Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
3.000 Auszubildende dank Adventseinstellung
Gestern konnte im Bundespolizeiaus- und –fortbildungszentrum Bamberg erstmalig eine dritte Einstellung innerhalb eines Jahres für den mittleren Polizeivollzugsdienst durchgeführt werden. Damit ist das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg erstmals für etwa 3.000 Auszubildende verantwortlich.
Insgesamt reisten 173 angehende Anwärterinnen und Anwärter nach Bamberg, um ihre Ausbildung in der Bundespolizei zu beginnen. Für die Einstellung zum Jahresende haben sich vor allem junge Frauen und Männer beworben, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und Lebenserfahrung in der freien Wirtschaft gesammelt haben. In den kommenden 2,5 Jahren werden sie nun auf die besonderen Herausforderungen, die den Berufsalltag der Bundespolizei prägen, vorbereitet. Die Zahl der Auszubildenden im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg wird einen voraussichtlichen Höhepunkt mit der Einstellung im März 2022 erreichen.
Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg
Das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg ist die bundesweit größte und modernste Einrichtung dieser Art der Bundespolizei. Die fachlich der Bundespolizeiakademie in Lübeck nachgeordnete Lehreinrichtung ist das sechste Aus- und –fortbildungszentrum der Bundespolizei. Seit dem 1. September 2016 werden dort über 2.800 Polizeimeisteranwärterinnen und ‑anwärter ausgebildet. Mehr als 900 Stammkräfte ermöglichen den Ausbildungsbetrieb.
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Der Druck nimmt zu
Fachkräftemangel wird für immer mehr Unternehmen zum echten Problem
Der wachsende Fachkräftemangel ist in Oberfranken längst angekommen. Ein Blick auf die Detailergebnisse der jüngsten Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt, dass das Problem immer drängender wird, in manchen Branchen sogar mit dramatischen Folgen.
„Nur jedes fünfte Unternehmen, das derzeit offene Stellen anbietet, kann diese auch tatsächlich besetzen”, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.
Der Fachkräftemangel hat viele Gründe. So sorgt die demografische Entwicklung dafür, dass in Oberfranken immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Außerdem hat bei jungen Menschen der Wunsch nach einer akademischen Ausbildung häufig Vorrang vor einem beruflichen Bildungsweg. Auch Potenziale aus Nachbarregionen, die in den letzten Jahrzehnten als Fachkräftequelle genutzt werden konnten, etwa die neuen Bundesländer oder die Tschechische Republik, sind weitgehend ausgeschöpft, da gut ausgebildete Fachkräfte längst auch dort Arbeit finden.
Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung
In der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage stufen 61 Prozent aller befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als unternehmerisches Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ein. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als noch im Januar 2021, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie. 49 Prozent der Befragten berichten aktuell, dass sie derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen können, 12 Prozent sehen keine Probleme, 39 Prozent haben derzeit keinen Personalbedarf, suchen also auch nicht.
80 Prozent der Unternehmen mit freien Stellen können diese nicht besetzen
„Betrachtet man nur die Unternehmen, die derzeit tatsächlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt suchen, dann können unter dem Strich derzeit 80 Prozent der Unternehmen mit offenen Stellen diese längerfristig nicht besetzen. Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung”, so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann. Besonders betroffen sind das Baugewerbe, die Logistik- und die Tourismuswirtschaft. „Die Frustration der Unternehmerinnen und Unternehmer nimmt zu. Viele fühlen sich der Situation machtlos ausgeliefert, weil sie Aufträge wegen Personalmangels ablehnen müssen”, so Hohenner.
Droht ein Szenario wie in Großbritannien?
