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Amateursport

Fuß­ball-Sai­son 2019/​/​20

BFV streicht Ligapokal-Wettbewerb

Nach­dem Mann­schafts­trai­ning mit Kon­takt und auch Fuß­ball­spie­le jed­we­der Art in Bay­ern auch wei­ter­hin strikt unter­sagt blei­ben, wird der Liga­po­kal-Wett­be­werb des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV) für die lau­fen­de Sai­son gestrichen.

Das baye­ri­sche Kabi­nett hat in sei­ner Sit­zung vom 7. April beschlos­sen, die ursprüng­lich ab dem 12. April 2021 geplan­ten wei­te­ren Öff­nungs­schrit­te in den Berei­chen Kul­tur, Gas­tro­no­mie und Sport um wei­te­re zwei Wochen bis min­des­tens zum 26. April 2021 auszusetzen.

Damit steht gemäß des vom BFV-Vor­stand ver­ab­schie­de­ten Vier-Punk­te-Plans de fac­to auch fest, dass die Durch­füh­rung des Liga­po­kal-Wett­be­werbs nicht mehr mög­lich ist. Ent­spre­chend wird die­ser auf Kreis‑, Bezirks- und Ver­bands­ebe­ne als Zusatz­wett­be­werb gestri­chen. Den ent­spre­chen­den for­mel­len Beschluss wird der Vor­stand in sei­ner Sit­zung am 14. April 2021 fassen.

Die­se Rege­lung gilt bekannt­lich nicht für die Regio­nal­li­ga Bay­ern, für deren Liga­po­kal-Wett­be­werb vom Ver­bands­vor­stand im Dia­log mit den betei­lig­ten Ver­ei­nen noch eine geson­der­te Ent­schei­dung zu tref­fen ist. Der Vor­stand des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV) hat­te Ende März einen Vier-Punk­te-Plan für den Umgang mit der wei­ter wegen der Coro­na-Pan­de­mie und den damit ein­her­ge­hen­den staat­li­chen Ver­fü­gungs­la­gen unter­bro­che­nen Spiel­zeit 2019/​/​21 im Her­ren-Bereich, die ursprüng­lich bis zum 30. Juni 2021 been­det wer­den soll­te, ver­ab­schie­det. Die­ser sah unter ande­rem vor, dass der Liga­po­kal-Wett­be­werb nicht fort­ge­führt wer­den kann, soll­te ab dem 19. April 2021 kein flä­chen­de­cken­der Trai­nings­be­trieb mit Kon­takt in Bay­ern mög­lich sein.


Neben der jet­zi­gen Strei­chung des Liga­po­kal-Wett­be­werbs beinhal­tet der vom BFV-Vor­stand ver­ab­schie­de­te Plan fol­gen­de wei­te­re drei Punkte:

  1. Um noch mög­lichst vie­le oder alle der aus­ste­hen­den Spie­le der Punkt-Run­den zu Ende zu brin­gen, braucht es einen nahe­zu unein­ge­schränk­ten Trai­nings­be­trieb ab spä­tes­tens 3. Mai 2021. Soll­te dies nicht der Fall sein, muss über einen Abbruch der Ver­bands­spiel­run­den ent­schie­den wer­den. Hier­zu wer­den alle Ver­ei­ne vor der Ent­schei­dung des Ver­bands­vor­stands durch Ein­ho­lung eines Mei­nungs­bilds mit ein­be­zo­gen. Für den Fall des Abbruchs einer Sai­son sehen die Bestim­mun­gen der Spiel­ord­nung (§ 93 SpO) eine Wer­tung für Auf- und Abstieg nach der Quo­ti­en­ten-Rege­lung unter Weg­fall der Rele­ga­ti­ons­spie­le vor.

  1. Der Ver­bands­vor­stand hält einen Spiel­be­trieb unter der Vor­aus­set­zung, dass jeweils ein nega­ti­ver Coro­na-Test vor­zu­wei­sen ist, in der Flä­che für nicht durch­führ­bar und unter den aktu­el­len staat­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen nicht realisierbar.

  1. Der Toto-Pokal-Wett­be­werb soll im Aus­tra­gungs­mo­dus noch nicht ver­än­dert wer­den. Bezüg­lich der mög­li­chen Fort­füh­rung des Toto-Pokal-Wett­be­werbs bezie­hungs­wei­se der Ermitt­lung des Teil­neh­mers an der 1. DFB-Pokal-Haupt­run­de wird ein sepa­ra­ter Vor­schlag im Dia­log mit den noch im Wett­be­werb befind­li­chen Ver­ei­nen durch den Ver­bands­vor­stand erarbeitet.

Für Frau­en, Junio­rin­nen und Junio­ren gel­ten die Punk­te 1 und 2 ana­log. Beim Ver­bands­po­kal-Wett­be­werb der Frau­en und der Junio­rin­nen sowie Junio­ren wer­den indi­vi­du­el­le Lösun­gen noch erarbeitet.

Fuß­ball-Sai­son 2019/​/​20

BFV-Vor­stand ver­ab­schie­det Vier-Punkte-Plan

Der Vor­stand des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV) hat in einer Video­kon­fe­renz einen Vier-Punk­te-Plan für den Umgang mit der wei­ter wegen der Coro­na-Pan­de­mie und den damit ein­her­ge­hen­den staat­li­chen Ver­fü­gungs­la­gen unter­bro­che­nen Spiel­zeit 2019/​/​20 im Män­ner-Bereich, die ursprüng­lich bis zum 30. Juni 2021 been­det wer­den soll­te, verabschiedet.

