sor­ger in der Jugend­ar­beit aktiv, ab 1977 Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer und ab 1978 Dom­vi­kar und Lei­ter des Erz­bi­schöf­li­chen Jugend­am­tes. Ab 1984 war er Hoch­schul­seel­sor­ger und ab 1986 Pfar­rer in St. Kuni­gund in Bam­berg. Von 1994 bis 1998 wirk­te er in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach, bevor er 1998 zum Dom­pfar­rer in Bam­berg ernannt wur­de. Seit 1996 war er Mit­glied des Dom­ka­pi­tels, 2000 wur­de er Regio­nal­de­kan für die Deka­na­te Bam­berg, Bur­ge­brach, Hall­stadt-Scheß­litz und Hirschaid. Er war zudem Mit­glied in zahl­rei­chen Kom­mis­sio­nen. Papst Fran­zis­kus ver­lieh ihm 2015 kurz vor dem Ein­tritt in den Ruhe­stand den Ehren­ti­tel „Kaplan Sei­ner Heiligkeit“.

Die Ter­mi­ne für das Requi­em und die Bei­set­zung wer­den noch bekannt gegeben.

Erz­bi­schof Gössl setzt pas­to­ra­le Ori­en­tie­run­gen für eine Kir­che mit Zukunft in Kraft

Erz­bis­tum Bam­berg setzt auf Dia­log und Synodalität

Mit neu­en pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen stellt das Erz­bis­tum Bam­berg die Wei­chen für eine leben­di­ge und zukunfts­fä­hi­ge Kir­che. Dabei sol­len die Prin­zi­pi­en der Syn­oda­li­tät und des Dia­logs hand­lungs­lei­tend sein, sag­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl, der die „Ent­wick­lungs­li­ni­en“ mit Wir­kung zum Sonn­tag, dem Fest der Tau­fe des Herrn, in Kraft setzte.

Die sich ver­än­dern­den Lebens­rea­li­tä­ten in der Gesell­schaft und die unter­schied­li­chen Erwar­tun­gen und Bedürf­nis­se der Men­schen mach­ten es erfor­der­lich, die kirch­li­chen Struk­tu­ren und Ange­bo­te neu aus­zu­rich­ten. „In die­ser Situa­ti­on ist Jesus Chris­tus unser Maß­stab“, beton­te Gössl.

Pas­to­ra­les Han­deln ent­wick­le sich aus­ge­hend von und gemein­sam mit den Men­schen, ihren jewei­li­gen Lebens­wel­ten und sozia­len Bezü­gen, ihren Bedürf­nis­sen, Freu­den, Hoff­nun­gen, Sor­gen, Zwei­feln, Ängs­ten und Nöten. Die Kir­che wol­le Gemein­schaft unter den Men­schen för­dern, „nicht in einer exklu­si­ven Form, son­dern im Blick auf alle Men­schen in ihrer Ein­zig­ar­tig­keit und in ihrer Lebens­wirk­lich­keit“. Wei­ter heißt es: „Daher tre­ten wir für eine Welt ein, in der Unter­schied­lich­keit als Berei­che­rung erfah­ren wird.“

Die Ent­wick­lung mache die Gren­zen der bis­he­ri­gen kirch­li­chen Struk­tu­ren mit ihren per­so­nel­len und finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten deut­lich. Dies habe zur Fol­ge, dass nicht flä­chen­de­ckend alle Ange­bo­te auf­recht­erhal­ten wer­den kön­nen, so Gössl. Ein „wert­schät­zen­des Abschied­neh­men“ sei erfor­der­lich. Nötig sei die Bereit­schaft, Lieb­ge­wor­de­nes los­zu­las­sen und Din­ge auf­zu­ge­ben, die ein­mal wich­tig waren und immer noch sinn­voll sind, aber nicht mehr gehal­ten wer­den kön­nen. Zugleich müss­ten neben bestehen­den Kirch­or­ten neue Orte der Hoff­nung und des geleb­ten Glau­bens geför­dert wer­den. Auch expe­ri­men­tell-inno­va­ti­ve Ansät­ze und Initia­ti­ven sol­len sys­te­ma­tisch beglei­tet und unter­stützt wer­den. Die Fei­er der sonn­täg­li­chen Eucha­ris­tie blei­be an aus­ge­wähl­ten Orten Höhe­punkt und Mit­te des Glau­bens, damit Men­schen die Nähe Got­tes erfah­ren kön­nen. Dane­ben sei auch die Fei­er wei­te­rer viel­fäl­ti­ger lit­ur­gi­scher und spi­ri­tu­el­ler For­men zu fördern.

