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Jubiläum

Von der Schü­ler­band zum Bam­ber­ger Aushängeschild

Bam­bäg­ga fei­ert 20jähriges Jubiläum

In die­sem Jahr fei­ert die Hip-Hop-Band Bam­bäg­ga ihr 20jähriges Bestehen. Dazu wird es im Okto­ber einen gro­ßen Jubi­lä­ums-Abend mit Kon­zert geben. Wir haben uns mit Mit­grün­der und Front­mann Jonas Ochs unter­hal­ten, der auf eini­ge Anek­do­ten aus den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten zurück­bli­cken konnte.

„Mein ers­ter Berufs­wunsch, war tat­säch­lich Müll­fah­rer“, erin­nert sich Jonas Ochs. „Mich hat das total begeis­tert, wie die Leu­te sich da hin­ten auf die­ses Tritt­brett stel­len konn­ten, mit einer Hand fest­hal­ten und dann bist du an der fri­schen Luft.“ Die­ser Kind­heits­traum erfüll­te sich zwar – zumin­dest bis­her – nicht. Den­noch merkt man Jonas Ochs an, dass er sei­nen Traum­be­ruf gefun­den hat. Und auch alle wei­te­ren Berei­che, in denen er enga­giert ist, geben ihm offen­sicht­lich Ener­gie.
Nach sei­nem Abitur absol­vier­te Jonas Ochs sei­nen Zivil­dienst bei der Lebens­hil­fe, wo nach Abschluss sei­nes Sozi­al­päd­ago­gik-Stu­di­ums dann fest anfing und jetzt das ambu­lant unter­stütz­te Woh­nen lei­tet. Zuvor hat­te er als Teen­ager mit 2 Mit­strei­tern noch zu Schul­zei­ten Bam­bäg­ga gegründet.

Die Hop-Hop-Band mit inzwi­schen ver­än­der­ter Beset­zung war und ist auch stän­dig im sozia­len Bereich aktiv, wor­aus sich auch immer Berüh­rungs­punk­te mit der Lebens­hil­fe, wo sie unter ande­rem Work­shops mit Mit­ar­bei­ten­den abhält.


Der Bäg­ga hat gerufen

Bam­bäg­ga wur­de 2005 von Jonas Ochs, Franz Blä­ser und Con­stan­tin Kern ali­as Cony MC gegrün­det, spä­ter stieß DJ Migh­ty Mike dazu.
Cony MC ist mitt­ler­wei­le Trai­ner im Nach­wuchs bei Alba Ber­lin, den­noch wei­ter­hin Teil der Band, zu der als drit­tes Mit­glied seit 15 Jah­ren David Ochs ali­as DJ Adam gehört, der wie sein Bru­der bei der Lebens­hil­fe arbei­tet, er ist bei Inte­gra Mensch zustän­dig für den Bereich „aus­ge­la­ger­te Arbeits­plät­ze für Men­schen mit Behinderung“.

Die ers­te CD erschien bereits im Grün­dungs­jahr – „Der Bäg­ga hat geru­fen“. Von der Pro­duk­ti­on her sei es noch „total hemds­är­me­lig“ gewe­sen, beschreibt es Jonas Ochs. Das ers­te Lied ent­stand mit einem Auf­nah­me­ge­rät in der Bäcke­rei Schül­ler, das letz­te nachts vor dem und beim Gie­cher Beck, und der Bäcker selbst durf­te Piz­za­le­ber­käs-Sprü­che auf­sa­gen. Das The­ma Brot und Backen zieht sich durch die fol­gen­den CD-Ver­öf­fent­li­chun­gen der Bambägga.

„Das war anfangs schon sehr do-it-yours­elf-mäßig. Als wir das ers­te Mal im Stu­dio waren, hat uns der Stu­dio­tech­ni­ker die Knöp­fe gezeigt und dann haben wir auf­ge­nom­men.“ Um die Ein­stel­lun­gen iden­tisch zu haben, wur­den mit einer ana­lo­gen Kame­ra Fotos gemacht und beim nächs­ten Mal die Reg­ler wie­der genau­so ein­ge­stellt wie auf dem Foto. Die CD-Book­lets haben die Jungs damals selbst zusam­men­ge­stellt, geschnit­ten und dann in die CD-Hül­len gepackt.

Nach­dem die ers­te CD mit einer Auf­la­ge von 150 Stück, die mitt­ler­wei­le Samm­ler­wert hat, ver­grif­fen war, gab es kei­ne Nach­pro­duk­ti­on, son­dern die Band mach­te sich direkt an die zwei­te CD, bei der viel mehr Wert auf Details gelegt wur­de und die Pro­duk­ti­on schon deut­lich pro­fes­sio­nel­ler gelau­fen sei. „Ein ech­ter ers­ter Mei­len­stein war dann die drit­te CD, weil wir dann auch mal mit einer Live­band im Stu­dio waren und die Sachen rich­tig ein­ge­spielt haben mit Leu­ten, die wirk­lich damals schon lan­ge im Musik­ge­schäft waren.“

Mitt­ler­wei­le geht das Gan­ze wesent­lich schnel­ler, die Tech­nik und ein ein­ge­spiel­tes Team machen es mög­lich. „Pyro­mu­sic von Alex­an­der Döbe­r­ei­ner ist unser Haus- und-Hof-Stu­dio seit Ewig­kei­ten und Alex hat die Vor­ein­stel­lun­gen. Ich gehe dahin und rap­pe ein Lied ein und bin nach einer Stun­de fer­tig, es ist deut­lich vereinfachter.“


Live-Pre­mie­re: Zwi­schen Kara­te-Grup­pe und Flohmarkt-Eröffnung 

Bevor die Band los­leg­te, hat­te Jonas Ochs schon eini­ge Jah­re für sich allei­ne Hip-Hop ein­stu­diert. „Als ich 13, 14 war, war das umgäng­lich. Eine damals sehr ange­sag­te Band waren die „Abso­lu­ten Beg­in­ner“, die haben in Bam­berg ein Kon­zert gege­ben, und da war eigent­lich jeder dort“, erin­nert sich Jonas Ochs „Und dann habe ich das zum ers­ten Mal gese­hen und woll­te das unbe­dingt auch machen.“ Inspi­riert hat ihn dann vor allem das Album „Blau­er Samt“ von Torch. Mit Torch, einem der ers­ten Deutschrap­per, ergab sich spä­ter ein Kon­takt, der bis heu­te anhält und der Bam­bäg­ga auch schon zwei Mal buchte.

Jonas Ochs begann im Stil­len und Ver­bor­ge­nen, es gab kein Inter­net, es gab kein Tuto­ri­al, er kann­te auch nie­man­den, der schon Hip-Hop gemacht hat­te. Also brach­te er es sich in müh­sa­mer Klein­ar­beit bei. Er hat CD-Tex­te abge­schrie­ben, gelernt, wie Rei­me gesetzt wer­den, und dann sei­ne Skiz­zen erst mal im Schuh­kar­ton ver­staut, bis er über­haupt den Mut gefasst hat, sich auch auf dem Pau­sen­hof vor den Kum­pels zu prä­sen­tie­ren. Erst Rich­tung Schul­ab­schluss war es so weit. Vor 20 Jah­ren hat er sei­nen Zivil­dienst in der Lebens­hil­fe absol­viert und damit hat qua­si auch Bam­bäg­ga begon­nen. „Der Mut und auch das Selbst­be­wusst­sein von Men­schen mit Behin­de­rung hat mich damals ange­steckt. Ich hat­te das Gefühl, ich muss mir ein­fach mal eine Schei­be abschnei­den und sagen, ich mache das jetzt ein­fach. Egal ob jemand sagt, ich sei der gro­ße Super­star und mega talen­tiert, ein­fach machen. Das kann ich mir echt auch von unse­ren Kli­en­ten bis heu­te abschau­en.“ Hät­te er nicht bei der Lebens­hil­fe gear­bei­tet, hät­te es ver­mut­lich Bam­bäg­ga nie gege­ben. „Ich hät­te mich das wahr­schein­lich nie getraut, weil ich eigent­lich per se eher ein schüch­ter­ner Typ war. Und ganz weit weg davon zu glau­ben, ich mache irgend­wann mal einen Pod­cast mit dem Bio­gärt­ner Sebas­ti­an Nie­der­mai­er und hän­ge als Mus­ke­tier am Ertl. Oder ich sit­ze jetzt hier und rede über 20 Jah­re Band und 850 Kon­zer­te. Da habe ich echt viel durch die Begeg­nung mit unse­ren Kli­en­ten für mich mitgenommen.“

