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Universität Bamberg

Vor­le­sun­gen für jun­ge For­sche­rin­nen und Forscher

Anmel­dung zur Bam­ber­ger Kin­der-Uni ab sofort möglich

Bei der Kin­der-Uni an der Uni­ver­si­tät Bam­berg wer­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu jun­gen For­sche­rin­nen und For­schern. An drei Sams­ta­gen fin­det die­se im Win­ter­se­mes­ter wie­der an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.

War­um ist Tay­lor Swift so erfolg­reich? Was pas­siert durch den Kli­ma­wan­del mit der Umwelt? Und was ver­ra­ten archäo­lo­gi­sche Fun­de über die Kul­tur des Mit­tel­al­ters? Die­se drei The­men­ge­bie­te erfor­schen Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler im Alter von 9 bis 12 Jah­ren im Rah­men der Kin­der-Uni. Sie fin­det im Win­ter­se­mes­ter 2025/​/​26 an drei Sams­ta­gen an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.


Mega-Star Tay­lor Swift – War­um ist sie so erfolgreich?

In der ers­ten Vor­le­sung am Sams­tag, 8. Novem­ber 2025, beschäf­ti­gen sich die jun­gen For­sche­rin­nen und For­scher gemein­sam mit Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app vom Lehr­stuhl für Lite­ra­tur und Medi­en mit der Fra­ge, war­um die Sän­ge­rin Tay­lor Swift so erfolg­reich ist. Ist es ihre Stim­me? Sind es ihre Melo­dien? Oder ist es ihr Image? Die­sen Fra­gen gehen sie in der Vor­le­sung gemein­sam mit dem Swift-Exper­ten und Swif­tie Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app auf den Grund. Zudem erwar­ten die jun­gen For­schen­den Erkennt­nis­se dar­über, wie die Musik­in­dus­trie funk­tio­niert und was es bedeu­tet, ein Mega-Star zu sein. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Der Kli­ma­wan­del und wir – Was mit unse­rer Umwelt pas­siert und was wir ändern müssen

Alle reden über den Kli­ma­wan­del. Man­che fin­den Kli­ma­schutz wich­tig und ande­re sagen, das ist über­trie­ben. Aber was steckt eigent­lich dahin­ter? War­um wird es auf der Erde immer wär­mer, und wel­che Fol­gen hat das für Men­schen, Tie­re und Pflan­zen? Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann, Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie, ins­be­son­de­re Sozia­le Ungleich­heit, gestal­tet am Sams­tag, 15. Novem­ber 2025, die zwei­te Vor­le­sung der Kin­der-Uni. Gemein­sam wird erforscht, wie die Erd­er­wär­mung ent­steht und was getan wer­den muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu kön­nen. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Kli­ma, son­dern auch um mehr Gerech­tig­keit: Denn rei­che Men­schen scha­den dem Kli­ma viel mehr als Arme, aber lei­den viel weni­ger unter den Fol­gen. In die­ser Vor­le­sung wird gezeigt, wie Armut und Reich­tum mit dem Kli­ma­wan­del zusam­men­hän­gen. Außer­dem wird gemein­sam über­legt, was man selbst gegen den Kli­ma­wan­del tun kann. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Von Rit­tern und Bam­ber­ger Bür­gern – Was archäo­lo­gi­sche Fun­de über die (Tisch-)Kultur des Mit­tel­al­ters verraten

Die drit­te Vor­le­sung fin­det am Sams­tag, 22. Novem­ber 2025, statt. Brit­ta Zieg­ler vom Lehr­stuhl für Archäo­lo­gie des Mit­tel­al­ters und der Neu­zeit erklärt, was Archäo­lo­gin­nen und Archäo­lo­gen durch Aus­gra­bun­gen alles erfah­ren kön­nen. Wenn bei­spiels­wei­se eine alte Kera­mik­scher­be gefun­den wird, kann die­se Scher­be ver­ra­ten, wie eine Burg ein­ge­rich­tet war oder ob die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner eines Hau­ses arm oder reich waren. Außer­dem geben sol­che Fun­de Aus­kunft dar­über, wel­che Werk­zeu­ge und Tech­ni­ken die Men­schen frü­her bereits kann­ten. Die Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler haben die Mög­lich­keit, 500 Jah­re alte Ori­gi­nal­fun­de ken­nen­zu­ler­nen, den Umgang mit ihnen zu erler­nen und die Geheim­nis­se über das Leben von damals zu erfah­ren. Die Ver­an­stal­tung fin­det zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 /​/​00.06, Am Kra­nen 14. Bei die­ser Vor­le­sung ist die Teil­neh­men­den­zahl auf 20 Kin­der begrenzt.

Seit 2003 prä­sen­tie­ren Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler jedes Jahr The­men aus ihren For­schungs­ge­bie­ten in Vor­le­sun­gen, die sie spe­zi­ell für Kin­der hal­ten. Erwach­se­ne Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer sind des­halb bei den Vor­le­sun­gen nicht zuge­las­sen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu fin­den, eben­so die Anmeldemöglichkeit.

Ehe­ma­li­ger Rek­tor der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät verstorben

Uni­ver­si­tät trau­ert um Alfred E. Hierold

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg nimmt Abschied von Prof. Dr. Alfred Egid Hie­rold. Am Mitt­woch, dem 3. Sep­tem­ber, ist er im Alter von 83 Jah­ren ver­stor­ben, wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mitteilt.

Bis 2007 war Prof. Dr. Alfred Egid Hie­rold Pro­fes­sor für Kir­chen­recht an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg und hat­te von April 1992 bis April 2000 das Amt des Rek­tors inne. In der aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung präg­te er die Geschi­cke der Uni­ver­si­tät auch dar­über hin­aus auf viel­fäl­ti­ge Wei­se. „Alfred Hie­rold war ein weit­sich­ti­ger Aka­de­mi­ker, For­scher und Men­tor und enga­gier­te sich kon­se­quent in Wis­sen­schaft, Gesell­schaft und Kir­che“, sagt Prof. Dr. Kai Fisch­bach, amtie­ren­der Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Sei­ne Hin­ga­be und Ent­schlos­sen­heit zeig­ten sich nicht nur in sei­nem wert­vol­len Bei­trag zu For­schung und Leh­re, son­dern auch in sei­nem Ein­satz als Dekan, Vize­prä­si­dent und Rek­tor für hoch­schul­über­grei­fen­de Pro­jek­te. „Mit Alfred Hie­rold ver­lie­ren wir eine Per­sön­lich­keit, die unse­rer Uni­ver­si­tät über vie­le Jah­re ein Gesicht gege­ben hat“, sagt Fisch­bach. „Sein Enga­ge­ment hat sicht­ba­re Spu­ren hinterlassen.“


Der Weg nach Bamberg

Der 1941 in Vohen­strauß in der Ober­pfalz gebo­re­ne Hie­rold stu­dier­te nach dem Abitur Theo­lo­gie in Regens­burg und Mün­chen. Am 29. Juni 1967 wur­de er in Regens­burg zum Pries­ter geweiht und war anschlie­ßend von 1967 bis 1968 Kaplan in Eggen­fel­den. Schon bald wur­de er für das kir­chen­recht­li­che Fach­stu­di­um am Kano­nis­ti­schen Insti­tut der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen frei­ge­stellt. Dar­in spie­gel­te sich sein frü­hes Inter­es­se an Rechts­fra­gen wider. 1975 erwarb er ein Lizen­ti­at im kano­ni­schen Recht und 1978 wur­de er zum The­ma „Grund­le­gung und Orga­ni­sa­ti­on kirch­li­cher Cari­tas unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des deut­schen Teil­kir­chen­rech­tes“ pro­mo­viert. Mit Lehr­auf­trä­gen an ver­schie­de­nen Hoch­schu­len zwi­schen 1979 und 1981 führ­te er sei­ne aka­de­mi­sche Lauf­bahn fort. Schließ­lich brach­te ihn sein Weg nach Bam­berg, wo er bis zu sei­ner Eme­ri­tie­rung im Jahr 2007 wirk­te. Sei­ne Lehr­tä­tig­keit trat er 1980 an und war zunächst Ver­tre­ter des eme­ri­tier­ten Alt­rek­tors Prof. Dr. Dr. Oth­mar Heg­gel­ba­cher. Am 1. März 1981 wur­de Hie­rold ordent­li­cher Pro­fes­sor auf dem Lehr­stuhl für Kir­chen­recht der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Neben sei­nen aka­de­mi­schen Ver­pflich­tun­gen in Bam­berg lehr­te Alfred E. Hie­rold auch als Gast­pro­fes­sor und spä­ter als ordent­li­cher Pro­fes­sor an der Phi­lo­so­phisch-Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Hei­li­gen­kreuz in Österreich.


