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Giechburg

Bar­ba­ra Wink­ler und Andrea Land­wehr-Rat­ka im Interview

Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Form+Farbe e. V.“ fei­ert 50-jäh­ri­ges Jubiläum

Die Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Form+Farbe e. V. Kunst­schaf­fen­de in Fran­ken“ fei­ert in die­sem Jahr, unter ande­rem mit einer gro­ßen Jubi­lä­ums­aus­stel­lung von Anfang Sep­tem­ber bis Ende Okto­ber, ihr 50-jäh­ri­ges Jubi­lä­um. Aus die­sem Anlass durf­ten wir Bar­ba­ra Wink­ler und Andrea Land­wehr-Rat­ka, bei­de Vor­stän­de des Ver­eins, interviewen.
Frau Wink­ler und Frau Land­wehr-Rat­ka, in die­sem Jahr fei­ert der Ver­ein „Form+Farbe e. V. Kunst­schaf­fen­de in Fran­ken“ sein 50-jäh­ri­ges Jubi­lä­um, unter ande­rem mit einer gro­ßen Jubi­lä­ums­aus­stel­lung vom 7. Sep­tem­ber bis 26. Okto­ber. Was zei­gen Sie in der Ausstellung?

Bar­ba­ra Wink­ler: Unse­re Jah­res­aus­stel­lung fin­det jedes Jahr auf der Giech­burg statt. Dabei müs­sen grund­sätz­lich neue aktu­el­le, noch nicht aus­ge­stell­te Wer­ke ein­ge­reicht wer­den. Unse­re Kunst­schaf­fen­den arbei­ten in den ver­schie­dens­ten Spar­ten der Bil­den­den Kunst wie Male­rei, Bild­haue­rei, Instal­la­ti­on oder Ton, Glas oder Filz. In die­sem Jahr machen wir eine Aus­nah­me und es dür­fen auch Wer­ke älte­ren Datums gezeigt wer­den. Sie sol­len reprä­sen­ta­tiv für die jewei­li­gen Künst­ler sein – sozu­sa­gen ein „BEST OF“ für Form+Farbe, zugleich ein Rückblick.

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Wir haben aber auch eini­ge neue, jun­ge Künst­le­rin­nen und Künst­ler dazu­ge­won­nen. Wir freu­en uns sehr, deren Wer­ke erst­ma­lig zu zeigen.


Wie sind Sie auf den beson­de­ren Ort der Giech­burg in Scheß­litz gekom­men und wo wird die Aus­stel­lung dort kon­kret zu sehen sein?

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Die Land­rä­te waren dem Ver­ein immer schon wohl­ge­son­nen. Seit der Reno­vie­rung des Turms Anfang der 80-er Jah­re sind wir jedes Jahr auf der Giech­burg ver­tre­ten. Wir waren die ers­te Künst­ler­ver­ei­ni­gung, die im Giech aus­stel­len durf­te. Zuvor hat­te der Ver­ein bereits Kon­tak­te zum Land­rats­amt und stell­te dort aus. Die Ver­eins­grün­dung war übri­gens am 7. Mai 1975 in Wun­sie­del. Nach­dem der dama­li­ge Vor­sit­zen­de Erhard Som­mer nach Bam­berg über­ge­sie­delt war, wur­den Kon­tak­te zum Land­rats­amt geknüpft.


Wel­che High­lights erwar­ten Sie bei der Ver­nis­sa­ge, die am 14. Sep­tem­ber statt­fin­det, zusätzlich?

Bar­ba­ra Wink­ler: Auf jeden Fall wird unser All­round-Künst­ler Sepp Kuf­fer die Ver­nis­sa­ge musi­ka­lisch beglei­ten. Sepp ist neben der Male­rei auch als Schrift­stel­ler, Fil­me­ma­cher und Musi­ker aktiv. Für Kin­der und Jugend­li­che pla­nen wir ein Quiz zu den aus­ge­stell­ten Wer­ken. Jede Teil­nah­me wird mit einer Klei­nig­keit belohnt. Natür­lich gibt es wie immer Sekt und Häpp­chen, damit wir auf unser Jubi­lä­um ansto­ßen kön­nen. Der Land­rat Johann Kalb wird per­sön­lich anwe­send sein.