Den ers­ten Live-Auf­tritt hat­te Bam­bäg­ga 2005 in Forch­heim Nord bei einem Stadt­teil­fest. „Vor uns war eine Kara­te-Grup­pe, nach uns wur­de der Floh­markt eröff­net. Es geht nicht unspek­ta­ku­lä­rer“, sagt Ochs und lacht, „also von daher sage ich jetzt auch jeder Nach­wuchs­band, ´war­tet nicht auf die­sen gro­ßen Moment, son­dern star­tet klein‘. Das alles sind Erfah­run­gen, die man macht und die uns geprägt haben. Die Gage waren übri­gens zwei Spe­zi und a Brat­wurst­bröd­la pro Person.“

Im glei­chen Jahr hat Bam­bäg­ga dann auch bereits begon­nen, eige­ne Ver­an­stal­tun­gen zu machen, im dama­li­gen bfz-Kel­ler und im Immer­hin sind sie danach unter ande­rem öfters auf­ge­tre­ten – und der Radi­us wur­de rasch und suk­zes­si­ve grö­ßer. „Wir haben ein­fach alles ange­schrie­ben und wir sind durch ganz Deutsch­land gefah­ren. Wir haben Demo-CDs gebrannt und dann in der Brot­zeit­tü­te – wegen Bam­bäg­ga – an alle Jugend­zen­tren in Deutsch­land ver­schickt mit einem selbst geschrie­be­nen Brief. So haben wir die Gigs akqui­riert.“ Wäh­rend damals quer durch Deutsch­land über­all gespielt wur­de, sei es mitt­ler­wei­le regio­na­ler geworden.

Auch bis zum ers­ten rich­tig gro­ßen Auf­tritt dau­er­te es nicht lan­ge. Die­ser ist auch eines der High­lights aus zwei Bam­bäg­ga-Jahr­zehn­ten, an die sich Jonas Ochs leb­haft erin­nert. „Wir waren Vor­band von den Fan­tas­ti­schen Vier. Das ers­te Mal spiel­ten wir wirk­lich vor rich­tig viel Publi­kum, in Coburg auf dem Schloss­platz. Uns gab es damals ein­ein­halb Jah­re, wir hat­ten uns die Plat­ten­spie­ler aus dem Jugend­zen­trum am Mar­ga­re­ten­damm aus­ge­lie­hen und stan­den vor 6.000 Leu­ten als Vor­band der Fan­tas­ti­schen Vier.“ Hat­ten sie in Forch­heim Nord oder im Immer­hin vor maxi­mal 100 Leu­ten gespielt, stan­den in Coburg plötz­lich tau­sen­de Leu­te vor der Büh­ne. Die­ser Auf­tritt hat Bam­bäg­ga außer­dem an dem Tag vie­le Kon­tak­te und neue Kon­zer­te beschert. Was für Jonas Ochs immer wie­der High­lights sind, sind Momen­te im Klei­nen, die eher nach­denk­li­cher sind. „Wir haben ja auch Work­shops gemacht beim Hos­piz­ver­ein, mit Men­schen, die Men­schen ver­lo­ren haben und dar­über einen Song gemacht haben. Und da ist es schön zu sehen, was Hip-Hop oder das Tex­te­schrei­ben und das Rap­pen Leu­ten auch im Klei­nen geben kann.“


Sozia­les Enga­ge­ment von Anfang an ein wich­ti­ges Element

Die Arbeit der anfangs erwähn­ten Müll­ab­fuhr hat neben der Auf­ga­be auch eine wich­ti­ge sozia­le Kom­po­nen­te. Etwas das auch den Mit­glie­dern von Bam­bäg­ga immer wich­tig war. „Mit Men­schen in Kon­takt sein und auch der Gesell­schaft was zurück­ge­ben ist was, was auch wir immer machen woll­ten. Ich glau­be, ich spre­che für die gan­ze Band, aber für mich per­sön­lich ist es etwas Nütz­li­ches“, so der 39jährige. Die Jungs sahen sich von Anfang an nicht als Busi­ness-Typen, betont Ochs. „Bestimmt hät­te man in den letz­ten 20 Jah­ren mal so retro­spek­tiv gese­hen in dem einen oder ande­ren Moment auch cle­vere­re Busi­ness-Ent­schei­dun­gen tref­fen oder sich bes­ser ver­kau­fen kön­nen, aber das war jetzt nie der Ansatz. Wir haben immer ver­sucht, nach dem Herz zu ent­schei­den und sind uns da hof­fent­lich auch soweit treu geblie­ben.“ Was sie aller­dings auch konn­ten, weil sie trotz­dem auch schnell gemerkt haben, dass ihr musi­ka­li­sches Wir­ken „wahr­schein­lich mit dem Namen, mit dem Stand­ort und unse­rem Talent für die ganz gro­ßen Büh­nen nicht reicht, da haben wir uns rela­tiv schnell auch sel­ber ein­schät­zen kön­nen.“ Alle haben ihren Voll­zeit­job und mit der Band schon weit mehr erreicht als sie sich hät­ten vor­stel­len kön­nen. „Wenn man nicht muss, ist vie­les deut­lich ent­spann­ter und auch nur von Lei­den­schaft geprägt.“

Jonas Ochs zu Anfangs­zei­ten von Bam­bäg­ga, Foto: Paul Linsen

Das Spek­trum der Band an Auf­trit­ten ist breit. Die Jungs haben mit dem Hos­piz­ver­ein mit Men­schen, die Ange­hö­ri­ge ver­lo­ren haben, gear­bei­tet. Sie haben mit Men­schen mit Behin­de­rung gerappt. Sie haben Senio­ren­heim­kon­zer­te wäh­rend Coro­na gemacht. „Vom Spek­trum her gibt es eigent­lich in den 20 Jah­ren fast nichts, was nicht pas­siert ist. Und von daher haben wir da schon ziem­lich alle Lebens­be­rei­che vom Ele­men­tar-Früh­kind­li­chen bis hin zu den Senio­ren alles abge­deckt“, reüs­siert Ochs.

Die Band war auch in Russ­land, in Hong­kong oder in Sara­je­vo aktiv. In Russ­land, auf Initia­ti­ve des Goe­the-Insti­tuts, war die längs­te eine fünf Wochen dau­ern­de Tour. Bam­bäg­ga spiel­te in Mos­kau unter­halb vom Roten Platz auf einem Schiff, in Irkutsk in Sibi­ri­en bei minus 27 Grad. In Russ­land wie in Hong­kong oder Sara­je­vo – stets wur­den Kon­zer­te mit Work­shops ver­bun­den. Auch hier war ein sozia­ler Aspekt, ein Bil­dungs­auf­trag, inklu­diert. „Bil­dungs­un­ter­richt mit anzu­bie­ten ist uns auch wich­tig. Wo kommt Hip-Hop her, aus wel­chem sozia­len Ursprung, was ist die eigent­li­che Auf­ga­be? Man braucht nicht unglaub­lich viel Talent, man braucht nicht super Deutsch­kennt­nis­se, muss kei­ne Noten lesen kön­nen und trotz­dem kannst du ein musi­ka­li­sches Ergeb­nis in kür­zes­ter Zeit kre­ieren. Inner­halb einer Stun­de konn­ten die Kin­der mit uns rap­pen – auf Deutsch. Ohne dass sie Deutsch­kennt­nis­se oder wir Kennt­nis­se der Lan­des­spra­che hat­ten. Spra­che als Bot­schaft sozu­sa­gen. Deutsch kann ja auch eine coo­le Spra­che sein. Auch nor­ma­les Hoch­deutsch hat wirk­lich vie­le Mög­lich­kei­ten und Räu­me, krea­ti­ve Bil­der ent­ste­hen zu las­sen. Und nicht ohne Grund sind wir das Land der Dich­ter und Den­ker. Und das so ein biss­chen in die Neu­zeit zu trans­por­tie­ren, war auch unser Anspruch.“ Dazu woll­te die Band auch immer sym­pa­thisch die Stadt reprä­sen­tie­ren. „Zu sagen, hey, wir kom­men aus Bam­berg, das ist ein wun­der­schö­ner klei­ner Ort. So haben wir auch immer ver­sucht, ein­fach gute Bot­schaf­ter für unse­re Stadt zu sein“, so Ochs. „Und haben da eigent­lich echt nur posi­ti­ve Erfah­run­gen gemacht.“


