OB, Bürgervereine und Sicherheitsbehörden sind sehr zufrieden
Feuerwerk für alle an Silvester: Positive Bilanz und spannende Ergebnisse
Zum Jahreswechsel 2025 auf 2026 gab es zum ersten Mal ein zentrales „Feuerwerk für alle“ auf der Regnitz. Der Erfolg dieser Veranstaltung der Bürgervereine Bamberg Mitte und IV. Distrikt Sand sei durchschlagend gewesen, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
„Das Feuerwerk war für alle Zuschauerinnen und Zuschauer ein beeindruckendes Schauspiel und hat der Stadtgesellschaft in der Silvesternacht ein echtes Gemeinschaftserlebnis beschert“, betont Oberbürgermeister Andreas Starke und dankt den Bürgervereinen für ihre erfolgreiche Initiative.
Das Spektakel auf der Regnitz war wohl das längste und größte Feuerwerk der vergangenen Jahrzehnte. 20 Minuten und 26 Sekunden stiegen 5866 Feuerwerkskörper rund 40 bis 60 Meter hoch in den Himmel. Vulkane, Feuertöpfe, römische Lichter und farbenfrohe Fächer erhellten die Umgebung rund um Altes Rathaus, Kranen und Leinritt.
Positiv fällt allerdings nicht nur die Bilanz des Publikums aus, sondern auch der Veranstalter und der Behörden. „Wir haben davor und danach drei Kerzen im Dom angezündet“, sagt Heiko Küffner, Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg Mitte e.V., „als Bitte und Dank, dass unser Feuerwerk sicher, friedlich und ohne Schaden gelungen ist.“
Die Polizeiinspektion Bamberg Stadt und die Freiwillige Feuerwehr Bamberg berichten übereinstimmend, dass die Nacht für Silvester – ebenso wie im vergangenen Jahr – erfreulicherweise sehr ruhig war. Die Feuerwehr war mit einer Sicherheitswache während des Feuerwerks anwesend. Danach löschte sie am Kranen private Feuerwerksreste, sonst gab es keine besonderen Vorkommnisse.
Die Notaufnahme des Klinikums Bamberg bestätigt, dass es eine erfreulicherweise sehr ruhige Silvester- und Neujahrsnacht war. Ambulant wurden vier Verletzungen aufgrund von Feuerwerk behandelt.
1 Tonne weniger Müll in der Innenstadt
Natürlich hat auch das „Feuerwerk für alle“ Abfall verursacht, nämlich rund 250 Kilogramm. Trotzdem ist das Müllergebnis positiv: Laut Bamberg Service gab es 40 Prozent (oder 1 Tonne) weniger Müll in der Innenstadt als im Vorjahr (1,5 Tonnen statt 2,5 Tonnen). Straßen und Plätze waren wesentlich sauberer, auch „Hotspots“ wie Obere und Untere Brücke, Markusbrücke oder Kettenbrücke waren bei weitem nicht so verschmutzt. Worüber sich die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft und Straßenreinigung ebenfalls freuten und was ihnen auffiel: An Orten, wo viel geschossen wurde, lag der Raketen- und Böllermüll diesmal aufgeräumt um die öffentlichen Müllbehälter platziert.
Auch für den Tourismus war das Feuerwerk anscheinend ein Gewinn. Hotelbesitzer berichten von Gästen, die explizit nach einem zentralen Feuerwerk in der Stadt gefragt und dann Unterkünfte gebucht haben.
Die Messungen der Luftwerte ergaben: Im Vergleich zum Vorjahr war in der Neujahrsnacht 2026 die Luftqualität besser und besonders die Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung war wesentlich niedriger. Allerdings werden die Luftwerte für Bamberg an der Messstation des Bayerischen Landesamts für Umwelt an der Löwenbrücke gemessen. Laut dem Umweltamt der Stadt Bamberg liegt diese zu weit weg vom Ort des Feuerwerks, damit sich hier Effekte zeigen können. Zudem war es im Vorjahr bewölkt, was die Schadstoffkonzentration begünstigt hat.
