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Theater

„Wir machen uns wie­der an die gro­ßen Stü­cke ran“

Frän­ki­scher Theatersommer

Die ober­frän­ki­sche Lan­des­büh­ne Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer ist nach eige­nen Anga­ben zwar mit Ein­schrän­kun­gen, aber letzt­lich gut durch die Pan­de­mie gekom­men. Pro­duk­tio­nen, die auf­grund ihres Auf­wands in der Spiel­zeit 2021 nicht rea­li­siert wer­den konn­ten, kön­nen nun gezeigt wer­den. Und es bleibt sogar noch Luft, ande­re Thea­ter­grup­pen zu unterstützen.

Der Som­mer 2022 ist für den Kul­tur­be­trieb der ers­te Som­mer seit zwei Jah­ren, den die Sze­ne ohne Sor­gen vor Pan­de­mie-Beschrän­kun­gen auf sich zukom­men las­sen kann. Ver­ges­sen sind die Sor­gen der zurück­lie­gen­den Som­mer dabei aber nicht. Vie­le Kul­tur­ak­teu­re muss­ten schwe­re orga­ni­sa­to­ri­sche und finan­zi­el­le Rück­schlä­ge verkraften.

Auch die Wan­der­büh­ne des Frän­ki­schen Thea­ter­som­mer hat gelit­ten und muss­te Auf­trit­te ver­schie­ben oder absa­gen. Aber Inten­dant Jan Bur­din­ski weiß, dass es schlim­mer hät­te kom­men kön­nen und ist froh, dass der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer schnell gelernt hat, sich ein­zu­schrän­ken. „Wir haben einen Weg gefun­den“, sagt er, „durch Öko­no­mi­sie­rung, mit weni­gen Mit­teln, über die Run­den zu kom­men. Ganz ent­schei­dend dabei war, das haben wir in den letz­ten bei­den Jah­ren gelernt, das Thea­ter­bü­ro rich­tig zu füh­ren – mit einer hell­wa­chen Geschäfts­füh­rung. So sind wir auch ganz gut durch die Pan­de­mie gekommen.“

Genau genom­men ken­ne er sogar kein ande­res Thea­ter, das es bes­ser durch die Covid-Zeit geschafft hat als der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer. Wobei „bes­ser“ hier unter Vor­be­halt steht: „Wir haben bei den ers­ten Alarm-Mel­dun­gen nicht die kom­plet­te Spiel­zeit abge­sagt, son­dern schnell ent­spre­chen­de Hygie­ne-Plä­ne ent­wi­ckelt, fle­xi­bel auf Ein­schrän­kun­gen reagiert und teu­re Pro­duk­tio­nen verschoben.“

Für die Sai­son 2022 hat der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer die­se Zurück­hal­tung aber auf­ge­ge­ben. „Wir machen uns wie­der an die gro­ßen Stü­cke ran“, sagt Jan Bur­din­ski. Vier sol­cher Stü­cke, deren Grö­ße ent­we­der von ihrer kano­ni­sier­ten Klas­sik­erhaf­tig­keit kommt oder vom Aus­stat­tungs­auf­wand, sind in den aktu­el­len Spiel­plan ein­ge­gan­gen. „Don Qui­jo­te und San­cho Pan­sa“ und das Musi­cal „Höchs­te Zeit“ sind Wie­der­auf­nah­men. Die Moliè­re-Komö­die „Arzt wider Wil­len“ – der fran­zö­si­sche Dra­ma­ti­ker wäre 2022 400 Jah­re alt gewor­den – und „Vol­po­ne“ von Ste­fan Zweig sind Neuinszenierungen.

Sei­ne Sai­son-Eröff­nung gab der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer am 20. Mai mit „Arzt wider Wil­len“. Über die bis­he­ri­gen Vor­ver­kaufs­zah­len kön­ne man sich nicht bekla­gen, aber das Publi­kum schei­ne der wie­der­ge­won­ne­nen Mög­lich­keit zur Frei­zeit­ge­stal­tung durch Kul­tur noch etwas zurück­hal­tend gegen­über­zu­ste­hen. „Ich weiß nicht, ob es noch an Coro­na liegt“, sagt Jan Bur­din­ski, „aber die Leu­te müs­sen offen­sicht­lich noch ein biss­chen ange­sto­ßen wer­den. Wir müs­sen dem Publi­kum noch deut­li­cher vor Augen füh­ren, dass man sich wie­der ins Freie wagen kann und Som­mer­thea­ter­kul­tur wie­der mög­lich ist. Wir müs­sen die Leu­te an einen Punkt brin­gen, an dem sie sagen: „Ein Abend voll schö­ner Unter­hal­tung, an der Luft, mit viel­leicht noch einem schö­nen Gespräch hin­ter­her – das gön­ne ich mir.“

Hil­fe für ande­re Theaterbetriebe

„Luxus­pro­ble­me“ mögen da ande­re Kul­tur­ak­teu­re sagen, denn um über ein zurück­hal­ten­des Publi­kum zu kla­gen, braucht man erst mal eines. „Ja“, sagt Jan Bur­din­ski, „wir wis­sen das und haben gemerkt, dass wäh­rend der Pan­de­mie und jetzt in ihren Nach­we­hen Künst­ler nicht die Auf­tritts­flä­che haben, die ihnen eigent­lich gebührt.“

Des­halb hat sich der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer ent­schie­den, sei­ne pri­vi­le­gier­te Situa­ti­on aus einer zufrie­den­stel­lend bewäl­tig­ten Pan­de­mie und einer begin­nen­den Som­mer-Tour­nee zu nut­zen, und ande­re Akteu­ren zu unterstützen.

Mit dem Pro­jekt „Künstler*innen unter­stüt­zen Künstler*innen“ möch­te der Thea­ter­som­mer einer Ama­teur­thea­ter­trup­pe und einer Grup­pe aus dem Pro­fi­be­reich hel­fen. So sol­len dem Main­Thea­ter aus Ebens­feld und ihrer „Ebens­fel­der Bier-Kömo­die“ und dem Duo Mys­ik Fan­tas­tik für ihre Klang­erzäh­lun­gen „Im Dunst­kreis des Hel­den“ insze­na­to­ri­sche bezie­hungs­wei­se infra­struk­tu­rel­le Unter­stüt­zung zuteil werden.

Leich­tes, aber mit schwe­rem Unterton

Auf dem eige­nen Spiel­plan der Sai­son 2022/​/​2023 ste­hen unter­des­sen wie immer Komö­di­en, Musi­cals, Kaba­rett­shows und Chan­son­aben­de. Der Schwer­punkt liegt auf dem Leich­ten. „Unser Pro­gramm“, sagt Jan Bur­din­ski, „ist dies­mal sehr komö­di­en­las­tig, wobei ich die Komö­die kei­nes­wegs als Last sehe, denn sie hat die Fähig­keit, das Schwe­re mit einem Lachen vorzutragen.“

Ein Stück des Spiel­plans passt auf den ers­ten Blick jedoch nicht in die­se Rich­tung, kommt es the­ma­tisch doch wesent­lich erns­ter daher. Denn in „All das Schö­ne“ des eng­li­schen Dra­ma­ti­kers Dun­can Mac­mil­lan geht es um die stän­di­gen Sui­zid-Gedan­ken einer Mut­ter, mit denen sich Vater und Toch­ter aus­ein­an­der­set­zen müs­sen. Viel­sei­tig sind die Ver­su­che der Toch­ter, ihrer Mut­ter das Leben mit sei­nen schö­nen Sei­ten wie­der schmack­haft zu machen. 

„Ich emp­fin­de das Stück nicht als beklem­mend“, sagt Jan Bur­din­ski. „Es macht zwar all die Fäs­ser auf, die zum The­ma gehö­ren, aber es ist nicht düs­ter. Es ist lebens­be­ja­hend. Bei der Mut­ter hat sich eine Mut­lo­sig­keit soweit ein­ge­nis­tet, dass sich die Toch­ter beru­fen fühlt dage­gen anzu­kämp­fen. Sie will der Mut­ter die Augen öff­nen für all das, was am Leben schön ist. Das Stück weist inso­fern auch über sich selbst hin­aus, als dass es eine Pro­ble­ma­tik anspricht, die sich wäh­rend der Pan­de­mie ohne­hin ver­schärft hat: die Zunah­me von Depres­sio­nen. Das Stück „All das Schö­ne“ hat den Vor­zug, dass es vie­le hei­te­re Sei­ten auf­weist und viel­leicht gera­de des­halb umso mehr unter die Haut geht.“

Stellt sich die Fra­ge, ob sich auch das zwei­te der­zeit alles beherr­schen­de The­ma im Sai­son­pro­gramm nie­der­ge­schla­gen hat: Kommt der Ukrai­ne-Krieg vor? „Ja, die tota­le Absa­ge an Krieg und Gewalt fin­det auf sub­ti­le Wei­se in „Don Qui­jo­te“ sei­nen Platz. Und – ohne zu viel zu ver­ra­ten – im Kaba­rett-Stück „Lügen haben lan­ge Bei­ne“ taucht ein gewis­ser Herr Putin auf.“

Insze­nie­run­gen in Bamberg

Anfang August kommt der Frän­ki­sche Thea­ter­som­mer auf sei­ner dies­jäh­ri­gen Sai­son­rei­se zum ers­ten Auf­tritt nach Bam­berg. Wie es sich in den letz­ten Jah­ren ein­ge­übt hat, fin­den die Auf­füh­run­gen auch 2022 wie­der in den Räu­men der KUFA in der Ohm­stra­ße statt.

Los geht es am 3. August mit dem erwähn­ten Duo Mys­ik Fan­tas­tik. Chris­ti­ne und Caro­li­ne Hau­sen prä­sen­tie­ren eine von Flö­ten­mu­sik unter­mal­te Ver­si­on der Aben­teu­er von Odys­seus. Dar­in sind auch Wer­ke des Bam­ber­ger Kom­po­nis­ten Horst Loh­se enthalten.

In „Rei­se-Sehn­süch­te“, mit dem der Thea­ter­som­mer am 4. August in Bam­berg auf­tritt, wird neben der Musi­ke­rin Bea­te Roux und dem Musi­ker Bog­dan Lewan­dow­ski auch Jan Bur­din­ski als Dar­stel­ler zu sehen sein. Der lite­ra­ri­sche Musik­abend ver­bin­det Wer­ke berühm­ter Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler mit Musik von unter ande­rem Cho­pin, Mozart und Duke Ellington.

Am Tag dar­auf, dem 5. August, zeigt das Ensem­ble Clau­dia Schrei­bers Ein-Per­so­nen-Stück „Emmas Glück“. Dar­in küm­mert sich die Bäue­rin Emma, gespielt von Rebek­ka Herl, um den mit dem Auto ver­un­glück­ten Max, eben­falls gespielt von Rebek­ka Herl. Im Lau­fe des Stücks kom­men sich die „bei­den“ näher. Kann sich das Publi­kum hier also auf eine Inter­pre­ta­ti­on der Fern­seh­sen­dung „Bau­er sucht Frau“ ein­stel­len? „Nein“, sagt Jan Bur­din­ski lachend, „das ist ein ganz ande­res Niveau. Neben viel Komik ent­hält das Stück auch Dra­ma und Poesie.“

In „Der Traum von Las Vegas“, dem nächs­ten Bam­ber­ger Stück am 6. August, zei­gen Sibyl­le Man­tau und Sieg­fried Mai, was sie in Sachen Artis­tik, Jon­gla­ge und Varie­té kön­nen und ver­bin­den Show­num­mern mit Tanz­ein­la­gen und Gesang.

