Treffpunkt für den nächsten Karriereschritt
Erfolgreiche Premiere der Jobmesse Franken 2025 in Bamberg
Am vergangenen Wochenende fand die Premiere der Jobmesse Franken in der brose Arena Bamberg statt. Diese Auftaktveranstaltung war sehr erfolgreich und bescherte den fast 70 Ausstellern über 2.200 motivierte und qualifizierte Besucher aus ganz Franken, wie das veranstaltende Messeteam Bamberg mitteilt.
Am 11. und 12. Oktober öffnete die Jobmesse Franken in der brose Arena Bamberg erstmals ihre Türen. Die Messe richtete sich vor allem an qualifizierte und motivierte Menschen, an Quereinsteiger und alle, die einen neuen Job suchen, sich informieren oder weiterbilden möchten. Somit stellte sie eine Erweiterung des Bamberger Messeangebots dar und unterschied sich von den bereits etablierten Ausbildungs- und Studienmessen in Bamberg.
Bereits in ihrem Premierenjahr etablierte sich die Jobmesse Franken als relevante Veranstaltung für den fränkischen Arbeitsmarkt und zog über 2.200 Besucherinnen und Besucher an.
Idee und Entstehung
Die Idee zur Jobmesse entstand aus einem klaren Bedarf: Sowohl bestehende Aussteller anderer Messen des Messeteam Bamberg als auch zahlreiche Unternehmen aus der Region berichteten über einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden. Um diesem Mangel aktiv zu begegnen, wurde die Jobmesse Franken ins Leben gerufen. Im Premierenjahr präsentieren sich nun fast 70 Unternehmen und setzen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein starkes Signal für den fränkischen Arbeitsmarkt.
Starke regionale Partnerschaften
Die Begrüßung der geladenen Gäste, Schirmherren und Aussteller übernahm einmal mehr Alina Marx, jüngste Mitarbeiterin im Messeteam Bamberg. In seiner Eröffnungsrede betonte Steffen Marx, Geschäftsführer der MTB Messeteam Bamberg GmbH, die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit: „Ich bedanke mich bei der Stadt und dem Landkreis Bamberg für die Unterstützung und enge und gute Zusammenarbeit.“ Die Messe profitierte zusätzlich von der Unterstützung zahlreicher Medien und auch aus Politik und Verwaltung kam Rückenwind. Schirmherr Landrat Johann Kalb lobte die „nahtlose Zusammenarbeit“ und betonte: „Wie immer, wenn das Messeteam etwas anpackt, ist es ein Erfolg.“ Auch Schirmherr Jonas Glüsenkamp, zweiter Bürgermeister und Personalreferent der Stadt Bamberg, ergänzte: „Schon vom Parkplatz aus, war die volle Messehalle zu sehen. Die Messe tut der Region gut und bietet den Unternehmen der Region sowie der Stadt Bamberg eine Riesenchance.“ Außerdem hob er die Vielfalt der Aussteller und die Bedeutung der Veranstaltung für die Messestadt Bamberg hervor. „Bereits nach wenigen Stunden waren die Hallen gut gefüllt und es entstanden viele intensive und produktive Gespräche.“
Zufriedene Aussteller
Aussteller und Besucher zeigten sich durchweg begeistert: Unternehmen freuten sich über die Möglichkeit, qualifizierte Kandidaten direkt kennenzulernen und betonten, dass sich die Besucher besonders engagiert zeigten. Die Besucher vor Ort schätzten die Gelegenheit, mehrere Arbeitgeber an einem Ort zu treffen und direkt in Kontakt mit Personalverantwortlichen zu treten. Isabell Brendel aus dem Personalmanagement der Fränkischen Rohrwerke betonte, dass sie bereits „einige spezialisierte Fachkräfte kennenlernen konnte“. Zudem hätten sich „mehrere Facharbeiter für eine Bewerbung interessiert“. Robin Volk von Volk Coaching zeigte sich besonders von der Organisation und Durchführung überzeugt: „Das Team hat sich um jedes Problem sofort gekümmert.“ Außerdem hob er die Bedeutung des Vortragsprogramms hervor: „Die Vorträge waren definitiv eine gute Ergänzung zur Messe. Danach konnten wir mit einigen Interessierten am Stand tolle und intensive Gespräche führen.“
Auch Florian Probst von Bamberg Service zog ein positives Fazit: „In Summe gab es viele interessante Gespräche, und wir freuen uns darauf, unser Bewerberportal in den nächsten Tagen genau zu beobachten.“
Cicero Mensah von der Lupp Facility Management GmbH ergänzte: „Das Networking hier auf der Messe mit den anderen Ausstellern gefällt mir sehr gut.“ Zudem freute er sich über die „vielfältigen und qualitativ hochwertigen Gespräche“. Arnd Schleuter, operativer Standortleiter von Simon Hegele, resümierte nach drei Stunden: „Wenn die Messe jetzt beendet wäre, hätte es sich bereits gelohnt.“ Weiter führte er aus: „Wir konnten in kurzer Zeit viele wirkliche Interessenten treffen und zu allen Bereichen Gespräche mit hoher Qualität führen. Außerdem haben wir in nur drei Stunden Bewerber für komplexe Stellen gesprochen, für die wir sonst vermutlich drei Monate gebraucht hätten.“
Vorträge
Ein Highlight der Messe war das vielseitige Vortragsprogramm im MGO-Vortragsforum. Neben spannenden Einblicken in verschiedene Berufsbilder standen Themen wie Karriereplanung, Weiterbildung und die Zukunft des Arbeitsmarkts im Mittelpunkt. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich gezielt zu informieren und wertvolle Impulse für ihre berufliche Entwicklung mitzunehmen.