Aus Gründen des Umwelt- und Gewässerschutz wurden beim „Feuerwerk für alle“ nur Raketen und Böller gezündet, die rückstandsfrei verbrennen. Das Schifffahrtsunternehmen Kropf stellte keinerlei Verschmutzungen seines Schiffes „Christel“ durch Rußpartikel oder Ausfällungen des Feuerwerks fest. Dabei ankerte dieses während des Feuerwerks vor dem Alten Schlachthof am Kranen.
Rund um den Kranen gab es mehrere massive Störfeuerwerke, bei denen Privatpersonen das Feuerwerksverbot missachteten. Dennoch: Das „Feuerwerk für alle“ war sicher. Das THW Bamberg verband zwei Pontons als Startplattform und verankerte diese – nach vorherigen Ankerproben mit der Wasserschutzpolizei – in der Regnitz. Auch Auf- und Abbau des Materials auf dem Ponton gelang mit THW-Unterstützung. Der zuständige Sachbearbeiter des Gewerbeaufsichtsamt Bayreuth verfolgte das Feuerwerk vor Ort und sah alle sicherheitstechnischen Auflagen erfüllt. Ebenfalls wurden alle Auflagen von Feuerwehr, Ordnungs- und Umweltamt eingehalten.
„Wir haben unser größtes Ziel erreicht“, freut sich Simone Franke, Vorsitzende des Bürgervereins IV. Distrikt Sand e.V., „wir wollten die Menschen zusammenzubringen, sie mit einem gemeinschaftlichen Erlebnis verbinden und positiv ins neue Jahr starten.“
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Spendenübergabe der Bamberger Bürgervereine
Bürgervereine unterstützen Don Bosco Jugendwerk
Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Bamberger Bürgervereine hat auf ihrer Sitzung beschlossen, das Don Bosco Jugendwerk in Bamberg mit einem Spendenbetrag in Höhe von 1.700 Euro zu unterstützen. Die alljährliche Spende für den guten Zweck wurde von ARGE-Vorsitzendem Christian Hader kurz vor Weihnachten im Rahmen eines Ortstermins an Gesamtleiterin Anita Skobl überreicht.
„Mit diesem bescheidenen Beitrag wollen wir die Arbeit des Don Bosco Jugendwerks zu Gunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher wertschätzen und aktiv voranbringen“, äußerte sich Hader im Rahmen der Übergabe. Anita Skobl zeigte sich über die Unterstützung nicht nur sehr erfreut, sondern bestätigte auch, dass das Geld genau dafür eingesetzt werden solle: „Wir haben viele Projekte, die jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen helfen sollen und die auf solche Spenden angewiesen sind. Deshalb möchte ich mich bei den Bürgervereinen herzlich bedanken.“ Anita Skobl und Christian Hader waren sich einig, dass es in Zeiten knapper öffentlicher Gelder gerne mehr solcher Weihnachtsgeschenke geben darf.
Ein weiterer Punkt bei der jüngsten Herbstsitzung der ARGE war zudem die Wiederaufnahme des Bürgervereins Gaustadt in die Arbeitsgemeinschaft. Im Frühjahr beschlossen die Vorsitzenden einstimmig, dass dessen Mitgliedschaft vorerst ruhen soll. Nachdem dort mit dem neuen Vorstand nun wieder stabile Verhältnisse vorherrschen, war die Rückkehr eine reine Formalie.
Ab Januar 2026 wandert der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft turnusgemäß vom Bürgerverein Süd-West zum Bürgerverein Am Bruderwald, weshalb Christian Hader die ARGE-Unterlagen an dessen Vorsitzenden Helmut Gebhardt übergab und sich für das Vertrauen und die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedankte.
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200.000 Besucher:innen
74. Sandkerwa: Bilanz des Bürgervereins
Gestern ging die 74. Bamberger Sandkerwa zu Ende. Nun haben der Bürgerverein 4. Distrikt und die Sicherheitsorgane Bilanz gezogen. Diese fällt mit einigen Ausnahmen positiv aus.
Die Bamberger Sandkerwa hat erneut gezeigt, so der Bürgerverein 4. Distrikt in einer Mitteilung, dass sie ein Ort der Freude, des Zusammenhalts und friedlicher Feierlichkeiten sei. Rund 200.000 Besucher:innen aus nah und fern haben am Fest in den Gassen der Bamberger Altstadt teilgenommen. Sowohl die Vorsitzende des Bürgervereins, Simone Franke, als auch die beiden Geschäftsführer der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, Jürgen Wirth und Dominik Nakic, zeigten sich mit dem Verlauf der Sandkerwa 2024 entsprechend zufrieden.