Wei­ter geht es in der KUFA am 7. August mit „Zwei wie Bon­nie und Cly­de“. Die bekann­te Geschich­te über das Gangs­ter­paar – hier sind es zwei Frau­en – legt der Thea­ter­som­mer eher humo­ris­tisch aus. Das Stück lebt von den immer wie­der schei­tern­den Ver­su­chen von Jen­ny und Chan­tal, an Geld zu kommen.

Mit „Lügen haben lan­ge Bei­ne“ wird es am 11. August kaba­ret­tis­tisch. Sil­via Ferstl und Chris­toph Acker­mann lügen, hoch­sta­peln und schwin­deln sich in ihrem Pro­gramm durch die Welt­ge­schich­te. „In die­sem Kaba­rett-Stück gehen wir neben all­täg­li­chen Lügen im pri­va­ten Rah­men auch auf die Pro­ble­ma­tik von Falsch­mel­dun­gen und Fake News ein“, sagt Jan Burdinski.

In „Mor­ta­del­la & Co.“, das der Thea­ter­som­mer am 12. August in der KUFA zeigt, spielt Pup­pen­spie­ler Tho­mas Glas­mey­er im Sti­le von „Don Camil­lo und Pep­po­ne“ den Kampf um das Bür­ger­meis­ter­amt in einem ita­lie­ni­schen Dörfchen.

Am 13. August gibt es „Vol­po­ne – Der Fuchs“ zu sehen. In Ste­fan Zweigs Ver­si­on der Komö­die von Ben Jon­son aus dem 17. Jahr­hun­dert ste­hen Ego­is­mus und Erb­schlei­che­rei der Bes­ser­ge­stell­ten im Mit­tel­punkt. Unter dem Vor­wand ster­bens­krank zu sein, lockt der rei­che Vol­po­ne aller­lei Geschäfts­part­ner an und macht sich sei­nen Spaß dar­aus, deren Hab­gier zu entlarven.

Den Abschluss der Bam­berg-Etap­pe des Frän­ki­schen Thea­ter­som­mers macht am 14. August das bereits erwähn­te Stück „All das Schöne“.

ArtEast Thea­ter Bam­berg e. V. 

“Kraut­sup­pe, tief­ge­fro­ren” von Vla­di­mir Sorokin

Das ArtEast Thea­ter Bam­berg begeis­tert Kul­tur­in­ter­es­sier­te immer wie­der mit sei­nen Auf­füh­run­gen, zuletzt wur­de Vla­di­mir Soro­kins “Kraut­sup­pe, tief­ge­fro­ren” gespielt. Ein wahr­lich gro­tes­kes Dra­ma erzählt mit aller Här­te über die Absur­di­tät von Ideologien.

Wir befin­den uns im Jahr 2040. Die Grü­nen haben unwi­der­ruf­lich die Herr­schaft im Ver­ei­nig­ten Eura­si­en an sich geris­sen. Infol­ge­des­sen steht sowohl auf Tier­tö­tung als auch auf die blo­ße Vieh­zucht Gefäng­nis, wodurch zahl­rei­che Meis­ter alter (fleisch­hal­ti­ger) rus­si­scher Koch­kunst sich gezwun­ge­ner­ma­ßen in mafia­ähn­li­chen Struk­tu­ren auf­grund der vor­han­de­nen Gene­ral­über­wa­chung im Öko­staat im Unter­grund orga­ni­sie­ren müs­sen und sich in einem ste­ti­gen Kampf um ver­bo­te­ne Rezep­te und rare Zuta­ten befin­den. Alles in allem ein äußerst gro­tes­kes Dra­ma, das uns womög­lich mehr über die Absur­di­tät von Ideo­lo­gien nahe­le­gen möch­te und dar­über hin­aus auf aktu­el­le Pro­ble­ma­ti­ken poli­ti­scher und gesell­schaft­li­cher Natur hinweist.

Euge­ni­ya Ersho­va, Ben­ja­min Geh­rig, Micha­el Jan­de­j­sek, Chris­ti­ne Ren­ker, Michel­le Wie­der­kehr und Alex­an­dra Kaga­now­s­ka als Schau­spie­le­rIn­nen woll­ten unter der Regie von Kris­ti­na Kroll (Per­for­mance: „Lach­pil­len­on­kel“) ihren „Umgang mit der Welt“ in den Vor­der­grund stel­len, wie die Regis­seu­rin sagt. Sie erklärt, wes­halb sie sich genau für die­ses Stück ent­schied: „Die The­ma­tik des Kli­ma­schut­zes ist bekannt­lich nicht erst seit ges­tern von enor­mer Bedeu­tung, rück­te bedingt durch die Wah­len jedoch wie­der zuneh­mend in den Fokus. “Kraut­sup­pe, tief­ge­fro­ren“ kari­kiert eine öko­lo­gi­sche Anti-Uto­pie. Hier­bei steht unser Umgang mit der Welt im Vor­der­grund, jedoch wird auch auf kapi­ta­lis­ti­sches Den­ken sowie eine gesell­schaft­li­che Abkehr von Tra­di­tio­nen und Kul­tur Bezug genom­men. Das Stück bie­tet eine wun­der­ba­re Grund­la­ge, um Schief­la­gen in der Gesell­schaft auf­zu­zei­gen ohne dabei zu dik­tie­ren, was rich­tig und falsch ist.“

Borschtsch à la Mos­kau, Koch mit Amts­ge­walt, wird wegen Zube­rei­tung von öko­lo­gisch schäd­li­chen Spei­sen zum wie­der­hol­ten Male in ein Son­der­straf­la­ger geschickt. Ihm gelingt letzt­lich die Flucht, sodass er sich auf den Weg macht, um einen ris­kan­ten Auf­trag zu erfül­len. Der Koch macht sich mit sei­ner Bei­schlä­fe­rin Laris­sa auf die Suche nach der „Pas­tu­chov­schen Kol­lek­ti­on“ – eine gefro­re­ne Kraut­sup­pe uner­mess­li­chen Wer­tes, die ein Meis­ter­koch im Ver­bor­ge­nen in 30 Rezept­va­ria­tio­nen für die Nach­welt der Fleisch­lieb­ha­ber kre­iert hat. Dabei herrscht eine stän­di­ge Grad­wan­de­rung zwi­schen Sex, psy­chi­scher Gewalt und einer brei­ten Aus­wahl von Obs­zö­ni­tä­ten, die gekonnt auf poli­ti­sche Unstim­mig­kei­ten im aktu­el­len Welt­ge­sche­hen auf­merk­sam machen.

“Kraut­sup­pe, tief­ge­fro­ren“ signa­li­siert, dass jede Geis­tes­hal­tung, Gesin­nung oder sogar eine – posi­tiv gemein­te – strik­te Welt­an­schau­ung neben den klar ersicht­li­chen Vor­tei­len auch diver­se Nach­tei­le mit sich brin­gen kann – umge­kehrt selbst­ver­ständ­lich genau­so. Dabei wird nichts­des­to­trotz immer wie­der unter­schwel­lig dar­auf hin­ge­deu­tet, dass man bestimm­ten Mei­nungs­fak­to­ren in der Gesell­schaft – ob man die­se unter­stützt, ist dabei zweit­ran­gig – zumin­dest ein Gehör ver­schafft und sich selbst und sein Han­deln in der kapi­ta­lis­ti­schen Welt – ohne Rück­sicht auf die Natur – hin­ter­fra­gen soll­te. Denn: Woher nimmt der Mensch sich eigent­lich das Recht, so zu sein, wie er sich in den heu­ti­gen „Amou­ren der Welt“ verhält?

Thea­ter des Staunens

Bam­bergs größ­tes unbe­kann­tes Theater

Patrik Lum­ma betreibt seit 2008 das Figu­ren­thea­ter Thea­ter des Stau­nens. Nach­dem er bis­her aus­schließ­lich Kin­der­stü­cke insze­nier­te, bringt er nun das ers­te Erwach­se­nen­stück auf die Büh­ne. Am 17. Sep­tem­ber fei­ert „Neru­da – Mario­net­ten. Poe­sie. Musik“ Pre­mie­re in der KUFA. Ein Stück mit meh­re­ren Hand­lungs- und Spielebenen.

In „Neru­da – Mario­net­ten. Poe­sie. Musik“, das auf dem Gedicht­band “Auf­ent­halt auf Erden” des chi­le­ni­schen Schrift­stel­lers Pablo Neru­da basiert, trei­ben drei Schiff­brü­chi­ge auf einem Floß im Meer.
Anhand von Mario­net­ten, die sie aus dem Was­ser fischen, begin­nen sie zusätz­lich zu kom­mu­ni­zie­ren. Für die Auf­füh­rung bedeu­tet dies, dass sowohl die Pup­pen als auch die­je­ni­gen, die ihre Fäden bedie­nen, auf der Büh­ne anwe­send sind – eine für das Mario­net­ten­thea­ter eher unüb­li­che Darstellungsweise.

Die Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler wech­seln zwi­schen ihren Pup­pen- und ihren Men­schen­rol­len hin und her. Hin­zu kommt die Musik von Franz Trö­ger, die auf ihre Wei­se Ein­fluss auf die Hand­lung nimmt.

The­re­se Frosch ist neu beim Thea­ter des Stau­nens und wech­selt zwi­schen der Rol­le der schiff­brü­chi­gen Erbin und ver­schie­de­nen Pup­pen­rol­len. Mit ihr und Patrik Lum­ma haben wir uns zum Gespräch getroffen.


Frau Frosch, Sie sind das neu­es­te Ensem­ble­mit­glied des Thea­ters des Stau­nens. Wie kam die Zusam­men­ar­beit mit Patrik Lum­ma zustande?

The­re­se Frosch: Pup­pen­spiel hat mich sehr inter­es­siert. Als wir uns ken­nen­lern­ten, hat­te Patrik eine Pup­pe dabei und ich war sofort fas­zi­niert davon, wie man es schafft, die­sen Pup­pen auf der Büh­ne Leben ein­zu­hau­chen. Als er mich eines Tages frag­te, ob wir zusam­men ein Stück insze­nie­ren wol­len, hab ich sofort zugesagt.


Wie belebt man die Puppe?

The­re­se Frosch: Indem man nicht ver­sucht, die Pup­pe zu domi­nie­ren. Man muss sie spie­len las­sen, auf sie reagie­ren und mit den Bewe­gun­gen, die ihr Schwer­punkt vor­gibt, mit­ge­hen. Die­je­ni­gen, die die Pup­pe spie­len, sind kei­ne Domp­teu­re. Es geht dar­um, eige­ne inne­re Vor­gän­ge in die Pup­pe hin­ein­zu­ge­ben. Mir ist auf­ge­fal­len, dass mein Spiel, sobald ich die Rol­le der Pup­pe ver­las­se und die Rol­le der Per­son, die ich zusätz­lich spie­le, anneh­me, schlech­ter wird.


Das klingt als ob die Pup­pe die Schau stiehlt.

The­re­se Frosch: Das soll­te sie. Die Gefahr ist, dass ich ihr die Schau steh­le. Unser Ziel besteht dar­in, den Pup­pen der­art viel Leben zu geben, dass das Publi­kum alles drum­her­um aus­blen­den kann und fas­zi­niert auf das klei­ne Wesen schaut.

