Kirche wurde mit Pontifikalamt und Festakt wieder eröffnet
„Die Krone Bambergs“: St. Michael beeindruckt alle Gäste
„Klock, klock, klock“: Mit dreimal drei Schlägen seines Bischofsstabs gegen die Pforte öffnete Erzbischof Herwig Gössl die Kirche St. Michael heute Vormittag. Damit wurde das Gotteshaus nach 14 Jahren Sperrung und aufwendiger Sanierung wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Am morgigen Sonntag gibt es einen ersten Gottesdienst für alle Gläubigen.
Mit einem Pontifikalamt und einem Festakt wurde die Kirche nach 14 Jahren feierlich wieder eröffnet. „Ein historischer Moment für Bamberg und das Erzbistum: Mit der Wiedereröffnung der Kirche ist ein Juwel des Welterbes geschaffen worden“, sagt der Oberbürgermeister Andreas Starke.
Unter dem Klang der fünf alten und sechs neuen Glocken sowie begleitet von einer feierlichen Prozession mit 19 Konzelebranten nahm Erzbischof Gössl die Kirche symbolträchtig wieder in Besitz. Nach der Öffnung der Pforte zog der liturgische Dienst in das Gotteshaus ein, das sich den Gläubigen in neuem Glanz präsentierte. Die Segnung des Weihwassers, die Besprengung der Gemeinde sowie das feierliche Beweihräuchern (Inzens) der Kirchenwände knüpften bewusst an die jahrhundertealte Tradition der Kirchweihe an und machten die spirituelle Bedeutung des Ortes eindrucksvoll erlebbar. Höhepunkte des Pontifikalamts waren zudem die Wiederentzündung des Ewigen Lichts sowie die Rückkehr der Reliquie des heiligen Otto in den Kirchenraum.
Ein Symbol für Gottes bleibende Zuwendung
Erzbischof Herwig Gössl begann seine Predigt mit den Worten „Es ist eine Pracht!“, und er dankte allen, die dafür gesorgt haben, dass diese Pracht erhalten geblieben ist. Er deutete das sanierte Gotteshaus als Symbol für Gottes bleibende Zuwendung zu den Menschen und für die damit immerzu notwendigen und möglichen Erneuerungsprozesse in Kirche, Gesellschaft und im persönlichen Leben jedes Menschen.
Ein weiterer Aspekt der Predigt lag auf der Verantwortung für die Schöpfung. Der Himmelsgarten der Michaelskirche mit seinen 585 Pflanzenmotiven sei „eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt“. Gössl betonte, dem Menschen sei „nicht Ausbeutung und Verbrauch“ aufgetragen, sondern „hüten und hegen“. Die Schönheit der Natur verweise auf den Schöpfer und sei zugleich Auftrag zum verantwortlichen Handeln.
Nach einer Pause bildete ein Festakt am Nachmittag einen zweiten Höhepunkt an diesem Tag. Dieser begann mit einem kurzen Film, der die Generalsanierung und ihre außergewöhnlichen Herausforderungen anschaulich machte. Anschließend begrüßte Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix viele namhafte Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Denkmalpflege. „Nach 14 Jahren intensiver Arbeit ist die heutige Eröffnung für mich und alle an dem Projekt beteiligten Personen ein fast schon magischer Meilenstein. Es ist uns gelungen, mit St. Michael einen unermesslichen Schatz für Bamberg dauerhaft zu sichern. Wir verdienen uns damit den Welterbetitel noch einmal neu“, betonte Felix.
Putzbrocken gibt den Anstoß
In seiner Festrede spannte Oberbürgermeister Andreas Starke einen eindrucksvollen Bogen von den dramatischen Ereignissen des Jahres 2012 bis zur heutigen Wiedereröffnung. Die Festgäste wurden mit einem akustischen Knall daran erinnert, dass ein zwei Kilogramm schwerer Putzbrocken vor knapp 14 Jahren von der Decke fiel. Dieser Vorfall im November 2012 habe wie ein „Warnschuss“ gewirkt und deutlich gemacht, dass akuter Handlungsbedarf bestand. Die notwendige Schließung der Kirche sei unausweichlich gewesen, zugleich aber der Ausgangspunkt für eine „äußerst gelungene und erfolgreiche Generalsanierung dieser großartigen Kirche“, so Starke.