Mit der bewusst traditionellen Ausrichtung habe das Veranstaltungsprogramm der Sandkerwa auch in diesem Jahr überzeugen können. Eine Neuerung sei allerdings der Wechsel vom klassischen Festzelt zu einem Festgarten am Leinritt gewesen. Dieser offene Raum bot dem Publikum Stehtische zum Verweilen an. Ein Anziehungspunkt sei, so die Mitteilung weiter, auch das 70. Bamberger Fischerstechen am Sonntag (25. August) gewesen, das eine große Menge verfolgt habe. Fast immer sonniges Wetter habe ebenfalls seinen Teil zur Stimmung beigetragen.
Mit einem farbenfrohen Feuerwerk fand die Sandkerwa gestern Abend (26. August) dann ihren Abschluss. Tausende von Menschen hätten dafür den Leinritt, den Kranen, die Markusbrücke und die Untere Brücke gesäumt, um das Ereignis mitzuerleben.
Sicherheitskonzept ging auf
Auch für das Sicherheitskonzept der 74. Sandkerwa haben die Veranstalter größtenteils positive Worte übrig. Als äußerst wirksam habe es sich erwiesen. Dank der hohen Präsenz von Sicherheitskräften, Kontrollen von Taschen und Rucksäcken sowie dem Verbot von hochprozentigem Alkohol, zeigten sich Franke, Wirth und Nakic auch in diesem Zusammenhang zufrieden.
Auch die Polizei vermeldete einen „sehr ruhigen Festverlauf“, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Zahl der Patient:innen habe sich auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre bewegt, gibt zudem das Rote Kreuz an. Bis Montagmittag hatten etwa 60 Personen Hilfe bei den Einsatzkräften gesucht. Grund dafür seien überwiegend Fälle leichter Verletzungen und Kreislaufprobleme gewesen, die aber direkt vor Ort behandelt werden konnten. Einige wenige Patient:innen wurden vorsorglich zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus transportiert.
Einsätze aufgrund Alkohol und Gewaltdelikten hätten hingegen nur in Ausnahmefällen eine Rolle gespielt. Allerdings musste auch in diesem Jahr wieder eine Person aus der Regnitz gerettet werden. „Die Strömung im Fluss ist nicht zu unterschätzen“, sagen die Verantwortlichen des Roten Kreuzes. „Kommt dann noch Alkohol dazu, befinden sich Personen, die den Sprung in die Regnitz für einen Spaß halten, schnell in einer bedrohlichen Lage und können sich aus eigener Kraft nicht mehr selbst ans Ufer retten.“
Nun blicken die Beteiligten voller Vorfreude auf die 75. Sandkerwa im nächsten Jahr. Denn alle wissen, so die Mitteilung des Bürgervereins zum Schluss: Nach der Kerwa ist vor Kerwa.
Sandkerwa 2021
„Die Bevölkerung sehnt sich nach Normalität”
Letztes Jahr musste die Bamberger Sandkerwa coronabedingt ausfallen, 2021 soll sie, vom 19. bis 23. August, wieder stattfinden. Eine definitive Entscheidung, ob oder ob nicht, kann die ausrichtende Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH im Angesicht der derzeitigen Pandemie-Entwicklung und behördlichen Beschlusslage aber noch nicht treffen. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob die GmbH einen erneuten Ausfall wirtschaftlich überleben könnte. Mit Jürgen Wirth, Geschäftsführer der Sandkerwa GmbH, haben wir im Webecho-Interview über die Planungen gesprochen.
Herr Wirth, wie sehen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ausfalls der Sandkerwa 2020 auf die Sandkerwa GmbH aus?
Jürgen Wirth: Die Sandkerwa GmbH finanziert sich zurzeit ausschließlich durch ihre Rücklagen. Wir haben keine Einnahmen, aber Ausgaben wie Miete, Telefon und so weiter. Für ein Jahr ist so eine Finanzierung möglich. Aber nicht für einen längeren Zeitraum. Diese schwierige Situation betrifft auch den Bürgerverein 4. Distrikt, der sehr stark auf die Einnahmen aus der Sandkerwa angewiesen ist.