Kom­po­nie­ren am Strand zur Erholung

Wäh­rend die Rap­per Jonas Ochs und Cony MC die Tex­te schrei­ben und kom­po­nie­ren, pro­du­zie­ren haupt­säch­lich drei Part­ner die Beats: Ral­le-Beats, 85 Dezi­bel und Scratch‑D. David Ochs spielt als DJ Beats ab, macht aber auch Live-Scrat­ching und bringt da auch noch­mal sei­ne indi­vi­du­el­le Note mit ein. Er konn­te dem Bru­der schon als Kind über die Schul­ter schau­en und ent­wi­ckel­te auch früh sei­ne Lie­be zur Musik. Mitt­ler­wei­le ist er seit 15 Jah­ren bei Bam­bäg­ga, legt aller­dings auch selbst­stän­dig als DJ Adam auf und pro­du­ziert selbst Musik. „Ande­re krie­gen zur Kon­fir­ma­ti­on eine Uhr oder Geld und David hat halt sei­ne ers­ten Plat­ten­spie­ler bekom­men“, erin­nert sich Jonas Ochs. „Und er hat dann, als er 14 war, ange­fan­gen auf­zu­le­gen, zu mixen und als bei uns der DJ aus­ge­stie­gen ist, weil er nach Leip­zig gezo­gen ist, dann stieß David zu uns.“

Das Musik­ma­chen, das Kom­po­nie­ren, Schrei­ben und Tex­ten bezeich­net Jonas Ochs als pure Ent­span­nung, „wie wenn ich mich mas­sie­ren las­se.“ Auch im Pfings­t­ur­laub an der Adria ging er früh um sie­ben raus an den Strand, um Tex­te zu schrei­ben ins Han­dy zu rap­pen und Skiz­zen zu machen, und kam anschlie­ßend mit fri­schen Bröt­chen zu Frau und Töch­tern zurück ins Hotel.

Die Band hat­te von Anfang an den Anspruch, als Kin­der die­ser Stadt der Stadt einen coo­len Stem­pel auf­zu­drü­cken. „Wir beschlos­sen, wir nen­nen uns Bam­bäg­ga, wir sind von hier, wir erzäh­len von hier Geschich­ten. Und ich woll­te, dass irgend­ei­ner ein­mal auf einer CD „Bam­berg“ sagt. Von Leu­ten unter 50. Also, dass Jugend­li­che sich mit dem Stand­ort iden­ti­fi­zie­ren und dass auch Gene­ra­tio­nen dar­über hin­aus das als einen coo­len Ort sehen, und wit­zi­ge Geschich­ten erzäh­len.“ Das ist der Band jetzt die ers­ten 20 Jah­re gelun­gen. Mitt­ler­wei­le gibt es eine Gene­ra­ti­on von 50 plus, die sel­ber frü­her mit Hip-Hop groß gewor­den ist. „Das gab’s ja damals noch nicht. Hip-Hop ist immer noch eine Jugend­kul­tur“, sagt Jonas Ochs. Und viel der Besu­cher von damals kom­men jetzt mit ihren Kin­dern zu Bambägga.

Im August gibt es wie­der eine Koope­ra­ti­on mit dem Hos­piz­ver­ein. In die­sem Jahr sicher­lich noch eini­ge wei­te­re Lie­der. Und am 17. Okto­ber im Live-Club den Jubi­lä­ums­abend, bei dem alle ehe­ma­li­gen Band­mit­glie­der vor Ort sein wer­den, dazu jede Men­ge Spe­cial Guests und Weg­ge­fähr­ten, die die Band seit damals beglei­tet haben. Geplant ist zwei­ein­halb Stun­den Live-Show nur von Bam­bäg­ga, dazu Tanz­ein­la­gen und ver­schie­de­ne Spe­cial-Effekts. Und ver­mut­lich wird Jonas Ochs beim gro­ßen Jubi­lä­ums­abend die eine oder ande­re wei­te­re Anek­do­te zum Bes­ten geben, für den es noch Kar­ten gibt.

Und wer weiß: Viel­leicht ergibt sich nach 20 Jah­ren Hip-Hop-Geschich­te in Bam­berg und Aktio­nen in vie­len Gegen­den der Welt auch wäh­rend der nächs­ten 20 Jah­re noch die Mög­lich­keit, ein Rap-Video auf dem Tritt­brett eines Müll­wa­gens zu dre­hen. „Wenn das hier die zustän­di­gen Müll­ab­fuhr­un­ter­neh­men lesen, ich bin rea­dy, also ich wür­de ger­ne mal auch ein­fach auf einem Müll­wa­gen ein Rap-Video dre­hen. Das fän­de ich auf jeden Fall geil“, so Jonas Ochs.

Mehr als 1000 Besu­cher beim Tag der offe­nen Tür

Mas­sen­an­sturm auf den Kulturboden

Die Erfolgs­ge­schich­te, von der Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder im offi­zi­el­len Teil anläss­lich des 10-jäh­ri­gen Bestehens des Kul­tur­bo­dens in Hall­stadts Stadt­mit­te schwärm­te, schlug mit der Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung ein neu­es Kapi­tel auf, zu der mehr als 1.000 Besu­cher in den Kul­tur­bo­den kamen.

Der Ansturm zum Tag der offe­nen Tür über­traf die kühns­ten Erwar­tun­gen der Ver­an­stal­ter. Mehr als 1.000 Besucher*innen erleb­ten ein mehr­stün­di­ges Büh­nen­pro­gramm, das einen Schnell­durch­lauf des Jah­res­pro­gram­mes mit rund 100 öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen im Kul­tur­pro­gramm abbil­de­te: Schla­ger, Gos­pel, Kaba­rett, Rock, Thea­ter, Kin­der­pro­gramm. „Wir wol­len mit die­sen acht Auf­trit­ten ein biss­chen was von der Band­brei­te des Jah­res zei­gen, mit der wir jeden Abend eine ande­re Ziel­grup­pe anspre­chen“, hat­te Kul­tur­bo­den-Chef Wolf­gang Heyder als Ziel­set­zung ausgegeben.

Was gelang. In jeweils 20-minü­ti­gen Slots mach­ten die Künst­ler auf sich und anste­hen­de Auf­trit­te auf­merk­sam und wur­den mit viel Bei­fall belohnt. Köst­lich die Bam­ber­ger Schau­spie­ler Patrick L. Schmitz und Gerald Leiß mit ihrer Heinz-Erhardt-Par­odie, stimm­ge­wal­tig Mari­na Sei­del aus Gefrees mit ita­lie­ni­schen Lie­dern und ame­ri­ka­ni­schen Gos­pels von Gian­na Nan­ni­ni bis Caro­le King. Eben­so beein­druck­te die Bam­ber­ger TV-Rock­röh­re Egon Herrn­le­ben mit Rock­klas­si­kern. Sebas­ti­an Schön­mo­ser nahm die Kin­der, die sich vor­her hat­ten schmin­ken las­sen kön­nen, mit auf eine Schiffs­rei­se. Mit viel Lokal­ko­lo­rit sti­mu­lier­te Kaba­ret­tist Mäc Här­der die Lach­mus­keln, wohn­te er doch 19 Jah­re lang in Hall­stadt: „Dass Hall­stadt sau­reich ist, hat man im Schwimm­bad erle­ben kön­na. Weil wer kann sich gleich zwei so dicka Bade­meis­ter leis­ten?“ Der Erlan­ge­ner Klaus-Karl Kraus erin­ner­te humor­voll an Tugen­den aus der Jugend­zeit, die kei­nem gescha­det hät­ten, wie die „Watschn vom Leh­rer“. Wolf­gang Reich­mann steu­er­te schon auf die Bam­ber­ger OB-Wahl zu und fand einen neu­en Titel für die Lokal­zei­tung: „FT steht doch für Feh­ler­teu­fel.“ Alle drei Kaba­ret­tis­ten per­si­flier­ten köst­lich die Beson­der­hei­ten der bis­wei­len para­do­xen frän­ki­schen Spra­che und Eigen­hei­ten. „Host a Bäppn an der Bappn, will dei Puppn nim­mer pop­pen.“ Und sie lob­ten den Kul­tur­bo­den als idea­le Stät­te für Klein­kunst. Klaus-Karl Kraus erfreu­te sich am „Gefühl, dass das Publi­kum mit auf der Büh­ne steht“. Für Wolf­gang Reich­mann war klar, dass „mit der Über­nah­me durch das Ehe­paar Heyder pau­sen­los ein High­light nach dem ande­ren folgt und dass ich als Fas­ten­pre­di­ger seit bald zehn Jah­ren dazu gehör‘, ist für mich schon eine Aner­ken­nung“. Für Mäc Här­der ist der Kul­tur­bo­den eine „Super-Ein­rich­tung“, weil man als „Künst­ler und Kaba­ret­tist ganz nah am Publi­kum ist“.

