Startschuss für einen neuen Ort der Begegnungen
„PopUpTheuerstadt“ will bis 3. August die Nachbarschaft bereichern
Im Walzertakt ist das Projekt „PopUpTheuerstadt“ mit einem Nachbarschaftsfest am Sonntag gestartet. „Es ist toll, dass unter den schönen Linden temporär ein Begegnungs- und Nachbarschaftsort entsteht“, erklärte Dritter Bürgermeister Wolfang Metzner bei der Eröffnung. Der Platz wurde bereits in den Tagen zuvor gut von Bürgerinnen und Bürgern angenommen, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Sitzmöglichkeiten statt Parkplätze laden zum Verweilen und zum Austausch ein.
Traditionelle Dorflinden fungieren schon seit Jahrzehnten als Ort der Begegnung und der Kommunikation, so nun auch der Theuerstadt-Platz unter den Linden. Dr. Simona von Eyb, die Leiterin des Zentrums Welterbe, betont das Ziel des Projekts, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und mehr Lebensqualität zu schaffen: „Welterbe lebt am besten, wenn Sie es mit Leben und Liebe füllen.“ Projektleiterin Xenia Jakubek dankte allen Unterstützern, der Anwohnerschaft und vor allem dem Bürgerverein Gangolf für die gute und enge Zusammenarbeit: „Nur dadurch war es möglich, dieses PopUp-Projekt in kurzer Zeit umzusetzen.“
Gemütliche Sitzgelegenheiten werden durch eine Tanzfläche, ein PopUp-Café, Grillmöglichkeiten und einen Sandkasten ergänzt. Zum Start wurden Bratwürste und leckere Kuchen angeboten. Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. erhofft sich, Bewusstsein für den Platz zu schaffen und eine Wertschätzung für dessen Schönheit. Dafür setzt sich der Verein mit einer Ausstellung zu „Historischen Ansichten und Denkmäler der Theuerstadt“ ein.
Der Platz erhält Aufmerksamkeit
Anwohnerinnen und Anwohner wie Andrea und Alfred Dittrich unterstützen das kommunikationsfördernde Projekt: „Die Stadt schafft hier Lebensraum, denn Bamberg will eine familienfreundliche Stadt sein und das sind die ersten Schritte dazu.“ Auch wünschen sich die beiden dauerhafte Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten im Stadtgebiet. Ute Störiko und Margit Eichfelder berichten, dass sie meist mit dem Fahrrad an dem Platz vorbeifahren, aber diesen bis jetzt nie wirklich wahrgenommen haben. Nun können Sie sich gut vorstellen, hier auch Zeit zu verbringen. Für junge Familien besteht ein besonderer Anreiz darin, dass es im Schatten viel Platz zum Spielen gibt.
Ihren Höhepunkt fand die Eröffnung mit einem Walzer. Dargeboten wurde er von Petra Friedrich und Bürgermeister Metzner, der sich gerne an die Zeit erinnert, als er selbst direkt an der Theuerstadt wohnte. Das Paar eröffnete den eigens installierten Tanzboden und lud die Bambergerinnen und Bamberger ein, hier gemeinsam eine angenehme Zeit zu verbringen. Das Projekt „PopUpTheuerstadt“ läuft noch bis zum 3. August 2025. In dieser Zeit kann der Tanzboden, falls er nicht schon vergeben ist, täglich bis 22 Uhr gebucht werden. Zur Terminabstimmung reicht eine E‑Mail an popuptheuerstadt@stadt.bamberg.de oder telefonisch unter 0951/87–1120.
Das könnte Sie auch interessieren...
Nachbarschaftliche Ideen werden gesammelt
PopUp in der Theuerstadt
Das Zentrum Welterbe Bamberg möchte in der Theuerstadt ein Experiment wagen und herausfinden, was die Nachbarschaft rund um den Platz an der Linde braucht, damit dort ein Ort für Austausch, Zusammenkommen und gelebte Gemeinschaft entstehen kann. Wie die Stadt Bamberg mitteilt, wird In der Zeit zwischen den Pfingst- und Sommerferien der Platz unter der Linde für kurze Zeit zum PopUp umgestaltet. Wo vorher Autos parkten, entsteht ein Begegnungsort.
