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Nachhaltigkeit

Ser­vice für die Bürger

Alt­klei­der wer­den künf­tig fle­xi­bel abgeholt

Die Stadt Bam­berg stellt die Samm­lung von Alt­tex­ti­li­en ab Janu­ar 2026 um und sorgt damit für mehr Kom­fort, mehr Ord­nung und mehr Nachhaltigkeit.

„Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger pro­fi­tie­ren künf­tig von einem fle­xi­ble­ren Hol-Ser­vice, wäh­rend gleich­zei­tig das Stadt­bild sau­ber gehal­ten und die Recy­cling­qua­li­tät wei­ter ver­bes­sert wird“, erklärt Bür­ger­meis­ter und Umwelt­re­fe­rent Jonas Glüsenkamp.

Ab 2026 wird die Samm­lung von Alt­tex­ti­li­en in die bestehen­de Sperr­müll­samm­lung inte­griert. Damit kön­nen Haus­hal­te ihre gut ver­pack­ten und ver­schlos­se­nen Alt­tex­ti­li­en zwei­mal im Jahr ganz ein­fach zusam­men mit ange­mel­de­tem Sperr­müll abho­len las­sen – direkt vor der Haus­tür. Die Online-Anmel­dung wird dafür um die Aus­wahl­op­ti­on „Alt­tex­ti­li­en“ erwei­tert. Bereits vor­han­de­ne Anmel­de­kar­ten kön­nen wei­ter­hin genutzt wer­den, indem „Alt­tex­ti­li­en“ hand­schrift­lich ergänzt wird.

Pro Sperr­müll­an­mel­dung dür­fen bis zu drei 100-Liter-Säcke Alt­tex­ti­li­en in haus­halts­üb­li­chen Men­gen bereit­ge­stellt wer­den. Grö­ße­re Men­gen kön­nen wie gewohnt am Wert­stoff­hof in der Rhein­stra­ße 8 abge­ge­ben wer­den. Die Annah­me von Alt­tex­ti­li­en ist dort zu den bekann­ten Öff­nungs­zei­ten (Mon­tag bis Frei­tag, 8 bis 17 Uhr; Sams­tag, 8 bis 12 Uhr) mög­lich. Die­ses Ange­bot nutz­ten vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bereits und steht auch wei­ter­hin zur Ver­fü­gung. In einer Über­gangs­zeit bis April kön­nen Alt­klei­der auch noch wie bis­her in Alt­tex­til­con­tai­nern abge­ge­ben werden.

„Mit der Inte­gra­ti­on der Alt­tex­ti­li­en in die bewähr­te Sperr­müll­samm­lung schaf­fen wir ein moder­nes, bür­ger­freund­li­ches und zugleich nach­hal­ti­ges Sys­tem“, freut sich Glüsen­kamp. „So ver­bin­den wir Kom­fort mit Umweltschutz.“


Alt­tex­ti­li­en-Samm­lung ab Janu­ar 2026

Das darf in die Alttextil-Säcke

Gut erhal­te­ne Damen‑, Her­ren- und Kinderbekleidung

Sau­be­re Schu­he (paar­wei­se gebündelt)

Hüte, Müt­zen, Hand­schu­he, Gür­tel, Schals, Handtaschen

Haus­halts­wä­sche, Tisch­de­cken, Bade­tü­cher, Wasch­lap­pen, Wolldecken

Vor­hän­ge, Gardinen

Bett­wä­sche, Daunendecken

Plüschtiere


Das muss drau­ßen blei­ben und gehört in die Restmülltonne

Ver­schmutz­te oder nas­se Tex­ti­li­en (mit Öl oder Far­be ver­schmutz­te Kleidung)

Stark beschä­dig­te Tex­ti­li­en (löch­ri­ge oder zer­ris­se­ne Kleidung)

Stepp­de­cken, Kissen

Ski­schu­he, Schlitt­schu­he, Rol­ler­blades, Gummistiefel

Schmut­zi­ge und beschä­dig­te Schu­he (kaput­te Absätze)

Stoff‑, Woll- und Näh-Res­te, Textilschnipsel

Pols­ter­mö­bel­stof­fe und Matratzenbezüge

Matrat­zen und Schaumstoffe

Tep­pi­che und Aus­le­ge­wa­re (Tep­pich­bo­den)

Tech­ni­sche Tex­ti­li­en wie Schutz­klei­dung, Tauch­an­zü­ge, Ver­bands­ma­te­ri­al, Zel­te und Planen

Müll oder Abfall jeder Art

Nach­hal­tig­keit fei­ern und gestalten

Uni­ver­si­tät Bam­berg lädt zum Nach­hal­tig­keits­fest ein

Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg öff­net von Don­ners­tag, 13. Novem­ber, bis Sams­tag, 15. Novem­ber 2025, ihre Türen für das Nach­hal­tig­keits­fest 2025. Alle inter­es­sier­ten Per­so­nen erwar­tet ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm aus Vor­trä­gen, Work­shops und inter­ak­ti­ven Aktio­nen, wie die Uni­ver­si­tät mitteilt.

Ziel ist es, Nach­hal­tig­keit nicht nur theo­re­tisch zu dis­ku­tie­ren, son­dern sie erfahr­bar zu machen. Das Fest steht unter dem Mot­to „Mehr als 1,5 Grün­de“, bezo­gen auf das zen­tra­le Kli­ma­ziel aus dem Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men, das die Erd­er­wär­mung auf maxi­mal 1,5 Grad Cel­si­us im Ver­gleich zum vor­in­dus­tri­el­len Niveau begren­zen soll.

Neu: Pro­fil­in­itia­ti­ve „Mensch und Umwelt“

„Nach­hal­tig­keit ist ein zen­tra­ler Bestand­teil unse­res Selbst­ver­ständ­nis­ses als Uni­ver­si­tät“, betont Dr. Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin und Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Mit unse­rem Fest möch­ten wir zei­gen, wie viel­fäl­tig Nach­hal­tig­keit bei uns gelebt wird – von For­schung über Leh­re bis hin zu gesell­schaft­li­chem Enga­ge­ment.“ Die Uni­ver­si­tät Bam­berg enga­giert sich seit vie­len Jah­ren im Bereich Nach­hal­tig­keit. Mitt­ler­wei­le ori­en­tiert sie sich dabei an einer umfas­sen­den Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie, die öko­lo­gi­sche, sozia­le, wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Dimen­sio­nen mit­ein­an­der ver­bin­det. Ob in der Leh­re, in der For­schung oder im Cam­pus­be­trieb – das Ziel ist ein nach­hal­ti­ger, ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang mit Res­sour­cen und ein Bei­trag zur gesell­schaft­li­chen Transformation.

