Vorlesungen für junge Forscherinnen und Forscher
Anmeldung zur Bamberger Kinder-Uni ab sofort möglich
Bei der Kinder-Uni an der Universität Bamberg werden Schülerinnen und Schüler zu jungen Forscherinnen und Forschern. An drei Samstagen findet diese im Wintersemester wieder an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Warum ist Taylor Swift so erfolgreich? Was passiert durch den Klimawandel mit der Umwelt? Und was verraten archäologische Funde über die Kultur des Mittelalters? Diese drei Themengebiete erforschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Alter von 9 bis 12 Jahren im Rahmen der Kinder-Uni. Sie findet im Wintersemester 2025//26 an drei Samstagen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Mega-Star Taylor Swift – Warum ist sie so erfolgreich?
In der ersten Vorlesung am Samstag, 8. November 2025, beschäftigen sich die jungen Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Prof. Dr. Jörn Glasenapp vom Lehrstuhl für Literatur und Medien mit der Frage, warum die Sängerin Taylor Swift so erfolgreich ist. Ist es ihre Stimme? Sind es ihre Melodien? Oder ist es ihr Image? Diesen Fragen gehen sie in der Vorlesung gemeinsam mit dem Swift-Experten und Swiftie Prof. Dr. Jörn Glasenapp auf den Grund. Zudem erwarten die jungen Forschenden Erkenntnisse darüber, wie die Musikindustrie funktioniert und was es bedeutet, ein Mega-Star zu sein. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Der Klimawandel und wir – Was mit unserer Umwelt passiert und was wir ändern müssen
Alle reden über den Klimawandel. Manche finden Klimaschutz wichtig und andere sagen, das ist übertrieben. Aber was steckt eigentlich dahinter? Warum wird es auf der Erde immer wärmer, und welche Folgen hat das für Menschen, Tiere und Pflanzen? Prof. Dr. Rasmus Hoffmann, Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Soziale Ungleichheit, gestaltet am Samstag, 15. November 2025, die zweite Vorlesung der Kinder-Uni. Gemeinsam wird erforscht, wie die Erderwärmung entsteht und was getan werden muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu können. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Klima, sondern auch um mehr Gerechtigkeit: Denn reiche Menschen schaden dem Klima viel mehr als Arme, aber leiden viel weniger unter den Folgen. In dieser Vorlesung wird gezeigt, wie Armut und Reichtum mit dem Klimawandel zusammenhängen. Außerdem wird gemeinsam überlegt, was man selbst gegen den Klimawandel tun kann. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Von Rittern und Bamberger Bürgern – Was archäologische Funde über die (Tisch-)Kultur des Mittelalters verraten
Die dritte Vorlesung findet am Samstag, 22. November 2025, statt. Britta Ziegler vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit erklärt, was Archäologinnen und Archäologen durch Ausgrabungen alles erfahren können. Wenn beispielsweise eine alte Keramikscherbe gefunden wird, kann diese Scherbe verraten, wie eine Burg eingerichtet war oder ob die Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses arm oder reich waren. Außerdem geben solche Funde Auskunft darüber, welche Werkzeuge und Techniken die Menschen früher bereits kannten. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben die Möglichkeit, 500 Jahre alte Originalfunde kennenzulernen, den Umgang mit ihnen zu erlernen und die Geheimnisse über das Leben von damals zu erfahren. Die Veranstaltung findet zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 //00.06, Am Kranen 14. Bei dieser Vorlesung ist die Teilnehmendenzahl auf 20 Kinder begrenzt.
Seit 2003 präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr Themen aus ihren Forschungsgebieten in Vorlesungen, die sie speziell für Kinder halten. Erwachsene Zuhörerinnen und Zuhörer sind deshalb bei den Vorlesungen nicht zugelassen. Weitere Informationen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu finden, ebenso die Anmeldemöglichkeit.
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Ehemaliger Rektor der Otto-Friedrich-Universität verstorben
Universität trauert um Alfred E. Hierold
Die Universität Bamberg nimmt Abschied von Prof. Dr. Alfred Egid Hierold. Am Mittwoch, dem 3. September, ist er im Alter von 83 Jahren verstorben, wie die Universität Bamberg mitteilt.
Bis 2007 war Prof. Dr. Alfred Egid Hierold Professor für Kirchenrecht an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und hatte von April 1992 bis April 2000 das Amt des Rektors inne. In der akademischen Selbstverwaltung prägte er die Geschicke der Universität auch darüber hinaus auf vielfältige Weise. „Alfred Hierold war ein weitsichtiger Akademiker, Forscher und Mentor und engagierte sich konsequent in Wissenschaft, Gesellschaft und Kirche“, sagt Prof. Dr. Kai Fischbach, amtierender Präsident der Universität Bamberg. Seine Hingabe und Entschlossenheit zeigten sich nicht nur in seinem wertvollen Beitrag zu Forschung und Lehre, sondern auch in seinem Einsatz als Dekan, Vizepräsident und Rektor für hochschulübergreifende Projekte. „Mit Alfred Hierold verlieren wir eine Persönlichkeit, die unserer Universität über viele Jahre ein Gesicht gegeben hat“, sagt Fischbach. „Sein Engagement hat sichtbare Spuren hinterlassen.“
Der Weg nach Bamberg
Der 1941 in Vohenstrauß in der Oberpfalz geborene Hierold studierte nach dem Abitur Theologie in Regensburg und München. Am 29. Juni 1967 wurde er in Regensburg zum Priester geweiht und war anschließend von 1967 bis 1968 Kaplan in Eggenfelden. Schon bald wurde er für das kirchenrechtliche Fachstudium am Kanonistischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München freigestellt. Darin spiegelte sich sein frühes Interesse an Rechtsfragen wider. 1975 erwarb er ein Lizentiat im kanonischen Recht und 1978 wurde er zum Thema „Grundlegung und Organisation kirchlicher Caritas unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Teilkirchenrechtes“ promoviert. Mit Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen zwischen 1979 und 1981 führte er seine akademische Laufbahn fort. Schließlich brachte ihn sein Weg nach Bamberg, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 wirkte. Seine Lehrtätigkeit trat er 1980 an und war zunächst Vertreter des emeritierten Altrektors Prof. Dr. Dr. Othmar Heggelbacher. Am 1. März 1981 wurde Hierold ordentlicher Professor auf dem Lehrstuhl für Kirchenrecht der Universität Bamberg. Neben seinen akademischen Verpflichtungen in Bamberg lehrte Alfred E. Hierold auch als Gastprofessor und später als ordentlicher Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz in Österreich.
