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Universität Bamberg

Uni­ver­si­tät Bamberg

Zwei Mil­lio­nen für Erfah­rungs­zen­trum für künst­li­che Intelligenz

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg möch­te die hie­si­ge Auto­mo­bil­in­dus­trie bei ihrer digi­ta­len Umwand­lung hin zu mehr künst­li­cher Intel­li­genz unter­stüt­zen. Dafür soll für etwa zwei Mil­lio­nen Euro das soge­nann­te KMU-KI-Erfah­rungs­zen­trum entstehen.

Die wirt­schaft­li­che Struk­tur der Regi­on Bam­berg ist geprägt von Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern und Betrie­ben, die aktu­ell der Trans­for­ma­ti­on im Auto­mo­bil-Bereich begeg­nen müs­sen. Wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mit­ge­teilt hat, möch­te sie die­se klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men (KMU) bei ihrer digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on unter­stüt­zen. Knapp zwei Mil­lio­nen Euro möch­te das Baye­ri­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um dafür in ein KMU-KI-Erfah­rungs­zen­trum stecken.

Bei die­sem Pro­jekt möch­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg unter ande­rem ihre Erfah­rung im Bereich Künst­li­che Intel­li­genz (KI) ein­brin­gen. Im Fokus sol­len inter­ak­ti­ve Sys­te­me ste­hen, bei denen Mensch und KI zusammenarbeiten.

„Wir ver­ste­hen es als unse­re Auf­ga­be, wis­sen­schaft­li­che Lösun­gen für drän­gen­de Pro­ble­me zu erar­bei­ten, zum Bei­spiel im öko­no­mi­schen und tech­no­lo­gi­schen Bereich“, sagt Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Kai Fisch­bach. „Mit dem KMU-KI-Erfah­rungs­zen­trum kön­nen wir unser Enga­ge­ment für Bam­berg und Ober­fran­ken in die­ser Hin­sicht wei­ter verstärken.“

Ent­ste­hen soll Erfah­rungs­zen­trum im Clean­tech Inno­va­ti­on Park in Hall­stadt und vor­erst drei Jah­re lau­fen. „Der Weg zur Kli­ma­neu­tra­li­tät und immer kür­ze­re Pro­dukt­le­bens­zy­klen stel­len Unter­neh­men vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen“, sagt Peter Kel­ler, Geschäfts­füh­rer von Clean­tech Inno­va­ti­on. „Gera­de klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men haben auf­grund die­ser hohen Belas­tun­gen bis­her häu­fig nicht die Mög­lich­keit, sich das Wis­sen um die Anwen­dung der KI selbst zu erschlie­ßen. Daher sind wir glück­lich, mit der Uni­ver­si­tät Bam­berg und ihrem Pro­jekt den Kom­pe­tenz­trä­ger der Regi­on für die­sen The­men­be­reich zu haben.“

Drei Berei­che im Erfahrungszentrum

Das Erfah­rungs­zen­trum soll aus aus drei Teil­be­rei­chen bestehen. Der Bereich Infor­ma­tik soll über KI-gestütz­te Fer­ti­gungs­pro­zes­se infor­mie­ren, wie also zum Bei­spiel Mensch und Maschi­ne gefahr­los in der Mon­ta­ge zusam­men­ar­bei­ten können.

„Gera­de in so kom­ple­xen Berei­chen ist es not­wen­dig, dass mensch­li­che Exper­ti­se ein­flie­ßen kann, um KI-Model­le gezielt an wech­seln­de Anfor­de­run­gen anzu­pas­sen“, sagt Pro­jekt­lei­te­rin Prof. Dr. Ute Schmid, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Kogni­ti­ve Sys­te­me. „Im KMU-KI-Erfah­rungs­zen­trum kön­nen wir zudem eige­ne For­schungs­er­geb­nis­se aus dem Bereich inter­ak­ti­ves maschi­nel­les Ler­nen demons­trie­ren und dar­stel­len, wie KI-Sys­te­me mensch­li­che Kom­pe­ten­zen nut­zen und gleich­zei­tig erwei­tern und för­dern können.“

Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen zum The­ma Digi­ta­li­sie­rung in der Fer­ti­gung und Work­shops für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von KMU anzu­bie­ten, soll den zwei­ten Teil­be­reich ausmachen.

Ver­schie­de­ne bild­ge­ben­de For­ma­te wie Dash­boards sol­len den Umgang mit KI-Sys­te­men erleich­tern und die Akzep­tanz von digi­ta­ler Tech­nik för­dern. Sie ent­ste­hen im drit­ten Teil­be­reich unter der Lei­tung von Prof. Dr. Claus-Chris­ti­an Car­bon, Lehr­stuhl für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie. Das Ziel soll sein, die For­ma­te so zu gestal­ten, dass Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter KI-Sys­te­me mög­lichst intui­tiv ver­ste­hen und bedie­nen können.