So wur­de jüngst die Pro­fil­in­itia­ti­ve „Mensch und Umwelt“ ins Leben geru­fen, die auch beim Nach­hal­tig­keits­fest am Frei­tag­mit­tag offi­zi­ell vor­ge­stellt wird. Sie bün­delt die For­schung an der Uni­ver­si­tät Bam­berg zu sozia­len, wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Dimen­sio­nen von Nach­hal­tig­keit sowie der städ­ti­schen Raum­pla­nung. Die Initia­ti­ve ver­bin­det bewusst ver­schie­de­ne For­schungs­be­rei­che, um Syn­er­gien zu schaf­fen und die Geschwin­dig­keit der Trans­for­ma­ti­on hin zu einer nach­hal­ti­gen Lebens­wei­se moder­ner Gesell­schaf­ten zu erhöhen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Pro­fil­in­itia­ti­ve „Mensch und Umwelt“ sind hier zu finden.


Pro­gramm des Nachhaltigkeitsfests 

Am Don­ners­tag, 13. Novem­ber, beginnt das Nach­hal­tig­keits­fest gleich mor­gens mit ver­schie­de­nen Work­shops und Semi­na­ren, zum Bei­spiel mit einem Früh­stück von und mit dem Gleich­stel­lungs­bü­ro Wis­sen­schaft. Um 18 Uhr folgt die offi­zi­el­le Eröff­nung, unter ande­rem mit einem Sci­ence Slam.

Am Frei­tag, 14. Novem­ber, geht es ganz­tä­gig wei­ter mit Work­shops und Exkur­sio­nen, etwa zu nach­hal­ti­ger Geld­an­la­ge und Vogel­schutz. Von 12.15 bis 15.45 Uhr fin­det ein Aus­tausch- und Ver­net­zungs­fo­rum „For­schung zu Mensch und Umwelt“ statt, bei dem die neue Pro­fil­in­itia­ti­ve vor­ge­stellt wird. Ab 18 Uhr folgt ein kul­tu­rel­ler Abend mit Kurz­fil­men von den Bam­ber­ger Kurz­film­ta­gen und Livemusik.

Am Sams­tag, 15. Novem­ber, erwar­tet die Besu­che­rin­nen und Besu­cher von 10 bis 14 Uhr ein Markt der Mög­lich­kei­ten mit ver­schie­de­nen Stän­den, Mit­mach­ak­tio­nen und einer Tom­bo­la, gefolgt von einem Spie­le­nach­mit­tag bis 18 Uhr. Von 11 bis 12 Uhr fin­det zudem die Kin­der­uni statt. Sozio­lo­ge Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann bringt den jun­gen Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern fol­gen­des The­ma näher: „Der Kli­ma­wan­del und wir. Was mit unse­rer Umwelt pas­siert und was wir ändern müssen“.

Das voll­stän­di­ge Pro­gramm des Nach­hal­tig­keits­fests 2025 ist hier zu finden. 


Mit­ma­chen, erle­ben, gestal­ten – beim Nach­hal­tig­keits­fest und der Diskurswerkstatt

Das Nach­hal­tig­keits­fest an der Uni­ver­si­tät Bam­berg ist offen für alle Inter­es­sier­ten – Stu­die­ren­de, For­schen­de, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Regi­on. Das Pro­gramm bie­tet Mög­lich­kei­ten zum Mit­ma­chen, Dis­ku­tie­ren und Ler­nen und lädt dazu ein, Nach­hal­tig­keit als gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung zu erle­ben. Und wer nach dem Nach­hal­tig­keits­fest noch mehr will: Zum zwei­ten Mal fin­det im Win­ter­se­mes­ter 202526 die „Dis­kurs­werk­statt: Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung inter­dis­zi­pli­när“ statt. Heu­er in Koope­ra­ti­on mit der Stadt und vhs Bam­berg. Am Don­ners­tag, 20. Novem­ber 2025, geht es um „Kli­ma­schutz für alle? Hür­den in der Poli­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­on“ und am Don­ners­tag, 22. Janu­ar 2025, um „Arbeit und Gesundheit“.

Die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie der Uni­ver­si­tät Bam­berg gibt es hier. 

Alle Ter­mi­ne der Dis­kurs­werk­statt sind hier zu finden.

Tan­dem-Rei­he “Wis­sen­schaft & Pra­xis” beschäf­tigt sich mit Nach­hal­tig­keit in der Betriebsführung

Bringt es Vor­tei­le, sich mit Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men zu beschäf­ti­gen? Vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen ste­hen Betrie­be dabei? Die Tan­dem-Rei­he „Wis­sen­schaft & Pra­xis“ von Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg, IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken gab bei der Dis­kus­si­on unter dem Titel „Daten, Druck und Durch­blick – Unter­neh­me­ri­sche Nach­hal­tig­keit zwi­schen Anspruch und All­tag“ allen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern einen Ein­blick in ver­schie­de­ne Her­an­ge­hens­wei­sen, Erfah­run­gen und grund­sätz­li­che Fragen.

Gemein­sam ver­tra­ten die Dis­ku­tie­ren­den die Hal­tung, dass Nach­hal­tig­keit im Betrieb vie­le posi­ti­ve Effek­te für die zukunfts­ori­en­tier­te Aus­rich­tung von Unter­neh­men und Betrie­ben bie­ten kann. Wich­tig sei nur, die ers­ten Schrit­te zu wagen. Auf dem Podi­um waren Prof. Dr. Frank Schie­mann, Inha­ber des Lehr­stuhls für BWL, ins­be­son­de­re Con­trol­ling an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, Schrei­ner­meis­ter Johan­nes Lan­ge, Geschäfts­füh­rer der HANNESLANGE GmbH & Co. KG aus Eber­mann­stadt, Nico­le Wag­ner, Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty Mana­ge­rin bei der GREIFF Mode GmbH & Co. KG aus Bam­berg sowie Dr. Ser­gio Dra­wert, Tech­ni­scher Lei­ter bei RZB Rudolf Zim­mer­mann Bam­berg GmbH, vertreten.