Patrik Lum­ma und The­re­se Frosch. Foto: Denis Meyer

Kann es dem Publi­kum wirk­lich gelin­gen, sich von den Pup­pen fas­zi­nie­ren und mit­rei­ßen zu las­sen, wenn die­je­ni­gen, die sie bedie­nen, auf der Büh­ne anwe­send sind und dadurch die Wir­kung der Pup­pe stän­dig verfremden?

Patrik Lum­ma: Das Pup­pen­thea­ter, wie wir es machen, ist eigent­lich Epi­sches Thea­ter, ganz nach Ber­told Brecht, bei dem die Illu­si­on der Büh­nen­rea­li­tät stän­dig auf­ge­bro­chen wird. Man steigt in die Rol­le der Pup­pen ein, man steigt wie­der aus und wech­selt in die Spiel­rol­le über. Damit, die Iden­ti­fi­ka­ti­on des Publi­kums mit den Figu­ren schwe­rer zu machen, habe ich nie ein Pro­blem gehabt. Denn, wenn man gut spielt, ent­wi­ckeln die Pup­pen einen der­ar­ti­gen Zau­ber – sie sind, was das betrifft, magi­sche Wesen – dass das Publi­kum ver­gisst, dass es eigent­lich weiß, dass es ein zap­peln­des Stück Holz sieht, und statt­des­sen eine Figur zu sehen beginnt.

Haben Sie in die­sem Sin­ne für den Namen Ihres Thea­ters das Stau­nen gewählt? Möch­ten Sie das Publi­kum zum Stau­nen bringen?

Patrik Lum­ma: Nach­dem ich jah­re­lang mit mei­nem Kin­der­thea­ter „Figu­ren­thea­ter Patrik Lum­ma“ allein unter­wegs war, begann ich, ein neu­es Pup­pen­thea­ter zu pla­nen. Eines, das einem gan­zen Ensem­ble eine Platt­form für künst­le­ri­sche Arbeit bie­tet und auch einen neu­en Namen hat. Eines Tages las ich den Satz „brin­ge ein Kind zum Stau­nen und du hast ihm den Weg zum Ver­ste­hen geeb­net“. Im Moment des Stau­nens ist auch ein Moment der Erkennt­nis ange­legt und der Fas­zi­na­ti­on, Freu­de und die Öff­nung neu­er Wel­ten. Das fin­de ich toll.


War­um haben Sie Pup­pen­thea­ter als künst­le­ri­sche Aus­ducks­form gewählt?

Patrik Lum­ma: Das Fas­zi­no­sum der Pup­pen­spiel­kunst liegt für mich vor allem in sei­ner Grenz­gän­gig­keit zwi­schen Bil­den­der und Dar­stel­len­der Kunst. Wir bau­en die Kulis­sen und Figu­ren und spie­len sie. Die­ses Hin- und Her­sprin­gen von der einen Kunst­form in die ande­re, das Ver­la­gern vom Aus­sa­gen ins Bild, fin­de ich unglaub­lich spannend.


Wel­che Rol­le spielt dabei die redu­zier­te Aus­drucks­form der Puppen?

Patrik Lum­ma: Da muss ich mit Kleist ant­wor­ten: Die Per­fek­ti­on liegt ent­we­der in Gott oder in der toten Mate­rie. Ich den­ke, genau das ist es. Gera­de durch die Redu­ziert­heit der Pup­pen, die man in Bewe­gun­gen setzt, um Din­ge aus­zu­drü­cken, fin­det man eher die Essenz die­ser Din­ge raus.

Im Unter­schied zu ande­ren Pup­pen­thea­tern sind die Pup­pen­spie­le­rin­nen und ‑spie­ler bei Ihnen, wie erwähnt, nicht unsicht­bar für das Publi­kum, son­dern ste­hen auf der Büh­ne, wo sie die Pup­pen bedie­nen und als sie selbst unter­ein­an­der die Dia­lo­ge von Rol­len füh­ren. Lau­fen also eigent­lich zwei Stü­cke gleich­zei­tig ab?

Patrik Lum­ma: Eigent­lich sogar drei. Wir machen ein Stück auf der Schau­spiel-Ebe­ne, eines auf der Ebe­ne der Pup­pen und auf der der Musik. Franz Trö­ger wird mit einem Kla­vier und einem Akkor­de­on eine zen­tra­le Posi­ti­on auf der Büh­ne ein­neh­men und Musik spie­len. Er ist ein groß­ar­ti­ger Thea­ter­mu­si­ker, der Musik sze­nisch denkt und sie sze­nisch ein­set­zen kann. Die Musik treibt das Stück an. Und zwi­schen die­sen Ebe­nen swit­schen wir hin und her. Teil­wei­se reden die Spie­len­den auch mit den Puppen.

Franz Tröger, Foto: Mat­thi­as Weinberger
Das Thea­ter des Stau­nens hat bis­her nur Kin­der­stü­cke insze­niert. Wie kam der Umschwung ins Erwach­sen­fach zustan­de? Steckt ein Wunsch nach mehr Serio­si­tät dahinter?
Patrik Lum­ma: Nein, ich fin­de, anspruchs­vol­les Kin­der­thea­ter ist min­des­tens so anspruchs­voll wie Erwach­sen­en­thea­ter. Ich habe bis­her kein Erwach­sen­en­thea­ter gemacht, weil die Ver­mark­tungs­struk­tur eine ganz ande­re ist. Ich blö­de­le manch­mal rum und sage: Das Thea­ter des Stau­nens ist Bam­bergs größ­tes unbe­kann­tes Thea­ter. Ich muss­te das Thea­ter nie so recht in Erwach­se­nen­krei­sen ver­mark­ten, weil ich in Schu­len und Kin­der­gär­ten mei­ne Kund­schaft hat­te. Das war mei­ne Mis­si­on bis­her. Ich bin jetzt über 50 und wenn ich noch­mal irgend­wann rich­tig Erfolg haben, die Fes­ti­vals berei­sen und zei­gen will, was im Pup­pen­thea­ter, auch für Erwach­se­ne, mög­lich ist, dann ist es jetzt an der Zeit. Da kam die För­de­rung, die wir vom Fonds Dar­stel­len­de Küns­te bekom­men haben, gera­de recht.

War­um haben Sie den Gedicht­band „Auf­ent­halt auf Erden“ von Pablo Neru­da als Grund­la­ge für Ihr Stück gewählt?
Patrik Lum­ma: Pablo Neru­da geht abso­lut zur Essenz der Din­ge. Er sucht in sei­ner Poe­sie den Kern der Din­ge und des Lebens. So eine essen­zi­el­le, exis­ten­zi­el­le Spiel-Situa­ti­on, in die die exis­ten­zi­el­len Gedich­te von Neru­da pas­sen, haben wir mit Schiff­brü­chi­gen, die auf dem Meer trei­ben und Mario­net­ten, die wir aus dem Was­ser zie­hen, ver­sucht dar­zu­stel­len. Es ist ein Figu­ren­rei­gen, der letzt­end­lich genau­so hoff­nungs­los endet, wie er ange­fan­gen hat.

Mario­net­ten­thea­ter mit sei­nen von unsicht­ba­ren Fäden gelenk­ten Pup­pen schreit gera­de­zu nach einer Ein­ord­nung in grö­ße­re gesell­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge. Was sagt das Mario­net­ten­thea­ter über die Welt?
Patrik Lum­ma: Wir alle spie­len und müs­sen in unse­rem moder­nen Leben tau­send ver­schie­de­ne Rol­len spie­len, in die wir ein­ge­spannt sind. Jetzt sind wir zusätz­lich durch sozia­le Iso­la­ti­on in der Pan­de­mie ein­ge­spannt. Die Exis­tenz am sei­de­nen Faden ist sozu­sa­gen der rote Faden des Gan­zen. Wo kann das hin­füh­ren? Neru­da selbst glaub­te an die sozia­lis­ti­sche Welt­re­vo­lu­ti­on – die nie kam. Was bis jetzt noch nicht final beant­wor­tet ist, sind die Fra­gen, ob wir es schaf­fen, Zwän­ge – unse­re Fäden – zu über­win­den und wer die­se Fäden in der Hand hat.
Neru­da – Mario­net­ten. Poe­sie. Musik

17. Sep­tem­ber, KUFA, 20 Uhr


Wei­te­re Auf­füh­run­gen
:

18. und 19. September,

15. und 16. Oktober

Thea­ter des Staunens

http://www.lumpat.de

Ein Tita­nen­werk, aber als Komödie

Wild­wuchs­thea­ter “Pan­do­ra. Ausgebüchst”

Das Wild­wuchs­thea­ter goes grie­chi­sche Mytho­lo­gie: Für die Abschlus­s­in­sze­nie­rung der Spiel­zeit 2020/​2021 wid­met sich das Ensem­ble mit der Eigen­krea­ti­on “Pan­do­ra. Aus­ge­büchst” den Legen­den von Pan­do­ra und Pro­me­theus. Unter frei­em Him­mel, auf dem Gelän­de der Eisen­gie­ße­rei Mül­ler, ist am 29. Juli Pre­mie­re. Thea­tra­le Ver­ar­bei­tung von Pan­de­mie-Frust ist dabei aber nicht geplant – eine komö­di­an­ti­sche Annä­he­rung an die The­ma­tik soll die Spiel­zeit beenden.

In den Mythen von Pro­me­theus und Pan­do­ra geht es, kurz gesagt, um den Tita­nen Pro­me­theus, der den Göt­tern das Feu­er stiehlt, um es den Men­schen zu über­rei­chen, und um Pan­do­ra, die als Teil der gött­li­chen Raches­tra­te­gie für den Dieb­stahl erschaf­fen und mit einer Büch­se aus­ge­stat­tet wird, die sämt­li­ches Übel der Welt ent­hält. An die­ser Aus­gangs­la­ge ori­en­tiert sich das Wild­wuchs­thea­ter für “Pan­do­ra. Aus­ge­büchst”. Die Regie hat Fre­de­ric Hei­sig über­nom­men. Ihn und Wild­wuchs-Vor­stands­kol­le­gen Sebas­ti­an Stahl haben wir zum Inter­view getroffen.

Wie geht es dem Wildwuchstheater?

Fre­de­ric Hei­sig: Ambi­va­lent. Auf der einen Sei­te freu­en wir uns, dass es wie­der los­geht, dass wir wie­der pro­ben und pla­nen und auf­tre­ten und wie­der Publi­kum sehen kön­nen. Auf der ande­ren Sei­te ist es orga­ni­sa­to­risch gera­de schwie­rig. Wir spie­len ja in der Eisen­gie­ße­rei Mül­ler und da gibt es nicht gera­de Thea­te­r­in­fra­struk­tur. Was wir zum Bei­spiel nicht auf dem Schirm hat­ten, ist, wie schwer es ist, zur Zeit Toi­let­ten­wa­gen zu orga­ni­sie­ren. Weil alle Welt Ver­an­stal­tun­gen im Frei­en plant, sind die Wagen ver­grif­fen. Hin­zu kom­men stei­gen­de Inzi­den­zen und die Del­ta-Vari­an­te, die uns ein biss­chen Sor­gen macht. Nicht, dass das Ord­nungs­amt doch noch­mal vor­bei­kommt und sagt, wir müs­sen unser Hygie­nekon­zept anpassen.

Wie hat sich das Wild­wuchs­thea­ter in den letz­ten ein­ein­halb Jah­ren verändert?