Enga­ge­ment in der Hochschulpolitik

Schon bald nach sei­ner Beru­fung wand­te er sich der Hoch­schul­po­li­tik zu. 1983 wur­de er zum ers­ten Mal für zwei Jah­re zum Dekan der dama­li­gen Fakul­tät Katho­li­sche Theo­lo­gie gewählt. Eine wei­te­re Amts­zeit über­nahm er von Okto­ber 2000 bis Sep­tem­ber 2002. Zwi­schen­zeit­lich – von 1989 bis 1991 – war Hie­rold Vize­prä­si­dent und vom 1. April 1992 bis zum 31. März 2000 Rek­tor der Uni­ver­si­tät. Ins­be­son­de­re sei­ne Zeit als Rek­tor war geprägt von der ers­ten gro­ßen Wel­le der baye­ri­schen Hoch­schul­re­for­men sowie vom auch räum­li­chen Aus­bau der Universität.

Wäh­rend der acht Jah­re als Rek­tor, aber auch dar­über hin­aus, streb­te Hie­rold danach, das aka­de­mi­sche Fächer­spek­trum zu arron­die­ren und zu kon­so­li­die­ren. Er erkann­te zudem, dass Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät unab­ding­bar ist für exzel­len­te For­schung. Als wich­ti­gen Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt auf dem Weg zu mehr fächer­über­grei­fen­der Zusam­men­ar­beit sah er etwa das wäh­rend sei­ner Amts­zeit 1998 gegrün­de­te Zen­trum für Mit­tel­al­ter­stu­di­en (ZEMAS), das alle medi­ävis­tisch rele­van­ten Poten­tia­le zusam­men­füh­re und zur Pro­fil­bil­dung der Uni­ver­si­tät einen unschätz­ba­ren Wert geleis­tet habe, wie er im „Haus der Weis­heit“, dem Kata­log der Aus­stel­lun­gen aus Anlass der 350-Jahr­fei­er der Uni­ver­si­tät, 1998 selbst schrieb.

Dass For­schung und Wis­sen­schaft nur gedei­hen, wenn sie qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs her­vor­brin­gen, war Hie­rold eben­falls klar. Um die Zahl und Qua­li­tät der Pro­mo­tio­nen an der Uni­ver­si­tät Bam­berg zu stei­gern und For­schungs­po­ten­tia­le zu bün­deln, setz­te er sich für die Kon­zep­ti­on und Ein­wer­bung von Gra­du­ier­ten­kol­legs ein. Zudem wur­den in sei­ner Zeit als Rek­tor wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tun­gen wie das Staats­in­sti­tut für Fami­li­en­for­schung (ifb) oder das ehe­ma­li­ge euro­päi­sche forum für migra­ti­ons­stu­di­en (efms) errich­tet und als An-Insti­tu­te der Uni­ver­si­tät aner­kannt. Die Eta­blie­rung der Bam­ber­ger Uni­ver­si­täts­stif­tung geht wesent­lich auf den Impuls von Alfred E. Hie­rold zurück.

In sei­ne Amts­zeit fie­len auch eini­ge bau­li­che Ver­än­de­run­gen der Uni­ver­si­tät. Auf dem ehe­ma­li­gen Kli­nik-Gelän­de an der Mar­kus­stra­ße wur­den das Mar­cus-Haus und das Gebäu­de für die Didak­ti­ken der Natur­wis­sen­schaft ein­ge­weiht, eben­so wie zwei Ver­wal­tungs­ge­bäu­de in der Kapu­zi­ner­stra­ße. Das Roten­han-Palais wur­de über­nom­men und umge­baut. Neu erwor­ben wur­de das Gebäu­de Am Kra­nen 14. Kurz vor Ende der Amts­zeit erfolg­te der Spa­ten­stich zum Rechen­zen­trum und die Über­nah­me der ehe­ma­li­gen Domi­ni­ka­ner­kir­che, die in den Fol­ge­jah­ren in zwei Reno­vie­rungs­pha­sen zur AULA der Uni­ver­si­tät in der his­to­ri­schen Alt­stadt umge­baut wer­den konnte.


Viel­fäl­ti­ges wis­sen­schaft­li­ches Interesse

In sei­ner For­schung beschäf­tig­te sich Hie­rold vor allem mit kano­nis­ti­schen Fra­gen, die die kirch­li­che Cari­tas betref­fen, mit der Mili­tär­seel­sor­ge sowie mit dem kirch­li­chen Ver­fas­sungs- und Ehe­recht. Hie­rolds tie­fe Bezie­hung zur Fra­ge der Gerech­tig­keit, die sich auch in sei­ner For­schung wider­spie­gel­te, wur­zelt in sei­ner Bio­gra­phie, wie er bei sei­ner Abschieds­vor­le­sung 2007 erin­ner­te. Ein­drucks­voll schil­der­te er die „Bar­ba­rei“ der Nazis aus eige­nen Kind­heits­er­fah­run­gen und plä­dier­te von die­sen ein­schnei­den­den Erleb­nis­sen aus­ge­hend gegen einen Rechts­po­si­ti­vis­mus, der Recht nur umsetzt und nicht hin­ter­fragt. So sei es immer sein Anlie­gen gewe­sen, nicht nur die Nor­men des Kir­chen­rechts zu ver­mit­teln, son­dern auch deren inne­res Ver­ständ­nis zu ermöglichen.

Sei­ne Lei­den­schaft für Bil­dung und Wis­sen war anste­ckend und inspi­rie­rend für sei­ne Kol­le­gin­nen, Kol­le­gen und Stu­die­ren­den. Doch sein Wir­ken beschränk­te sich nicht nur auf die Hoch­schu­le. Er flan­kier­te sei­ne aka­de­mi­schen Tätig­kei­ten durch zahl­rei­che Ehren­äm­ter und stell­te sich ganz klar in den Dienst der Kir­che als Seel­sor­ger, in der diö­ze­sa­nen Gerichts­bar­keit und als Bera­ter auf ver­schie­de­nen kirch­li­chen Ebe­nen, etwa in der Erz­diö­ze­se eben­so wie für die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz und den Apos­to­li­schen Stuhl. Zudem war er Mit­glied in zahl­rei­chen Gre­mi­en, etwa im Wis­sen­schaft­li­chen Rat der Katho­li­schen Aka­de­mie in Bay­ern, im Kura­to­ri­um des Col­le­gi­um Oecu­me­ni­cum Bam­berg oder in der Mis­sio-Kom­mis­si­on des Erz­bis­tums. Seit 2001 beriet er dar­über hin­aus die Kom­mis­si­on XIII der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, die für die Cari­tas zustän­dig ist, und im Rah­men des Bolo­gna-Pro­zes­ses war er Mit­glied der Kom­mis­si­on der Kon­gre­ga­ti­on für das Katho­li­sche Bil­dungs­we­sen. Sein Enga­ge­ment wur­de mit zahl­rei­chen Aus­zeich­nun­gen gewür­digt. So war Alfred Hie­rold unter ande­rem Päpst­li­cher Ehren­prä­lat, Trä­ger des Bun­des­ver­dienst­kreu­zes, Trä­ger der Bene-Mer­en­ti-Medail­le der Uni­ver­si­tät Bam­berg in Gold sowie der Bür­ger­me­dail­le der Stadt Bamberg.

Stu­die­ren­de leis­ten Grund­la­gen­ar­beit für künf­ti­ges Museum

Uni­ver­si­tät Bam­berg erschließt Paul Maars Vorlass

Bald soll Paul Maars Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums. Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te, wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mitteilt.

