Autor liest in Bamberg erstmals aus seinem noch nicht veröffentlichten neuen Roman
Erinnerung, Wahrheit, Wahrnehmung: Ingo Schulze startet Poetikprofessur
Im vollbesetzten ETA-Hoffmann-Theater begann am Mittwoch die Bamberger Poetikprofessur 2026. Zum zweiten Mal luden die Otto-Friedrich-Universität und die Stadt gemeinsam zu der beliebten Vorlesungsreihe ein, die heuer bereits ihr 40. Jubiläum feiert, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Zahlreiche Literaturinteressierte waren gekommen, um den Schriftsteller und Essayisten Ingo Schulze zu erleben, der in diesem Jahr als Poetikprofessor in Bamberg auftritt. Er stellte erstmals Auszüge aus seinem noch nicht erschienen Roman „Das Wasser im August“ vor.
Theaterintendant John von Düffel, selbst einst Poetikprofessor in Bamberg, begrüßte die Gäste in seinem Haus und hob die besondere Bedeutung des Abends hervor: „Wir erleben heute eine ganz besondere Lesung aus einem Buch, das noch nie vorher gelesen wurde.“
Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach unterstrich die enge Verbindung zwischen Universität und Stadtgesellschaft. „Universität in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahlspruch, sondern auch unsere Herzensangelegenheit“, sagte Fischbach. Veranstaltungen wie die Poetikprofessur seien eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, mit der Universität in Kontakt zu kommen und im Austausch zu bleiben.
Auch der frisch vereidigte Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier würdigte die Bedeutung der Veranstaltungsreihe für Bamberg. „Literatur spiegelt nicht nur unsere gesellschaftlichen Debatten wider, sondern stärkt die Vielfalt der Meinungen und fördert somit das kritische Bewusstsein – ein wesentlicher Baustein für eine lebendige Demokratie“, erklärte Niedermaier. Die Bamberger Poetikprofessur verstehe sich als offenes Forum des Austauschs zwischen Öffentlichkeit, Literatur und Wissenschaft. Niedermaier lud die Stadtgesellschaft ein, die Chance zum kritischen Diskurs zu nutzen.
Die Voraussetzungen des Erzählens
Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx, dem Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Bamberg und Organisator der Poetikprofessur, gab Ingo Schulze erste Einblicke in „Das Wasser im August“, der im Sommer erscheinen wird. Schulze schilderte dabei auch seinen literarischen Ansatz: „Ich wollte versuchen, einfach mal zu zeigen, wie so etwas entsteht.“ Die Poetikvorlesungen würden deshalb nicht nur vom Schreiben selbst, sondern auch von den Voraussetzungen und Hintergründen des Erzählens handeln.
Im Mittelpunkt des Abends stand schließlich eine erste öffentliche Lesung aus dem noch unveröffentlichten Roman. Die Zuhörenden erhielten exklusive Einblicke in eine vielschichtige Erzählung über Erinnerung, Wahrheit und Wahrnehmung. Schulze las Passagen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit überlagern und die Frage nach der Zuverlässigkeit des Erzählens immer wieder neu gestellt wird.
Weitere öffentliche Vorträge
Die Bamberger Poetikprofessur wird in den kommenden Wochen mit drei öffentlichen Vorträgen an der Universität Bamberg fortgesetzt. Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ spricht Ingo Schulze am 20. Mai über „Im Westen – London“, am 10. Juni über „Im Osten – China“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indien“. Die Vorträge beginnen jeweils um 18 Uhr im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2). Der Eintritt ist frei.
Den Abschluss bildet am 25. und 26. Juni 2026 ein internationales Forschungskolloquium mit Ingo Schulze im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia.
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Stadt Bamberg und Otto-Friedrich-Universität laden zu Lesung und Vorträgen
Bamberger Poetikprofessur mit Ingo Schulze startet im Theater
Mit einer öffentlichen Auftaktlesung startet am morgigen Mittwoch, dem 6. Mai 2026, die Bamberger Poetikprofessur in ihre 39. Auflage. Zum zweiten Mal wird die renommierte Reihe gemeinsam von der Stadt Bamberg und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ausgerichtet. Poetikprofessor im Sommersemester 2026 ist der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze.
Den Auftakt bildet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch im ETA-Hoffmann-Theater. Ingo Schulze stellt dabei im Austausch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx seinen neuen Roman „Das Wasser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bamberg zu einem Empfang ein. Kostenlose Platzkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.
Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ folgen drei öffentliche Poetikvorträge an der Universität Bamberg:
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Westen – London“
Mittwoch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“
Die Vorträge finden im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2) statt und sind kostenfrei zugänglich. Den Abschluss der Poetikprofessur bildet ein internationales Forschungskolloquium am 25. Und 26. Juni 2026 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, an dem Ingo Schulze teilnehmen wird. Alle Bambergerinnen und Bamberger sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
Die Bamberger Poetikprofessur zählt zu den bedeutendsten Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr feiert sie zudem ihren 40. Geburtstag an der Universität Bamberg. Zu den bisherigen Gästen zählen unter anderem Jenny Erpenbeck, Peter Stamm, Clemens Setz, Jan Wagner, Yoko Tawada, Lutz Seiler und Alina Bronsky. Weitere Informationen gibt es hier.
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Oliver Wings übernahm zum 1. August
Naturkunde-Museum hat neuen Leiter
Der Geowissenschaftler und Paläontologe Dr. Oliver Wings hat zum 1. August die wissenschaftliche Leitung des Naturkunde-Museums Bamberg übernommen. Wings ist Experte für Forschungs- und Grabungsprojekte, er hat weitreichende Erfahrungen in der Betreuung geologischer, mineralogischer und paläontologischer Sammlungen sowie in Konzeption und Umsetzung von Ausstellungsprojekten. In Lehre und Forschung liegt Wings‘ Schwerpunkt in der Erforschung jurassischer terrestrischer Wirbeltiere.
Oliver Wings war zuletzt Paläontologe und Kustos der Geowissenschaftlichen Sammlungen und der Geiseltalsammlung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wie die Otto Friedrich-Universität Bamberg mitteilt. Nach seiner Diplomarbeit über die Solnhofener Plattenkalke an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Promotion 2004 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur Identifikation, Verbreitung und Funktion von Magensteinen bei Dinosauriern und Vögeln, folgten diverse wissenschaftliche Stationen unter anderem in Hannover, Tübingen und als Kustos im Museum für Naturkunde Berlin.
„Gerade Paläontologie ist für die Wissensvermittlung prädestiniert, da sie relativ geringe Einstiegshürden bereithält und es mit Themen wie den Dinosauriern schafft, ein Publikum jeden Alters zu begeistern. Ich empfinde es als große Ehre, nun das angesehene Naturkunde-Museum Bamberg leiten zu dürfen“, erklärt Wings.
Zu den eigenen Grabungen des Naturkunde-Museum Bamberg in den Oberjura-Plattenkalken von Wattendorf/Oberfranken unterstreicht Wings: „Die Häufigkeit der Wattendorfer Fossilfunde in Kombination mit ihrer exzellenten Erhaltung und der frühen Entstehungszeit ist einzigartig.“
Einziger original erhaltener Schauraum aus dem 19. Jahrhundert
Das Naturkunde-Museum ist über seine jetzige Eigentümerin, die Lyzeumstiftung Bamberg, eng mit der Universität Bamberg verbunden. Universitätskanzlerin Dr. Dagmar Steuer-Flieser, die zugleich 1. Vorstandsvorsitzende der Lyzeumstiftung ist, sieht darüber hinaus weitere Anknüpfungspunkte: „Zahlreiche Veranstaltungen und gemeinsame Projekte haben in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es auch inhaltlich zwischen Naturkunde-Museum und Universität viele Schnittstellen und Kooperationsmöglichkeiten gibt. Diese Zusammenarbeit zu intensivieren und zu erweitern, ist eines der Ziele, die wir gerne gemeinsam mit Dr. Oliver Wings verwirklichen wollen. Wir freuen uns auf eine produktive und konstruktive Zusammenarbeit!“
Wings folgt dem 2021 verstorbenen und hoch geschätzten Museumsleiter Dr. Matthias Mäuser. „Nicht zuletzt auch dank des Engagements des kommissarischen Leiters Dr. Joachim Rabold vom Urwelt-Museum Oberfranken (UMO) findet Dr. Wings ausgezeichnete Grundlagen für seine Arbeit vor“, so Prof. Dr. Dr. Peters, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayern (SNSB). Peters ergänzt: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit und eine Fortführung des Naturkunde-Museums Bamberg als etabliertes Regionalmuseum der SNSB und Mitglied des Naturkunde Netzes Bayern.“
Mit dem Gründungsdatum 1791 gehört das Naturkunde-Museum Bamberg zu einer der frühesten öffentlich zugänglichen naturkundlichen Schausammlungen überhaupt. Zahlreiche Objekte besitzen daher nicht nur einen naturwissenschaftlichen, sondern auch einen kulturhistorischen Wert. Zu dem Museum gehört der Bamberger Vogelsaal – ein historisches Naturalienkabinett und ein Museum im Museum, bis heute weltweit der einzig original erhaltene Schauraum aus dem 19. Jahrhundert. Heute umfassen die Sammlungen des Bamberger Naturkunde-Museums rund 186.000 Belege.