Fre­de­ric Hei­sig: (lacht) Es ist immer noch ein durch das Tri­um­verat drei­er alter Män­ner auto­kra­tisch geführ­tes Regime. Aber nächs­ten Jahr haben wir Vor­stands­wah­len – da kann sich das alles ändern. Aller­dings ist die Lei­tung von so einem Thea­ter ein Moloch. Ich habe nicht den Ein­druck, dass es vie­le Leu­te gibt, die uns den Job abneh­men möchten.

Habt ihr wäh­rend der Pan­de­mie Mit­glie­der verloren?

Sebas­ti­an Stahl: Das Thea­ter ist in den letz­ten ein­ein­halb Jah­ren natür­lich ins­ge­samt ein wenig ein­ge­schla­fen gewe­sen, weil wir wenig machen konn­ten. Und auch wenn es beim Wild­wuchs­thea­ter gene­rell oft ein Kom­men und Gehen unter den Ensem­ble­mit­glie­dern gibt, von denen vie­le auch in ande­ren Thea­ter­grup­pen mit­wir­ken, haben wir kei­ne Mit­glie­der ver­lo­ren. Der Kern ist schon geblie­ben und es kommt erst jetzt wie­der alles ins Rollen.

Fre­de­ric Hei­sig: Was zur­zeit aber auf­fält, ist ein Pro­jekt­stau, der gera­de herrscht. Wir haben ja per­so­nel­le Über­schnei­dun­gen mit dem ArtEast-Thea­ter. Manch­mal müs­sen sich die Leu­te also zwi­schen der Teil­nah­me an Pro­jek­ten des einen oder des ande­ren Thea­ters entscheiden. 

Geht ihr nach wie vor mit der glei­chen Über­zeu­gung ans Thea­ter­ma­chen oder seid ihr auf­grund der Pan­de­mie vor­sich­ti­ger gewor­den, weil die Kul­tur jeder­zeit wie­der still­ge­legt wer­den könnte?

Sebas­ti­an Stahl: Wir sind davon über­zeugt, was wir machen, und wir machen so wei­ter, wie wir es bis­her gemacht haben. Wir hat­ten immer wie­der mas­sen­taug­li­che Pro­jek­te, die dar­auf ange­legt waren, mehr Publi­kum anzu­zie­hen. Aber eigent­lich pro­bie­ren wir auch in Zukunft, unse­ren Stie­fel durch­zu­zie­hen und wol­len kei­ne Abstri­che machen, um gesell­schafts­kon­for­mer zu wer­den. Wir machen, wor­auf wir Bock haben.

Fre­de­ric Hei­sig: Wir waren in Bam­berg vor­her schon Grenz­gän­ger des Thea­ter­ma­chens – auch in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung. Und es war uns schon immer klar, wel­chen nied­ri­gen Stel­len­wert eine gewis­se Art von Kul­tur, auch hier in Bam­berg, hat. Wir wür­den uns ein­fach freu­en, wenn die Leu­te in der absti­nen­ten Zeit einen Kul­tur­hun­ger ent­wi­ckelt haben.

“Pan­do­ra. Aus­ge­büchst” stellt den Abschluss der Spiel­zeit 2020/​2021 dar. Wel­ches Fazit zieht ihr aus dem ver­gan­ge­nen Theaterjahr?

Fre­de­ric Hei­sig: Es war nicht alles schlecht. Ich bin froh, dass wir vom Thea­ter nicht finan­zi­ell abhän­gen, egal, wie die Situa­ti­on gera­de ist. Wir hof­fen, dass die Umstän­de für Kul­tur irgend­wann wie­der bes­ser wer­den. Ich sehe uns näm­lich nicht als Thea­ter, das sich an Inter­net-For­ma­ten abarbeitet.

Wie­so habt ihr als Sai­son­ab­schluss “Pan­do­ra. Aus­ge­büchst.” gewählt?

Sebas­ti­an Stahl: Wir woll­ten für den Som­mer ein Stück auf die Büh­ne brin­gen. Dass wir etwas zum Mythos von Pro­me­theus und Pan­do­ra machen wol­len – mit eige­nem Text, denn es gibt ja kei­ne Vor­la­ge –, hat sich erst in Dis­kus­sio­nen und Ideen­ent­wick­lung in den letz­ten Mona­ten entwickelt. 

Fre­de­ric Hei­sig: Wir woll­ten aus dem Tita­nen­werk eine Komö­die machen.

Ist es eine geworden?

Fre­de­ric Hei­sig: (lacht) Das wird sich zei­gen! Ich wür­de sagen, es ist eine Wild­wuchs-Komö­die. Wir woll­ten nicht irgend­wel­chen Dampf oder Frust ablas­sen oder Nega­ti­ves ver­ar­bei­ten. Wir wol­len etwas Druck­vol­les, bei dem wir ästhe­tisch Din­ge aus­pro­bie­ren kön­nen und bei dem man auch lachen kann. Damit das Gan­ze aber nicht völ­lig in der Luft hängt, haben wir uns über­legt, es mit dem Mythos von Pro­me­theus zu unter­füt­tern – Pro­me­theus als Brin­ger der Kul­tur und des Fort­schritts. Das Stück soll­te als Abschluss der einen Sai­son und als Über­gang zur nächs­ten passen. 

Was bedeu­tet “druck­voll” in die­sem Zusammenhang?

Fre­de­ric Hei­sig: Thea­ter hat immer einen Ereig­nis­cha­rak­ter. Als ein biss­chen Theo­rie­ge­wich­se sei der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Alan Badiou genannt, der ein Ereig­nis als etwas defi­niert, das bestehen­de, wie auch immer gear­te­te Ver­hält­nis­se grund­le­gend ver­än­dern kann, als klei­nes revo­lu­tio­nä­res Moment. Thea­ter hat durch sei­ne Liveness und durch die Ein­ma­lig­keit jeder Auf­füh­rung eine Ten­denz zu einem sol­chen Ereig­nis. Nicht die Hand­lung steht dabei im Vor­der­grund, son­dern ein gemein­sa­mes Gefühl, das zwi­schen Büh­ne und Publi­kum ent­steht. Das ist zen­tral in unse­rem Stück, wir ver­su­chen, damit ein Ereig­nis zu schaf­fen, das in dem Moment der Auf­füh­rung im Publi­kum etwas ver­än­dert. Und im Ide­al­fall die Welt. (lacht)

Nehmt ihr euch dar­in der Coro­na-The­ma­tik an?

Sebas­ti­an Stahl: Nein, wir neh­men bewusst Abstand von die­sem Fin­ger­ge­zei­ge “Wir sind von der Pan­de­mie befreit und machen wie­der Kul­tur”. Wir wol­len den Leu­ten etwas Lus­ti­ges bie­ten, etwas, das erfreut und einen ver­söhn­li­chen Cha­rak­ter hat. 

Ihr spielt das Stück in der Eisen­gie­ße­rei Mül­ler. Wie kam die­se Koope­ra­ti­on zustande?

Sebas­ti­an Stahl: Passt doch gut zur The­ma­tik – Pro­me­theus, Feu­er, Stahl. Unser Ensem­ble­mit­glied Kris­ti­na Greif war dort auf der Suche nach einer Feu­er­ton­ne und hat mit dem Betrei­ber über die Mög­lich­keit einer Kul­tur­ver­an­stal­tung auf sei­nem Gelän­de gespro­chen. Kann man machen, hat er gesagt. Das war’s.

Fre­de­ric Hei­sig: Ich bin eigent­lich nicht der größ­te Fan von Open-Air-Thea­ter. Man ist zu sehr abhän­gig vom Wet­ter und der Däm­me­rung. Außer­dem ver­teilt sich die Prä­senz und die Ener­gie von der Büh­ne ganz anders. Aber auf­grund der aktu­el­len Lage ist es die best­mög­li­che Art, Thea­ter zu machen, sowohl von der Geneh­mi­gung als auch von der Ver­ant­wor­tung gegen­über dem Publi­kum. Aber die Eisen­gie­ße­rei Mül­ler ist mit ihrer Atmo­sphä­re eines ver­las­se­nen Ortes, eines “Lost Place” wie man heu­te so sagt, ein so span­nen­der Ort, dass es wert ist, es zu ver­su­chen. Wir ver­su­chen auch so wenig wie mög­lich Thea­ter­bau­ten auf­zu­stel­len, son­dern wol­len den Ort so gut es geht nut­zen. Das Ambi­en­te mit sei­nen alten rum­ste­hen­den Metall­sa­chen ist Teil des Kon­zepts. Wir ver­su­chen ein homo­ge­nes Gebil­de dar­aus zu erschaffen.

Auf den vor­ab ver­öf­fent­lich­ten Pro­ben­fo­tos ist eine Kat­ze zu sehen. Wird sie eine Rol­le in dem Stück übernehmen?

Sebas­ti­an Stahl: Die­se Kat­ze lebt auf dem Gelän­de der Gie­ße­rei. Mach­mal ist sie da und ver­folgt die Pro­ben, manch­mal nicht. Als wir die Fotos gemacht haben, war sie da und wir haben sie schnell ein­ge­bun­den. Mal schau­en, ob sie bei der Pre­mie­re anwe­send sein wird. Und wenn die Leu­te danach sagen, dass es ein tol­les Stück war, weil eine Kat­ze vor­kam – dann soll es so sein.

Wild­wuchs­thea­ter
“Pan­do­ra. Ausgebüchst”

29. Juli, 20 Uhr

Eisen­gie­ße­rei Mül­ler, Hall­stadter Stra­ße 44

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: 

www.wildwuchs-bamberg.de

Vor­sich­ti­ge Nor­ma­li­sie­rung statt Katastrophenfall 

Zahl­rei­che Erleich­te­run­gen der Coro­na-Maß­nah­men sind ab heu­te in Kraft getreten

Die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung hat in der Kabi­netts­sit­zung am Frei­tag wei­te­re Locke­run­gen für Bay­ern beschlos­sen, die mit der 13. Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung ab dem heu­ti­gen Mon­tag in Kraft getre­ten sind. Zeit­gleich wur­de der Kata­stro­phen­fall in Bay­ern aufgehoben.

Für die Stadt Bam­berg mit einer sta­bi­len 7‑Ta­ges-Inzi­denz unter 50 bedeu­tet das im Ein­zel­nen:

All­ge­mei­ne Kon­takt­be­schrän­kung: Auf­grund der sta­bi­len Inzi­denz­wer­te von unter 50 dür­fen sich jetzt 10 Per­so­nen aus belie­big vie­len Haus­hal­ten gemein­sam auf­hal­ten. Wie bereits bis­her zäh­len Geimpf­te und Gene­se­ne bei pri­va­ter Zusam­men­kunft oder ähn­li­chen sozia­len Kon­tak­ten nicht mit.

Geplan­te öffent­li­che und pri­va­te Ver­an­stal­tun­gen aus beson­de­rem Anlass (Geburtstags‑, Hochzeits‑, Tauf­fei­ern, Beer­di­gun­gen, Ver­eins­sit­zun­gen et cete­ra) sind wie­der mög­lich: Bei einer Inzi­denz unter 50 drau­ßen bis 100, drin­nen bis 50 Per­so­nen (zuzüg­lich Geimpf­te und Gene­se nach Vor­ga­be des Bun­des­rechts). Erst bei einer Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 benö­ti­gen nicht Geimpf­te oder Gene­se­ne einen nega­ti­ven Test.


