Erzbischof Gössl zur Wiedereröffnung von St. Michael
„Es ist eine Pracht!“
Mit einem festlichen Pontifikalamt ist am Samstag nach 13-jähriger Bauzeit die Bamberger Michaelskirche wiedereröffnet worden. Erzbischof Gössl bezeichnet die sanierte Kirche St. Michael als Zeichen für notwendige Umkehr und Reformen in Kirche und Gesellschaft.
Erzbischof Herwig Gössl begann seine Predigt mit den Worten „Es ist eine Pracht!“, und er dankte allen, die dafür gesorgt haben, dass diese Pracht erhalten geblieben ist. Er deutete das sanierte Gotteshaus als Symbol für Gottes bleibende Zuwendung zu den Menschen und für die damit immerzu notwendigen und möglichen Erneuerungsprozesse in Kirche, Gesellschaft und im persönlichen Leben jedes Menschen.
Das Leitwort der Kirchenväter „Ecclesia semper reformanda – Die Kirche muss sich immer erneuern“ betreffe nicht nur die Strukturen, sondern auch das ganze Leben. Es gehe darum, anzuerkennen, „dass wir unsere dunklen, schmutzigen Stellen haben“, die der Reinigung und Erneuerung bedürfen, persönlich, als Kirche und als Gesellschaft. Auch wenn die Menschen heute vielfach achtsamer und rücksichtsvoller miteinander umgingen als früher, sei es umso erschreckender, dass es immer wieder zu Rückfällen in die dunkelsten Machenschaften komme, die das Leben so unerträglich machen und die Freude am Leben nehmen, so Gössl.
„Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute gerne einen oberflächlichen, äußeren Glanz zur Schau stellen, aber sich sehr davor hüten, tiefer zu blicken“, sagte der Erzbischof. Viele bedrohliche Risse zögen sich durch die Familien, durch die Gesellschaft, nur mühsam übertüncht, um den Schein aufrecht zu erhalten. „Wie oft fehlt der richtige Halt, sodass unsere Lebenskonstruktionen brüchig werden und akute Einsturzgefahr besteht.“
„Die Kirche muss sich immer erneuern, indem sie zum Urbild zurückfindet und an ihm Maß nimmt: an Jesus Christus“, fügte der Erzbischof hinzu. „Durch ihn finden wir Halt in Gott und können die dunklen Schatten des Lebens bekämpfen. So können wir leuchten und strahlen von innen her durch den, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“
Ein weiterer Aspekt der Predigt lag auf der Verantwortung für die Schöpfung. Der sogenannte Himmelsgarten der Michaelskirche mit seinen rund 600 Pflanzenmotiven sei „eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt“. Gössl betonte, dem Menschen sei „nicht Ausbeutung und Verbrauch“ aufgetragen, sondern „hüten und hegen“. Die Schönheit der Natur verweise auf den Schöpfer und sei zugleich Auftrag zum verantwortlichen Handeln.
Die eigentliche Pracht der Kirche freilich seien die Menschen, die sich in ihr versammeln und die trotz ihrer Schwächen und Sünden von Gott geliebt sind. Daran erinnere der heilige Bischof Otto, der diese frohe Botschaft den Menschen in Pommern verkündete und der so bis heute zu einem Brückenbauer zwischen Ost und West, zwischen Polen und Deutschland wurde.
Die barocke Michaelskirche zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten Frankens und prägt neben dem Dom das Stadtbild Bambergs. In der Kirche befindet sich das Grab des heiligen Bischofs Otto, der die Benediktinerabtei 1117 bis 1121 nach einem Erdbeben erneuern ließ. Die Kirche und das frühere Kloster auf dem Michaelsberg wurden 1803 säkularisiert und sind seitdem Eigentum der Bürgerspitalstiftung der Stadt Bamberg. Die Kirche war seit Herbst 2012 wegen gravierender Bauschäden geschlossen und umfassend saniert worden. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt auch sechs neue Glocken gießen lassen. Mit der Wiedereröffnung steht die Michaelskirche nun wieder – zunächst mit eingeschränkten Öffnungszeiten – Besucherinnen und Besuchern offen. Am 9. und 10. Mai ist ein Bürgerfest geplant.