Die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den von Corona besonders betroffenen Branchen haben während der Pandemie neue Arbeitsplätze in anderen Branchen gefunden. Der Aufschwung nach der Krise verstärkt den Druck auf den Arbeitsmarkt. Die Folge sind lange Wartezeiten auf dem Bau, mehr Ruhetage oder Besucherbegrenzungen in der Gastronomie oder der Kapazitätsanpassungen in Speditionen. Selbst Betriebsaufgaben gibt es inzwischen aufgrund des Fachkräftemangels. Hohenner: „Zustände wie in Großbritannien, wo wegen fehlender Lkw-Fahrer die Versorgung zum Teil zusammengebrochen ist, können auf Dauer auch bei uns nicht mehr völlig ausgeschlossen werden.”
Unternehmen setzen auf Ausbildung
Auf die Schnelle wird sich das Strukturproblem fehlender Fachkräfte nicht lösen lassen. Die Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth setzen vor allem auf die verstärkte Ausbildung des eigenen Nachwuchses (55 Prozent) und eine Steigerung der Arbeitgeberattraktivität (49 Prozent). Für 35 Prozent könnte die Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland (35 Prozent) Teil der Lösung sein. „Hier brauchen unsere Unternehmen aber bessere Hilfestellung, um ausländische Fachkräfte zielgenau ansprechen und gewinnen zu können. Auch ist es dringend erforderlich, den bürokratischen Aufwand bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland zu reduzieren”, so Hohenner.
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Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
Zweite Vereidigung der Bundespolizei im Jahr 2021
Bereits die zweite Vereidigungszeremonie in diesem Jahr feierte die Bundespolizei gestern im Aus- und –fortbildungszentrum in Bamberg. Nachdem im Juli Dienstanfänger des Jahrganges 2020 vereidigt wurden, standen nunmehr 645 junge Frauen und Männer im Mittelpunkt, welche ihre Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst im März und September 2021 begonnen hatten.
Um dem Infektionsgeschehen zu begegnen, verzichtete die Bundespolizei erneut auf eine öffentliche Vereidigung auf dem Domplatz in Bamberg. Stattdessen wurde mit dem „Change of Command“ ein Ort in der Liegenschaft der Bundespolizei gewählt, welcher bereits unter den vormaligen Nutzern der Kaserne für derartig bedeutsame Zeremonien genutzt wurde.
Umrahmt wurde die Vereidigung durch einen ökumenischen Gottesdienst der Seelsorger der Bundespolizei, einer Ansprache des Leiters der Ausbildungseinrichtung, Leitender Polizeidirektor Thomas Lehmann und einer Festrede des Präsidenten der Bundespolizeiakademie, Alfons Aigner. Dabei erinnerten die Redner die Auszubildenden an die Verantwortung welche sie in Ausübung ihres Dienstes tragen, die Pflichten die sie als Polizeivollzugsbeamte zu erfüllen haben aber auch an die Herausforderungen, welche mit dem Polizeiberuf einhergehen.
Begleitet wurde die Veranstaltung traditionell durch das Bundespolizeiorchester München, welches im Übrigen für die Öffentlichkeit am 30. November erneut für ein Benefizkonzert in der Kirche St. Martin in Bamberg gastiert. Da die Bundespolizei in diesem Jahr erstmalig auch im Dezember jungen Frauen und Männern einen Ausbildungsbeginn ermöglicht, wird es bereits im Februar 2022 erneut eine Vereidigung der Bundespolizei geben. Ob diese öffentlich zelebriert wird, entscheidet sich im Januar nächsten Jahres.
Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg
Das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg ist die bundesweit größte und modernste Einrichtung dieser Art der Bundespolizei. Die fachlich der Bundespolizeiakademie in Lübeck nachgeordnete Lehreinrichtung ist das sechste Aus- und –fortbildungszentrum der Bundespolizei. Seit dem 1. September 2016 werden dort über 2.800 Polizeimeisteranwärterinnen und ‑anwärter ausgebildet. Mehr als 850 Stammkräfte ermöglichen den Ausbildungsbetrieb.
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Berufsberater Michael Wolf
Tipps vom guten Wolf zum Ausbildungsstart
Schulabschluss in der Tasche, Ausbildungsvertrag unterschrieben, wie geht es jetzt weiter? Berufsberater Michael Wolf von der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg gibt nützliche Tipps, damit der Start in die Ausbildung gelingt.
