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Erzbistum Bamberg

„Kin­der stär­ken. Kin­der schützen.“

Drei­kö­nigs­sin­gen im Erz­bis­tum Bam­berg eröffnet

Gemein­sam mit rund 350 Kin­dern und Jugend­li­chen im Königs­ge­wand hat der Bam­ber­ger Weih­bi­schof und Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor Her­wig Gössl am Frei­tag fei­er­lich die Akti­on Drei­kö­nigs­sin­gen eröff­net. Im Mit­tel­punkt der Stern­sin­ger­ak­ti­on ste­hen dies­mal vor allem die Kin­der­rech­te in Indonesien.

Nach dem Auf­takt in der Bam­ber­ger Mar­tins­kir­che zogen am Frei­tag die vie­len Cas­pars, Mel­chi­ors und Bal­tha­sars durch die Innen­stadt hin­auf zum Dom. Bei der dor­ti­gen Wort-Got­tes-Fei­er seg­ne­te Gössl die Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger, die in der ers­ten Janu­ar­wo­che von Haus zu Haus gehen wer­den, um den Men­schen den Segen zu brin­gen und Spen­den für Not lei­den­de Kin­der zu sammeln.

Mit ihrer Teil­nah­me an der Akti­on Drei­kö­nigs­sin­gen ver­brei­te­ten und leb­ten die Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger die Fro­he Bot­schaft der Weih­nachts­ge­schich­te, so Weih­bi­schof Gössl. Dass der eigent­lich all­mäch­ti­ge Gott als Mensch – ja gar als klei­nes Kind – auf die Erde gekom­men sei, ver­deut­li­che sei­nen Wor­ten nach, dass es auch für uns nicht ziel­füh­rend sei, „immer grö­ßer sein und immer mehr haben zu wol­len.“ Viel­mehr hebe die Geburt Jesu Chris­ti die Bedeu­tung von Tugen­den wie Beschei­den­heit, Genüg­sam­keit und Dank­bar­keit her­vor, die auch ange­sichts aktu­el­ler Ereig­nis­se wie der Coro­na-Pan­de­mie oder der glo­ba­len Kli­ma­kri­se beson­ders wich­tig seien.

Im Mit­tel­punkt der Stern­sin­ger­ak­ti­on ste­hen jedes Jahr ein ande­res Land und ein ande­res The­ma. Die Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger wer­den so alters­ge­recht für die Not von Kin­dern und Jugend­li­chen welt­weit sowie für glo­ba­le Zusam­men­hän­ge sen­si­bi­li­siert. Unter dem Mot­to „Kin­der stär­ken. Kin­der schüt­zen. In Indo­ne­si­en und welt­weit.“ rich­tet sich der Blick dies­mal vor allem auf Kin­der­rech­te in Indo­ne­si­en. Mit dem Anlie­gen beschäf­tig­ten sich die Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger bei ver­schie­de­nen Aktio­nen und Work­shops im Vor­lauf der Aus­sendung sowie bei der the­ma­ti­schen Ein­stim­mung in der Bam­ber­ger Martinskirche.

Welt­weit größ­te Soli­da­ri­täts­ak­ti­on von Kin­dern für Kinder

Bei der anschlie­ßen­den Pro­zes­si­on zogen die rund 350 Mäd­chen und Jun­gen gemein­sam mit ihren Beglei­te­rin­nen und Beglei­tern sowie Weih­bi­schof Her­wig Gössl durch die Bam­ber­ger Innen­stadt. Die jüngs­ten Köni­ge waren 6 Jah­re alt – die ältes­ten über 18. Vie­le von ihnen zeig­ten sich begeis­tert vom Auf­ein­an­der­tref­fen: „Auch mal Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger aus ande­ren Orten ken­nen­zu­ler­nen, das macht Spaß“, sag­te Moritz aus der Pfar­rei St. Micha­el Stadtsteinach.

Neben dem Segen von Weih­bi­schof Gössl hol­ten sich die Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger im Bam­ber­ger Dom dann auch noch ein Lob von Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer Gerd-Richard Neu­mei­er ab: Mit ihrer Teil­nah­me an der Akti­on setz­ten sie sich für das Wohl ihrer Mit­men­schen ein und über­näh­men beim Drei­kö­nigs­sin­gen „eines der ‚jüngs­ten‘ Ehren­äm­ter in der Kir­che“, so Neumeier.

BDKJ-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Eva Russ­wurm freut sich nach zwei Jah­ren mit Coro­na-Beschrän­kun­gen dar­über, dass die Stern­sin­ger­ak­ti­on dies­mal wie­der wei­test­ge­hend im Nor­mal­zu­stand statt­fin­den kann. „Dass es nach zwei Jah­ren Zwangs­pau­se nach wie vor in allen Gemein­den enga­gier­te Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger gibt, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit“, betont Russ­wurm und dankt im glei­chen Atem­zug den Betreue­rin­nen und Betreu­ern, Orag­ni­s­a­to­rin­nen und Orga­ni­sa­to­ren sowie den Eltern, die den Erfolg der Akti­on tat­kräf­tig unterstützten.

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Akti­on Drei­kö­nigs­sin­gen zur welt­weit größ­ten Soli­da­ri­täts­ak­ti­on von Kin­dern für Kin­der ent­wi­ckelt. Rund 1,23 Mil­li­ar­den Euro wur­den seit­her gesam­melt, mehr als 76.500 Pro­jek­te für Kin­der in Afri­ka, Latein­ame­ri­ka, Asi­en, Ozea­ni­en und Ost­eu­ro­pa unter­stützt. Bei der 64. Akti­on zum Jah­res­be­ginn 2022 haben Mäd­chen und Jun­gen aus 8.423 Pfarr­ge­mein­den, Schu­len und Kin­der­gär­ten rund 38,6 Mil­lio­nen Euro gesammelt.