Schu­len
: Ab dem 7. Juni fin­det in Gebie­ten mit Inzi­denz unter 50 wie­der ein­schrän­kungs­lo­ser Prä­senz­un­ter­richt für alle Schu­len statt. Ab dem 21. Juni gilt das auch für alle Gebie­te mit Inzi­denz unter 100. Im Sport­un­ter­richt kann auf die Mas­ken­pflicht ver­zich­tet wer­den. An den Schu­len sind wei­ter­hin inzi­denz­un­ab­hän­gig zwei­mal wöchent­li­che Tests erfor­der­lich. Das Test­ergeb­nis wird den Schü­lern aber auf Antrag beschei­nigt und kann so auch außer­schu­lisch genutzt wer­den („Selbst­test-Aus­weis“).

Kin­der­ta­ges­stät­ten keh­ren ana­log zu den Schu­len zum Nor­mal­be­trieb zurück.

Hoch­schu­len: Die Hoch­schu­len kön­nen wie­der Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen anbie­ten (Vor­le­sun­gen, Semi­na­re). Die Höchst­zahl der mög­li­chen Teil­neh­mer rich­tet sich nach der Grö­ße des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Raums (bei 1,5 m Abstand). Zuge­las­sen wer­den Teil­neh­mer, die sich zwei­mal wöchent­lich tes­ten las­sen. Wie in der Schu­le besteht auf dem Hoch­schul­ge­län­de Maskenpflicht.


Han­del und Geschäf­te
: Bei einer Inzi­denz unter 100 ist der Han­del all­ge­mein geöff­net. Die für alle Geschäf­te bestehen­den Auf­la­gen (Hygie­nekon­zept, Kun­den­be­gren­zung auf einen Kun­den je 10 qm für die ers­ten 800 qm der Ver­kaufs­flä­che sowie zusätz­lich ein Kun­de je 20 qm für den 800 qm über­stei­gen­den Teil der Ver­kaufs­flä­che) blei­ben bestehen. Die Not­wen­dig­keit von Ter­min­ver­ein­ba­run­gen entfällt.


Märk­te
: Märk­te kön­nen im Frei­en wie­der sämt­li­che Waren verkaufen.


Gas­tro­no­mie
: Die Innen­gas­tro­no­mie kann geöff­net wer­den und die Gast­wirt­schaf­ten kön­nen im Innen- und im Außen­be­reich bis 24 Uhr (bis­her 22 Uhr) bei einer Inzi­denz unter 100 offen­blei­ben. Ein nega­ti­ver Test ist nur bei Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 erfor­der­lich. Am Tisch gilt die all­ge­mei­ne Kon­takt­be­schrän­kung. Die Rege­lun­gen zur Mas­ken­pflicht blei­ben bestehen. Rei­ne Schank­wirt­schaf­ten blei­ben im Innen­be­reich geschlossen.


Hotel­le­rie, Beher­ber­gung
: Zim­mer kön­nen an alle Per­so­nen ver­ge­ben wer­den, die sich nach den neu­en all­ge­mei­nen Kon­takt­be­schrän­kun­gen zusam­men auf­hal­ten dür­fen (10 Per­so­nen). In Gebie­ten mit einer Inzi­denz unter 50 muss jeder Gast künf­tig nur noch bei der Ankunft (nicht mehr wie bis­her alle 48 Stun­den) einen nega­ti­ven Test vor­wei­sen, in Gebie­ten mit einer Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 bleibt es bei Tests alle 48 Stunden.


Frei­zeit­ein­rich­tun­gen
: Sola­ri­en, Sau­nen, Bäder, Ther­men, Frei­zeit­parks, Indoor­spiel­plät­ze und ver­gleich­ba­re Frei­zeit­ein­rich­tun­gen, Schau­höh­len, Besu­cher­berg­wer­ke, Stadt- und Gäs­te­füh­run­gen, Spielbanken/​Spielhallen und Wett­an­nah­me­stel­len kön­nen mit Infek­ti­ons­schutz­kon­zept wie­der öff­nen. In Gebie­ten mit einer Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 ist ein nega­ti­ver Test erfor­der­lich. Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten, Clubs und Dis­ko­the­ken blei­ben geschlossen.


Wirt­schafts­na­he Ver­an­stal­tun­gen wie Kongresse/​Tagungen wer­den unter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen wie kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen zugelassen.


Fluss­kreuz­fahr­ten sind ab dem 7. Juni wie­der mög­lich unter der Vor­aus­set­zung eines nega­ti­ven Tests.


Kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen
: Ver­an­stal­tun­gen unter frei­em Him­mel sind bei fes­ter Bestuh­lung mit bis zu 500 Per­so­nen zuläs­sig. Bei einer Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 bedarf es eines Tests. Für kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen drin­nen wie drau­ßen kön­nen künf­tig nicht nur fes­te Büh­nen, son­dern wie­der alle geeig­ne­ten Stät­ten genutzt wer­den (Hal­len, Sta­di­on etc.), wenn sie aus­rei­chend Platz bie­ten, um einen siche­ren Abstand der Besu­cher zu gewährleisten.


Got­tes­diens­te
: Ab dem 7. Juni ist in Gebie­ten mit einer Inzi­denz unter 100 der Gemein­de­ge­sang wie­der erlaubt (im Innen­be­reich mit FFP2-Mas­ke). Bei Frei­luft­got­tes­diens­ten ent­fällt die Mas­ken­pflicht am Platz. Auf die Anzei­ge- und Anmel­de­pflicht wird verzichtet.


Pro­ben von Lai­en­en­sem­bles im Musik- und Thea­ter­be­reich sind innen und außen ohne fes­te Per­so­nen­ober­gren­ze mög­lich. Die Höchst­zahl der mög­li­chen Teil­neh­mer rich­tet sich nach der Grö­ße des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Raums (bei Min­dest­ab­stand nach Hygie­ne­rah­men­kon­zept). Außer­schu­li­scher Musik­un­ter­richt wird ohne Per­so­nen­ober­gren­ze (mit Abstand) zulässig.


Sport
: Für alle wird Sport (kon­takt­frei­er eben­so wie Kon­takt­sport) indoor wie out­door in allen Gebie­ten mit einer Inzi­denz unter 100 ohne fes­te Grup­pen­ober­gren­zen mög­lich, in Gebie­ten mit einer Inzi­denz zwi­schen 50 und 100 aller­dings nur für Teil­neh­mer, die einen aktu­el­len nega­ti­ven Test vor­wei­sen kön­nen. Es ist die glei­che Anzahl an Zuschau­ern mög­lich wie bei kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen, unter frei­em Him­mel also 500 Per­so­nen (bei fes­ter Bestuh­lung). Auf Sport­an­la­gen wird die Zahl der Teil­neh­mer im Rah­men­kon­zept nach der Grö­ße der Sport­an­la­ge sach­ge­recht begrenzt.


Alten- und Pfle­ge­hei­me
: Die Test­pflicht für Besu­cher ent­fällt bei einer Inzi­denz unter 50. Gemein­schafts­ver­an­stal­tun­gen in den Hei­men sind innen mit 25 Per­so­nen, außen mit 50 Per­so­nen zulässig.

Stadt ermög­licht wei­te­re Erleich­te­run­gen ab 10. Mai 

Neue Mög­lich­kei­ten für Außen­gas­tro­no­mie, Thea­ter, Kon­zert- und Opern­häu­ser, Kinos und Sport

Jetzt ist es offi­zi­ell: Ab Mon­tag, 10. Mai, sind in der Stadt Bam­berg wei­te­re Öff­nungs­schrit­te für die Berei­che Außen­gas­tro­no­mie, Thea­ter, Kon­zert- und Opern­häu­ser, Kinos und kon­takt­frei­er Sport möglich.

Nach Bekannt­ga­be der Rege­lun­gen der aktu­el­len 12. Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­ver­ord­nung hat­te die Stadt­spit­ze umge­hend reagiert und ange­sichts der posi­ti­ven Ent­wick­lung bei den 7‑Ta­ges-Inzi­den­zen die Ertei­lung des Ein­ver­neh­mens sei­tens des Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums bean­tragt. Die Geneh­mi­gung ist am Frei­tag­abend ein­ge­gan­gen. Damit kann am heu­ti­gen Sams­tag die ent­spre­chen­de All­ge­mein­ver­fü­gung bekannt­ge­macht werden.


Ab Mon­tag, 10. Mai, gilt damit im Einzelnen: 

Die Öff­nung der Außen­gas­tro­no­mie für Besu­cher mit vor­he­ri­ger Ter­min­bu­chung mit Doku­men­ta­ti­on für die Kon­takt­nach­ver­fol­gung wird gestat­tet. Sit­zen an einem Tisch Per­so­nen aus meh­re­ren Haus­stän­den, ist ein vor höchs­tens 24 Stun­den vor­ge­nom­me­ner POC-Anti­gen­test oder Selbst­test oder ein vor höchs­tens 48 Stun­den vor­ge­nom­me­ner PCR-Test in Bezug auf eine Infek­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 mit nega­ti­vem Ergeb­nis der Tisch­gäs­te erforderlich.

Die Öff­nung von Thea­tern, Kon­zert- und Opern­häu­sern sowie Kinos für Besu­che­rin­nen und Besu­cher mit einem Test­nach­weis nach Nr. 1 wird zugelassen.

Kon­takt­frei­er Sport im Innen­be­reich sowie Kon­takt­sport unter frei­em Him­mel unter der Vor­aus­set­zung, dass alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer über einen Test­nach­weis nach Nr. 1 ver­fü­gen wird erlaubt.


Die gestat­te­ten Locke­run­gen haben nach Maß­ga­be von Rah­men­kon­zep­ten zu erfol­gen, die von den zustän­di­gen Staats­mi­nis­te­ri­en im Ein­ver­neh­men mit dem Staats­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit und Pfle­ge bekannt­ge­macht wur­den und in denen die erfor­der­li­chen Schutz- und Hygie­ne­maß­nah­men fest­ge­legt sind.


Die All­ge­mein­ver­fü­gung der Stadt Bam­berg vom 08.05.2021 wird in einem Son­der­amts­blatt ver­öf­fent­licht, abruf­bar unter http://www.stadt.bamberg.de/amtsblatt.

Die für die jewei­li­gen Berei­che gel­ten­den Rah­men­kon­zep­te sind hier abruf­bar: https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/

Thea­ter am Michelsberg

„Die Her­aus­for­de­run­gen müs­sen wir alle meis­tern: Poli­tik und Gesellschaft“

Der Kul­tur­be­trieb steht seit Beginn der Coro­na-Pan­de­mie nahe­zu still, vie­le in der Bran­che fürch­ten um ihre Exis­tenz. Rea­lis­tisch zei­gen sich Johan­na Wag­ner-Zangl und Klaus Karl-Kraus vom Thea­ter am Michels­berg im Inter­view mit uns. Nach dem Lock­down im Früh­jahr ver­gan­ge­nen Jah­res sei das gesam­te Team des Thea­ters opti­mis­tisch in das wei­te­re Jahr gegan­gen, habe jedoch mit einer Ver­schär­fung im Herbst gerechnet.