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Vortrag und Mittelalter-Lesung mit Gitarren-Begleitung im Schatten des Bamberger Doms
Donnerstag, 19. März: „Königsmord“ im Museumscafé
Das Diözesanmuseum Bamberg lädt am Donnerstag, dem 19. März, zu einem besonderen Vortrags- und Lesungsabend in das neue Museumscafé am Dom ein. Die Bamberger Historikerin und Autorin Karin Dengler-Schreiber, die ihre historischen Romane unter dem Pseudonym Anna Degen veröffentlicht, nimmt das Publikum mit in die bewegte Zeit des frühen 13. Jahrhunderts – in eine Epoche politischer Intrigen, dynastischer Konflikte und dramatischer Ereignisse am Domberg.
Im Mittelpunkt des Romans „Der Königsmord von Bamberg“ steht der Mord am römisch-deutschen König Philipp von Schwaben im Jahr 1208 – eines der spektakulärsten Verbrechen des Mittelalters, das sich in Bamberg ereignete. Der Stauferkönig war damals zur Hochzeit seiner Nichte in die Bischofsstadt gereist, als er Opfer des Attentats wurde. Schlüsselfigur im Roman ist die 12-jährige Sophie, welche die Tat beobachtet und damit für mächtige Männer zur gefährlichen Zeugin wird.
In ihrem Vortrag beleuchtet Dengler-Schreiber die historischen Hintergründe dieser Zeit: den erbitterten Machtkampf zwischen den Dynastien der Staufer und Welfen, die politischen Spannungen im Reich sowie die Rolle des Bamberger Bischofs zur Zeit des Domneubaus im frühen 13. Jahrhundert. Dabei wird deutlich, wie eng kirchliche und weltliche Macht miteinander verflochten waren und wie schnell selbst hochrangige Persönlichkeiten in den Strudel politischer Konflikte geraten konnten.
Im Anschluss liest die Autorin einen Auszug aus ihrem Roman. Die Lesung wird musikalisch begleitet von dem Gitarristen Reinhard Sures. Der Abend verbindet historische Einordnung, literarische Erzählkunst und Musik – und führt das Publikum zurück in eine Zeit, in der sich im Schatten des Bamberger Domes europäische Geschichte entschied. Im Anschluss gibt es einen Empfang und und eine Signierstunde.
Die Veranstaltung
Wann?
Donnerstag, 19. März 2026, 18.00 Uhr, Einlass 17:30 Uhr
Wo?
Diözesanmuseum Bamberg, Domplatz 5, 96049 Bamberg
Anmeldung und Informationen
Tickets zu 8,00 Euro gibt es im Vorverkauf an der Kasse des Diözesanmuseums und online auf www.dioezesanmuseum-bamberg.de, Restkarten an der Abendkasse.
Die Autorin
Anna Degen ist das Pseudonym der Historikerin, Denkmalpflegerin und ehemaligen Weltkulturerbe-Managerin Karin Dengler-Schreiber, die über die mittelalterlichen Handschriften des Klosters Michelsberg promovierte und sich seit vielen Jahren mit der Bamberger Geschichte beschäftigt. Für ihre umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit erhielt sie 2004 das Bundesverdienstkreuz.
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„Suche den Frieden und jage ihm nach“
Kunigundentag im Erzbistum Bamberg stand im Zeichen der Friedensarbeit
Zum Kunigundentag, dem ökumenischen Frauenfest im Erzbistum Bamberg, haben Erzbischof Herwig Gössl und Sabine Hirschmann, Dekanin des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Bamberg, die starke Strahlkraft von Kaiserin Kunigunde betont.
Erzbischof Herwig Gössl betonte am Samstag im Bamberger Dom, dass die heilige Kunigunde ein leuchtendes Beispiel für gelebte Friedensarbeit und Versöhnung sei. In der aktuellen Zeit voller Unruhe und Konflikte erinnere ihr Werdegang daran, dass wahrer Frieden zuerst im eigenen Herzen entstehe. „Frieden braucht Aufmerksamkeit, Mühe und Anstrengung“, sagte der Erzbischof und rief dazu auf, die nötige Kraft für die Friedensarbeit aus der eigenen Beziehung zu Gott zu schöpfen.