Weih­bi­schof Gössl und Prä­lat Kes­tel pre­di­gen über „Wokeness“ und „Zei­ten­wen­de“

„Frie­de kommt nicht allein durch das Schwei­gen der Waffen“

Weih­bi­schof Her­wig Gössl hat in sei­ner heu­ti­gen Weih­nachts­pre­digt zur Wach­sam­keit gegen­über allen For­men der Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung auf­ge­ru­fen. Er hal­te Wach­sam­keit für wich­tig und ging auf umstrit­te­nen Begriff „Wokeness“ ein. In der Christ­met­te am Hei­li­gen Abend ging Prä­lat Georg Kes­tel im Dom auf den Begriff „Zei­ten­wen­de“ ein, der das Wort des Jah­res 2022 gewor­den ist.

„Ich hal­te Wach­sam­keit für wich­tig, damit sich bei uns nicht Ver­hal­tens­wei­sen ein­schlei­chen oder kul­ti­vie­ren, die Men­schen aus­gren­zen und bedro­hen“, sag­te Weih­bi­schof Her­wig Gössl in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus und Frem­den­feind­lich­keit dür­fen in unse­rer Gesell­schaft kei­nen Platz haben, erst recht nicht unter Christen.“

Gössl ging dabei auf den umstrit­te­nen Begriff „Wokeness“ ein. Es sei gut, dass die Sen­si­bi­li­tät wach­se, damit sich nicht Extre­mis­ten durch­set­zen, weil die Mehr­heit geschla­fen habe. Die Wach­sam­keit müs­se sich auch noch aus­wei­ten auf die welt­wei­ten sozia­len Unge­rech­tig­kei­ten wie die Fol­gen von Krie­gen und Kli­ma­wan­del. „Ich sehe aber auch die Pro­ble­me bei dem, was ich bei der geleb­ten Wokeness unse­rer Tage wahr­neh­me: Es ist die tota­le Fixiert­heit auf das Nega­ti­ve, das es zu bekämp­fen gilt.“ Es sei nicht vor­stell­bar, wie aus einer solch kämp­fe­ri­schen Grund­hal­tung eine gute, fried­vol­le Zukunft wach­sen sol­le, mahn­te Gössl.

Der weih­nacht­li­che Glau­be zei­ge eine ande­re Form der Wach­sam­keit auf: „Die Men­schen müs­sen wach­sam sein, denn Got­tes Kom­men in die­se Welt ist nicht offen­sicht­lich. Es voll­zieht sich im Ver­bor­ge­nen, aber es schenkt tie­fe Zufrie­den­heit, den Anfang allen Frie­dens.“ Frie­de sei die gro­ße Sehn­sucht die­ser Tage. Frie­de kom­me jedoch nicht auto­ma­tisch allein durch die Äch­tung von Krieg, durch das Schwei­gen der Waf­fen oder einen Frie­dens­schluss: „Frie­de wächst viel­mehr aus der inne­ren Zufrie­den­heit der Men­schen, aus einer Hal­tung der Dank­bar­keit, der Genüg­sam­keit und der Demut. Wer immer mehr haben und sein will als die ande­ren, der wird nie zu einem fried­li­chen Men­schen“, sag­te Gössl.


Weih­nach­ten zeigt Geduld als eine der wich­tigs­ten Christentugenden

In der Christ­met­te am Hei­li­gen Abend ging Prä­lat Georg Kes­tel im Dom auf den Begriff „Zei­ten­wen­de“ ein, der das Wort des Jah­res 2022 gewor­den ist. Die Geburt Jesu sei eine Zei­ten­wen­de für die Mensch­heit. In Bet­le­hem sei der Frie­den auf Erden als Ver­hei­ßung und Hoff­nung pro­kla­miert wor­den, die in Jeru­sa­lem mit dem Tod Jesu am Kreuz und der Auf­er­ste­hung voll­endet wur­de. Die Ver­kün­di­gung durch die Jün­ger habe eine Zei­ten­wen­de in Gang gesetzt, die bis heu­te welt­weit anhal­te, bei allen Schwä­chen und Feh­lern der nach­fol­gen­den Chris­ten­ge­nera­tio­nen, so der Stän­di­ge Ver­tre­ter des Diözesanadministrators.

Die Engel hät­ten den Hir­ten eine Zei­ten­wen­de ange­sagt mit den Wor­ten „Fürch­tet euch nicht!“ Mit der Geburt Jesu und sei­nem spä­te­ren Han­deln sei die Zeit vor­bei, in der Reli­gi­on auf Macht, Gewalt und Ein­schüch­te­rung gesetzt habe. Gott sei nicht Eigen­tum der Kon­ser­va­ti­ven oder der Pro­gres­si­ven, auch nicht der Athe­is­ten, die mei­nen, dass es ihn gar nicht gebe. „Gott ent­zieht sich den all­zu Selbst­si­che­ren und Glau­bens­eif­ri­gen und nähert sich denen, die gar nicht mehr mit ihm gerech­net haben“, so Kes­tel. „Er ist uns mög­li­cher­wei­se näher in unse­ren Fra­gen und Zwei­feln als in stol­zer Selbst­ge­wiss­heit und im demons­tra­ti­ven Glaubensstolz.“

Weih­nach­ten zei­ge auch, dass Geduld eine der wich­tigs­ten Chris­ten­tu­gen­den sei: „Der Mes­si­as wird ange­kün­digt, dann fin­den die Hir­ten ein klei­nes Kind in der Krip­pe. Die ver­spro­che­ne Zei­ten­wen­de lässt noch auf sich war­ten. Aber genau so kommt Gott in die Welt. Er tritt uns ent­ge­gen im Klei­nen und Unschein­ba­ren. Sein Wort ist lei­se im Lärm unse­rer Zeit.“

Gewinn von 0,1 Mil­lio­nen, Ver­mö­gen von 839 Mil­lio­nen Euro

Erz­bis­tum legt Haus­halt 2023 und Finanz­be­rich­te 2021 vor

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat die Finanz­be­rich­te für 2021 und den Haus­halt für 2023 ver­öf­fent­licht. Des­sen Jah­res­pla­nung liegt trotz sin­ken­der Kir­chen­steu­er­ein­nah­men in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Für das Haus­halts­jahr 2023 plant das Erz­bis­tum Bam­berg laut einer Mit­tei­lung mit Gesamt­erträ­gen in Höhe von 233,5 Mil­lio­nen Euro. Die­sen stün­den Gesamt­auf­wen­dun­gen von 233,4 Mil­lio­nen Euro gegen­über. Somit wür­den die Finanz­be­rich­te ein Jah­res­er­geb­nis von 0,1 Mil­lio­nen Euro kal­ku­lie­ren. Für das Jahr 2023 sei­en zudem Inves­ti­tio­nen von 4,4 Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­hen, unter ande­rem im Diö­ze­san­mu­se­um, in den diö­ze­sa­nen Schu­len und bei der EDV-Ausstattung.