Engagement in der Hochschulpolitik
Schon bald nach seiner Berufung wandte er sich der Hochschulpolitik zu. 1983 wurde er zum ersten Mal für zwei Jahre zum Dekan der damaligen Fakultät Katholische Theologie gewählt. Eine weitere Amtszeit übernahm er von Oktober 2000 bis September 2002. Zwischenzeitlich – von 1989 bis 1991 – war Hierold Vizepräsident und vom 1. April 1992 bis zum 31. März 2000 Rektor der Universität. Insbesondere seine Zeit als Rektor war geprägt von der ersten großen Welle der bayerischen Hochschulreformen sowie vom auch räumlichen Ausbau der Universität.
Während der acht Jahre als Rektor, aber auch darüber hinaus, strebte Hierold danach, das akademische Fächerspektrum zu arrondieren und zu konsolidieren. Er erkannte zudem, dass Interdisziplinarität unabdingbar ist für exzellente Forschung. Als wichtigen Kristallisationspunkt auf dem Weg zu mehr fächerübergreifender Zusammenarbeit sah er etwa das während seiner Amtszeit 1998 gegründete Zentrum für Mittelalterstudien (ZEMAS), das alle mediävistisch relevanten Potentiale zusammenführe und zur Profilbildung der Universität einen unschätzbaren Wert geleistet habe, wie er im „Haus der Weisheit“, dem Katalog der Ausstellungen aus Anlass der 350-Jahrfeier der Universität, 1998 selbst schrieb.
Dass Forschung und Wissenschaft nur gedeihen, wenn sie qualifizierten Nachwuchs hervorbringen, war Hierold ebenfalls klar. Um die Zahl und Qualität der Promotionen an der Universität Bamberg zu steigern und Forschungspotentiale zu bündeln, setzte er sich für die Konzeption und Einwerbung von Graduiertenkollegs ein. Zudem wurden in seiner Zeit als Rektor wissenschaftliche Einrichtungen wie das Staatsinstitut für Familienforschung (ifb) oder das ehemalige europäische forum für migrationsstudien (efms) errichtet und als An-Institute der Universität anerkannt. Die Etablierung der Bamberger Universitätsstiftung geht wesentlich auf den Impuls von Alfred E. Hierold zurück.
In seine Amtszeit fielen auch einige bauliche Veränderungen der Universität. Auf dem ehemaligen Klinik-Gelände an der Markusstraße wurden das Marcus-Haus und das Gebäude für die Didaktiken der Naturwissenschaft eingeweiht, ebenso wie zwei Verwaltungsgebäude in der Kapuzinerstraße. Das Rotenhan-Palais wurde übernommen und umgebaut. Neu erworben wurde das Gebäude Am Kranen 14. Kurz vor Ende der Amtszeit erfolgte der Spatenstich zum Rechenzentrum und die Übernahme der ehemaligen Dominikanerkirche, die in den Folgejahren in zwei Renovierungsphasen zur AULA der Universität in der historischen Altstadt umgebaut werden konnte.
Vielfältiges wissenschaftliches Interesse
In seiner Forschung beschäftigte sich Hierold vor allem mit kanonistischen Fragen, die die kirchliche Caritas betreffen, mit der Militärseelsorge sowie mit dem kirchlichen Verfassungs- und Eherecht. Hierolds tiefe Beziehung zur Frage der Gerechtigkeit, die sich auch in seiner Forschung widerspiegelte, wurzelt in seiner Biographie, wie er bei seiner Abschiedsvorlesung 2007 erinnerte. Eindrucksvoll schilderte er die „Barbarei“ der Nazis aus eigenen Kindheitserfahrungen und plädierte von diesen einschneidenden Erlebnissen ausgehend gegen einen Rechtspositivismus, der Recht nur umsetzt und nicht hinterfragt. So sei es immer sein Anliegen gewesen, nicht nur die Normen des Kirchenrechts zu vermitteln, sondern auch deren inneres Verständnis zu ermöglichen.
Seine Leidenschaft für Bildung und Wissen war ansteckend und inspirierend für seine Kolleginnen, Kollegen und Studierenden. Doch sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf die Hochschule. Er flankierte seine akademischen Tätigkeiten durch zahlreiche Ehrenämter und stellte sich ganz klar in den Dienst der Kirche als Seelsorger, in der diözesanen Gerichtsbarkeit und als Berater auf verschiedenen kirchlichen Ebenen, etwa in der Erzdiözese ebenso wie für die Deutsche Bischofskonferenz und den Apostolischen Stuhl. Zudem war er Mitglied in zahlreichen Gremien, etwa im Wissenschaftlichen Rat der Katholischen Akademie in Bayern, im Kuratorium des Collegium Oecumenicum Bamberg oder in der Missio-Kommission des Erzbistums. Seit 2001 beriet er darüber hinaus die Kommission XIII der Deutschen Bischofskonferenz, die für die Caritas zuständig ist, und im Rahmen des Bologna-Prozesses war er Mitglied der Kommission der Kongregation für das Katholische Bildungswesen. Sein Engagement wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So war Alfred Hierold unter anderem Päpstlicher Ehrenprälat, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Träger der Bene-Merenti-Medaille der Universität Bamberg in Gold sowie der Bürgermedaille der Stadt Bamberg.
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Studierende leisten Grundlagenarbeit für künftiges Museum
Universität Bamberg erschließt Paul Maars Vorlass
Bald soll Paul Maars Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums. Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte, wie die Universität Bamberg mitteilt.