Sabine Hirschmann, Ev.-Luth. Dekanin für den Dekanatsbezirk Bamberg, hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Motto des Kunigundentages „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15b) nicht als einmaliger Impuls zu verstehen sei – vielmehr brauche Frieden oft Beharrlichkeit und eine leidenschaftliche Entschlossenheit. Neben der heiligen Kunigunde hätten im Lauf der Jahrhunderte viele Frauen eine solch beharrliche Friedensarbeit geleistet.
Kunigunde, die zu Lebzeiten mit Intrigen und politischen Unruhen konfrontiert war, zeigte durch ihre Friedfertigkeit und ihre Fähigkeit zu vergeben, dass der Weg zu einem stabilen Frieden bei jeder und jedem Einzelnen von uns beginnt, so Gössl in seiner Predigt. Trotz Turbulenzen hielt sie an ihrer tiefen Gottesbeziehung fest und zeigte auf, wie der Glaube als Quelle des Friedens und als Kompass friedlichen Handelns fungiert.
Auch wir erlebten heute eine harte, raue und friedlose Welt, sagte der Erzbischof – „sei es durch die Angriffskriege, die von verschiedenen Seiten wie selbstverständlich vom Zaun gebrochen werden, sei es durch die oft brutalen Kommentare im Netz oder auch die tätlichen Angriffe, denen sich Politiker und andere Menschen in öffentlichen Ämtern ausgesetzt sehen.“ Angesichts dessen seien viele versucht, selbst zu verhärten, sich nichts gefallen zu lassen und es dem Gegenüber mit gleicher Münze heimzuzahlen.
„Frieden lässt sich allerdings nicht durch Bomben gewinnen, sondern nur im eigenen Herzen“, betonte Gössl. Die Welt werde dem Frieden keinen Schritt näherkommen, solange man immer nur versuche, auf die anderen einzuwirken – sei es gewalttätig, drohend, schmeichelnd oder auf welche Weise auch immer. Vielmehr gelte es, dem eigenen Frieden im Inneren nachzujagen, ihn zu suchen und ihn aus der Verbundenheit zu Gott heraus zu finden. Für diesen Prozess der inneren Friedensarbeit sei die heilige Kunigunde „ein Vorbild und eine mächtige Fürsprecherin“, so der Oberhirte.
Das weitere Programm des Kunigundentages stand ebenso im Zeichen des Friedens. Nach einem Vortrag der Theologin und Professorin Sabine Bieberstein zur Kraft biblischer Friedenstexte regten verschiedene Workshops dazu an, sich noch tiefer mit dem Thema Frieden und Friedensarbeit auseinanderzusetzen.
Vorbereitet wurde der Kunigundentag vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit im Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten.
Die heilige Kunigunde hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem heiligen Kaiser Heinrich, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg gegründet. Sie starb am 3. März 1033 und wurde im Jahr 1200 heiliggesprochen. Der Kunigundentag wird in Erinnerung an sie gefeiert.
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Ökumenisches Frauenfest
Kunigundentag beginnt am Samstag um 9.30 Uhr
Am kommenden Samstag, dem 7. März, wird in Bamberg der Kunigundentag als ökumenisches Frauenfest gefeiert. Das Hochfest der heiligen Kunigunde beginnt ab 9.30 Uhr.
Das ökumenische Frauenfest zu Ehren der Bistumspatronin beginnt um 9.30 Uhr mit einem Pontifikalgottesdienst, den Erzbischof Herwig Gössl im Bamberger Dom feiern wird.
Anschließend besteht im Dompfarrheim die Möglichkeit, bei einer kleinen Agape ins Gespräch zu kommen. Suche den Frieden und jage ihm nach (Ps 34,15b) – Der Tag steht ganz im Zeichen des Friedens. In einer Welt voller Unruhe und Ungerechtigkeit erinnert der Psalm daran: Frieden geschieht nicht von selbst. Wir müssen ihn suchen. Frauen setzen dabei oft wichtige Zeichen. Sie leben Glauben, schaffen Gemeinschaft, vermitteln, stärken und tragen.