Was sollte Ihrer Meinung nach beim Start in eine neue Ausbildung beachtet werden?
Michael Wolf: Zuerst möchte ich an dieser Stelle allen neuen Azubis die Angst vor dem neuen Lebensabschnitt „Ausbildung“ nehmen. Ich denke es geht uns allen so, dass wenn wir uns in neue Gewässer begeben, wir mit einer gewissen Nervosität an die Sache herangehen. Grundsätzlich ist Ausbildung aber etwas Tolles und gehört zum Erwachsenwerden dazu. Und – im Nachhinein blicken viele ehemalige Auszubildende mit Freude auf die Ausbildungszeit zurück.
Dennoch sind einige Punkte wichtig, damit der Einstieg klappt. Beispielsweise sollte man immer ausreichend Zeit für die Fahrt zum Ausbildungsbetrieb und zur Berufsschule einplanen. Zudem ist es ratsam sich bereits am Vorabend die entsprechende Arbeitskleidung zurecht zu legen, um sich diese Zeit am Morgen zu sparen. Die Namen seiner Ansprechpartner sollte man sich außerdem merken.
Was erwarten die Arbeitgeber von ihren neuen Auszubildenden?
Michael Wolf: Kein Arbeitgeber erwartet von Beginn an Expertenwissen von seinen Azubis – man erlernt ja schließlich einen Beruf, um sich das nötige Fachwissen anzueignen. Es werden aber dennoch eine Reihe von Soft-Skills erwartet. So gehörten Pünktlichkeit, ein respektvoller Umgang, Zuverlässigkeit und Aufmerksamkeit zu den Grundlagen, welche Jugendliche mitbringen müssen.
Wie verhalte ich mich richtig, wenn es Ärger mit dem Chef gibt oder ich mich unwohl im Betrieb fühle?
Michael Wolf: Zuerst – keine Panik bekommen und niemals vorschnell kündigen. Hier muss unterschieden werden, wodurch die unbehagliche Situation ausgelöst wird.
Sollten beispielweise die Berufsschulnoten Kopfzerbrechen bereiten, so können wir von Seiten der Berufsberatung die Assistierte Ausbildung anbieten. Hier erhalten die Lehrlinge Nachhilfe in ihren Problemfächern, es werden Lernstrategien vermittelt und sie bekommen Verhaltenstipps für Prüfungssituationen.
Sollte es Schwierigkeiten mit dem Chef oder dem Kollegen geben, so lohnt es sich den Kontakt zu suchen. Häufig hilft ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten, um die Wogen zu glätten.
Kommt man alleine nicht weiter, dann dürfen sich die Jugendlichen gerne bei uns melden. Die Berufsberatung steht nicht nur bei der Berufswahl mit Rat und Tat zur Seite, sondern berät auch während der Ausbildung.
Und was ist, wenn der Ausbildungsabbruch droht?
Michael Wolf: Sollte die Situation so kritisch sein, dass der Ausbildungsplatz in Gefahr ist, dann empfehle ich Kontakt zu den Ausbildungsberatern der Kammern und zur Berufsberatung aufzunehmen. Die Kammern prüfen, unter welchen Umständen die Ausbildung noch fortgeführt werden kann. Sollte dies beim aktuellen Arbeitgeber nicht mehr möglich sein, so hilft die Berufsberatung gerne einen neuen Betrieb zu finden. Hat man festgestellt, dass der falsche Beruf gewählt wurde, so unterstützen wir auch bei der Neuorientierung.
Jetzt gibt es noch einige Schüler, die in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Was raten Sie diesen?
Michael Wolf: Ich appelliere an alle, uns in diesem Fall zu kontaktieren. Aktuell gibt es noch viele freie Lehrstellen auf dem Ausbildungsmarkt, sodass noch ein Ausbildungsstart im Oktober oder im November denkbar ist. Und falls der passende Beruf nicht dabei war, dann arbeiten wir gemeinsam an einer Überbrückungslösung.