Wie vie­le Künst­le­rin­nen und Künst­ler zählt ihr Ver­ein aktu­ell, wel­che sind in der Regi­on beson­ders bekannt und sind auch noch Mit­glie­der aus den Anfän­gen in den 1970er Jah­ren dabei oder haben Sie lang­jäh­ri­ge Mit­glie­der, von denen Sie ger­ne erzäh­len möchten?

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Wie schon gesagt, der Ver­ein wur­de am 7. Mai 1975 in Wun­sie­del gegrün­det. Von den Grün­dungs­mit­glie­dern ist kei­ner mehr am Leben. Vie­le der älte­ren Mit­glie­der sind jedoch noch sehr aktiv. So ver­tritt Mar­got Süh­ler seit Jah­ren unse­ren Ver­ein beim Kin­der­fest auf der Giech­burg und hält Töp­fer­kur­se, dar­über hin­aus ist sie seit Jahr­zehn­ten Mit­glied im Bei­rat. Johan­na Pohl war lan­ge Jah­re Vor­sit­zen­de und wirkt bis heu­te in Jury und Bei­rat mit. Auch sie gab jah­re­lang Workshops.


In den Work­shops des Ver­eins kann man in der Pra­xis viel über Kunst ler­nen: über das Zeich­nen, Malen oder auch den Werk­stoff Kera­mik. Wel­che beson­de­ren Work­shops ste­hen im Jubi­lä­ums­jahr auf dem Pro­gramm und für wel­che Alters­grup­pen sind sie gedacht?

Bar­ba­ra Wink­ler: Ein Work­shop für Kin­der mit dem Titel „ABENTEUER ZEICHNEN“ fand bereits in den Oster­fe­ri­en statt. Für Kin­der und Jugend­li­che sind die­se Work­shops übri­gens kos­ten­los. Dadurch kön­nen wir unse­re Gemein­nüt­zig­keit zei­gen. Mar­got Süh­ler bie­tet zwei Töp­fer­kur­se mit dem Titel „TÖPFERN MIT GOURMETEINLAGE“ in ihrem Ate­lier an. Unse­re Kur­se kön­nen auch von Außen­ste­hen­den besucht wer­den. Im vori­gen Jahr hat sich Form+Farbe auch bei den Nach­hal­tig­keits­ta­gen in Coburg mit einer Aus­stel­lung betei­ligt. Zu unse­rem The­ma „Fuß­ab­druck“ fand beglei­tend ein Work­shop für Kin­der und Jugend­li­che statt. Bei­de Ver­an­stal­tun­gen waren sehr erfolg­reich für uns.

Der regel­mä­ßi­ge Künst­ler-Stamm­tisch des Ver­eins steht für krea­ti­ven Aus­tausch, Inspi­ra­ti­on und Ver­net­zung. Was macht für Sie und die Künst­le­rin­nen und Künst­ler die­se Tref­fen aus?

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Die künst­le­ri­sche Arbeit fin­det in der Regel allei­ne im eige­nen Ate­lier statt. Zudem sind wir Künstler*innen in ganz Fran­ken weit ver­streut. Da wir kei­ne eige­nen Ver­eins­räu­me haben, ist der Stamm­tisch beson­ders wich­tig. Wir tref­fen uns regel­mä­ßig am ers­ten Mitt­woch eines Monats, jedoch an wech­seln­den Loka­li­tä­ten. Genaue­res kann man der Web­site des Ver­eins unter www.formundfarbe-bamberg.com ent­neh­men. Der Stamm­tisch gibt uns die Mög­lich­keit zum zwang­lo­sen Mit­ein­an­der und Aus­tausch und för­dert den Zusammenhalt.