Das Messeteam Bamberg blickt gespannt in die Zukunft. Steffen Marx merkte abschließend an: „Wir haben das Ziel, die Messe weiter auszubauen und noch mehr Kontakte zwischen engagierten Arbeitssuchenden und der lokalen Wirtschaft zu ermöglichen.“ 2026 soll die Messe dann im September stattfinden. Bilder, Videos und weitere Informationen gibt es auf der Website www.jobmesse-franken.de
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Treffpunkt für den nächsten Karriereschritt
Jobmesse Franken
Aktuell laufen die Vorbereitungen für die neue Jobmesse Franken, die Unternehmen aus der Region helfen soll, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Steffen Marx, Geschäftsführer des veranstaltenden Messeteams Bamberg, stand uns Rede und Antwort.
Die Jobmesse Franken am 11. und 12. Oktober wird von der MTB Messeteam Bamberg GmbH organisiert, die seit mehr als 20 Jahren erfolgreich Messen wie die Immobilienmesse Franken und die Gesundheitsmesse Franken aktiv und vital ausrichtet. Sie findet in der brose Arena Bamberg statt, in der Steffen Marx, Wolfgang Heyder und ihr Team vor rund zwei Jahrzehnten erstmals die Immobilienmesse Franken auf die Beine stellten. „Im Rückblick ist die Zeit schnell vergangen“, denkt Steffen Marx an die Anfänge zurück. „Bei der Immobilienmesse war das 10jährige Bestehen – aktuell haben wir bereits die 23. Messe – etwas Besonderes. Wir haben damals zusätzlich ein 1.000 Quadratmeter großes Zelt im Außenbereich aufgebaut und weitere Aussteller gehabt, inklusive vorausschauend dem Thema E‑Mobilität. Nun steht bei der Gesundheitsmesse das 20. Jubiläum an. Und mit der Jobmesse startet ein weiteres Projekt.“
Bei dieser kooperiert das Messeteam mit starken Partnern aus dem Medienbereich und großen Netzwerken aus dem Wirtschaftsbereich, von denen es tolle Unterstützung gab, ebenso wie von Stadt und Landkreis Bamberg, wie Steffen Marx betont. Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, zugleich Personalreferent der Stadt Bamberg, und Landrat Johann Kalb fungieren auch als Schirmherren. Das Ziel ist es, mit dieser Messe regionale fränkische Firmen im Kampf gegen den Fachkräftemangel zu unterstützen und Einwohnern zu helfen, den passenden Arbeitsplatz zu finden oder auch sich über Weiterbildung zu informieren. Die Jobmesse Franken findet am Samstag und Sonntag jeweils ganztägig von 10 bis 18 Uhr statt – ein Konzept, das sich bei den beiden anderen Messen des Messeteams etabliert hat.
Die Jobmesse Franken bietet auch neben den Gesprächen an den Messeständen wertvolle Networking-Möglichkeiten. Sowohl Bewerber als auch Unternehmen können in entspannter Atmosphäre Kontakte knüpfen, Partnerschaften aufbauen oder branchenspezifische Trends und Entwicklungen diskutieren. „Für Unternehmen ist dies eine hervorragende Gelegenheit, nicht nur passende Mitarbeiter zu finden, sondern auch ihre Arbeitgebermarke zu stärken und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren“, so Marx.
Qualifizierte, motivierte und verfügbare Arbeitssuchende, Wechselwillige, Quereinsteiger, Fach- und Führungskräfte in Voll- und Teilzeit sowie an Weiterbildung interessierte Menschen aus ganz Franken können als Besucher der Messe entsprechende Kontakte knüpfen. Wie Marx betont, werde das übliche Bewerbungsverfahren umgekehrt. Anstelle erst eine Bewerbung zu schreiben, entstehe hier zunächst der persönliche Kontakt, was in ungezwungener Atmosphäre direkt ein Gefühl in fachlicher Hinsicht auf beiden Seiten vermitteln kann, aber auch dahingehend, ob die Chemie stimmt. Für die Besucher rät er im Vorfeld sich zu informieren, welche Firmen und Institutionen vor Ort sind, mit denen man ins Gespräch kommen möchte, um so die fachliche Richtung schon für sich auszuloten.
Anstelle erst eine Bewerbung zu schreiben, entstehe hier zunächst der persönliche Kontakt, was in ungezwungener Atmosphäre direkt ein Gefühl in fachlicher Hinsicht auf beiden Seiten vermitteln kann, aber auch dahingehend, ob die Chemie stimmt. Für die Besucher rät er im Vorfeld sich zu informieren, welche Firmen und Institutionen vor Ort sind, mit denen man ins Gespräch kommen möchte, um so die fachliche Richtung schon für sich auszuloten.