Paul Maar ist einer der bekanntesten Kinderbuchautoren im deutschsprachigen Raum – und weit darüber hinaus. Seine Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt brachte er auch Literatur für Erwachsene heraus. Bald soll sein Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums: Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte. In den zahlreichen Kisten fanden sie unter anderem Bücher, Manuskripte, Fotos, Filmrequisiten, Sams-Puppen, Zeichnungen, Fanpost und persönliche Notizen. Ohne eine systematische Inventarisierung wäre eine museale Planung ebenso wie die spätere Bestands-Verwaltung im laufenden Betrieb unmöglich. Am 31. August 2025 konnten sie die Inventarisierung dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt Hallstadt und der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern abschließen.
Inventarisieren, archivieren, bewahren
„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Museumsidee gehört habe. Paul Maar ist ein Aushängeschild für unsere Region – und weltweit bekannt. Mit seinen Büchern hat er die Kindheit vieler Menschen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heidrun Alzheimer, ehemalige Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie an der Universität Bamberg. Sie leitete das Inventarisierungsprojekt.
Die Inventarisierung – also die Erfassung und Dokumentation sämtlicher Objekte – ist Grundvoraussetzung für jedes Museum. Sie dient nicht nur der Ordnung und Archivierung, sondern ist auch Basis für spätere Ausstellungen, digitale Anwendungen, Konservierung, Schadensdokumentation und Verwaltung. Seit Februar erfassten vier Masterstudierende der Europäischen Ethnologie gemeinsam mit Heidrun Alzheimer sämtliche Objekte aus Paul Maars Vorlass mithilfe einer professionellen Software. Bis Ende August 2025 haben sie einen Großteil der rund 5.000 Stücke dokumentiert. Nur kursorisch erfasst wurde die Fanpost aufgrund der schieren Masse an Zuschriften begeisterter Leser und Leserinnen. Viele Schreiben sind liebevoll illustriert und zeugen von der anhaltenden Wirkung von Maars Werk.
Studierende lernen professionelle Museumsarbeit
Dass Studierende an dem Projekt beteiligt waren, kommt nicht von ungefähr, sondern ist eines der Ergebnisse einer vorausschauenden Lehrstrategie: Heidrun Alzheimer erkannte früh, dass Absolventinnen und Absolventen aus der Europäischen Ethnologie häufig das Berufsfeld „Museum“ anstreben. Um darauf im Studium vorzubereiten, entwickelte sie eigens ein Praxismodul zur Museumsausbildung, in dem der Umgang mit Sammlungen, konservatorische Grundlagen und digitale Erfassungsmethoden praxisnah vermittelt werden. Die Studierenden blicken in den Kursen auch hinter die Kulissen, etwa bei Besuchen in den Museen Bayerns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vorlass ist ein Beispiel dafür, wie eng akademische Ausbildung und angewandte Kulturarbeit zusammenspielen können: „Die Studierenden lernen hier Museumspraxis im besten Sinne – von der Verschlagwortung bis zur Erfassung komplexer Objekte in verschiedenen Sprachen, Schriften und medialen Formaten“, so Alzheimer. Eine Inventarnummer wird nach konservatorischen Standards direkt am Objekt angebracht, Verweise auf verwandte Stücke in der Datenbank mit Hilfe von Referenznummern ergänzt. Das empfindliche Material wird in säurefreiem Seidenpapier und Spezialkartons archiviert.
„Ich wollte schon immer im Museumsbereich arbeiten – und durch dieses Projekt hat sich mein Berufswunsch noch einmal richtig gefestigt“, sagt Melissa Link, Masterstudentin der Europäischen Ethnologie. „Besonders schön war, dass wir dabei nicht einfach nur Objekte inventarisiert haben, sondern viel über Paul Maar als Mensch erfahren konnten. Und er selbst war bei Fragen ansprechbar – das war wirklich ein Highlight.“ Für Link war die Inventarisierung nicht nur eine professionelle, sondern auch eine private Bereicherung: „Paul Maar hat mich mit seiner Kreativität angesteckt. Und ich sehe manch alltägliche Dinge mit ganz anderen Augen.“ In ihrer Masterarbeit möchte sie sich nun mit den handwerklichen und konservatorischen Aspekten des Inventarisierens beschäftigen – am Beispiel der Paul Maar Sammlung. Einige Objekte wird sie auch biographisch erforschen.
Blicke in das Leben von Paul Maar
Neben den bekannten Publikationen und ihren internationalen Ausgaben finden sich im Vorlass auch persönliche Zeugnisse: Fotos von Lesereisen und Besuchen in Goethe-Instituten rund um den Globus, Graphiken, Briefe, handschriftliche Skizzen und Manuskripte und Bücher mit Anmerkungen für Lesungen. „Man spürt an vielen Stellen, wie eng biographische Erfahrungen und literarische Arbeit bei Paul Maar verknüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als seine Sams-Bücher“, sagt Alzheimer. So finden sich im Vorlass beispielsweise Fotos mit den Jazzgrößen Keith Jarrett und Jan Garbarek, für die Maar ein Schallplattencover gestaltet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem damaligen Wohnort Grötzingen zu Besuch.
Besonders kurioses Material stellen die Requisiten aus dem zweiten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlummerten jahrelang in der Garage eines Bamberger Stadtführers, der sie nun dem Museum überlassen hat. Im Film war in der Bamberger Innenstadt ein Hundesalon eingerichtet, daher zählen zu den Requisiten so kuriose Dinge wie Hundelockenwickler.
Die Eröffnung des Museums ist in den nächsten Jahren geplant. Bereits im Oktober 2025 findet im Kulturboden Hallstadt eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und einer Ausstellung mit Grafiken von Paul Maar statt. Auch der Künstler selbst wird anwesend sein.
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Internationale Wochen gegen Rassismus
Über 200 Schülerinnen und Schüler beim Projekttag
Vergangenen Mittwoch fand an der Universität Bamberg der Projekttag für Schulen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Bamberg (MiB) und dem Stadtjugendring Bamberg (SJR) in Kooperation mit der Universität Bamberg sowie weiteren Partnerorganisationen.