Nach Mittagessen, Kaffee und Kuchen ab 12 Uhr im Stephanshof startet der Festnachmittag um 13.15 Uhr mit einem Festvortrag von Prof. Sabine Bieberstein (Eichstätt/Bamberg) zum Thema „Gerechtigkeit und Friede küssen einander (Ps 85,11). Die Kraft biblischer Friedenstexte“. Im Anschluss starten verschiedene Workshops, die dazu anregen, sich mit dem Thema des Festvortrags auseinanderzusetzen.
Um 15.40 Uhr endet der Kunigundentag mit einer liturgischen Abschlussfeier.
Der Kunigundentag wird vorbereitet vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit im Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten.
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Erzbischof Gössl würdigt den Verstorbenen als verlässlichen Seelsorger mit tiefem Glauben
Trauer um früheren Dompfarrer und Domkapitular Gerhard Förch
Das Erzbistum Bamberg trauert um den langjährigen Domkapitular und früheren Dompfarrer Monsignore Dr. Gerhard Förch. Er starb am Samstag (7. Februar) kurz nach seinem 82. Geburtstag, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Erzbischof Herwig Gössl würdigte den Verstorbenen als einen Seelsorger mit großer Leidenschaft: „Monsignore Gerhard Förch hat über Jahrzehnte hinweg das geistliche Leben an unterschiedlichen Stellen im Erzbistum Bamberg und zuletzt in der Dompfarrei mitgeprägt. Dr. Förch war theologisch hochgebildet und stets interessiert an aktuellen Entwicklungen, nicht zuletzt in Fragen der Ökumene. Mit seiner Nähe zu den Menschen, seinem Engagement für die Jugendarbeit und seiner tiefen Verwurzelung im Glauben war er vielen ein verlässlicher Seelsorger und geistlicher Begleiter. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und vertrauen ihn der barmherzigen Liebe Gottes an.“
Gerhard Förch wurde am 27. Januar 1944 in Fürth geboren und 1970 zum Priester geweiht. Er war als Seelsorger in der Jugendarbeit aktiv, ab 1977 Diözesanjugendpfarrer und ab 1978 Domvikar und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes. Ab 1984 war er Hochschulseelsorger und ab 1986 Pfarrer in St. Kunigund in Bamberg. Von 1994 bis 1998 wirkte er in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach, bevor er 1998 zum Dompfarrer in Bamberg ernannt wurde. Seit 1996 war er Mitglied des Domkapitels, 2000 wurde er Regionaldekan für die Dekanate Bamberg, Burgebrach, Hallstadt-Scheßlitz und Hirschaid. Er war zudem Mitglied in zahlreichen Kommissionen. Papst Franziskus verlieh ihm 2015 kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand den Ehrentitel „Kaplan Seiner Heiligkeit“.
Die Termine für das Requiem und die Beisetzung werden noch bekannt gegeben.
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Erzbischof Gössl setzt pastorale Orientierungen für eine Kirche mit Zukunft in Kraft
Erzbistum Bamberg setzt auf Dialog und Synodalität
Mit neuen pastoralen Orientierungen stellt das Erzbistum Bamberg die Weichen für eine lebendige und zukunftsfähige Kirche. Dabei sollen die Prinzipien der Synodalität und des Dialogs handlungsleitend sein, sagte Erzbischof Herwig Gössl, der die „Entwicklungslinien“ mit Wirkung zum Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn, in Kraft setzte.
Die sich verändernden Lebensrealitäten in der Gesellschaft und die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen machten es erforderlich, die kirchlichen Strukturen und Angebote neu auszurichten. „In dieser Situation ist Jesus Christus unser Maßstab“, betonte Gössl.