Ver­an­stal­tun­gen Uni­ver­si­tät Bamberg

Kriegs­schä­den, Arbeits­markt, Gesund­heit: Podi­ums­dis­kus­si­on und Antrittsvorlesungen

Am Abend des 25. Janu­ar bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg eine Podi­ums­dis­kus­si­on und zwei Antritts­vor­le­sun­gen. Um 18:30 Uhr steht für ers­te­re das The­ma Kriegs­zer­stö­run­gen im Zwei­ten Welt­krieg auf dem Pro­gramm. Um 19:15 Uhr refe­rie­ren der Öko­nom Wolf­gang Dauth und der Sozio­lo­ge Ras­mus Hoff­mann über den Arbeits­markt im Wandel.

Die Bom­ben soll­ten eigent­lich in Nürn­berg ein­schla­gen – aber fie­len über Bam­berg. Zwei Not­ab­wür­fe bri­ti­scher Bom­ber tra­fen laut dem Haus der Baye­ri­schen Geschich­te 1944 und 1945 das Stadt­ge­biet. Die Schä­den kon­zen­trier­ten sich auf den Bahn­hofs­be­reich, wäh­rend die Innen­stadt weit­ge­hend von Zer­stö­run­gen ver­schont blieb. Ganz anders sah es in Nürn­berg aus, wo 95 Pro­zent der Innen­stadt zer­stört wur­den. Kriegs­zer­stö­run­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges sind Mit­tel­punkt einer Podi­ums­dis­kus­si­on an der Uni­ver­si­tät Bam­berg am Mitt­woch, 25. Janu­ar, 18:30 Uhr, Uni­ver­si­tät 7, Raum 01.05. 

Wie sind die bom­bar­dier­ten Städ­te mit den Zer­stö­run­gen umge­gan­gen? Wel­che Funk­ti­on hat­ten die Kar­ten von den Schä­den in der Wie­der­auf­bau­pla­nung? Beglei­tet wird die Dis­kus­si­on von einer Pos­ter-Aus­stel­lung, die Kriegs­kar­ten des „Atlas Kriegs­scha­dens­kar­ten Deutsch­land“ zeigt. Die­ser ist ein bedeu­ten­der Quel­len­be­stand für die Stadt­for­schung – mit groß­for­ma­ti­gen Dar­stel­lun­gen von Kar­ten der 1940er und 1950er-Jahre.

Ein Abend, zwei Antrittsvorlesungen

Die Aus­wir­kun­gen von Glo­ba­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung wer­den auf dem Arbeits­markt immer sicht­ba­rer. Wel­chen Ein­fluss die­se glo­ba­len Trends auf ver­schie­de­ne Regio­nen haben, erforscht Prof. Dr. Wolf­gang Dauth an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Seit Mai 2021 hat er den Lehr­stuhl für Regio­na­le Arbeits­markt­öko­no­mie inne.

In einer aktu­el­len Stu­die zeigt Wolf­gang Dauth bei­spiels­wei­se, dass Beschäf­tig­te umso bes­ser zu ihren Betrie­ben pas­sen, je grö­ßer die Stadt ist, in der sie ange­sie­delt sind und erhal­ten daher höhe­re Löh­ne. In sei­nem neu­es­ten Pro­jekt forscht er zum Arbei­ten von Zuhau­se. Bei sei­ner Antritts­vor­le­sung am 25. Janu­ar (19:15 Uhr, Feld­kir­chen­stra­ße 21, Raum 01.37) wird er auch Ein­bli­cke in sein viel beach­te­tes For­schungs­er­geb­nis geben: dass der Ein­satz von Indus­trie­ro­bo­tern – anders als in den USA – hier­zu­lan­de nicht zu Ent­las­sun­gen geführt hat.

Im Anschluss hält Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann sei­ne Antritts­vor­le­sung über sozia­le Ungleich­heit und Gesund­heit. Macht, Anse­hen, Ver­mö­gen, Bil­dung – in der Sozio­lo­gie gibt es ver­schie­de­ne eta­blier­te Dimen­sio­nen sozia­ler Ungleich­heit. Gesund­heit gehört bis­her nicht dazu, obwohl es gro­ße Unter­schie­de in Gesund­heit und Lebens­er­war­tung zwi­schen sozia­len Grup­pen gibt.

In sei­ner Antritts­vor­le­sung hin­ter­fragt Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann, der seit Sep­tem­ber 2021 den Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg inne­hat, war­um Bil­dungs­un­gleich­hei­ten in der Sozio­lo­gie anders behan­delt wer­den als Ungleich­hei­ten in der Gesund­heit und was dies mit bio­lo­gi­schen Unter­schie­den zu tun hat, die sowohl bei der Bil­dung als auch bei der Gesund­heit eine Rol­le spielen.