Starke hob die herausragende Bedeutung von St. Michael für Bamberg hervor: Die ehemalige Klosteranlage sei weit mehr als ein sakrales Gebäude – sie sei ein prägendes Wahrzeichen der Welterbestadt und für viele „die Krone Bambergs“. Zugleich betonte er die enorme Gemeinschaftsleistung hinter dem Projekt: Rund 43 Millionen Euro Investitionen, tausende Beteiligte, jahrzehntelanges Engagement und eine breite Unterstützung durch Fördermittelgeber, Fachleute und Bürgerschaft hätten die Sanierung möglich gemacht.
OB Starke blickt für die ursprünglich im Jahr 1015 erbaute Klosterkirche weit voraus: „Die nächsten 1.000 Jahre beginnen jetzt.“ St. Michael solle wieder ein Ort des Glaubens, der Begegnung und der Identifikation für kommende Generationen sein.
Hohe Auszeichnung für Felix
Im Rahmen des Festakts wurde Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix für sein außergewöhnliches Engagement mit der Medaille „Denkmalstadt Bamberg“ ausgezeichnet. Als maßgeblicher Projektverantwortlicher habe er die Generalsanierung über viele Jahre hinweg mit großer Fachkompetenz und persönlichem Einsatz geprägt, betonte Starke. „Was Sie bei diesem Projekt geleistet haben, kann man Ihnen gar nicht hoch genug anrechnen“, so das Stadtoberhaupt, der sich bei Bertram Felix herzlich bedankte.
Die Generalsanierung von St. Michael bezeichnete Martin Schöffel, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, in seinem Grußwort als „derzeit größtes Kirchensanierungsprojekt Deutschlands“. Die Maßnahme rette ein oberfränkisches Wahrzeichen und einen zentralen Teil der Bamberger UNESCO-Welterbestätte. „Die Arbeiten vereinen wissenschaftlich fundierte Restaurierung, handwerkliche Präzision und ein Netzwerk aus Fachleuten, Universitäten und Forschungskolloquien. Das hochkomplexe Projekt hat nicht nur technische, sondern auch konservierungswissenschaftliche Maßstäbe gesetzt und gilt als Vorbild für künftige Sanierungen. Finanziert als Gemeinschaftsaufgabe von Freistaat, Bund, regionalen Förderern sowie Bürgerinnen und Bürgern konnte dieses einzigartige Kulturgut für kommende Generationen gesichert werden. Ich danke allen Beteiligten für Ihren großartigen Einsatz“, erklärte Schöffel.
Ein Kraftakt sei die umfassende Baumaßnahme für die Stadt Bamberg und die Bürgerspitalstiftung gewesen, betonte Regierungspräsident Florian Luderschmid. „Für uns als Fördergeber war besonders wichtig, dass St. Michael ein lebendiger, zugänglicher, einladender Ort bleibt. Der heutige Tag markiert einen Neuanfang. Die Klosterkirche St. Michael tritt wieder in echte Beziehung zu ihrer Stadt. Lassen Sie uns diesen Ort nun wieder mit Leben füllen – in Respekt vor seiner Geschichte und mit Offenheit für das, was hier entstehen kann“, so Luderschmid. Auch er brachte eine Auszeichnung für Felix mit: Der Regierungspräsident zeichnete den Finanz- und Stiftungsreferenten mit dem Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung aus.
Ein „echtes Leuchtturmprojekt“
Generalkonservator Professor Matthias Pfeil würdigte in seinem Grußwort die Sanierung als herausragendes Beispiel moderner Denkmalpflege. Aus einem zunächst scheinbar „üblichen“ Schadensfall habe sich ein Projekt von außergewöhnlicher Tragweite entwickelt: Die Generalsanierung sei zu einem „echten Leuchtturmprojekt“ geworden, das Maßstäbe für zukünftige Generationen setze.
Dabei sei insbesondere das Prinzip der behutsamen Intervention entscheidend gewesen: Ziel sei es gewesen, die historische Substanz zu erhalten und Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken. Oder, so Pfeil zugespitzt: „Die beste denkmalpflegerische Maßnahme ist oft die, die man später nicht sieht.“
Eintrag ins Goldene Buch
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Kammermusikensemble der Bamberger Symphoniker mit Werken unter anderem von Mozart, Haydn und Dvořák. Den Abschluss bildeten die Eintragung der Ehrengäste in das Goldene Buch der Stadt Bamberg sowie ein gemeinsamer Empfang.