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Bar­ba­ra Wink­ler (links um Bild) und Andrea Land­wehr-Rat­ka bei der Pla­nung, Foto: Otto Ratka

Wie lan­ge sind Sie selbst jeweils schon in die ehren­amt­li­che Ver­eins­ar­beit ein­ge­bun­den und was ist Ihnen dabei beson­ders wichtig?

Bar­ba­ra Wink­ler: Ich bin seit 2005 Mit­glied bei Form+Farbe und seit 2012 mit kur­zer Unter­bre­chung des­sen Vorsitzende.

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Ich bin seit 2012 Mit­glied und seit 2021 2. Vorsitzende.

Bar­ba­ra Wink­ler: Der Ver­ein schafft Aus­stel­lungs­mög­lich­kei­ten, die der ein­zel­ne nicht bewerk­stel­li­gen könn­te. Uns ist wich­tig, dass die Aus­stel­lun­gen gut kon­zi­piert sind. Um die Qua­li­tät zu bewah­ren, ist eine stren­ge Jurie­rung notwendig.

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Auch gute Öffent­lich­keits­ar­beit ist not­wen­dig! Ich möch­te unse­re Mit­glie­der moti­vie­ren mit­zu­ge­stal­ten, ihnen Mut machen… ein offe­nes Ohr haben.

Bar­ba­ra Wink­ler: Mir ist außer­dem wich­tig, dass die ein­zel­nen Wer­ke so ange­ord­net sind, dass sie sich posi­tiv beein­flus­sen und ergän­zen. Das ist jedes Mal auf´s Neue ein span­nen­der Prozess!


Wor­in sehen Sie für den Ver­ein Entwicklungspotenzial?

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Das Poten­zi­al ist in jedem ein­zel­nen von uns. Je krea­ti­ver und offe­ner wir sind, des­to mehr wird mög­lich. Das konn­te man an unse­rem Pro­jekt 1000 Jah­re St. Ste­phan sehen, das wir in der Coro­na-Zeit durch­zo­gen. Damals waren die Kir­chen die ein­zi­gen Orte, die den Men­schen zugäng­lich waren. Oder unser Recy­cling-Pro­jekt, das so erfolg­reich war, dass es nach der Giech­burg ins Bau­ern­mu­se­um nach Frens­dorf und anschlie­ßend ins Stei­ger­wald­zen­trum wanderte.

Bar­ba­ra Wink­ler: Natür­lich ist es auch wich­tig, immer wie­der neue jun­ge Mit­glie­der zu gewinnen.


Gibt es kon­kre­te Zukunfts­pro­jek­te, über die Sie uns schon etwas ver­ra­ten kön­nen oder möchten?

Bar­ba­ra Wink­ler: Zum Jubi­lä­um erscheint ein wun­der­ba­res Book­let, das recht­zei­tig zur Aus­stel­lung zur Ver­fü­gung steht. Auch damit geben wir unse­ren Mit­glie­dern die Mög­lich­keit, öffent­lich in Erschei­nung zu treten.

Andrea Land­wehr-Rat­ka: Zusätz­lich haben wir in die­sem Jahr ein neu­es For­mat ent­wi­ckelt, wir nen­nen es „Gesprä­che über K(uns)t. Ein­zel­ne Mit­glie­der brin­gen sich mit ihren eige­nen The­men ein und öff­nen ihre Ate­liers für einen Abend. Sepp Kuf­fer hat den Anfang mit einem dada­is­ti­schen Vor­trag gemacht. Im Gespräch ist auch ein Gang durch den Wald mit der Mög­lich­keit, in sich zu gehen und die Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten, die der Wald bie­tet, künst­le­risch zu nut­zen. Die­ses Ange­bot kommt von unse­rem Mit­glied Her­bert Herlitz.

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Eli­sa­beth Gradl – by my Self. Foto: Eli­sa­beth Gradl

Zeit­ge­nös­si­sche Kunst auf der Giechburg

Aus­stel­lung: Zab­ro – Schät­ze im Turm

In der Giech­burg geht die Legen­de von Zab­ro um. Nun prä­sen­tie­ren in der Aus­stel­lung „Zab­ro – Schät­ze im Turm“ neun Künstler:innen zeit­ge­nös­si­sche Kunst in den mit­tel­al­ter­li­chen Mauern.