Paul Maar ist einer der bekann­tes­ten Kin­der­buch­au­to­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum – und weit dar­über hin­aus. Sei­ne Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Spra­chen über­setzt. Zuletzt brach­te er auch Lite­ra­tur für Erwach­se­ne her­aus. Bald soll sein Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums: Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te. In den zahl­rei­chen Kis­ten fan­den sie unter ande­rem Bücher, Manu­skrip­te, Fotos, Film­re­qui­si­ten, Sams-Pup­pen, Zeich­nun­gen, Fan­post und per­sön­li­che Noti­zen. Ohne eine sys­te­ma­ti­sche Inven­ta­ri­sie­rung wäre eine musea­le Pla­nung eben­so wie die spä­te­re Bestands-Ver­wal­tung im lau­fen­den Betrieb unmög­lich. Am 31. August 2025 konn­ten sie die Inven­ta­ri­sie­rung dank der erfolg­rei­chen Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Hall­stadt und der Lan­des­stel­le für die nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern abschließen.


Inven­ta­ri­sie­ren, archi­vie­ren, bewahren

„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Muse­ums­idee gehört habe. Paul Maar ist ein Aus­hän­ge­schild für unse­re Regi­on – und welt­weit bekannt. Mit sei­nen Büchern hat er die Kind­heit vie­ler Men­schen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heid­run Alz­hei­mer, ehe­ma­li­ge Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Sie lei­te­te das Inventarisierungsprojekt.

Die Inven­ta­ri­sie­rung – also die Erfas­sung und Doku­men­ta­ti­on sämt­li­cher Objek­te – ist Grund­vor­aus­set­zung für jedes Muse­um. Sie dient nicht nur der Ord­nung und Archi­vie­rung, son­dern ist auch Basis für spä­te­re Aus­stel­lun­gen, digi­ta­le Anwen­dun­gen, Kon­ser­vie­rung, Scha­dens­do­ku­men­ta­ti­on und Ver­wal­tung. Seit Febru­ar erfass­ten vier Mas­ter­stu­die­ren­de der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie gemein­sam mit Heid­run Alz­hei­mer sämt­li­che Objek­te aus Paul Maars Vor­lass mit­hil­fe einer pro­fes­sio­nel­len Soft­ware. Bis Ende August 2025 haben sie einen Groß­teil der rund 5.000 Stü­cke doku­men­tiert. Nur kur­so­risch erfasst wur­de die Fan­post auf­grund der schie­ren Mas­se an Zuschrif­ten begeis­ter­ter Leser und Lese­rin­nen. Vie­le Schrei­ben sind lie­be­voll illus­triert und zeu­gen von der anhal­ten­den Wir­kung von Maars Werk.


Stu­die­ren­de ler­nen pro­fes­sio­nel­le Museumsarbeit

Dass Stu­die­ren­de an dem Pro­jekt betei­ligt waren, kommt nicht von unge­fähr, son­dern ist eines der Ergeb­nis­se einer vor­aus­schau­en­den Lehr­stra­te­gie: Heid­run Alz­hei­mer erkann­te früh, dass Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten aus der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie häu­fig das Berufs­feld „Muse­um“ anstre­ben. Um dar­auf im Stu­di­um vor­zu­be­rei­ten, ent­wi­ckel­te sie eigens ein Pra­xis­mo­dul zur Muse­ums­aus­bil­dung, in dem der Umgang mit Samm­lun­gen, kon­ser­va­to­ri­sche Grund­la­gen und digi­ta­le Erfas­sungs­me­tho­den pra­xis­nah ver­mit­telt wer­den. Die Stu­die­ren­den bli­cken in den Kur­sen auch hin­ter die Kulis­sen, etwa bei Besu­chen in den Muse­en Bay­erns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vor­lass ist ein Bei­spiel dafür, wie eng aka­de­mi­sche Aus­bil­dung und ange­wand­te Kul­tur­ar­beit zusam­men­spie­len kön­nen: „Die Stu­die­ren­den ler­nen hier Muse­ums­pra­xis im bes­ten Sin­ne – von der Ver­schlag­wor­tung bis zur Erfas­sung kom­ple­xer Objek­te in ver­schie­de­nen Spra­chen, Schrif­ten und media­len For­ma­ten“, so Alz­hei­mer. Eine Inven­tar­num­mer wird nach kon­ser­va­to­ri­schen Stan­dards direkt am Objekt ange­bracht, Ver­wei­se auf ver­wand­te Stü­cke in der Daten­bank mit Hil­fe von Refe­renz­num­mern ergänzt. Das emp­find­li­che Mate­ri­al wird in säu­re­frei­em Sei­den­pa­pier und Spe­zi­al­kar­tons archiviert.

„Ich woll­te schon immer im Muse­ums­be­reich arbei­ten – und durch die­ses Pro­jekt hat sich mein Berufs­wunsch noch ein­mal rich­tig gefes­tigt“, sagt Melis­sa Link, Mas­ter­stu­den­tin der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie. „Beson­ders schön war, dass wir dabei nicht ein­fach nur Objek­te inven­ta­ri­siert haben, son­dern viel über Paul Maar als Mensch erfah­ren konn­ten. Und er selbst war bei Fra­gen ansprech­bar – das war wirk­lich ein High­light.“ Für Link war die Inven­ta­ri­sie­rung nicht nur eine pro­fes­sio­nel­le, son­dern auch eine pri­va­te Berei­che­rung: „Paul Maar hat mich mit sei­ner Krea­ti­vi­tät ange­steckt. Und ich sehe manch all­täg­li­che Din­ge mit ganz ande­ren Augen.“ In ihrer Mas­ter­ar­beit möch­te sie sich nun mit den hand­werk­li­chen und kon­ser­va­to­ri­schen Aspek­ten des Inven­ta­ri­sie­rens beschäf­ti­gen – am Bei­spiel der Paul Maar Samm­lung. Eini­ge Objek­te wird sie auch bio­gra­phisch erforschen.


Bli­cke in das Leben von Paul Maar

Neben den bekann­ten Publi­ka­tio­nen und ihren inter­na­tio­na­len Aus­ga­ben fin­den sich im Vor­lass auch per­sön­li­che Zeug­nis­se: Fotos von Lese­rei­sen und Besu­chen in Goe­the-Insti­tu­ten rund um den Glo­bus, Gra­phi­ken, Brie­fe, hand­schrift­li­che Skiz­zen und Manu­skrip­te und Bücher mit Anmer­kun­gen für Lesun­gen. „Man spürt an vie­len Stel­len, wie eng bio­gra­phi­sche Erfah­run­gen und lite­ra­ri­sche Arbeit bei Paul Maar ver­knüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als sei­ne Sams-Bücher“, sagt Alz­hei­mer. So fin­den sich im Vor­lass bei­spiels­wei­se Fotos mit den Jazz­grö­ßen Keith Jar­rett und Jan Gar­ba­rek, für die Maar ein Schall­plat­ten­co­ver gestal­tet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem dama­li­gen Wohn­ort Gröt­zin­gen zu Besuch.

Beson­ders kurio­ses Mate­ri­al stel­len die Requi­si­ten aus dem zwei­ten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlum­mer­ten jah­re­lang in der Gara­ge eines Bam­ber­ger Stadt­füh­rers, der sie nun dem Muse­um über­las­sen hat. Im Film war in der Bam­ber­ger Innen­stadt ein Hun­de­sa­lon ein­ge­rich­tet, daher zäh­len zu den Requi­si­ten so kurio­se Din­ge wie Hundelockenwickler.

Die Eröff­nung des Muse­ums ist in den nächs­ten Jah­ren geplant. Bereits im Okto­ber 2025 fin­det im Kul­tur­bo­den Hall­stadt eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung mit Podi­ums­dis­kus­si­on und einer Aus­stel­lung mit Gra­fi­ken von Paul Maar statt. Auch der Künst­ler selbst wird anwe­send sein.

Inter­na­tio­na­le Wochen gegen Rassismus

Über 200 Schü­le­rin­nen und Schü­ler beim Projekttag

Ver­gan­ge­nen Mitt­woch fand an der Uni­ver­si­tät Bam­berg der Pro­jekt­tag für Schu­len im Rah­men der Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus statt. Orga­ni­siert wur­de die Ver­an­stal­tung vom Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rat der Stadt Bam­berg (MiB) und dem Stadt­ju­gend­ring Bam­berg (SJR) in Koope­ra­ti­on mit der Uni­ver­si­tät Bam­berg sowie wei­te­ren Partnerorganisationen.

Über 200 Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus Stadt und Land­kreis Bam­berg nah­men an inter­ak­ti­ven Work­shops teil. The­men wie Anti­zi­ga­nis­mus, inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on, Vor­ur­tei­le gegen­über Geflüch­te­ten, Que­er­feind­lich­keit sowie „Alt und Jung gegen Rechts“ stan­den im Mit­tel­punkt. Ziel war es, Ras­sis­mus sicht­bar zu machen, das Bewusst­sein zu schär­fen und Betrof­fe­ne zu empowern – im Sin­ne des Mot­tos „Men­schen­wür­de schüt­zen – aber von allen“.