Johan­na Wag­ner-Zangl und ihr Mann Wolf­gang Zangl, der Kin­der­arzt, eröff­ne­ten 2003 gemein­sam das Gal­li-Thea­ter in der Lan­gen Stra­ße und zogen 2004 auf den Michels­berg, wo Fran­ces­co Bio­n­do­lil­lo ihnen den ers­ten Stock zur Ver­fü­gung stell­te. Das TaM (Thea­ter am Michels­berg) öff­ne­te sei­ne Tore am 1. April 2007 mit einer von Klaus Karl-Kraus insze­nier­ten Eröff­nungs­vor­stel­lung. Der Erlan­ger Kaba­ret­tist blieb dem TaM treu, schrieb sein ers­tes Thea­ter­stück für sei­ne Frau Gise­la mit dem Titel „Ewig schön“ als Geburts­tags­über­ra­schung, plan­te die Urauf­füh­rung mit Gise­la, Johan­na und Wolf­gang im TaM und seit­dem ist Gise­la mit im Team.
„Mitt­ler­wei­le hat Klaus Karl-Kraus zehn Thea­ter­stü­cke geschrie­ben, die aus­schließ­lich im TaM gespielt wer­den. Seit zwei Jah­ren sind wir ein Thea­ter­lei­tungs­klee­blatt“, betont Frau Wag­ner-Zangl, „Klaus, Gise­la, Johan­na und Wolf­gang. Wir haben einen regel­mä­ßi­gen Spiel­plan für Abend­thea­ter und Kin­der­thea­ter, lei­ten Thea­ter­kur­se für Kin­der und haben alle viel Spaß dabei.“


„…damit Sie sich noch woh­ler füh­len, wenn wir wie­der loslegen“

Im Früh­jahr ver­gan­ge­nen Jah­res folg­ten auf­grund der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus Ein­schrän­kun­gen im täg­li­chen Leben und die Schlie­ßung von Kul­tur­be­trie­ben. Auch das TaM war zu einer Pau­se gezwun­gen. Nach­dem es wei­ter­ging sei­en sie „vor­sich­tig opti­mis­tisch“ gewe­sen, so Frau Wag­ner-Zangl. „Aber unser gan­zes Team rech­ne­te mit einer Ver­schär­fung im Herbst.“
Vor zwan­zig Zuschau­ern durf­te das Ensem­ble nach dem Früh­jahrs-Lock­down vor­läu­fig spie­len – bis coro­nabe­dingt wie­der der Vor­hang fiel. „Seit fast einem Jahr ohne Publi­kum – da blu­tet das Thea­ter-Herz. Publi­kum, Applaus, leuch­ten­de Kin­der­au­gen – das fehlt jeden Tag!“

Anders als vie­le schiebt sie nicht der Poli­tik die Ver­ant­wor­tung zu und ver­ur­teilt deren Arbeit. „Wir benei­den die Poli­ti­ker der­zeit nicht um ihre Auf­ga­be. Coro­na ist eine welt­wei­te Her­aus­for­de­rung, ohne Bei­spiel, ohne „Gebrauchs-Anwei­sung“. Die Her­aus­for­de­run­gen müs­sen wir alle meis­tern: Poli­tik und Gesell­schaft.“ Das TaM sei nach dem Coro­na­jahr in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on, doch Stadt Bam­berg, Ver­mie­ter Fran­ces­co Bio­n­do­lil­lo, der Frei­staat Bay­ern und der Bund hel­fen nach Kräf­ten, betont Frau Wag­ner-Zangl. Vor dem Hin­ter­grund der Gesamt­si­tua­ti­on habe sie auch Ver­ständ­nis für die Ent­schei­dung der Stadt Bam­berg, die eine Kür­zung der För­der­mit­tel im Kul­tur­be­reich beschlos­sen hat.

Für die­ses Jahr ist geplant, die Stü­cke „Kuni und Kuni­gun­de“, „Cand­le­light und Lie­bes­tö­ter“ und „Yoga 10.30 Uhr“ wie­der­auf­zu­neh­men, für die Kin­der das Rot­käpp­chen. Der­zeit reno­viert das Team, unter ande­rem wur­de eine neue Licht­an­la­ge instal­liert – „damit sie sich noch woh­ler füh­len, wenn wir wie­der los­le­gen“, wie Klaus Karl-Kraus betont. „Außer­dem arbei­ten wir neu an „Zwei wie Bon­nie und Cly­de“, einer amü­san­ten Komödie.“

Das Team freut sich auf das begon­ne­ne Jahr. „Wir wer­den spie­len, auch mit den Abstands-Regeln, den zu erwar­ten­den Coro­na-Bestim­mun­gen, kön­nen 20 Besu­cher in unser Thea­ter. Unser Brea­ke­ven-Point liegt bei 19. Und doch wir wol­len wie­der für unser Publi­kum da sein. Unser Team will wie­der ran“, betont Frau Wagner-Zangl.

In der Sze­ne sei und blei­be man opti­mis­tisch und wer­de sich in der Fol­ge der Pan­de­mie auf das Wesent­li­che kon­zen­trie­ren: Publi­kum und Kunst! Das Posi­ti­ve sei, glaubt Frau Wag­ner-Zangl, dass die Gesell­schaft erken­nen wer­de, wel­chen Stel­len­wert die Kul­tur hat. 

Und Klaus Karl-Kraus ergänzt: „Wir vom TaM, wir sehen Licht am Ende des Tun­nels; und das ist kein ent­ge­gen kom­men­der Zug, son­dern die Nor­ma­li­tät. Die Nor­ma­li­tät mit Kon­tak­ten. Wie­der alle besu­chen kön­nen, tref­fen und umar­men; ja, des machen a mir Fran­kn gern, mit denen die mir mögn tuen. Mir freia uns fei scho gscheid auf Ihna: denn im TaM iss fast so schee wie daham!“

Thea­ter am Michelsberg

Micha­els­berg 10f
96049 Bam­berg

https://www.tam.ag/

Frei­luft­thea­ter der ande­ren Art

Bam­ber­ger Gassenspiele

Chris­ti­ne Hart­na­gel ist Inten­dan­tin, Schau­spie­le­rin, Regis­seu­rin, Schnei­de­rin, Autorin, Grün­de­rin der Bam­ber­ger Gas­sen­spie­le. Seit über 15 Jah­ren betreibt sie das Frei­luft­thea­ter, bei dem Bam­ber­ger Stra­ßen und Plät­ze als Kulis­se die­nen. Unter ande­rem vom Erz­bi­schöf­li­chen Palais vor­bei am Dom übers Pfahl­plätz­chen und hin­un­ter zum Fluss füh­ren die Mit­glie­der des 14-köp­fi­gen Ensem­bles das Publi­kum immer sams­tag­abends, um an die­sen Orten die Sze­nen des aktu­el­len Stücks „Königs­mord und klei­ne­re Sün­den“ zu spie­len. Der ande­re Dau­er­bren­ner der Gas­sen­spie­le, die Lie­bes­ge­schich­te „Wie der Hen­ker zu sei­nem Weib kam“ ist im der­zei­ti­gen Spiel­plan der Coro­na-Pan­de­mie zum Opfer gefal­len. „Königs­mord“, das von den mit­tel­al­ter­li­chen Erleb­nis­sen eines Mönchs, einer Mül­le­rin, eines Stadt­wäch­ters und Till Eulen­spie­gels han­delt, wird seit eini­gen Wochen aber wie­der gezeigt. Wir haben mit Chris­ti­ne Hart­na­gel gesprochen.

Wie hat sich die Coro­na-Pan­de­mie auf den Betrieb der Bam­ber­ger Gas­sen­spie­le ausgewirkt?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Wie alle ande­ren Thea­ter, die sich aus Ein­tritts­gel­dern finan­zie­ren, sind auch die Gas­sen­spie­le im März auf null gesetzt wor­den. Das heißt, wir haben seit März null Ein­nah­men gehabt, bis Mit­te Juni, als wir wie­der ange­fan­gen haben zu spie­len. Das ist bei einem klei­nen Thea­ter wie dem unse­ren Wahn­sinn. Wir arbei­ten nicht in einer Grö­ßen­ord­nung, in der man Rück­la­gen bil­den kann, son­dern im Prin­zip leben wir von der Hand in den Mund. Wenn dann drei Mona­te völ­lig aus­fal­len, ohne dass man sich dar­auf vor­be­rei­ten kann, ist das ziem­lich heftig.

Christine Hartnagel, die Leiterin der Gassenspiele
Chris­ti­ne Hart­na­gel, Foto: S. Quenzer

War­um machen Sie die­se Art des Thea­ters, bei der Ensem­ble und Publi­kum gemein­sam durch die Stadt ziehen?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Weil Bam­berg eine traum­haf­te Kulis­se dar­stellt, die kein Büh­nen­bild­ner schö­ner machen könn­te, um die Stadt im Stück mit drin zu haben.

Hät­ten Sie auch in einer weni­ger ansehn­li­chen Stadt ein sol­ches Thea­ter gegründet?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Ver­mut­lich nicht.

Auf der Home­page schrei­ben Sie vom Charme der Gas­sen­spie­le. Was macht die­sen Charme aus?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Charme und Witz ist, was uns bei den Gas­sen­spie­len am Her­zen liegt. Wir wol­len kein Ersatz sein für eine Stadt­füh­rung bei der so vie­le Jah­res­zah­len, Namen und his­to­ri­sche Hin­ter­grün­de wie mög­lich vor­kom­men. Die Leu­te sol­len sich wohl­füh­len. Wenn wir neue Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler ein­ar­bei­ten sage ich ihnen immer zuerst, dass sie mit dem Publi­kum flir­ten müs­sen können.

Das heißt?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Das Publi­kum muss sich auf­ge­ho­ben füh­len, als ob man mit dem bes­ten Freund durch die Stadt geht. Das ver­su­chen wir mit Herz­lich­keit und Auf­ge­schlos­sen­heit zu errei­chen. Und mit Nähe – was in Coro­na­zei­ten nicht ein­fach ist!

Spie­len Sie das Publi­kum an?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Ja, wir spie­len es nicht nur an, unser Publi­kum spielt mit. Die Leu­te ste­hen nicht nur da und schau­en, sie sind mit­ein­ge­bun­den und wer­den ani­miert, alles Mög­li­che unter­wegs mit uns zu machen, also zum Bei­spiel ein Gebet mit­spre­chen oder ein Lied sin­gen. Unse­re Leu­te kön­nen dabei schon gut ein­schät­zen, wer mit­ma­chen und wer sich lie­ber raus­hal­ten möchte.

Ist der Fort­lauf einer Auf­füh­rung auf die Betei­li­gung des Publi­kums ange­wie­sen oder wür­de es auch ohne gehen?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Es muss auch ohne gehen, wenn das Publi­kum mal sozu­sa­gen streikt. Aber es gibt Momen­te, in denen sich eine Auf­füh­rung anders ent­wi­ckelt, wenn das Publi­kum mitmacht.

Kann es pas­sie­ren, dass je nach Rück­mel­dung des Publi­kums das Stück einen ande­ren Ver­lauf nimmt?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Nein, zumin­dest nicht kom­plett. Es gibt immer wie­der klei­ne Sequen­zen, in denen wir das Publi­kum brau­chen und auf eine Rück­mel­dung ange­wie­sen sind. Ein Bei­spiel: Unser Stück „Wie der Hen­ker zu sei­nem Weib kam“, spielt am Ende in einem Gast­haus, was übri­gens einer der Grün­de ist, aus dem wir das Stück zur­zeit nicht auf­füh­ren kön­nen. Dort stellt sich die Fra­ge, ob die Frau im Stück, Marie, sei­ne Frau wird oder ob sie an den Gal­gen kommt. Bevor die­se Ent­schei­dung fällt, fragt sie aber ins Publi­kum, ob sie jemand der Anwe­sen­den hei­ra­ten möch­te. Da kann es durch­aus pas­sie­ren, dass der eine oder ande­re im Publi­kum von unse­rer Marie der­art ange­tan ist, dass er zustimmt. Wir kön­nen das Stück aber nicht zu Ende spie­len, wenn sie sich auf so ein Hei­rats­an­ge­bot ein­lässt. Am Ende muss sie sich mit dem Hen­ker verheiraten.