Die Ent­täu­schung ist auch mit etwas Abstand noch unüber­hör­bar, wenn Rai­ner Koch, Prä­si­dent des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV), die jüngs­ten Ergeb­nis­se der Bund-Län­der-Kon­fe­renz für den Basis-Fuß­ball im Frei­staat ein­ord­net: „Die Beschlüs­se sind im Wesent­li­chen von Ver­bo­ten gekenn­zeich­net. Wir alle hät­ten uns viel­mehr Lösun­gen gewünscht, wie wir unser Leben mit Sorg­falt in die­sen zwei­fels­frei schwie­ri­gen Zei­ten der Pan­de­mie gestal­ten kön­nen – und zu die­sem Leben gehört der Sport und damit der Ama­teur­fuß­ball. Wir haben die­se Lösun­gen übri­gens nicht erst seit ges­tern. Sie lie­gen auf dem Tisch und sind erprobt.“


„Bes­ser als wil­de Par­tys in den Parks“

Dabei sei die Bot­schaft, dass gera­de die Mäd­chen und Jun­gen, Frau­en und Män­ner in unse­ren Ver­ei­nen mit den längst eta­blier­ten Hygie­nekon­zep­ten fixer Teil der Lösung sind, nach über einem Jahr in der Kri­se noch nicht bei allen ange­kom­men: „Sport im Ver­ein mit gewis­sen­haf­ter Kon­takt­nach­ver­fol­gung ist bes­ser als wil­de Par­tys in den Parks. Da gibt es kei­ne zwei Mei­nun­gen! Alle bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass das akti­ve Fuß­ball­spie­len unter frei­em Him­mel kein Pan­de­mie­trei­ber ist und die Anste­ckungs­ge­fahr auf dem Spiel­feld mini­mal ist. Spe­zi­ell für Kin­der und Jugend­li­che tra­gen regel­mä­ßi­ge Bewe­gungs­an­ge­bo­te im geschütz­ten Ver­eins­um­feld zur kör­per­li­chen und see­li­schen Gesund­heit bei“, unter­streicht Koch die immense Bedeutung.

Wäh­rend der Sport bei den Bund-Län­der-Beschlüs­sen über­haupt nicht the­ma­ti­siert wor­den war, hält immer­hin die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung Locke­run­gen bereits nach den Oster­fe­ri­en für mög­lich. „Es ist ein klei­ner Licht­blick, ver­bun­den mit der gro­ßen Hoff­nung, dass es nicht bei einer Absichts­er­klä­rung bleibt und die drin­gend nöti­gen Haus­auf­ga­ben nun end­lich prag­ma­tisch erle­digt wer­den“, sagt BFV-Schatz­meis­ter Jür­gen Fal­ten­ba­cher, der im Prä­si­di­um für den Spiel­be­trieb in Bay­ern ver­ant­wort­lich ist. Im Beschluss der Staats­re­gie­rung vom 23. März 2021 heißt es für die Zeit ab dem 13. April 2021: „Nach dem Ende der Oster­fe­ri­en wer­den abhän­gig von den Inzi­den­zen wei­te­re Öff­nungs­schrit­te in den Berei­chen Außen­gas­tro­no­mie, Kul­tur und Sport erfol­gen.“ Dem­nach kön­ne Kon­takt­sport und damit Fuß­ball unter frei­em Him­mel bei loka­len 7‑Ta­ges-Inzi­den­zen unter 50 wie­der gespielt wer­den, in Gebie­ten mit Wer­ten zwi­schen 50 und 100 sei „Kon­takt­sport im Außen­be­reich mit aktu­el­lem (24 Stun­den) COVID-19 Schnell- oder Selbst­test“ möglich.

Mit flä­chen­de­cken­den und regel­mä­ßi­gen Tests, aber auch mit der Immu­ni­sie­rung der Bevöl­ke­rung, die end­lich in die Gän­ge kom­men müs­sen, sehen die Ver­ant­wort­li­chen des BFV auch wei­ter­hin berech­tig­te Chan­cen, die aktu­ell noch immer unter­bro­che­ne Spiel­zeit 201920 im baye­ri­schen Ama­teur­fuß­ball bis zum 30. Juni 2021 zu einem guten Ende zu brin­gen: „Die Zeit ab dem 13. April 2021 könn­te ein weg­wei­sen­des Datum für Kul­tur, Gas­tro­no­mie sowie den Brei­ten­sport und damit für unse­re gan­ze Gesell­schaft sein. Bis dahin sind drei Wochen Zeit, um die Haus­auf­ga­ben zu erle­di­gen. Unse­re Ver­ei­ne und wir als Ver­band ste­hen mit erprob­ten Hygie­nekon­zep­ten und unse­rer Bereit­schaft, Kon­takt­ver­fol­gung und wei­te­re not­wen­di­ge Auf­la­gen zu gewähr­leis­ten, bereit. Wir bekom­men den Trai­nings- und Spiel­be­trieb ver­ant­wor­tungs­voll gere­gelt. Es wird Zeit, dass wir im Ama­teur­sport von einer Ver­bots­kul­tur zu einer gemein­sam erar­bei­te­ten Öff­nung der Plät­ze kom­men. Jeder muss hier sei­nen Bei­trag leis­ten: Die Poli­tik muss das Imp­fen und Tes­ten orga­ni­sie­ren, die Ver­bän­de Kon­zep­te erar­bei­ten und an die Basis kom­mu­ni­zie­ren, die Ver­ei­ne vor Ort die Maß­nah­men ver­ant­wor­tungs­voll umset­zen. So wür­den wir es trotz die­ser schwie­ri­gen Zeit schaf­fen, den gemein­nüt­zi­gen Ver­eins­sport in Bay­ern und das wich­ti­ge sozia­le und sport­li­che Mit­ein­an­der für die Kin­der zu erhal­ten“, unter­streicht BFV-Geschäfts­füh­rer Jür­gen Igelspacher.


Vier-Punkt-Plan

Die wei­te­re Pla­nung der Sai­son und der Pokal­wett­be­wer­be ver­läuft nach fol­gen­den Punkten.