Was auch umge­kehrt gilt: Vie­le der Besucher*innen, die mitt­ler­wei­le schon aus ganz Fran­ken, von Hof bis Würz­burg und Coburg bis Nürn­berg, sowie aus der Ober­pfalz und Thü­rin­gen kom­men, nut­zen die Gele­gen­heit, nach dem Gast­spiel mit ihrem Künst­ler in Kon­takt zu kom­men, sei es zum Gespräch, Auto­gramm oder Selfie. 

Auf gro­ßes Inter­es­se stie­ßen auch die Füh­run­gen mit Blick hin­ter die Kulis­sen, bei denen Wolf­gang Heyder auch Vor­schlä­ge für künf­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen auf­nahm. Dabei lob­te er die Leis­tun­gen der Hel­fer im Hin­ter­grund, die für Auf­bau und Sau­ber­keit sor­gen. „Ges­tern Abend hat­ten wir ein Rock­kon­zert mit einem prop­pen­vol­len Saal und heu­te Mor­gen hat man davon nichts mehr gemerkt und alles stand bereit für den Tag der offe­nen Tür.“ Den immensen Auf­wand an Logis­tik und deren Sorg­falt hat­te zuvor auch schon Bür­ger­meis­ter Söder gelobt: „Der Kul­tur­bo­den ist nun seit zehn Jah­ren in Betrieb und schaut fast noch aus wie am ers­ten Tag.“

Förm­lich über­rannt wur­de das Per­so­nal bei der Ticke­tak­ti­on, bei der fast vier Stun­den lang zwei Ein­tritts­kar­ten zum Preis von einer erwor­ben wer­den konn­ten. Die War­te­schlan­ge reich­te zeit­wei­se quer durch das Foy­er bis zur Gar­de­ro­be und Hun­der­te nutz­ten die­se ein­ma­li­ge Gelegenheit.

10 Jah­re Kul­tur­bo­den Hall­stadt – ein Grund zum Feiern!

Tag der offe­nen Tür im Kul­tur­bo­den Hall­stadt am Sonntag

Seit sei­ner Eröff­nung im Jahr 2015 hat sich der Kul­tur­bo­den Hall­stadt als fes­te Grö­ße in der regio­na­len Kul­tur­land­schaft eta­bliert. Am Sonn­tag, dem 28. Sep­tem­ber, wird das zehn­jäh­ri­ge Jubi­lä­um mit einem Tag der offe­nen Tür gefeiert.

Inner­halb eines Jahr­zehnts ist der Kul­tur­bo­den zu einem leben­di­gen Ort und zur Kul­tur­stät­te für Kaba­rett, Come­dy, Kon­zer­te, Thea­ter, Tagun­gen und Fei­ern gewor­den – auch weit über die Gren­zen Hall­stadts hinaus.

Am Sonn­tag, dem 28. Sep­tem­ber 2025, wird die­ses Jubi­lä­um gebüh­rend gefei­ert: Von 12 bis 17 Uhr erwar­tet die Besucher:innen ein abwechs­lungs­rei­ches Büh­nen­pro­gramm und ein stim­mungs­vol­ler Mix aus Kaba­rett, Musik und Show.

Nach der Anspra­che von 1. Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder und Wolf­gang Heyder vom Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg tre­ten im Kul­tur­bo­den fol­gen­de Künstler:innen nach­ein­an­der beim Tag der offe­nen Tür auf:

  • Heinz & Heinz – Heinz Erhardt Klassiker
  • Mari­na Sei­del – Ita­lie­ni­sche Songs & Gospel
  • Mäc Här­der – Kabarett
  • Klaus Karl-Kraus – Kabarett
  • Egon Herrn­le­ben – Fina­list bei The Voice of Germany
  • Sebas­ti­an Schön­mo­ser mit Kinderliedern
  • Wolf­gang Reich­mann – Fastenprediger

Auf der Büh­ne ste­hen das Duo Heinz & Heinz mit einer Hom­mage an Heinz Erhardt, Gos­pel­sän­ge­rin Mari­na Sei­del, Come­di­an Mäc Här­der, Kaba­ret­tist Klaus Karl-Kraus, Musi­ker Egon Herrn­le­ben (bekannt aus The Voice of Ger­ma­ny), Sebas­ti­an Schön­mo­ser, der Kin­der­lie­der prä­sen­tiert, sowie Fas­ten­pre­di­ger Wolf­gang Reichmann.


Ange­bo­te am Tag der offe­nen Tür 
  • Füh­run­gen zu jeder vol­len Stun­de durch den Kul­tur­bo­den geben span­nen­de Ein­bli­cke in die viel­fäl­ti­gen Nut­zungs­mög­lich­kei­ten – von Hoch­zei­ten über Tagun­gen bis hin zu Ver­eins- und Weihnachtsfeiern.
  • Für die jüngs­ten Gäs­te gibt es Kinderschminken.
  • Als beson­de­res High­light lockt eine 2 für 1 Ticke­tak­ti­on von 14 bis 17 Uhr, bei der Kul­tur­fans dop­pelt pro­fi­tie­ren kön­nen (Gül­tig für aus­ge­wähl­te Ver­an­stal­tun­gen im Kul­tur­bo­den Hall­stadt vom Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg, nur solan­ge der Vor­rat reicht und nur vor Ort im genann­ten Zeitraum).

Das Kul­tur­bo­den Thea­ter-Pro­gramm 2025/​/​26

Das Jubi­lä­ums­jahr ist zugleich der Auf­takt in eine neue Spiel­zeit, in der Thea­ter im Kul­tur­bo­den Hall­stadt einen beson­de­ren Stel­len­wert erhält. Mit einem abwechs­lungs­rei­chen Pro­gramm aus Klas­si­kern, moder­nen Insze­nie­run­gen und humor­vol­len Stü­cken wird die Büh­ne erneut zum Treff­punkt für Theaterliebhaber.

Die Besucher:innen dür­fen sich auf Pro­duk­tio­nen freu­en, die zum Lachen, Stau­nen und Nach­den­ken ein­la­den – mal leicht­fü­ßig und unter­halt­sam, mal tief­grün­dig und bewe­gend. Dabei bleibt der Kul­tur­bo­den sei­ner Linie treu: hoch­wer­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen in einer Atmo­sphä­re, die Nähe zwi­schen Publi­kum und Künst­ler schafft.

Ein Som­mer vol­ler Erleb­nis­se und der Blick vor­aus auf das 10-jäh­ri­ge Jubiläum

Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald in den Start­lö­chern für Jubi­lä­ums­jahr 2026

Der Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald berei­tet sich auf ein beson­de­res Ereig­nis vor – 2026 fei­ert die Tou­ris­ten­at­trak­ti­on 10-jäh­ri­ges Bestehen! Doch auch noch in die­sem Jahr ist viel gebo­ten – mit einem abwechs­lungs­rei­chen Pro­gramm für Fami­li­en, Kin­der und Natur­be­geis­ter­te, wie die Ver­ant­wort­li­chen mitteilen.

The­men­füh­run­gen, Erleb­nis­for­ma­te und Mit­mach­ak­tio­nen laden dazu ein, den Wald aus neu­en Per­spek­ti­ven zu erle­ben. Beson­de­res High­light: Der gro­ße Foto­wett­be­werb Wip­fel Momen­te zum Jubi­lä­um star­tet ab sofort – mit attrak­ti­ven Prei­sen und der Chan­ce, Teil der Jubi­lä­ums­aus­stel­lung zu wer­den. Außer­dem: Der neue News­let­ter bringt jetzt alle Wip­fel News direkt ins Postfach!


Foto-Wett­be­werb: Der Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald wird 10 und sam­melt Wip­fel Momente!

Im kom­men­den Jahr fei­ert der Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald sein zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Freu­en dür­fen sich die Besu­che­rin­nen und Besu­cher auf zahl­rei­che Jubi­lä­ums­ak­tio­nen – unter ande­rem sucht der Foto­wett­be­werb Wip­fel Momen­te die schöns­ten Impres­sio­nen vom Baum­wip­fel­pfad und lockt mit tol­len Preisen.

Die bes­ten Fotos wer­den in einer Jubi­lä­ums­aus­stel­lung im Früh­jahr 2027 prä­sen­tiert und mit attrak­ti­ven Prei­sen aus­ge­zeich­net. Zu gewin­nen gibt es Über­nach­tun­gen in beson­de­rer Loca­ti­on der Schlaf­stael­le, ein 5‑Gang-Menü mit Wein­be­glei­tung auf der Stoll­burg und eine Jah­res­kar­te inklu­si­ve Goo­die Bag des Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald. Teil­nah­me­be­din­gun­gen und wei­te­re Details sind unter www.baumwipfelpfadsteigerwald.de/aktuelles/jubilaeum.html zu fin­den, Ein­sen­de­schluss ist am 31. Dezem­ber 2026.