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„Die Schaleks“
Ausstellung in der Universitätsbibliothek
Die Bamberger Universitätsbibliothek zeigt die Ausstellung „Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie“. Darin erzählen fünf Biografien das Leben einer deutsch-tschechisch-jüdische Familie aus dem 20. Jahrhundert.
Sie arbeiteten als Richter, Kriegsberichterstatterin, Fluchthelferin. Sie waren Widerstandskämpfer und Malerin von Bildern aus dem Ghetto Theresienstadt. Anhand von fünf Biografien einer Familie erzählt die Wanderausstellung „Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie“ die Geschichte Mitteleuropas im 20. Jahrhundert. Die Universitätsbibliothek zeigt die Schau vom 4. Mai bis 12. Juni am Heumarkt 2.
Neben den fünf Lebensgeschichten der deutsch-tschechisch-jüdischen Familienmitglieder stellt die Ausstellung auch deren historischer Hintergrund dar. Auch zeigt sie die vielfältigen zerstörten und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wiedererstandenen Verbindungen im Herzen Europas. Kontexttafeln geben Auskunft über das jüdische Leben in Prag und Wien um die Jahrhundertwende und während des Ersten Weltkriegs. Auch die Rolle der Frauen wird thematisiert. Die Ausstellung hat das Ziel, die deutsch-tschechisch-österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts einer breiten Öffentlichkeit anhand von Einzelschicksalen nahezubringen.
Zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 4. Mai, um 19 Uhr, sprechen unter anderem Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek Bamberg, Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach sowie Grünen-Stadträtin Vera Mamerow.
Tanja Krombach vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und Journalist Ralf Pasch geben anschließend eine Einführung in die Ausstellung. Der Eintritt ist kostenlos. Um Beachtung der aktuellen Corona-Regelungen wird gebeten.
Die Wanderausstellung „Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie“ ist ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem tschechischen Collegium Bohemicum Aussig, dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, München, und der Euroregion Elbe/Labe.
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Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Präsenzlehre startet mit knapp 12.000 Studierenden
Die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2022 an der Universität Bamberg beginnt am morgigen Montag mit 11.483 Studierenden. 722 Personen haben sich zum ersten Mal oder neu eingeschrieben.
Die Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaft zählt mit 4.028 Personen die höchste Studierendenzahl der vier Fakultäten, gefolgt von den Fakultäten für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Humanwissenschaften sowie Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik. Der Frauenanteil unter den Studierenden liegt bei rund 60 Prozent. Außerdem kommen wieder zahlreiche Austauschstudierende nach Bamberg. Darunter voraussichtlich auch mehr als 100 ukrainische Studierende. Das geht aus der vorläufigen Studierendenstatistik vom 20. April hervor. Die amtliche Statistik mit den endgültigen Zahlen erscheint laut Angeben der Universität im Juni.
Rückkehr zur Präsenzlehre nach vier Corona-Semestern
Nachdem die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen zuletzt bundesweit gelockert wurden, kehrt auch die Universität Bamberg zur Präsenzlehre zurück. „Vier Corona-Semester liegen hinter uns, die alle Universitätsangehörigen vor zahlreiche Herausforderungen gestellt haben“, blickt Prof. Dr. Stefan Hörmann, Vizepräsident für Lehre und Studierende, zurück. „Es freut mich sehr, die Studierenden wieder hier vor Ort an der Universität begrüßen zu können. Insbesondere für Studentinnen und Studenten im ersten Semester, die neu in Bamberg sind, bietet das die Möglichkeit, gleich Anschluss zu finden und die Universität sowie die Welterbestadt kennenzulernen.“ Gemäß der aktuellen Corona-Regeln entfallen sämtliche 3G-Nachweis- und Kontrollpflichten. Studierende oder Lehrende müssen demnach nicht mehr nachweisen, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Auf der Basis des Hausrechts besteht jedoch weiterhin grundsätzlich die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen. In Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Bibliotheken kann auf das Tragen von Masken am Platz verzichtet werden, wenn zwischen festen Sitzplätzen der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.