Als Basis der Dis­kus­si­on dien­te eine Umfra­ge unter den Besu­che­rin­nen und Besu­chern der TAN­DEM-Rei­he 61 Pro­zent der Teil­neh­men­den an der Ver­an­stal­tung wären mit einer ver­pflich­ten­den Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung für Betrieb und Unter­neh­men ein­ver­stan­den. Immer­hin mes­sen und steu­ern 39 Pro­zent Nach­hal­tig­keit bereits intern. Sie ver­bin­den den Begriff „Nach­hal­tig­keit“ in ers­ter Linie mit Ver­ant­wor­tung, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Zukunft. Die Pra­xis­part­ner in der Dis­kus­si­ons­run­de sind da in ihren Betrie­ben schon ein Stück wei­ter, haben nach­hal­ti­ge Ele­men­te längst in ihre Unter­neh­mens­stra­te­gie integriert.

Für Schrei­ner­meis­ter Johan­nes Lan­ge steckt die Nach­hal­tig­keit auto­ma­tisch in der DNA des Hand­werks. Trotz­dem sieht er sich als „Über­zeu­gungs­tä­ter“ und hat in sei­nem Betrieb schon vie­le nach­hal­ti­ge Pro­jek­te rea­li­siert bei der Ener­gie­ver­sor­gung und Ener­gie­ein­spa­rung, der Abfall­ent­sor­gung, der Nut­zung regio­na­ler Wert­schöp­fungs­ket­ten und bei der Reduk­ti­on von „grau­er Ener­gie“ beim Bau. Sein Cre­do „Nach­hal­tig­keit ist eine Her­aus­for­de­rung, die sich ren­tiert. Wenn man am The­ma dran­bleibt, kommt am Ende auch etwas Gutes her­aus.“ Zudem sieht er einen wei­te­ren Nut­zen für sei­ne Schrei­ne­rei „Unse­re Kun­den erle­ben unse­re nach­hal­ti­ge Arbeit direkt in der Werk­statt, sehen sie auf unse­rer Home­page und in den Social-Media-Kanä­len. Auch dadurch ent­wi­ckelt sich Ver­trau­en zum Betrieb.“ Eine Pflicht zur Bericht­erstat­tung sieht er den­noch kri­tisch „Für klei­ne Betrie­be ist der Auf­wand per­so­nell nicht machbar.“

Laut Nico­le Wag­ner habe sich die GREIFF Mode GmbH & Co. KG für ihre Nach­hal­tig­keits­rei­se ent­schie­den, um die vor­han­de­nen Unter­neh­mens­wer­te wei­ter zu stär­ken. „Wir arbei­ten seit 2014 sys­te­ma­tisch an unse­rer nach­hal­ti­gen Aus­rich­tung, aller­dings ohne exakt aus­ge­ar­bei­te­ten Leit­fa­den. Nach­dem wir inter­na­tio­na­le Zulie­fe­rer haben, spielt die sozia­le Ver­ant­wor­tung zu den welt­wei­ten Part­nern eine Schlüs­sel­rol­le.“ So habe man die eige­nen Stan­dards auf ein gutes Niveau gebracht. Beson­ders bei der Trans­pa­renz der Lie­fer­ket­ten müs­se man sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln. Das Tex­til­un­ter­neh­men erstellt ein­mal im Jahr einen Social Report. „Zur Nach­hal­tig­keit gehört aber auf jeden Fall auch das Ver­trau­en von Kun­den“, unter­streicht Wag­ner. Klar sei zudem: Mit oder ohne Leit­fa­den müs­se man Nach­hal­tig­keit immer neu den­ken und an die eige­nen Her­aus­for­de­run­gen anpassen.

Beim Leuch­ten­her­stel­ler RZB Rudolf Zim­mer­mann, Bam­berg GmbH ist Nach­hal­tig­keit längst zur Chef­sa­che gewor­den. Der Tech­ni­sche Lei­ter Dr. Ser­gio Dra­wert schil­dert den Ein­stieg: „Für uns war es anfangs eine Über­ra­schung, was wir in Sachen Nach­hal­tig­keit schon alles tun.“ Einer Pflicht-Bericht­erstat­tung steht er zwar posi­tiv gegen­über, weist aber dar­auf hin, dass man auch das Per­so­nal dafür haben muss. Für sein Unter­neh­men sei die Erstel­lung aber ohne­hin alter­na­tiv­los, „denn gera­de Groß­kun­den for­dern die­sen Nach­weis aktiv ein und sor­tie­ren Zulie­fe­rer auch hin und wie­der aus, wenn sie nicht nach­hal­tig genug auf­ge­stellt sind.“ Sein Tipp für die ers­ten Schrit­te: „Ein­fach mal anfan­gen! Bes­ser mit wenig Inhal­ten star­ten als gar nicht.“

Die Tan­dem-Rei­he „Wis­sen­schaft & Pra­xis“ för­dert den beid­sei­ti­gen Trans­fer aus der Wis­sen­schaft in die Betriebs­pra­xis und umge­kehrt. Des­halb beur­teil­te Prof. Dr. Frank Schie­mann die genann­ten Pra­xis­bei­spie­le anschlie­ßend aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht, ging auf die Vor­tei­le einer nach­hal­ti­gen Unter­neh­mens­aus­rich­tung ein und räum­te auch eini­ge Mythen zu dem The­ma aus. „Für eine nach­hal­ti­ge Aus­rich­tung spre­chen der leich­te­re Zugang zu Finan­zie­run­gen, eine ver­bes­ser­te Repu­ta­ti­on und der lang­fris­ti­ge Nut­zen bei der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung“, so der BWL-Pro­fes­sor. Zudem hel­fe der Nach­hal­tig­keits­ge­dan­ke beim früh­zei­ti­gen Erken­nen von Risi­ken. Laut Schie­mann heißt Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung nicht gleich mehr Büro­kra­tie, wenn man das Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis im Auge behält. Und zuletzt: „Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men gefähr­det nicht den Wirt­schafts­stand­ort, son­dern ist ein Teil der akti­ven Zukunfts­si­che­rung für Betriebe.“


Tan­dem-Rei­he “Wis­sen­schaft & Praxis”

Die Tan­dem­rei­he ist eine Gemein­schafts­in­itia­ti­ve der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg, der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken. Sie bringt ein­mal pro Jahr Wis­sen­schaft und Wirt­schaft zusam­men. Ziel ist es, den Aus­tausch unter­ein­an­der zu för­dern und den beid­sei­ti­gen Trans­fer von Wis­sen anzuregen.