Pas­to­ra­les Han­deln fin­de mit­ten in der Gesell­schaft statt und sei durch Eigen­in­itia­ti­ve und Enga­ge­ment, die sich dort zei­gen, inspi­riert. Gemein­schaft­lich geleb­ter Glau­be gesche­he in den Fami­li­en und über­all dort, wo Men­schen ihr Christ­sein und ihre Über­zeu­gung im All­tag und auch in der digi­ta­len Welt leben. „Gemein­schaft­lich geleb­ter Glau­be ist dyna­misch und nicht an bestehen­de Orte und Gebäu­de gebun­den“, heißt es in den Orientierungen.

Daher bestehe nicht der Anspruch, kirch­li­ches Leben im Sin­ne einer Ver­sor­gung durch Haupt- und Ehren­amt­li­che flä­chen­de­ckend auf­recht zu erhal­ten. Die Ver­wal­tung wer­de effi­zi­ent und zen­tral in Seel­sor­ge­be­rei­chen orga­ni­siert. Ein wei­te­res Anlie­gen ist die enge Zusam­men­ar­beit mit ande­ren gesell­schaft­li­chen und kirch­li­chen Akteu­ren im Sozi­al­raum. Die Kir­che möch­te sich als zuver­läs­si­ge Part­ne­rin in der Gesell­schaft ver­ste­hen, die ihre Ver­ant­wor­tung aktiv mit ande­ren über­nimmt. Dies schließt öku­me­ni­sche Part­ner­schaf­ten sowie die Zusam­men­ar­beit mit zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven, Ver­ei­nen, Ver­bän­den und Ein­rich­tun­gen ein.

Der zen­tra­le Ori­en­tie­rungs­punkt für kirch­li­ches Han­deln sei Jesus Chris­tus, beton­te der Erz­bi­schof. Auf sein Wort, sein Leben, sei­nen Tod und sei­ne Auf­er­ste­hung müss­ten sich alle For­men kirch­li­chen Lebens bezie­hen. Die Kir­che von Bam­berg bewe­ge sich im Rah­men der gesamt­kirch­lich gül­ti­gen Regeln und Nor­men und nut­ze die sich bie­ten­den Mög­lich­kei­ten und Räu­me. „Dabei sind wir getra­gen von der fes­ten Über­zeu­gung, dass es im Letz­ten nicht auf unse­ren Bei­trag ankommt, son­dern auf Got­tes Wir­ken, damit unser Tun als Kir­che frucht­bar wird“, so Gössl.

Die pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen schrei­ben den Pas­to­ral­plan „Den Auf­bruch wagen – heu­te!“ aus dem Jahr 2005 fort, der wei­ter­hin in Kraft bleibt. Zugleich bil­den sie den Auf­takt des pas­to­ra­len Bis­tums­pro­zes­ses „Ent­schei­den und Han­deln: Für eine Kir­che mit Zukunft“. Auf Basis der Ori­en­tie­run­gen sol­len die Seel­sor­ge­be­rei­che eige­ne pas­to­ra­le Stra­te­gien und inno­va­ti­ve Ideen ent­wi­ckeln, wie sie künf­tig vor Ort Kir­che sein wol­len. Anhand von Rück­mel­dun­gen aus der Pra­xis sol­len die erz­bi­schöf­li­chen pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen dyna­misch fort­ge­schrie­ben werden.