Wie ist die Berufsberatung zu erreichen?
Michael Wolf: Wir sind telefonisch, per E‑Mail oder in Notfällen auch persönlich zu erreichen. Zu-dem haben wir kürzlich die Videotelefonie eingeführt, sodass ein face-to-face-Kontakt möglich ist, ohne dass die Jugendlichen extra ins Amt fahren müssen.
Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg
Termin 0800 4 5555 00 – Anruf kostenlos
Bamberg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Bamberg und Forchheim
Coburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Coburg, Kronach und Lichtenfels
Wichtige Tipps rund um die Berufswahl gibt es auf https://planet-beruf.de
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Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
Nach Verabschiedung startet neuer Jahrgang
In feierlicher Atmosphäre und unter musikalischer Begleitung des Bundespolizeiorchesters München wurden am 27. August am Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg insgesamt 385 Auszubildende zu Polizeimeisterinnen und Polizeimeistern ernannt.
Seit 2016 wurden damit 2282 Polizeischüler ausgebildet und von Bamberg in ihre Einsatzdirektionen entsandt. Aus Infektionsschutzgründen fand die Verabschiedung auf dem Gelände des Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrums Bamberg ohne Ehrengäste und Angehörige der Ernannten statt. Der Leiter des Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrums Bamberg, Thomas Lehmann, betonte in seiner Rede, dass das Motto der Bundespolizei „Wir sind Sicherheit!“ zugleich ein Versprechen als auch Anspruch sei. Dies haben die jungen Kolleginnen und Kollegen bereits 2020 erfahren dürfen, als sie zu Beginn der Corona-Krise als erste Einsatzkräfte seit Beginn der Pandemie des Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrums Bamberg an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz bei verstärkte Grenzkontrollen unterstützten.
Erstmals eine dritte Einstellung im Dezember
Die freigewordenen Zimmer wurden bereits am 1. September wieder belegt. So reisten zum Ausbildungsbeginn insgesamt 543 Dienstanfängerinnen und ‑anfänger nach Bamberg an. 172 davon werden in den nächsten 3 Jahren im gehobenen Dienst das Studium zur Polizeikommissarin /zum Polizeikommissar absolvieren.
Die Mehrheit wird die nächsten 2,5 Jahre in Bamberg im mittleren Dienst zu Polizeimeisterinnen und ‑meistern ausgebildet. Die jungen Frauen und Männer sind nicht nur aus allen Teilen Deutschlands nach Bamberg angereist, sondern 15 von ihnen auch aus dem europäischem Ausland. Unter anderem aus Italien, Griechenland und Kroatien.
Seit Gründung des Ausbildungszentrums im Jahre 2016 findet dieses Jahr zum ersten Mal eine dritte Einstellung im Dezember statt. Damit werden voraussichtlich erstmals über 3.000 Auszubildende und Studierende dem Bundespolizeiaus- und –fortbildungszentrum Bamberg angehören.
Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
Das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg ist die bundesweit größte und modernste Einrichtung dieser Art der Bundespolizei. Die fachlich der Bundespolizeiakademie in Lübeck nachgeordnete Lehreinrichtung ist das sechste Aus- und –fortbildungszentrum der Bundespolizei. Seit dem 1. September 2016 werden dort über 2.500 Polizeimeisteranwärterinnen und ‑anwärter ausgebildet. Mehr als 800 Stammkräfte ermöglichen den Ausbildungsbetrieb.
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Oberfränkisches Handwerk
Geringer Zuwachs bei den Auszubildendenzahlen
Zum 1. September 2021 starten 1.703 Auszubildende ihren Berufsweg im oberfränkischen Handwerk, teilt die Handwerkskammer für Oberfranken mit. Das bedeutet einen geringen Zuwachs im Vergleich zu 2020.