  1. Soll­te ab dem 19. April 2021 kein flä­chen­de­cken­der Trai­nings­be­trieb mit Kon­takt in Bay­ern mög­lich sein, ist die Durch­füh­rung des Liga­po­kal-Wett­be­werbs nicht mehr mög­lich. Ent­spre­chend wird die­ser auf Kreis‑, Bezirks- und Ver­bands­ebe­ne als Zusatz­wett­be­werb gestri­chen. Die­se Rege­lung gilt nicht für die Regio­nal­li­ga Bay­ern, für deren Liga­po­kal-Wett­be­werb vom Ver­bands­vor­stand im Dia­log mit den betref­fen­den Ver­ei­nen noch eine geson­der­te Ent­schei­dung zu tref­fen ist.

  1. Um noch mög­lichst vie­le oder alle der aus­ste­hen­den Spie­le der Punkt-Run­den zu Ende zu brin­gen, braucht es einen nahe­zu unein­ge­schränk­ten Trai­nings­be­trieb ab spä­tes­tens 3. Mai 2021. Soll­te dies nicht der Fall sein, muss über einen Abbruch der Ver­bands­spiel­run­den ent­schie­den wer­den. Hier­zu wer­den alle Ver­ei­ne vor der Ent­schei­dung des Ver­bands­vor­stands durch Ein­ho­lung eines Mei­nungs­bilds mit ein­be­zo­gen. Für den Fall des Abbruchs einer Sai­son sehen die Bestim­mun­gen der Spiel­ord­nung (§ 93 SpO) eine Wer­tung für Auf- und Abstieg nach der Quo­ti­en­ten-Rege­lung unter Weg­fall der Rele­ga­ti­ons­spie­le vor.

  1. Der Ver­bands­vor­stand hält einen Spiel­be­trieb unter der Vor­aus­set­zung, dass jeweils ein nega­ti­ver Coro­na-Test vor­zu­wei­sen ist, in der Flä­che für nicht durch­führ­bar und unter den aktu­el­len staat­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen nicht realisierbar.

  1. Der Toto-Pokal-Wett­be­werb soll im Aus­tra­gungs­mo­dus noch nicht ver­än­dert wer­den. Bezüg­lich der mög­li­chen Fort­füh­rung des Toto-Pokal-Wett­be­werbs bzw. der Ermitt­lung des Teil­neh­mers an der 1. DFB-Pokal-Haupt­run­de wird ein sepa­ra­ter Vor­schlag im Dia­log mit den noch im Wett­be­werb befind­li­chen Ver­ei­nen durch den Ver­bands­vor­stand erarbeitet.


Für die Frau­en, Junio­rin­nen und Junio­ren gel­ten die Punk­te 2 und 3 ana­log. Beim Ver­bands­po­kal-Wett­be­werb der Frau­en und der Junio­rin­nen sowie Junio­ren wer­den indi­vi­du­el­le Lösun­gen noch erarbeitet.

Toto-Pokal-Kra­cher im Livestream

BFV über­trägt Toto-Pokal-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel zwi­schen Türk­gücü Mün­chen und der SpVgg Unterhaching

Der Baye­ri­sche Fuß­ball-Ver­band (BFV) wird das Toto-Pokal-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel zwi­schen Türk­gücü Mün­chen und der SpVgg Unter­ha­ching am kom­men­den Mitt­woch, 24. März, um 19 Uhr aus dem Sta­di­on an der Grün­wal­der Stra­ße live bei Face­book und erst­mals auch auf sei­nem You­tube-Kanal übertragen.

Damit wer­den alle drei Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­le der baye­ri­schen Dritt­li­gis­ten zur Teil­nah­me am Vier­tel­fi­na­le live zu sehen sein. Das Baye­ri­sche Fern­se­hen über­trägt am Sams­tag, 27. März, ab 14 Uhr die Begeg­nung zwi­schen dem TSV 1860 Mün­chen und dem FC Ingol­stadt 04. Das Duell der bei­den Sie­ger um den zu ver­ge­be­nen Toto-Pokal-Vier­tel­fi­nal­platz zeigt SPORT1 am Diens­tag, 30. März, ab 20.30 Uhr eben­falls live im Free-TV. Heim­recht genießt in die­sem ent­schei­den­den Match der Gewin­ner aus der Begeg­nung zwi­schen den Münch­ner Löwen und dem FC Ingol­stadt 04.


Live-Pre­mie­re für den BFV auf Youtube

Der BFV wird die Par­tie zwi­schen Türk­gücü und Haching wie gewohnt live auf sei­ner Face­book-Sei­te (https://www.facebook.com/bfvonline) strea­men und par­al­lel erst­mals auch ein Spiel auf sei­nem You­tube-Kanal (https://www.youtube.com/c/BayerischerFußballVerbandeV) zei­gen. „Das ist eine rich­tig run­de Sache, dass wir alle drei Par­tien den Fans, die ja wei­ter­hin nicht in die Sta­di­en kön­nen, live zei­gen wer­den“, sagt BFV-Schatz­meis­ter Jür­gen Fal­ten­ba­cher. „Mit der erst­ma­li­gen Live­über­tra­gung auf You­tube fährt auch der BFV im Hin­blick auf noch grö­ße­re Reich­wei­ten ganz bewusst mehr­glei­sig. Ohne jetzt schon zu viel ver­ra­ten zu wol­len, ist das auch ein Vor­ge­schmack auf die Bericht­erstat­tung, die wir ab der Sai­son 2021/​/​22 in der Regio­nal­li­ga Bay­ern auf neue Füße stel­len wer­den“, sagt Ver­bands­spiel­lei­ter Josef Janker.

Zum Hin­ter­grund 

Im ver­gan­ge­nen Jahr war der pan­de­mie­be­dingt modi­fi­zier­te Toto-Pokal-Wett­be­werb mit der ers­ten Haupt­run­de gestar­tet – aller­dings ohne die Teams der Regio­nal­li­ga Bay­ern sowie die Klubs aus der 3. Liga mit Titel­ver­tei­di­ger TSV 1860 Mün­chen, dem FC Ingol­stadt 04, der SpVgg Unter­ha­ching und Türk­gücü Mün­chen. Wäh­rend sich vier Teams aus dem eige­nen Liga­po­kal-Wett­be­werb der Regio­nal­li­ga Bay­ern für das Vier­tel­fi­na­le qua­li­fi­zie­ren, ermit­teln die Dritt­li­gis­ten in zwei Run­den unter sich einen Vier­tel­fi­na­lis­ten aus dem Pro­fi-Lager. Kom­plet­tiert wird das Toto-Pokal-Vier­tel­fi­na­le schließ­lich von drei der zwölf Klubs, die den Sprung in die zwei­te Haupt­run­de geschafft hatten.