Xenia Jakubek, Projektleiterin von PopUpUrbanSpaces am Zentrum Welterbe betont: „Das Welterbe ist nicht nur schön für Touristinnen und Touristen aus aller Welt – es ist auch ein wunderbarer Wohnort für Bambergerinnen und Bamberger.“ Damit das auch so bleibt, braucht es Orte wie die Theuerstadt. „Das Welterbe ist kein Museum, sondern ein Ort, der sich stetig weiterentwickelt – durch die Menschen, die hier leben.“
Die Theuerstadt wird zur thEUERstadt. Was genau dort entstehen wird, ist aber noch offen – und genau das ist Teil des Experiments.
Bereits beim gemeinsamen Picknick am 16. Mai wurden viele kreative Ideen gesammelt. Auch im Vorfeld hatten Vereine und Initiativen die Möglichkeit, sich mit Vorschlägen zum Ort sowie mit konkreten Projektideen einzubringen – von Kinderflohmarkt über Demokratie-Café bis hin zu Betten zum Träumen. Am 1. Juni 2025 es im Rahmen des Welterbetags erneut die Gelegenheit, eigene Ideen mitzuteilen. Beim Lindenfest von 11:00 bis 15:00 Uhr sind alle eingeladen, ihre Wünsche und Vorstellungen für den Ort einzubringen.
Für die Planung und Umsetzung hat sich das Zentrum Welterbe professionelle Unterstützung geholt: Das Urban Lab aus Nürnberg erarbeitet gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gestaltung des Platzes unter der Linde. Das Design orientiert sich dabei an den Wünschen der Menschen vor Ort – ob Tanzboden wie auf dem Maxplatz 2023, gemütliche Sitzgelegenheiten für eine gemeinsame Brotzeit oder ein Sandkasten für die Kleinsten.
Noch bis zum 1. Juni können weitere Ideen eingereicht werden. Auf der Website des Projekts finden Interessierte eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie aus einer Idee ein konkretes Projekt wird. Zudem bietet Urban Lab am morgigen Dienstag, 27. Mai, von 13:00 bis 14:00 Uhr eine Projektsprechstunde an. Hier werden Ideen besprochen, Fragen beantwortet und Unterstützung angeboten.
Das könnte Sie auch interessieren...
Kolumne
Florian Herrnleben zur Oberen Sandstraße 20
Unsere Kulturreferentin, die gefeierte, die Premiumlösung in so schwierigen Zeiten, die beste, die sie ohne Ausschreibung dank eines glücklichen Zufalls im Rathaus finden konnten, die ehemalige persönliche Pressesprecherin, vormals Redakteurin im Gute-Laune-Guten-Morgen-Juhu-Radio, hatte eine Idee: Die Obere Sandstraße 20, seit rund einem Jahr im Eigentum der Stadt Bamberg, die Bruchbude, die über Nacht nur wenige Tage vor der letzten Sandkerwa (die älteren unter uns erinnern sich an diese Festivität) in ein modisches Stützkorsett geschossen werden musste, soll nun ein Kulturhaus werden.
Nachdem sich Seilerei, Kesselhaus, Lagarde, Villa Dessauer, der Liveclub, das Staubsche Haus und wahrscheinlich noch ein paar mehr Gebäudlichkeiten und Grundstücke, von denen ich nicht mal was weiß, als vielversprechende, glänzende Zentren für Kultur erst gefeiert und früher oder später als ungeeignet oder ungewollt herauskristallisiert haben, hielt man zusätzlich noch in den letzten Jahren die sogenannte Tabakscheune wie eine Monstranz als DIE Lösung für das Marionettentheater in den Himmel. Das Staubsche Haus, seit vielen Jahrzehnten Herberge des ehemals Loos’schen Theaters, muss renoviert werden und steht anschließend aus irgendwelchen Stiftungsgründen nicht mehr zur Verfügung. – Am Michelsberg und bei der Musikschule fand man für solche Probleme übrigens Lösungen, weil man wollte. – Egal! Es schien halt nun aufs Tabakhaus rauszulaufen und eventuell hatte man sogar vieles richtig gemacht:
Der städtische Bebauungsplan 105D sieht nämlich eine verpflichtende Sanierung der Tabakscheune für den Grundstückserwerber vor. Der Grundstücksdeal dazu ging vor einigen Jahren über die Bühne, die Tabakscheune bröckelt bis heute vor sich hin und hat inzwischen – so munkelt man – hohe sechsstellige Planungskosten bei der Stadt und ihren Stiftungen verbrannt (was für ein lustiges Wortspiel in Verbindung mit Tabakscheune). Kindergarten: Gescheitert. Arztpraxis: Gescheitert. Marionettentheater, so erfuhr der gemeine Bamberger gestern aus der Pressemitteilung, irgendwie auch gescheitert. Oder nicht. Oder was auch immer. Man beziehungsweise die Kulturreferentin fasst nun jedenfalls plötzlich die OS20 als was für eine tolle Idee ins Auge. – Muss man nicht ein paar Fragen stellen, wie zum Beispiel ob ein Marionettentheater bei einer Raumhöhe von 2,20m realisierbar ist?