Auch mehr als 20 Lehr­kräf­te nah­men an einem eige­nen Work­shop teil, der sich mit Diver­si­ty und Dis­kri­mi­nie­rung im Schul­all­tag beschäf­tig­te. „Der Aus­tausch mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen sowie die pra­xis­na­hen Impul­se haben mir wert­vol­le neue Ansät­ze für mei­nen Unter­richt gege­ben“, so eine teil­neh­men­de Lehrkraft.

Die Orga­ni­sa­to­rin­nen und Orga­ni­sa­to­ren zeig­ten sich zufrie­den mit der gro­ßen Reso­nanz. „Die hohe Betei­li­gung zeigt, dass das The­ma Ras­sis­mus vie­le bewegt. Gera­de für jun­ge Men­schen ist es wich­tig, Dis­kri­mi­nie­rung zu erken­nen und sich aktiv für eine offe­ne Gesell­schaft ein­zu­set­zen“, beto­nen Maxi­mi­li­an Man­lig von SJR und Samer Rahhal von der Stadt Bamberg.

Der Pro­jekt­tag mach­te deut­lich, wie wich­tig es ist, Ras­sis­mus nicht nur zu erken­nen, son­dern auch aktiv dage­gen ein­zu­tre­ten. Die vie­len enga­gier­ten Dis­kus­sio­nen und neu­en Per­spek­ti­ven zei­gen, dass gemein­sa­mes Ler­nen und Han­deln der Schlüs­sel zu einer offe­nen und respekt­vol­len Gesell­schaft sind.

Sozio­lo­gie und Politikwissenschaft

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Sozi­al­wis­sen­schaf­ten stark im Shang­hai Ranking

Im all­jähr­li­chen Shang­hai-Ran­king haben sich die Sozio­lo­gie und Poli­tik­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Bam­berg erneut gute Plat­zie­run­gen gesi­chert. Im Bay­ern-Ver­gleich schnitt die Sozio­lo­gie beson­ders gut ab.

Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg behaup­tet sich laut einer Mit­tei­lung der Hoch­schu­le im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Im renom­mier­ten Shang­hai-Ran­king ist sie erneut mit den Fächern Sozio­lo­gie und Poli­tik­wis­sen­schaft ver­tre­ten. Das unter­strei­che die star­ke Posi­ti­on der Uni­ver­si­tät in bei­den Dis­zi­pli­nen und ihre kon­ti­nu­ier­li­che Arbeit an inter­na­tio­nal sicht­ba­rer Forschung.

„Unse­re Plat­zie­rung in den Bes­ten­lis­ten des Shang­hai-Ran­kings unter­streicht erneut die exzel­len­ten For­schungs­leis­tun­gen der Bam­ber­ger Sozio­lo­gie und der Poli­tik­wis­sen­schaft“, sagt Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Kai Fisch­bach, „die welt­weit Beach­tung fin­den. Die­se Aner­ken­nung ist das Ergeb­nis des her­aus­ra­gen­den Enga­ge­ments unse­rer Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler, die mit ihrer Arbeit immer wie­der wich­ti­ge gesell­schaft­li­che und sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Impul­se setzen.“

Die Bam­ber­ger Sozio­lo­gie kann ihre Top-Plat­zie­rung vom ver­gan­ge­nen Jahr bestä­ti­gen. Im welt­wei­ten Wett­be­werb lan­de­te sie wie­der unter den Top 100. Deutsch­land- und bay­ern­weit erreicht die Bam­ber­ger Sozio­lo­gie zudem Spit­zen­plät­ze. Gemein­sam mit der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt und der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin lan­det Bam­berg im deutsch­land­wei­ten Ver­gleich hin­ter der erst­plat­zier­ten Uni­ver­si­tät zu Köln.

Im bay­ern­wei­ten Ver­gleich erreicht die Bam­ber­ger Sozio­lo­gie erst­mals Platz 1. „Das Ran­king zeigt, dass unse­re For­schung erst­klas­sig publi­ziert und zitiert wird“, sagt Micha­el Gebel, geschäfts­füh­ren­der Direk­tor des Insti­tuts für Sozio­lo­gie. „Die Neue­run­gen in der Metho­dik des Ran­kings mit der Ein­füh­rung der Dimen­si­on ‚World Class Facul­ty’ wür­di­gen zudem unser star­kes Enga­ge­ment als Mit­her­aus­ge­be­rin­nen und Mit­her­aus­ge­ber füh­ren­der Fachzeitschriften.“

Poli­tik­wis­sen­schaft unter Top 300

Eben­so kann die Bam­ber­ger Poli­tik­wis­sen­schaft wie­der sehr gute Plät­ze bele­gen. Sie kommt unter die Top 300 welt­weit. Auch im deutsch­land- und bay­ern­wei­ten Ver­gleich der auf­ge­führ­ten Uni­ver­si­tä­ten belegt sie Plät­ze weit vor­ne im Ran­king. Im bay­ern­wei­ten Ver­gleich lan­det sie auf Platz 3.

„Unse­re Plat­zie­rung im Shang­hai-Ran­king zeigt, dass die Poli­tik­wis­sen­schaft in Bam­berg mit ihren For­schungs­schwer­punk­ten auf inter­na­tio­na­lem Niveau wahr­ge­nom­men und aner­kannt wird“, sagt Moni­ka Heu­pel, geschäfts­füh­ren­de Direk­to­rin des Insti­tuts für Poli­tik­wis­sen­schaft. „Die­ser Erfolg bestärkt uns dar­in, wei­ter­hin rele­van­te Fra­ge­stel­lun­gen zu bear­bei­ten und zur wis­sen­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Debat­te beizutragen.“

Das Shang­hai-Ran­king

Das Shang­hai-Ran­king begann 2009 mit der Ver­öf­fent­li­chung von welt­wei­ten Hoch­schul­ran­kings nach aka­de­mi­schen Fächern. Im Jahr 2024 bewer­tet das soge­nann­te „Glo­bal Ran­king of Aca­de­mic Sub­jects“ (GRAS) 55 Fächer unter ande­rem aus den Natur­wis­sen­schaf­ten, Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten, Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und der Medizin.

Mehr als 1.900 Uni­ver­si­tä­ten aus 96 Län­dern und Regio­nen sind auf­ge­führt. Für das Ran­king wer­den eine Rei­he objek­ti­ver Indi­ka­to­ren her­an­ge­zo­gen wie etwa For­schungs­leis­tung, inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit, For­schungs­qua­li­tät und inter­na­tio­na­le aka­de­mi­sche Auszeichnungen.

Uni Bam­berg, Hoch­schu­le Coburg, HWK

InTra-Bau: Fünf Mil­lio­nen Euro für kli­ma­ge­rech­tes Sanieren

Im Pro­jekt „InTra-Bau“ wid­men sich die Uni­ver­si­tät Bam­berg, die Hoch­schu­le Coburg und die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken nach­hal­ti­ger Sanie­rung. Durch die Ver­knüp­fung mit moder­nen Tech­no­lo­gien soll zukunfts­fä­hi­ges Bau­en im Bestand inno­va­ti­ons­fä­hig gemacht und bestehen­des Wis­sen kon­ser­viert werden.

Mit dem gemein­sa­men Pro­jekt­vor­schlag „InTra-Bau“ haben sich die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg, die Hoch­schu­le Coburg und die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken unter 500 Anträ­gen durch­ge­setzt und wer­den nun vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) bis 2028 mit ins­ge­samt fünf Mil­lio­nen Euro geför­dert. Dies teilt die Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät aktu­ell mit.

Ziel des Pro­jekts ist es, durch eine enge Ver­net­zung von Wis­sen­schaft und Hand­werk, nach­hal­ti­ges und kli­ma­ge­rech­tes Bau­en im Bestand und in der Denk­mal­pfle­ge vor­an­zu­trei­ben und damit einen Bei­trag zur Res­sour­cen­scho­nung, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Kli­ma­neu­tra­li­tät im Bau­sek­tor zu leis­ten. Die Uni­ver­si­tät Bam­berg, die Hoch­schu­le Coburg und die Hand­werks­kam­mer bil­den damit eine von 20 soge­nann­ten Inno­va­tions-Com­mu­ni­ties, die bun­des­weit zur För­de­rung aus­ge­wählt wurden.