Der Toto-Pokal-Wett­be­werb wird bereits seit 1998 in Bay­ern aus­ge­spielt. Dabei geht es nicht nur um Pres­ti­ge und einen gro­ßen Pokal, son­dern auch um einen Start­platz in der lukra­ti­ven 1. Haupt­run­de des DFB-Pokal-Wett­be­werbs – inklu­si­ve der garan­tier­ten Prä­mie in Höhe von rund 130.000 Euro aus den Ver­mark­tungs­er­lö­sen. 2020 hat­te sich der TSV 1860 Mün­chen im End­spiel gegen Zweit­li­ga-Auf­stei­ger und Titel­ver­tei­di­ger FC Würz­bur­ger Kickers mit 5:2 nach Elf­me­ter­schie­ßen durch­ge­setzt und sich erst­mals den Titel im baye­ri­schen Toto-Pokal-Wett­be­werb gesichert.

Toto-Pokal

Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de der Dritt­li­gis­ten ausgelost

Titel­ver­tei­di­ger TSV 1860 Mün­chen emp­fängt in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de der Dritt­li­gis­ten zur Teil­nah­me am Vier­tel­fi­na­le im baye­ri­schen Toto-Pokal­wett­be­werb den FC Ingol­stadt 04. Im zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons-Match bekommt es Türk­gücü Mün­chen daheim mit der SpVgg Unter­ha­ching zu tun. Die bei­den Sie­ger die­ser Par­tien spie­len um das Ticket für die Run­de der letz­ten Acht. Das hat die Aus­lo­sung im Münch­ner Haus des Fuß­balls erge­ben. Die Lose hat­te Xaver Faul von Lot­to Bay­ern gezogen.

„Ange­sichts die­ser vier Klubs in der Los­trom­mel war klar, dass es attrak­ti­ve Paa­run­gen wer­den. Die Spie­le ver­spre­chen Span­nung. Gera­de das Match der Sech­zi­ger gegen Ingol­stadt ist ein ech­tes High­light, da genügt der Blick auf die aktu­el­le Dritt­li­ga-Tabel­le“, sag­te Xaver Faul. Wie bereits in den ver­gan­ge­nen bei­den Spiel­zei­ten unter­stützt Lot­to Bay­ern auch in der Toto-Pokal­sai­son 2020/​/​21 die BFV-Sozi­al­stif­tung mit zehn Euro pro erziel­tem Tref­fer im Pokal-Wett­be­werb. „Das gilt natür­lich auch jetzt, wenn die vier Dritt­li­gis­ten den Vier­tel­fi­nal-Teil­neh­mer unter­ein­an­der aus­spie­len“, beton­te Faul, der per Los auch den Gast­ge­ber des ent­schei­den­den Duells der bei­den Gewin­ner aus der ers­ten Run­de gezo­gen hat. Hier genießt der Sie­ger aus der Par­tie zwi­schen 1860 und den Schan­zern Heimrecht.

Ursprüng­lich waren die bei­den Erst­run­den­be­geg­nun­gen für den 23. und 24. März 2021 geplant, die Sie­ger wären laut Rah­men­ter­min­plan am Sams­tag, 27. März 2021, auf­ein­an­der­ge­trof­fen. „Die fina­len ter­min­li­chen Anset­zun­gen wer­den wir zeit­nah nach Gesprä­chen mit den Klubs und den TV-Sen­dern vor­neh­men“, sag­te Ver­bands­spiel­lei­ter Josef Jan­ker, der für die Zie­hungs­auf­sicht ver­ant­wort­lich war.

Zum Hin­ter­grund 

Im ver­gan­ge­nen Jahr war der pan­de­mie­be­dingt modi­fi­zier­te Toto-Pokal-Wett­be­werb mit der ers­ten Haupt­run­de gestar­tet – aller­dings ohne die Teams der Regio­nal­li­ga Bay­ern sowie den Klubs aus der 3. Liga mit Titel­ver­tei­di­ger TSV 1860 Mün­chen, dem FC Ingol­stadt 04, der SpVgg Unter­ha­ching und Türk­gücü Mün­chen. Wäh­rend sich vier Teams aus dem eige­nen Liga­po­kal-Wett­be­werb der Regio­nal­li­ga Bay­ern für das Vier­tel­fi­na­le qua­li­fi­zie­ren, ermit­teln die Dritt­li­gis­ten in zwei Run­den unter sich einen Vier­tel­fi­na­lis­ten aus dem Pro­fi-Lager. Kom­plet­tiert wird das Toto-Pokal-Vier­tel­fi­na­le schließ­lich von drei der zwölf Klubs, die den Sprung in die zwei­te Haupt­run­de geschafft hatten.

Der Toto-Pokal-Wett­be­werb wird bereits seit 1998 in Bay­ern aus­ge­spielt. Dabei geht es nicht nur um Pres­ti­ge und einen gro­ßen Pokal, son­dern auch um einen Start­platz in der lukra­ti­ven 1. Haupt­run­de des DFB-Pokal-Wett­be­werbs – inklu­si­ve der garan­tier­ten Prä­mie in Höhe von rund 130.000 Euro aus den Ver­mark­tungs­er­lö­sen. 2020 hat­te sich der TSV 1860 Mün­chen im End­spiel gegen Zweit­li­ga-Auf­stei­ger und Titel­ver­tei­di­ger FC Würz­bur­ger Kickers mit 5:2 nach Elf­me­ter­schie­ßen durch­ge­setzt und sich erst­mals den Titel im baye­ri­schen Toto-Pokal-Wett­be­werb gesichert.