Wie sähe der wirtschaftliche Zustand der GmbH aus, wenn auch die Kerwa 2021 ausfiele? Können Sie, wirtschaftlich gesehen, nicht anders als die Kerwa 2021 auszurichten?
Jürgen Wirth: Sollte die Sandkerwa 2021 wieder ausfallen, dann müsste man sich fragen, ob es noch Sinn ergibt, die GmbH weiter zu betreiben. Eine GmbH muss wirtschaftlich handeln. Bei der Durchführung der Sandkerwa spielen viele Faktoren eine Rolle. Es geht hierbei nicht nur um das Wirtschaftliche. Vielmehr stehen die Sicherheit und die Gesundheit der Besucher im Vordergrund.
In einem jüngst erschienenen Pressebericht wird Horst Feulner, ebenfalls Geschäftsführer der Sandkerwa GmbH, so zitiert, dass er davon ausgehe, dass die Sandkerwa 2021 vom 19. bis zum 23. August 2021 stattfinden wird. Was macht ihn sicher?
Jürgen Wirth: Wir sind uns natürlich nicht sicher, ob die Sandkerwa stattfinden wird – wir sind zuversichtlich. Sollten in diesem Jahr aber wieder alle Volksfeste abgesagt werden, dann geht eine ganze Branche in die Insolvenz. Ich glaube, das möchte keiner von uns miterleben.
Welche Inzidenz (pro Woche und 100.000 Einwohnern) darf für Sie nicht überschritten sein, damit die Kerwa stattfinden kann?
Jürgen Wirth: Wir machen die Kerwa nicht von Inzidenzwerten abhängig. Vielmehr richten wir uns nach den Vorgaben der Staatsregierung und den Ordnungs- und Sicherheitsbehörden. Eine große Rolle spielen auch noch die behördlichen Auflagen. Wenn diese nicht umsetzbar oder finanzierbar sind, dann wird es auch keine Kerwa geben.
Wie lange bis vor dem 19. August werden Sie die Entwicklung der Coronazahlen beziehungsweise die finale Entscheidung für oder gegen die Ausrichtung der Kerwa abwarten?
Jürgen Wirth: Wir werden eine finale Entscheidung so spät wie möglich treffen. Wahrscheinlich im zweiten Quartal dieses Jahres.
Sie haben angekündigt, auf ein Hygienekonzept zu verzichten und stattdessen auf eine Stabilisierung des Infektionsgeschehens auf niedrigem Stand und eine erfolgreich verlaufende Impfkampagne zu hoffen. Wie riskant ist dieser Plan im Angesicht von Impfskepsis und der derzeitigen Langsamkeit, mit der das Impfen abläuft, und dem schleppenden Nachschub an Impfstoff?
Jürgen Wirth: Geeignete Hygienekonzepte sind an der Sandkerwa nicht umsetzbar. Vielmehr müssen wir abwarten, welchen Plan die Staatsregierung für die Veranstaltungsbranche hat. Eine freiwillige Impfung ist nun mal freiwillig. Hiervon kann man keine Veranstaltung abhängig machen.
Die Sandkerwa GmbH hat sich gegen eine Privilegierung von Geimpften ausgesprochen. Warum?
Jürgen Wirth: Wir werden keine Maßnahmen unterstützen, welche die Gesellschaft spalten. Die Sandkerwa ist ein Fest für alle!
Gehen Sie davon aus, dass sich ähnlich viel Publikum wie in den Jahren zuvor einfinden wird, oder rechnen Sie damit, dass ein Großteil möglicher Besucherinnen und Besucher – unabhängig vom Pandemiestand – aus Rest-Sorge um eine Ansteckung der Kerwa doch fernbleibt?
Jürgen Wirth: Die Bevölkerung sehnt sich, nach fast einem Jahr, nach Normalität. Die Besucherzahlen werden stabil bleiben.
Sollte die Sandkerwa 2021 stattfinden – welche Neuerungen im Programm, Ablauf, Aufbau, et cetera wird es geben?
Jürgen Wirth: Es sind keine Veränderungen am Programm geplant. Die Sandkerwa bleit ihren Traditionen treu.