Eigentlich nicht! Lassen wir es einfach. Es nervt.
Es geht hier schlicht und ergreifend wieder mal nur darum, eine tolle Idee zu einer Idee zu einer Idee zu einer Planung zu einem Konzept zu einer Idee zu präsentieren, die man mit zwei, drei typischen Jubelpressemitteilungen aus dem dafür extra geschaffenen Amt feiern kann, um Zeit zu gewinnen, um im Nachgang (3, 4 Jahre) zu bedauern, dass es leider nicht geklappt hat, weil es nicht finanzierbar war. Es sind – zusammengefasst – wieder einmal nur propagandistische Zieldefinitionen wie wir sie seit Jahren aus dieser Stadtverwaltung kennen.
„Herrnleben, übertreib nicht!“ – Muss ich gar nicht: Seilerei, Kesselhaus, Lagarde, Villa Dessauer, der Liveclub, das Staubsche Haus, die Tabakscheune, House of Music, … – Die OS20 wird sich einreihen, weil der Beweis bereits erbracht wurde. Die Stadt will nicht.
Aber die Kulturreferentin hatte halt nun mal eine Idee, für deren Scheitern sie am Ende nix kann. Sie hatte ja nur die Idee. Wie sagte ein stadtbekannter Kolumnist kürzlich: „Niemand wird der freien Kulturwelt dieser Stadt so schön vorschwurbeln können, wie sie den Bach runter geht, wie eine ehemalige Pressesprecherin.” – Aber ja! Juhu! Sie hat eine aktuelle Raumnot auf ein leerstehendes Gebäude gelegt. Wie so auf einem Puzzlebrett mit fünf Formen für Zweijährige. Leider den Kreis aufs Quadrat. – Aber man fängt ja klein an. – Schademarmelade.
Ich hab übrigens auch tolle Ideen: Eine Brauerei mit moderner Filteranlage am Abfluss eines Klowagens und eine Stadt ohne Propagandaamt.
Das könnte Sie auch interessieren...
Offene Werkstatt Bamberg
Ein Ort des Handwerks und des Wissens
Auf dem Gelände der Warner-Barracks in der Weißenburgstraße entsteht derzeit die Offene Werkstatt Bamberg. Der gemeinnützige Verein stellt Raum, Werkzeug und Anleitung für die Umsetzung handwerklicher Ideen und Pläne zur Verfügung.
Unabhängig von handwerklichen Fähigkeiten können alle Interessierten das Angebot in Anspruch nehmen, gestalterisch tätig sein und sich mit anderen Handwerkerinnen und Handwerkern austauschen. Auf den etwa 150 Quadratmetern der Offenen Werkstatt sind mehrere Arbeitsplätze verteilt – was an Werkzeug, Werkstoff oder Maschinerie noch nicht vorhanden ist, soll noch angeschafft werden.
Katharina Breinbauer ist Vorstandsmitglied und Kassenwärtin des 25-köpfigen Organisationsteams der Offenen Werkstatt. Wir haben mit ihr gesprochen.
Frau Breinbauer, wie wirkt sich die Pandemie auf die Planungen der Offenen Werkstatt aus?
Katharina Breinbauer: Wir hatten eigentlich geplant, schon im zurückliegenden November zu öffnen. Aber als sich die zweite Corona-Welle und der zweite Lockdown abzeichneten, mussten wir diesen Termin verschieben. Wir überlegen noch, ob wir den Februar anpeilen können. Aber solange die gesellschaftlichen Beschränkungen noch laufen, wäre es absolut unsinnig, die Werkstatt zu öffnen. Bis dahin läuft alles eben ein bisschen langsamer, aber ganz untätig sind wir nicht. Neben Renovierungsarbeiten und Online-Besprechungen haben wir beispielsweise im Dezember eine Adentswerkstatt veranstaltet, kleine Bastelarbeiten wie ein Wikinger-Schach hergestellt und in verschiedenen Läden in der Stadt zum Mitnehmen ausgelegt. Auf unserer Homepage haben wir gleichzeitig die Anleitung hochgeladen, wie man sich ähnliche Sachen selbst nachbauen kann. Das hatte den Sinn, zumindest ein bisschen Workshop- und Bastelfeeling zu verbreiten.