News­let­ter: Wipfel-News

Ab sofort kön­nen sich Inter­es­sier­te online für den neu­en News­let­ter des Baum­wip­fel­pfads Stei­ger­wald anmel­den und damit immer auf dem Lau­fen­den blei­ben – zu Ver­an­stal­tun­gen, Natur­wis­sen und Aktio­nen rund um den Pfad. Zur Anmel­dung für die aktu­ells­ten Wip­fel News ent­we­der den QR Code scan­nen oder unter www.baumwipfelpfadsteigerwald.de das ent­spre­chen­de For­mu­lar ausfüllen.


Ver­an­stal­tung­s­high­lights Som­mer & Herbst 2025: Mit Feri­en­päs­sen sparen

Teil­neh­men­de Städ­te und Gemein­den bie­ten beson­de­re Ver­an­stal­tun­gen oder Rabat­te für den Besuch auf dem Baum­wip­fel­pfad Stei­ger­wald – zum Bei­spiel über:

- Däum­ling Fami­li­en­pass Bamberg 

- Feri­en­pass Schweinfurt

- Feri­en­pass Stadt Bamberg


Pfad­ral­ley – Natu­r­aben­teu­er für Kinder

Don­ners­tag, 21. August 2025, 10 bis 12 Uhr

Für Kin­der von 6 bis 9 Jah­ren: Bei die­ser spie­le­ri­schen Wald­ral­ley mit dem Feri­en­pro­gramm der VG Ebrach ent­de­cken die Kids den Wald mit Köpf­chen und Bewegung.

- Tickets: 8,00 €

- Anmel­dung bis 14. August und alle Details via FePro­Net: www.fepronet.de/Vg_ebrach/Veranstaltungen


Sun­set Yoga: Zusatztermin

Mitt­woch, 27.08.2025 I 17:45 bis 19:00 Uhr

Ein Zusatz­ter­min für alle, die Bewe­gung & Ent­span­nung über den Wip­feln lie­ben. Unter frei­em Him­mel mit Weit­blick Yoga prak­ti­zie­ren – mit Asa­nas (Kör­per­übun­gen), Pra­na­ya­ma (Atem­übun­gen) & Medi­ta­ti­on mit Kathi Gocht (von Yoga Vidya Bamberg).

- Tickets: 25,00 €

- Anmel­dung via info@yoga-vidya-bamberg.de oder über das Kon­takt­for­mu­lar unter https://www.baumwipfelpfadsteigerwald.de/aktuelles/veranstaltungen.html


The­men­füh­rung: Wald – Wis­sen & Märchen

Frei­tag, 12. Sep­tem­ber 2025, 16:00 Uhr

Was haben Hän­sel und Gre­tel, Nach­hal­tig­keit und Wald­päd­ago­gik gemein­sam? Eine fami­li­en­freund­li­che The­men­füh­rung ver­knüpft Erzäh­lun­gen und Wis­sens­wer­tes rund um das The­ma nach­hal­ti­ge Waldbewirtschaftung.

- Treff­punkt: 16:00 Uhr am Ein­gang zum Baumwipfelpfad

- Tickets: Erwach­se­ne 16,50 € | Kind 12,50 € | Fami­lie 35,00 € | Sin­gle­fa­mi­lie 20,00 €

- Anmel­dung via Online-Ticket­shop (kei­ne Bar­zah­lung mög­lich) unter www.baumwipfelpfadsteigerwald.de/service/online-ticketshop.html


Nacht­for­ma­te & Sternstunden

- Mond­schein­füh­rung

- Ster­nen­spa­zier­gang

- NEU: Füh­rung Ster­ne & Märchen


Alle Ter­mi­ne und Infor­ma­tio­nen sind über den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der unter https://www.baumwipfelpfadsteigerwald.de/aktuelles/veranstaltungen.html zu fin­den, Tickets über den Online-Ticket­shop unter www.baumwipfelpfadsteigerwald.de/service/online-ticketshop.html


Regio­nal­markt am 5. Oktober

Nach dem Markt ist vor dem Markt. Nach dem erfolg­rei­chen Som­mer-Regio­nal­markt Ende Juli lädt das Team in Ebrach zum Herbst-Regio­nal­markt am 5. Okto­ber ein: Frän­ki­sche Spe­zia­li­tä­ten, regio­na­le Pro­du­zen­ten und Kunst­hand­werk haut­nah erle­ben – auf dem Gelän­de des Baum­wip­fel­pfads mit frei­em Ein­tritt zum Markt. Für den Baum­wip­fel­pfad gel­ten ermä­ßig­te Eintrittspreise.

20 Jah­re TSG 05 Bamberg

Stadt gra­tu­liert zum Jubi­lä­um mit Fairtrade-Bällen

Vor 20 Jah­ren schlos­sen sich der VfL Tb Jahn 1888 Bam­berg und der TV 1860 Bam­berg zusam­men. Mit der TSG 05 ent­stand aus den bei­den Tra­di­ti­ons­ver­ei­nen der ers­te Fusi­ons­ver­ein in Bam­berg. Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp sowie die Schul- und Sport­re­fe­ren­tin Gabrie­le Kepic gra­tu­lier­ten am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de zum Jubiläum.

Die TSG sei das Ide­al­bei­spiel eines Brei­ten­sport­ver­eins, lob­te Glüsen­kamp anläss­lich der Jubi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten auf dem Ver­eins­ge­län­de an der Gal­gen­fuhr. Rund 1.600 Mit­glie­der aus 50 ver­schie­de­nen Natio­nen, davon über 700 Kin­der und Jugend­li­che, sind aktiv in 13 Abtei­lun­gen mit einem brei­ten Ange­bot von klas­si­schen Sport­ar­ten wie Tur­nen, Fuß­ball und Bas­ket­ball bis hin zu asia­ti­schen Kampf­sport­ar­ten. „Der Ver­ein ver­bin­det Gene­ra­tio­nen, Kul­tu­ren und Men­schen. Das ist nicht nur geleb­te Inte­gra­ti­on, die Zah­len zei­gen auch das bei­spiel­lo­se ehren­amt­li­che Enga­ge­ment der Mit­glie­der. Die TSG ist ein Vor­bild für erfolg­rei­che Ver­eins­ar­beit, ins­be­son­de­re im Jugend- und Brei­ten­sport“, sag­te Glüsen­kamp. Als ehe­ma­li­ger Schieds­rich­ter erlau­be er sich, zum Jubi­lä­um die Fuß­ball-Abtei­lung zu unter­stüt­zen und über­gab an den Ver­eins­prä­si­den­ten Harald Kobold zwei Fuß­bäl­le mit Fair­trade-Sie­gel. „Das Geschenk ist auch sym­bo­lisch: Wir wol­len den Ball auf­neh­men, um die Zukunfts­fä­hig­keit des Ver­eins hin­sicht­lich der Infra­struk­tur zu stärken.“

Glüsen­kamp erin­ner­te in sei­nem Gruß­wort auch an die Mil­lio­nen-Inves­ti­tio­nen des Ver­eins in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Unter ande­rem ent­stan­den eine Sechs-Bah­nen-Kegel­an­la­ge, ein Gym­nas­tik­raum sowie Sani­tär- und Umklei­de­räu­me im erwei­ter­ten und kom­plett moder­ni­sier­ten Ver­eins­heim. Eine Solar­an­la­ge sorgt für das Warm­was­ser. „Durch die Fusi­on wur­de die Finanz­kraft gestärkt, die Mit­glie­der­zah­len erhöht, das Sport­an­ge­bot erwei­tert und der Zusam­men­halt gestärkt. Bei der wei­te­ren Ver­eins­ent­wick­lung hier am Hain­wehr wer­den wir Sie wei­ter­hin aktiv unter­stüt­zen“, ver­sprach der Zwei­te Bür­ger­meis­ter der Stadt Bamberg.

Es geht nur gemeinsam!

„Freund statt fremd“ fei­ert sein 10-jäh­ri­ges Jubiläum

Im Jahr 2019 beleg­te der Ver­ein „Freund statt fremd“ den 1. Platz bei „Hel­den der Hei­mat Ober­fran­ken“, einer Initia­ti­ve der Adal­bert-Raps-Stif­tung. Jetzt wur­de der Ver­ein zehn Jah­re alt, und die Enga­gier­ten zeig­ten am Grü­nen Markt in Bam­berg, wofür der Ver­ein steht: Respekt und Vielfalt.