Pastorales Handeln entwickle sich ausgehend von und gemeinsam mit den Menschen, ihren jeweiligen Lebenswelten und sozialen Bezügen, ihren Bedürfnissen, Freuden, Hoffnungen, Sorgen, Zweifeln, Ängsten und Nöten. Die Kirche wolle Gemeinschaft unter den Menschen fördern, „nicht in einer exklusiven Form, sondern im Blick auf alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit und in ihrer Lebenswirklichkeit“. Weiter heißt es: „Daher treten wir für eine Welt ein, in der Unterschiedlichkeit als Bereicherung erfahren wird.“
Die Entwicklung mache die Grenzen der bisherigen kirchlichen Strukturen mit ihren personellen und finanziellen Möglichkeiten deutlich. Dies habe zur Folge, dass nicht flächendeckend alle Angebote aufrechterhalten werden können, so Gössl. Ein „wertschätzendes Abschiednehmen“ sei erforderlich. Nötig sei die Bereitschaft, Liebgewordenes loszulassen und Dinge aufzugeben, die einmal wichtig waren und immer noch sinnvoll sind, aber nicht mehr gehalten werden können. Zugleich müssten neben bestehenden Kirchorten neue Orte der Hoffnung und des gelebten Glaubens gefördert werden. Auch experimentell-innovative Ansätze und Initiativen sollen systematisch begleitet und unterstützt werden. Die Feier der sonntäglichen Eucharistie bleibe an ausgewählten Orten Höhepunkt und Mitte des Glaubens, damit Menschen die Nähe Gottes erfahren können. Daneben sei auch die Feier weiterer vielfältiger liturgischer und spiritueller Formen zu fördern.
Pastorales Handeln finde mitten in der Gesellschaft statt und sei durch Eigeninitiative und Engagement, die sich dort zeigen, inspiriert. Gemeinschaftlich gelebter Glaube geschehe in den Familien und überall dort, wo Menschen ihr Christsein und ihre Überzeugung im Alltag und auch in der digitalen Welt leben. „Gemeinschaftlich gelebter Glaube ist dynamisch und nicht an bestehende Orte und Gebäude gebunden“, heißt es in den Orientierungen.
Daher bestehe nicht der Anspruch, kirchliches Leben im Sinne einer Versorgung durch Haupt- und Ehrenamtliche flächendeckend aufrecht zu erhalten. Die Verwaltung werde effizient und zentral in Seelsorgebereichen organisiert. Ein weiteres Anliegen ist die enge Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen und kirchlichen Akteuren im Sozialraum. Die Kirche möchte sich als zuverlässige Partnerin in der Gesellschaft verstehen, die ihre Verantwortung aktiv mit anderen übernimmt. Dies schließt ökumenische Partnerschaften sowie die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Einrichtungen ein.
Der zentrale Orientierungspunkt für kirchliches Handeln sei Jesus Christus, betonte der Erzbischof. Auf sein Wort, sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung müssten sich alle Formen kirchlichen Lebens beziehen. Die Kirche von Bamberg bewege sich im Rahmen der gesamtkirchlich gültigen Regeln und Normen und nutze die sich bietenden Möglichkeiten und Räume. „Dabei sind wir getragen von der festen Überzeugung, dass es im Letzten nicht auf unseren Beitrag ankommt, sondern auf Gottes Wirken, damit unser Tun als Kirche fruchtbar wird“, so Gössl.
Die pastoralen Orientierungen schreiben den Pastoralplan „Den Aufbruch wagen – heute!“ aus dem Jahr 2005 fort, der weiterhin in Kraft bleibt. Zugleich bilden sie den Auftakt des pastoralen Bistumsprozesses „Entscheiden und Handeln: Für eine Kirche mit Zukunft“. Auf Basis der Orientierungen sollen die Seelsorgebereiche eigene pastorale Strategien und innovative Ideen entwickeln, wie sie künftig vor Ort Kirche sein wollen. Anhand von Rückmeldungen aus der Praxis sollen die erzbischöflichen pastoralen Orientierungen dynamisch fortgeschrieben werden.
