Adalbert-Raps-Stiftung mit neuem Wettaufruf
Soziale Wette geht in die zweite Runde
„Wetten, dass Eure Organisation es nicht schafft, innerhalb von fünf Wochen mindestens 300 Euro Spendengelder zu sammeln?!“ – Mit dieser Wettansage fordert die Adalbert-Raps-Stiftung gemeinnützige Organisationen in Oberfranken im Wettzeitraum vom 8. November bis zum 10. Dezember nun bereits zum zweiten Mal dazu heraus, das Ehrenamt aktiv zu fördern. Ab sofort werden Wettpartner gesucht.
Die Stiftung setzt diesmal – anders als bei der letztjährigen Wette, im Rahmen derer der Gewinn neuer Ehrenamtlicher im Fokus stand – auf einen rein finanziellen Ansatz. Der Grund liegt in der so gegebenen besonders niederschwelligen Unterstützung der Organisationen, die nach wie vor unter den Auswirkungen der Pandemie leiden. Ganz in diesem Sinne erwartet die teilnehmenden Organisationen auch in Runde zwei der „sozialen Wette“ ein attraktiver Wetteinsatz: Denn ist die Wette mit einer Einnahme von mindestens 300 Euro Spendengeldern gewonnen, verdoppelt die Stiftung den gesammelten Erlös! Gedeckelt wird der Wettgewinn bei 1.000 Euro, wobei sich besonderes Engagement auszahlt. So gibt es für die innovativste Fundraising-Aktion einen Bonus von 1.000 Euro on Top! Teilnehmen können gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Oberfranken. Insgesamt stehen 20 Wettplätze zur Verfügung, die Vergabe erfolgt nach Eingang der Interessensbekundung.
„Soziale Wette 2.0“ zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
Die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements und damit verbunden die Stärkung der sozialen Teilhabe in Oberfranken hat für die Adalbert-Raps-Stiftung oberste Priorität. Nach erfolgreichem Wettaufruf im vergangenen Jahr, macht das nun auch die diesjährige „soziale Wette“ deutlich: Die Stiftung wettet, dass Organisationen es innerhalb eines Zeitraums von fünf Wochen nicht schaffen, mindestens 300 Euro Spendengelder zu gewinnen. Obwohl der Wettaufruf in diesem Jahr einen rein finanziellen Ansatz verfolgt und nicht wie bei der letzten Wettrunde der Gewinn ehrenamtlich Engagierter im Fokus steht, bleibt die Stiftung ihrem Wettkonzept treu! Denn trotz geändertem Wettgegenstand folgt auch die „soziale Wette 2.0“ dem Gamification-Ansatz und steigert somit den Ehrgeiz der teilnehmenden Organisationen. Außerdem winkt erneut ein attraktiver Wettgewinn: Ist die Wette mit der Einnahme von mindestens 300 Euro Spendengeldern gewonnen, verdoppelt die Stiftung diesen Wert bis zu einem Betrag von maximal 1.000 Euro. Einen Bonus in Höhe von 1.000 Euro erhält zudem diejenige Organisation, die ihre Spendengelder mit der innovativsten Fundraising-Idee generieren konnte. „Aufgrund des großen Zuspruchs beim letzten Mal, stand für uns außer Frage, dass wir den Aufruf zur ‚sozialen Wette‘ ein zweites Mal starten werden.“, so Tina Beeg, Stiftungsreferentin Soziales. „Da wir aber wissen, dass es besonders die finanziellen Mittel sind, an denen es den Organisationen gerade in Zeiten der Pandemie fehlt, haben wir uns für diesen eher ungewöhnlichen aber auch sehr niederschwelligen Wettaufruf entschieden.“ Der Wetteinsatz steht der Organisation im Sinne ihrer Zwecke zur freien Verwendung zur Verfügung.