„Wir sind froh, dass wir zum Ausbildungsstart unsere Ausbildungszahlen im Vergleich zu 2020 wieder minimal steigern konnten“, sagt dazu der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Reinhard Bauer. „Allerdings muss man auch klar sagen Die Corona-Delle ist noch lange nicht überwunden, ein Normalzustand ist noch nicht wieder erreicht.“ So relativiere sich der Zuwachs von einem halben Prozent im Vergleich der Jahre 2019 und 2021. „Hier liegen wir noch über zehn Prozent hinter den Ausbildungszahlen von der Vor-Corona-Zeit zurück.“
„In kleineren Betrieben muss die Chemie einfach stimmen“
Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, sieht eine Vielzahl von Ursachen in der noch immer reduzierten Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. „Sicher hat das Handwerk mehr als die anderen Wirtschaftsbereiche darunter gelitten, dass nunmehr zwei Frühjahre und Sommer lang kaum Schulbesuche oder Ausbildungsveranstaltungen in Präsenz waren und auch die Praktika weggefallen sind.“ Schließlich lebe das Handwerk zum einen vom Ausprobieren und Anfassen. Zum anderen sei in der kleinteiligen Struktur der Betriebe der persönliche Kontakt entscheidender. „Im Handwerk ist es essenziell, ob Meister und Auszubildende oder Auszubildender miteinander können, sich verstehen“, erklärt der Präsident. „In kleineren Betrieben muss die Chemie einfach stimmen und dies wird ebenfalls in den Praktika getestet.“ Außerdem seien die Schulabgängerinnen und Schulabgänger wegen der wirtschaftlichen Entwicklung weiterhin vorsichtig und würden lieber abwarten beziehungsweise sich anders orientieren. „Die Schlagzeilen zu Kurzarbeit und Entlassungen“, so Graßmann, „werden zwar gar nicht vom Handwerk produziert, aber auch auf uns übertragen.“
Insgesamt befürchtet das Handwerk, dass Corona die Tendenz zur schulischen oder akademischen Ausbildung noch weiter verstärkt hat und diese nur mühsam umzukehren sei. „Wir investieren viel in die Ansprache junger Menschen und deren Eltern. Die Erkenntnis aber, dass die beruflichen Perspektiven und Karrierewege in der beruflichen Bildung inzwischen mindestens genauso gut sind wie in der akademischen Welt, sickert nur langsam durch“, sagt Hauptgeschäftsführer Bauer. Dabei spielten bei der Berufswahl nach wie vor die Eltern eine entscheidende Rolle. „Die Jugendlichen haben häufig Interesse, das Handwerk kommt ihren Werten sehr nahe.“ Leider aber wüssten viele Mütter und Väter noch immer nicht, dass etwa ein Handwerksmeister so viel verdient wie der Absolvent eines Bachelorstudiums. Dass beide Karrierewege zwar anders, aber von den Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten her gleichwertig seien.
Türen zu einer Ausbildung bleiben offen
Der offizielle Start für das Ausbildungsjahr fällt auf den 1. September. Doch für Jugendliche, die noch eine Ausbildung beginnen möchten, bleiben im Handwerk die Türen offen. „Unsere Betriebe ermöglichen auch einen späteren Start“, betont HWK-Hauptgeschäftsführer Bauer. So sind aktuell zum Beispiel in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer 488 freie Ausbildungsstellen eingetragen. „Daher ist unsere Botschaft an alle, die in die Berufswelt starten wollen Im Handwerk findet Ihr ausgezeichnete Perspektiven. Für den Start in das Berufsleben und auch für die weitere Karriere.“
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„Viel Potential auf dem Bau“
Aktuell noch 700 Ausbildungsplätze in der Region Bamberg zu vergeben
Das neue Ausbildungsjahr startet – doch viele Firmen suchen weiterhin Nachwuchs: In der Stadt und dem Landkreis Bamberg sind von insgesamt rund 1680 gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell noch 700 Plätze zu vergeben. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit und beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
Die IG BAU Oberfranken warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte ein Großteil der Stellen unbesetzt bleiben – und ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der Baubranche umzusehen. Laut Arbeitsagentur sind bei Hoch- und Tiefbauunternehmen in Bayern derzeit noch rund 1.520 Plätze frei. Das entspricht etwa der Hälfte aller gemeldeten Ausbildungsstellen in der Branche.