Uni­ver­si­tät Bamberg

Werk­statt­ge­spräch mit Illus­tra­to­rin Nadia Budde

Die preis­ge­krön­te Illus­tra­to­rin Nadia Bud­de zeigt in einem Werk­statt­ge­spräch an der Uni­ver­si­tät Bam­berg am 1. Febru­ar, wie sie arbeitet.

Nadia Bud­de gewann den deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis, die Krö­te des Monats sowie zahl­rei­che wei­te­re Prei­se. Sie war nomi­niert für den Gus­tav-Hei­ne­mann-Frie­dens­preis und den Astrid Lind­gren Memo­ri­al Award.

„Trau­ri­ger Tiger toas­tet Toma­ten“, „Groß­stadt­tie­re“ oder „Kurz nach sechs kommt die Echs“ lau­ten Titel von Nadia Bud­des Wer­ken. Jedes wirkt auf sei­ne eige­ne Wei­se – ob bun­te Bil­der oder abs­trak­te Zeich­nun­gen. Ihre Kin­der­bü­cher sind meist kei­ne durch­ge­hen­den Geschich­ten, son­dern Sprach­spie­le, Rei­me und Asso­zia­tio­nen mit Gedankensprüngen.

Am 1. Febru­ar, um 16:15 Uhr, stellt die Gra­fi­ke­rin und Kin­der­buch­il­lus­tra­to­rin an der Uni­ver­si­tät Bam­berg ihre Wer­ke vor. Das Werk­statt­ge­spräch fin­det im Rah­men des For­schungs- und Lehr­pro­jek­tes „Illus­tra­tors in Resi­dence“ statt.

Ver­an­stal­te­rin Prof. Dr. Andrea Bartl von der Pro­fes­sur für Neue­re deut­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Bam­berg hat­te 2021 „Illus­tra­tors in Resi­dence“ mit Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen und der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Karls­ru­he ins Leben geru­fen. „Bil­der­bü­cher sind gro­ße Kunst im Klei­nen“, sagt Bartl. „Sie sind ein fas­zi­nie­ren­des Gen­re, das oft zu Unrecht unter­schätzt wird.“

Im Gegen­satz zu vie­len AutorIn­nen stün­den Illus­tra­to­rin­nen und Illus­tra­to­ren häu­fig am Ran­de der Wahr­neh­mung. Um ihre Kunst in Öffent­lich­keit und Wis­sen­schaft bekann­ter zu machen, soll das Pro­jekt als Platt­form die­nen. In die­sem Semes­ter dreht sich bei „Illus­tra­tors in Resi­dence“ alles um Tie­re und Menschen.

18. Janu­ar

„Wie alles kam“: Paul Maar liest an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Paul Maar, der Erfin­der des Sams, liest an der Uni­ver­si­tät Bam­berg aus sei­nem auto­bio­gra­fi­schen Roman „Wie alles kam“ und gibt Ein­bli­cke in sein Leben.

Er ist der Schöp­fer des Sams und mach­te das Wesen mit Rüs­sel­na­se, roter Sta­chel­fri­sur und run­dem Bauch welt­be­rühmt. Im Dezem­ber wur­de Kin­der­buch­au­tor Paul Maar 85 Jah­re alt. Am 18. Janu­ar liest der Fran­ke und Wahl-Bam­ber­ger an der Uni­ver­si­tät Bam­berg aus sei­nem auto­bio­gra­fi­schen Roman „Wie alles kam“. Die Lesung beginnt, bei frei­em Ein­tritt, um 20 Uhr in Raum 00.25, An der Uni­ver­si­tät 2.

In „Wie alles kam. Roman mei­ner Kind­heit“ denkt Paul Maar an den frü­hen Tod sei­ner Mut­ter und an das Ver­hält­nis zu sei­nem Vater, einem Kriegs­ve­te­ra­nen, der offen­bar nicht viel vom Lesen hielt. Erst über den Kon­takt zu sei­ner spä­te­ren Frau Nele tauch­te Maar in die Welt der Lite­ra­tur ein. Der Roman ist eine Aben­teu­er- und Freund­schafts­ge­schich­te, ein Vater-Sohn-Roman und nicht zuletzt eine Lie­bes­er­klä­rung an sei­ne Frau Nele.

„Paul Maar erzählt auf unver­gleich­lich sanf­te, selbst­iro­ni­sche und nun auch selbst­re­fle­xi­ve Wei­se von allen Schat­tie­run­gen sei­nes Lebens als Kind und Jugend­li­cher“, heißt es in einem Bei­trag des Deutsch­land­funks. „Eine Medi­ta­ti­on über das Erin­nern“, schreibt eine Autorin der Süd­deut­schen Zeitung.