Wettpartner werden und profitieren
Im 12-tägigen Zeitraum vom 18. bis zum 29. Oktober 2021 können sich gemeinnützige Organisationen als Wettpartner unter info@raps-stiftung.de, Ansprechpartnerin Tina Beeg, bei der Adalbert-Raps-Stiftung um einen Wettplatz bewerben. Voraussetzung dabei ist es, dass der Wirkungskreis der jeweiligen Organisation in Oberfranken liegt und diese mit ihren Angeboten und Leistungen die soziale und gesellschaftliche Teilhabe ihrer Zielgruppe stärken. Als Bewerbungsformular ist ein Steckbrief zur Organisation und deren Engagement auszufüllen. Der eigentliche Wettzeitraum von fünf Wochen startet am 8. November und reicht bis zum 10. Dezember 2021. Für die Gewinnermittlung ist entscheidend, wie hoch der eingenommene Spendenbetrag pro Organisation ausgefallen ist. Für die Vergabe des Zusatzpreises in Höhe von 1.000 Euro wird außerdem der dahinterliegende Fundraising-Ansatz nach dem Innovationskriterium bewertet. Als Wettnachweis gilt es den teilnehmenden Organisationen nach Ende des Wettzeitraums innerhalb von einer Woche eine anonymisierte Liste der im Wettzeitraum eingegangenen Gelder einzureichen. Zudem wird um die Einreichung von Bild-/Videomaterial zur Dokumentation der Fundraising-Aktion gebeten.
Adalbert-Raps-Stiftung: Verantwortung für Region und Zukunft
Seit 40 Jahren reicht die Adalbert-Raps-Stiftung mit Sitz in Kulmbach Menschen aus ganz Oberfranken die Hand, die Unterstützung benötigen – sei es im Bereich der Senioren- oder Jugendarbeit oder in anderen sozialen Bedarfslagen. Drüber hinaus steht die Stiftung, die 1978 von dem Apotheker Adalbert Raps gegründet wurde, auch in der Lebensmittelforschung als Förderpartner an der Seite zahlreicher Wissenschaftler und Institute. In den Förderbereich „zu Ehren des Stifters“ fallen unter anderem der Abiturientenpreis der Adalbert-Raps-Schule sowie die Stipendien für die Weiterbildung zum Gewürz-Sommelier. Neben dem Engagement in einzelnen Projekten und Kooperationen setzt die Stiftung Akzente, indem sie Programme und Initiativen für Oberfranken ins Leben ruft, die für drängende Zukunftsthemen den passenden wissenschaftlichen und sozialen Rahmen geben. Hierzu zählen beispielweise das Ernährungsbildungsprogramm KULINARIX in oberfränkischen Kindertagesstätten und der Wettbewerb „Helden der Heimat“ für soziales Engagement in Oberfranken. Zentrales Anliegen der Stiftung ist es, in all ihren Tätigkeiten in einer Art und Weise zu unterstützen, die gezielt, effektiv und messbar nachhaltig ist.
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IHK-Wahl im Januar 2022
IHK wirbt für ehrenamtliches Engagement im IHK-Gremium Bamberg
Vom 10. bis 27. Januar 2022 sind die rund 48.000 Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth aufgerufen, ihre Vertreterinnen und Vertreter in die IHK-Gremien neu zu wählen. Die rund 11.900 IHK-Mitgliedsunternehmen im Landkreis Bamberg wählen dabei ihre 40 Vertreterinnen und Vertreter vor Ort. Aktuell sucht die IHK für Oberfranken Bayreuth noch Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich im Ehrenamt der IHK engagieren und für die Wahl kandidieren möchten.
Sie werden in den kommenden fünf Jahren ihre unternehmerische Kompetenz in die Arbeit der IHK einfließen lassen und so den Kurs der IHK mitbestimmen. Das IHK-Gremium greift dabei lokale Themen auf und sieht sich als Interessensvertretung der Wirtschaft vor Ort.
Ein Unternehmen – eine Stimme
„Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer mit einem Mitgliedsbetrieb der IHK für Oberfranken Bayreuth kann wählen und sich auch wählen lassen“, erläutert Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. „Unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße hat bei der IHK jede Stimme das gleiche Gewicht.“ Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die für die Wahl 2022 kandidieren möchten, sollen sich bitte möglichst zeitnah, spätestens aber bis zum 26. Oktober bei der IHK unter wahl@bayreuth.ihk.de melden und bis dahin ihre Kandidatur erklären.