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Bistumsgrenze wird verschoben
Erzbistum Bamberg und Bistum Eichstätt tauschen kleine Gebiete
Die Grenze zwischen dem Erzbistum Bamberg und dem Bistum Eichstätt ändert sich. Der Vatikan entsprach dem Wunsch von Erzbischof Herwig Gössl und des damaligen Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke, die Anfang des Jahres eine Anpassung der Grenze an die pastorale Praxis beantragt hatten. Betroffen sind nur wenige Hundert Katholiken, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Hintergrund ist, dass vor Jahrzehnten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürnberg (Marterlachsiedlung) die zu Eichstätt gehörende Kuratie St. Gabriel von ihrer Mutterpfarrei St. Walburga (Eibach) abgeschnitten wurde. Dieser Teil der Pfarrei ist seitdem nicht mehr ohne große Umwege zu erreichen. 1971 wurden von beiden Bistümern das Gebiet von St. Gabriel im Bereich der Pfarrei St. Walburga (Eichstätt) und der Stadtteil Werderau im Bereich der Pfarrei St. Ludwig (Bamberg) zur Seelsorgestelle Marterlachsiedlung-Werderau zusammengefasst. Im Laufe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabriel durchgesetzt. 2018 vereinbarten die Bistümer, die Pfarrkirchenstiftung St. Franziskus in Nürnberg (Erzbistum Bamberg) sowie die Kuratiekirchenstiftung St. Gabriel in Nürnberg (Bistum Eichstätt) mit ihren jeweiligen Kirchengemeinden aufzuheben und der Pfarrkirchengemeinde St. Ludwig (Erzbistum Bamberg) zuzulegen. Das Kultusministerium stimmte dem zu.
Ein anderer Fall von bistumsgrenzüberschreitender Seelsorge wurde in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach (Erzbistum Bamberg) bereinigt. Hier werden seit jeher mehrere Ortsteile von zwei Pfarreien des Bistums Eichstätt mitbetreut. Betroffen sind 340 Katholiken in Nürnberg und 411 in Ansbach, die sich auch den sie betreuenden Pfarreien zugehörig fühlen. Bezüglich der Kirchensteuer handelt sich dahingehend um einen „gerechten Tausch“. Die Änderung tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Die Veränderungen
Von Eichstätt zu Bamberg: das gesamte Gebiet der (ursprünglichen) Kuratie St. Gabriel in Nürnberg, Stadtteil Marterlachsiedlung.
Von Bamberg zu Eichstätt: die Ortschaften Brodswinden mit Brodswindener Mühle, Hammerschmiede, Höfstetten, Höfstetter Mühle, Wallersdorf, der westliche Teil der Ortschaft Wolfartswinden sowie Alberndorf mit Büchenmühle, Hirschbronn, Neukirchen und Steinbach, ferner der östliche der Bundesstraße B13 gelegen Teil der Gemarkung Bernhardswinden mit Louismühle.
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Bürgermeister Glüsenkamp würdigt zivilgesellschaftliches Engagement
„MitMachKlima“-Preis der Stadt Bamberg für das Diözesanmuseum Bamberg
Die Stadt Bamberg hat das Diözesanmuseum Bamberg für sein zivilgesellschaftliches Engagement mit dem Kleinprojektpreis 2025 ausgezeichnet, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Bürgermeister Jonas Glüsenkamp übergab am heutigen Montag das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro im Rahmen des Projekts „MitMachKlima“. Er würdigte dabei die Verbindung von Kunst, Spiritualität und Klimaschutz, die das Museum insbesondere mit der Ausstellung „Krise. Kunst. Kirche. Kontinente – Visionen von Laudato si“ gezeigt habe. Dabei sei im Sommer mit interaktiven Elementen und kreativen Formaten ein niederschwelliger Zugang zu komplexen Themen geschaffen und das Bewusstsein für Verantwortung gestärkt worden.