Über 200 Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Landkreis Bamberg nahmen an interaktiven Workshops teil. Themen wie Antiziganismus, interkulturelle Kommunikation, Vorurteile gegenüber Geflüchteten, Queerfeindlichkeit sowie „Alt und Jung gegen Rechts“ standen im Mittelpunkt. Ziel war es, Rassismus sichtbar zu machen, das Bewusstsein zu schärfen und Betroffene zu empowern – im Sinne des Mottos „Menschenwürde schützen – aber von allen“.
Auch mehr als 20 Lehrkräfte nahmen an einem eigenen Workshop teil, der sich mit Diversity und Diskriminierung im Schulalltag beschäftigte. „Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie die praxisnahen Impulse haben mir wertvolle neue Ansätze für meinen Unterricht gegeben“, so eine teilnehmende Lehrkraft.
Die Organisatorinnen und Organisatoren zeigten sich zufrieden mit der großen Resonanz. „Die hohe Beteiligung zeigt, dass das Thema Rassismus viele bewegt. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, Diskriminierung zu erkennen und sich aktiv für eine offene Gesellschaft einzusetzen“, betonen Maximilian Manlig von SJR und Samer Rahhal von der Stadt Bamberg.
Der Projekttag machte deutlich, wie wichtig es ist, Rassismus nicht nur zu erkennen, sondern auch aktiv dagegen einzutreten. Die vielen engagierten Diskussionen und neuen Perspektiven zeigen, dass gemeinsames Lernen und Handeln der Schlüssel zu einer offenen und respektvollen Gesellschaft sind.
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Soziologie und Politikwissenschaft
Universität Bamberg: Sozialwissenschaften stark im Shanghai Ranking
Im alljährlichen Shanghai-Ranking haben sich die Soziologie und Politikwissenschaft der Universität Bamberg erneut gute Platzierungen gesichert. Im Bayern-Vergleich schnitt die Soziologie besonders gut ab.
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg behauptet sich laut einer Mitteilung der Hochschule im internationalen Vergleich. Im renommierten Shanghai-Ranking ist sie erneut mit den Fächern Soziologie und Politikwissenschaft vertreten. Das unterstreiche die starke Position der Universität in beiden Disziplinen und ihre kontinuierliche Arbeit an international sichtbarer Forschung.
„Unsere Platzierung in den Bestenlisten des Shanghai-Rankings unterstreicht erneut die exzellenten Forschungsleistungen der Bamberger Soziologie und der Politikwissenschaft“, sagt Universitätspräsident Kai Fischbach, „die weltweit Beachtung finden. Diese Anerkennung ist das Ergebnis des herausragenden Engagements unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit ihrer Arbeit immer wieder wichtige gesellschaftliche und sozialwissenschaftliche Impulse setzen.“
Die Bamberger Soziologie kann ihre Top-Platzierung vom vergangenen Jahr bestätigen. Im weltweiten Wettbewerb landete sie wieder unter den Top 100. Deutschland- und bayernweit erreicht die Bamberger Soziologie zudem Spitzenplätze. Gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Humboldt-Universität Berlin landet Bamberg im deutschlandweiten Vergleich hinter der erstplatzierten Universität zu Köln.
Im bayernweiten Vergleich erreicht die Bamberger Soziologie erstmals Platz 1. „Das Ranking zeigt, dass unsere Forschung erstklassig publiziert und zitiert wird“, sagt Michael Gebel, geschäftsführender Direktor des Instituts für Soziologie. „Die Neuerungen in der Methodik des Rankings mit der Einführung der Dimension ‚World Class Faculty’ würdigen zudem unser starkes Engagement als Mitherausgeberinnen und Mitherausgeber führender Fachzeitschriften.“
Politikwissenschaft unter Top 300
Ebenso kann die Bamberger Politikwissenschaft wieder sehr gute Plätze belegen. Sie kommt unter die Top 300 weltweit. Auch im deutschland- und bayernweiten Vergleich der aufgeführten Universitäten belegt sie Plätze weit vorne im Ranking. Im bayernweiten Vergleich landet sie auf Platz 3.
„Unsere Platzierung im Shanghai-Ranking zeigt, dass die Politikwissenschaft in Bamberg mit ihren Forschungsschwerpunkten auf internationalem Niveau wahrgenommen und anerkannt wird“, sagt Monika Heupel, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft. „Dieser Erfolg bestärkt uns darin, weiterhin relevante Fragestellungen zu bearbeiten und zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte beizutragen.“
Das Shanghai-Ranking
Das Shanghai-Ranking begann 2009 mit der Veröffentlichung von weltweiten Hochschulrankings nach akademischen Fächern. Im Jahr 2024 bewertet das sogenannte „Global Ranking of Academic Subjects“ (GRAS) 55 Fächer unter anderem aus den Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Sozialwissenschaften und der Medizin.
Mehr als 1.900 Universitäten aus 96 Ländern und Regionen sind aufgeführt. Für das Ranking werden eine Reihe objektiver Indikatoren herangezogen wie etwa Forschungsleistung, internationale Zusammenarbeit, Forschungsqualität und internationale akademische Auszeichnungen.
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Uni Bamberg, Hochschule Coburg, HWK
InTra-Bau: Fünf Millionen Euro für klimagerechtes Sanieren
Im Projekt „InTra-Bau“ widmen sich die Universität Bamberg, die Hochschule Coburg und die Handwerkskammer für Oberfranken nachhaltiger Sanierung. Durch die Verknüpfung mit modernen Technologien soll zukunftsfähiges Bauen im Bestand innovationsfähig gemacht und bestehendes Wissen konserviert werden.
Mit dem gemeinsamen Projektvorschlag „InTra-Bau“ haben sich die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Hochschule Coburg und die Handwerkskammer für Oberfranken unter 500 Anträgen durchgesetzt und werden nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2028 mit insgesamt fünf Millionen Euro gefördert. Dies teilt die Bamberger Universität aktuell mit.
Ziel des Projekts ist es, durch eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Handwerk, nachhaltiges und klimagerechtes Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege voranzutreiben und damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Klimaneutralität im Bausektor zu leisten. Die Universität Bamberg, die Hochschule Coburg und die Handwerkskammer bilden damit eine von 20 sogenannten Innovations-Communities, die bundesweit zur Förderung ausgewählt wurden.