IHK-Gremien: Regionale Themen im Fokus
Einen besonderen Schwerpunkt legte das Gremium Bamberg in den vergangenen Jahren auf das Thema „Fachkräftesicherung“. Dazu fand ein regelmäßiger Austausch zwischen den Mitgliedern des IHK-Gremiums und den Schulleitern der weiterführenden Schulen in Stadt und Landkreis Bamberg statt. Auch mit der Hochschule pflegt das Gremium traditionell enge Kontakte und ist bereits seit mehreren Jahren Partner der Tandemveranstaltungen zur besseren Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. „Ich freue mich, dass wir im Gremium die guten Beziehungen zu Schulen und Hochschulen im Raum Bamberg weiter intensivieren konnten. Auf dieser Basis konnten wir wichtige Bildungsinitiativen auf den Weg bringen und damit auch einen wertvollen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftssandorts Bamberg leisten“, so IHK-Präsidentin und Gremiumsvorsitzende Sonja Weigand.
Besonders am Herzen lag dem Gremium Bamberg zudem die Bamberger Innenstadt, was mit einer Befragung des innerstädtischen Einzelhandels und der Gastronomie untermauert wurde. Die aus der Umfrage abgeleiteten Handlungsbedarfe, unter anderem die hohe Bedeutung der Parkplatzsituation sowie eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, wurden der Stadt Bamberg zugeleitet. Auch tragfähige Konzepte für die gewerbliche Entwicklung in Bamberg fordert das Gremium mit Nachdruck.
48.000 IHK-Mitglieder sind wahlberechtigt
Alle fünf Jahre sind die rund 48.000 Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth aufgerufen, ihre Vertreterinnen und Vertreter in die acht regionalen IHK-Gremien in Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Marktredwitz/Selb zu wählen.
Die Mitgliedsunternehmen gehören dabei einer der drei Wahlgruppen an, Industrie, Handel/Tourismus oder Dienstleistungen. Die Wirtschaftsstruktur vor Ort wird dabei in der Sitzverteilung abgebildet. So ist sichergestellt, dass unterschiedliche Blickwinkel der lokalen Wirtschaft und viel unternehmerische Kompetenz ehrenamtlich in die Arbeit der IHK und des IHK-Gremiums einfließen.
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Kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen
Siebter Band des Bamberger Bildungsentwicklungsplans ist erschienen
Mit der kommunalen Bildungslandschaft im Bereich Kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen befasst sich der siebte und letzte Band des Bamberger Bildungsentwicklungsplans. In der Auseinandersetzung mit den Corona-bedingten Herausforderungen des Jahres 2020 wagt der Band auch einen qualitativen Blick hinter die Kulissen der Bildungs- und Kultureinrichtungen.
Kulturelle Bildung muss als fester Bestandteil einer kommunalen Bildungslandschaft und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Zugänge zu kultureller Bildung müssen frühzeitig und niederschwellig geschaffen werden und die Vernetzung zwischen den Akteurinnen und Akteuren muss intensiviert werden. Mit diesen Schlussfolgerungen und Handlungsfeldern schließt der letzte Band des Bildungsentwicklungsplans zum Thema „Kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen“. Während der Mehrwert kultureller Bildung für den lernenden Menschen vor allem die Persönlichkeitsentwicklung betrifft, profitieren Kommunen ebenfalls von vielfältigen Angeboten kultureller Bildung. Sie sind Standortfaktoren, die Menschen von außerhalb anziehen und werden von der Bevölkerung als selbstverständliche Bildungsressource verstanden.
Die Publikation gibt einen Überblick über die Orte und Angebote kultureller Bildung in der Stadt Bamberg für einzelne Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche, Familien oder Senioren. Zu den Orten kultureller Bildung gehören Büchereien, Museen, Musikschulen, die Volkshochschule, Orte darstellender und bildender Künste, aber auch der öffentliche Raum. In der Darstellung wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Einrichtungen als Bildungspartner zu beschreiben und so das Zusammenspiel von formalem und non-formalem Lernen zu verdeutlichen, beispielsweise in der engen Zusammenarbeit von Büchereien und Schulen. Die Themen Umweltbildung, politische und historische sowie sportliche Bildung runden die Zusammenstellung ab. Einen wichtigen Stellenwert nimmt das große ehrenamtliche Engagement ein, das sich insbesondere in der Vereinsarbeit durch alle Bereiche des Lernens und der kulturellen Bildung zieht.