Bis­tums­gren­ze wird verschoben

Erz­bis­tum Bam­berg und Bis­tum Eich­stätt tau­schen klei­ne Gebiete

Die Gren­ze zwi­schen dem Erz­bis­tum Bam­berg und dem Bis­tum Eich­stätt ändert sich. Der Vati­kan ent­sprach dem Wunsch von Erz­bi­schof Her­wig Gössl und des dama­li­gen Eich­stät­ter Bischofs Gre­gor Maria Han­ke, die Anfang des Jah­res eine Anpas­sung der Gren­ze an die pas­to­ra­le Pra­xis bean­tragt hat­ten. Betrof­fen sind nur weni­ge Hun­dert Katho­li­ken, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Hin­ter­grund ist, dass vor Jahr­zehn­ten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürn­berg (Mart­erlach­sied­lung) die zu Eich­stätt gehö­ren­de Kura­tie St. Gabri­el von ihrer Mut­ter­pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eibach) abge­schnit­ten wur­de. Die­ser Teil der Pfar­rei ist seit­dem nicht mehr ohne gro­ße Umwe­ge zu errei­chen. 1971 wur­den von bei­den Bis­tü­mern das Gebiet von St. Gabri­el im Bereich der Pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eich­stätt) und der Stadt­teil Wer­der­au im Bereich der Pfar­rei St. Lud­wig (Bam­berg) zur Seel­sor­ge­stel­le Mart­erlach­sied­lung-Wer­der­au zusam­men­ge­fasst. Im Lau­fe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabri­el durch­ge­setzt. 2018 ver­ein­bar­ten die Bis­tü­mer, die Pfarr­kir­chen­stif­tung St. Fran­zis­kus in Nürn­berg (Erz­bis­tum Bam­berg) sowie die Kura­tie­kir­chen­stif­tung St. Gabri­el in Nürn­berg (Bis­tum Eich­stätt) mit ihren jewei­li­gen Kir­chen­ge­mein­den auf­zu­he­ben und der Pfarr­kir­chen­ge­mein­de St. Lud­wig (Erz­bis­tum Bam­berg) zuzu­le­gen. Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um stimm­te dem zu.

Ein ande­rer Fall von bis­tums­grenz­über­schrei­ten­der Seel­sor­ge wur­de in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach (Erz­bis­tum Bam­berg) berei­nigt. Hier wer­den seit jeher meh­re­re Orts­tei­le von zwei Pfar­rei­en des Bis­tums Eich­stätt mit­be­treut. Betrof­fen sind 340 Katho­li­ken in Nürn­berg und 411 in Ans­bach, die sich auch den sie betreu­en­den Pfar­rei­en zuge­hö­rig füh­len. Bezüg­lich der Kir­chen­steu­er han­delt sich dahin­ge­hend um einen „gerech­ten Tausch“. Die Ände­rung tritt zum 1. Janu­ar 2026 in Kraft.


Die Ver­än­de­run­gen

Von Eich­stätt zu Bam­berg: das gesam­te Gebiet der (ursprüng­li­chen) Kura­tie St. Gabri­el in Nürn­berg, Stadt­teil Marterlachsiedlung.

Von Bam­berg zu Eich­stätt: die Ort­schaf­ten Brodswin­den mit Brodswin­de­ner Müh­le, Ham­mer­schmie­de, Höf­stet­ten, Höf­stet­ter Müh­le, Wal­lers­dorf, der west­li­che Teil der Ort­schaft Wolf­arts­win­den sowie Albern­dorf mit Büchen­müh­le, Hirsch­bronn, Neu­kir­chen und Stein­bach, fer­ner der öst­li­che der Bun­des­stra­ße B13 gele­gen Teil der Gemar­kung Bern­hards­win­den mit Louismühle.

Bür­ger­meis­ter Glüsen­kamp wür­digt zivil­ge­sell­schaft­li­ches Engagement

„MitMachKlima“-Preis der Stadt Bam­berg für das Diö­ze­san­mu­se­um Bamberg

Die Stadt Bam­berg hat das Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg für sein zivil­ge­sell­schaft­li­ches Enga­ge­ment mit dem Klein­pro­jekt­preis 2025 aus­ge­zeich­net, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp über­gab am heu­ti­gen Mon­tag das Preis­geld in Höhe von 1.000 Euro im Rah­men des Pro­jekts „Mit­Mach­Kli­ma“. Er wür­dig­te dabei die Ver­bin­dung von Kunst, Spi­ri­tua­li­tät und Kli­ma­schutz, die das Muse­um ins­be­son­de­re mit der Aus­stel­lung „Kri­se. Kunst. Kir­che. Kon­ti­nen­te – Visio­nen von Lau­da­to si“ gezeigt habe. Dabei sei im Som­mer mit inter­ak­ti­ven Ele­men­ten und krea­ti­ven For­ma­ten ein nie­der­schwel­li­ger Zugang zu kom­ple­xen The­men geschaf­fen und das Bewusst­sein für Ver­ant­wor­tung gestärkt worden.