Bestands­sa­nie­rung statt Neubau

„InTra-Bau“ ist das Akro­nym für „Inno­va­ti­on aus Tra­di­ti­on – Trans­fer­struk­tu­ren für nach­hal­ti­ges und kli­ma­ge­rech­tes Bau­en im Bestand und in der Denk­mal­pfle­ge“. Die drei Pro­jekt­part­ner aus Wis­sen­schaft und Hand­werk wol­len durch ihre Zusam­men­ar­beit das bis­her ver­nach­läs­sig­te, in Denk­mä­lern und tra­di­tio­nel­len Hand­werks­tech­ni­ken gespei­cher­te Wis­sen über nach­hal­ti­ge und kli­ma­freund­li­che Bau­tech­ni­ken und ‑mate­ria­li­en nutz­bar machen. Durch die Ver­knüp­fung mit moder­nen Tech­no­lo­gien soll zukunfts­fä­hi­ges, nach­hal­ti­ges Bau­en im Bestand zudem inno­va­ti­ons­fä­hig gemacht und bestehen­des Wis­sen kon­ser­viert werden.

Ste­fan Breit­ling vom Kom­pe­tenz­zen­trum Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Denk­mal­tech­no­lo­gien (KDWT) der Uni­ver­si­tät Bam­berg, Spre­cher des Ver­bund­pro­jekts, erklärt die Beweg­grün­de: „Aus unse­rer Sicht bedarf es einer nach­hal­ti­gen Sanie­rungs- und Instand­hal­tungs­stra­te­gie, die dem Bau­en im Bestand sowie dem Repa­rie­ren und Opti­mie­ren vor­han­de­ner Bau­tei­le den Vor­rang vor dem Aus­tausch der­sel­ben einräumt.“

Not­wen­dig ist dies aus Sicht der drei Pro­jekt­part­ner, da die Bau­bran­che nicht nur einer der wich­tigs­ten Wirt­schafts­mo­to­ren Deutsch­lands ist, son­dern zugleich enorm res­sour­cen- und emmis­si­ons­in­ten­siv. Eine zuneh­men­de Roh­stoff­ver­knap­pung, die Abhän­gig­keit von inter­na­tio­na­len Lie­fer­ket­ten sowie damit ver­bun­de­ne Lie­fer­pro­ble­me und Preis­stei­ge­run­gen stel­len die Bau­bran­che daher vor neue Herausforderungen.

„Trotz der gro­ßen Res­sour­ce an gebau­ter Umwelt, geht der Trend und die För­de­run­gen bis­lang immer noch zum Neu­bau statt zur Bestands­sa­nie­rung“, sagt Mar­kus Schl­empp, Inha­ber der Pro­fes­sur für Ent­wer­fen und Kon­stru­ie­ren mit inno­va­ti­ven Werk­stof­fen unter Ein­be­zie­hung denk­mal­ge­schütz­ter Bau­ten an der Hoch­schu­le Coburg und Pro­jekt­lei­ter im Pro­jekt an der Hoch­schu­le Coburg. „Das Ziel unse­res Zusam­men­schlus­ses ist es, hier­bei eine Umkehr ein­zu­lei­ten, indem wir in den Com­mu­ni­tys nach­hal­ti­ge Stra­te­gien für den Bau­sek­tor ent­wi­ckeln und damit einen Bei­trag zur Bau­wen­de leisten.“

Wis­sens­trans­fer zwi­schen Hand­werk und Forschung

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken ist Pra­xis­part­ner im Pro­jekt und damit für die For­schen­den der direk­te Kon­takt in die Hand­werks­pra­xis. Von den mehr als 17.400 Mit­glieds­be­trie­ben beschäf­ti­gen sich rund 6.400 mit Bau und Aus­bau, Denk­mal­pfle­ge und Bau­en im Bestand. „Es hat sich in der Ver­gan­gen­heit gezeigt, dass Pro­jek­te dann beson­ders erfolg­reich sind, wenn eine enge Zusam­men­ar­beit mit den Betrie­ben und damit der Pra­xis statt­fin­det“, betont Rai­ner Beck, Geschäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken. „Wir stel­len sicher, dass die Exper­ti­se des Hand­werks best­mög­lich genutzt wird und die erar­bei­te­ten Ergeb­nis­se auch in das Hand­werk trans­fe­riert werden.“

Maß­nah­men und Ziele

Im Pro­jekt­ver­lauf soll ein Netz­werk aus Hand­werk, For­schung und auch Archi­tek­tur­bü­ros oder Inter­es­sen­ver­bän­den auf­ge­baut wer­den. Für die­ses Netz­werk sol­len Struk­tu­ren ent­ste­hen, die einen effi­zi­en­ten Aus­tausch – etwa in Work­shops, Sym­po­si­en und Fort­bil­dun­gen – und eine effek­ti­ve Zusam­men­ar­beit ermög­li­chen. Aus die­sem Netz­werk her­aus sol­len schließ­lich kon­kre­te Bedar­fe rund um nach­hal­ti­ge Sanie­rung und Instand­hal­tung ermit­telt werden.

„Unser ober­frän­ki­scher Kom­pe­tenz­ver­bund im Bereich der Denk­mal­wis­sen­schaf­ten, Kul­tur­gut­si­che­rung und Bau­kul­tur ist bun­des­weit ein­ma­lig und bie­tet idea­le Bedin­gun­gen für das Inno­va­ti­ons­netz­werk“, sagt Kai Fisch­bach, Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Er ist über­zeugt, dass die Inno­va­tions-Com­mu­ni­ty die Zukunft des Hand­werks lang­fris­tig stärkt und neben öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen vor allem auch sozia­le und kul­tu­rel­le Aspek­te der Nach­hal­tig­keit adres­siert. Dazu zäh­len etwa die Stär­kung urba­ner und länd­li­cher Gemein­schaf­ten und des Tou­ris­mus­sek­tors sowie die Revi­ta­li­sie­rung von Dör­fern und his­to­ri­schen Innen­städ­ten, die als wei­che Fak­to­ren die Inno­va­ti­ons­kraft von Regio­nen maß­geb­lich beeinflussen.

Uni­ver­si­tät Bamberg

Ali­na Bron­sky wird Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­so­rin 2025

Die Schrift­stel­le­rin Ali­na Bron­sky über­nimmt die renom­mier­te Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur 2025. Ihre Tex­te sind sozi­al­kri­tisch, legen hin und wie­der aber auch einen Schwer­punkt auf das Kulinarische.

Seit 1986 bie­tet die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg jähr­lich eine Poe­tik­pro­fes­sur. Die­se Lehr­stel­le gehört laut einer Mit­tei­lung des Rat­hau­ses zu den renom­mier­tes­ten ihrer Art im deutsch­spra­chi­gen Raum. Jedes Jahr wird sie jeweils von einer Autorin oder einem Autor beklei­det. Vorgänger:innen von Ali­na Bron­sky waren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unter ande­rem Yoko Tawa­da, Jen­ny Erpen­beck, Jan Wag­ner, Lutz Sei­ler, Cle­mens Setz oder Kath­rin Rög­g­la. 2025 rich­tet die Uni­ver­si­tät die Pro­fes­sur zum ers­ten Mal in Koope­ra­ti­on mit der Stadt Bam­berg aus.

Los geht es im Som­mer­se­mes­ter 2025. Dann wird Ali­na Bron­sky als Poe­tik­pro­fes­so­rin in Bam­berg eine Eröff­nungs­le­sung und drei Poe­tik­vor­le­sun­gen begin­nen. Zudem hält sie Semi­nar­sit­zun­gen mit Stu­die­ren­den und wei­te­ren Inter­es­sier­ten. Eine Tagung mit Vor­trä­gen zu ihrem Werk und ein Schul­pro­jekt mit einem Bam­ber­ger Gym­na­si­um erwei­tern die Veranstaltungsreihe.