Viele Fachleute verlassen nach der Ausbildung ihren Baubetrieb
„Die Corona-Pandemie ist insgesamt am heimischen Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Teils bieten Firmen weniger Plätze an oder fahren die Lehre ganz zurück. Auch der Berufsschulunterricht kann nicht überall wie gewohnt stattfinden. In vielen Bereichen bewerben sich aber auch deutlich weniger Schulabgänger“, sagt Gerald Nicklas, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberfranken. Doch jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen Auftragslage – vom Wohnungs- bis zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr Berufsanfänger für sich gewinnen.
Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze, wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt. Außerdem können sich Beschäftigte im Anschluss an den Gesellenbrief fortbilden und es bis zum Polier oder Bauleiter bringen. Viele Fachleute verließen jedoch nach der Ausbildung ihren Baubetrieb, so die Gewerkschaft – vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und den oft langen, aber unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen.
„Es kommt darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist hier wichtig“, betont Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand.
Deshalb fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde für die Branche eine Entschädigung der Wegezeiten, 5,3 Prozent mehr Einkommen und den Angleich der Ost- an die Westlöhne. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bis Ende September die Chance, die Branche für die Zukunft aufzustellen. „Ohne höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wird es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäudesanierungen in den kommenden Jahren zu bewältigen“, so Burckhardt.
Informationen rund um die Bau-Ausbildung und freie Plätze vor Ort gibt es bei den Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) online unter https://www.bau-stellen.de/
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Auszubildende bekamen Abschlusszeugnisse überreicht
Auszubildende bekamen Abschlusszeugnisse überreicht
Die Auszubildenden des Landratsamtes Bamberg haben ihre Abschlussprüfungen erfolgreich hinter sich gebracht. In diesem Jahr konnten die drei Auszubildende des Jahrganges 2018//2021 bei der Abschlussprüfung zur beziehungsweise zum Verwaltungsfachangestellten gute Ergebnisse erzielen. „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Ausbildung“, zeigte sich Landrat Johann Kalb erfreut.
Unter den bayernweit insgesamt 936 Prüfungsteilnehmern waren im diesjährigen Abschlussjahrgang die Auszubildenden des Landratsamtes Bamberg Beatrice Harrer, Lukas Burckhardt und Nicolas Sponsel.
Neben dem fachlichen Wissen haben die jungen Menschen während der dreijährigen Ausbildungszeit auch ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen erweitert und vertieft. Landrat Johann Kalb freute sich mit den Absolventen: „Euer freundliches Auftreten gegenüber Mitarbeitern und Bürgern ist neben Euren theoretischen Kenntnissen ein wertvolles Gut. Durch Eure Unterstützung kann das Landratsamt Bamberg zuversichtlich in die Zukunft blicken.“
Er wünschte den Nachwuchskräften für den beruflichen Start viel Glück und Erfolg. Um den Anforderungen einer bürgerfreundlichen Verwaltung weiter gerecht zu werden, wird das Landratsamt seine Ausbildungsaktivitäten auch in Zukunft fortführen. Zum 1. September 2021 beginnen acht weitere junge Menschen ihre Ausbildung im Landratsamt Bamberg. Auch für das Jahr 2022 werden aktuell wieder motivierte Azubis gesucht. Die Bewerbungen können noch bis zum 10. September 2021 online eingereicht werden, weitere Informationen dazu sind zu finden unter https://www.landkreis-bamberg.de/Stellenangebote.