Wie ist der unge­fäh­re Ablauf? Spie­len Sie auch im Lau­fen oder nur an den Stationen?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Im Publi­kum soll­ten nicht mehr als 45 Leu­te sein, sonst wird es stimm­lich zu schwie­rig. Die Sze­nen spie­len wir nur an den Sta­tio­nen, das Stück geht aber durch. Unse­re Dar­stel­le­rin­nen und Dar­stel­ler blei­ben die gan­ze Zeit in ihrer Rolle.

Sie spie­len Ihre Stü­cke teil­wei­se schon seit Beginn der Gas­sen­spie­le. Wird es nicht irgend­wann lang­wei­lig, immer die­sel­ben Stü­cke zu spielen?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Erstaun­li­cher­wei­se nicht. Das Stück „Königs­mord und klei­ne­re Bam­ber­ger Sün­den“ spie­len wir tat­säch­lich schon von Anfang an. Aber jede Vor­stel­lung ist kom­plett anders. Die Insze­nie­run­gen sind zwar durch­cho­reo­gra­fiert und vor­ge­ge­ben, dadurch, dass wir das Publi­kum aber so inten­siv mit­ein­be­zie­hen, wird jede Vor­stel­lung anders. Unter­wegs pas­siert viel.

Wären auch Stü­cke mit aktu­el­ler The­ma­tik denk­bar oder muss es für die Gas­sen­spie­le immer ein mit­tel­al­ter­li­cher Hin­ter­grund sein?

Chris­ti­ne Hart­na­gel: Unse­re Stü­cke sind schon immer irgend­wie his­to­risch. Bei der Kulis­se bie­tet sich das natür­lich auch an. Und selbst, wenn wir zum Bei­spiel ver­su­chen wür­den, eine Coro­na-The­ma­tik mit rein­zu­brin­gen, wür­de in unse­rem Coro­na-Stück mit Sicher­heit die Pest auf­tau­chen und wir wären wie­der historisch.

Zie­hen Sie wäh­rend der Auf­füh­run­gen auch durch die Sand­stra­ße? Kommt es dort zu Auf­ein­an­der­tref­fen mit Leu­ten, die abends ausgehen?

Nein, durch die Sand­stra­ße zie­hen wir ganz bewusst nicht. Was sol­len wir da? Man trifft natür­lich auf ande­re Men­schen, aber mit Fei­ern­den haben wir wenig Kon­takt. Wir tref­fen eher ande­re Füh­run­gen, es kann schon vor­kom­men, dass wir in einer Auf­füh­rung meh­re­ren Kol­le­gen ande­rer Anbie­ter über den Weg laufen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen Bam­ber­ger Gassenspiele

www.schau-und-spiel.de

Nächs­te Auf­füh­run­gen „Königs­mord und klei­ne­re Bam­ber­ger Sünden“:

25. Juli und jeden Sams­tag im August um 21 Uhr

Treff­punkt Vor­platz Jakobskirche

TiG – En passant

Das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel kehrt mit Mini­dra­men zurück

Für den Wie­der­ein­stieg in einen zumin­dest eini­ger­ma­ßen gere­gel­ten Auf­füh­rungs­be­trieb hat sich das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel für die in der Regi­on ein­zig­ar­ti­ge Insze­nie­rungs­form „Thea­ter im Vor­bei­ge­hen“ ent­schie­den. Bei „TiG – En pas­sant“ gibt es kur­ze Stü­cke, nicht län­ger als eine hal­be Stun­de, drei Mal pro Abend vor­ge­tra­gen von jeweils zwei Ensem­ble­mit­glie­dern vor einem zah­len­mä­ßig redu­zier­ten Publi­kum. Thea­ter­lei­te­rin Nina Lorenz hat uns nähe­re Aus­kunft dar­über gegeben.
Nina Lorenz ist die Leiterin des Theaters im Gärtnerviertel
Nina Lorenz, Foto: S. Quenzer
In wel­chem Zustand befin­det sich das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel, nicht zuletzt finan­zi­ell, nach meh­re­ren Mona­ten Still­stand? Wie geht es dem Ensemble?

Nina Lorenz: Das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel blickt zuver­sicht­lich in die Zukunft und wir haben den Opti­mis­mus nicht ver­lo­ren. Und eigent­lich war der Still­stand nur ein Teil­still­stand, da wäh­rend des Lock­downs die Arbeit in unse­rem Thea­ter wei­ter ging. Es gab viel zu orga­ni­sie­ren, zu ver­schie­ben, zu bespre­chen und zu gestal­ten. So haben wir zu unse­rer in den nächs­ten Febru­ar 2021 ver­scho­be­nen „Drei­gro­schen­oper“ die „Drei­gro­schenhap­pen“ pro­du­ziert und damit die Rei­he TiG-Online begrün­det, in der wir dann auch im wöchent­li­chen Rhyth­mus Insze­nie­run­gen aus ver­gan­ge­nen Spiel­zei­ten online prä­sen­tiert haben.
Wir haben in der Zeit des Lock­downs eine unglaub­li­che Wel­le an Soli­da­ri­tät, Zuspruch, Ermu­ti­gung und auch finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung erhal­ten. Aus den ver­schie­dens­ten Berei­chen gin­gen Spen­den im TiG ein, die zum Über­le­ben bei­getra­gen haben. Allen vor­an der TiG-Freun­de­ver­ein, aber auch der Richard-Wag­ner-Ver­band, die Coro­na Büh­ne, die Stadt­wer­ke, der Rota­ri­er Club, Spen­den von Zuschaue­rin­nen und Zuschau­ern. An die­ser Stel­le sei es mir erlaubt, mich herz­lich bei unse­rem Publi­kum und allen Spen­de­rin­nen und Spen­dern zu bedan­ken. Durch die­se Unter­stüt­zung konn­ten und kön­nen wir bis Ende des Som­mers wei­ter­ar­bei­ten und unser Ziel, bei Vor­stel­lun­gen die vol­len Gehäl­ter an die Ensem­ble­mit­glie­der zu zah­len, ver­wirk­li­chen. Damit geben wir die Spen­den direkt wei­ter. Das ist uns ein gro­ßes Anlie­gen. Denn im TiG gibt es kei­ne Fest­an­stel­lun­gen und somit auch kei­ne Mög­lich­keit des Kurz­ar­bei­ter­gel­des. Das bedeu­tet, nicht spie­len zu kön­nen, heißt schlicht­weg kein Geld zu ver­die­nen. Für die Ensem­ble­mit­glie­der war der Lock­down des­halb eine har­te Zeit, da kei­ner auf­tre­ten und spie­len konn­te, auch wenn es viel Arbeit im Hin­ter­grund und hin­ter der Büh­ne gab und die kon­kre­te exis­ten­zi­el­le Bedro­hung durch feh­len­de Ein­nah­men ist ein schwe­rer Schlag. Es galt, für jeden vie­le Erkun­di­gun­gen für mög­li­che finan­zi­el­le Unter­stüt­zung ein­zu­ho­len und Anträ­ge zu stel­len. Alle neu­en Infor­ma­tio­nen über mög­li­che Anträ­ge wur­den unter­ein­an­der sofort wei­ter­ge­reicht.
Wir im TiG ver­su­chen so schnell wie mög­lich wie­der Vor­stel­lungs­mög­lich­kei­ten zu schaf­fen und mit Hil­fe der ein­ge­gan­ge­nen Spen­den die Höhe der Gagen zu hal­ten und dadurch die Spen­den direkt an das Ensem­ble wei­ter zu geben. Da wir erst­mal mit deut­lich weni­ger Ein­nah­men rech­nen müs­sen, durch die stark redu­zier­ten Zuschau­er­grup­pen, aber trotz­dem die Hono­ra­re für das Ensem­ble hal­ten wol­len wie vor Coro­na­zei­ten, sind wir nicht nur auf die Spen­den, auf die wir eine gewis­se Zeit zurück­grei­fen kön­nen, ange­wie­sen, son­dern auch auf wei­te­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung und Anträge.

Wel­che Gefüh­le ver­bin­den Sie mit der Tat­sa­che, dass bei­spiels­wei­se Flug­rei­sen mit voll­ge­pack­ten Pas­sa­gier­rei­hen wie­der mög­lich sind, wäh­rend bei Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen im Publi­kum immer noch Abstän­de ein­ge­hal­ten wer­den müssen?

Nina Lorenz: Die­se Rege­lung ist sehr schwer nach­voll­zieh­bar und zeigt deut­lich, wo die Inter­es­sen der Regie­rung lie­gen, bezie­hungs­wei­se wo sie ein­deu­tig nicht liegen.

Wie ent­stand die Idee zu „TiG – En passant“?

Nina Lorenz: Uns hat die Fra­ge, wie es wei­ter­geht und wie wir Thea­ter machen kön­nen, wenn es ab Juli wie­der Öff­nun­gen gibt, sehr beschäf­tigt. Wer­ner Lorenz ist auf die wun­der­ba­re Idee von „TiG – en pas­sant“ gekom­men. Kur­ze Mini­dra­men mit einer Dau­er von knapp 30 Minu­ten, drei­mal hin­ter­ein­an­der gespielt, für klei­ne Zuschau­er­grup­pen. Und wir haben die­se Idee dann zügig in die Tat umgesetzt.

Hat das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel damit aus der Not eine Tugend gemacht ?

Nina Lorenz: Auf der einen Sei­te ja, das kann man so sagen, denn es galt fle­xi­bel, erfin­de­risch und phan­ta­sie­voll mit der neu­en Lage umzu­ge­hen und nicht abzu­war­ten, bis wie­der bes­se­re Zei­ten kom­men und erst ab Herbst wie­der wei­ter zu machen. Auf der ande­ren Sei­te ist es uns ein gro­ßes Anlie­gen, gera­de jetzt, wo wie­der Öff­nun­gen mög­lich sind, vom Digi­ta­len wie­der ins Ana­lo­ge wech­seln zu kön­nen, mit Thea­ter Prä­senz und Flag­ge zu zei­gen und den Künst­le­rin­nen und Künst­lern zu ermög­li­chen, in ihrer Kunst zu arbei­ten und damit Geld zu ver­die­nen. Es ist uns wich­tig, den gesell­schafts­po­li­ti­schen Dia­log wie­der auf­zu­neh­men und es ist als Thea­ter in die­ser Stadt unser Auf­trag, auch in Kri­sen­zei­ten so bald als mög­lich mit und durch das Thea­ter wie­der in Live-Kon­takt mit unse­rem Publi­kum zu tre­ten und Raum für kul­tu­rel­len Aus­tausch zu bieten.

In der Ankün­di­gung schrei­ben Sie, „En pas­sant“ sei zum Wie­der­ein­stieg ins Thea­ter­le­ben gedacht. Schwingt dar­in die Sor­ge mit, in Ver­ges­sen­heit gera­ten zu sein?