Via Livestream konnten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die beiden Veranstaltungen im Netz verfolgen, bei der auf Grund der beengten Raumverhältnisse nur geladene Gäste zugelassen waren. Am morgigen Sonntag, dem 26. April 2026, gibt es einen ersten Gottesdienst für alle Gläubigen. Außerdem sind alle Menschen aus der Region in zwei Wochen zu einem großen Bürgerfest rund um die sanierte Kirche St. Michael am 9. und 10. Mai 2026 eingeladen.
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Aufgrund des erwartet großen Interesses wird empfohlen, zu Fuß zu kommen
Eröffnungsgottesdienst St. Michael: Stadtwerke bieten Zusatzfahrt an
Anlässlich des Eröffnungsgottesdienstes in der generalsanierten Kirche St. Michael bieten die Stadtwerke Bamberg am Sonntag, 26. April 2026, um 8.10 Uhr eine Zusatzfahrt der Linie 910 zum Michelsberg an, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Der öffentliche Gottesdienst beginnt an diesem Tag um 10 Uhr, zelebriert von Dompfarrer Dr. Markus Kohmann. Der Einlass ist ab 9 Uhr möglich, der Zugang erfolgt über das Hauptportal sowie barrierefrei über den Konventbau.
Die weiteren regulären Busse der Linie 910 fahren sonntags zwischen 9.10 Uhr und 18.10 Uhr im Stundentakt vom ZOB zum Michelsberg. Aufgrund der engen Gassen kann auf der Linie nur ein sogenannter Midi-Bus eingesetzt werden, der circa 85 Fahrgäste fassen kann. Da mit einem hohen Besucheraufkommen gerechnet wird, empfehlen die Stadt und Stadtwerke Bamberg deshalb allen, die „gut zu Fuß sind“, das schöne Wetter zu nutzen und einen Spaziergang zum Michelsberg zu machen.
Im Anschluss an den Gottesdienst lädt ein Frühschoppen im Klosterinnenhof zum Verweilen und Austausch ein: Mit Kaffee und Kuchen, Silvaner aus dem Bamberger Stiftsladen, Bierspezialitäten und alkoholfreien Getränken des Fränkischen Brauereimuseums sowie einem Grillangebot des Lions-Clubs Bamberg-Michelsberg ist für das leibliche Wohl rundum gesorgt. Bis 17 Uhr bleibt die Kirche am Sonntag zur freien Besichtigung geöffnet.
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Stadtwerke Bamberg
Grüne Wärme aus der Regnitz für Handwerkskammer und Haushalte
Die Stadtwerke Bamberg wollen im Bamberger Süden zwei Flusswärmepumpen bauen, die das Wasser der Regnitz als Energiequelle nutzen. So sollen 2.000 Haushalte im Bamberger Süden und ein neues Bildungszentrum der Handwerkskammer für Oberfranken klimaneutral mit grüner Wärme versorgt werden.
Für die beiden Großwärmepumpen soll in der Südflur zwischen der Regnitz und dem neuen HWK-Bildungszentrum ein Heizwerk errichtet werden, wie die HWK aktuell mitteilt. Laut einer Machbarkeitsstudie der Stadtwerke Bamberg und des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) können die Wärmepumpen insgesamt 90 Prozent des benötigten Wärmebedarfs liefern. Dafür sollen pro Sekunde 300 Liter Wasser aus der Regnitz entnommen und flussabwärts mit leicht geringerer Temperatur wieder in den Fluss eingeleitet werden. Das neue Heizwerk in der Südflur soll im Herbst 2027 in Betrieb gehen.
Zur Abdeckung von Spitzenlasten wollen die Stadtwerke allerdings auf eine weniger umweltverträgliche, weil Kohlendioxid produzierende Weise Energie produzieren und zusätzliche Hackschnitzelkessel nutzen. In diesen sollen Holzabfälle aus benachbarte städtischen Wäldern verbrannt werden. Insgesamt wollen die Stadtwerke eine Heizleistung von zehn Megawatt erzeugen.