Mar­kant thront die Giech­burg über dem Tal mit Blick bis nach Bam­berg und in die nörd­li­che Frän­ki­sche Schweiz. Der Berg­fried ragt her­vor, der aus dem frü­hen 12. Jahr­hun­dert stammt und damit das ältes­te Bau­teil der mit­tel­al­ter­li­chen Anla­ge ist. Legen­den ran­ken sich um das Gemäu­er, so die Sage vom Zwerg von Freu­den­eck. Die­sem klein­wüch­si­gen Mann gelang es durch List und Hin­ter­list, die Gegend von Raub­rit­tern zu befrei­en und die geraub­ten Schät­ze zu bewah­ren. Sie wur­den in gehei­men Kel­lern ver­bor­gen, die bis heu­te nicht gefun­den wer­den konn­ten und vom Geist des Zab­ro bewacht werden.

Nun prä­sen­tie­ren in der Aus­stel­lung „Zab­ro – Schät­ze im Turm“ neun Künstler:innen zeit­ge­nös­si­sche Kunst in den mit­tel­al­ter­li­chen Mau­ern, wie das Land­rats­amt mit­teilt. Auf allen Stock­wer­ken des Giech­burg-Turms trifft Zeit­ge­nös­si­sches auf Mit­tel­al­ter, moder­ne Kunst­wer­ke kor­re­spon­die­ren mit dem Stein. Gegen­ständ­li­ches und Abs­trak­tes, Male­rei, Holz­schnit­te, Foto­gra­fie, Objek­te, Glas und Stein gehen einen Dia­log ein.

Teil­neh­men Gabi Dahl (Holz­schnitt), Ingrid Gloc-Hof­mann (Foto­gra­fie), Ire­ne Kress-Schmidt (Objek­te, Rea­dy­ma­de), Petra Krisch­ke (Male­rei, Objek­te), Sil­via Loben­ho­fer-Albrecht (Glas­ob­jek­te, Male­rei, sie­he Foto), Johan­nes Nürn­ber­ger (Bild­haue­rei), Jut­ta Schwarz (Male­rei, Aqua­rell), Mary Sych (Glas), Tine Zech (Male­rei, Objekte).

Die Aus­stel­lung ist bis 8. Sep­tem­ber, jeweils am Sams­tag, Sonn­tag und an Fei­er­ta­gen, in der Zeit von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

9. bis 30. Juni auf der Giechburg

Jah­res­aus­stel­lung Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Form und Farbe“

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„Fuß­ab­druck“: Unter die­sem Titel steht die Jah­res­aus­stel­lung der Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Form und Far­be“. Vom 9. bis 30. Juni wird die Schau auf der Giech­burg in Scheß­litz zu sehen sein, unter ande­rem geht es um Konsumkritik.

„Wenn über­pro­du­zier­te Schuh­soh­len spre­chen könn­ten, dann wür­den sie vom Fuß­ab­druck erzäh­len, den sie hin­ter­las­sen“ – so steht es laut einer Mit­tei­lung des Land­rats­am­tes Bam­berg auf einem Pla­kat zur dies­jäh­ri­gen Jah­res­aus­stel­lung des Ver­eins „Form und Far­be“ zu lesen, eine Ver­ei­ni­gung Kunst­schaf­fen­der aus Fran­ken. Denn: Mas­sen­haft über­pro­du­zier­te Schuh­soh­len, die in einer Lager­hal­le in Creu­ßen bereits im Früh­jahr 2023 zu einem Ent­sor­gungs­pro­blem gewor­den sei­en, beschäf­ti­gen die Künstler:innen in die­sem Jahr immer noch.

Ein Schwer­punkt der Aus­stel­lung ist ent­spre­chend Recy­cling bezie­hungs­wei­se der Gedan­ke „Wert­stoff statt Abfall“, so die Mit­tei­lung wei­ter. Dazu wur­den die unge­brauch­ten, über­schüs­si­gen und unan­sehn­li­chen Schuh­soh­len zu neu­en und ein­ma­li­gen Kunst­ob­jek­ten umgewandelt.