Als 2015 die vie­len Men­schen mit den Zügen in Bam­berg ein­roll­ten, ver­spür­te Simo­ne Oswald den Drang: „Ich muss jetzt mit­hel­fen.“ Heu­te ist sie Vor­stands­mit­glied in einem gewach­se­nen Ver­ein, der ein­mal ganz klein star­te­te. Die Anfor­de­run­gen sei­en inzwi­schen ande­re, man müs­se sicht­bar blei­ben und zei­gen: Es geht auch anders. „Die Begeg­nun­gen mit den Men­schen machen mich glück­lich“, sagt Simo­ne Oswald, die sich mit vie­len wei­te­ren Ehren­amt­li­chen um Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in Bam­berg küm­mert. Natür­lich lau­fe nicht immer alles rei­bungs­los, aber „ich schaue mir jeden Men­schen an und mache mir mein per­sön­li­ches Bild“, pau­scha­le Vor­ur­tei­le wür­den im Mit­ein­an­der nicht weiterhelfen.

Der Kreis der Hel­fen­den und Mit­wir­ken­den ist groß gewor­den, das zeig­te sich in der Fuß­gän­ger­zo­ne ganz deut­lich. Ein attrak­ti­ves Pro­gramm bis in die Nacht hin­ein haben die Orga­ni­sa­to­ren zusam­men­ge­stellt, dar­un­ter Gesangs- und Tanz­vor­füh­run­gen, musi­ka­li­sche Ein­la­gen, Gedich­te und Thea­ter­vor­füh­run­gen. „Ihr steht für zehn Jah­re Mensch­lich­keit in die­ser Stadt“, sagt Mitra Sha­ri­fi Neyst­anak vom Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rat der Stadt Bam­berg in ihren Gruß­wor­ten. „Ihr bie­tet eine aus­ge­streck­te Hand, ein offe­nes Herz und Freundschaft.“


All­tags­wis­sen auf ein­mal entwertet

Es kämen Men­schen nach lan­ger Flucht und fern­ab von allem, was ihnen ver­traut war, nach Bam­berg. „Freun­de, Fami­lie, Bil­der, Gerü­che, alles ist anders und das All­tags­wis­sen auf ein­mal ent­wer­tet“, sagt Mitra Sha­ri­fi. „Freund statt fremd“ habe alle Men­schen zusam­men­ge­bracht und über sich hin­aus wach­sen las­sen, Flucht und Schick­sa­le sei­en nicht abs­trakt geblie­ben. Dabei sei­en Migran­ten kei­ne Engel und auch kei­ne Super­bür­ger. „Es sind Men­schen, die Schutz und Frie­den suchen, und die gro­ße Mehr­heit stützt die­se Gesell­schaft mit, leis­tet Bei­trä­ge zur Ren­te, zu Wirt­schaft und Kul­tur.“ Wich­tig sei dabei ein Mit­ein­an­der auf Augenhöhe.


Pro­jek­te zur Unterstützung

Und genau das bie­tet „Freund statt fremd“ in zahl­rei­chen Pro­jek­ten. Ob Anker­zen­trum, BAmi­gra, Frau­en­power oder die Blaue Frie­da als Herz­stück des Ver­eins und Ort der inter­kul­tu­rel­len Begeg­nung – die Ehren­amt­li­chen sind viel­sei­tig enga­giert und bie­ten auch Hil­fe zur Selbst­hil­fe. So etwa beim neu­en Pro­jekt „WoFA – Wohn­raum für alle“ in Koope­ra­ti­on mit der evan­ge­li­schen Kir­che in Bay­ern. „Wir wol­len Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund befä­hi­gen, sich auf dem Woh­nungs­markt sicher zu füh­len und sich zurecht­zu­fin­den“, erklärt Huber­tus Schal­ler, Koor­di­na­tor für die Arbeit mit Geflüch­te­ten im evan­ge­li­schen Deka­nat Bam­berg. Dabei gehe es um das Fin­den einer Woh­nung, Miet­ver­trä­ge, Haus­ord­nung bis hin zur Kün­di­gung. „Men­schen mit aus­län­di­schen Namen oder Aus­se­hen tun sich oft schwer, eine Woh­nung zu fin­den“, sagt er. Da gebe es durch die Unter­stüt­zung des Pro­jekts einen wich­ti­gen Vertrauensvorschuss.


Die Arbeit wird schwieriger

Simo­ne Oswald blickt ger­ne auf die letz­ten zehn Jah­re ihres Enga­ge­ments zurück. „Ich wür­de es wie­der so machen, denn wenn ich nicht anfan­ge, wie kann ich das dann von ande­ren erwar­ten? Ich muss dage­gen hal­ten.“ Sor­ge macht ihr der­zeit jedoch die Stim­mung in der Gesell­schaft, und auch die Zukunft der gro­ßen Pro­jek­te berei­ten ihr Bauch­grum­meln. „Die Arbeit wird schwie­ri­ger, und drei unse­rer gro­ßen För­der­pro­jek­te lau­fen bis Ende 2026.“ Der Gedan­ke dar­an, dass künf­tig even­tu­ell weni­ger geför­dert wer­de, beschäf­ti­ge die Enga­gier­ten im Ver­ein sehr. „Wir hof­fen ein­fach, dass die Leu­te mer­ken, wie wich­tig die­se Arbeit ist“, sagt sie mit einem Blick auf die Politik.

Der zwei­te Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp jeden­falls beton­te die Bedeu­tung von „Freund statt fremd“ für die Stadt Bam­berg: „Ohne den Ver­ein kei­ne Inte­gra­ti­on, kein Ankom­men von Men­schen, und wir reden hier über Men­schen, die selbst­ver­ständ­lich Teil unse­rer Stadt sind, in Fir­men arbei­ten, Schu­len besu­chen.“ In der Koope­ra­ti­on mit „Freund statt fremd“ herr­sche eine „Hands-on-Men­ta­li­tät“, die der Gesell­schaft als Bei­spiel die­nen kön­ne. „Es geht letzt­end­lich nur gemein­sam. Wir müs­sen die Her­aus­for­de­run­gen anpa­cken und in einem Geist lösen, der ver­mit­telt: Wir krie­gen das unter­ein­an­der hin.“ Das gel­te für vie­le Berei­che der Gesellschaft.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über das Enga­ge­ment des Ver­eins „Freund statt fremd“ sind hier zu finden.

Zum 20-jäh­ri­gen Bestehen

Richard-Wag­ner-Ver­band ver­öf­fent­licht Jahres-Programm

Der Richard-Wag­ner-Ver­band Bam­berg hat sein Jah­res­pro­gramm ver­öf­fent­licht. Für den Herbst hat sich pro­mi­nen­ter Besuch angekündigt.

Bam­bergs Richard-Wag­ner-Ver­band begeht die­ses Jahr sein 20-jäh­ri­ges Bestehen. Zwar wur­de er bereits 1950 gegrün­de­te, nach ein paar Jahr­zehn­ten aber wie­der still­ge­legt. Erst 2003 gelang der Neu­start und die Wie­der­grün­dung. Heu­te hat der von von Moni­ka Beer gelei­te­te Kul­tur­ver­ein etwa 130 Mitglieder.

Zum 20. Geburts­tag hat der RWV nun sein Jah­res-Pro­gramm ver­öf­fent­licht. Seit 2021 fin­det der Groß­teil der sei­ner Abend­ver­an­stal­tun­gen in den Räum­lich­kei­ten der Kul­tur­fa­brik KUFA statt. Dort wird am 14. März Wag­ner-Uren­ke­lin Nike Wag­ner über die künst­le­ri­sche Ent­wick­lung ihres Vaters Wie­land Wag­ner spre­chen. Zu wei­te­ren Gesprä­chen und Vor­trä­gen kom­men der Cobur­ger Ring-Diri­gent Dani­el Car­ter und der Inten­dant des Cobur­ger Lan­des­thea­ters, Bern­hard F. Loges (11. April), sowie der Bay­reu­ther Ring-Regis­seur Valen­tin Schwarz und der Wag­ner-Exper­te Frank Piontek (6. Juni) nach Bamberg.

Für das tra­di­tio­nel­le Sti­pen­dia­ten­kon­zert des RWVs im Irm­ler-Saal der Uni­ver­si­tät gibt es am 14. Mai Tubak­län­ge. Dann tre­ten zwei RWV-Sti­pen­dia­ten zusam­men mit Hei­ko Trie­be­ner und Chris­toph Eß von den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern auf. Außer­dem hat der Richard-Wag­ner-Ver­band einen Über­ra­schungs­gast angekündigt.

Die Ter­mi­ne des Jubi­lä­ums­pro­gramms nach der Som­mer­pau­se ste­hen noch nicht end­gül­tig, aber ein pro­mi­nen­ter Gast hat bereits zuge­sagt. So soll im Herbst Bay­reuths Fest­spiel­lei­te­rin Katha­ri­na Wag­ner den Bam­ber­ger Wag­ner­ver­band besuchen.