Gip­fel­werk der Sinfonik

Uni­ver­si­tät spielt Mah­lers „Auf­er­ste­hungs­sym­pho­nie“

Die Bam­ber­ger Uni­ver­si­täts­mu­sik führt am 15. Janu­ar um 17 Uhr ihr bis­lang größ­tes musi­ka­li­sches Pro­jekt auf. In der Kon­zert­hal­le steht dem Pro­gramm steht Gus­tav Mah­lers monu­men­ta­le 2. Sin­fo­nie, die „Auf­er­ste­hungs­sym­pho­nie“.

Gus­tav Mah­lers 2. Sin­fo­nie, die soge­nann­te Auf­er­ste­hungs­sym­pho­nie, ist in jeder Hin­sicht ein Aus­nah­me­werk, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung. Dabei krei­se sie um die gro­ßen Sinn­fra­gen. War­um lebt man? War­um lei­det man? Ist das alles nur ein gro­ßer, furcht­ba­rer Spaß? Die­se Fra­gen müss­te man in irgend­ei­ner Wei­se lösen, wenn man wei­ter leben sol­le, sag­te Gus­tav Mahler.

Gleich zu Beginn stellt die Auf­er­ste­hungs­sym­pho­nie ihre exis­ten­zi­el­le Dimen­si­on in einer Toten­fei­er klang­lich dar. Die dann fol­gen­den Werk­sät­ze besin­gen die Schön­heit des Lebens und der Natur, ehe der Final­satz ein monu­men­ta­les Ende lie­fert. Die Sin­fo­nie ist ganz Aus­druck von Mah­lers exis­ten­zi­el­lem Rin­gen, was sich in ihrer Form und über­wäl­ti­gen­den Klang­lich­keit nach­voll­zie­hen lässt.

Neben dem maxi­mal besetz­ten Orches­ter und einem zusätz­li­chen Fern­or­ches­ter wir­ken am 15. Janu­ar zwei Gesangs­so­lis­tin­nen und ein gro­ßer Chor mit. Das Werk bün­delt also alle Kräf­te der Bam­ber­ger Uni­ver­si­täts­mu­sik. Unter der künst­le­ri­schen Lei­tung von Uni­ver­si­täts­mu­sik­di­rek­tor Wil­helm Schmidts schlie­ßen sich mehr als 200 Mit­wir­ken­de im Chor und Orches­ter der Uni­ver­si­tät zu einem Klang­kör­per zusam­men. Ver­stär­kung erhält der Uni­ver­si­tätschor dabei vom Vocal­ensem­ble Würz­burg. Die Solo­par­tien über­neh­men die viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Sän­ge­rin­nen Anna Nesy­ba (Sopran) und Mari­on Eck­stein (Alt).

For­schungs­pro­jekt und Festakt

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Geschlech­ter­sen­si­ble For­schung etablieren

Es gibt zahl­rei­che Bei­spie­le, die zei­gen, was geschlech­ter­sen­si­ble For­schung bewir­ken kann. An der Uni­ver­si­tät Bam­berg wid­men sich ein For­schungs­pro­jekt und ein Fest­akt dem The­ma, um es an der Hoch­schu­le zu etablieren.

In der Medi­zin führ­te geschlech­ter­sen­si­ble For­schung zu neu­en Erkennt­nis­sen bezüg­lich der Dia­gno­se und The­ra­pie von Herz­in­fark­ten. Die Mobi­li­täts­for­schung zeigt, dass geschlech­ter­sen­si­bel geplan­te Städ­te und Infra­struk­tu­ren für alle siche­rer sind. In der Kli­ma­for­schung ist eine dif­fe­ren­zier­te Ana­ly­se not­wen­dig, um Anpas­sungs­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, weil Men­schen auch geschlech­ter­ab­hän­gig unter­schied­lich vom Kli­ma­wan­del betrof­fen sind.

Geschlech­ter­sen­si­ble For­schung ist also not­wen­dig, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg, da sich die feh­len­de Berück­sich­ti­gung der Kate­go­rien Geschlecht und Gen­der unmit­tel­bar auf die Lebens­qua­li­tät aus­wir­ken kön­ne. Dem wid­met sich das Pro­jekt „GENIAL for­schen“ an der Uni­ver­si­tät, geför­dert vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung. „GENIAL“ steht dabei für „GEschlech­ter­po­teN­zIA­Le nut­zen – Gesell­schaft ver­än­dern“. Ziel ist es, geschlech­ter­sen­si­ble, bedarfs­ori­en­tier­te For­schung zu stär­ken und an der Uni­ver­si­tät Bam­berg zu etablieren.

Fest­akt zu geschlech­ter­sen­si­bler Forschung

Der jähr­li­che Fest­akt der Frau­en­be­auf­trag­ten der Uni­ver­si­tät wid­met sich in die­sem Jahr eben­falls dem The­ma geschlech­ter­sen­si­bler For­schung. Er fin­det am 14. Dezem­ber, um 18 Uhr via Zoom statt.