Investitionen in die Energiegewinnung
Beim neuen Wärmewende-Projekte im Bamberger Süden gehen die Stadtwerke aktuell von Gesamtinvestitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich aus. Die Summe soll auch aus Fördermitteln des Bundes finanziert werden.
Die Flusswärmepumpen im Bamberger Süden ist bereits das zwei Quartiersprojekt, mit dem die Stadtwerke Bamberg die Wärmewende vorantreiben wollen. Vor wenigen Wochen hat der Energiedienstleister auf dem Bamberger Konversionsquartier Lagarde ein Wärmesystem für 1.200 Alt- und Neubauwohnungen sowie Gewerbeflächen in Betrieb genommen, das zu 70 Prozent mit regenerativen Energien betrieben wird.
Hier hatten die Stadtwerke insgesamt 13,5 Millionen Euro Fördermittel vom Bund und der Regierung von Oberfranken akquirieren können. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien sollen die Heizkosten weitestgehend von Preisentwicklungen fossiler Brennstoffe und künftiger CO2-Preise entkoppelt und für die Bevölkerung langfristig günstig gehalten werden.
Großwärmepumpen: Potenzial für die Wärmewende
Die Zahl der Großwärmepumpen in Deutschland ist laut HWK-Mitteilung überschaubar, doch das Potenzial enorm. Nach einer aktuellen Studie der Münchner Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) könnten 20 Prozent der Kommunen, vor allem entlang der großen Flüsse, mit dieser Technik einen Großteil ihres Wärmebedarfs decken. Theoretisch hätte die Technik außerdem das Potenzial, den Wärmebedarf aller Haushalte und Gewerbe in Bayern zu decken.
Derzeit erschweren aber sehr komplexe Genehmigungsprozesse für Flusswasserwärmepumpen in Bayern die flächendeckende Nutzung von Flusswasserwärme. Insbesondere die wasserrechtliche Genehmigung stellt einen sehr aufwendigen Prozess dar.
Für das Genehmigungsverfahren des Bamberger Vorhabens haben das Bayerische Umweltministerium, das Wasserwirtschaftsamt Kronach sowie die Untere und Obere Naturschutzbehörde ihre Unterstützung jedoch zugesichert. Sie möchten speziell den Bamberger Genehmigungsprozess als zuständige Behörden begleiten, um Erkenntnisse für zukünftige vergleichbare Projekte zu gewinnen.
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Stadtwerke Bamberg
Vorläufige Bilanz: Durchwachsene Saison in Bambergs Freibädern
Heute endet in zwei von drei Freibädern Bambergs die Badesaison. Die Stadtwerke haben mit weniger Publikum als im letzten Jahr jedoch eine unzufriedenstellende erste Bilanz ziehen müssen. Der Grund für den Rückgang ist allerdings schon gefunden.
Das Bamberger Stadionbad und das Freibad in Gaustadt haben bis heute Abend (9. September) jeweils bis 20 Uhr geöffnet. Die Nachsaison in der Hainbadestelle läuft noch bis Ende September. Die vorläufige Bilanz der Zahlen der Besucher:innen in dieser Freibadsaison fällt laut einer Mitteilung der Stadtwerke allerdings durchwachsen aus.
In diesem Sommer haben rund 140.000 Besucher:innen die Bamberger Freibäder aufgesucht – das sind laut Stadtwerke elf Prozent weniger als im vergangenen Sommer und auch weniger, als im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
„Das Wetter war durchwachsen, wir alle hätten uns gewünscht, dass die hochsommerlichen Temperaturen früher gekommen wären“, sagt Lena Schleyer, Leiterin der Bäder bei den Stadtwerken Bamberg. Mit 70.000 Badegästen sei das Stadionbad jedoch nach wie vor Publikumsliebling, gefolgt von der Hainbadestelle mit 38.000 Gästen. Das Freibad Gaustadt haben in diesem Sommer bisher 32.000 Schwimmer:innen besucht.
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Klimaschutz
Stadtwerke Bamberg ersetzen ältestes Windrad im Landkreis
Neue Energie für den ältesten Windstandort im Landkreis Bamberg: Die Stadtwerke Bamberg werden das Sassendorfer Windrad durch eine neue Anlage ersetzen. Ab 2026 soll das neue Sassendorfer Windrad Ökostrom für mehr als 3.000 Haushalte erzeugen. Auch weitere Projekte zum Ausbau grüner Energien sind geplant.