Die Erträ­ge setz­ten sich zum größ­ten Teil mit 177,5 Mil­lio­nen Euro (76,0 Pro­zent) aus Kir­chen­steu­er­zah­lun­gen zusam­men. Zudem sind 11 Mil­lio­nen Euro (4,7 Pro­zent) Staats­leis­tun­gen einkalkuliert.

Auf der Auf­wands­sei­te wür­den 98 Mil­lio­nen Euro (42,0 Pro­zent) zur Finan­zie­rung der unmit­tel­bar beim Erz­bis­tum ange­stell­ten Beschäf­tig­ten ver­wen­det. Gewähr­te Zuschüs­se und Zuwei­sun­gen schla­gen mit 81,8 Mil­lio­nen Euro (35,0 Pro­zent) zu Buche. Auf­grund gestie­ge­ner Ener­gie­kos­ten ist auch im Jahr 2023 Son­der­bud­get für die Pfar­rei­en in Höhe von 2 Mil­lio­nen Euro geplant.

Nach Auf­ga­ben­be­rei­chen sind 96,3 Mil­lio­nen Euro (41,3 Pro­zent) für die all­ge­mei­ne und beson­de­re Seel­sor­ge vor­ge­se­hen. Für den Bereich Schu­le, Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kunst sind 42,3 Mil­lio­nen Euro (19,4 Pro­zent) geplant, für sozia­le Diens­te 24,8 Mil­lio­nen Euro (10,6 Prozent).

Finanz­di­rek­tor Mathi­as Vet­ter erwar­tet für das Jahr 2023, dass die auf­grund der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung und der hohen Aus­tritts­zah­len sin­ken­den Kir­chen­steu­er­ein­nah­men noch durch die aus Tarif­stei­ge­run­gen resul­tie­ren­den Mehr­ein­nah­men kom­pen­siert wer­den. Die stei­gen­den Per­so­nal­kos­ten wür­den durch den Rück­gang im Bereich des Per­so­nals und der Reli­gi­ons­lehr­kräf­te ausgeglichen.

Mit Blick auf die knap­per wer­den­den finan­zi­el­len und per­so­nel­len Res­sour­cen hat sich die Bis­tums­lei­tung zum Ziel gesetzt, den kirch­li­chen und kari­ta­ti­ven Auf­trag ziel­ge­rich­tet und mit spar­sa­men Mit­tel­ein­satz zu erfül­len. Dazu gehö­ren die Ent­wick­lung von zukunfts­fä­hi­gen Gebäu­de- und Raum­kon­zep­ten sowie über­diö­ze­sa­ne Koope­ra­tio­nen. Ein im Jahr 2020 gestar­te­ter Struk­tur­pro­zess hat bereits zu zahl­rei­chen kon­kre­ten Maß­nah­men geführt, die in den nächs­ten Jah­ren kon­zen­triert umge­setzt wer­den müssen.

Finanz­be­rich­te 2021

Auch die Jah­res­ab­schlüs­se 2021 hat das Erz­bis­tum ver­öf­fent­licht. Das Ver­mö­gen des Erz­bis­tums, zu dem Finanz­an­la­gen sowie für kirch­li­che und kari­ta­ti­ve Auf­ga­ben genutz­te Grund­stü­cke und Gebäu­de gehö­ren, beläuft sich auf 839 Mil­lio­nen Euro. Hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se die Bil­dungs­häu­ser in Vier­zehn­hei­li­gen und das Jugend­bil­dungs­haus Am Knock in Teu­schnitz, die Gebäu­de der diö­ze­sa­nen Schu­len oder auch der Stadt­kir­che Nürn­berg. Nach Berück­sich­ti­gung aller Ver­pflich­tun­gen ver­bleibt ein Eigen­ka­pi­tal in Höhe von 575 Mil­lio­nen Euro.

Der Erz­bi­schöf­li­che Stuhl umfasst unver­än­dert ein Ver­mö­gen von rund fünf Mil­lio­nen Euro, das aus Gebäu­den und Finanz­an­la­gen besteht. Es steht für die Diens­te und Auf­ga­ben des Erz­bi­schofs zur Verfügung.

Das Metro­po­li­tan­ka­pi­tel, das vor allem für die Dom­kir­che ver­ant­wort­lich ist, hat ein Ver­mö­gen von rund 14 Mil­lio­nen Euro. Der größ­te Teil besteht aus Kunst­ge­gen­stän­den und his­to­ri­schen Büchern.
Das Ver­mö­gen der Eme­ri­ten­an­stalt, das der Ver­sor­gung der Geist­li­chen im Ruhe­stand dient, liegt bei 215 Mil­lio­nen Euro und sichert die anste­hen­den Pen­si­ons- und Bei­hil­fe­ver­pflich­tun­gen. Das Ver­mö­gen der Erz­bi­schöf­li­chen Ernes­ti­ni­schen Semi­nar­stif­tung beträgt 46 Mil­lio­nen Euro; der größ­te Ein­zel­wert ist das Bis­tums­haus St. Otto am Hein­richs­damm in Bamberg.