Präsenzlehre der Zukunft enthält digitale Elemente
„Unsere Lehre hat sich durch die digitalen Lehr-Lernformate während der Pandemie enorm weiterentwickelt. Das verstehen wir als Chance“, erläutert Stefan Hörmann. Mit dem interdisziplinären Projekt „Digitale Kulturen in der Lehre entwickeln“ (DiKuLe) wird die Universität diese Entwicklung noch verstärken und dafür in den nächsten Jahren rund 4 Millionen Euro investieren. Über 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller vier Fakultäten arbeiten in diesem Projekt zusammen. Es entstehen etwa Video-Umgebungen für synchrone und asynchrone Formate oder Blended-Learning-Formate in digitalen Lehr-Lernlaboren. „Es geht darum, die Präsenzlehre der Zukunft zu gestalten, die ganz sicher digitale Elemente enthält und zu der DiKuLe einen wichtigen Beitrag leistet“, meint der Vizepräsident.
Mehr als 100 ukrainische Studierende erwartet
Auch die Zahl der Austauschstudierenden ist wieder zu einer Größenordnung wie vor der Pandemie zurückgekehrt. Im Sommersemester 2022 sind 197 Austauschstudierende an der Universität immatrikuliert. Insgesamt sind aktuell 1.728 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit eingeschrieben. Davon auch 90 Studierende mit ukrainischer Staatsbürgerschaft. Die Universität Bamberg hilft ukrainischen Studierenden, die ihr Land verlassen mussten und dort wegen des Krieges ihr Studium aktuell nicht mehr fortsetzen können. Sie erhalten unbürokratisch die Möglichkeit, sich für das Sommersemester 2022 zu immatrikulieren. Zu den derzeit 90 Personen werden über dieses Programm in den nächsten Wochen noch weitere Studierende hinzukommen. Die Universität erwartet demnach insgesamt mehr als 100 ukrainische Studierende für das Sommersemester 2022.
Darüber hinaus unterstützt die Universität Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch den Krieg in Not geraten sind. Sie hilft kurzfristig und unkompliziert dabei, Gastaufenthalte von betroffenen Forscherinnen und Forschern an der Universität Bamberg zu ermöglichen. Derzeit sind sechs ukrainische Forschende für Gastaufenthalte vor Ort. Weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine sind bereits mit dem Welcome Center oder direkt mit Professorinnen und Professoren der Universität Bamberg in Kontakt. Weitere Forschungsaufenthalte sind demnach in Planung. Weitere Informationen zu den Hilfsangeboten für ukrainische Studierende und Forschende sind hier zu finden.
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Forschung zu Technostress
Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Bamberger Wirtschaftsinformatiker
Für seine Forschung zu Technostress wird Privatdozent Dr. Christian Maier von der Universität Bamberg mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um die wichtigste Auszeichnung in Deutschland für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen.
Ein Auswahlausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Wirtschaftsinformatiker Christian Maier und neun weitere deutsche Forschende aus 155 Vorschlägen ausgewählt. Der Preis ist mit jeweils 20.000 Euro dotiert und wird am 3. Mai diesen Jahres in Berlin verliehen.
„Wir sind sehr stolz darauf, mit Christian Maier einen so ausgewiesenen Nachwuchswissenschaftler bei uns zu wissen“, unterstreicht Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach den Erfolg des Preisträgers. „Als Universität ist es für uns von höchster Priorität, dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein Umfeld zu bieten, das exzellente Forschungsleistungen ermöglicht. Umso mehr freue ich mich, dass es Christian Maier gelungen ist, die Jury von seiner Arbeit zu überzeugen. Der Preis ist eine großartige Auszeichnung für ihn und die Bamberger Wirtschaftsinformatik.“
Technostress beeinträchtigt Arbeitsleistung und Wohlbefinden
Christian Maier erforscht, wie sich Praktiken der digitalen Transformation auf Nutzerinnen und Nutzer sowie Unternehmen auswirken. „Seit meiner Promotion beschäftige ich mich vor allem mit dem Phänomen Technostress“, erklärt Christian Maier vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen. „Technostress entsteht durch die tägliche Nutzung digitaler Technologien wie E‑Mails, Smartphones und Social Media. Wenn sich Nutzerinnen und Nutzer überfordert fühlen, beeinträchtigt das ihre Arbeitsleistung und ihr Wohlbefinden.“ Er untersucht, warum und wie lange digitale Technologien in privaten und organisationalen Kontexten eingesetzt werden und warum die Nutzung beendet wird.