1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland

Guter Ort

2021 mar­kiert das bun­des­wei­te Jubi­lä­ums­jahr „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land“. Vor die­sem Hin­ter­grund ent­wi­ckel­ten das „Pro­jekt 2025-Arche Musi­ca“ und das Bil­dungs­bü­ro des Land­krei­ses Bam­berg die Ver­an­stal­tungs­rei­he “Guter Ort“. Am mor­gi­gen Sonn­tag fin­det in Schlüs­sel­feld die zwei­te Ver­an­stal­tung statt.

Ins­ge­samt han­delt es sich um vier Erin­ne­rungs­ta­ge an das jüdi­sche Leben der Regi­on, die Arno Schim­mel­p­fen­nig aus Bam­berg durch Vide­os und das Auf­zeich­nen der Ver­an­stal­tun­gen zudem in Sze­ne setzt. Eröff­nung war Ende Juli unter gro­ßem Publi­kums­in­ter­es­se in Scheß­litz. Wei­te­re Ter­mi­ne zu Begeg­nun­gen mit der jüdi­schen Geschich­te Fran­kens sind mor­gen in Schlüs­sel­feld, in Hei­li­gen­stadt im Sep­tem­ber und Mit­te Okto­ber in Lich­ten­fels. Wir haben mit Tho­mas Spind­ler über die Rei­he gesprochen.


Herr Spind­ler, war­um haben Sie und das Bil­dungs­bü­ro des Land­krei­ses sich ent­schlos­sen, die Rei­he “Guter Ort – Begeg­nun­gen mit der jüdi­schen Geschich­te Ober­fran­kens” zu organisieren?

Tho­mas Spind­ler: Da Ober­fran­ken und beson­ders der Land­kreis Bam­berg eine Jahr­hun­der­te alte, gro­ße jüdi­sche Geschich­te hat, war es nicht nur an der Zeit, die­se Geschich­te mehr ins Blick­feld der Öffent­lich­keit zu rücken. Das Jubi­lä­ums­jahr „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land“ bot die Mög­lich­keit, die jüdi­sche Geschich­te Ober­fran­kens bun­des­weit vorzustellen.


Am 25. Juli star­te­te die Rei­he in Scheß­litz mit einem Vor­trag. Was wur­de dem Publi­kum dabei geboten?

Tho­mas Spind­ler: Die Ver­an­stal­tung „Guter Ort“ besteht aus unter­schied­li­chen Ange­bo­ten für die Besu­cher. Ein beson­de­res Ange­bot waren Füh­run­gen durch den jüdi­schen Fried­hof von Zecken­dor­fe durch Anton Hein­ert, einem Ken­ner der jüdi­schen Geschich­te der Stadt Scheß­litz.
Im Rah­men des Begeg­nungs­fo­rums in der Mit­tel­schu­le von Scheß­litz konn­ten sich unter­schied­lichs­te Pro­jekt­part­ner und jüdi­sche Kul­tur­ein­rich­tun­gen prä­sen­tie­ren. Auch die Mit­tel­schu­le Scheß­litz und der Hei­mat­ver­ein betei­lig­ten sich und das Besu­cher­inter­es­se war groß. Das drit­te Ange­bot bestand aus auf­ein­an­der abge­stimm­ten Vor­trä­gen, Musik­stü­cken und Ein­bli­cken in die Kul­tur­ge­schich­te unse­rer Regi­on. Refe­ren­ten waren Prof. Dr. Gün­ter Dip­pold, Dr. Karin Deng­ler-Schrei­ber und Mar­kus Rau­pach. Dass ein frän­ki­scher Musik­ver­ein, unter Lei­tung von Hol­ger Lieb, drei jüdi­sche Musik­stü­cke nach einem Arran­ge­ment aus Tel Aviv, Arran­geu­er Dan­ny Don­ner, spiel­te, war ein ech­ter Höhe­punkt und ein beson­de­res Sym­bol für die jüdisch-israe­lisch-deut­sche Pro­jekt­ko­ope­ra­ti­on. Die wun­der­ba­ren und sehr atmo­sphä­ri­schen Video­ein­spie­lun­gen von Arno Schim­mel­p­fen­nig prä­sen­tier­ten den Gäs­ten mehr als 500 Jah­re jüdi­sche Geschich­te und Geschich­ten unse­rer Region.


Wie vie­le Leu­te waren da? Mit wie vie­len hat­ten Sie gerechnet?

Tho­mas Spind­ler: Inklu­si­ve der Füh­run­gen und der Kern­ver­an­stal­tung gehen wir von 250 bis 300 Besu­chern aus, die zwi­schen 13 und 17 Uhr die Ange­bo­te wahr­ge­nom­men haben. Das war ein sehr gutes Ergeb­nis, das so nicht zu erwar­ten war. Zudem haben sich bun­des­weit bereits mehr als 500 Per­so­nen für den Video­stream der Ver­an­stal­tung inter­es­siert, den Arno Schimmelpfennig.


Wie sahen die Rück­mel­dun­gen aus?

Tho­mas Spind­ler: Die aktu­el­len Rück­mel­dun­gen von den Besu­chern, von Pro­jekt­part­nern und aus den Sozia­len Net­zen ist über­aus posi­tiv. Wir beleuch­ten einen bis­her wenig berück­sich­tig­ten und sehr ver­nach­läs­sig­ten Bereich unse­rer Regionalgeschichte.


Wie wird das Pro­gramm der wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen in Schlüs­sel­feld (22. August.), Hei­li­gen­stadt (19. Sep­tem­ber) und Lich­ten­fels (17. Okto­ber) aussehen?

Tho­mas Spind­ler: Die Inhal­te der Vor­trä­ge und die Gäs­te­aus­wahl ändern sich zwar von Ver­an­stal­tungs­tag zu Ver­an­stal­tungs­tag, aber das Rah­men­for­mat der vier Ver­an­stal­tun­gen ist jeweils iden­tisch: Zwi­schen 13 und 17 Uhr gibt es ein Begeg­nungs­fo­rum, wobei die Kern­ver­an­stal­tung jeweils von 15 bis 16:15 Uhr statt­fin­det. Unse­re Füh­run­gen zu den jüdi­schen Fried­hö­fen begin­nen jeweils um 13:30 Uhr und enden um 16:30 Uhr. Alle Kern­ver­an­stal­tun­gen sind am Ver­an­stal­tungs­tag ab 18 Uhr außer­dem als Stream zu sehen.


War­um haben Sie die­se vier Orte für die Vor­trä­ge gewählt?

Tho­mas Spind­ler: Bei mehr als 30 beson­de­ren jüdi­schen Orten in Ober­fran­ken war es unser Ziel, durch die vier unter­schied­li­chen Schau­plät­ze einen ers­ten Ein­druck zum jüdi­schen Leben zu ver­mit­teln. Jeder die­ser Orte wie Scheß­litz, Schlüs­sel­feld, Hei­li­gen­stadt und Lich­ten­fels hat sei­ne eige­nen jüdi­schen Geschich­ten und Schicksale


Was wer­den die Gäs­te Eva Hal­ler, die Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Janusz Kor­c­zak Aka­de­mie, die sich dem inter­re­li­giö­sen Dia­log wid­met, und der Holo­cau­st­über­le­ben­de Roman Hal­ler beitragen?

Tho­mas Spind­ler: Die Teil­nah­me von Gäs­ten wie Eva Hal­ler und Roman Hal­ler, außer­dem Karin Off­mann, die Geschäfts­füh­re­rin des Lan­des­ver­ban­des israe­li­ti­scher Kul­tus­ge­mein­den in Bay­ern, Ger­man Dja­nat­lie, einem Mit­glied im Direk­to­ri­um des Zen­tral­ra­tes der Juden, sind ein Beleg für die Aktua­li­tät der The­men Juden­tum und Anti­se­mi­tis­mus und für die Bedeu­tung die­ser Ver­an­stal­tungs­rei­he. Unse­re Zusam­men­ar­beit mit dem Bil­dungs­bü­ro des Land­krei­ses Bam­berg, hier möch­te ich Vanes­sa Hoh­mann, Dr. Rosa Karl und Dr. Chris­ti­an Lorenz beson­ders dan­ken, war der Schlüs­sel für den Erfolg. Die Team­leis­tung hat den Land­kreis Bam­berg zu einem ech­ten Hot-Spot der jüdi­schen Geschich­te trans­for­miert und gezeigt, dass der Land­kreis die Fach­kom­pe­tenz hat die­ses The­ma über­zeu­gend zu präsentieren.