DFB plä­diert für Locke­run­gen im Amateursport

Offe­ner Brief von Kel­ler und Dr. Koch: „Kin­der zurück auf den Platz“

Der Lock­down im Ama­teur­be­reich bleibt wei­ter­hin bestehen, Locke­run­gen sind nicht abseh­bar. Der Prä­si­dent des Deut­schen Fuß­ball­bun­des (DFB), Fritz Kel­ler, und der 1. DFB-Vize­prä­si­dent, Dr. Rai­ner Koch, gleich­zei­tig Prä­si­dent des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des, wen­den sich in einem gemein­sa­men Offe­nen Brief an die knapp 24.500 Fuß­ball­ver­ei­ne und die im Ama­teur­be­reich Täti­gen in Deutsch­land, neh­men Stel­lung zur aktu­el­len Situa­ti­on im Brei­ten­sport und set­zen sich für Locke­run­gen ein.

Der offe­ne Brief im Wortlaut

Lie­be Fußballfamilie,

nur zu ger­ne hät­ten wir Euch heu­te zuge­ru­fen: Macht die Sport­plät­ze wie­der auf, knipst das Flut­licht an und geht end­lich wie­der raus, geht kicken. Unter Beach­tung aller Vor­sichts­maß­nah­men und Hygie­nekon­zep­te. So, wie wir es im ver­gan­ge­nen Som­mer bereits mit gro­ßer Sorg­falt getan haben. So, wie es bereits ein­mal von Euch allen her­vor­ra­gend und mit unfass­bar viel Herz­blut umge­setzt wor­den ist. So, wie es anschlie­ßend in Mil­lio­nen von Trai­nings­ein­hei­ten und Hun­dert­tau­sen­den von Spie­len im gan­zen Land bes­tens funk­tio­niert hat.

Wir – Ver­ei­ne, DFB, Regio­nal- und Lan­des­ver­bän­de – tra­gen ver­ant­wor­tungs­voll die von Bund und Län­dern ver­län­ger­ten Ein­schrän­kun­gen zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie zuver­läs­sig mit. Doch dies darf nicht zum Dau­er­zu­stand wer­den. Wir wis­sen, was Euch in die­sen Tagen umtreibt. Wir wis­sen, dass die jetzt sin­ken­den Infek­ti­ons­zah­len Eure Unge­duld wei­ter wach­sen lässt. Uns geht es nicht anders.

Wir wün­schen uns eben­so wie alle Präsidentenkolleg*innen in den Lan­des­ver­bän­den und ande­ren Sport­ar­ten, eben­so wie Mil­lio­nen Amateursportler*innen bun­des­weit, dass der Sport als Teil der Lösung begrif­fen wird. Nicht um des Sports Wil­len, nein, im Sin­ne der Gesund­heits­för­de­rung und sozia­ler Bezie­hun­gen. Wir alle, spe­zi­ell unse­re Kin­der und Jugend­li­chen, benö­ti­gen die Mög­lich­keit zur sport­li­chen Bewe­gung, sie ist gut für Kör­per und Geist – und das nachhaltig.


„Wer über Locke­run­gen dis­ku­tiert, muss zwangs­wei­se über den Ama­teur­sport sprechen“

Die Pan­de­miela­ge bleibt kom­plex und dyna­misch. Was vor weni­gen Wochen noch sinn­voll schien, ist heu­te in Tei­len schon wie­der über­holt. Aber gera­de der Fuß­ball kann in der Kri­se Gro­ßes leis­ten, ver­läss­li­cher Part­ner sein. Er bie­tet Zusam­men­halt und Unter­stüt­zung, Gemein­schaft und Aus­tausch, Zie­le und Per­spek­ti­ven und er stärkt die Gesund­heit. Gro­ßer Wunsch ist es, dass der Brei­ten­sport vor die­sem Hin­ter­grund von allen in Deutsch­land in die­ser Wich­tig­keit begrif­fen, wahr­ge­nom­men und schluss­end­lich akzep­tiert wird.

Der Sport und sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Ver­eins­land­schaft in Deutsch­land müs­sen in allen Ent­schei­dun­gen Berück­sich­ti­gung fin­den, dür­fen nicht ver­ges­sen, nicht abge­hängt wer­den. Denn unser Land braucht den Sport – der Fuß­ball als welt­wei­te Sport­art Num­mer eins muss vor­an­ge­hen. Wer über Locke­run­gen dis­ku­tiert, muss zwangs­wei­se über den Ama­teur­sport spre­chen. Dafür wird sich der DFB wei­ter mit aller Kraft, aber auch mit Rea­li­täts­sinn für die Situa­ti­on einsetzen.

Denn: Fuß­ball ist viel mehr als die Bun­des­li­ga oder die Natio­nal­mann­schaft. Fuß­ball, das sind mehr als zwei Mil­lio­nen akti­ve Spie­le­rin­nen und Spie­ler in 145.000 Mann­schaf­ten in Deutsch­land, die der­zeit nicht zusam­men­kom­men dür­fen. Rund 0,07 Pro­zent aller Teams in Deutsch­land dür­fen aktu­ell spie­len. Weil Pro­fis dort ihrem Beruf nach­ge­hen. Weil sie damit ihren Lebens­un­ter­halt bestrei­ten und Arbeits­plät­ze in ihren Ver­ei­nen und den mit ihnen ver­bun­de­nen Fir­men und Bran­chen ret­ten. Dafür sind wir sehr dank­bar, das ist auch ein Privileg.

Der Fuß­ball ist eine Ein­heit, ein gemein­sa­mes Öko­sys­tem, in dem alle Berei­che mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Ver­schie­de­ne Inter­es­sen, unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven, kri­ti­scher Dis­kurs – all das ist nor­mal und auch wich­tig. Doch dabei müs­sen wir uns alle – Pro­fis und Ama­teu­re, Ver­ei­ne und Ver­bän­de –immer wie­der das Wich­tigs­te ver­ge­gen­wär­ti­gen: Es gibt nur einen Fuß­ball. Und gemein­sam sind wir am stärksten.