Wei­te­re, stän­dig aktua­li­sier­te Infor­ma­tio­nen zu der Ver­an­stal­tungs­rei­he sind hier zu fin­den. 

För­de­rung des Umwelt­mi­nis­te­ri­ums für Bicy­cle Libe­ra­ti­on Front Bamberg

Unter­stüt­zung für nach­hal­ti­ge Bam­ber­ger Fahrradkultur

Eine gute Nach­richt für alle, die lie­ber selbst zum Werk­zeug grei­fen, als ihr Fahr­rad in die Werk­statt zu brin­gen: Die Bicy­cle Libe­ra­ti­on Front (BLF) Bam­berg hat vor kur­zem einen För­der­be­scheid in Höhe von 2000 Euro vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­ter für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz, Thors­ten Glau­ber, über­reicht bekom­men. Bei einem Besuch in den Räum­lich­kei­ten der BLF wür­dig­te der Minis­ter das lang­jäh­ri­ge Enga­ge­ment der Initia­ti­ve für nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät, Res­sour­cen­scho­nung und gesell­schaft­li­che Teilhabe.

Die För­de­rung ist ein wei­te­rer Mei­len­stein für die ehren­amt­lich betrie­be­ne Fahr­rad­werk­statt, die seit 2012 in Bam­berg aktiv ist – ganz ohne kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen. Hin­ter der BLF steht ein ein­fa­ches, aber star­kes Kon­zept: Hil­fe zur Selbst­hil­fe. Jeden Mitt­woch­abend, bis auf den letz­ten Mitt­woch im Monat, öff­net die Werk­statt ihre Tore für alle, die ler­nen wol­len, ihr Fahr­rad selbst zu repa­rie­ren, zu pfle­gen oder zu ver­bes­sern. Von 18 bis 22 Uhr hat die Werk­statt geöff­net. Statt „abge­ben und abho­len“ setzt die BLF auf gemein­sa­mes Schrau­ben, Tei­len von Wis­sen und gegen­sei­ti­ge Unterstützung.

Was mit ein paar Werk­zeu­gen und viel Idea­lis­mus begann, ist über die Jah­re zu einem fes­ten Bestand­teil der Bam­ber­ger DIY-Sze­ne gewor­den. Die offe­ne Werk­statt mit fünf Arbeits­plät­zen und einem gut sor­tier­ten Ersatz­teil­la­ger ist längst mehr als nur ein Ort zum Repa­rie­ren – sie ist Treff­punkt, Bil­dungs­ort und Anlauf­stel­le für Men­schen, die Mobi­li­tät selbst in die Hand neh­men wollen.

Mit dem frisch über­reich­ten För­der­be­scheid kann die BLF nun neue Pro­jek­te ansto­ßen, ihre Aus­stat­tung ver­bes­sern und noch mehr Men­schen errei­chen. Beson­ders erfreu­lich: Seit Früh­jahr 2025 ist die BLF auch offi­zi­ell ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein – mit der Mög­lich­keit, För­der­mit­glied zu wer­den. Eine Ent­wick­lung, die den Grund­stein für lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät und noch mehr Wir­kung legt.


Büro für Nach­hal­tig­keit als Schnittstelle

Staats­mi­nis­ter Thors­ten Glau­ber zeig­te sich bei sei­nem Besuch beein­druckt vom Enga­ge­ment der Ehren­amt­li­chen und der leben­di­gen Werk­statt­kul­tur, die dort gepflegt wird. „Wir wol­len die Idee der Repair-Cafés noch bekann­ter machen. Ich bin ein gro­ßer Freund davon, die Repair-Cafés zu unter­stüt­zen – mit Werk­zeug, mit Hil­fe, damit die Rah­men­be­din­gun­gen pas­sen. Das Repa­rie­ren ist ein unver­zicht­ba­rer Bau­stein der Zukunft, um Müll zu ver­mei­den, Res­sour­cen zu scho­nen und – so wie hier – auch mit­ein­an­der ins Gespräch zu kom­men“, sag­te Glau­ber. „Und wenn man hier die Com­mu­ni­ty erlebt, sieht man ein­fach, dass das Geld wun­der­bar ange­legt ist.“

Die För­de­rung kam auch durch einen Hin­weis des Büros für Nach­hal­tig­keit der Stadt Bam­berg zustan­de. Als Schnitt­stel­le zwi­schen den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, Ver­ei­nen, Ver­bän­den, Inter­es­sen­ge­mein­schaf­ten und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wer­den über das Büro Infor­ma­tio­nen über För­der­mög­lich­kei­ten regio­nal wei­ter­ge­tra­gen. Damit kön­nen ehren­amt­lich getra­ge­ne Struk­tu­ren in der Stadt gestärkt werden.


Betrieb läuft wei­ter über Spenden

Die BLF bleibt ihrem soli­da­ri­schen Prin­zip treu: Der Betrieb finan­ziert sich auch wei­ter­hin durch Spen­den. Wer das Pro­jekt unter­stüt­zen möch­te, ist ein­ge­la­den, an einem Mitt­woch­abend vor­bei­zu­schau­en – zum Schrau­ben, Ler­nen oder auf einen Plausch unter Gleichgesinnten.

Und wer es mal etwas ent­spann­ter ange­hen möch­te, ist herz­lich zum „Bike & Chill“-Abend ein­ge­la­den: Jeden zwei­ten Sams­tag im Monat ab 18.30 Uhr ver­wan­delt sich die Werk­statt in einen Raum für Aus­tausch, Begeg­nung und gute Gesprä­che. Ganz ohne Werk­zeug – dafür mit Geschich­ten von der letz­ten Aus­fahrt, Ideen für kom­men­de Tou­ren und der Freu­de am Rad­fah­ren. Ein­fach vor­bei­kom­men, Gleich­ge­sinn­te tref­fen und Teil der Fahr­rad-Com­mu­ni­ty wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier zu finden.