Über die Poetikprofessorin

Ali­na Bron­sky, 1978 im rus­si­schen Swerd­lowsk gebo­ren und seit den frü­hen 1990er Jah­ren in Deutsch­land lebend, schreibt für meh­re­re Gene­ra­tio­nen. Ihre Jugend­ro­ma­ne wie „Scher­ben­park“ (2008) und „Schall­plat­ten­som­mer“ (2022), ihre Roma­ne für Erwach­se­ne wie „Die schärfs­ten Gerich­te der tata­ri­schen Küche“ (2010), „Baba Dun­jas letz­te Lie­be“ (2015), „Bar­ba­ra stirbt nicht“ (2021) oder „Pi mal Dau­men“ (2024) waren immer wie­der für renom­mier­te Aus­zeich­nun­gen wie den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis, den Deut­schen Buch­preis, das Lieb­lings­buch unab­hän­gi­ger Buch­hand­lun­gen oder den Aspek­te-Lite­ra­tur­preis nomi­niert. Auch schaff­ten sie es auf die Best­sel­ler­lis­ten und in den Schulunterricht.

In ihrem Schrei­ben ver­mag Ali­na Bron­sky laut Mit­tei­lung etwas sehr Sel­te­nes. So ver­bin­de sie unter­hal­ten­de Lite­ra­tur mit intel­lek­tu­el­lem Tief­gang und sti­lis­ti­schem Kön­nen zu ver­bin­den. Ihre The­men sind dabei facet­ten­reich. Migra­ti­on und kul­tu­rel­le Iden­ti­tät kom­men eben­so vor wie Fami­lie und Part­ner­schaft. Dane­ben wid­met sie sich der moder­nen Arbeits­welt, Macht, Fra­gen der Öko­lo­gie, neu­en Kon­zep­ten des Ostens oder Men­schen mit Behinderung.

Bron­skys Blick ist immer ein sozi­al­kri­ti­scher, der ins­be­son­de­re gesell­schaft­lich deklas­sier­te Men­schen mit Auf­merk­sam­keit und Wert­schät­zung bedenkt. Ein Leit­mo­tiv, das ihre Pro­sa prägt, ist ein kuli­na­ri­sches: das Essen in all sei­nen Facet­ten und gesell­schaft­li­chen wie kul­tu­rel­len Bedeutungen.

Miner­va Infor­ma­tics Equa­li­ty Award

Uni Bam­berg: Preis für Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te der Fakul­tät WIAI

Die Fakul­tät Wirt­schafts­in­for­ma­tik und Ange­wand­te Infor­ma­tik (WIAI) der Uni­ver­si­tät Bam­berg ist für ihre Gleich­stel­lungs- und Diver­si­täts­ar­beit aus­ge­zeich­net wor­den. Es ist dabei nicht das ers­te Mal, dass der Miner­va Infor­ma­tics Equa­li­ty Award an die Fakul­tät geht.

Die För­de­rung von Frau­en in MINT-Fächern – Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik – ist eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung an Uni­ver­si­tä­ten welt­weit. Denn nach wie vor ist der Frau­en­an­teil in die­sen Fach­rich­tun­gen gering. Der Fakul­tät Wirt­schafts­in­for­ma­tik und Ange­wand­te Infor­ma­tik (WIAI) der Uni­ver­si­tät Bam­berg gelingt es laut einer aktu­el­len Mit­tei­lung, auf­grund ihrer zahl­rei­chen För­der­pro­gram­me seit vie­len Jah­ren die Zahl der weib­li­chen Stu­die­ren­den kon­ti­nu­ier­lich zu steigern.

So lag etwa der Anteil an Stu­di­en­an­fän­ge­rin­nen an der Fakul­tät im Win­ter­se­mes­ter 2023 /​/​2024 bei mehr als 35 Pro­zent. Vie­le haben zuvor an einem Nach­wuchs­pro­jekt der Fakul­tät teil­ge­nom­men und so den Weg in einen Stu­di­en­gang aus den Berei­chen Ange­wand­te Infor­ma­tik oder Wirt­schafts­in­for­ma­tik gefun­den. Nun ist das Team der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten der Fakul­tät WIAI mit dem Preis für her­aus­ra­gen­de Gleich­stel­lungs- und Diver­si­täts­ar­beit des Fakul­tä­ten­tags Infor­ma­tik (FTI) aus­ge­zeich­net worden.

Bereits zwei­te Gleich­stel­lungs­aus­zeich­nung für die Fakultät

„Die För­de­rung von Frau­en in der Infor­ma­tik wird an der Fakul­tät WIAI bereits seit deren Grün­dung als wich­ti­ge Auf­ga­be gese­hen. Seit 2005 haben wir kon­ti­nu­ier­lich Ange­bo­te für Schü­le­rin­nen auf- und aus­ge­baut und bie­ten viel­fäl­ti­ge Ange­bo­te für Stu­den­tin­nen an“, sagt Prof. Dr. Ute Schmid, Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te in der Wis­sen­schaft der Fakul­tät WIAI. „Ent­spre­chend freue ich mich sehr, dass wir nun schon zum zwei­ten Mal für unse­re Gleich­stel­lungs­ar­beit aus­ge­zeich­net wurden.“

Denn bereits 2018 erhielt die Fakul­tät den Miner­va Infor­ma­tics Equa­li­ty Award von Infor­ma­tics Euro­pe, der ihr die euro­pa­weit bes­te Frau­en­för­de­rung in der Infor­ma­tik beschei­nig­te. „Viel­falt berei­chert die Infor­ma­tik, und durch geziel­te Pro­gram­me und Unter­stüt­zung möch­ten wir errei­chen, dass Frau­en ihre Poten­zia­le in die­sem Bereich voll ent­fal­ten kön­nen“, ergänzt Prof. Dr. Andre­as Hen­rich, Dekan der Fakul­tät WIAI. „Es geht nicht nur um Zah­len, son­dern dar­um, Frau­en lang­fris­tig für die Infor­ma­tik zu begeis­tern und sie auf ihrem Bil­dungs­weg aktiv zu begleiten.“

Jury­mit­glied Prof. Dr. Peter Ross­ma­nith über­gab den Preis des Fakul­tä­ten­tags Infor­ma­tik, der mit 2.000 Euro dotiert ist, an Andre­as Hen­rich, The­re­sa Henn und Fran­zis­ka Pau­kner. Er stell­te in sei­ner Wür­di­gung her­aus: „Auf­bau­end auf den Maß­nah­men zur Gewin­nung weib­li­cher Stu­die­ren­der setzt die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg mit dem WIAI-Frau­en­netz­werk auf ein Men­to­ring-Pro­gramm für Stu­den­tin­nen, wel­ches die­se expli­zit bei der Kar­rie­re­pla­nung unter­stützt. Dank all die­ser Maß­nah­men kann die Uni­ver­si­tät Bam­berg im Ver­gleich zum deutsch­land­wei­ten Durch­schnitt kon­ti­nu­ier­lich einen um zehn Pro­zent­punk­te höhe­ren Frau­en­an­teil in der Infor­ma­tik verzeichnen.“

377 Jah­re

Dies aca­de­mi­cus: Fest­vor­trag zum Grün­dungs­tag der Uni­ver­si­tät Bamberg

Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg wird die­ses Jahr 377 Jah­re alt. Anläss­lich des Jubi­lä­ums ver­an­stal­tet die Hoch­schu­le einen Dies aca­de­mi­cus. Fest­red­ne­rin wird die Jour­na­lis­tin Tere­sa Bücker sein.

Jähr­lich fei­ert die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg ihre Grün­dung mit dem Dies aca­de­mi­cus. Die­ser soll jedoch nicht nur an die Grün­dung der Uni­ver­si­tät im Novem­ber 1647 erin­nern. Es wer­den auch aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im uni­ver­si­tä­ren Betrieb prä­sen­tiert. Einen Fest­vor­trag rah­men Gruß­wor­te des Uni­ver­si­täts­prä­si­den­ten Kai Fisch­bach und des baye­ri­schen Wis­sen­schafts­mi­nis­ters Mar­kus Blu­me ein. Außer­dem wer­den zahl­rei­che Prei­se für beson­de­re Leis­tun­gen an Uni­ver­si­täts­an­ge­hö­ri­ge ver­ge­ben. Stu­die­ren­de des Lehr­stuhls für Musik­päd­ago­gik und Musik­di­dak­tik beglei­ten den Fest­akt zudem musikalisch.