Wodurch unterscheidet sich die Offene Werkstatt Bamberg vom heimischen Hobbykeller?
Katharina Breinbauer: Wir versuchen, einen Raum zu schaffen, in dem Leuten, die gerne handwerklich arbeiten und selber gestalten, handwerkliche Ausrüstung und Infrastruktur bereitgestellt wird, um auf einem Niveau arbeiten zu können, das das Niveau von Hobbyräumen und dergleichen übersteigt. Auch gibt es Workshops und regelmäßige Maschineneinweisungen, um Fähigkeiten zu vertiefen. Auch die Größe des Raumes erlaubt Sachen, die man zuhause nicht machen kann.
Wie finanzieren Sie sich?
Katharina Breinbauer: Momentan finanzieren wir uns noch über Fördermittel und Mitgliedsbeiträge. Später, wenn wir einen laufenden Betrieb haben, wird es auch Nutzungsgebühren geben.
Die Offene Werkstatt befindet sich in den Warner-Barracks in der Weißenburgstraße. Wie sind Sie zu diesem Standort gekommen?
Katharina Breinbauer: Der neu gegründete Verein machbar bamberg e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Räume für die soziale und kulturelle Belebung Bambergs zu finden. Durch machbar e.V. ist unser grober Zusammenschluss Interessierter zu den Räumlichkeiten auf der ehemaligen Lagarde Kaserne gekommen. Die Räume werden uns von der Stadtbau GmbH zur Zwischennutzung vermietet. Wir hoffen natürlich, möglichst lange an diesem Standort bleiben zu können, auch weil das Herrichten der Räume sehr viel ehrenamtliche Zeit und Arbeitsleistung in Anspruch genommen hat. Aus dem losen Zusammenschluss von Leuten ist inzwischen ein Verein mit 25 aktiven Mitgliedern geworden, der wöchentlich wächst!
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Ihre Ausrüstung und Räumlichkeiten in Anspruch nehmen zu dürfen?
Katharina Breinbauer: Wir glauben es den Leuten, wenn sie uns ihre handwerklichen Fähigkeiten beschreiben, aber alle müssen, bevor sie unser Angebot, das heißt in diesem Fall, bevor sie gewisse Maschinen nutzen können, an einer Einweisung teilnehmen – auch damit wir versicherungsrechtlich abgesichert sind. Dann bekommt man einen Schein, der erlaubt, beim nächsten Mal schon selbstständiger zu arbeiten. Sonst haben wir eigentlich kaum Anforderungen und wir setzen keine handwerklichen Fähigkeiten voraus. Wir möchten ein möglichst breites Publikum ansprechen, mit verschiedenem Professionalisierungsgrad.
Inwieweit ist die Offene Werkstatt demenstprechend auch ein Ort des Austauschs von Wissen?
Katharina Breinbauer: Darin besteht die Essenz und das Ziel einer offenen Werkstatt. Wir werden immer wieder Workshops anbieten, als niedrigschwelliges Angebot, um Leute zu uns zu locken und ihnen handwerkliche Fähigkeiten zu geben oder zu vertiefen. Auf der anderen Seite bemühen sich auch die Teammitglieder um Austausch mit Handwerksarten, die ihnen noch unbekannt sind. So befindet sich im Stockwerk über uns die Kulturinitiative „Kosmos Ost“, ein Ort zur Vernetzung zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden und Vereinen. Zu einigen Kulturschaffenden besteht bereits ein enger Kontakt und Workshop-Angebote werden geplant.
Ein Beispiel zum Schluss: Wenn sich eine Person an Sie wendet und sagt, keine handwerkliche Fähigkeiten und kein Werkzeug, aber den Wunsch, sich einen Tisch zu bauen zu haben – würde und könnte die Offene Werkstatt diese Person aufnehmen und begleiten, bis der Tisch fertig ist?
Katharina Breinbauer: Ja, das ist möglich. Es hängt zwar ein bisschen davon ab, wie gerade unsere personellen Ressourcen aussehen, aber grundsätzlich bieten wir gerne unsere Unterstützung an.
Offene Werkstatt Bamberg
Warner-Barracks 7107
Weißenburgstraße 10
96052 Bamberg