Kulturelle Bildung in Zeiten der Corona-Pandemie
Das Jahr 2020 mit Schließungen der kulturellen (Bildungs-)Einrichtungen stellte die Berichterstattung vor eine Herausforderung und machte die Darstellung von aktuellen Zahlen und einen Vergleich zu vorherigen Jahren kaum möglich. So entstand die Idee, für dieses besondere Jahr auf Zahlen zu verzichten und vielmehr einen qualitativen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Vor welchen Herausforderungen standen die Einrichtungen, welche neuen Wege mussten sie gehen, welche Sackgassen, aber auch Lichtblicke gab es? Entstanden sind kurze Berichte über das Jahr 2020, die sich durch den gesamten Band ziehen.
„Sie geben einen direkten Einblick in ein Jahr, das von der Corona-Pandemie geprägt war und Einfluss auf fast alle Arbeitsbereiche der Einrichtungen und das gesamte kulturelle Leben der Stadt hatte. Ich bedanke mich bei allen, die sich auf diese Idee eingelassen haben, das Jahr für uns auf ihre Art und Weise zusammengefasst und dem Bericht damit ein besonderes Profil gegeben haben“, resümiert Ramona Wenzel aus dem Bildungsbüro der Stadt Bamberg.
Bamberger Bildungsentwicklungsplan
Der Band zum Thema kulturelle Bildung beschließt die Reihe des Bamberger Bildungsentwicklungsplans, in der die Bildungslandschaft der Stadt Bamberg von ihren Rahmenbedingungen, über die frühkindliche und schulische Bildung, Aus- und Weiterbildung bis hin zum Fokusthema Migration und Integration beschrieben wurde. Alle Veröffentlichungen stehen auf der Seite https://www.stadt.bamberg.de/Bildungsentwicklungsplan zum Download zur Verfügung.
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Wasserwacht Bamberg
Eine Mischung aus Sport, Spaß und gemeinnütziger Tätigkeit
Das Hauptziel der Kreiswasserwacht Bamberg ist klar in ihrer Satzung formuliert: Bekämpfung des Ertrinkungstodes. Wie dabei auf dem Wasser und auch an Land vorgegangen wird hat uns Stephan Griebel erklärt. Er ist seit vier Jahren Vorsitzender der Kreiswasserwacht Bamberg und mit Rettungsbooten regelmäßig auch auf den örtlichen Gewässern unterwegs.
Herr Griebel, wie sieht das tägliche Arbeiten der Wasserwacht Ortsgruppe Bamberg aus?
Stephan Griebel: Tägliche Arbeiten gibt es eigentlich keine, weil die Wasserwacht eine ehrenamtliche Organisation ist. Es gibt in ganz Bayern eigentlich keine hauptamtlichen Wasserwachtler, außer fünf Mitarbeiter in München, die für die Verwaltung des Landesverbandes mit 150.000 Mitgliedern zuständig sind. Wie bei der freiwilligen Feuerwehr haben aber auch wir Funkmelde-Empfänger. Die integrierte Leitstelle alarmiert die Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe und dann rücken sie von ihrem Arbeitsplatz oder von zuhause oder wo auch immer sie sich gerade aufhalten zur Einsatzstelle aus. Die Wachdienste finden, ab dem Beginn der Badesaison, an den Wochenenden, am Main-Donau-Kanal und an den umliegenden Wachstationen an Flüssen und Seen statt. Eines unserer Boote patrouilliert zum Beispiel von Viereth bis Schleuse Bamberg und auf dem Main, hoch bis zur Eisenbahnbrücke bei Hallstadt. Wiederkehrende Aufgaben an Land sind unter anderem die wöchentliche Dienstversammlung am Montag, bei der Ausbildungen, Vorträge und auch mal kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Durch die Pandemie haben diese Präsenzveranstaltungen in letzter Zeit natürlich ein wenig gelitten.
Wie viele Einsätze hatten Sie letztes Jahr? Welcher Art waren die Einsätze zumeist?
Stephan Griebel: Notfalleinsätze hatten wir letztes Jahr 15, womit wir voll in unserem Schnitt liegen. Meistens waren es Sachbergungen oder Hilfeleistungen für Gewerbe, die am Wasser arbeiten – Bauunternehmen oder Berufsschifffahrt. Oder eben Rettungseinsätze, wenn jemand am oder im Wasser in Not geraten ist.
Wie oft wird es richtig brenzlig?
Stephan Griebel: Das ist es bei uns eigentlich immer. Es gibt keinen Standard-Wasser-Rettungseinsatz. Dadurch, dass es sich immer um Einsätze aus besonderen Lagen oder Situationen heraus handelt, ist jeder Einsatz immer hoch brenzlig. Hinzu kommt, dass wir als ehrenamtliche Semi-Profis immer nur dann beauftragt werden, wenn kein anderer mehr helfen kann.