So hat sich die Künst­le­rin Andrea Land­wehr-Rat­ka bei ihren „Nana-Shoes“ etwa von Niki de Saint Phal­le inspi­rie­ren las­sen (sie­he Foto). Trotz der fro­hen Far­ben und ihrer spie­le­ri­schen Art steckt hin­ter den freund­li­chen Wer­ken laut Mit­tei­lung des Land­rats­am­tes Gesell­schafts­kri­tik am Kon­sum­ver­hal­ten. Eben­so stel­le sich die Fra­ge, wie der eige­ne Fuß­ab­druck aus­fällt und wel­che Spu­ren man hin­ter­las­sen hat und noch wird.

Ver­tre­ten in der Jah­res­aus­stel­lung sind ins­ge­samt 25 Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus der Regi­on, die sich in den unter­schied­lichs­ten Tech­ni­ken mit dem The­ma aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Die Ver­nis­sa­ge fin­det am 9. Juni um 14 Uhr auf der Giech­burg statt. Die Aus­stel­lung ist bis 30. Juni, jeweils sams­tags, sonn­tags und fei­er­tags von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Male­rei, Bild­hau­e­rerei, Zeichnungen

Stadt /​Land /​Fluss: Kunst­aus­stel­lung auf der Giechburg

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Im Berg­fried der Giech­burg ist ab 5. Mai die Aus­stel­lung „Stadt /​Land /​Fluss“ zu sehen. Sechs regio­na­le und über­re­gio­na­le Künstler:innen zei­gen zeit­ge­nös­si­sche Werke.

Die Pro­du­zen­ten­ga­le­rie Burg­kunst­adt zeigt die­ses Jahr in ihrer Aus­stel­lung auf der Giech­burg die Wer­ke von sechs Künstler:innen. Am 5. Mai beginnt die Schau unter dem Titel „Stadt /​Land /​Fluss“.

Chris­to­pher Lempfuhl aus Ber­lin gilt laut einer Mit­tei­lung des Land­rats­am­tes Bam­berg als Shoo­ting­star des zeit­ge­nös­si­schen Rea­lis­mus. Auf der Giech­burg zeigt er neo-impres­sio­nis­ti­sche Plein-air-Gemäl­de in Öl, die er mit blo­ßen Hän­den bei Wind und Wet­ter im Frei­en auf der Lein­wand model­lier­te. Außer­dem wer­den von Chris­to­pher Lempfuhl Aqua­rel­le zu sehen sein.

Men­no Fahl, eben­falls aus Ber­lin, befasst sich mit Plas­ti­ken, Reli­efs, Gemäl­den und druck­gra­phi­schen Arbei­ten über­wie­gend mit figür­li­chen, stark sti­li­sier­ten Moti­ven. Tie­re, mensch­li­che Figu­ren, Büs­ten und Köp­fe sind zu sehen, als Col­la­gen ver­ein­zelt zu Misch­we­sen zusammengesetzt.

Der Ber­li­ner Bild­hau­er Klaus W. Rieck zeigt bei „Stadt /​Land /​Fluss“ Stein­skulp­tu­ren aus Mar­mor, Tra­ver­tin und Gra­nit. Durch Höh­lun­gen und Durch­brü­che öff­net Rieck die Stei­ne für das betrach­ten­de Auge. Sei­ne Arbei­ten sol­len dabei aber weder Abbild noch Abs­trak­ti­on sein. Viel­mehr will er die visu­el­le und hap­ti­sche Erschei­nung des Mate­ri­als erkunden.

Hei­ke Pil­le­mann aus Mün­chen zeigt Zeich­nun­gen und Hin­ter­glas­bil­der, auf denen sie roh und sub­til zugleich anmu­ten­de Wel­ten erschafft. Bil­der­wel­ten der Kon­fron­ta­ti­on, manch­mal durch Far­be auf­ge­hei­tert, und Sze­nen vol­ler merk­wür­di­ger Bege­ben­hei­ten bestim­men ihre Werke.