Bestandssanierung statt Neubau
„InTra-Bau“ ist das Akronym für „Innovation aus Tradition – Transferstrukturen für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege“. Die drei Projektpartner aus Wissenschaft und Handwerk wollen durch ihre Zusammenarbeit das bisher vernachlässigte, in Denkmälern und traditionellen Handwerkstechniken gespeicherte Wissen über nachhaltige und klimafreundliche Bautechniken und ‑materialien nutzbar machen. Durch die Verknüpfung mit modernen Technologien soll zukunftsfähiges, nachhaltiges Bauen im Bestand zudem innovationsfähig gemacht und bestehendes Wissen konserviert werden.
Stefan Breitling vom Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Universität Bamberg, Sprecher des Verbundprojekts, erklärt die Beweggründe: „Aus unserer Sicht bedarf es einer nachhaltigen Sanierungs- und Instandhaltungsstrategie, die dem Bauen im Bestand sowie dem Reparieren und Optimieren vorhandener Bauteile den Vorrang vor dem Austausch derselben einräumt.“
Notwendig ist dies aus Sicht der drei Projektpartner, da die Baubranche nicht nur einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren Deutschlands ist, sondern zugleich enorm ressourcen- und emmissionsintensiv. Eine zunehmende Rohstoffverknappung, die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten sowie damit verbundene Lieferprobleme und Preissteigerungen stellen die Baubranche daher vor neue Herausforderungen.
„Trotz der großen Ressource an gebauter Umwelt, geht der Trend und die Förderungen bislang immer noch zum Neubau statt zur Bestandssanierung“, sagt Markus Schlempp, Inhaber der Professur für Entwerfen und Konstruieren mit innovativen Werkstoffen unter Einbeziehung denkmalgeschützter Bauten an der Hochschule Coburg und Projektleiter im Projekt an der Hochschule Coburg. „Das Ziel unseres Zusammenschlusses ist es, hierbei eine Umkehr einzuleiten, indem wir in den Communitys nachhaltige Strategien für den Bausektor entwickeln und damit einen Beitrag zur Bauwende leisten.“
Wissenstransfer zwischen Handwerk und Forschung
Die Handwerkskammer für Oberfranken ist Praxispartner im Projekt und damit für die Forschenden der direkte Kontakt in die Handwerkspraxis. Von den mehr als 17.400 Mitgliedsbetrieben beschäftigen sich rund 6.400 mit Bau und Ausbau, Denkmalpflege und Bauen im Bestand. „Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Projekte dann besonders erfolgreich sind, wenn eine enge Zusammenarbeit mit den Betrieben und damit der Praxis stattfindet“, betont Rainer Beck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken. „Wir stellen sicher, dass die Expertise des Handwerks bestmöglich genutzt wird und die erarbeiteten Ergebnisse auch in das Handwerk transferiert werden.“
Maßnahmen und Ziele
Im Projektverlauf soll ein Netzwerk aus Handwerk, Forschung und auch Architekturbüros oder Interessenverbänden aufgebaut werden. Für dieses Netzwerk sollen Strukturen entstehen, die einen effizienten Austausch – etwa in Workshops, Symposien und Fortbildungen – und eine effektive Zusammenarbeit ermöglichen. Aus diesem Netzwerk heraus sollen schließlich konkrete Bedarfe rund um nachhaltige Sanierung und Instandhaltung ermittelt werden.
„Unser oberfränkischer Kompetenzverbund im Bereich der Denkmalwissenschaften, Kulturgutsicherung und Baukultur ist bundesweit einmalig und bietet ideale Bedingungen für das Innovationsnetzwerk“, sagt Kai Fischbach, Präsident der Universität Bamberg. Er ist überzeugt, dass die Innovations-Community die Zukunft des Handwerks langfristig stärkt und neben ökologischen und ökonomischen vor allem auch soziale und kulturelle Aspekte der Nachhaltigkeit adressiert. Dazu zählen etwa die Stärkung urbaner und ländlicher Gemeinschaften und des Tourismussektors sowie die Revitalisierung von Dörfern und historischen Innenstädten, die als weiche Faktoren die Innovationskraft von Regionen maßgeblich beeinflussen.
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Universität Bamberg
Alina Bronsky wird Bamberger Poetikprofessorin 2025
Die Schriftstellerin Alina Bronsky übernimmt die renommierte Bamberger Poetikprofessur 2025. Ihre Texte sind sozialkritisch, legen hin und wieder aber auch einen Schwerpunkt auf das Kulinarische.
Seit 1986 bietet die Otto-Friedrich-Universität Bamberg jährlich eine Poetikprofessur. Diese Lehrstelle gehört laut einer Mitteilung des Rathauses zu den renommiertesten ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr wird sie jeweils von einer Autorin oder einem Autor bekleidet. Vorgänger:innen von Alina Bronsky waren in den vergangenen Jahren unter anderem Yoko Tawada, Jenny Erpenbeck, Jan Wagner, Lutz Seiler, Clemens Setz oder Kathrin Röggla. 2025 richtet die Universität die Professur zum ersten Mal in Kooperation mit der Stadt Bamberg aus.
Los geht es im Sommersemester 2025. Dann wird Alina Bronsky als Poetikprofessorin in Bamberg eine Eröffnungslesung und drei Poetikvorlesungen beginnen. Zudem hält sie Seminarsitzungen mit Studierenden und weiteren Interessierten. Eine Tagung mit Vorträgen zu ihrem Werk und ein Schulprojekt mit einem Bamberger Gymnasium erweitern die Veranstaltungsreihe.
Über die Poetikprofessorin
Alina Bronsky, 1978 im russischen Swerdlowsk geboren und seit den frühen 1990er Jahren in Deutschland lebend, schreibt für mehrere Generationen. Ihre Jugendromane wie „Scherbenpark“ (2008) und „Schallplattensommer“ (2022), ihre Romane für Erwachsene wie „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ (2010), „Baba Dunjas letzte Liebe“ (2015), „Barbara stirbt nicht“ (2021) oder „Pi mal Daumen“ (2024) waren immer wieder für renommierte Auszeichnungen wie den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Deutschen Buchpreis, das Lieblingsbuch unabhängiger Buchhandlungen oder den Aspekte-Literaturpreis nominiert. Auch schafften sie es auf die Bestsellerlisten und in den Schulunterricht.