„Zu Beginn von Maiers Befassung mit der Thematik Technostress war diese in der wissenschaftlichen Diskussion noch wenig präsent“, begründet die DFG ihre Preisvergabe in einer Pressemitteilung. „Maier hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass sich das Forschungsfeld seitdem stark entwickelt hat – im Rahmen der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Verlagerung vieler Aktivitäten ins Digitale haben seine Arbeiten zu Technostress zusätzlich an Bedeutung gewonnen.“
Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist die größte Auszeichnung für junge Forschende in Deutschland. Ich bin stolz, dass drei der zehn diesjährigen Auszeichnungen nach Bayern gehen. Die ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten hervorragende und zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeit für Bayern, für Deutschland und darüber hinaus. Auf ihrem Forschungsgebiet sind sie die Vordenker und Taktgeber von morgen.“
Kurzbiografie
Christian Maier studierte Wirtschaftsinformatik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, wo er 2014 für seine Arbeiten über Technostress promoviert wurde. 2021 erhielt er für seine Habilitation über digitale Arbeit und digitales Leben die Lehrbefugnis für das Fach Wirtschaftsinformatik. Seine Forschung, welche mehrfach durch die DFG gefördert wird, erscheint in den wichtigsten Fachzeitschriften der Wirtschaftsinformatik und wird von ihm in verschiedenen Medien einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, zum Beispiel ZDF, RTL, Süddeutsche Zeitung. Er wurde mit mehreren Early Career Awards, Best Paper Awards und dem Universitätspreis für gute Lehre ausgezeichnet und ist Schmalenbach-Preisträger sowie Schöller Fellow.
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Gebäude in der Gutenbergstraße angemietet
Erweiterung der Universität Bamberg
Die Universität Bamberg hat unter anderem sieben neue Professuren bewilligt bekommen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen. Um der Erweiterung des Betriebes Rechnung zu tragen, wurde ein zusätzliches Gebäude in der Gutenbergstraße angemietet.
Als „ganz großen Gewinner“ bezeichnete Wissenschaftsminister Bernd Sibler die Universität Bamberg, nachdem sie im KI-Wettbewerb des Freistaats im Sommer 2020 gleich sieben neue Professuren bewilligt bekam. Von 16 auf insgesamt rund 30 Lehrstühle und Professuren wächst die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) aktuell an. Dabei handelt es sich neben den Professuren aus dem KI-Wettbewerb um weitere Lehrstühle und Professuren, die im Rahmen der Technologieoffensive „Hightech Agenda Bayern“ eingerichtet werden.
Ab dem Sommersemester 2022 sollen die ersten Professuren einziehen
So wird Bamberg zu einem neuen KI-Zentrum. Dafür braucht die Otto-Friedrich-Universität Platz für Büro- und Seminarräume sowie Labore. Nach Besichtigung mehrerer Liegenschaften fiel die Entscheidung auf das Gebäude in der Gutenbergstraße 13 in Bamberg. „Mit dem Gebäude in der Gutenbergstraße haben wir die Möglichkeit, die vielen neuen Universitätsmitglieder gut unterzubringen“, sagt Dr. Dagmar Steuer-Flieser, Kanzlerin der Universität. „Insbesondere freut es mich, dass wir eine Liegenschaft gefunden haben, in der die vorhandene Infrastruktur so gut zu unseren Bedürfnissen passt, dass schon bald ein Einzug möglich ist.“
Angemietet wurde das Gebäude Anfang Februar 2022. „Im Prinzip ist die Liegenschaft bezugsfertig“, erklärt Björn Chilla, der die Abteilung Bau, Flächen und Technischer Dienst der Universität leitet. Lediglich kleinere Umbaumaßnahmen seien nötig, damit zum Sommersemester 2022 die ersten Universitätsangehörigen dort einziehen können. Auf den rund 3.000 Quadratmetern Fläche werden vor allem Büros für die neuen Lehrstühle und Professuren der WIAI zu finden sein. Bisher war die Fakultät komplett im Universitätsgebäude auf der ERBA untergebracht. Je nach Bedarf können auch Labore eingerichtet werden. Insgesamt stehen rund 80 Räume zur Verfügung, inklusive WC- und Technik-Räumen. Einige Zimmer können auch als Seminarräume genutzt werden. Der Großteil der Lehrveranstaltungen soll aber weiterhin im Universitätsgebäude auf der ERBA stattfinden. Auch die Professuren und Lehrstühle der Fakultät WIAI, die schon länger bestehen, verbleiben nach jetzigem Stand auf der ERBA.
Universität Bamberg als KI-Zentrum
Seit mehr als zehn Jahren betreibt die Universität Bamberg in ihrer Fakultät WIAI Forschung und Lehre in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen. Dabei verfügt sie über einen Studienschwerpunkt Künstliche Intelligenz und zeichnet sich durch zahlreiche Forschungsbeiträge im Bereich menschenzentrierter KI-Systeme aus. „Durch die neuen Lehrstühle und Professuren können sowohl die Forschung als auch die Lehre weiter ausgebaut werden“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach. „Das stärkt unsere Rolle in bayernweiten, nationalen und internationalen Netzwerken ungemein.“ Einige der Professuren sind bereits besetzt. So hat beispielsweise Prof. Dr. Fabian Beck seit Oktober 2021 den ersten Lehrstuhl aus der Hightech Agenda Bayern an der Fakultät WIAI inne. Er beschäftigt sich mit Informationsvisualisierung.