Sie haben vier Schnelleinsatzgruppen. Wo sind diese stationiert?
Stephan Griebel: Sie verteilen sich über den Stadt- und Landkreis und kommen aus Bamberg, Strullendorf, Breitengüßbach und Baunach. Entsprechend sind die Boote stationiert oder zentral untergebracht.
Mit einigen Ausnahmen wie der Hainbadestelle ist es verboten, in den Bamberger Gewässern zu schwimmen. Halten sich die Leute daran?
Stephan Griebel: Die Bevölkerung hält sich nicht daran – leider. Vor allen Dingen im Bereich des Schiffbauplatzes. Dort hatten wir letztes Jahr zwei Tote. Oder auch im Bereich der Buger Spitze werden es immer mehr Leute, die dort unvernünftigerweise ins Wasser gehen. Zum Beispiel Individualsportler, die für sich allein trainieren und letztes Jahr nicht in die Schwimmbäder konnten, ziehen dort ihre Bahnen und setzen sich damit einem großen Risiko aus. Ein kleiner Tipp für alle, die allein schwimmen: Mit einer Boje im Schlepptau wäre alles sicher, das gilt auch im Winter für die Eisschwimmer.
Die Bamberger Ortsgruppe der Wasserwacht hat 500 Mitglieder – das klingt nach ziemlich viel. Woran liegt der Zuspruch?
Stephan Griebel: Das sind tatsächlich ziemlich viele Mitglieder, ja. Die Beliebtheit der Wasserwacht liegt wahrscheinlich an der Kombination, die die Wasserwacht bietet, einer Mischung aus Spaß, einer gemeinnützigen Rotes-Kreuz-Tätigkeit, Menschen helfen und sich körperlich betätigen zu können. Es ist nicht wie im Sanitätsbereich. Bei uns ist auch der Freizeitcharakter sehr hoch angesiedelt. Wie bei der Bergwacht – nur haben wir mehr Wasser als Berge.
Wie viele der 500 Mitglieder sind regelmäßig auf den Booten vertreten?
Stephan Griebel: Ungefähr 70. Die anderen unterstützen die Wasserwachteinsatzkräfte vom Land aus.
Man möchte doch aber meinen, dass man sich der Wasserwacht anschließt, um auf dem Wasser zu sein. Aber das klingt, als ob sich mehr Leute bei Ihnen melden, um eher Landdienste zu machen.
Stephan Griebel: Nein, da gibt es keine Tendenz. Den meisten unserer Mitglieder ist es eigentlich egal, ob sie auf dem Wasser oder an Land dabei sind. Sie machen den jeweiligen Dienst gerne, weil sie gerne helfen.
Als ehrenamtliche Organisation finanziert sich die Wasserwacht über Spendengelder und Mitgliedsbeiträge. Wie geht es der Wasserwacht wirtschaftlich?
Stephan Griebel: Es läuft, auch wenn wir finanziell keine großen Sprünge machen können. Wir hoffen, dass sich die Pandemielage bald entspannt und wir unseren Normalbetrieb wieder aufnehmen können. An der Stelle möchte ich erwähnen, dass der Reinerlös des Bamberger Rosenmontagsballs des Bayerischen Roten Kreuzes vollständig an das Rote Kreuz gespendet wird und so auch die Arbeit der Wasserwacht mitfinanziert.
Welche persönlichen Eigenschaften sollte man mitbringen, um Mitglied bei der Wasserwacht werden zu können?
Stephan Griebel: Man sollte Teamplayer sein. Ansonsten sind alle bei uns willkommen. Man muss nicht einmal der Super-Sportler sein – auch als unsportlicher Mensch kann man seinen Platz und seine Aufgabe bei uns finden. Spaß am Wassersport schadet aber natürlich nicht.
Was geht in Ihnen vor, wenn Sie im Boot auf dem Wasser sind?
Stephan Griebel: Es ist eine großartige Sache, Streife zu fahren. Da spürt man eine gewisse Freiheit und Naturverbundenheit. Außerdem sieht man seine Stadt vom Wasser aus einer ganz anderen Perspektive. Den Leuten, die nicht in einem Boot auf den Flüssen unterwegs sind, entgeht was.