Erz­bis­tum Bamberg

Neue Mit­glie­der der Frau­en­kom­mis­si­on im Amt

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat sei­ne Frau­en­kom­mis­si­on mit acht Frau­en neu kon­sti­tu­iert. Die Frau­en kün­dig­ten umge­hend an, kri­ti­sche Impul­se zu liefern.

Erz­bi­schof eme­ri­tus Lud­wig Schick über­reich­te zusam­men mit Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor Her­wig Gössl die Urkun­den für die nächs­te Amts­zeit der Frau­en­kom­mis­si­on an acht Frau­en aus dem gesam­ten Erz­bis­tum. Das hat das Erz­bi­schöf­li­che Ordi­na­ri­at mitgeteilt.

„Die Frau­en­kom­mis­si­on ist für den Erz­bi­schof und die Gesamt­lei­tung der Erz­diö­ze­se sehr wich­tig“, sag­te der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof. „Sie bringt die Per­spek­ti­ve von Frau­en in die Debat­ten und Ent­schei­dun­gen des Bis­tums ein.“

Das ehren­amt­li­che Gre­mi­um der Frau­en­kom­mis­si­on besteht aus Anja Pöhl­mann, Elvi­ra Wer­ner, Sophia Tit­tel, Mar­got Bur­ger, Bea­trix Fors­ter, Schwes­ter Phil­ip­pa Haa­se OFM, Car­men Bren­del und Moni­ka Mein­ke. Letz­te­re war auch in der letz­ten Amts­pe­ri­ode schon Mit­glied der Kommission.

Bei der ers­ten Sit­zung sei­en auch kon­tro­ver­se The­men, wie die Wei­he von Frau­en zu Dia­ko­nin­nen und Pries­te­rin­nen, die Ein­be­zie­hung von Frau­en bei der Fin­dung eines neu­en Erz­bi­schofs und die Ein­füh­rung eines Syn­oda­len Rates, bespro­chen worden.

Die Frau­en kün­dig­ten unter­des­sen an, kri­ti­sche Impul­se zu lie­fern und ihre Stand­punk­te deut­lich zu machen. „Wir soll­ten uns sicht­bar machen als katho­li­sche Frau­en und for­dern, dass wir sicht­bar wer­den“, sag­te Bea­trix Fors­ter. Mar­got Bur­ger ergänz­te: „Ich wün­sche mir, dass etwas vor­wärts­geht und habe auch den Ein­druck, dass die Her­ren zumin­dest sehr auf­merk­sam zuge­hört haben.“

Die Frau­en­kom­mis­si­on exis­tiert seit 2005

In der aktu­el­len Pha­se des unbe­setz­ten Bischofs­stuhls kann die Frau­en­kom­mis­si­on regu­lär wei­ter­ar­bei­ten. Der Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor Weih­bi­schof Her­wig Gössl wird die Kom­mis­si­on wei­ter­füh­ren und sie an den kom­men­den Bischof über­ge­ben. Jähr­lich fin­den zwei Sit­zun­gen der Frau­en­kom­mis­si­on statt, an denen der Erz­bi­schof von Bam­berg teil­nimmt. Die­sen geht jeweils
ein Klau­sur­tag zur Vor­be­rei­tung vor­aus. Dar­über hin­aus fin­den bei aktu­el­lem Anlass Son­der­sit­zun­gen oder Arbeits­grup­pen statt.

Das ehren­amt­li­che Gre­mi­um exis­tiert seit 2005 und wird alle vier Jah­re neu besetzt. Es besteht aus acht Frau­en aus dem gan­zen Erz­bis­tum, die sich mög­lichst in unter­schied­li­chen Lebens­pha­sen befin­den und in unter­schied­li­chen Berufs­fel­dern arbei­ten. Die kom­men­de Amts­zeit läuft von Herbst 2022 bis 2026. Die Frau­en­kom­mis­si­on arbei­tet zusam­men mit der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten der Erz­diö­ze­se Bam­berg, Astrid Franssen.

Rück­tritt Erz­bi­schof Schick

Weih­bi­schof Her­wig Gössl zum Admi­nis­tra­tor im Erz­bis­tum gewählt

Nach dem Rück­tritt des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Lud­wig Schick hat das Metro­po­li­tan­ka­pi­tel Weih­bi­schof Her­wig Gössl zum Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor gewählt. Er lei­tet das Erz­bis­tum solan­ge, bis Papst Fran­zis­kus einen neu­en Erz­bi­schof ernannt hat.

Am 1. Novem­ber leg­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick nach 20 Jah­ren sein Amt über­ra­schend nie­der. Mit sei­nem Rück­tritt wol­le Schick bevor­ste­hen­den wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen im Erz­bis­tum Bam­berg einem jün­ge­ren Nach­fol­ger über­las­sen. Ges­tern gab das Erz­bis­tum bekannt, Weih­bi­schof Her­wig Gössl zum Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor gewählt zu haben. Bis Papst Fran­zis­kus einen neu­en Erz­bi­schof ernennt, lei­tet Gössl das Erz­bis­tum. Zu sei­nem stän­di­gem Stell­ver­tre­ter wur­de der bis­he­ri­ge Gene­ral­vi­kar Prä­lat Georg Kes­tel ernannt. Des­sen Ver­tre­ter ist ab sofort Dom­ka­pi­tu­lar Hein­rich Hohl.

Her­wig Gössl über­nimmt das Amt in für das Bam­ber­ger Erz­bis­tum unan­ge­neh­men Zei­ten. Er wur­de 1967 in Mün­chen gebo­ren und wuchs in Nürn­berg auf. 1993 erhielt er sei­ne Pries­ter­wei­he. Nach vier­jäh­ri­ger Kaplans­zeit in Bay­reuth St. Hed­wig wur­de er Pfar­rer in Hann­berg und Wei­sen­dorf im Deka­nat Erlangen.

2007 berief ihn Erz­bi­schof Schick zum Sub­re­gens am Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar. Seit 2014 ist er Weih­bi­schof und Dom­propst. 2022 über­nahm er zudem die Lei­tung der Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge im Erz­bi­schöf­li­chen Ordinariat.