Nina Lorenz: Dass wir nicht in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind, haben wir durch den groß­ar­ti­gen Zuspruch in der schwe­ren Kri­sen­zeit deut­lich erfah­ren dür­fen. Sehr oft haben wir von unse­rem Publi­kum die ermu­ti­gen­den Wor­te „Wir kom­men wie­der“ gehört und uns sehr dar­über gefreut. Wie­der­ein­stieg ist eher als Zeit nach dem Lock­down gemeint, nach der Absti­nenz für alle von der, wie ich fin­de, sys­tem­re­le­van­ten Thea­ter­kul­tur, die einen sys­tem­re­le­van­ten Raum und Rah­men für Fra­gen, Dis­kus­sio­nen, Aus­tausch vor und nach einer Thea­ter­vor­stel­lung bietet.

Hat das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel mit die­ser Art der Thea­ter­auf­füh­rung ein Allein­stel­lungs­merk­mal in der Region?

Nina Lorenz: Ja, das den­ke ich. Es gibt wohl zur Zeit nichts Ver­gleich­ba­res hier in der Region.

Nach wel­chen Gesichts­punk­ten haben Sie die Stück­wahl einer Urlaubs­sze­ne und zwei­er Dia­lo­ge zwi­schen Mann und Frau getroffen?

Nina Lorenz: Die ers­te Fra­ge war, was in der Kür­ze der Zeit mach­bar ist? Wel­che Sze­nen las­sen sich in so kur­zer Pro­ben­zeit gut erar­bei­ten. Jedes Schau­spie­ler­paar hat dann unter den vor­ge­ge­be­nen Bedin­gun­gen eine Sze­ne vor­ge­schla­gen und dar­aus sind die „En pas­sant“- Aben­de ent­stan­den. Jedes Paar stu­diert sei­ne Sze­ne in Eigen­re­gie ein, küm­mert sich auch in Eigen­re­gie um Kos­tüm, Requi­si­te und Bühnenbild.

Wie­so haben Sie sich für die­se Art der Auf­füh­rung ent­schie­den, anstatt regu­lä­re Auf­füh­run­gen zu versuchen?

Nina Lorenz: Wir hat­ten zwei regu­lä­re Wie­der­auf­nah­men im Juli auf dem Spiel­plan: „The Pur­p­le Rose of Cai­ro“ im Ode­on Kino und „Cyra­no“ in der Gärt­ne­rei Hohe. Wir haben lan­ge über­legt, ob wir die­se bei­den Pro­duk­tio­nen zei­gen kön­nen, uns aber dann dage­gen ent­schie­den, da bei bereits insze­nier­ten Stü­cken die Coro­na-Maß­nah­men wie das Ein­hal­ten von Abstän­den der Schau­spie­ler von 1,5 Metern auf der Büh­ne und im Back­stage-Bereich oder kei­ne gemein­sa­men Requi­si­ten oder Büh­nen­bild­tei­le haben zu dür­fen, für uns nicht umsetz­bar waren und eine Umin­sze­nie­rung einen zu gro­ßen Auf­wand erfor­dert hät­te. Außer­dem waren etli­che Vor­stel­lun­gen bereits aus­ver­kauft und wir hät­ten nur etwa 35 Zuschaue­rin­nen und Zuschau­ern Platz bie­ten kön­nen, so dass wir eine Aus­wahl hät­ten tref­fen müs­sen. Auch das war nicht mach­bar. Und eine neue Insze­nie­rung unter Coro­na­maß­ga­ben noch im Juli her­aus­zu­brin­gen, war zeit­lich nicht mög­lich, da wir lan­ge nicht pro­ben durf­ten. Dafür bie­ten wir „TiG – en pas­sant“ an.

Wie sieht das Hygie­nekon­zept des Thea­ters im Gärt­ner­vier­tel genau aus?

Nina Lorenz: Das TiG-Hygie­nekon­zept ist nach den vor­ge­ge­be­nen Maß­nah­men gestal­tet und beinhal­tet neben getrenn­ten Ein­lass- und Aus­lass­re­geln alle Vor­ga­ben von 1,5 Metern Min­dest­ab­stand sowohl im Zuschau­er­raum wie auf der Büh­ne, num­me­rier­ten und per­so­na­li­sier­ten Sitz­plät­zen, Des­in­fek­ti­on aller nöti­gen Berei­che im Halb­stun­den­takt, regel­mä­ßi­ge Lüf­tung der Räu­me bis hin zu Schau­ta­feln, Mar­kie­run­gen und Weg­wei­sern und vie­les mehr.

Was ist für den Rest des Jah­res geplant?

Nina Lorenz: Wir haben uns ent­schie­den, ganz nor­mal in die neue Spiel­zeit 2020 /​2021 zu star­ten und eröff­nen am 25. Sep­tem­ber mit der Sci­ence-Fic­tion-Tra­gi­ko­mö­die „Ab jetzt“ von Alan Ayck­bourn. Wir sind dafür noch auf der Suche nach einem geeig­ne­ten grö­ße­ren Spiel­ort. Viel­leicht hat jemand eine Idee, wir freu­en uns über jeden Tipp.

Pro­gramm TiG – En passant:
Von Oben her­ab – Eine Rei­se­war­nung für Balkonien

1. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
2. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
3. Juli, 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr

Der Bär

8. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
9. Juli, 19.30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
10. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr

Dia­log zwi­schen Julia und einer Amme aus „Romeo und Julia“

15. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
16. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr
17. Juli: 19:30 Uhr /​20:10 Uhr /​20:50 Uhr

Wei­te­re Informationen:

https://tig-bamberg.de

Neue Spiel­zeit im ETA Hoff­mann Theater

Social Distancing auf der Bühne

Die zurück­lie­gen­de Spiel­zeit des ETA Hoff­mann Thea­ters muss­te abge­bro­chen wer­den, die kom­men­de kann nur unter Auf­la­gen statt­fin­den. Aber statt­fin­den wird sie. Heu­te Vor­mit­tag stell­ten Inten­dan­tin Sibyl­le Broll-Pape, Chef­dra­ma­turg Rem­si Al Kha­li­si und Bam­bergs neu­er Kul­tur­bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp das Pro­gramm der Sai­son 2020/​2021 vor und gaben Aus­kunft, wie eine Thea­ter­auf­füh­rung unter Ein­hal­tung von Coro­na-Maß­nah­men aus­se­hen könnte.

Die Wie­der­eröff­nung des Thea­ters sei wie ein Löwen­zahn, der durch eine Beton­de­cke bricht, sag­te Jonas Glü­sen­kamp zu Beginn der Spiel­zeit­vor­stel­lung auf der gro­ßen Büh­ne des ETA Hoff­mann Thea­ters. „Ich freue mich, dass es wie­der losgeht.“

Das Mot­to der kom­men­den Mona­te lau­tet „Wo ste­hen wir?“. Schon vor der Coro­na-Kri­se gewählt passt die Devi­se aber immer noch. Gesell­schaft­li­chen Fra­gen nach dem Stand der Demo­kra­tie, der Grund­rech­te, der Kli­ma­kri­se oder dem Umsich­grei­fen des Natio­na­lis­mus nach­zu­ge­hen, sei immer die Auf­ga­be des Thea­ters, sag­te Broll-Pape. Außer­dem bezie­he sich das Mot­to auch auf eine eher per­sön­li­cher gefärb­te Bestand­auf­nah­me des Zustan­des des Thea­ters nach fünf Jah­ren Intendanz.

Das Pro­gramm der neu­en Spiel­zeit haben Broll-Pape und Al Kha­li­si erneut aus Klas­si­kern wie „Der Kirsch­gar­ten“ von Anton Tsche­chow, „Kasi­mir und Karo­li­ne“ von Ödön von Hor­várth oder Wil­liam Shake­speares „Was ihr wollt“ für die Cal­derón-Spie­le und zeit­ge­nös­si­schen Stü­cken wie „Para­dies“ von Tho­mas Köck oder „Gott ist 3 Frau­en“ von Miros­la­va Svo­li­ko­va zusam­men­ge­stellt. Vier der 12 Stü­cke des Spiel­plans sind Ur- oder Erst­auf­füh­run­gen. Einen aus­drück­li­chen Coro­na-Schwer­punkt hat jedoch kei­nes davon. „Wir woll­ten uns mit The­men beschäf­ti­gen, die dar­über hin­aus­ge­hen“, sag­te Broll-Pape. Lang­sam habe man auch kei­ne Lust mehr, über Coro­na über­haupt zu sprechen.

„Vor der Spiel­zeit­er­öff­nung fei­ern wir aber die Tat­sa­che, dass es wie­der los­ge­hen kann“, sag­te Al Kha­li­si, „indem wir am 3. Okto­ber einen Lie­der­abend mit dem Titel „Schö­ne Aus­sich­ten“ ver­an­stal­ten.“ Die eigent­li­che Eröff­nung mar­kiert am 9. Okto­ber die Auf­füh­rung des erwähn­ten „Kirsch­gar­tens“.

Wie eine sol­che Thea­ter­auf­füh­rung mit den Vor­ga­ben des Social Distancings ver­ein­bar ist, ist aller­dings noch genau­so unge­klärt wie die Fra­ge, ob der geplan­te Spiel­plan voll­stän­dig umge­setzt wer­den kann. „Wir wol­len alle Stü­cke spie­len, aber wir wer­den wahr­schein­lich nicht wie bis­her Thea­ter machen kön­nen“, sag­te Broll-Pape. Um Abstand in den Publi­kums­rei­hen zu garan­tie­ren, kön­nen dort nicht mehr wie bis­her etwa 400, son­dern nur noch etwa 70 Men­schen Platz fin­den. Auch das Büh­nen­ge­sche­hen wird anders aus­se­hen. Mas­ken wird nie­mand tra­gen, aber die Ensem­ble­mit­glie­der sind ange­hal­ten, die gebo­te­nen 1,5 Meter ein­zu­hal­ten. „Es wird ziem­lich schwer für das Publi­kum und das Ensem­ble, aber wir wol­len die Stü­cke unbe­dingt machen“, sag­te Broll-Pape. So soll der gesam­te Büh­nen­raum aus­ge­nutzt und kör­per­li­che Sze­nen eher andeu­tungs­wei­se gestal­tet werden.

Auch finan­zi­ell hat das Thea­ter schwe­re Zei­ten hin­ter und vor sich. „Finan­zi­ell“, sag­te Broll-Pape, „sind wir in ein tie­fes Loch gefal­len.“ Trotz Spar­maß­nah­men wie die Wie­der- bezie­hungs­wei­se Erst­ver­wer­tung von Kulis­sen, die für aus­ge­fal­le­ne Stü­cke vor­ge­se­hen waren, oder dem Ver­schie­ben sehr teu­rer Pro­duk­tio­nen nach hin­ten im Spiel­plan, sei das Thea­ter nach wie vor auf Sub­ven­tio­nen aus dem städ­ti­schen Kul­tur­etat ange­wie­sen. „Hof­fent­lich lässt uns die Stadt finan­zi­ell nicht allein“, gab Broll-Pape Jonas Glü­sen­kamp zu bedenken.

Da für die Stadt Kul­tur zwar nichts sei, ant­wor­tet die­ser, was neben­bei pas­sie­re, son­dern zen­tra­ler Bestand­teil des städ­ti­schen Lebens, und man im Rat­haus bereits an ent­spre­chen­den Kon­zep­ten arbei­te, dabei aber noch genau nicht wis­se, wie sich der Haus­halt ent­wi­ckeln wer­de, woll­te der zwei­te Bür­ger­meis­ter an die­sem Tag noch kei­ne Zuge­ständ­nis­se machen.

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