Ein gol­de­nes Fina­le vol­ler Krea­ti­vi­tät und Nachhaltigkeit

Abschluss der Thea­ter-Musik-Werk­statt im JUZ Bamberg

Was im März mit alten Büh­nen­bau­ten, aus­ran­gier­ten Kos­tü­men und viel Neu­gier begann, fand nun in einer ein­drucks­vol­len Abschluss­auf­füh­rung sei­nen Höhe­punkt: Die Thea­ter-Musik-Werk­statt „Gol­den Age of Trash“ im Jugend­zen­trum am Mar­ga­re­ten­damm Bam­berg (JUZ) ist zu Ende gegan­gen – mit einer krea­ti­ven und berüh­ren­den Prä­sen­ta­ti­on, die zeig­te, wie viel aus soge­nann­tem „Kul­tur­müll“ ent­ste­hen kann, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Über meh­re­re Wochen hat­ten Jugend­li­che ab 12 Jah­ren im Rah­men des städ­ti­schen Pro­jekts Mit­Mach­Kli­ma gemein­sam mit der Büh­nen­bild­ne­rin Kari­na Liu­ta­ia und dem Thea­ter­re­gis­seur Chris­ti­an Claas getüf­telt, gebaut, kom­po­niert und geprobt. Mit Unter­stüt­zung des JUZ Bam­berg ent­stan­den fan­ta­sie­vol­le Büh­nen­bil­der, eigens ent­wi­ckel­te Musik­stü­cke, indi­vi­du­el­le Per­for­man­ces – und ein mobi­ler Ton­auf­nah­me­be­reich, der künf­tig für wei­te­re Jugend­pro­jek­te genutzt wer­den kann.

Ein beson­de­res High­light war die Ver­wand­lung einer ehe­ma­li­gen Requi­si­ten­mau­er des ETA Hoff­mann Thea­ters in beweg­li­che, wan­del­ba­re Räu­me, die nun im JUZ wei­ter­ver­wen­det wer­den. Ganz im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit wur­de kon­se­quent abfall­frei gear­bei­tet – alle ent­stan­de­nen Pro­duk­te fin­den auch nach Pro­jek­ten­de neue Einsatzmöglichkeiten.

Die Abschluss­prä­sen­ta­ti­on wur­de von zwei jun­gen Sän­ge­rin­nen mit dem Song „Wel­co­me to the Gol­den Age of Trash“ eröff­net. Es folg­te eine bewe­gen­de Geschich­te auf dem Over­head-Pro­jek­tor: Über einen Jun­gen, der sei­nen Traum, Zahn­arzt zu wer­den erfül­len möch­te – eine Geschich­te von Flucht, Mut und Hoff­nung. Wei­te­re Auf­trit­te behan­del­ten The­men wie Selbst­be­wusst­sein, Umwelt­be­wusst­sein und das krea­ti­ve Poten­zi­al von „Trash“ wur­de durch einen Rap verdeutlicht.

Auch wenn nicht immer klar war, wie vie­le Jugend­li­che sich betei­li­gen wür­den – am Ende stand ein leben­di­ges, star­kes Gemein­schafts­pro­jekt. Vie­le der Teil­neh­men­den waren zum ers­ten Mal bei einem sol­chen Werk­statt­pro­jekt dabei und haben ihre Stim­men und Ideen ein­drucks­voll auf die Büh­ne gebracht.

Ein gro­ßer Dank gilt dem gesam­ten Team des JUZ Bam­berg für die enga­gier­te Unter­stüt­zung und allen Betei­lig­ten für ihre Offen­heit, Krea­ti­vi­tät und den gemein­sa­men Blick in eine nach­hal­ti­ge­re Zukunft.

Graf-Stauf­fen­berg-Real­schu­le

Neu­er Was­ser­spen­der für Nachhaltigkeit

Die Graf-Stauf­fen­berg-Real­schu­le hat einen neu­en Was­ser­spen­der in der Aula, der den Schü­le­rin­nen und Schü­lern sowie Lehr­kräf­ten eine nach­hal­ti­ge Alter­na­ti­ve zu Fla­schen­was­ser bie­tet. Kli­ma- und Umwelt­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp lob­te das Pro­jekt: „Die­ses Pro­jekt ist ein wun­der­ba­res Bei­spiel dafür, wie nach­hal­ti­ge Ideen in der Schu­le umge­setzt wer­den kön­nen“, beton­te der Zwei­te Bürgermeister.

Der moder­ne Spen­der ermög­licht es, zwi­schen spru­deln­dem oder stil­lem Lei­tungs­was­ser zu wäh­len – eine umwelt­be­wuss­te Lösung, die zur Redu­zie­rung von Plas­tik­müll beiträgt.

Die Idee für die­ses Pro­jekt ent­stand in der Umwelt­grup­pe der Schu­le. Mit dem Wunsch, den Was­ser­ver­brauch in der Schu­le nach­hal­ti­ger zu gestal­ten, bean­trag­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, mit Unter­stüt­zung von Stu­di­en­rat Johan­nes Mie­kisch, die Umset­zung im Rah­men der Mit­Mach­Kli­ma-Paten­pro­jek­te der Stadt Bam­berg. Mit­Mach­Kli­ma ist ein För­der­pro­jekt des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Klimaschutz.

Neben den offen­sicht­li­chen öko­lo­gi­schen Vor­tei­len eines Was­ser­spen­ders, wie der Ein­spa­rung von Plas­tik­fla­schen und der Ver­rin­ge­rung des CO2-Aus­sto­ßes, wur­de auch der gesund­heit­li­che Aspekt von Lei­tungs­was­ser betont, das regel­mä­ßig geprüft wird und in hoher Qua­li­tät vorliegt.

Zur Inbe­trieb­nah­me des Was­ser­spen­ders gab es eine klei­ne Fei­er, bei der der neue Spen­der auch gleich aus­pro­biert wurde.

Crowd­fun­ding-Platt­form “Vie­le schaf­fen mehr”

Zusätz­li­cher Bonus für Pro­jek­te mit Nachhaltigkeitsbezug

Die VR Bank Bam­berg-Forch­heim hat im Jahr 2024 erneut ihr Enga­ge­ment für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lun­gen unter Beweis gestellt. In einer außer­ge­wöhn­li­chen Initia­ti­ve hat die Bank alle Crowd­fun­ding-Pro­jek­te, die in die­sem Jahr auf der haus­ei­ge­nen Crowd­fun­ding-Platt­form “Vie­le schaf­fen mehr” gestar­tet wur­den und einen Nach­hal­tig­keits­be­zug auf­wei­sen, mit einem zusätz­li­chen Bonus ausgezeichnet.