Das Sassendorfer Windrad ist laut einer Mitteilung der Stadtwerke Bamberg das älteste im Landkreis und habe eine große Symbolkraft für den heimischen Ausbau der erneuerbaren Energien. 2020 erwarben die Stadtwerke das Windrad von einer Genossenschaft um Windpionier Roland Ebitsch.
Mittlerweile ist eine Reparatur der 26 Jahre alten Anlage aber nicht mehr sinnvoll, so die Mitteilung weiter, weshalb die Stadtwerke nun das Rad gegen eine neue, leistungsfähigere Windkraftanlage ersetzen werden.
Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Bamberger Stadtwerke, sagte: „Damit stehen wir zu unserem Versprechen, das Sassendorfer Erbe im Sinne der Windpioniere fortzuführen. Wir werden am selben Standort effizienter, zuverlässiger und leiser Ökostrom für die Bürgerinnen und Bürger produzieren.“
Projektpartner bei der Planung und Realisierung ist die „Energieallianz Bayern“, ein Zusammenschluss aus 46 bayerischen Stadtwerken und Energieversorgern. Seit 15 Jahren plant, baut und betreibt das Unternehmen gemeinsam mit Kommunen und Grundstücksbesitzern Projekte zur erneuerbaren Stromproduktion. „Seit vielen Jahren sind auch die Stadtwerke Bamberg Gesellschafter dieser Kooperation“, sagt Fiedeldey. „In der Zeit haben wir in diesem Stadtwerkeverbund mehrere Wind- und Photovoltaikprojekte erfolgreich realisiert – im Sinne des Klimaschutzes und auch der regionalen Wertschöpfung.“ Hierzu zähle auch, dass Bürger:innen und Gemeinden über eine finanzielle Beteiligung von den Windprojekten profitieren können.
Weiterer grüner Strom für die Region
Entweder werden Windräder neu gebaut, wie es die Stadt Bamberg und Zapfendorf derzeit planen, oder beim sogenannten „Repowering“ von Windrädern werden ältere Anlagen durch moderne und leistungsfähigere ersetzt. Auf diesem Weg kann mehr regenerativer Strom produziert werden, zudem drehen sich moderne Windräder nicht mehr so schnell wie Anlagen aus den 1990er Jahren. Während sich das Sassendorfer Windrad bisher bis zu 60 Mal pro Minute drehte, wird sich die neue Anlage nur bis zu 20 Mal pro Minuten drehen. Zudem sind neue Anlagen wesentlich leiser als alte Windräder.
Findet sich genug Unterstützung, wollen die Stadtwerke Bamberg und die Energieallianz Bayern weitere Windräder errichten. Hierzu laufen derzeit Gespräche mit Grundstückseigentümern.
Auch in der Bamberger Südflur wollen die Stadtwerke Bamberg mit einer 14 Hektar großen Photovoltaikanlage CO2-freien Ökostrom für 6.000 Haushalte produzieren. Die regenerative Stromproduktion soll Ende des kommenden Jahres starten.
Außerdem wollen die Stadtwerke Bamberg gemeinsam mit der Energieallianz und der Bamberger Lebenshilfe in der Hirschaider Gemarkung Rothensand zwei Windkraftanlagen errichten. Der Standort auf dem im Wald versteckten ehemaligen Munitionslager liegt rund zehn Kilometer östlich von Hirschaid. Der Genehmigungsprozess ist bereits angestoßen. Auf Grundlage der bisherigen Planung könnten die beiden Anlagen mehr als 8.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen.
Am „Windpark Brunn“ im gleichnamigen Ortsteil des Marktes Heiligenstadt sind die Stadtwerke Bamberg ebenfalls beteiligt. Bis 2026 sollen hier in Kooperation mit der Energieallianz Bayern drei Windkraftanlagen entstehen , die Strom für 15.000 Haushalte produzieren könnten.
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Erhöhte Netzentgelte
Stadtwerke Bamberg wollen an Strompreissenkung festhalten
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat die Verdopplung der Übertragungsnetzentgelte für 2024 angekündigt. Wie die Stadtwerke Bamberg bekanntgaben, sollen dadurch auf die Haushalts- und Kleingewerbekunden aber keine Mehrkosten zukommen.