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„Taste the Ausbildung“
Erfolgreiches IHK-Pilotprojekt zur Berufsorientierung
Mit dem Pilotprojekt „Taste the Ausbildung“ ist die IHK für Oberfranken Bayreuth einen neuen Weg zur Berufsorientierung gegangen mit dem Ziel, „Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen – und das so unkompliziert und praxisnah wie möglich“, wie Torsten Schmidt, der stellvertretende Leiter Berufliche Bildung bei der IHK für Oberfranken Bayreuth, erläutert.
Bei dem Pilotprojekt unter der Federführung der IHK wurden Schülerinnen und Schüler einer Bayreuther Mittelschule im Bus zu Ausbildungsbetrieben der Region gefahren und erhielten vor Ort aus erster Hand Informationen und Eindrücke über verschiedene Ausbildungsberufe und ‑inhalte. Im zweiten Schritt soll das Pilotprojekt auf weitere Regionen und Branchen ausgeweitet werden.
Am Pilotprojekt-Tag steuerte der „Taste the Ausbildung“-Bus die Stationen Emons Spedition GmbH in Himmelkron, Showküche im MUPÄZ – Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V. und EDEKA Schneidermarkt in Bindlach aus den Branchen Logistik, Gastronomie und Einzelhandel an. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Albert-Schweitzer-Schule in Bayreuth konnten sich dort unter anderem über die Ausbildungsberufe Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist/in, Berufskraftfahrer/in, Koch /Köchin, Restaurantfachfrau/–mann, Brauer und Mälzer, Verkäufer/in und Kaufmann/-frau im Einzelhandel informieren. Außerdem durften sie einen Rundgang durch die Logistikhalle machen, Holunderlimonade und „Stramme Mäxchen“ zubereiten und einen Einblick in den Alltag eines Einzelhändlers werfen.
Praxisnähe erleben
Teilnehmer und Lehrkräfte begrüßten das Konzept des Pilotprojekts. Kristina Jäger, Ausbilderin bei Emons Spedition GmbH, lobt vor allem den Praxisbezug der Initiative: „Für die Jugendlichen ist es wichtig, mal zu sehen, wie die Praxis funktioniert – sich mal einzufühlen in diese Ausbildungsberufe und etwas praktisch erleben“, so Jäger. „Dies macht nochmal einen ganz anderen Eindruck als irgendwas Schriftliches.“ Auch Klassenlehrer Marcus Kellner unterstützt die Idee, Schülerinnen und Schüler „raus aus dem Schonraum Schule“ zu bringen. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen einen Eindruck vom Arbeitsleben bekommen, dass sie sehen, wofür sie die schulische Ausbildung machen“, so Kellner, der als Begleitperson an dem Projekt teilnahm. Welch positiven Effekt eine praktische Vorführung haben kann, belegten die Kocheinlagen, die Alexander Schütz und Team (Restaurant Ursprung, Gasthof Berghof in Presseck) in der Showküche des MUPÄZ Kulmbach zeigten. Gleich zwei der teilnehmenden Schüler gaben nach der Veranstaltung an, sich eine Ausbildung zum Koch vorstellen zu können, obwohl sie vorher an diesen Ausbildungsberuf nie gedacht hätten. Schüler Noel Jakob plädiert daher auch für eine Fortsetzung des Projekts. „Die Leute, die vielleicht noch nichts Passendes gefunden haben, finden vielleicht eine Anregung für eine Ausbildung.“
Jeder Einzelne ein Gewinn
„Jeder einzelne Jugendliche, den wir mit dem Projekt für eine Ausbildung gewinnen können, ist zugleich ein Gewinn für die Region“, so Schmidt mit Blick auf den Rückgang an Ausbildungsbewerbungen, den viele Betriebe beklagen. Dies liege einerseits an den Auswirkungen der Pandemie, da die Phase der Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler nur in sehr eingeschränktem Umfang möglich war. Hinzu komme laut Schmidt aber auch der seit einigen Jahren spürbare Trend zur Akademisierung. „Die Vorstellung, nur eine akademische Ausbildung verhilft zu beruflichem Erfolg, stimmt jedoch nicht. Eine berufliche Ausbildung besticht durch den hohen Praxisbezug, hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten und finanzielle Unabhängigkeit. Eine berufliche Ausbildung versperrt keine Türen, sie öffnet sie“, so Schmidt.