Glüsen­kamp beton­te, der Preis mache deut­lich „dass das The­ma Kli­ma an vie­len Stel­len ange­packt wird, dass Men­schen tätig sind und Din­ge vor­an­brin­gen“. Er hob her­vor, wie wich­tig es sei, krea­ti­ve Pro­jek­te wie das des Diö­ze­san­mu­se­ums zu unter­stüt­zen, die künst­le­ri­sche und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung übernehmen.

Muse­ums­lei­te­rin Caro­la Marie Schmidt zeig­te sich erfreut über die Aus­zeich­nung und kün­dig­te an, das Preis­geld in nach­hal­ti­ge muse­ums­päd­ago­gi­sche Mate­ria­li­en zu inves­tie­ren. Sie unter­strich zudem, dass das Muse­um bereits ein kli­ma­scho­nen­des Ener­gie­kon­zept umge­setzt habe, um einen akti­ven Bei­trag zum Umwelt­schutz zu leisten.

Die Aus­stel­lung „Kri­se. Kunst. Kir­che. Kon­ti­nen­te“ hat­te zum zehn­ten Jah­res­tag der Umwelt-Enzy­kli­ka „Lau­da­to si“ von Papst Fran­zis­kus die glo­ba­len und spi­ri­tu­el­len Dimen­sio­nen des Lehr­schrei­bens auf­ge­grif­fen und in einen künst­le­ri­schen Kon­text gestellt. Mit inter­na­tio­na­len Künst­lern wur­den die glo­ba­len Per­spek­ti­ven und Zusam­men­hän­ge auf­ge­zeigt. Zugleich sorg­te eine „Grü­ne Oase“ mit einer tem­po­rä­ren Bepflan­zung auf dem Dom­kranz für einen Ort der Begeg­nung und des Dia­logs mit der Schöp­fung. Eine Instal­la­ti­on des Künst­lers HA Schult zeig­te mit lebens­gro­ßen Alt­glas-Figu­ren die Zer­brech­lich­keit der Schöpfung.

Erz­bi­schof Gössl gra­tu­liert im Namen des Bistums

Alt-Erz­bi­schof Karl Braun wird 95 Jah­re alt

Der frü­he­re Bam­ber­ger Erz­bi­schof Karl Braun wird am Sams­tag, dem 13. Dezem­ber, 95 Jah­re alt. Erz­bi­schof Her­wig Gössl gra­tu­liert dem Jubi­lar mit einem Glück­wunsch­schrei­ben im Namen des gan­zen Erz­bis­tums. Seit sei­ner Eme­ri­tie­rung 2001 die­ne er der Kir­che durch sein Gebet und sei ein „wacher und auf­merk­sa­mer Beglei­ter der aktu­el­len Vor­gän­ge in Kir­che und Welt“ geblieben.

„Ich dan­ke Dir für Dei­ne Ver­bun­den­heit und für Dei­ne lie­bens­wür­di­gen und pas­to­ral hilf­rei­chen Gedan­ken, die immer zugleich getra­gen sind vom Fun­da­ment einer tie­fen Ver­wur­ze­lung im katho­li­schen Glau­ben“, füg­te Gössl in sei­nem Brief hin­zu. Mit dem Bam­ber­ger Pas­to­ral­ge­spräch habe Karl Braun einen wich­ti­gen Akzent der Syn­oda­li­tät im Erz­bis­tum gesetzt. „In unzäh­li­gen Impul­sen und Anspra­chen hast Du Dich um eine Ver­tie­fung der inhalt­li­chen Gesprä­che und um eine Stär­kung des Glau­bens bemüht“, so Gössl.

Der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick wür­dig­te sei­nen Vor­gän­ger mit den Wor­ten: „Du hast Dein gan­zes Leben im Geist Jesu Chris­ti der Kir­che und den Men­schen gewid­met.“ Er wünsch­te ihm wei­ter Gesund­heit des Lei­bes und der See­le, Zufrie­den­heit und Wohlergehen.