Rei­he „Guter Ort“

Ter­mi­ne:

22. August, Schlüs­sel­feld, His­to­ri­sche Zehntscheune

19. Sep­tem­ber, Hei­li­gen­stadt, Oertelscheune

17. Okto­ber, Lich­ten­fels, Stadthalle

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Strea­ming-Ange­bo­te sind zu fin­den unter https://arche-musica.org/guter-ort/

Jubi­lä­ums­jahr

Pla­kat­se­rie „Jüdi­sches Leben in Oberfranken“

Anläss­lich des Fest­jah­res „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land“ gibt der Bezirk Ober­fran­ken eine Pla­kat­se­rie her­aus. Sie ori­en­tiert sich am jüdi­schen Kalen­der und ent­hält neben Fotos erklä­ren­de Tex­te zu jüdi­schen Fei­er­ta­gen und Tra­di­tio­nen sowie dem jewei­li­gen Fotomotiv.

„Mit der Pla­kat­se­rie ‚Jüdi­sches Leben in Ober­fran­ken‘ möch­te der Bezirk die viel­fäl­ti­ge jüdi­sche Geschich­te der Regi­on ins öffent­li­che Bewusst­sein rufen“, sagt Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm und erklärt wei­ter: „Ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel für die­se Geschich­te ist Levi Strauss, der Mit­er­fin­der der Jeans. Er stamm­te aus But­ten­heim im Land­kreis Bamberg.“

„Der jüdi­sche Kalen­der hat im kom­men­den Jahr einen Schalt­mo­nat und daher ins­ge­samt drei­zehn Mona­te. So kön­nen wir mit unse­ren monat­lich erschei­nen­den Pla­ka­ten aus jedem Land­kreis und jeder kreis­frei­en Stadt einen Ort oder ein Objekt beleuch­ten“, erläu­tert Bezirks­hei­mat­pfle­ger Gün­ter Dip­pold. War­um jüdi­sche Fami­li­en für ver­schie­de­ne Spei­sen unter­schied­li­ches Geschirr ver­wen­den, wird bei­spiels­wei­se an eini­gen Aus­stel­lungs­stü­cken des Por­zel­la­ni­kons im Land­kreis Wun­sie­del erklärt. Wie Tho­ra­rol­len ent­ste­hen und wie die Frag­men­te zwei­er Tho­ra­rol­len ins Stadt­ar­chiv Kulm­bach kamen, erzählt das drit­te Pla­ka­te der Serie im August.

Deutsch­land blickt in die­sem Jahr auf mehr als 1700 Jah­re jüdi­sches Leben zurück. Im Jahr 321 erließ der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin ein Gesetz, das es Juden erlaub­te, städ­ti­sche Ämter in Köln zu über­neh­men. Die­ses Gesetz ist der ältes­te Nach­weis für jüdi­sches Leben in Deutsch­land und zeigt, dass Juden und der jüdi­sche Glau­be schon lan­ge ein fes­ter Bestand­teil der euro­päi­schen und deut­schen Kul­tur sind.

Die Pla­ka­te „Jüdi­sches Leben in Ober­fran­ken“ erschei­nen ab sofort monat­lich bis Juni 2022. In gedruck­ter Form wer­den sie im For­mat A2 kos­ten­los an öffent­li­che Ein­rich­tun­gen und Ver­ei­ne aus­ge­ge­ben (maxi­mal 5 Exem­pla­re pro Pla­kat). Ein kos­ten­lo­ses PDF ist auf Anfra­ge für alle Inter­es­sier­ten erhält­lich über die Kul­tur- und Hei­mat­pfle­ge: Frau Ron­ja Storck; E‑Mail: ronja.storck@bezirk-oberfranken.de; Tele­fon: 0921/​/​604‑1789.

Stadt­ent­wick­lung auf der ERBA-Insel preiswürdig

Aus­zeich­nung im Lan­des­wett­be­werb „Gemein­sam Orte gestal­ten“ auf der Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung „50 Jah­re Städtebauförderung“

Die Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger haben den ERBA-Park und das neue Stadt­quar­tier an der Insel­spit­ze längst ins Herz geschlos­sen, nun folgt eine bay­ern­wei­te Aner­ken­nung: Auf der Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung „50 Jah­re Städ­te­bau­för­de­rung“ wur­de die Kon­ver­si­on der ehe­ma­li­gen Indus­trie­bra­che ERBA im Lan­des­wett­be­werb „Gemein­sam Orte gestal­ten“ ausgezeichnet.

Seit 50 Jah­ren hilft die Städ­te­bau­för­de­rung in Bay­ern, das Lebens­um­feld der Men­schen auf­zu­wer­ten und Stadt- und Orts­mit­ten attrak­ti­ver zu gestal­ten. Im Rah­men einer Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung in Mün­chen am 1. Juli wür­dig­ten inter­na­tio­na­le Fach­leu­te die­se her­aus­ra­gen­de Leis­tung. Bay­erns Bau­mi­nis­te­rin Kers­tin Schrey­er zeich­ne­te als Schirm­her­rin des Lan­des­wett­be­werbs 2021 „Gemein­sam Orte gestal­ten“ im Rah­men der Ver­an­stal­tung auch ins­ge­samt 19 Städ­te und Gemein­den für ihre gelun­ge­ne Stadt- und Orts­er­neue­rung aus. Die Stadt Bam­berg konn­te nicht nur im Rah­men der Städ­te­bau­för­de­rung finan­zi­ell pro­fi­tie­ren, sie wur­de mit dem Pro­jekt „ERBA-Insel – Ent­wick­lung einer Indus­trie­bra­che zur attrak­ti­ven Park- und Wohn­land­schaft“ auch als Preis­trä­ge­rin in der Kate­go­rie „Reak­ti­vie­rung und Ent­wick­lung“ gewür­digt.
In der dazu­ge­hö­ri­gen Fest­schrift wur­de die Stadt­um­bau­maß­nah­me als bei­spiel­ge­bend anerkannt.

„In Bam­berg ent­stand auf einem ehe­ma­li­gen Stand­ort der Tex­til­in­dus­trie, dem ERBA-Gelän­de, mit Hil­fe einer Lan­des­gar­ten­schau ein qua­li­täts­vol­ler und mul­ti­funk­tio­na­ler Frei­raum. Mit der Rena­tu­rie­rung des „Fisch­pas­ses“ gelang es, das Gebiet bei­spiel­haft öko­lo­gisch auf­zu­wer­ten. Spu­ren des indus­trie­kul­tu­rel­len Erbes wur­den in die Gestal­tung des Parks inte­griert und anspre­chen­de Spiel- und Auf­ent­halts­mög­lich­kei­ten geschaf­fen. Es gelang, das ehe­mals ver­schlos­se­ne Brach­ge­län­de in das Stadt­ge­we­be zu inte­grie­ren und zugäng­lich zu machen. Frei­raum­ent­wick­lung und die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung eines Uni­ver­si­täts­cam­pus und neu­er Wohn­be­bau­ung grei­fen in die­ser Park- und Wohn­land­schaft über­zeu­gend räum­lich und funk­tio­nal inein­an­der. Das Pro­jekt zeigt ein­drück­lich, wie wesent­lich Grün- und Frei­raum zur Stadt­ent­wick­lung beitragen.“

Für die Umset­zung des Stadt­ent­wick­lungs­kon­zep­tes hat­te sich die Stadt Bam­berg für die Lan­des­gar­ten­schau 2012 bewor­ben. So war es mög­lich, einen neu­en Stadt­park als zen­tra­le Kern­maß­nah­me umzu­set­zen. Dank der Auf­nah­me in das Städ­te­bau­för­der­pro­gramm „Stadt­um­bau West“ und der Fest­le­gung des Sanie­rungs­ge­bie­tes „ERBA Süd“ konn­te die Kon­ver­si­on der ehe­ma­li­gen Indus­trie­bra­che erfolg­reich umge­setzt werden.

Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Metz­ner nahm in Ver­tre­tung von OB Andre­as Star­ke an der Preis­ver­lei­hung in Mün­chen teil. Für Bau­re­fe­rent Tho­mas Bee­se ist „die ehe­ma­li­ge ERBA-Bra­che das bekann­tes­te Bei­spiel der Reak­ti­vie­rung von brach­ge­fal­le­nen Flä­chen in der Innen­stadt. Die Stadt Bam­berg darf zurecht stolz dar­auf sein, den Ein­woh­ner­zu­wachs von rund 1.000 Men­schen pro Jahr aus­schließ­lich in der Innen­ent­wick­lung zu bewäl­ti­gen. Unser Ziel ist es, Grund­stü­cke inner­halb der Stadt zu akti­vie­ren, um kei­ne neu­en Flä­chen am Stadt­rand zu versiegeln.“

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