Information und Kontaktaufnahme ohne große organisatorische Hürden
Genau hier setzt das IHK-Pilotprojekt „Taste the Ausbildung“ an. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen die zahlreichen Vorteile einer Ausbildung näherzubringen und an konkreten Praxisbeispielen zu verdeutlichen. „Praxis statt Theorie“ – so das Leitbild des Berufsorientierungs-Konzepts. Die IHK stellt dabei die Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben und Schulen her und organisiert die Besuche. Das Konzept ermöglicht Information und Kontaktaufnahme zwischen potenziellen Bewerbern und Bewerberinnen und Ausbildungsbetrieben ohne große organisatorische Hürden. „Jugendliche können sich unverbindlich informieren und in den ein oder anderen Beruf hineinschnuppern, die Ausbildungsbetriebe können die Rahmenbedingungen ihres Ausbildungsangebots direkt in der Zielgruppe präsentieren“, erläutert der Leiter der IHK-Berufsausbildung die Vorteile des Konzepts. „Bei Interesse können auch direkt vor Ort erste, informelle Gespräche geführt werden.“
Das Pilotprojekt „Taste the Ausbildung“ ist eine weitere Initiative der Kampagne „Wir sagen Ja zur Ausbildung“, mit der die IHK für eine Stärkung der Beruflichen Bildung wirbt. Weitere Informationen rund um das Thema Ausbildung bietet die IHK für Oberfranken Bayreuth auf https://www.bayreuth.ihk.de/ausbildung
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Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
Vereidigung II der Auszubildenden des Jahrganges 2020
Am Donnerstagmorgen fanden sich circa 470 Auszubildende des ersten Dienstjahres auf dem Gelände des Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrums Bamberg unter Einhaltung der Hygieneschutzmaßnahmen ein, um gemeinsam ihren Diensteid abzulegen.
Erstmals wurde für die Vereidigung der Platz des „Change of Command“ der ehemals in der Liegenschaft stationierten US-amerikanischen Streitkräfte genutzt, der der Zeremonie eine würdige Atmosphäre verlieh. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bundespolizeiorchester München in kleiner Besetzung unter der Leitung von Markus Motschenbacher. Leider konnten aus Infektionsschutzgründen weder Ehrengäste noch die Angehörigen der zu Vereidigenden geladen werden. Der Leiter der Ausbildungseinrichtung der Bundespolizei, Leitender Polizeidirektor Thomas Lehmann, unterstrich in seiner Rede an die jungen Polizeimeisteranwärterinnen und ‑anwärter die Bedeutung des Artikel 1 des Grundgesetzes, wonach die Menschenwürde unantastbar ist und sie zu achten und zu schützen Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist. Er betonte nachdrücklich, dass in der Bundespolizei keinerlei Platz für jegliche Art von Diskriminierung ist.
Im Anschluss schworen die Dienstanfängerinnen und ‑anfänger „das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und ihre Dienstpflichten gewissenhaft zu erfüllen“. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde die erste Hälfte des Einstellungsjahrganges 2020 – 970 junge Frauen und Männer – auf dem Gelände der Bundespolizei vereidigt. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Deutschland konnte der ursprünglich im November vorgesehene zweite Teil der Vereidigung leider nicht stattfinden und wurde nun nachgeholt.
Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg
Das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg ist die bundesweit größte und modernste Einrichtung dieser Art der Bundespolizei. Die fachlich der Bundespolizeiakademie in Lübeck nachgeordnete Lehreinrichtung ist das sechste Aus- und –fortbildungszentrum der Bundespolizei. Seit dem 1. September 2016 werden dort über 2.800 Polizeimeisteranwärterinnen und ‑anwärter ausgebildet. Mehr als 850 Stammkräfte ermöglichen den Ausbildungsbetrieb.