Der Fest­vor­trag von Prof. Dr. Bri­git­te Röder, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Ur- und Früh­ge­schicht­li­che und Pro­vin­zi­al­römi­sche Archäo­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Basel, steht unter dem Titel „Jagen­de Hel­den und kochen­de Müt­ter? Zur Not­wen­dig­keit geschlech­ter­sen­si­bler For­schung am Bei­spiel der Prä­his­to­ri­schen Archäologie“.

„Aus­gangs­punkt ist das Phä­no­men, dass in aktu­el­len Geschlech­ter­de­bat­ten immer wie­der auf die angeb­lich ursprüng­li­chen und natür­li­chen Män­ner- und Frau­en­rol­len in der Urge­schich­te Bezug genom­men wird“, sagt Röder. Bei nähe­rer Betrach­tung zei­ge sich jedoch, dass es sich dabei nicht um wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se, son­dern viel­mehr um das patri­ar­cha­le bür­ger­li­che Rol­len­mo­dell hand­le, das als ver­meint­lich ursprüng­lich und all­ge­mein mensch­lich auf die Anfän­ge der Mensch­heit pro­ji­ziert wer­de. „Der Vor­trag skiz­ziert die wis­sen­schaft­li­che und gesell­schafts­po­li­ti­sche Rele­vanz die­ser Pro­jek­ti­on und zeigt auf, wie sich die Ver­flech­tung von Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit sowie von Gesell­schaft und Wis­sen­schaft mit Hil­fe geschlech­ter­sen­si­bler For­schung ent­wir­ren lässt“, sagt Bri­git­te Röder.

Bewer­tung deut­scher Universitäten

CHE-Mas­ter­ran­king: Spit­zen­no­ten für Bam­ber­ger Psychologie

Das jähr­li­che CHE-Mas­ter­ran­king, in das die Urtei­le von bun­des­weit etwa 10.000 Mas­ter­stu­die­ren­den ein­ge­hen, beschei­nigt dem psy­cho­lo­gi­schen Stu­di­en­an­ge­bot der Uni­ver­si­tät Bam­berg Spitzennoten.

Das CHE-Mas­ter­ran­king ist das detail­lier­tes­te und umfas­sends­te Ran­king deut­scher Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len. Mas­ter­stu­die­ren­de bewer­ten dabei die Mas­ter­an­ge­bo­te ihrer Uni­ver­si­tä­ten nach bis zu acht Kri­te­ri­en. Sie beur­tei­len unter ande­rem die all­ge­mei­ne Stu­di­en­si­tua­ti­on, das Lehr­an­ge­bot und die Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on. Die­se Bewer­tun­gen und Fak­ten zu For­schung und Leh­re geben zusam­men einen Über­blick über die Stu­di­en­be­din­gun­gen im Mas­ter­stu­di­um in den unter­such­ten Fächern. Neu bewer­tet wur­de in die­sem Jahr unter ande­rem das Fach Psy­cho­lo­gie. Hier konn­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg ordent­lich punk­ten und belegt in zahl­rei­chen Kate­go­rien die Spit­zen­grup­pe. Erst im Sep­tem­ber beschei­nig­te das Shang­hai Ran­king der Bam­ber­ger Poli­tik­wis­sen­schaft Spit­zen­wer­te.

Aus­ge­zeich­ne­te Betreu­ung im Mas­ter Psychologie

Die Bam­ber­ger Stu­die­ren­den sind laut CHE-Mas­ter­ran­king beson­ders mit der all­ge­mei­nen Stu­di­en­si­tua­ti­on zufrie­den. Auch bewer­ten sie die Betreu­ung durch Leh­ren­de, die Unter­stüt­zung im Mas­ter­stu­di­um und das Lehr­an­ge­bot als sehr gut.

Das Lehr­an­ge­bot besteche ins­be­son­de­re durch inhalt­li­che Brei­te und die Mög­lich­keit, selbst fach­li­che Schwer­punk­te zu set­zen. „Sehr ange­nehm ist, dass auch auf Semi­nar­wün­sche von Stu­die­ren­den­sei­te ein­ge­gan­gen wird“, gab etwa eine Per­son bei der anony­men Befra­gung an. Das gute sozia­le Kli­ma zwi­schen Stu­die­ren­den und Leh­ren­den, die Kri­tik­fä­hig­keit der Leh­ren­den, die Qua­li­tät der Lehr­ma­te­ria­li­en und die stu­di­en­be­glei­ten­de Unter­stüt­zung bei fach­li­chen Fra­gen, sta­chen bei den Kate­go­rien Betreu­ung und Unter­stüt­zung im Stu­di­um eben­falls posi­tiv heraus.