Glüsenkamp betonte, der Preis mache deutlich „dass das Thema Klima an vielen Stellen angepackt wird, dass Menschen tätig sind und Dinge voranbringen“. Er hob hervor, wie wichtig es sei, kreative Projekte wie das des Diözesanmuseums zu unterstützen, die künstlerische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Museumsleiterin Carola Marie Schmidt zeigte sich erfreut über die Auszeichnung und kündigte an, das Preisgeld in nachhaltige museumspädagogische Materialien zu investieren. Sie unterstrich zudem, dass das Museum bereits ein klimaschonendes Energiekonzept umgesetzt habe, um einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Die Ausstellung „Krise. Kunst. Kirche. Kontinente“ hatte zum zehnten Jahrestag der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus die globalen und spirituellen Dimensionen des Lehrschreibens aufgegriffen und in einen künstlerischen Kontext gestellt. Mit internationalen Künstlern wurden die globalen Perspektiven und Zusammenhänge aufgezeigt. Zugleich sorgte eine „Grüne Oase“ mit einer temporären Bepflanzung auf dem Domkranz für einen Ort der Begegnung und des Dialogs mit der Schöpfung. Eine Installation des Künstlers HA Schult zeigte mit lebensgroßen Altglas-Figuren die Zerbrechlichkeit der Schöpfung.
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Erzbischof Gössl gratuliert im Namen des Bistums
Alt-Erzbischof Karl Braun wird 95 Jahre alt
Der frühere Bamberger Erzbischof Karl Braun wird am Samstag, dem 13. Dezember, 95 Jahre alt. Erzbischof Herwig Gössl gratuliert dem Jubilar mit einem Glückwunschschreiben im Namen des ganzen Erzbistums. Seit seiner Emeritierung 2001 diene er der Kirche durch sein Gebet und sei ein „wacher und aufmerksamer Begleiter der aktuellen Vorgänge in Kirche und Welt“ geblieben.
„Ich danke Dir für Deine Verbundenheit und für Deine liebenswürdigen und pastoral hilfreichen Gedanken, die immer zugleich getragen sind vom Fundament einer tiefen Verwurzelung im katholischen Glauben“, fügte Gössl in seinem Brief hinzu. Mit dem Bamberger Pastoralgespräch habe Karl Braun einen wichtigen Akzent der Synodalität im Erzbistum gesetzt. „In unzähligen Impulsen und Ansprachen hast Du Dich um eine Vertiefung der inhaltlichen Gespräche und um eine Stärkung des Glaubens bemüht“, so Gössl.
Der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick würdigte seinen Vorgänger mit den Worten: „Du hast Dein ganzes Leben im Geist Jesu Christi der Kirche und den Menschen gewidmet.“ Er wünschte ihm weiter Gesundheit des Leibes und der Seele, Zufriedenheit und Wohlergehen.
Karl Braun wurde am 13. Dezember 1930 in Kempten in einer Kaufmannsfamilie geboren. Am 10. Oktober 1958 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Nach Aufgaben in der Seelsorge in Grönenbach und Murnau studierte Braun ab 1962 Kirchenrecht in Rom. Er war Konzilssekretär der Bischöfe Joseph Freundorfer und Josef Stimpfle. In seinem Heimatbistum Augsburg war er Domvikar und zweiter Sekretär von Bischof Stimpfle sowie Leiter der diözesanen Vorbereitungskommission der Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer. 1972 wurde er ins Augsburger Domkapitel berufen. Als Bistumstheologe war Karl Braun Ansprechpartner für Fragen des Glaubens und der Liturgie. Am 17. April 1984 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eichstätt. Die Bischofsweihe empfing er am 16. Juni 1984 im Eichstätter Dom.
Am 25. März 1995 ernannte Papst Johannes Paul II. Karl Braun zum Erzbischof von Bamberg. Er war damit der 74. Bischof und der zwölfte Erzbischof. Sechs Jahre lang leitete Karl Braun die Erzdiözese. In seine Amtszeit fiel das Bamberger Pastoralgespräch, in dem sich Gläubige und Hirten intensiv mit der Kirche und der Erzdiözese Bamberg vor den Herausforderungen der heutigen Zeit beschäftigten. Auch seine überdiözesanen Aufgaben in der Deutschen Bischofskonferenz versah Erzbischof Braun mit dem Blick auf die Einheit der Kirche in Deutschland und deren Einbindung in die Weltkirche.
Auch nach seinem Ruhestand, den er zurückgezogen in Bamberg-Wildensorg verbringt, hat er zahlreiche Bücher und Beiträge in Zeitschriften zu Themen des geistlichen Lebens der Priester und zur gegenwärtigen Situation der Kirche veröffentlicht.