In ihrem Schreiben vermag Alina Bronsky laut Mitteilung etwas sehr Seltenes. So verbinde sie unterhaltende Literatur mit intellektuellem Tiefgang und stilistischem Können zu verbinden. Ihre Themen sind dabei facettenreich. Migration und kulturelle Identität kommen ebenso vor wie Familie und Partnerschaft. Daneben widmet sie sich der modernen Arbeitswelt, Macht, Fragen der Ökologie, neuen Konzepten des Ostens oder Menschen mit Behinderung.
Bronskys Blick ist immer ein sozialkritischer, der insbesondere gesellschaftlich deklassierte Menschen mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung bedenkt. Ein Leitmotiv, das ihre Prosa prägt, ist ein kulinarisches: das Essen in all seinen Facetten und gesellschaftlichen wie kulturellen Bedeutungen.
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Minerva Informatics Equality Award
Uni Bamberg: Preis für Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät WIAI
Die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) der Universität Bamberg ist für ihre Gleichstellungs- und Diversitätsarbeit ausgezeichnet worden. Es ist dabei nicht das erste Mal, dass der Minerva Informatics Equality Award an die Fakultät geht.
Die Förderung von Frauen in MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – ist eine zentrale Herausforderung an Universitäten weltweit. Denn nach wie vor ist der Frauenanteil in diesen Fachrichtungen gering. Der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) der Universität Bamberg gelingt es laut einer aktuellen Mitteilung, aufgrund ihrer zahlreichen Förderprogramme seit vielen Jahren die Zahl der weiblichen Studierenden kontinuierlich zu steigern.
So lag etwa der Anteil an Studienanfängerinnen an der Fakultät im Wintersemester 2023 //2024 bei mehr als 35 Prozent. Viele haben zuvor an einem Nachwuchsprojekt der Fakultät teilgenommen und so den Weg in einen Studiengang aus den Bereichen Angewandte Informatik oder Wirtschaftsinformatik gefunden. Nun ist das Team der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät WIAI mit dem Preis für herausragende Gleichstellungs- und Diversitätsarbeit des Fakultätentags Informatik (FTI) ausgezeichnet worden.
Bereits zweite Gleichstellungsauszeichnung für die Fakultät
„Die Förderung von Frauen in der Informatik wird an der Fakultät WIAI bereits seit deren Gründung als wichtige Aufgabe gesehen. Seit 2005 haben wir kontinuierlich Angebote für Schülerinnen auf- und ausgebaut und bieten vielfältige Angebote für Studentinnen an“, sagt Prof. Dr. Ute Schmid, Gleichstellungsbeauftragte in der Wissenschaft der Fakultät WIAI. „Entsprechend freue ich mich sehr, dass wir nun schon zum zweiten Mal für unsere Gleichstellungsarbeit ausgezeichnet wurden.“
Denn bereits 2018 erhielt die Fakultät den Minerva Informatics Equality Award von Informatics Europe, der ihr die europaweit beste Frauenförderung in der Informatik bescheinigte. „Vielfalt bereichert die Informatik, und durch gezielte Programme und Unterstützung möchten wir erreichen, dass Frauen ihre Potenziale in diesem Bereich voll entfalten können“, ergänzt Prof. Dr. Andreas Henrich, Dekan der Fakultät WIAI. „Es geht nicht nur um Zahlen, sondern darum, Frauen langfristig für die Informatik zu begeistern und sie auf ihrem Bildungsweg aktiv zu begleiten.“
Jurymitglied Prof. Dr. Peter Rossmanith übergab den Preis des Fakultätentags Informatik, der mit 2.000 Euro dotiert ist, an Andreas Henrich, Theresa Henn und Franziska Paukner. Er stellte in seiner Würdigung heraus: „Aufbauend auf den Maßnahmen zur Gewinnung weiblicher Studierender setzt die Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit dem WIAI-Frauennetzwerk auf ein Mentoring-Programm für Studentinnen, welches diese explizit bei der Karriereplanung unterstützt. Dank all dieser Maßnahmen kann die Universität Bamberg im Vergleich zum deutschlandweiten Durchschnitt kontinuierlich einen um zehn Prozentpunkte höheren Frauenanteil in der Informatik verzeichnen.“
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377 Jahre
Dies academicus: Festvortrag zum Gründungstag der Universität Bamberg
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg wird dieses Jahr 377 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums veranstaltet die Hochschule einen Dies academicus. Festrednerin wird die Journalistin Teresa Bücker sein.
Jährlich feiert die Otto-Friedrich-Universität Bamberg ihre Gründung mit dem Dies academicus. Dieser soll jedoch nicht nur an die Gründung der Universität im November 1647 erinnern. Es werden auch aktuelle Entwicklungen im universitären Betrieb präsentiert. Einen Festvortrag rahmen Grußworte des Universitätspräsidenten Kai Fischbach und des bayerischen Wissenschaftsministers Markus Blume ein. Außerdem werden zahlreiche Preise für besondere Leistungen an Universitätsangehörige vergeben. Studierende des Lehrstuhls für Musikpädagogik und Musikdidaktik begleiten den Festakt zudem musikalisch.
Als Journalistin arbeitet Teresa Bücker seit mehr als fünfzehn Jahren zu gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart und Zukunft. Ihr erstes Sachbuch „Alle_Zeit“ erhielt 2023 den NDR Sachbuchpreis und war außerdem für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Anlässlich des 377. Geburtstags der Bamberger Universität kommt die Journalistin und Autorin in die Stadt. Sie hält den Festvortrag zum Jubiläum unter dem Titel „Wer hat Zeit, die Demokratie zu retten?“.
Interessierten steht die Festveranstaltung am 11. November, um 17 Uhr im Auditorium Maximum in der Feldkirchenstraße 21, kostenfrei offen. Die Universität bittet um Anmeldung.