„Der Stu­di­en­gang der Psy­cho­lo­gie hat in der Mehr­zahl der Kri­te­ri­en Spit­zen­be­wer­tun­gen erhal­ten und damit kann neben dem Bache­lor­stu­di­en­gang auch der Mas­ter­stu­di­en­gang Psy­cho­lo­gie im Ver­gleich mit allen deut­schen Uni­ver­si­tä­ten zur Spit­zen­grup­pe gezählt wer­den“, sag­te Prof. Dr. Claus H. Cars­ten­sen, der die Pro­fes­sur für Psy­cho­lo­gi­sche Metho­den Empi­ri­scher Bil­dungs­for­schung inne­hat und den Mas­ter­stu­di­en­gang betreut.

„Die Fakul­tät für Human­wis­sen­schaf­ten freut sich sehr, dass der klas­si­sche und all­ge­mei­ne Mas­ter in Psy­cho­lo­gie wei­ter­hin eine Spit­zen­po­si­ti­on ein­nimmt. Und wir freu­en uns sehr, auf­bau­end auf die­sem Erfolgs­kon­zept nun auch einen wei­te­ren Mas­ter in Psy­cho­lo­gie spe­zi­ell für Kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie anbie­ten zu kön­nen“, ergänz­te Prof. Dr. Claus-Chris­ti­an Car­bon, Dekan der Fakul­tät für Humanwissenschaften.

Haus­halts­aus­schuss bewil­ligt Finanzierung

Hal­len­bad kann zu Sport­zen­trum umge­baut werden

Die Finan­zie­rung für den Umbau des alten Hal­len­bads am Bam­ber­ger Mar­ga­re­ten­damm ist gesi­chert. 2023 sol­len die Bau­ar­bei­ten zum neu­en Sport­zen­trum der Uni­ver­si­tät Bam­berg begin­nen. Die­se könn­ten aber teu­rer wer­den als veranschlagt.

Am 7. Dezem­ber stimm­te der Haus­halts­aus­schuss des Baye­ri­schen Land­tags der Pro­jekt­pla­nung zum Umbau des alten Hal­len­bads zum Sport­zen­trum der Uni­ver­si­tät Bam­berg zu. Etwa 24 Mil­lio­nen Euro möch­te der Frei­staat in das Bau­vor­ha­ben inves­tie­ren. Das gab die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät bekannt.

Das Staat­li­che Bau­amt Bam­berg soll nun das Ver­fah­ren zur Ver­ga­be der Bau­auf­trä­ge ein­lei­ten. „Wir freu­en uns, dass die Finan­zie­rung des Umbaus nun fest­steht“, sag­te Dr. Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „So kann die lang ersehn­te Sanie­rung des alten Hal­len­bads im kom­men­den Jahr star­ten. Den offi­zi­el­len Spa­ten­stich wird es wohl im Som­mer 2023 geben. Gera­de in Hin­blick auf unse­re Bemü­hun­gen um mehr Nach­hal­tig­keit und ganz aktu­ell auch in Ange­sicht der Ener­gie­kri­se, freu­en wir uns beson­ders, dass auch Aspek­te des Kli­ma­schut­zes ganz kon­kret im Bau­vor­ha­ben berück­sich­tigt wer­den kön­nen.“ So sei­en eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und eine Lüf­tungs­an­la­ge mit Wär­me­rück­ge­win­nung geplant, durch die eine beträcht­li­che CO2-Ein­spa­rung mög­lich sein soll. Außer­dem soll das Gebäu­de kom­plett ent­kernt und bei­spiels­wei­se die alten Schwimm­be­cken ent­fernt wer­den. Auch soll das Gebäu­de eine neue Fas­sa­de bekommen.

Freu­de von Huml, Kri­tik von Sowa

Das alte Hal­len­bad am Mar­ga­re­ten­damm hat­te Juli 2011 sei­nen Betrieb ein­ge­stellt. Im Dezem­ber 2016 unter­zeich­ne­ten die Stadt­wer­ke Bam­berg und die Immo­bi­li­en Frei­staat Bay­ern dann einen Kauf­ver­trag für das alte Hal­len­bad. Im Febru­ar 2018 stimm­te das Staats­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und Kul­tus, Wis­sen­schaft und Kunst dem Bau­an­trag der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät zu.

„Ich freue mich sehr“, sag­te Mela­nie Huml, baye­ri­sche CSU-Staats­mi­nis­te­rin für Euro­pa-Ange­le­gen­hei­ten aus Bam­berg, „dass wir das Sport­zen­trum ver­wirk­li­chen kön­nen. Von der Idee bis zu Umset­zung war es ein lan­ger Weg, doch mein Dran­blei­ben hat sich gelohnt.“

Die grü­ne Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Sowa kri­ti­sier­te aller­dings jüngst die lan­gen Zeit­räu­me des Dran­blei­bens. Sowas Kri­tik rich­tet sich dabei ans Staats­mi­nis­te­ri­um für Woh­nen, Bau und Ver­kehr. Ihrer Ein­schät­zung nach hät­te mit dem Pro­jekt viel frü­her begon­nen wer­den kön­nen. Wäh­rend aber fast nichts gesche­hen sei, ursprüng­lich soll­te das Pro­jekt 2023 bereits been­det sein, habe die Bau­kos­ten­stei­ge­rung den Preis in die Höhe getrieben.