Der Pro­fi­fuß­ball erwirt­schaf­tet Gel­der, die dem Ama­teur­fuß­ball zugu­te­kom­men, auf die der Ama­teur­fuß­ball nicht ver­zich­ten kann. Umge­kehrt kom­men die Pro­fi­ver­ei­ne nicht ohne die rie­si­ge Ama­teur­ba­sis aus. Der Fuß­ball fußt auf einem star­ken Fun­da­ment, das unse­re fast 25.000 Ver­ei­ne und ihre mehr als sie­ben Mil­lio­nen Mit­glie­der bil­den. Bre­chen sie weg, bricht alles zusammen.

Wer Fuß­ball spielt, kann kämp­fen. Ohne Ein­satz gibt es kei­nen Erfolg. Des­halb wer­den wir auch die­se schwe­re Zeit über­ste­hen. Wir wis­sen, welch gra­vie­ren­de Ein­schnit­te unse­re Spieler*innen, Schiedsrichter*innen, Trainer*innen, unse­re vie­len ehren­amt­lich Enga­gier­ten hin­neh­men müs­sen. Den­noch las­sen sie den Kon­takt zuein­an­der nicht abrei­ßen und sind wei­ter­hin für­ein­an­der da. Ob durch gemein­sa­mes Online-Trai­ning, Ver­eins­tref­fen via Video­kon­fe­renz, Ein­zel­trai­ning oder auch als Ein­kaufs­hel­fer – auch die­se Sei­te haben wir gezeigt, wir haben mit vie­len Aktio­nen ange­packt, schwä­che­ren Mit­men­schen aus Risi­ko­grup­pen wie selbst­ver­ständ­lich unter die Arme gegrif­fen. Dafür möch­ten wir Ihnen und Euch allen aus­drück­lich dan­ken. Euer Enga­ge­ment ver­dient die höchs­te Wert­schät­zung, dar­auf dürft Ihr mäch­tig stolz sein!

Zusam­men mit wei­te­ren Ver­bän­den nicht nur aus dem Sport, son­dern auch aus den Berei­chen Kul­tur und Gas­tro­no­mie prü­fen wir aktu­ell tech­ni­sche Lösun­gen für die Rück­kehr von Besucher*innen. Wir arbei­ten inten­siv an ver­schie­de­nen Kon­zep­ten, unter ande­rem an einer App zur Besucher*innensteuerung und ‑nach­ver­fol­gung für unse­re Amateurvereine.

Wir möch­ten Euch auch bit­ten, bei der gera­de gestar­te­ten Umfra­ge zur aktu­el­len Situa­ti­on des Ama­teur­fuß­balls und sei­ner Spieler*innen und Ehren­amt­ler mit­zu­ma­chen. Damit wir ein mög­lichst umfas­sen­des Bild bekom­men, um die wei­te­ren Schrit­te ange­hen zu können.


„In unse­ren Ver­ei­nen wer­den nicht nur Talen­te, Pro­fis und Natio­nal­spie­ler von mor­gen aus­ge­bil­det, son­dern vor allem Menschen“

Die gesam­te Gesell­schaft, alle Bran­chen seh­nen der­zeit Locke­run­gen her­bei. Sobald die­se im Fal­le wei­ter sin­ken­der Infek­ti­ons­zah­len und anlau­fen­der Imp­fun­gen mög­lich sind, müs­sen vor allem unse­re Kin­der und Jugend­li­chen auf die Plät­ze an der fri­schen Luft zurück­keh­ren dür­fen, zunächst zum Trai­ning, spä­ter wie­der im Spiel­be­trieb. Sie lei­den der­zeit beson­ders stark unter den aktu­el­len Ein­schrän­kun­gen, und die Fol­gen des Bewe­gungs­man­gels sind noch gar nicht abseh­bar. Freun­de beim Fuß­ball tref­fen, Spaß mit­ein­an­der haben – auch das fehlt, gera­de in Zei­ten von Wech­sel- und Distanz­un­ter­richt, was für vie­le Schüler*innen ein ech­ter Stress­fak­tor ist.

So, wie wir sonst kein Spiel trotz Rück­stand in der 90. Minu­te auf­ge­ben, so geben wir kein Kind und kei­nen Jugend­li­chen ver­lo­ren. Sie sind nicht nur die Zukunft des Fuß­balls, sie sind die Zukunft unse­rer Gesell­schaft. In unse­ren Ver­ei­nen wer­den nicht nur Talen­te, Pro­fis und Natio­nal­spie­ler von mor­gen aus­ge­bil­det, son­dern vor allem Men­schen. Die Gemein­schaft im Ver­ein prägt sie ein Leben lang, ver­mit­telt ihnen Wer­te, baut Vor­ur­tei­le ab, hält sie fit und gesund und gibt ihnen eine Heimat.

Die­se Hei­mat ist der­zeit vor allem Erin­ne­rung – und Sehn­sucht. Lasst uns wei­ter zusam­men durch­hal­ten, damit wir bald wie­der zusam­men­spie­len dür­fen. Lasst uns die Hoff­nung und vor allem die Chan­cen in den Mit­tel­punkt rücken: Sobald Sport mög­lich ist, kann der Fuß­ball, kön­nen wir gemein­sam wie­der Begeis­te­rung schaf­fen und damit ein Signal des Auf­bruchs setzen.