Georg Kes­tel kam 1955 im Land­kreis Kro­nach auf die Welt und ist seit 1983 Pries­ter. Nach der Kaplans­zeit in Bad Winds­heim und Staf­fel­stein und nach sei­ner Zeit als Deka­nats­ju­gend­seel­sor­ger in Neu­stadt a. d. Aisch und Lich­ten­fels war er ab 1987 als Mili­tär­geist­li­cher frei­ge­stellt. Zuletzt war er Mili­tär­de­kan im Katho­li­schen Mili­tär­bi­schofs­amt in Ber­lin. 2006 berief ihn Erz­bi­schof Schick zum Gene­ral­vi­kar. Die­ses Amt ver­lor er auto­ma­tisch mit dem Rück­tritt des Erzbischofs.

Papst Fran­zis­kus nimmt Amts­ver­zicht an

Lud­wig Schick legt Amt als Erz­bi­schof nieder

Bam­bergs Erz­bi­schof Lud­wig Schick legt nach 20 Jah­ren sein Amt nie­der, wie das Erz­bis­tum Bam­berg heu­te bekannt­gab. Papst Fran­zis­kus habe am Aller­hei­li­gen­tag der Bit­te Lud­wig Schicks ent­spro­chen, ihn vom Amt zu entpflichten.

Lud­wig Schick beton­te, er lege „dank­bar und zuver­sicht­lich“ wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen und Wei­chen­stel­lun­gen in die Hän­de eines Nachfolgers.

Die Ent­schei­dung wur­de am Diens­tag zeit­gleich in Rom und in Bam­berg ver­kün­det. Mit sei­nem Rück­tritt wol­le Schick die bevor­ste­hen­den wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen und Wei­chen­stel­lun­gen im Erz­bis­tum einem jün­ge­ren Nach­fol­ger über­las­sen. „Ver­nunft und Ver­ant­wor­tung“ hät­ten ihn bereits im ers­ten Quar­tal des Jah­res zu die­ser Über­zeu­gung kom­men las­sen. In einer Pri­vat­au­di­enz im April habe er des­halb dem Papst sei­nen Rück­tritt ange­bo­ten, schreibt Schick, der im Sep­tem­ber 73 Jah­re alt gewor­den ist, in einem am Diens­tag ver­öf­fent­lich­ten Brief an die Men­schen im Erz­bis­tum Bamberg.

Sei­ne Auf­ga­ben im Erz­bis­tum habe er in sei­ner 20-jäh­ri­gen Amts­zeit erfüllt und abge­schlos­sen, schreibt Schick wei­ter und nennt die Beschlüs­se des Bam­ber­ger Pas­to­ral­ge­sprächs, die Struk­tur­re­form mit der Bil­dung neu­er Seel­sor­ge­be­rei­che sowie die Reno­vie­rung zahl­rei­cher Gebäu­de wie das Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar, das Jugend­haus Burg Feu­er­stein, die Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus in Nürn­berg, die Bil­dungs­häu­ser Vier­zehn­hei­li­gen sowie alle Schu­len in katho­li­scher Trä­ger­schaft und vie­le Kir­chen, Kapel­len, Kin­der­gär­ten und Senio­ren­hei­me. Auch das Ordi­na­ri­at sei neu struk­tu­riert wor­den. „Vor allem konn­te die täg­li­che Seel­sor­ge­ar­beit in Ver­kün­di­gung, Got­tes­dienst und kari­ta­ti­ver Gemein­schaft­bil­dung getan wer­den“, schreibt Schick weiter.

Admi­nis­tra­tor soll zeit­nah Lei­tung inte­rims­wei­se übernehmen

In sei­nem Brief weist Schick auf bevor­ste­hen­de Per­so­nal­ent­schei­dun­gen im Erz­bis­tum und auf die Umset­zung der Reform­be­schlüs­se des Syn­oda­len Wegs und des welt­wei­ten syn­oda­len Pro­zes­ses hin. Papst Fran­zis­kus habe ihn zunächst gebe­ten, wei­ter im Amt zu blei­ben. „Nach noch­ma­li­gem Vor­tra­gen mei­ner Grün­de hat er mei­ner Bit­te Ende Sep­tem­ber dann ent­spro­chen“, erläu­tert Schick. Der Amts­ver­zicht ist damit am 1. Novem­ber 2022 wirk­sam geworden.

Schick betont wei­ter, dass er alle über­nom­me­nen und zuge­sag­ten Ver­pflich­tun­gen erfül­len wer­de, sofern dies von den Gläu­bi­gen und Gemein­den sowie dem künf­ti­gen Admi­nis­tra­tor des Erz­bis­tums gewünscht wer­de. „Dank­bar und zuver­sicht­lich schei­de ich aus dem Amt“, schreibt er. „Die Auf­ga­ben der Kir­che in Ver­kün­di­gung der fro­hen Bot­schaft in den Got­tes­diens­ten, der Seel­sor­ge und Cari­tas kön­nen auf einem guten Fun­da­ment frucht­bar wei­ter­ge­führt wer­den.“ Das Schrei­ben endet mit den Wor­ten: „Ich bin dank­bar, dass ich am Aller­hei­li­gen­tag aus­schei­den darf und die Erz­diö­ze­se Bam­berg sowie die gan­ze Kir­che Jesus Chris­tus und allen Hei­li­gen für eine segens­rei­che Zukunft anver­trau­en darf.“

Die katho­li­sche Kir­che sieht Schick der­zeit in einer Pha­se der Neu­ori­en­tie­rung, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. „Refor­men sind mög­lich und nötig“, beton­te er und mach­te auch deut­lich, dass die Gemein­schaft der Glau­ben­den wich­ti­ger ist als die Insti­tu­ti­on Kirche.

In den letz­ten Mona­ten sei­ner Amts­zeit muss­te Schick sich auch ver­stärkt mit der Auf­ar­bei­tung von Miss­brauchs­fäl­len befas­sen. Jeder Fall habe ihn tief erschüt­tert, beton­te er und räum­te auch Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler der Bis­tums­lei­tung in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ein. Miss­brauch sei Mord an Kinderseelen.