Auch die ver­an­schlag­ten Bau­kos­ten zwei­felt Sowa an. Dem­ge­mäß sei der Umbau des Hal­len­bads zum Sport­zen­trum im Ange­sicht aktu­el­ler Kos­ten­stei­ge­run­gen bereits vor Bau­be­ginn teu­rer gewor­den. Aus einer Kos­ten­auf­stel­lung des Baye­ri­schen Land­tags gehe her­vor, dass inzwi­schen mit 30 statt mit 24,5 Mil­lio­nen Euro Gesamt­kos­ten gerech­net werde.

Neue Repor­ta­ge der Uni­ver­si­tät Bamberg

„Digi­ta­les Uni­ver­sum“ soll Lösun­gen für Zukunfts­fra­gen finden

Was haben poli­ti­sche Revo­lu­tio­nen, Wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gie und jüdi­sche Fried­hö­fe gemein­sam? Alle drei erforscht die Uni­ver­si­tät Bam­berg mit infor­ma­ti­schen Metho­den. Über die­se For­schungs­pro­jek­te gibt die Mul­ti­me­dia-Repor­ta­ge „Digi­ta­les Uni­ver­sum“ Auskunft.

Im For­schungs­schwer­punkt „Digi­ta­le Geistes‑, Sozi­al- und Human­wis­sen­schaf­ten“ möch­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg Lösun­gen für Zukunfts­fra­gen erar­bei­ten. „Die Uni­ver­si­tät Bam­berg gehört zu den weni­gen Hoch­schu­len in Deutsch­land, die Infor­ma­tik gezielt und umfas­send mit ande­ren Fächern in der For­schung und Leh­re zusam­men­bringt und in die­sem Bereich Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät lebt“, sagt Prof. Dr. Tho­mas Saal­feld, Vize­prä­si­dent für For­schung und wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs. So koope­rie­ren Infor­ma­tik und Wirt­schafts­in­for­ma­tik zum Bei­spiel mit Dis­zi­pli­nen wie Phi­lo­so­phie, Sozio­lo­gie, Poli­tik­wis­sen­schaft oder Psy­cho­lo­gie. Über For­schungs­pro­jek­te aus die­sem The­men­spek­trum soll die inter­ak­ti­ve Mul­ti­me­dia-Repor­ta­ge „Digi­ta­les Uni­ver­sum“ erzäh­len, wie die Uni­ver­si­tät bekanntgab.

Aber was haben poli­ti­sche Revo­lu­tio­nen, Wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gie und jüdi­sche Fried­hö­fe nun genau gemein­sam? Einer­seits sind sie Teil der Repor­ta­ge „Digi­ta­les Uni­ver­sum“, ande­rer­seits alle Forschungsgegenstand.

Wie eine poli­ti­sche Revo­lu­ti­on in einer Gesell­schaft ent­steht, ver­an­schau­li­chen Simu­la­tio­nen aus der Poli­tik­wis­sen­schaft. Die Wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gie setzt unter ande­rem vir­tu­el­le Rea­li­tät ein, um her­aus­zu­fin­den, ob Test­per­so­nen in vir­tu­el­len Auto-Pro­to­ty­pen öfter auf die Fahr­bahn oder die Bedien­kon­so­le schauen.

Die Fächer Infor­ma­tik, Digi­ta­le Denk­mal­tech­no­lo­gien und Juda­is­tik koope­rie­ren, um jüdi­sche Fried­hö­fe in Fran­ken mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien zu erfas­sen. In fächer­über­grei­fen­der Zusam­men­ar­beit reflek­tie­ren Bam­ber­ger Wis­sen­schaft­le­rIn­nen auch ethi­sche Fra­gen der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI).