Herz­li­che Grüße,

Fritz Kel­ler

Dr. Rai­ner Koch

Coro­na-Pan­de­mie

BFV-Prä­si­dent Rai­ner Koch zur Lage des Amateurfußballs

Der Ama­teur­fuß­ball befin­det sich wei­ter­hin im Lock­down. Was bedeu­tet das? Wie vie­le Sor­gen muss man sich um die Zukunft machen? Was den­ken und tun die Ver­bän­de? Was muss pas­sie­ren? Dr. Rai­ner Koch, Prä­si­dent des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV) und 1. DFB-Vize­prä­si­dent Ama­teu­re, bezieht im Inter­view klar Stel­lung, wie der Baye­ri­sche Fuß­ball-Ver­band mit­teilt. Er betont, wo und war­um der Brei­ten­sport stär­ker ins Bewusst­sein rücken muss. Dar­über hin­aus erklärt er, wes­halb der Ama­teur­fuß­ball trotz aller Her­aus­for­de­run­gen mit Hoff­nung und ohne Angst nach vor­ne bli­cken sollte.

Herr Koch, wie beur­tei­len Sie die aktu­el­le Situa­ti­on des Ama­teur­fuß­balls im zwei­ten Lockdown?

Rai­ner Koch: Klar ist: Der Ama­teur­sport benö­tigt eine greif­ba­re Per­spek­ti­ve, ein Signal, wann wir wie­der zurück auf die Sport­plät­ze kön­nen – Schritt für Schritt, sehr ver­ant­wor­tungs­voll, mit den Hygie­nekon­zep­ten der Ver­ei­ne, die sich schon beim Re-Start im ver­gan­ge­nen Som­mer bewährt haben. Der Ama­teur­fuß­ball und der gesam­te Brei­ten­sport sind seit Beginn der Pan­de­mie ein ver­läss­li­cher Part­ner der Poli­tik. Der Sport hat sich immer zurück­ge­nom­men und in den Dienst der Covid-19-Bekämp­fung gestellt – und das trotz der immensen Zahl an Men­schen, die Fuß­ball in ihrer Frei­zeit spie­len. Wir haben nie eine Son­der­rol­le für uns bean­sprucht, son­dern unse­re Inter­es­sen im Sin­ne der Sache hin­ten ange­stellt. Jetzt muss der Ama­teur­fuß­ball mit sei­nen akri­bisch aus­ge­ar­bei­te­ten und nach­weis­lich nahe­zu per­fekt umge­setz­ten Hygie­nekon­zep­ten drin­gend von der Poli­tik als fes­ter Teil der Lösung gese­hen wer­den, wenn wir über Locke­run­gen sprechen.


War­um?

Rai­ner Koch: Den gesam­ten Brei­ten­sport in der Dis­kus­si­on völ­lig außen vor zu las­sen, wird sonst schlim­me Fol­gen für unse­re Gesell­schaft haben, spe­zi­ell bei den Kin­dern und Jugend­li­chen, wie zuletzt auch Ralf Rang­nick deut­lich gemacht hat. Kei­ner ver­steht es, wenn Wech­sel­un­ter­richt in Schu­len statt­fin­det, am Nach­mit­tag die Kin­der unter Auf­sicht und Ein­hal­tung etwaig not­wen­di­ger Regeln aber nicht an der fri­schen Luft gemein­sam trai­nie­ren dür­fen. Der orga­ni­sier­te Ver­eins­sport bie­tet hier einen sehr wich­ti­gen Anker. Spe­zi­ell der Fuß­ball hat als Frei­luft­sport nach­ge­wie­sen, mit sei­nen Kon­zep­ten kei­ne Risi­ko­quel­le zu sein.


Wie wich­tig ist der Amateursport?

Rai­ner Koch: Sehr – und zwar sowohl unter gesell­schaft­li­chen Gesichts­punk­ten als auch im Sin­ne der all­ge­mei­nen Gesund­heits­för­de­rung. Wir wün­schen uns ein deut­lich stär­ke­res Bewusst­sein und mehr Sen­si­bi­li­tät für die Wich­tig­keit des Ama­teur­sports. Laut Stu­di­en der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO beweg­ten sich schon vor Coro­na rund 80 Pro­zent der Jun­gen und 88 Pro­zent der Mäd­chen in Deutsch­land sport­lich zu wenig. Brei­ten­sport muss also noch viel wich­ti­ger wer­den und darf nicht stief­müt­ter­lich behan­delt wer­den. Unse­re Sport­ver­ei­ne bie­ten eine her­vor­ra­gen­de Grund­la­ge, um dar­auf auf­zu­bau­en. Dies gilt es nach­hal­tig zu schüt­zen und zu fördern.


Laut eini­gen Medi­en geht die gro­ße Angst unter den Ver­ei­nen im Ama­teur­fuß­ball um.

Rai­ner Koch: Die Situa­ti­on für den Ama­teur­fuß­ball und sei­ne Ver­ei­ne ist schwie­rig und eine Ver­län­ge­rung des Lock­downs wür­de die Situa­ti­on natür­lich nicht ver­bes­sern. Es ist aber nicht ange­bracht, Unter­gangs­sze­na­ri­en an die Wand zu wer­fen und wei­te­re Ängs­te zu schü­ren. Dafür gibt es kei­ne vali­de, umfas­sen­de Fak­ten­grund­la­ge. Der DFB plant aktu­ell eine Umfra­ge unter Deutsch­lands Ama­teur­ver­ei­nen, um ein detail­lier­te­res Bild zu erhal­ten. Die Erfah­run­gen aus dem ver­gan­ge­nen Jahr waren in der Flä­che, dass wäh­rend des ers­ten Lock­downs ein erkenn­ba­rer Rück­gang an Neu­ein­trit­ten in Ver­ei­nen zu ver­zeich­nen war, wäh­rend die Zahl der Mit­glieds­aus­trit­te im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren rela­tiv sta­bil war. Nach dem Re-Start setz­te dann ein kla­rer Auf­hol­ef­fekt – auch bei der Aus­stel­lung von neu­en Spie­ler­päs­sen – ein, der durch den zwei­ten Lock­down wie­der gestoppt wurde.


Ren­nen den Ver­ei­nen die Mit­glie­der weg?