Als Jour­na­lis­tin arbei­tet Tere­sa Bücker seit mehr als fünf­zehn Jah­ren zu gesell­schafts­po­li­ti­schen Fra­gen der Gegen­wart und Zukunft. Ihr ers­tes Sach­buch „Alle_​Zeit“ erhielt 2023 den NDR Sach­buch­preis und war außer­dem für den Deut­schen Sach­buch­preis nomi­niert. Anläss­lich des 377. Geburts­tags der Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät kommt die Jour­na­lis­tin und Autorin in die Stadt. Sie hält den Fest­vor­trag zum Jubi­lä­um unter dem Titel „Wer hat Zeit, die Demo­kra­tie zu retten?“.

Inter­es­sier­ten steht die Fest­ver­an­stal­tung am 11. Novem­ber, um 17 Uhr im Audi­to­ri­um Maxi­mum in der Feld­kir­chen­stra­ße 21, kos­ten­frei offen. Die Uni­ver­si­tät bit­tet um Anmel­dung.

US-Prä­si­dent­schafts­wahl

„Ame­ri­can Elec­tion Night“ an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Am 5. Novem­ber, dem Tag der Prä­si­dent­schafts­wahl in den USA, lädt die Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät zur Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung „Ame­ri­can Elec­tion Night“. Auf dem Pro­gramm ste­hen Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen zum Wahl­kampf zwi­schen Kama­la Har­ris und Donald Trump, zur poli­ti­schen Land­schaft der USA und eine Live-Schal­tung zum Wahl­ge­sche­hen in Bos­ton. Wir haben mit Prof. Dr. Chris­ti­ne Ger­hardt, Initia­to­rin der „Elec­tion Night“ und Inha­be­rin der Pro­fes­sur für Ame­ri­ka­nis­tik, über die Ver­an­stal­tung, die bei­den Kan­di­die­ren­den und die Aus­wir­kun­gen auf hie­si­ge Poli­tik gesprochen.
Frau Ger­hardt, im Jahr 2012 haben Sie an der Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät zum ers­ten Mal die „Ame­ri­can Elec­tion Night“ ver­an­stal­tet, damals trat Barack Oba­ma gegen Mitt Rom­ney an. Wie kam es zu der Veranstaltung?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Das For­mat der „Ame­ri­can Elec­tion Night“ habe ich aus Frei­burg mit­ge­bracht, wo ich das Deutsch-Ame­ri­ka­ni­sche Insti­tut der Stadt gelei­tet hat­te. Als ich 2010 nach Bam­berg an die Uni­ver­si­tät wech­sel­te, dach­te ich, die­se Ver­an­stal­tung wür­de auch gut an unse­re Hoch­schu­le pas­sen. Denn hier gibt es bereits die Tra­di­ti­on, beson­ders an welt­po­li­tisch wich­ti­gen Tagen und zu aktu­el­len The­men, das inter­es­sier­te Publi­kum ein­zu­la­den, mit Exper­tin­nen und Exper­ten ins Gespräch zu kom­men. Die ame­ri­ka­ni­sche Wahl­nacht ist dabei aber kei­ne rein aka­de­mi­sche Ver­an­stal­tung. Wir star­ten mit einem Vor­trag der bekann­ten Jour­na­lis­tin Nata­scha Strobl und einer Podi­ums­dis­kus­si­on, haben aber auch ein Quiz und einen Kurz­film im Pro­gramm – und ein Büfett, zu dem alle etwas bei­steu­ern kön­nen. Ins­ge­samt hof­fen wir auch, den Dia­log zwi­schen Uni­ver­si­tät und Stadt wei­ter zu intensivieren.

Sie kün­di­gen Ana­ly­sen, Live-Debat­ten und kri­ti­sche Gesprä­che über die ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­dent­schafts­wah­len an. Was wird man dabei Neu­es erfah­ren können?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Wir bie­ten zum Bei­spiel eine Live-Schal­tung nach Bos­ton, von dort wird unse­re Mit­ar­bei­te­rin Yıl­dız Aşar die Stim­mung in Ame­ri­ka in den letz­ten Wochen und am Wahl­tag selbst schil­dern. Auf dem Podi­um kom­men­tiert Spie­gel-Redak­teur Mal­te Göbel den End­spurt im Ren­nen um das Wei­ße Haus und Nata­scha Strobl ver­gleicht den Rechts­ruck in den USA mit jüngs­ten Ent­wick­lun­gen in Deutsch­land. Vor allem kann das Publi­kum mit die­sen Gäs­ten direkt in Dia­log tre­ten und die Fra­gen stel­len, die alle am meis­ten interessieren.

American Election Night
Chris­ti­ne Ger­hardt, Foto: Jür­gen Schabel
Nata­scha Strobl spricht zum The­ma „Wie der radi­ka­li­sier­te Kon­ser­va­tis­mus die Demo­kra­tie in den USA bedroht“. Bedroht ein sol­cher Kon­ser­va­tis­mus nicht bereits auch Deutsch­land? Die CDU hat Kon­tak­te geknüpft mit dem rechts­kon­ser­va­ti­ven Think Tank „Heri­ta­ge Foun­da­ti­on“, dem auch Donald Trump nahe­steht, und vom US-Popu­lis­ten Ste­ve Ban­non hat man die „Flood the zone with shit“-Strategie über­nom­men, also etwa zur Dis­kre­di­tie­rung des poli­ti­schen Geg­ners die größ­ten Unwahr­hei­ten zu behaup­ten, in dem Wis­sen, dass sie irgend­wo in den Medi­en und der poten­zi­el­len Wäh­ler­schaft schon ver­fan­gen werden.

Chris­ti­ne Ger­hardt: Ja, der Ton hat sich ver­schärft. Das ver­ba­le Schü­ren von Hass und Gewalt ver­än­dert die poli­ti­sche Dyna­mik auch in Euro­pa signi­fi­kant. Das ist ein Grund, war­um wir Nata­scha Strobl ein­ge­la­den haben. Sie ist dafür bekannt, die Stra­te­gien der neu­en Rech­ten in den USA und Euro­pa bloß­zu­le­gen und zu beleuch­ten. Das wird, glau­be ich, kein opti­mis­ti­scher Vor­trag – aber ihre neu­es­ten Ana­ly­sen wer­den auch auf­zei­gen, wie man rech­te Het­ze erkennt und vor allem, wie man sie entkräftet.

Kama­la Har­ris lag im Okto­ber in den Pro­gno­sen leicht vor Donald Trump. Wie glau­ben Sie, wird die Wahl ausgehen?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Ich glau­be, und hof­fe auch, dass Kama­la Har­ris gewinnt. In den letz­ten Wochen hat sie eine sehr erfolg­rei­che Kam­pa­gne hin­ge­legt. Es ist ihr gelun­gen, das Momen­tum des Neu­en für sich zu nut­zen, und mit Enthu­si­as­mus und Opti­mis­mus die Debat­te zumin­dest zum Teil zu domi­nie­ren. Sie hat sich Ver­än­de­rung und den Blick nach vorn auf die Fah­nen geschrie­ben und schafft es auch, gegen die Stra­te­gie von Donald Trump, mit immer aber­wit­zi­ge­ren Aus­sa­gen Unru­he und Spal­tung zu schü­ren, zu bestehen. Har­ris geht dar­auf nicht ein und prä­sen­tiert sich sou­ve­rän und prä­si­di­al. Dabei kann man Par­al­le­len zu erfolg­rei­chen frü­he­ren demo­kra­ti­schen Kam­pa­gnen zie­hen, wie der von Oba­ma, aber auch von Frank­lin D. Roo­se­velt in den 1930ern. Bei­de schlu­gen in sehr kri­sen­haf­ten Zei­ten einen opti­mis­ti­schen Ton an. Auch ist es schon lan­ge ein Prin­zip der Demo­kra­ti­schen Par­tei, unter­schied­li­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen zusam­men­zu­brin­gen, anstatt die einen gegen die schein­bar ande­ren auf­zu­wie­geln. So gelingt es Har­ris sogar, bei einem der weni­gen The­men, die Trump domi­niert – Migra­ti­on –, zu punkten.