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US-Präsidentschaftswahl
„American Election Night“ an der Universität Bamberg
Am 5. November, dem Tag der Präsidentschaftswahl in den USA, lädt die Bamberger Universität zur Informationsveranstaltung „American Election Night“. Auf dem Programm stehen Vorträge und Diskussionen zum Wahlkampf zwischen Kamala Harris und Donald Trump, zur politischen Landschaft der USA und eine Live-Schaltung zum Wahlgeschehen in Boston. Wir haben mit Prof. Dr. Christine Gerhardt, Initiatorin der „Election Night“ und Inhaberin der Professur für Amerikanistik, über die Veranstaltung, die beiden Kandidierenden und die Auswirkungen auf hiesige Politik gesprochen.
Frau Gerhardt, im Jahr 2012 haben Sie an der Bamberger Universität zum ersten Mal die „American Election Night“ veranstaltet, damals trat Barack Obama gegen Mitt Romney an. Wie kam es zu der Veranstaltung?
Christine Gerhardt: Das Format der „American Election Night“ habe ich aus Freiburg mitgebracht, wo ich das Deutsch-Amerikanische Institut der Stadt geleitet hatte. Als ich 2010 nach Bamberg an die Universität wechselte, dachte ich, diese Veranstaltung würde auch gut an unsere Hochschule passen. Denn hier gibt es bereits die Tradition, besonders an weltpolitisch wichtigen Tagen und zu aktuellen Themen, das interessierte Publikum einzuladen, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Die amerikanische Wahlnacht ist dabei aber keine rein akademische Veranstaltung. Wir starten mit einem Vortrag der bekannten Journalistin Natascha Strobl und einer Podiumsdiskussion, haben aber auch ein Quiz und einen Kurzfilm im Programm – und ein Büfett, zu dem alle etwas beisteuern können. Insgesamt hoffen wir auch, den Dialog zwischen Universität und Stadt weiter zu intensivieren.
Sie kündigen Analysen, Live-Debatten und kritische Gespräche über die amerikanischen Präsidentschaftswahlen an. Was wird man dabei Neues erfahren können?
Christine Gerhardt: Wir bieten zum Beispiel eine Live-Schaltung nach Boston, von dort wird unsere Mitarbeiterin Yıldız Aşar die Stimmung in Amerika in den letzten Wochen und am Wahltag selbst schildern. Auf dem Podium kommentiert Spiegel-Redakteur Malte Göbel den Endspurt im Rennen um das Weiße Haus und Natascha Strobl vergleicht den Rechtsruck in den USA mit jüngsten Entwicklungen in Deutschland. Vor allem kann das Publikum mit diesen Gästen direkt in Dialog treten und die Fragen stellen, die alle am meisten interessieren.
Natascha Strobl spricht zum Thema „Wie der radikalisierte Konservatismus die Demokratie in den USA bedroht“. Bedroht ein solcher Konservatismus nicht bereits auch Deutschland? Die CDU hat Kontakte geknüpft mit dem rechtskonservativen Think Tank „Heritage Foundation“, dem auch Donald Trump nahesteht, und vom US-Populisten Steve Bannon hat man die „Flood the zone with shit“-Strategie übernommen, also etwa zur Diskreditierung des politischen Gegners die größten Unwahrheiten zu behaupten, in dem Wissen, dass sie irgendwo in den Medien und der potenziellen Wählerschaft schon verfangen werden.
Christine Gerhardt: Ja, der Ton hat sich verschärft. Das verbale Schüren von Hass und Gewalt verändert die politische Dynamik auch in Europa signifikant. Das ist ein Grund, warum wir Natascha Strobl eingeladen haben. Sie ist dafür bekannt, die Strategien der neuen Rechten in den USA und Europa bloßzulegen und zu beleuchten. Das wird, glaube ich, kein optimistischer Vortrag – aber ihre neuesten Analysen werden auch aufzeigen, wie man rechte Hetze erkennt und vor allem, wie man sie entkräftet.
Kamala Harris lag im Oktober in den Prognosen leicht vor Donald Trump. Wie glauben Sie, wird die Wahl ausgehen?
Christine Gerhardt: Ich glaube, und hoffe auch, dass Kamala Harris gewinnt. In den letzten Wochen hat sie eine sehr erfolgreiche Kampagne hingelegt. Es ist ihr gelungen, das Momentum des Neuen für sich zu nutzen, und mit Enthusiasmus und Optimismus die Debatte zumindest zum Teil zu dominieren. Sie hat sich Veränderung und den Blick nach vorn auf die Fahnen geschrieben und schafft es auch, gegen die Strategie von Donald Trump, mit immer aberwitzigeren Aussagen Unruhe und Spaltung zu schüren, zu bestehen. Harris geht darauf nicht ein und präsentiert sich souverän und präsidial. Dabei kann man Parallelen zu erfolgreichen früheren demokratischen Kampagnen ziehen, wie der von Obama, aber auch von Franklin D. Roosevelt in den 1930ern. Beide schlugen in sehr krisenhaften Zeiten einen optimistischen Ton an. Auch ist es schon lange ein Prinzip der Demokratischen Partei, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenzubringen, anstatt die einen gegen die scheinbar anderen aufzuwiegeln. So gelingt es Harris sogar, bei einem der wenigen Themen, die Trump dominiert – Migration –, zu punkten.
Wird das Momentum für Harris bis zum 5. November reichen oder muss sie sich noch steigern?
Christine Gerhardt: Ich denke, sie muss wahrscheinlich jeden Tag nachlegen. Zum Beispiel in Wirtschaftsfragen. Denn eine Stärke von Trump, so nehmen es zumindest die Wählenden wahr, ist die Wirtschaft. In seiner Amtszeit stand die US-Wirtschaft recht gut da, allerdings primär als Folge der positiven Trends aus den Obama-Jahren. Mit der Pandemie erlebte die Wirtschaft unter Trump einen Einbruch. Bei Fragen der Abtreibung manipuliert Trump die negativen Folgen seiner Politik ähnlich. In der Abtreibungsdebatte liegt Harris derzeit klar vorn, zu Fragen von Immigration und Wirtschaft muss es ihr noch gelingen, eine starke, griffige Geschichte zu entwickeln, die überzeugt.