Der Holz­bild­hau­er Cle­mens Heinl aus Schwa­bach steu­ert ket­ten­ge­säg­te Holz­fi­gu­ren zur Aus­stel­lung bei. Für ihn gehö­ren das Mate­ri­al und die ihm inne­woh­nen­den Span­nun­gen sub­stan­ti­ell zur Figur.

Und der Maler Micha­el Waitz aus Ber­lin ent­wirft in sei­nen figür­li­chen Gemäl­den eine Welt, deren grund­le­gen­de Zuta­ten aktu­el­le Pro­zes­se und all­ge­mei­ne Ver­hält­nis­se der jewei­li­gen Umge­bung sind. Auf sur­re­al anmu­ten­den, oft iro­nisch gemein­ten, nicht sel­ten ins Gro­tes­ke über­spie­len­den Bil­dern ver­sucht der Künst­ler, die Rela­ti­vi­tät der Zeit zu hinterfragen.

Bau- und Wirtschaftsausschuss

Land­kreis: 5,3 Mil­lio­nen für Infra­struk­tur, Bil­dung und Giechburg

Der Bau- und Wirt­schafts­aus­schuss des Land­krei­ses Bam­berg hat Mit­tel für Bau­maß­nah­men an Kreis­stra­ßen, der Giech­burg und der Real­schu­le Scheß­litz bewil­ligt. Fast die Hälf­te der ver­an­schlag­ten 5,3 Mil­lio­nen Euro geht dabei in die Sanie­rung der Schule.

„Wir set­zen unse­re Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur, Bil­dung und Kul­tur kon­se­quent fort“, zitiert eine Mit­tei­lung des Land­rats­am­tes Land­rat Johann Kalb. Am Don­ners­tag hat­ten der Bau- und Wirt­schafts­aus­schuss des Land­krei­ses jeweils ein­stim­mig die Pla­nung und den Bau von Kreis­stra­ßen, Geh- und Rad­we­gen, die Erwei­te­rung und Gene­ral­sa­nie­rung der Real­schu­le Scheß­litz sowie die Sanie­rung der Giech­burg mit einem Volu­men von 5,3 Mil­lio­nen Euro bewilligt.

1,25 Mil­lio­nen Euro davon sol­len in einen 760 Meter lan­gen Aus­bau der Kreis­stra­ße BA 3 von Seuß­ling bis zur Land­kreis­gren­ze Forch­heim gehen. Im Zuge die­ses Pro­jek­tes sol­len auch ein Geh- und Rad­weg neu gebaut wer­den. 675.000 Euro flie­ßen laut Pla­nung in neue Geh- und Rad­weg an der Kreis­stra­ße BA 38 zwi­schen Laim­bach und Gerach. Wei­ter­hin soll die Kreis­stra­ße BA 16 zwi­schen Zücks­hut und Lau­bend aus­ge­baut wer­den und dafür einen Betrag von 799.827 Euro erhalten.

Für die Erwei­te­rung und Gene­ral­sa­nie­rung der Real­schu­le Scheß­litz ver­ga­ben die Aus­schüs­se mit 2,2 Mil­lio­nen Euro die größ­te Sum­me. Der Betrag fließt dabei in Außen­an­la­gen (551.266 Euro), Roh­bau­ar­bei­ten (565.421 Euro), Zim­me­rer­ar­bei­ten (158.906 Euro), Gerüst­ar­bei­ten (47.509 Euro), Dach­ab­dich­tungs­ar­bei­ten (175.000 Euro), Klemp­ner­ar­bei­ten (210.897 Euro), Ein­rich­tung PCB-Räu­me (480.453 Euro).

Gehegt und gepflegt soll auch die Giech­burg, als Wahr­zei­chen des Land­krei­ses Bam­berg, wer­den. Für den Gerüst­bau und die Sanie­rung der Umweh­rung der Ost­mau­er ver­an­schlag­ten Bau- und Wirt­schafts­aus­schuss nach ent­spre­chen­den Aus­schrei­bun­gen 123.398 Euro und 409.268 Euro.