Infolge der Haushaltskrise der Bundesregierung sind Stromkunden in Deutschland laut Stadtwerke Bamberg erneut Turbulenzen ausgesetzt. Erst wurde zum Jahreswechsel die Preisbremsen zurückgenommen, jetzt die Förderungen zum Ausbau der Übertragungsnetze, so die Stadtwerke in einer Mitteilung.
So werde der Übertragungsnetzbetreiber Tennet seine Netznutzungsentgelte von derzeit 2,95 Cent pro Kilowattstunde auf 6,45 Cent anheben. Als Grund dafür wurde die Streichung der geplanten Förderung von 5,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Übertragungsnetze durch die Ampel-Koalition angegeben. Das Geld sollte aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds fließen, der infolge des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts aufgelöst wurde.
Entsprechend hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Ende Dezember die Verdopplung der Übertragungsnetzentgelte für 2024 angekündigt. Die Energiepreise der Haushalts- und Kleingewerbekunden der Stadtwerke sollen davon aber nicht betroffen sein.
„Wir verschonen unsere Haushaltskunden vor diesen beiden Belastungen“, verspricht Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg. „An den versprochenen gesunkenen Strompreisen werden wir trotz der Mehrbelastungen nicht rütteln. Sie können sich darauf verlassen, dass die Strompreise im neuen Jahr massiv sinken.“
Infolge des BVG-Urteils sind auch die staatlichen Belastungen beim Gas ebenfalls gestiegen. So hat die Bundesregierung die CO2-Abgabe auf Gas stärker erhöht als ursprünglich geplant. Auch die staatliche Gasspeicherumlage belaste den Gaspreis zusätzlich. Die Stadtwerke Bamberg gaben jedoch an, auch diese Mehrbelastungen für ihre Kunden übernehmen zu wollen.
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Graue Steinklötze, graues Becken und wieder Wasser
Obstmarktbrunnen läuft wieder
Schön ist er nach wie vor nicht, aber nun gibt er zumindest wieder Wasser von sich. Die Bamberger Stadtwerke und der Bamberg Service haben den Obstmarktbrunnen repariert.
Seit April 2020 war der Obstmarktbrunnen außer Betrieb und gerade im Sommer seien seine Wasserspiele sehr vermisst worden, meldete das Rathaus. Seit gestern (12. Juli) ist das Vergangenheit. Denn nachdem am Vormittag das Brunnenbecken mit Wasser gefüllt wurde, ging kurz vor 13 Uhr eine neue Pumpe in Betrieb. Bei knapp 30 Grad im Schatten sprudelte dann wieder Wasser zwischen den grauen Steinklötzen und ihrer Betonoptik.
1977 baute die Stadt den Obstmarktbrunnen. Bei einer Bestandsaufnahme von defekten Brunnenanlagen im Jahr 2022 stellte sich jedoch der schlechte Zustand der Pumpentechnik heraus. Diese stamme, so das Rathaus, vermutlich noch aus dem Entstehungsjahr. Auf jeden Fall habe die Stadtspitze den Willen geäußert, den Brunnen baldmöglichst wieder in Betrieb zu nehmen.
Der Bamberg Service, zu dessen Aufgaben die Instandhaltung der städtischen Brunnen gehört, habe daher die Stadtwerke Bamberg mit der Reparatur der Leitungen, der Sprinkler und der Pumpentechnik beauftragt. Ende Juni fand ein Testlauf statt – nun läuft der Brunnen wieder.
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Pilotprojekt
HVO100: Stadtwerke betreiben Busflotte mit Pflanzenöl
Auf dem Weg zu einem möglicherweise CO2-freien ÖPNV testen die Stadtwerke Bamberg, ihre Busflotte mit Pflanzenöl zu betreiben. Das Pilotprojekt beginnt Mitte April mit zwei Bussen. Ab Sommer sollen alle Busse der Stadtwerke mit dem Kraftstoff HVO100 betankt werden.
Der Treibstoff HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil) setzt laut Stadtwerke Bamberg etwa 90 Prozent weniger CO2-Emissionen frei als traditioneller Diesel. So bestehe der Biokraftstoff ausschließlich aus biologischen Rest- und Abfallstoffen und sei frei von Palmöl. Weiterhin garantiere der Hersteller den Stadtwerken, dass die Produktion nicht mit Nahrungs- und Futtermittelerzeugung konkurriert und keine schädlichen Anbaumethoden fördert.