Lud­wig Schick wur­de am 22. Sep­tem­ber 1949 in Mar­burg gebo­ren und 1975 in Ful­da zum Pries­ter geweiht. 1995 wur­de er Gene­ral­vi­kar in Ful­da, 1998 Weih­bi­schof. Ab 1985 war er Inha­ber des Lehr­stuhls für Kir­chen­recht an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät in Ful­da, bis er 2002 zum Erz­bi­schof von Bam­berg ernannt wur­de. Von 2006 bis 2021 war er Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on Welt­kir­che der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. In sei­ne Amts­zeit in Bam­berg fie­len das 1000. Bis­tums­ju­bi­lä­um 2007 und das 1000. Dom­ju­bi­lä­um 2012.

Das Dom­ka­pi­tel wer­de bald­mög­lichst einen Admi­nis­tra­tor wäh­len, der bis zur Ernen­nung eines Nach­fol­gers durch den Papst das Erz­bis­tum leitet.

Per­so­nal­wech­sel im Erzbistum

Gerd-Richard Neu­mei­er neu­er Dom­vi­kar am Bam­ber­ger Dom

Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer Gerd-Richard Neu­mei­er ist neu­er Dom­vi­kar am Bam­ber­ger Dom. Der frü­he­re Kran­ken­pfle­ger und Flug­be­glei­ter ist jetzt außer­dem Caritas-Aufsichtsratschef.

Am 25. Okto­ber hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick Gerd-Richard Neu­mei­er zum neu­en Dom­vi­kar am Bam­ber­ger Dom ernannt. Nach­dem das Erz­bis­tum vor Kur­zem Fäl­le sexu­el­len Miss­brauchs ein­räum­te, konn­te es nun die­se harm­lo­se Mit­tei­lung machen.

Bereits Anfang Sep­tem­ber hat­te Neu­mei­er als Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer die Lei­tung der Abtei­lung Jugend­pas­to­ral im Ordi­na­ri­at über­nom­men. Dazu gehört neben dem Jugend­haus Burg Feu­er­stein auch das Jugend­amt der Erz­diö­ze­se. Damit trat er die Nach­fol­ge von Nor­bert Förs­ter an, der fünf Jah­re lang als Jugend­pfar­rer in der Erz­diö­ze­se wirk­te. Zudem hat Neu­mei­er seit 1. Sep­tem­ber den Vor­sitz der Auf­sichts­rä­te des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des und der Cari­tas gGmbH St. Hein­rich und Kuni­gun­de inne.

Erz­bi­schof Lud­wig Schick beton­te in einer Pre­digt, Cari­tas und Jugend­ar­beit gehör­ten zu den wesent­li­chen Auf­ga­ben der Kir­che und sei­en von gro­ßer Bedeu­tung. „Eine Kir­che, die nicht dient, dient zu nichts.“ So soll­ten Dom­vi­ka­re als Geist­li­che den Men­schen dienen.

Gerd-Richard Neu­mei­er ist 45 Jah­re alt und war bis­her Pfar­rer in Uffen­heim und Dekan des Deka­nats Ans­bach. Auf­ge­wach­sen ist er in Schlüs­sel­feld. Evan­ge­lisch getauft habe er sich nach eige­nen Anga­ben immer katho­lisch gefühlt und sei schließ­lich mit 18 Jah­ren kon­ver­tiert. Er hat Kran­ken­pfle­ger gelernt und spä­ter als Flug­be­glei­ter gear­bei­tet. Mit Ende 20 hat er dann das Theo­lo­gie­stu­di­um und die Pries­ter­aus­bil­dung begonnen.

Als Ordi­na­ri­ats­rat nimmt Neu­mei­er an der wöchent­lich statt­fin­den­den Ordi­na­ri­ats­kon­fe­renz teil. Die­se stellt das obers­te Ent­schei­dungs- und Bera­tungs­gre­mi­um im Erz­bis­tum Bam­berg dar.

Ehe­ma­li­ger Pries­ter von Wallenfels

Miss­brauchs­vor­wür­fe gegen Die­ter Scholz bereits 1963

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat bekannt­ge­ge­ben, dass es gegen Die­ter Scholz, lang­jäh­ri­ger Pfar­rer von Wal­len­fels, bereits in den 1960er Jah­ren Vor­wür­fe des sexu­el­len Miss­brauchs gab. Das habe man nach erneu­ter Durch­sicht von im Archiv vor­han­de­nen Per­so­nal­un­ter­la­gen fest­ge­stellt. Bis­her war das Erz­bis­tum davon aus­ge­gan­gen, dass Die­ter Scholz sich ledig­lich in 1990er Jah­ren sexu­el­len Miss­brauchs schul­dig gemacht hat­te. Trotz der Miss­brauchs­vor­wür­fe durf­te Die­ter Scholz mehr als 25 Jah­re als Pfar­rer im Erz­bis­tum Bam­berg arbeiten.

Bei der Durch­sicht von Nach­lass­ak­ten aus dem Pri­vat­be­sitz von Wal­len­fels’ ehe­ma­li­gem Pfar­rer Die­ter Scholz ist das Erz­bis­tum Bam­berg im April auf Tage­buch­auf­zeich­nun­gen gesto­ßen, aus denen sexu­el­ler Miss­brauch von Jugend­li­chen im Jahr 1963 her­vor­ge­gan­gen sei. Das hat das Erz­bis­tum am 26. Sep­tem­ber in einer Mit­tei­lung ein­ge­stan­den. Betrof­fe­ne hat­ten dem dama­li­gen Weih­bi­schof Johan­nes Len­hardt von sexu­el­len Über­grif­fen des Pries­ters wäh­rend sei­ner Kaplans­zeit berich­tet. Bis­her waren nur Vor­wür­fe des sexu­el­len Miss­brauchs gegen Scholz aus dem Jahr 1999 bekannt gewesen.