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10.000 Euro für kinderreiche Familien in akuter Notlage und Initiativen der Caritas
Stiftung von Erzbischof em. Schick unterstützt Familien und Projekte
Mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro unterstützt die Familienstiftung Kinderreich des früheren Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick erneut Familien mit vielen Kindern sowie wichtige Projekte der Familienhilfe, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Die Mittel kommen Familien zugute, die in diesem Jahr besonders stark von finanziellen Engpässen, gesundheitlichen Belastungen, beengten Wohnverhältnissen oder sozialen Krisensituationen betroffen waren. Gleichzeitig stärkt die Stiftung Einrichtungen der Caritas, die seit Jahren wertvolle Arbeit für Kinder und Eltern in herausfordernden Lebenslagen leisten.
Die Stiftung fördert in diesem Jahr mit 3000 Euro die Kindererholung des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg. Sie ermöglicht jährlich zweiwöchige Ferienfreizeiten mit pädagogischer Begleitung und bietet insbesondere Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren aus finanziell belasteten Familien einen unbeschwerten Aufenthalt. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung mit 1000 Euro die Bildungsmaßnahme „Fit für Familie“, die Familien in schwierigen Situationen eine intensive Woche mit pädagogischer Begleitung, alltagspraktischen Themen und stabilisierenden Impulsen in der Jugendherberge Pottenstein bietet. Ebenso erhält das Projekt „Schulmaterial – Lager“ der Caritas Erlangen 1000 Euro, damit bedürftige Familien beispielsweise zum Schuljahresbeginn besser ausgestattet sind, wenn staatliche Zuschüsse nicht ausreichen.
Neben diesen drei Projekten werden auch fünf Familien mit bis zu sechs Kindern in akuten Notlagen mit insgesamt 5000 Euro gefördert. Die Bandbreite der Unterstützungsanliegen ist groß Sie reicht von notwendigen Möbeln in Haushalten, in denen Kinder keinen eigenen Schlafplatz hatten, über Winterbekleidung und Haushaltsgeräte für Familien in wirtschaftlichen Engpässen bis zu Hilfe bei Renovierungsarbeiten, um dringend benötigten Wohnraum für Kinder herzurichten. Besonders belastete Familien, darunter Alleinerziehende, Menschen nach Flucht, Familien in Trennungssituationen oder Haushalte, die durch Krankheitsphasen oder fehlende Einkommen zeitweise in Not geraten waren, erhalten gezielte Entlastung in Höhe von 400 bis 1900 Euro.
Die Stiftung sieht ihre Aufgabe vor allem darin, dort zu helfen, wo staatliche Maßnahmen nicht ausreichen und Familien mit vielen Kindern schnell und unbürokratisch Unterstützung benötigen. Die Zuwendungen erfolgen unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit, entscheidend sind der Wohnsitz im Gebiet der Erzdiözese Bamberg sowie eine besondere Bedürftigkeit. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten möchte die Stiftung dazu beitragen, dass Familien Stabilität erfahren und Kinder gute
Entwicklungs- und Bildungschancen behalten
Erzbischof Schick betonte die Bedeutung von Familien mit Kindern für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft „Gerade in Zeiten hoher Belastungen dürfen wir sie nicht allein lassen. Die Stiftung Kinderreich zeigt jedes Jahr neu, wie wichtig konkrete und verlässliche Hilfe ist. Mein Wunsch ist, dass diese Unterstützung den Familien Mut macht und ihnen zeigt, dass sie nicht vergessen sind.“
Diözesancaritasdirektor Michael Endres dankte dem Erzbischof für sein Engagement, das er auch nach seinem Amtsverzicht vor drei Jahren fortführe, und fügte hinzu „Unsere Beratungsstellen erleben täglich, wie sehr steigende Preise und soziale Unsicherheiten die Familien belasten. Besonders Haushalte mit vielen Kindern geraten schnell an ihre Grenzen.“ Die Hilfe aus der Stiftung komme genau dort an, wo sie am dringendsten gebraucht werde.
Weitere Informationen über die Arbeit der Stiftung finden sich hier.