Karl Braun wur­de am 13. Dezem­ber 1930 in Kemp­ten in einer Kauf­manns­fa­mi­lie gebo­ren. Am 10. Okto­ber 1958 wur­de er in Rom zum Pries­ter geweiht. Nach Auf­ga­ben in der Seel­sor­ge in Grö­nen­bach und Mur­nau stu­dier­te Braun ab 1962 Kir­chen­recht in Rom. Er war Kon­zils­se­kre­tär der Bischö­fe Joseph Freun­dor­fer und Josef Stimpf­le. In sei­nem Hei­mat­bis­tum Augs­burg war er Dom­vi­kar und zwei­ter Sekre­tär von Bischof Stimpf­le sowie Lei­ter der diö­ze­sa­nen Vor­be­rei­tungs­kom­mis­si­on der Gemein­sa­men Syn­ode der deut­schen Bis­tü­mer. 1972 wur­de er ins Augs­bur­ger Dom­ka­pi­tel beru­fen. Als Bis­tums­theo­lo­ge war Karl Braun Ansprech­part­ner für Fra­gen des Glau­bens und der Lit­ur­gie. Am 17. April 1984 ernann­te ihn Papst Johan­nes Paul II. zum Bischof von Eich­stätt. Die Bischofs­wei­he emp­fing er am 16. Juni 1984 im Eich­stät­ter Dom.

Am 25. März 1995 ernann­te Papst Johan­nes Paul II. Karl Braun zum Erz­bi­schof von Bam­berg. Er war damit der 74. Bischof und der zwölf­te Erz­bi­schof. Sechs Jah­re lang lei­te­te Karl Braun die Erz­diö­ze­se. In sei­ne Amts­zeit fiel das Bam­ber­ger Pas­to­ral­ge­spräch, in dem sich Gläu­bi­ge und Hir­ten inten­siv mit der Kir­che und der Erz­diö­ze­se Bam­berg vor den Her­aus­for­de­run­gen der heu­ti­gen Zeit beschäf­tig­ten. Auch sei­ne über­diö­ze­sa­nen Auf­ga­ben in der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ver­sah Erz­bi­schof Braun mit dem Blick auf die Ein­heit der Kir­che in Deutsch­land und deren Ein­bin­dung in die Weltkirche.

Auch nach sei­nem Ruhe­stand, den er zurück­ge­zo­gen in Bam­berg-Wil­densorg ver­bringt, hat er zahl­rei­che Bücher und Bei­trä­ge in Zeit­schrif­ten zu The­men des geist­li­chen Lebens der Pries­ter und zur gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on der Kir­che veröffentlicht.

10.000 Euro für kin­der­rei­che Fami­li­en in aku­ter Not­la­ge und Initia­ti­ven der Caritas

Stif­tung von Erz­bi­schof em. Schick unter­stützt Fami­li­en und Projekte

Mit einer Gesamt­sum­me von 10.000 Euro unter­stützt die Fami­li­en­stif­tung Kin­der­reich des frü­he­ren Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Lud­wig Schick erneut Fami­li­en mit vie­len Kin­dern sowie wich­ti­ge Pro­jek­te der Fami­li­en­hil­fe, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Die Mit­tel kom­men Fami­li­en zugu­te, die in die­sem Jahr beson­ders stark von finan­zi­el­len Eng­päs­sen, gesund­heit­li­chen Belas­tun­gen, beeng­ten Wohn­ver­hält­nis­sen oder sozia­len Kri­sen­si­tua­tio­nen betrof­fen waren. Gleich­zei­tig stärkt die Stif­tung Ein­rich­tun­gen der Cari­tas, die seit Jah­ren wert­vol­le Arbeit für Kin­der und Eltern in her­aus­for­dern­den Lebens­la­gen leisten.