Im Ange­sicht der Vor­wür­fe wur­de Scholz 1963 aus dem Dienst genom­men und zur Besin­nung zuerst ins Klos­ter Nie­der­al­teich und dann in die Abtei Müns­ter­schwarz­ach ver­setzt. Für sei­ne Ver­ge­hen habe Scholz zudem zwei Ent­schul­di­gungs­brie­fe an Erz­bi­schof Josef Schnei­der und Weih­bi­schof Len­hardt geschrieben.

1964 ent­sprach die Erz­diö­ze­se der Bit­te von Die­ter Scholz, als Seel­sor­ger nach Boli­vi­en zu wech­seln. Dort war er im Apos­to­li­schen Vika­ri­at Ñuf­lo de Chá­vez tätig. 1969 erhielt er trotz der Vor­wür­fe tat­säch­lich die Erlaub­nis, ins Erz­bis­tum Bam­berg zurück­zu­keh­ren. Dort war er zuerst in den Pfar­rei­en Wei­sen­dorf und Kircheh­ren­bach tätig, bevor er 1970 zum Kaplan in Wal­len­fels ernannt wur­de. Anschlie­ßend war er dort von 1972 bis 1995 Pfar­rer. 1995 wur­de er zum Pfar­rer in Uffen­heim ernannt.

„Aus heu­ti­ger Sicht unvorstellbar“

Am 22. Okto­ber 1996 habe Scholz abrupt, ohne Mit­tei­lung, die Pfar­rei wegen Unstim­mig­kei­ten mit dem Pfarr­ge­mein­de­rat ver­las­sen. Weni­ge Mona­te spä­ter mel­de­te er sich aus Boli­vi­en, wo er wie­der im Vika­ri­at Ñuf­lo de Chá­vez tätig war.

Im Jahr 1999 gab es einen wei­te­ren Vor­wurf des sexu­el­len Miss­brauchs. Die Über­prü­fung des­sel­ben sei aber schwie­rig gewe­sen, weil er nicht von einem Opfer kam und sich Die­ter Scholz immer noch in Boli­vi­en aufhielt.

Zwi­schen 1964 und 1999 sei­en kei­ne Miss­brauchs­vor­wür­fe in den Akten des Bis­tums doku­men­tiert. Im April 2022 wur­den aus Pri­vat­be­sitz Nach­lass­ak­ten des Pries­ters dem Diö­ze­san­ar­chiv über­ge­ben. In die­sen fin­den sich Tage­buch­auf­zeich­nun­gen, aus denen Miss­brauch von Jugend­li­chen hervorgeht.

2003 ver­setz­te Erz­bi­schof Schick den damals 70-Jäh­ri­gen Scholz regu­lär in den Ruhe­stand. Bis zu sei­nem Tod am 8. Mai 2005 hielt Scholz sich erneut in Wal­len­fels auf. Erz­bi­schof Schick teil­te mit, dass er erst nach dem Tod von Die­ter Scholz von den Vor­wür­fen gehört habe.

Schick stell­te zudem fest, dass es nach heu­ti­gen Richt­li­ni­en schwe­re Ver­säum­nis­se der Bis­tums­lei­tung gab. Auch wenn die Akten kei­ne Hin­wei­se auf straf­recht­li­che Schrit­te ent­hal­ten wür­den, sei es aus heu­ti­ger Sicht unvor­stell­bar – wobei die Rich­tig­keit die­ses Wor­tes in der Mit­tei­lung des Erz­bis­tums ange­zwei­felt wer­den kann –, dass ein Pries­ter, der sich sol­cher Vor­wür­fe aus­ge­setzt sah, nicht aus dem Dienst genom­men und zumin­dest kir­chen­recht­lich bestraft wür­de. Er hät­te nach 1963 nicht mehr als Kaplan und Gemein­de­pfar­rer ein­ge­setzt wer­den dür­fen, beton­te Schick. Sein Mit­ge­fühl gel­te den Betrof­fe­nen. Er habe auch schon per­sön­li­che Gesprä­che geführt.

Das Erz­bis­tum erneu­er­te zudem sei­nen Auf­ruf an Betrof­fe­ne aus allen Ein­satz­or­ten von Pfar­rer Scholz (Ober­kotzau 1960, Hers­bruck 196061, Nürn­berg St. Georg 1962 bis 64, Main­roth 1964, Wei­sen­dorf 1969, Kircheh­ren­bach 1970, Wal­len­fels 1970 bis 1995, Uffen­heim 1995 bis 1996), sich bei der Miss­brauchs­be­auf­trag­ten des Erz­bis­tums Bam­berg zu mel­den. Rechts­an­wäl­tin Eva Has­ten­teu­fel-Knörr ist unter 095140735525 oder eva.hastenteufel@kanzlei-hastenteufel.de erreichbar.

Erz­bi­schof Schick nimmt zum 20. Mal teil

Frie­dens­pro­zes­si­on in Hollfeld

Bei sei­ner 20. Teil­nah­me an der Frie­dens­pro­zes­si­on in Hol­lfeld hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick den Krieg gegen die Ukrai­ne ver­ur­teilt und dazu auf­ge­ru­fen, „alles zu tun, damit der Frie­de wie­der­her­ge­stellt wird.“ Der Krieg bedro­he auch die Nach­bar­län­der und die gan­ze Welt­ge­mein­schaft, sag­te Schick am Fest Maria Him­mel­fahrt am Montagabend.