Eine Bewer­bung für die Nach­hal­tig­keits-Prä­mie war nicht erfor­der­lich. Statt­des­sen wur­den alle Pro­jek­te am Ende des Jah­res durch eine unab­hän­gi­ge Fach­kom­mis­si­on bewer­tet. Bei der Aus­wahl der Gewin­ner­pro­jek­te ori­en­tier­te sich die Jury an den 17 glo­ba­len Nach­hal­tig­keits­zie­len (Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals, SDGs) der Ver­ein­ten Natio­nen. Dabei wur­den sowohl der Out­put der Pro­jek­te, wie die Ver­bes­se­rung des Kli­mas oder Ener­gie­spar­maß­nah­men, als auch der Input, wie regio­na­le Bezü­ge, Recy­cling oder Öko-Zer­ti­fi­zie­run­gen, berücksichtigt.

Am Don­ners­tag, dem 5. Dezem­ber, fand die fei­er­li­che Über­ga­be der Prä­mi­en statt. Alex­an­der Brehm, der stell­ver­tre­ten­de Vor­stands­vor­sit­zen­de der VR Bank Bam­berg-Forch­heim, über­reich­te gemein­sam mit Jas­min Geb­hardt, der Crowd­fun­ding-Ver­ant­wort­li­chen der VR Bank, den drei Preis­trä­gern jeweils einen Bonus von 1.000 Euro und wür­dig­te die posi­ti­ven Bei­trä­ge der Pro­jek­te für unse­re Gemein­schaft und Umwelt.

Die drei prä­mier­ten Pro­jek­te zeich­nen sich durch ihren Bei­trag zu einer sozi­al, wirt­schaft­lich und öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung aus und die­nen als Vor­bil­der für zukünf­ti­ge Initia­ti­ven. „Die Unter­stüt­zung sol­cher Pro­jek­te ist uns ein beson­de­res Anlie­gen. Sie tra­gen maß­geb­lich dazu bei, unse­re Regi­on und die Welt nach­hal­ti­ger zu gestal­ten“, so Alex­an­der Brehm.


Aus­ge­zeich­ne­te Initiativen

Aus­ge­zeich­net wur­de die Anschaf­fung eines gemein­de­über­grei­fen­den Feu­er­wehr-Ein­satz­zelts durch die FFW Ober­tru­bach (Nach­hal­tig­keits­ziel #3 Gesund­heit und Wohl­erge­hen). Die­ses Pro­jekt war von der Pro­jekt­sum­me eines der größ­ten, die im Jahr 2024 auf der Crowd­fun­ding-Platt­form der VR Bank Bam­berg-Forch­heim umge­setzt wur­den. Dar­über hin­aus haben sich hier sechs Feu­er­weh­ren (Ober­tru­bach, Wei­ßen­ohe, Igens­dorf, Grä­fen­berg, Hilt­polt­stein, Egloff­stein) zusam­men­ge­schlos­sen, um gemein­sam ein Crowd­fun­ding-Ziel zu errei­chen – die­ser Zusam­men­schluss erfüllt das genos­sen­schaft­li­che Mot­to „Vie­le schaf­fen mehr“ über alle Maßen.

Wei­ter­hin wur­de die Anbrin­gung einer Ram­pe für den bar­rie­re­frei­en Zugang zum Sport­heim des 1. FC Strul­len­dorf 1933 aus­ge­zeich­net (Nach­hal­tig­keits­ziel #10 Weni­ger Ungleich­hei­ten). Das FCS-Ver­eins­heim war bis­her nur über eine Trep­pe zugäng­lich. Dank des neu­en bar­rie­re­frei­en Zugangs zum Sport­heim kön­nen nun auch Per­so­nen­grup­pen, die auf einen Roll­stuhl oder Rol­la­tor ange­wie­sen sind, sowie Per­so­nen mit Kin­der­wä­gen, die bis­lang weit­ge­hend vom Ver­eins­le­ben und Ver­an­stal­tun­gen aus­ge­schlos­sen waren, end­lich dar­an teil­neh­men. Da nicht nur ver­eins­in­ter­ne Ver­an­stal­tun­gen im Sport­heim statt­fin­den, ist der bar­rie­re­frei­en Zugang ein Mehr­wert für ganz Strullendorf!

Die drit­te aus­ge­zeich­ne­te Initia­ti­ve war die Ver­le­gung einer Trink­was­ser­lei­tung zur Dienst­hüt­te der Berg­wacht Bam­berg in Burg­le­sau (Nach­hal­tig­keits­ziel #6 Sau­be­res Was­ser und Sani­tär­ein­rich­tun­gen). Bis­her wur­de das Was­ser für die Dienst­hüt­te der Berg­wacht von einer Quel­le mit Kanis­tern zur Hüt­te gebracht. Die­ses Was­ser muss­te vor der Ver­wen­dung abge­kocht wer­den. Mit­hil­fe des Pro­jekts konn­te eine Trink­was­ser­lei­tung ver­legt wer­den, um den Zugang zu sau­be­rem Was­ser in der Dienst­hüt­te sicher­zu­stel­len. Die Berg­wacht­be­reit­schaft Bam­berg über­nimmt in ihrem Ein­satz­ge­biet die Ber­gung von Ver­un­glück­ten, deren Suche und die not­fall­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und betä­tigt sich auch aktiv im Umweltschutz.

Die Crowd­fun­ding-Platt­form „Vie­le schaf­fen mehr“ wur­de 2022 von der VR Bank Bam­berg-Forch­heim gestar­tet. Ende Okto­ber wur­de der Spen­den­topf für 2024 von anfangs 100.000 Euro auf 150.000 Euro erhöht.

Nach­hal­tig­keits­pro­jekt

Ste­gau­rach: Vom Tra­fo­haus zur Ste­le der Biodiversität

Einen ech­ten Hin­gu­cker der Nach­hal­tig­keit bie­tet Ste­gau­rach seit eini­gen Tagen in der Hart­lan­de­ner Stra­ße. Denn zwei Künst­ler haben ein ehe­mals grau­es Tra­fo­häus­chen in den ver­gan­ge­nen Wochen auf­wän­dig bemalt. Nun soll der Turm ver­schie­de­nen Tier­ar­ten Unter­schlupf bieten.