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Studie
Geflüchtete lernen Deutsch am effektivsten in Sprachkursen
Geflüchtete erlernen die deutsche Sprache fast genauso schnell und genauso gut wie andere Neuzugewanderte, fast drei Viertel mit Hilfe eines Sprachkurses. Diese Ergebnisse ergab die Studie einer Soziologin der Universität Bamberg und ihres Teams für das DIW Berlin.
Da sie meist überstürzt aus ihrem Heimatland geflohen sind, haben sie bei Ankunft in Deutschland in der Regel keine Sprachkenntnisse. Dennoch erlernen Geflüchtete die deutsche Sprache fast genauso schnell und genauso gut wie andere Neuzugewanderte. Deutliche Verbesserungen bei den Deutschkenntnissen erzielen sie über Sprachkurse. Fast drei Viertel der Geflüchteten besuchen einen solchen. Andere Neuzugewanderte erlernen dagegen die deutsche Sprache häufiger über Alltagskontakte, zum Beispiel an der Arbeitsstätte. Dies sind die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die auf Geflüchteten- und Migrationsstichproben des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) basiert.
„Der Spracherwerb ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration“, betont Studienautorin Cornelia Kristen, die den Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Sozialstrukturanalyse, an der Universität Bamberg innehat. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und Christoph Spörlein von der Universität Düsseldorf hat sie untersucht, unter welchen Umständen Zugewanderte in den ersten sechs Jahren nach dem Zuzug Deutsch lernen. Wichtiger als die Motivation sind demnach die Lerngelegenheiten, die sich den Zugewanderten im Alltag oder über gezielte Angebote bieten.
Über diese Lerngelegenheiten verbessern sich die Sprachkenntnisse deutlich, bei den Geflüchteten geschieht dies stärker über gesteuerte Lerngelegenheiten wie in Sprachkursen als über Alltagskontakte. „Viele Geflüchtete leben am Anfang in Sammelunterkünften und haben wenig Kontakt zu Personen, die deutsch sprechen. Das ergibt zunächst weniger Lerngelegenheiten. Umgekehrt nehmen sie aber häufiger an Sprachkursen teil als andere Zugewanderte“, erläutert Studienautorin Kristen. Rund 73 Prozent der Geflüchteten besuchen einen Sprachkurs, etwa die Hälfte aller Geflüchteten schließt diesen mit einem Zertifikat ab. Schon recht kurz nach ihrer Ankunft holen sie zu anderen Migrantinnen und Migranten auf, nach etwa 48 Monaten gibt es bei den Deutschkenntnissen keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den beiden Gruppen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gerade die vielen Kursangebote, die Geflüchtete in der ersten Zeit nach ihrer Ankunft wahrnehmen, eine wichtige Rolle bei ihrer frühen Integration spielen. „Die mittel- und langfristigen Erträge dieser Investitionen – wie eine schnellere Kontaktaufnahme zur Mehrheitsbevölkerung oder ein erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt – dürften die entstandenen Kosten bei weitem aufwiegen“, ist Kristen überzeugt. „Daher sollte die Politik auf allen Ebenen kontinuierlich an der Verbesserung des Angebots arbeiten, um nicht nur mehr Geflüchtete in Sprachkurse zu bringen, sondern auch dafür zu sorgen, dass höhere Niveaus erreicht werden.“
Weitere Informationen zur Studie sind hier zu finden.
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Neue Bildungsansätze für ein neues Erdzeitalter
Walter-Jacobsen-Preis für Dr. Werner Friedrichs
Dr. Werner Friedrichs von der Universität Bamberg hat den „Walter-Jacobsen-Preis“, den renommiertesten deutschsprachigen Preis für Politische Bildungsforschung, verliehen bekommen.
Digitalisierung, Klimawandel, Extremismusbekämpfung – das sind heute und in der Zukunft die zentralen Baustellen in der politischen Bildung. Doch wie können diese angegangen werden? Ein Angebot macht Dr. Werner Friedrichs, selbstständiger Fachvertreter der Didaktik für Politik und Gesellschaft an der Universität Bamberg: Er denkt die Grundlagen der Politischen Bildung in Anbetracht der Krisen des Anthropozäns, also des neuen Erdzeitalters, grundlegend neu. Dafür hat er kürzlich den „Walter-Jacobsen-Preis“, den renommiertesten deutschsprachigen Preis für Politische Bildungsforschung verliehen bekommen.