„Heu­te um den Frie­den zu beten, ist not­wen­di­ger als in all den Jah­ren, in denen ich nach Hol­lfeld gekom­men bin“, sag­te der Erz­bi­schof. Außer­dem rief Schick dazu auf, die Flücht­lin­ge gut auf­zu­neh­men. Es müs­se zudem alles dafür getan wer­den, dass sie nach dem Wie­der­auf­bau wie­der zurück­keh­ren kön­nen. „Wir müs­sen alles tun, dass Frie­de wie­der­her­ge­stellt wird, damit auch die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen wie­der nor­ma­li­siert wer­den, dass wie­der Ener­gie­vor­rä­te, die eine Gabe des Schöp­fers für die gan­ze Mensch­heit sind, geteilt wer­den und auch die land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­te wie­der in die Län­der kom­men, in denen sie drin­gend gebraucht wer­den“, so Schick. Denn durch den Lie­fer­stopp von Getrei­de aus der Ukrai­ne herr­sche zum Bei­spiel in Afri­ka eine Hun­gers­not. Erz­bi­schof Schick mahn­te zugleich, den Frie­den zu lie­ben und alles zu unter­las­sen, was den Frie­den stört. „Wir müs­sen den Frie­den lie­ben und ent­spre­chend das Leben gestal­ten“, so Schick.

Die Frie­dens­pro­zes­si­on von Hol­lfeld geht auf ein Gelüb­de des dama­li­gen Pfar­rers Kurt Wei­ra­ther vom 2. April 1945 zurück: Wenn Hol­lfeld von der Zer­stö­rung ver­schont blie­be, wür­de der Obe­re Markt in Mari­en­platz umbe­nannt und dort eine Mari­en­sta­tue auf­ge­stellt wer­den. Außer­dem soll­te jedes Jahr am 15. August eine Dank­pro­zes­si­on statt­fin­den. Seit sei­nem Amts­an­tritt als Erz­bi­schof von Bam­berg nimmt Schick an der Pro­zes­si­on teil.

Erz­bi­schof Schick wür­digt jahr­zehn­te­lan­gen Einsatz 

Dom­ka­pi­tu­la­re in den Ruhe­stand verabschiedet

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat die Dom­ka­pi­tu­la­re Hans Schie­ber und Peter Wün­sche in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det. In einer Fei­er­stun­de im Bis­tums­haus St. Otto wür­dig­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick am Diens­tag ihren jahr­zehn­te­lan­gen Dienst in der Kir­che von Bam­berg in unter­schied­li­chen Funk­tio­nen. Zuletzt waren bei­de als Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter tätig. Schie­ber ver­ant­wor­te­te den Bereich Pas­to­ra­les Per­so­nal und Wün­sche lei­te­te das Seelsorgeamt.

Hans Schie­ber wur­de 1977 zum Pries­ter geweiht. Nach sei­ner Kaplans­zeit wur­de er 1989 als Sub­re­gens stell­ver­tre­ten­der Lei­ter des Pries­ter­se­mi­nars, des­sen Lei­tung er von 1994 bis 2007 als Regens inne­hat­te. Danach wur­de er Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor in Nürn­berg, bevor er 2010 die Lei­tung der Haupt­ab­tei­lung Pas­to­ra­les Per­so­nal und damit die Ver­ant­wor­tung für die Pries­ter und Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger sowie deren Fort- und Wei­ter­bil­dung über­nahm. In sei­ne Zustän­dig­keit fie­len auch die Auf­ar­bei­tung der Miss­brauchs­fäl­le sowie die Prä­ven­ti­on. Die Struk­tur­ver­än­de­rungs­pro­zes­se im Erz­bis­tum habe er als „Motor und Kom­pass“ mit­ge­stal­tet, so Schick. Er habe stets für eine Atmo­sphä­re des Ver­trau­ens und der Wert­schät­zung und Acht­sam­keit gesorgt. Schie­ber tritt mit dem Errei­chen der Alters­gren­ze von 70 Jah­ren in den Ruhestand.

„Wir bli­cken vol­ler Dank­bar­keit und Weh­mut zurück“

Peter Wün­sche wur­de 1982 zum Pries­ter geweiht und schlug nach der Kaplan-Zeit die aka­de­mi­sche Lauf­bahn ein als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter und spä­ter Pro­fes­sor an der theo­lo­gi­schen Fakul­tät. 2010 über­nahm er die Haupt­ab­tei­lung Außer­schu­li­sche Bil­dung, bevor er 2012 in die Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge wech­sel­te. Zum Seel­sor­ge­amt gehö­ren zahl­rei­che Auf­ga­ben von der Gefäng­nis- über die Kran­ken­haus- bis zur Arbeit­neh­mer­seel­sor­ge, die Kir­chen­mu­sik und die Jugend­pas­to­ral. „Ihr Herz schlug immer für die Seel­sor­ge“, sag­te der Erz­bi­schof. „Sie haben das Amt so gelei­tet, dass die Seel­sor­ge Kern und Herz des Bis­tums war und blei­ben wird.“ Sein Ein­satz und die Mit­glied­schaft in über 30 Gre­mi­en habe ihn an die Gren­zen der Gesund­heit gebracht, sodass er vor­zei­tig in den Ruhe­stand tritt.

Für den Diö­ze­san­rat wür­dig­te des­sen Vor­sit­zen­der Gün­ter Heß die sach­li­che, freund­schaft­li­che und krea­ti­ve Zusam­men­ar­beit mit Schie­ber sowie die stets wohl­wol­len­de geist­li­che Beglei­tung Wün­sches. „Wir bli­cken vol­ler Dank­bar­keit und Weh­mut zurück“, so Heß.

Wün­sche dank­te in sei­nem Schluss­wort sei­nen groß­ar­ti­gen Mit­ar­bei­tern. Er freue sich auf eine Zeit mit weni­ger vol­lem Ter­min­ka­len­der. Schie­ber bedank­te sich für die ver­trau­ens­vol­le Koope­ra­ti­on und die mensch­li­che Atmo­sphä­re und wünsch­te sich für die Zukunft der Kir­che, „dass Macht und Ver­ant­wor­tung mehr als bis­her geteilt werden.“

Die Lei­tung des Seel­sor­ge­amts über­nimmt ab Sep­tem­ber Weih­bi­schof Her­wig Gössl. Die Haupt­ab­tei­lung Pas­to­ra­les Per­so­nal lei­tet zusätz­lich zu sei­nen bis­he­ri­gen Auf­ga­ben künf­tig Regens Ewald Sauer.

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