Zudem sei HVO100 aktuell zwar teurer als herkömmlicher Dieselkraftstoff, Fahrgäste der Stadtwerke Bamberg müssten deshalb aber nicht mit steigenden Ticketpreisen rechnen. Im Rahmen einer Reform der Kfz-Steuer möchte die Bundesregierung derartige Kraftstoffe subventionieren. Außerdem streben die Stadtwerke ihrerseits eine Förderung des Projekts an.
Auf dem Weg zur E‑Flotte
Ab Mitte April möchten die Stadtwerke zwei ihrer Busse mit HVO 100 betreiben und auf Testfahrt schicken. Für den Pilotbetrieb soll an der Georgenstraße eine mobile Tankstelle entstehen, an der die Fahrzeuge den Kraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen tanken können.
Während der Pilotphase sollen die Motorleistungen beobachtet und die Abgase der Busse analysiert werden. Bewährt sich der Kraftstoff, sollen ab Sommer alle 57 Busse der Stadtwerke ausschließlich den Treibstoff tanken und jährlich 1.100.000 Liter konventionellen Dieselkraftstoff einsparen. Auf diesem Weg möchten die Stadtwerke zusätzlich mehr als 2.600 Tonnen CO2 einsparen. Durch den Wechsel zu HVO100 sollen zudem die Feinstaubemissionen der Busse um bis zu einem Drittel reduziert werden.
Mit dem laut Stadtwerken bundesweit einmaligen Klimaschutzprojekt möchte das Unternehmen, bis zur vollständigen Umrüstung der Busflotte auf emissionsfreien Elektro-Antrieb, mit den vorhandenen Dieselbussen sofort und ohne weitere Investitionen 90 Prozent CO2-Emissionen einsparen. In den kommenden Jahren sollen dann alle Dieselbusse durch Elektrobusse ersetzt werden. In diese vollständige Dekarbonisierung möchten die Stadtwerke einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren.
„Wenn wir die Automobilindustrie in ihrem Wandel nicht abwürgen wollen“, sagte Oberbürgermeister Andreas Starke, „müssen wir offen für neue Ideen und Brückentechnologien sein. Um eine solche handelt es sich beim HVO-Kraftstoff, dessen Alltagstauglichkeit wir nun durch den Pilotbetrieb in den Stadtwerke-Bussen testen möchten. Er kann kurzfristig einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten.“
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Kooperation mit Stadtwerken
Stadtbau Bamberg will klimaneutral werden
Die Stadtbau Bamberg will eine der ersten großen klimaneutralen Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands werden. Entsprechende Wärmeversorgungskonzepte plant der Bamberger Wohnungsanbieter gemeinsam mit den Stadtwerken Bamberg. Die Kooperation sei bundesweit einmalig und wurde im Beisein von Bundesbauministerin Klara Geywitz besiegelt.
Die Wärmeversorgung für knapp 43 Millionen Wohnungen in Deutschland ist ein wesentlicher Treiber des Klimawandels. Wie die Institution am 2. September bekanntgab, möchte die Stadtbau Bamberg dem etwas entgegensetzen und eine der ersten großen klimaneutralen Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands werden. Dafür sollen „alle 4.000 Mieter des städtischen Wohnungsanbieters bis zum Jahr 2040 beim Heizen nahezu kein klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen“, heißt es in einer Mitteilung. Mieten sollen zudem auf bezahlbarem Niveau gehalten und Heizkosten weitestgehend von Preisentwicklungen fossiler Brennstoffe entkoppelt werden. Möglich soll das werden, weil Wohnungen künftig mit erneuerbaren Energien aus der Erde, dem Abwasser und dem Bamberger Müllheizkraftwerk beheizt werden sollen.