Das Anthropozän und seine Bedeutung für die politische Bildung
Seit einigen Jahren diskutieren führende Forschungspersönlichkeiten der Geologie, Erdsystemwissenschaften, Sozial- und Kulturtheorie ausgiebig die Frage, ob wir in einem neuen Erdzeitalter leben, das maßgeblich durch den Einfluss des Menschen geprägt ist: das Anthropozän. In nur wenigen Jahrzehnten ist es dem Menschen gelungen, alle entscheidenden Größen der Erdsysteme messbar zu verändern. Dazu zählen etwa der Klimawandel, die Versauerung der Meere oder das rapide Artensterben. Aus diesem maßgeblichen Einfluss leitet sich auch eine Verantwortung des Menschen für die Zukunft des Planeten ab. Der Mensch muss seine Stellung zu der Welt, die ihn umgibt, neu überdenken.
Wie kommt hier die Politische Bildung ins Spiel? „Einst wurde Politische Bildung als Staatsbürgerkunde verstanden, bei der den Menschen Wissen eingetrichtert wird. Und auch heute sehen wir noch Effekte dieses eigentlich längst überwundenen Verständnisses“, erklärt Werner Friedrichs. „In dieser Tradition steht der Mensch der Welt gegenüber. Damit läuft man Gefahr, die Menschen zu passiven Zuschauerinnen und Zuschauern zu erziehen. Doch der Mensch ist zu seiner eigenen Umwelt geworden.“ Während konventionelle Politische Bildung den Menschen also wie auf einer Kommandobrücke gegenüber der Welt betrachtet, stellen die Forschungsergebnisse von Werner Friedrichs diese Vorstellung als unzulängliche Gegenüberstellung von Mensch und Umwelt in Frage. Politische Bildung wird im Werk des Bamberger Bildungsforschers vor dem Hintergrund der Aufhebung der Unterscheidung von Natur und Kultur gedacht.
Ein neues Selbst-Welt-Verständnis
Um den Herausforderungen des neuen Erdzeitalters zu begegnen, hat Friedrichs gegenwärtige Theorien aus verschiedensten Wissenschaften für die politische Bildung erstmals aufgeschlossen und dabei zugleich praktisch erfahrbar gemacht: in kulturellen und künstlerischen Projekten mit international renommierten Häusern und Akteuren, Performance-Experimenten im regulären Seminargeschehen, Exkursionen in urbanen Räumen und in reger Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. So hat etwa bereits mehrfach in Bamberg und Hamburg eine Stadtführung mit Studierenden und dem Performance-Duo „JAJAJA“ stattgefunden, die die Teilnehmenden dazu anregte, ein anderes Selbst-Welt-Verhältnis zu erfahren. Alltagspraktiken und Lebensformen wurden auf ihre Effekte für die Weltsicht untersucht: Wie stellt sich sie Welt anders dar, wenn man sich etwa anders bewegt oder anders einkauft?
Werner Friedrichs erhält Walter-Jacobsen-Preis
Friedrichs Forschungsleistung wurde mit der höchsten Auszeichnung gewürdigt, die im deutschsprachigen Raum für Arbeiten im Bereich der Politischen Bildung verliehen wird. Als weiterer Preisträger wurde der Rassismusforscher Prof. Dr. Karim Fereidooni ausgezeichnet. Die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) vergibt alle drei Jahre den mit 1.500 Euro dotierten „Walter-Jacobsen-Preis“. Bei der Preisvergabe ist die Leitfrage maßgeblich, wie das hehre Ziel erreicht werden kann, dass sich Jugendliche zu selbständigen Persönlichkeiten mit politischer Urteilskraft entwickeln und in erhöhtem Maße bereit sind, sich in Staat und Gesellschaft verantwortlich und engagiert einzubringen.
„Werner Friedrichs arbeitet die Diagnose des Anthropozäns systematisch auf und entwickelt ein gänzlich neues Bildungsverständnis, das auf der Reflexion unseres In-der-Welt-Seins fußt. Auf dieser Basis entwickelt er Verfahren und Methoden für die Politische Bildung, die zudem eine fruchtbare Verschränkung mit kultureller Bildung in innovativen Projekten ergibt“, hob der Laudator Prof. Dr. Alexander Wohnig, Juniorprofessur für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen, die herausragende Leistung des Preisträgers hervor.