Sie haben außer Kinderschwimmkursen und Rettungsschwimmerkursen, Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildung auch eine breite Jugendarbeit.
Stephan Griebel: Unsere Jugendarbeit ist auch eine tolle Geschichte. Ab dem sechsten Lebensjahr kann man Mitglied bei uns werden und wird dann altersgerecht in Jugendgruppen eingeteilt und an die Rote-Kreuz-Arbeit bei der Wasserwacht herangeführt.
Aber haben Sie genug Nachwuchs oder leidet auch die Wasserwacht unter Nachwuchsproblemen?
Stephan Griebel: Nachwuchsprobleme würde ich es noch nicht nennen, aber wir sind besorgt über den Nachwuchs. Wir haben sehr viele Kinder in unseren Jugendgruppen, aber wenn es irgendwann darum geht, mit 16 oder 17 in den Einsatzdienst überzutreten, ist es oft so, dass die jungen Erwachsenen durch Schule, Berufsausbildung so stark eingebunden sind, dass ihnen zu wenig Zeit bleibt. Daher entscheiden sich viele gegen den ehrenamtlichen Dienst.
Weitere Informationen:
http://www.wasserwacht-bamberg.de
Spendenticket Rosenmontagsball: https://brk-rosenmontagsball.de/
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Feierstunde in würdigem Rahmen wird nachgeholt
Bürgernadel an zwölf ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten
Zwölf ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten sind mit der der Bamberger Bürgernadel ausgezeichnet worden. Die Feierstunde musste aufgrund der Pandemie ausfallen, wird aber, sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, baldmöglichst nachgeholt. Die Bürgernadeln sind einstweilen zugesandt worden.
Anna-Maria Dennerlein, Monika Hoh, Helga Lamprecht, Cornelia Pfister, Karolina Röckelein, Christiane Schuster, Edda Sterk, Christine Thun, Katharina Schumm, Robert Bartsch, Martin Claß und Martin Rachold sind für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Bamberger Bürgernadel ausgezeichnet worden.
Die Bamberger Bürgernadel gilt als Sonderauszeichnung für herausragendes bürgerschaftliches Engagement zum Wohle der Bamberger Bürger:innen. Ins Leben gerufen wurde sie vor elf Jahren; seitdem hat die Stadt Bamberg gemeinsam mit der Mediengruppe Oberfranken 112 Persönlichkeiten ausgezeichnet.
Anna-Maria Dennerlein unterstützt das Frauenhaus seit seiner Gründung vor 35 Jahren. Ebenfalls fürs Frauenhaus ist Monika Hoh ehrenamtlich tätig, überdies leitet sie als Vorsitzende die Geschicke des Bürgervereins Wildensorg. Helga Lamprecht und Karolina Röckelein sind über Jahre in verschiedenen Bereichen für das Pfarramt St. Heinrich aktiv. Cornelia Pfister und Katharina Schumm prägen durch ihre Mitarbeit den Bürgerverein Stephansberg, Cornelia Pfister unter anderem als stellvertretende Vorsitzende, während Katharina Schumm seit 18 Jahren für die Finanzen verantwortlich ist. Christiane Schuster war unter anderem für die Bamberger Gruppe von „amnesty“ aktiv und stellte während der Corona-Pandemie einen Einkaufsservice für Ältere auf die Beine. Edda Sterk setzt sich als Schulweghelferin für die Grund- und Mittelschule Gaustadt ein und gehört dem erweiterten Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Matthäus an. Auf vielen Ebenen der Frauenpolitik ist Christine Thun aktiv, etwa als ehrenamtliche Richterin am Bayerischen Landessozialgericht. Robert Bartsch kümmert sich beim Förderverein „goolkids“ um sozial benachteiligte Kinder. Martin Claß setzt sich seit 18 Jahren für den Verein „uferlos – Schwule und Lesben in Bamberg“ ein. Und Martin Rachold bringt sich mit viel Herzblut als Vorstand für die Blaskapelle St. Josef ein.
In Vorbereitung ist die Verleihung der Bürgernadel 2021. Wer Bamberger Persönlichkeiten, die sich ums Ehrenamt verdient gemacht haben, vorschlagen möchte, wird gebeten, sich per E‑Mail an Anja Klüser-Macioschek von der Stadt Bamberg zu wenden: anja.klueser@stadt.bamberg.de