Wird das Momen­tum für Har­ris bis zum 5. Novem­ber rei­chen oder muss sie sich noch steigern?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Ich den­ke, sie muss wahr­schein­lich jeden Tag nach­le­gen. Zum Bei­spiel in Wirt­schafts­fra­gen. Denn eine Stär­ke von Trump, so neh­men es zumin­dest die Wäh­len­den wahr, ist die Wirt­schaft. In sei­ner Amts­zeit stand die US-Wirt­schaft recht gut da, aller­dings pri­mär als Fol­ge der posi­ti­ven Trends aus den Oba­ma-Jah­ren. Mit der Pan­de­mie erleb­te die Wirt­schaft unter Trump einen Ein­bruch. Bei Fra­gen der Abtrei­bung mani­pu­liert Trump die nega­ti­ven Fol­gen sei­ner Poli­tik ähn­lich. In der Abtrei­bungs­de­bat­te liegt Har­ris der­zeit klar vorn, zu Fra­gen von Immi­gra­ti­on und Wirt­schaft muss es ihr noch gelin­gen, eine star­ke, grif­fi­ge Geschich­te zu ent­wi­ckeln, die überzeugt.

Wo lie­gen die Schwä­chen von Kama­la Harris?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Sie hat wenig Zeit und vie­le Men­schen haben das Gefühl, sie nicht zu ken­nen, nicht zu wis­sen, wofür sie steht. Außer­dem könn­te es nach­tei­lig für sie sein, dass sie nicht popu­lis­tisch genug agiert. Und es ist eine struk­tu­rel­le Schwä­che der Demo­kra­ten, sich häu­fig selbst zu kri­ti­sie­ren. Hin­zu kommt, dass auch eher libe­ra­le Medi­en teil­wei­se sehr kri­tisch über die Demo­kra­ten berich­ten. Das wür­de bei den eher rech­ten Kanä­len wie Fox News und den repu­bli­ka­ni­schen Kan­di­da­ten nicht passieren.

In Deutsch­land scheint Prag­ma­tis­mus – Bun­des­kanz­ler Scholz nennt es Beson­nen­heit – im Wahl­kampf erfolg­ver­spre­chend. Kann es sein, dass im US-Wahl­kampf ein biss­chen mehr Cha­ris­ma nicht schadet?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Ja, es geht immer auch um die Per­sön­lich­keit der Kan­di­die­ren­den. Oft wird dabei ver­sucht, aus der eige­nen Lebens­ge­schich­te eine grö­ße­re kul­tu­rel­le Geschich­te zu kon­stru­ie­ren. Bei Trump konn­te man sehen, dass sein Wir-gegen-die-da-oben trotz gro­ßer Wider­sprü­che ver­fängt. Bei Har­ris funk­tio­niert es auf ande­re Art. Sie hat in ihren Reden bis­her wenig über ihr Frau­sein oder ihren fami­liä­ren Migra­ti­ons­hin­ter­grund gespro­chen. Das braucht sie auch nicht, das ist offen­sicht­lich, und damit ver­kör­pert sie die Idee vom Land der unbe­grenz­ten Mög­lich­kei­ten. Har­ris hat zugleich – das ist der deut­schen Poli­tik dann doch wie­der nicht unähn­lich – mit einem gewis­sen Prag­ma­tis­mus gepunk­tet. Sie geht nicht auf Trumps Pro­vo­ka­tio­nen ein, son­dern argu­men­tiert inhalt­lich. Der Wahl­kampf in den USA ist viel per­sön­li­cher als hier­zu­lan­de, aber die demo­kra­ti­schen Kan­di­die­ren­den ver­su­chen, auf per­sön­li­che Anfein­dun­gen zu ver­zich­ten. Außer­dem bedient Har­ris klar die ame­ri­ka­ni­schen Nar­ra­ti­ve von Hoff­nung und Fort­schritts­glau­ben. Trump ver­sucht, die­se Zukunfts­ori­en­tiert­heit in eine Sehn­sucht nach der Ver­gan­gen­heit zu ver­wan­deln, indem er Angst vor dem Neu­en ver­brei­tet, obwohl das nicht Teil der ame­ri­ka­ni­schen kul­tu­rel­len Tra­di­ti­on ist.

Dabei pro­du­ziert Donald Trump stän­dig Ent­glei­sun­gen und Skan­da­le. Wie­so wen­den sich die Leu­te nicht von ihm ab?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Es funk­tio­niert nach einem Mus­ter, das auch in vie­len ande­ren Län­dern ver­fängt: Es wer­den Spal­tungs­fan­ta­sien bedient, die man dann poli­tisch nut­zen kann. Obwohl er durch das Ver­mö­gen sei­nes Vaters Mil­li­ar­där ist, lan­ge in den Krei­sen der Clin­tons ver­kehr­te und US-Prä­si­dent war, behaup­tet er, für die­je­ni­gen zu ste­hen, die sich abge­hängt und von der Poli­tik nicht gehört füh­len. Zu die­sem Zweck schürt er Ängs­te – vor selbst­be­stimm­ten Frau­en oder vor Ein­wan­de­rern, die einem angeb­lich weg­neh­men, was einem angeb­lich zusteht. Wenn man so eine Wel­le rei­tet, ver­sucht man, Cha­os zu ver­brei­ten und sich selbst als Ret­ter dar­zu­stel­len. Die Ent­glei­sun­gen und Skan­da­le brin­gen die nöti­ge media­le Auf­merk­sam­keit und stär­ken das Image, gegen das Estab­lish­ment anzu­ge­hen. Das funk­tio­niert aber nur, weil die klas­si­schen Medi­en in Zei­ten von Social Media nicht mehr so stark rezi­piert wer­den, dass sie als Kor­rek­tiv wirken.

Ist die US-ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft also tat­säch­lich so gespal­ten und auf­ge­heizt, wie es von außen immer heißt?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Ja, es gibt durch­aus ein Lager­den­ken. Aber gera­de der trumphö­ri­ge Teil der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei ver­sucht bewusst, den Ein­druck von kom­plet­ter Unver­söhn­lich­keit zu erzeu­gen. Der Gou­ver­neur von Ohio hat zum Bei­spiel kürz­lich gesagt, die Leu­te sol­len auf­schrei­ben, bei wem ein Har­ris-Wahl­pla­kat im Gar­ten steht. Wenn die Bevöl­ke­rung tat­säch­lich so tief gespal­ten wäre, müss­te man die­ses Feind-Den­ken jedoch nicht schü­ren. Tat­säch­lich spre­chen sich näm­lich vie­le Repu­bli­ka­ner und Repu­bli­ka­ne­rin­nen für das Recht auf Abtrei­bung aus, und Par­tei­grö­ßen wie Liz und Dick Che­ney oder Mitt Rom­ney unter­stüt­zen Kama­la Har­ris. Offen­sicht­lich ver­sucht der rech­te repu­bli­ka­ni­sche Flü­gel, die Idee von der unüber­wind­li­chen Spal­tung zu benut­zen, um Wäh­len­de im eige­nen Lager zu halten.

Wer­den Trumps Posi­tio­nen Platz in der „Ame­ri­can Elec­tion Night“ der Uni­ver­si­tät haben?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Wir haben Mit­glie­der der „Repu­bli­cans Over­se­as“ und der „Demo­crats Abroad“ ein­ge­la­den, das sind Ver­ei­ni­gun­gen von Ame­ri­ka­nern und Ame­ri­ka­ne­rin­nen im Aus­land. Sie wer­den bei unse­rer Wahl­nacht sicher­lich mit­dis­ku­tie­ren. Und unse­re „Test-Wahl“ mit allen Gäs­ten wird zei­gen, wie vie­le der Anwe­sen­den für Trump wäh­len würden.

Wel­che Aus­wir­kun­gen könn­te die eine oder ande­re Prä­si­dent­schaft auf Deutsch­land oder Euro­pa haben?

Chris­ti­ne Ger­hardt: Trump hat ja bereits ange­kün­digt, euro­päi­schen Län­dern, die ihren finan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen gegen­über der NATO nicht nach­kom­men, die mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung zu ver­sa­gen. Auch hat er die Hil­fe für die Ukrai­ne infra­ge gestellt. Das wür­de den Druck in Euro­pa erheb­lich erhö­hen. Und sei­ne Dro­hung, an Tag eins sei­ner Prä­si­dent­schaft Dik­ta­tor zu sein, soll­te man ernst neh­men, zumal er bereits den Schul­ter­schluss mit ver­schie­de­nen Dik­ta­to­ren gesucht hat. Har­ris hat sich statt­des­sen für eine wei­te­re Unter­stüt­zung der Ukrai­ne aus­ge­spro­chen und zur NATO bekannt. Sie steht gene­rell für Sta­bi­li­tät in Bezug auf inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen und Außen­han­del – was die Welt drin­gend brau­chen kann.

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