Wo liegen die Schwächen von Kamala Harris?
Christine Gerhardt: Sie hat wenig Zeit und viele Menschen haben das Gefühl, sie nicht zu kennen, nicht zu wissen, wofür sie steht. Außerdem könnte es nachteilig für sie sein, dass sie nicht populistisch genug agiert. Und es ist eine strukturelle Schwäche der Demokraten, sich häufig selbst zu kritisieren. Hinzu kommt, dass auch eher liberale Medien teilweise sehr kritisch über die Demokraten berichten. Das würde bei den eher rechten Kanälen wie Fox News und den republikanischen Kandidaten nicht passieren.
In Deutschland scheint Pragmatismus – Bundeskanzler Scholz nennt es Besonnenheit – im Wahlkampf erfolgversprechend. Kann es sein, dass im US-Wahlkampf ein bisschen mehr Charisma nicht schadet?
Christine Gerhardt: Ja, es geht immer auch um die Persönlichkeit der Kandidierenden. Oft wird dabei versucht, aus der eigenen Lebensgeschichte eine größere kulturelle Geschichte zu konstruieren. Bei Trump konnte man sehen, dass sein Wir-gegen-die-da-oben trotz großer Widersprüche verfängt. Bei Harris funktioniert es auf andere Art. Sie hat in ihren Reden bisher wenig über ihr Frausein oder ihren familiären Migrationshintergrund gesprochen. Das braucht sie auch nicht, das ist offensichtlich, und damit verkörpert sie die Idee vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Harris hat zugleich – das ist der deutschen Politik dann doch wieder nicht unähnlich – mit einem gewissen Pragmatismus gepunktet. Sie geht nicht auf Trumps Provokationen ein, sondern argumentiert inhaltlich. Der Wahlkampf in den USA ist viel persönlicher als hierzulande, aber die demokratischen Kandidierenden versuchen, auf persönliche Anfeindungen zu verzichten. Außerdem bedient Harris klar die amerikanischen Narrative von Hoffnung und Fortschrittsglauben. Trump versucht, diese Zukunftsorientiertheit in eine Sehnsucht nach der Vergangenheit zu verwandeln, indem er Angst vor dem Neuen verbreitet, obwohl das nicht Teil der amerikanischen kulturellen Tradition ist.
Dabei produziert Donald Trump ständig Entgleisungen und Skandale. Wieso wenden sich die Leute nicht von ihm ab?
Christine Gerhardt: Es funktioniert nach einem Muster, das auch in vielen anderen Ländern verfängt: Es werden Spaltungsfantasien bedient, die man dann politisch nutzen kann. Obwohl er durch das Vermögen seines Vaters Milliardär ist, lange in den Kreisen der Clintons verkehrte und US-Präsident war, behauptet er, für diejenigen zu stehen, die sich abgehängt und von der Politik nicht gehört fühlen. Zu diesem Zweck schürt er Ängste – vor selbstbestimmten Frauen oder vor Einwanderern, die einem angeblich wegnehmen, was einem angeblich zusteht. Wenn man so eine Welle reitet, versucht man, Chaos zu verbreiten und sich selbst als Retter darzustellen. Die Entgleisungen und Skandale bringen die nötige mediale Aufmerksamkeit und stärken das Image, gegen das Establishment anzugehen. Das funktioniert aber nur, weil die klassischen Medien in Zeiten von Social Media nicht mehr so stark rezipiert werden, dass sie als Korrektiv wirken.
Ist die US-amerikanische Gesellschaft also tatsächlich so gespalten und aufgeheizt, wie es von außen immer heißt?
Christine Gerhardt: Ja, es gibt durchaus ein Lagerdenken. Aber gerade der trumphörige Teil der Republikanischen Partei versucht bewusst, den Eindruck von kompletter Unversöhnlichkeit zu erzeugen. Der Gouverneur von Ohio hat zum Beispiel kürzlich gesagt, die Leute sollen aufschreiben, bei wem ein Harris-Wahlplakat im Garten steht. Wenn die Bevölkerung tatsächlich so tief gespalten wäre, müsste man dieses Feind-Denken jedoch nicht schüren. Tatsächlich sprechen sich nämlich viele Republikaner und Republikanerinnen für das Recht auf Abtreibung aus, und Parteigrößen wie Liz und Dick Cheney oder Mitt Romney unterstützen Kamala Harris. Offensichtlich versucht der rechte republikanische Flügel, die Idee von der unüberwindlichen Spaltung zu benutzen, um Wählende im eigenen Lager zu halten.
Werden Trumps Positionen Platz in der „American Election Night“ der Universität haben?
Christine Gerhardt: Wir haben Mitglieder der „Republicans Overseas“ und der „Democrats Abroad“ eingeladen, das sind Vereinigungen von Amerikanern und Amerikanerinnen im Ausland. Sie werden bei unserer Wahlnacht sicherlich mitdiskutieren. Und unsere „Test-Wahl“ mit allen Gästen wird zeigen, wie viele der Anwesenden für Trump wählen würden.
Welche Auswirkungen könnte die eine oder andere Präsidentschaft auf Deutschland oder Europa haben?
Christine Gerhardt: Trump hat ja bereits angekündigt, europäischen Ländern, die ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber der NATO nicht nachkommen, die militärische Unterstützung zu versagen. Auch hat er die Hilfe für die Ukraine infrage gestellt. Das würde den Druck in Europa erheblich erhöhen. Und seine Drohung, an Tag eins seiner Präsidentschaft Diktator zu sein, sollte man ernst nehmen, zumal er bereits den Schulterschluss mit verschiedenen Diktatoren gesucht hat. Harris hat sich stattdessen für eine weitere Unterstützung der Ukraine ausgesprochen und zur NATO bekannt. Sie steht generell für Stabilität in Bezug auf internationale Beziehungen und Außenhandel – was die Welt dringend brauchen kann.