Die Mul­ti­me­dia-Repor­ta­ge „Digi­ta­les Uni­ver­sum“ soll zei­gen, wie For­schen­de aus allen vier Fakul­tä­ten der Uni­ver­si­tät Bam­berg Fra­ge­stel­lun­gen, Metho­den und Ergeb­nis­se aus­tau­schen. Durch die gesam­te Uni­ver­si­tät zieht sich ein Koope­ra­ti­ons-Netz­werk, vor allem orga­ni­siert vom Zen­trum für inno­va­ti­ve Anwen­dun­gen der Infor­ma­tik (ZIAI). „Wenn ver­schie­de­ne Wis­sen­schaf­ten zusam­men­kom­men“, sagt Prof. Dr. Chris­toph Schlie­der, Lei­ter des ZIAI, „fin­det ein frucht­ba­rer Aus­tausch statt. Es ent­ste­hen Lösungs­an­sät­ze, auf die die Infor­ma­tik allei­ne nicht kom­men könnte.“

Jahr­hun­dert­fund zum Philosophen

Bis­her unbe­kann­te Vor­le­sungs­mit­schrift von G.F.W. Hegel entdeckt

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg hat bekannt­ge­ge­ben, dass in der Diö­ze­san­bi­blio­thek Mün­chen bis­her unbe­kann­te Vor­le­sungs­mit­schrif­ten des Phi­lo­so­phen Georg Wil­helm Fried­rich Hegel gefun­den wor­den sei­en. Als „Jahr­hun­dert­fund“ bezeich­net die Hoch­schu­le die Ent­de­ckung, an deren Erfor­schung die Uni­ver­si­tät betei­ligt sein wird.

Der Fund bis­her nicht aus­ge­wer­te­ter Vor­le­sungs­mit­schrif­ten in der Diö­ze­san­bi­blio­thek des Erz­bis­tums Mün­chen und Frei­sing eröff­net neue Zugän­ge zum Den­ken von Georg Wil­helm Fried­rich Hegel (1770 bis 1831). Das teil­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg am 24. Novem­ber mit. Von einem „Jahr­hun­dert­fund“ spricht die Mit­tei­lung sogar.

Ver­schie­de­ne Tei­le von Hegels Phi­lo­so­phie sind zumeist nur durch Vor­le­sungs­mit­schrif­ten doku­men­tiert. Der Hegel-Bio­graph Pro­fes­sor Klaus Vie­w­eg von der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena hat in der Diö­ze­san­bi­blio­thek des Erz­bis­tums Mün­chen und Frei­sing nun fünf Kar­tons sol­cher Mit­schrif­ten ent­deckt. Die­se sei­en seit fast 200 Jah­ren von der For­schung nicht näher betrach­tet wor­den. Vie­w­eg zeig­te sich begeis­tert: „Eine sol­che höchst über­ra­schen­de und glück­li­che Ent­de­ckung gelingt wohl nur ein­mal im Leben und ist ver­gleich­bar mit dem Fund einer neu­en Mozart-Partitur.“

Die rund 4.000 Sei­ten umfas­sen­den Mit­schrif­ten stam­men aus der Feder von Fried­rich Wil­helm Caro­vé (1789 bis 1852), einem der ers­ten Hegel-Schü­ler an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg. Sie sind Teil des Nach­las­ses des Münch­ner Theo­lo­gen Fried­rich Win­disch­mann (1811 bis 1861). Die­ser war Sohn des Bon­ner Phi­lo­so­phie­pro­fes­sors Karl Joseph Hie­ro­ny­mus Win­disch­mann (1775 bis 1839), der wie­der­um in Kon­takt mit Hegel stand und die Mit­schrif­ten als Geschenk von Caro­vé erhielt. Die Manu­skrip­te gelang­ten als Nach­lass von Fried­rich Win­disch­mann in die ehe­ma­li­ge Dom­bi­blio­thek Frei­sing, deren Bestän­de jetzt Teil der Diö­ze­san­bi­blio­thek des Erz­bis­tums Mün­chen sind.

Prü­fung durch Bam­ber­ger Professoren

Die Hand­schrif­ten umfas­sen fast alle Tei­le von Hegels enzy­klo­pä­di­scher Archi­tek­to­nik, dar­un­ter eine schon lan­ge gesuch­te Mit­schrift einer Ästhe­tik-Vor­le­sung in Hei­del­berg, über die es bis­her noch kei­ne ande­ren Unter­la­gen gab.

Im Rah­men eines mehr­jäh­ri­gen wis­sen­schaft­li­chen Pro­jekts berei­ten die Pro­fes­so­ren Klaus Vie­w­eg und Chris­ti­an Illies (Uni­ver­si­tät Bam­berg) mit Unter­stüt­zung von Pri­vat­do­zent Mar­ko Fuchs (Uni­ver­si­tät Bam­berg) die Mit­schrif­ten nun für eine Ver­öf­fent­li­chung unter dem Titel „Caro­vés Hegel-Mit­schrif­ten“ vor.

Bereits 1988 wies der Bon­ner For­scher Wil­li Fer­di­nand Becker in einem Auf­satz dar­auf hin, „dass in der Dom­bi­blio­thek Frei­sing Win­disch­manns Nach­lass der Bear­bei­tung harrt“. Doch erst Vie­w­eg ging die­sem Hin­weis nach. Im Som­mer 2022 unter­zog er das Mate­ri­al einer genau­en Durch­sicht und erkann­te sei­ne vol­le Bedeutung.

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