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Lehrkräfte können den Unterschied machen
Freistaat fördert Verbundprojekt der Universitäten Bamberg und Würzburg mit 1,6 Millionen Euro
Mit einer neuen Fördermaßnahme unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst an ausgewählten bayerischen Hochschulen die Qualifizierung von Studierenden sowie wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verantwortungsvollem unternehmerischem Denken und Handeln. Unter anderem wurden die Otto-Friedrich-Universität Bamberg und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gemeinsam rund 1,6 Millionen Euro bedacht.
Entrepreneurship-Qualifizierung“ rund 11 Millionen Euro zur Verfügung. Davon konnten die Universitäten Bamberg und Würzburg gemeinsam rund 1,6 Millionen Euro einwerben. Das Verbundprojekt trägt den Titel „Teachers as Changemakers – Lehramtsanwärter:innen als Multiplikatoren für Social Entrepreneurship“ (TaC).
Lehramtsanwärterinnen und ‑anwärter sollen zu Multiplikatoren werden
Die Universitäten nehmen mit ihrem Projekt eine Zielgruppe ins Visier, die bislang deutschlandweit nur wenig adressiert wurde, wenn es um Gründerinnen- und Gründerausbildung geht. Lehramtsstudierende sollen zu Vermittlern für sozialunternehmerisches Denken und Handeln mit Fokus Nachhaltigkeit ausgebildet werden. Im Lehrberuf können sie so zukünftig ihre Schülerinnen und Schüler bereits an das Thema heranführen. Die beiden Hochschulen streben damit eine vorausschauende und nachhaltige Förderung des Gründungsgeistes zukünftiger Studienanfängerinnen und ‑anfänger an. Dieses Konzept nennt sich „Social Entrepreneurship Education“.
Konkret sind drei Maßnahmenpakete geplant: Zunächst geht es darum, Offenheit und Begeisterung für das Thema Social Entrepreneurship Education zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, laden beide Universitäten Studierende sowie Dozierende zu Veranstaltungen ein, in denen sie über das Thema informieren und etwa Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen lassen, die selbst gegründet haben. Darüber hinaus bieten die Universitäten Workshops an, die Lehramtsdozierende dazu befähigen, Social Entrepreneurship Education in ihre vorhandenen Lehrveranstaltungen einzubinden. Im zweiten Schritt führen die Universitäten ein Qualifizierungsprogramm ein. Einheiten zu Social Entrepreneurship Education werden dabei in bestehende Lehrveranstaltungen integriert sowie in freiwilligen Workshops verankert. An der Universität Würzburg werden zudem zwei neue Lehrveranstaltungen zur Social Entrepreneurship Education im Curriculum der Lehramtsstudiengänge verankert. In den Schulpraktika können die gelernten Inhalte dann in der Praxis erprobt werden. Drittens sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie kontinuierlichen Weiterführung des Programms geplant.
Gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen finden bei Gründungen Berücksichtigung
Die Projektkoordination wird an der Universität Bamberg im Dezernat Forschungsförderung und Transfer Z/FFT mit dem Büro für Innovation und Gründung (BIG) angesiedelt sein. „Der erfolgreiche Projektantrag zeigt, wie gut das Büro für Innovation und Gründung bereits an der Universität Bamberg institutionalisiert ist. Das BIG bietet ideale Voraussetzungen für das neue Projekt, da der Bereich Social Entrepreneurship ein fester Bestandteil unserer Aktivitäten ist“, so Dr. Michael Schleinkofer, Projektleiter und Leiter des Dezernats Z/FFT. „Durch die Zusammenarbeit des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Universität Bamberg und der Professional School of Education der Universität Würzburg sowie den jeweiligen Einrichtungen für Wissenstransfer, haben wir die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven in unser Vorhaben einzubinden“, so Professor Lukas Worschech, Leiter des beteiligten Servicezentrums Forschung und Technologietransfer der Universität Würzburg.
„Diese Förderung ist ein echtes Zukunftsprogramm: Es stärkt unsere Hochschulen darin, die nächste Generation von Problemlöserinnen und Problemlösern auszubilden, die sich um eine auch in Zukunft lebenswerte Gesellschaft kümmern“, betont Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. In der Vergangenheit seien vor allem ökonomische Effekte wie Umsatz, Gewinn und Rendite bei der Entrepreneurship-Qualifizierung im Vordergrund gestanden. Inzwischen würden auch die gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen bei der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung von Gründungen berücksichtigt. „Dafür braucht es neue und integrative Ausbildungsinhalte.“ Wissenschaftsminister Bernd Sibler stimmte der Förderempfehlung für sechs Verbundanträge an 14 beteiligten Hochschulen zu. Der Start der Förderung ist für März 2022 vorgesehen.