Rai­ner Koch: Wir stel­len fest, dass sich vie­le Mit­glie­der soli­da­risch zei­gen – vor allem im länd­li­chen Bereich. Signi­fi­kan­te­re Zah­len an Aus­trit­ten betref­fen nach unse­ren Beob­ach­tun­gen eher Groß­ver­ei­ne, die im All­tag bei­spiels­wei­se mit Kurs­an­ge­bo­ten arbei­ten. Kann der Kurs nicht mehr statt­fin­den, tre­ten vie­le aus, weil die grund­sätz­li­che Bin­dung der Per­son an den Ver­ein, der in die­sem Fall vor allem Dienst­leis­ter ist, gerin­ger ist. Das „klas­si­sche“ Ver­eins­mit­glied, das zum Bei­spiel zu einer Mann­schaft gehört, ist deut­lich weni­ger betroffen.


Wie fällt Ihr Blick nach vor­ne aus?

Rai­ner Koch: Wir soll­ten vor allem die Chan­cen sehen. Der ver­gan­ge­ne Som­mer hat gezeigt, dass sehr vie­le Men­schen vol­ler Begeis­te­rung auf die Sport­plät­ze zurück­ge­kehrt sind, um wie­der Fuß­ball zu spie­len, bekann­te Gesich­ter zu sehen, die ver­bin­den­de Kraft des Fuß­balls und des sozia­len Umgangs zu genie­ßen. Dank der Hygie­nekon­zep­te ist das bei­spiel­haft gelun­gen. Vie­le haben gro­ße Sehn­sucht danach, wie­der raus zu kom­men. Der Fuß­ball kann hier ein tol­les Ange­bot schaf­fen, gera­de für Kin­der und Jugend­li­che. Der orga­ni­sier­te Ver­eins­sport bie­tet dafür einen geschütz­ten Raum. Wir tun also gut dar­an, uns in die­sen har­ten Zei­ten davon lei­ten zu las­sen, wie­der Begeis­te­rung zu schaf­fen, statt uns von einer Furcht trei­ben zu las­sen, nur Scha­dens­be­gren­zung zu betrei­ben. Der Fuß­ball kann Vor­bild­funk­ti­on haben.


Inwie­fern ist der Ama­teur­fuß­ball aktu­ell finan­zi­ell in sei­ner Exis­tenz bedroht?

Rai­ner Koch: In einer Umfra­ge des BFV unter den baye­ri­schen Ver­ei­nen kam im Dezem­ber 2020 unter ande­rem her­aus, dass weni­ger Ver­ei­ne eine Bedro­hung ihrer Exis­tenz wahr­neh­men als noch im Früh­jahr 2020, als die Pan­de­mie neu war. Das wirt­schaft­li­che Pro­blem im Ama­teur­fuß­ball sind weni­ger die die feh­len­den Ein­tritts­gel­der der Spie­le. Belas­tend für die Etats ist, dass den Ver­ei­nen ihre Ver­an­stal­tun­gen wie Som­mer­fes­te oder Jugend­tur­nie­re als Ein­nah­me­quel­le feh­len. Auch Pach­ten für Ver­eins­gast­stät­ten spie­len zum Teil eine wich­ti­ge Rol­le. Wich­tig ist, dass die Ver­ei­ne per­spek­ti­visch wie­der ihre ori­gi­nä­ren Ange­bo­te machen kön­nen – näm­lich Sport zu trei­ben. Hin­sicht­lich der Finanz­hil­fen stellt sich das Bild je nach Bun­des­land unter­schied­lich dar. In Bay­ern wur­de bei­spiels­wei­se die Übungs­lei­ter­pau­scha­le ver­dop­pelt, in ande­ren Bun­des­län­dern gab es direk­te Hil­fen vom Land.


Kann der DFB finan­zi­ell helfen?

Rai­ner Koch: Finan­zi­el­le Direkt­hil­fen des DFB sind recht­lich nicht zuläs­sig. Sie wären in nach­hal­ti­ger, flä­chen­de­cken­der Form auch unrea­lis­tisch. Hypo­the­ti­sches Bei­spiel: Jeder Ver­ein wür­de 5.000 Euro erhal­ten, dann wäre das ange­sichts unse­rer knapp 24.500 Ver­ei­ne ein Gesamt­vo­lu­men von mehr als 122 Mil­lio­nen Euro – ohne lang­fris­ti­gen Effekt.


Was kön­nen der DFB und sei­ne Mit­glieds­ver­bän­de statt­des­sen tun?

Rai­ner Koch: Die Ver­bän­de müs­sen mit Pro­gram­men und Inhal­ten über­zeu­gen, gemein­sam mit den Ver­ei­nen Über­zeu­gungs­ar­beit für den Brei­ten­sport leis­ten. Der DFB hat mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus dem Ama­teur­be­reich den Mas­ter­plan Ama­teur­fuß­ball ent­wi­ckelt, der kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen bis 2024 zum Ziel hat, um gezielt die posi­ti­ven Effek­te der EURO 2024 im eige­nen Land für den Brei­ten­sport zu nut­zen. Denn wir dür­fen nicht ver­ges­sen: Pro­ble­me und essen­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen hat­te der Ama­teur­fuß­ball bereits vor Coro­na. Bei­spiels­wei­se die Fra­ge: Wie blei­ben der Fuß­ball und sei­ne Ver­ei­ne attrak­tiv für Kin­der und nicht zuletzt auch für Ehren­amt­ler? Die Pan­de­mie ist wie in vie­len ande­ren Gesell­schafts­be­rei­chen ein Brenn­glas, das Miss­stän­de deut­li­cher macht und Dring­lich­kei­ten erhöht. Das ist dem DFB und sei­nen Mit­glieds­ver­bän­den bewusst und die­se Auf­ga­be gehen wir an der Sei­te der Ver­ei­ne wei­ter an. Mit Hoff­nung statt Angst. Damit sich das rie­si­ge Poten­zi­al des Ama­teur­sports in Zukunft wie­der ent­fal­ten kann.