Die Neu­ge­stal­tung des Tur­mes ist ein Teil des Pro­jek­tes „Ste­le der Bio­di­ver­si­tät“ der Gemein­de Ste­gau­rach in Zusam­men­ar­beit mit der Bay­ern­werk AG, dem Ver­ein Turm­sta­tio­nen Kreis Bor­ken-Coes­feld e.V., der Deut­schen Post­code Lot­te­rie und der ehren­amt­li­chen Orga­ni­sa­ti­on „Arten­schutz in Fran­ken“. Künf­tig soll dort ver­schie­de­nen Tie­ren Unter­schlupf zur Ver­fü­gung ste­hen, wie die Gemein­de mitteilte.

„Anstatt das Tra­fo­haus nach sei­ner lang­jäh­ri­gen Nut­zung abzu­rei­ßen“, sagen Bernd Fri­cke, Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Ste­gaurachs, und Bio­di­ver­si­täts­ma­na­ge­rin Mari­on Mül­ler, „hat das Gebäu­de nun eine neue Funk­ti­on bekom­men.“ Denn in den letz­ten Wochen wur­de der Turm auf eine Art und Wei­se instand gesetzt, dass Fle­der­mäu­se und Gebäu­de­brü­ter wie die Mau­er­seg­ler dort leben kön­nen sol­len. Auch wur­den wei­te­re Unter­künf­te für Schwal­ben, Turm­fal­ken oder die Schlei­er­eu­le angebracht.

Benrd Fri­cke bedank­te sich für das Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten und für „ein wei­te­res Pro­jekt für die Nach­hal­tig­keit“ in der Gemein­de Ste­gau­rach. Nach der Instal­lie­rung eines „The­men­pfads der Arten­viel­falt“ gehe die Gemein­de nun einen wei­te­ren Schritt auf dem Weg zu noch mehr Artenvielfalt.

Tho­mas Köh­ler, Vor­sit­zen­der von „Arten­schutz in Fran­ken“, bezeich­ne­te das neu gestal­te­te Tra­fo­häus­chen außer­dem als „Mahn­mal für Arten­viel­falt“. Mit der „Ste­le der Bio­di­ver­si­tät“ wol­le man Wis­sen über die Arten­viel­falt an die nächs­te Gene­ra­ti­on weitergeben.

Eine Ver­bin­dung zwi­schen der Natur und der umlie­gen­den Land­schaft woll­ten die bei­den Künst­ler Micha­el Horn und Kars­ten Reck­zie­gel bei ihrer Gestal­tung der Tra­fo­turm-Fas­sa­de schaf­fen. Des­we­gen mal­ten sie bei­spiels­wei­se einen Wie­sen­knopf und den Schmet­ter­ling Wie­sen­knopf­amei­sen­bläu­ling auf die Fassade.

In ganz Ober­fran­ken gibt es laut Gemein­de­mit­tei­lung nur zwei Gebie­te, in denen der Hel­le Wie­sen­knopf­amei­sen­bläu­ling vor­kommt. Das größ­te davon sei Stegaurach.

Nun heißt es abwar­ten und hof­fen, dass die Lebens- und Fort­pflan­zungs­räu­me von den Tie­ren auch ange­nom­men werden.

Ver­brau­cher­zen­tra­le Bayern

Erd­über­las­tungs­tag: Zeit für mehr Nachhaltigkeit

Heu­te (1. August) ist glo­ba­ler Erd­über­las­tungs­tag 2024. An die­sem Tag hat die Mensch­heit rech­ne­risch alle Res­sour­cen ver­braucht, die ihr für das gesam­te Jahr zur Ver­fü­gung ste­hen soll­ten. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern gibt Tipps, wie man nach­hal­ti­ger leben kann.

2023 war der Erd­über­las­tungs­tag am 31. Juli – einen Tag frü­her als nun. Sta­tis­tisch gese­hen bräuch­te die Welt­be­völ­ke­rung etwa 1,7 Pla­ne­ten, um ihren Bedarf zu decken. Wür­den alle Län­der auf die glei­che Wei­se leben wie Deutsch­land, wären sogar drei Erden not­wen­dig, wie die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern mit­teilt. Vor die­sem Hin­ter­grund gibt die sie zudem ein­fa­che Tipps für den Start in einen nach­hal­ti­ge­ren Lebensstil.

„Die meis­ten Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher wis­sen sehr gut, dass wir mit unse­rem Kon­sum­ver­hal­ten über­mä­ßig vie­le Res­sour­cen ver­brau­chen“, sagt Hei­de­ma­rie Krau­se-Böhm, Refe­rats­lei­te­rin Ener­gie, Umwelt und Nach­hal­tig­keit bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern. „Aber auch wenn das Bewusst­sein da ist – die­ses Wis­sen im All­tag umzu­set­zen, ist oft schwer. Denn vie­le scheu­en den ver­meint­li­chen Auf­wand und eine Ände­rung ihrer Gewohn­hei­ten.“ Zudem erle­be die Umwelt­ex­per­tin immer wie­der Verbraucher:innen, die davon aus­ge­hen, dass sie allein sowie­so nichts bewir­ken könn­ten. Dass sich der Auf­wand lohnt und sogar Spaß machen kann, ver­sucht Krau­se-Böhm mit vier Tipps zu zeigen.

Vier Tipps

Wer sei­nen Lebens­stil ändern möch­te, soll­te mit Ver­än­de­run­gen star­ten, die leicht­fal­len. Das macht Mut und Lust auf mehr. Der ers­te Schritt kann sein, den Kaf­fee im Ther­mo- statt im Papp­be­cher zu trin­ken oder Stand­by-Gerä­te aus­zu­schal­ten. Dabei soll­te man die eige­nen Anstren­gun­gen nicht gering­schät­zen. Jede

Für vie­le fühlt sich Nach­hal­tig­keit zunächst nach Ver­zicht an. Dabei kann eine Ver­än­de­rung auch für alle per­sön­lich viel Posi­ti­ves brin­gen: eine neu erlern­te Fähig­keit beim Repa­rie­ren, der Aus­tausch mit den Nach­barn, wenn man etwas aus­leiht, oder das gute Gefühl zu teilen.