Die Stif­tung för­dert in die­sem Jahr mit 3000 Euro die Kin­der­er­ho­lung des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des Bam­berg. Sie ermög­licht jähr­lich zwei­wö­chi­ge Feri­en­frei­zei­ten mit päd­ago­gi­scher Beglei­tung und bie­tet ins­be­son­de­re Kin­dern im Alter von 8 bis 14 Jah­ren aus finan­zi­ell belas­te­ten Fami­li­en einen unbe­schwer­ten Auf­ent­halt. Dar­über hin­aus unter­stützt die Stif­tung mit 1000 Euro die Bil­dungs­maß­nah­me „Fit für Fami­lie“, die Fami­li­en in schwie­ri­gen Situa­tio­nen eine inten­si­ve Woche mit päd­ago­gi­scher Beglei­tung, all­tags­prak­ti­schen The­men und sta­bi­li­sie­ren­den Impul­sen in der Jugend­her­ber­ge Pot­ten­stein bie­tet. Eben­so erhält das Pro­jekt „Schul­ma­te­ri­al – Lager“ der Cari­tas Erlan­gen 1000 Euro, damit bedürf­ti­ge Fami­li­en bei­spiels­wei­se zum Schul­jah­res­be­ginn bes­ser aus­ge­stat­tet sind, wenn staat­li­che Zuschüs­se nicht ausreichen.

Neben die­sen drei Pro­jek­ten wer­den auch fünf Fami­li­en mit bis zu sechs Kin­dern in aku­ten Not­la­gen mit ins­ge­samt 5000 Euro geför­dert. Die Band­brei­te der Unter­stüt­zungs­an­lie­gen ist groß Sie reicht von not­wen­di­gen Möbeln in Haus­hal­ten, in denen Kin­der kei­nen eige­nen Schlaf­platz hat­ten, über Win­ter­be­klei­dung und Haus­halts­ge­rä­te für Fami­li­en in wirt­schaft­li­chen Eng­päs­sen bis zu Hil­fe bei Reno­vie­rungs­ar­bei­ten, um drin­gend benö­tig­ten Wohn­raum für Kin­der her­zu­rich­ten. Beson­ders belas­te­te Fami­li­en, dar­un­ter Allein­er­zie­hen­de, Men­schen nach Flucht, Fami­li­en in Tren­nungs­si­tua­tio­nen oder Haus­hal­te, die durch Krank­heits­pha­sen oder feh­len­de Ein­kom­men zeit­wei­se in Not gera­ten waren, erhal­ten geziel­te Ent­las­tung in Höhe von 400 bis 1900 Euro.

Die Stif­tung sieht ihre Auf­ga­be vor allem dar­in, dort zu hel­fen, wo staat­li­che Maß­nah­men nicht aus­rei­chen und Fami­li­en mit vie­len Kin­dern schnell und unbü­ro­kra­tisch Unter­stüt­zung benö­ti­gen. Die Zuwen­dun­gen erfol­gen unab­hän­gig von Her­kunft oder Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit, ent­schei­dend sind der Wohn­sitz im Gebiet der Erz­diö­ze­se Bam­berg sowie eine beson­de­re Bedürf­tig­keit. Gera­de in Zei­ten stei­gen­der Lebens­hal­tungs­kos­ten möch­te die Stif­tung dazu bei­tra­gen, dass Fami­li­en Sta­bi­li­tät erfah­ren und Kin­der gute


Ent­wick­lungs- und Bil­dungs­chan­cen behalten

Erz­bi­schof Schick beton­te die Bedeu­tung von Fami­li­en mit Kin­dern für den sozia­len Zusam­men­halt in der Gesell­schaft „Gera­de in Zei­ten hoher Belas­tun­gen dür­fen wir sie nicht allein las­sen. Die Stif­tung Kin­der­reich zeigt jedes Jahr neu, wie wich­tig kon­kre­te und ver­läss­li­che Hil­fe ist. Mein Wunsch ist, dass die­se Unter­stüt­zung den Fami­li­en Mut macht und ihnen zeigt, dass sie nicht ver­ges­sen sind.“

Diö­ze­sanca­ri­tas­di­rek­tor Micha­el End­res dank­te dem Erz­bi­schof für sein Enga­ge­ment, das er auch nach sei­nem Amts­ver­zicht vor drei Jah­ren fort­füh­re, und füg­te hin­zu „Unse­re Bera­tungs­stel­len erle­ben täg­lich, wie sehr stei­gen­de Prei­se und sozia­le Unsi­cher­hei­ten die Fami­li­en belas­ten. Beson­ders Haus­hal­te mit vie­len Kin­dern gera­ten schnell an ihre Gren­zen.“ Die Hil­fe aus der Stif­tung kom­me genau dort an, wo sie am drin­gends­ten gebraucht werde.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über die Arbeit der Stif­tung fin­den sich hier.

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