Und zuletzt hat das Land­rats­amt auch sich selbst nicht über­se­hen. Im Gebäu­de in der Lud­wig­stra­ße bedür­fen die bei­den Auf­zü­ge einer Über­ho­lung. Dies Kos­ten hier­für lie­gen bei 140.415 Euro.

Viel­sei­tig­keit der Hobbykunst

Pfingst­aus­stel­lung auf der Giech­burg öff­net rechtzeitig

Fans von Hob­by­kunst auf­ge­passt: Vom 22. Mai bis 27. Juni ver­an­stal­tet der Land­kreis Bam­berg die Pfingst­aus­stel­lung auf der Giech­burg. Auf dem Gelän­de der Burg­rui­ne Giech, nord-öst­lich von Bam­berg gele­gen, wer­den Wer­ke aus pri­va­ter Pro­duk­ti­on aller Gen­res gezeigt.

Am 29. April war für die teil­neh­men­den Künstler*innen Abga­be­tag ihrer Wer­ke für die alle zwei Jah­re kos­ten­los statt­fin­den­de Pfingst­aus­stel­lung auf der Giech­burg. Rena­te Küh­horn, Fach­be­reichs­lei­te­rin für Kul­tur und Sport beim Land­rats­amt Bam­berg und Mar­ti­na Alt, Orga­ni­sa­to­rin der Aus­stel­lung, haben für die dies­jäh­ri­ge Aus­stel­lung 173 Wer­ke von 51 Kunst­schaf­fen­den gezählt.

„Es gibt in der Regi­on weni­ge Mög­lich­kei­ten für Hob­by-Künst­ler, ihre Wer­ke zu prä­sen­tie­ren. Die Pfingst­aus­stel­lung auf der Giech­burg gibt ihnen solch eine Chan­ce. 2021 neh­men zwar nicht so vie­le Leu­te wie 2017 teil, damals sind 250 Wer­ke abge­ge­ben wor­den, aber die Stil­pa­let­te geht auch dies­mal wie­der quer­beet durch alle Gen­res und Dar­stel­lungs­for­men. Es konn­te uns alles gebracht wer­den, was unter Bil­den­de Kunst fällt.”

Gemäl­de, Skulp­tu­ren, Plas­ti­ken – die regio­na­le pri­va­te Kunst­pro­duk­ti­on ist viel­fäl­tig. Um die­se wie­der­zu­ge­ben, wer­den alle ein­ge­reich­ten Wer­ke auch ihren Platz in der Aus­stel­lung fin­den. Künst­le­ri­sche und qua­li­ta­ti­ve Vor­ga­ben hat das Land­rats­amt dabei kei­ne gemacht. Das Wag­nis, damit nicht allen Ansprü­chen gerecht zu wer­den, geht Frau Küh­horn ein. „Ja, es gibt die­ses Risi­ko, aber wenn es bekannt ist, das es sich um eine Aus­stel­lung für Hob­by­künst­ler han­delt, dann neh­men wir das in Kauf.”

Da die 7‑Ta­ges-Inzi­denz im Land­kreis mitt­ler­wei­le unter 100 ist, sind wie­der Prä­senz­be­su­che unter Berück­sich­ti­gung eines ent­spre­chen­den Schutz- und Hygie­ne­kon­zep­tes. Aller­dings sind Ter­min­ver­ein­ba­run­gen not­wen­dig. Die­se sind online mög­lich unter https://www.landkreis-bamberg.de/ oder kurz­fris­tig vor Ort, falls noch Ter­mi­ne frei sind.

Zusätz­lich bie­tet das Land­rats­amt in den nächs­ten Tagen unter dem­sel­ben Link einen vir­tu­el­len Rund­gang durch die Aus­stel­lung an.

Aus­stel­lung auf der Giechburg


22. Mai bis 27. Juni

Öff­nungs­zei­ten:

Sams­tag, Sonn- und Fei­er­tag jeweils 12 bis 18 Uhr