Wie bei jeder ande­ren Ver­än­de­rung braucht es Zeit und Geduld, das eige­ne Leben nach­hal­tig umzu­stel­len. Was sich Verbraucher:innen stets klar­ma­chen soll­ten: Sie sind bereits auf dem Weg. Auf die­sem hel­fen Rou­ti­nen, damit man nicht jeden Tag jede Ent­schei­dung über­den­ken müs­sen. Die­se könn­ten sein: Stoß­lüf­ten wäh­rend der Kaf­fee durch­läuft, statt das Fens­ter dau­er­haft zu kip­pen, Lei­tungs­was­ser trin­ken oder einen Monat bei Wind und Wet­ter mit dem Fahr­rad ins Büro fahren.

Um sich aus­zu­tau­schen und moti­viert zu blei­ben, hilft es, sich Gleich­ge­sinn­te zu suchen. Die­se fin­det man bei­spiels­wei­se bei ört­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, auf Social Media oder bei einer Frei­wil­li­gen­agen­tur vor Ort. Eben­so kann es sich loh­nen, Freun­de und Bekann­te anzu­spre­chen. Denn gemein­sam las­sen sich Ver­än­de­run­gen leich­ter umsetzen.

Über den Erdüberlastungstag

Der Erd­über­las­tungs­tag wird jähr­lich vom Glo­bal Foot­print Net­work mit­hil­fe von zwei Para­me­tern berech­net. Auf der einen Sei­te steht die Fähig­keit der Erde, Res­sour­cen zu erzeu­gen sowie Abfall und Emis­sio­nen auf­zu­neh­men. Auf der ande­ren ste­hen Wäl­der, Land­flä­chen, Was­ser, land­wirt­schaft­li­che Gebie­te und Fische­rei­grün­de, die Men­schen für ihren aktu­el­len Lebens- und Wirt­schafts­stil benö­ti­gen. Deutsch­land hat sei­nen natio­na­len Über­las­tungs­tag in die­sem Jahr bereits am 2. Mai überschritten.

Eco-Manage­ment and Audit Scheme

Mehr Nach­hal­tig­keit: Uni­ver­si­tät Bam­berg ist EMAS-zertifiziert

Ein Ziel der Uni­ver­si­tät Bam­berg ist, ihre Umwelt­aus­wir­kun­gen sys­te­ma­tisch zu erfas­sen und ihre Umwelt­leis­tung kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern. Einen wich­ti­gen Schritt in die­se Rich­tung konn­te die Hoch­schu­le nun machen. Als eine der ers­ten baye­ri­schen Uni­ver­si­tä­ten ist sie EMAS-zertifiziert.

EMAS steht für „Gemein­schafts­sys­tem für das Umwelt­ma­nage­ment und die Umwelt­be­triebs­prü­fung“, bezie­hungs­wei­se „Eco-Manage­ment and Audit Sche­me“. Orga­ni­sa­tio­nen, die ein Umwelt­ma­nage­ment nach EMAS eta­blie­ren, ver­pflich­ten sich dazu, alle ein­schlä­gi­gen Umwelt­rechts­vor­schrif­ten zu erfül­len und einen Pro­zess der kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rung der eige­nen Umwelt­leis­tung zu orga­ni­sie­ren. Eine der­art zer­ti­fi­zier­te Orga­ni­sa­ti­on ist seit letz­ter Woche die Uni­ver­si­tät Bam­berg, wie die Hoch­schu­le am 21. Sep­tem­ber mitteilte.

Mög­lich­kei­ten, mehr Nach­hal­tig­keit an einer Uni­ver­si­tät zu leben und das Zer­ti­fi­kat zu bekom­men, gibt es laut Uni­ver­si­tät vie­le. Bereits 2021 ist dafür ein Leit­bild ent­stan­den, in dem sich die Uni­ver­si­tät ver­pflich­tet, Umwelt­be­las­tun­gen zu ver­mei­den, Res­sour­cen zu scho­nen und Kli­ma­neu­tra­li­tät anzu­stre­ben. Dane­ben wur­de ein Umwelt­pro­gramm mit ins­ge­samt zwölf Hand­lungs­fel­dern wie Mobi­li­tät, IT oder Bau- und Flä­chen­ma­nage­ment und den Kern­the­men For­schung und Leh­re auf­ge­setzt. „Mit dem Umwelt­ma­nage­ment nach EMAS geht die Uni­ver­si­tät einen kon­se­quen­ten und sys­te­ma­ti­schen Weg“, sagt Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin und Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te der Hochschule.

Die ers­ten Schrit­te zur Zer­ti­fi­zie­rung waren 2021 eine Bestands­auf­nah­me und die Erar­bei­tung grund­le­gen­der Struk­tu­ren, um die Bestre­bun­gen im Bereich Nach­hal­tig­keit zu bün­deln. „Die Steue­rungs­grup­pe Nach­hal­tig­keit gibt es bereits seit 2016. Nun unter­streicht auch die Ein­füh­rung von EMAS die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung der Universität.“

Es rücken dabei bei­spiels­wei­se die Mög­lich­kei­ten für selbst­er­zeug­te Solar­ener­gie, das Mobi­li­täts­ver­hal­ten oder auch die jähr­li­chen Gesamt­emis­sio­nen in den Blick. „Die Struk­tu­ren müs­sen von Beginn an auf jeden Fall so ange­legt sein, dass der Ver­än­de­rungs­pro­zess lang­fris­tig gelin­gen kann“, sagt Caro­lin Brix-Asa­la, Umwelt­ma­nage­ment­be­auf­trag­te der Uni­ver­si­tät. „Denn mit der Zer­ti­fi­zie­rung ist es nicht getan. EMAS ist ein fort­lau­fen­der Prozess.“

Ein kli­ma­po­li­ti­sches Zei­chen setz­te die Uni­ver­si­tät auch im Juli 2023 mit ihrem Bei­tritt zur inter­na­tio­na­len Kam­pa­gne „Race to Zero“. Die Insti­tu­tio­nen, die sich „Race to Zero” anschlie­ßen, ver­pflich­ten sich dazu, bis spä­tes­tens 2050 CO2-Neu­tra­li­tät zu errei­chen und bis 2030 zur Hal­bie­rung der Emis­sio­nen beizutragen.

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