„Nur wenn wir energetische Sanierungskonzepte und die weitere Gewinnung regenerativer
Energien mit dem Ausbau ökologischer Wärmenetze verzahnen, bleibt die zwingend notwendige Klimaneutralität der Wohnungen auch für die Mieterinnen und Mieter bezahlbar“, sagen Veit Bergmann und Dr. Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtbau und der Stadtwerke. „Klimaschutz und Energiekosten sind aktuell die größten sozialpolitischen Herausforderungen in unserem Land.“
Geywitz: „Eigentümerinnen und Eigentümer brauchen Planungssicherheit“
Als Vorbild der Kooperation mit den Stadtwerken Bamberg nennt die Stadtbau die Wärmeversorgung für das Bamberger Konversionsquartier Lagarde. Hier würden die Stadtwerke 1.200 Wohnungen und Gewerbeflächen in Neubauten und denkmalgeschützten Bestandsobjekten mit umweltfreundlicher Wärme versorgen. Diese würde zu 70 Prozent vor Ort und regenerativ gewonnen. Möglich sei dies durch den Aufbau eines kalten Nahwärmenetzes. Die Heizenergie hierfür wird mittels 20.000 Quadratmetern Erdkollektoren aus dem Abwasserwärme tausender Bamberger Haushalte und mit Photovoltaikanlagen auf Dächern gewonnen. Ziel der Kooperation sei es, bis zum Jahr 2040 gemeinsam mit den Stadtwerken alle 4.000 Wohneinheiten klimaneutral zu versorgen.
„Für unsere Mieterinnen und Mieter ist wichtig, dass wir die Heizkostenentwicklung von
Preissteigerungen fossiler Brennstoffe entkoppeln“, sagte Veit Bergmann. „Das schaffen wir,
indem wir in erneuerbare Energien investieren und damit auf lange Sicht unabhängiger von den Entwicklungen auf den Energiemärkten werden.“
Für die effiziente Wärmewende sei die Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft und örtlichem Stadtwerk unverzichtbar. Dr. Michael Fiedeldey sagte dazu: „Wir wollen unsere Infrastruktur zielgerichtet ausbauen. Investitionen in Wärmenetze und Energiezentrale sind
allerdings sehr kostenintensiv. Durch die Zusammenarbeit mit großen Wohnungsunternehmen wissen wir, wo wir künftig regenerative Wärme brauchen. Um Nebenkosten für die Bewohnerinnen und Bewohner niedrig zu halten, können wir so eine wirtschaftliche Lösung für
alle Beteiligten entwickeln.“
Bundesbauministerin Klara Geywitz, beim Vertragsschluss zwischen Stadtwerken und Stadtbau anwesend, sagte zur Kooperation: „Die größte Herausforderung der Wärmewende in Deutschland sind die vielen konventionell beheizten Bestandsgebäude. Eigentümerinnen und Eigentümer brauchen Planungssicherheit, wie sie die Stadtbau Bamberg gemeinsam mit den Stadtwerken Bamberg auf freiwilliger Basis schafft. Damit ist der Kooperationsvertrag ein Musterbeispiel für eine verbindliche kommunale Wärmeplanung.“
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Welches Grundschulkind gestaltet den Jubiläumsbus?
Malwettbewerb zu „125 Jahre ÖPNV in Bamberg“
Im Jahr 1897 fuhr zum ersten Mal die Straßenbahn durchs Alte Rathaus in Bamberg. 25 Jahre später fuhr die Bamberger Straßenbahn zum letzten Mal und stellte ihren Betrieb wieder ein. 2023 jährt sich das Bestehen des Bamberger ÖPNV zum 125. Mal. Zu diesem Anlass rufen die Stadtwerke Bamberg Grundschulkinder aus Stadt und Landkreis zu einem Malwettbewerb auf. Es geht darum, den „Jubiläumsbus“ zu gestalten. Der schönste Entwurf findet sich dann auf einem Bamberger Buss wieder und fährt ein Jahr lang durch Stadt und Landkreis.
Die Gewinnerin oder der Gewinner können sich außerdem ein Fahrrad im Wert von bis zu 1.000 Euro aussuchen. Zudem laden die Stadtwerke die Schulklasse der Siegerin oder des Siegers zu einer Besichtigung des Busdepots in der Georgenstraße ein.
Die Malvorlagen des Wettbewerbs schicken die Stadtwerke den Grundschulen im Laufe der Woche per Post zu. Einzelne Exemplare können bei den Stadtwerken am Margaretendamm abgeholt oder hier heruntergeladen werden. Dort gibt es auch alle Informationen und Teilnahmebedingungen zum Malwettbewerb.