Hohe Branchenvielfalt und Fachvorträge
Denn die Jobmesse Franken kann bereits bei ihrer Premiere eine hohe Branchenvielfalt aufweisen. An der Messe beteiligen sich beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Bau, Handwerk, Gesundheit, Handel und Dienstleistung sowie dem öffentlichen Dienst. Auch Bildungsträger, Weiterbildungsinstitute und Dachverbände werden vor Ort sein, die den Dialog zu neuen Bewerbern und unterschiedlichsten Mitarbeitertypen suchen. „Damit gibt es für fast jeden Besucher einen potenziell passenden Arbeitgeber, und es entstehen zahlreiche Chancen für Quereinsteiger“, erklärt Marx.
Auch Inklusion, ein Thema das immer wichtiger wird, ist auf der Messe gut präsent. Das Thema spielt nicht nur bei Neueinstellungen eine Rolle. Denn einen Großteil der Behinderungen machen erworbene Behinderungen aus, demzufolge können auch bestehende Arbeitsverhältnisse im Laufe der Jahre davon betroffen sein. Und da ist es hilfreich, wenn die Unternehmen in Sachen Inklusion bereits vorbereitet sind. Bei der Jobmesse Franken werden, wie Marx betont, mehrere Aussteller die Chance, die die Integration von Menschen mit Behinderung bietet, aufzeigen.
Im Vortragsforum sorgen darüber hinaus kompetente Referenten für ein abwechslungsreiches und informatives Vortragsprogramm. An beiden Messetagen finden zahlreiche Fachvorträge zu verschiedenen beruflichen Möglichkeiten, Fort- und Weiterbildung, Wegen in die Selbstständigkeit sowie Unternehmensvorstellungen statt.
Trotz der großen Branchenvielfalt liegt der Fokus der Messe klar auf fränkischen Unternehmen, betont Marx. Damit sollen die lokale Wirtschaft gestärkt und talentierte, qualifizierte Mitarbeiter aus der Region mit spannenden Arbeitgebern zusammengebracht werden. „Dies trägt aktiv dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“ Da die räumliche Nähe zum Arbeitgeber für viele Bewerber ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl ist, erhöhen sich die Chancen auf erfolgreiche Gespräche. Dies steigert den Mehrwert der Veranstaltung für alle Beteiligten.
„Vor etwa anderthalb Jahren haben wir konzeptionell begonnen, vor etwa einem Jahr dann mit der Ausstellersuche und Ansprache. Und nun planen wir die Durchführung der ersten Messe“, ist Marx selbst gespannt und voller Vorfreude. Rund 2.000 Firmen wurden angesprochen, ein qualitativ hochwertiger Mix an Ausstellern ist daraus entstanden, von Behörden bis zum Hidden Champion aus der Region. Für die Folgejahre ergibt sich aus Steffen Marx´ Erfahrung nach erstmaliger Durchführung ein Potenzial, die Messe auch in Sachen Aussteller-Anzahl deutlich auszubauen. Die brose Arena biete auch im Vergleich zu den zunächst belegten noch deutlich mehr Flächen, wie die Immobilienmesse und die Gesundheitsmesse zeigten. Marx denkt beim Vergleich auch an Highlights zurück, wie an das 10jährige Immobilienmesse-Jubiläum „mit großem Zelt im Außenbereich zusätzlich und ein Aussteller hat tatsächlich außen ein Holzhaus aufgebaut. Auch die Erweiterung der brose Arena war spannend und hat intensiv in unsere Messen eingegriffen.“
Auch für Wissbegierige und an Selbstständigkeit Interessierte dürfte die Messe ein interessanter Termin werden. Neben zahlreichen Unternehmen sind auch Bildungsträger und Weiterbildungsinstitute auf der Messe vertreten. „Wenn Menschen kommen, die qualifiziert und motiviert sind, ernsthaft einen Job suchen, weil sie sich verändern möchten oder weil sie den nächsten Karriereschritt planen, umziehen oder nicht mehr pendeln möchten, dann sind das die Wunschbesucher“, sagt Steffen Marx. „Aber auch alle die sich für Weiterbildung interessieren sind herzlich willkommen und finden viele gute Infos.“
Der direkte Ansprechpartner direkt vor Ort
Die Jobmesse Franken kann so als Messe zu einem neuen, zentralen Treffpunkt für Unternehmen, Politik und Fachkräfte in der Region werden, die Arbeitgebern eine starke Plattform zur Gewinnung von Arbeitskräften bieten und Besucherinnen und Besuchern vielfältige Karrierechancen eröffnen kann. Für die Besucher ist die Jobmesse eine Chance, die Filter der Bewerberauswahl zu umgehen, betont Marx. „Das persönliche Gespräch zum Job wird in Zeiten der Digitalisierung immer seltener. Durch den Austausch an den Messeständen können jedoch direkt Termine für weiterführende Gespräche vereinbart werden. So müssen Interessierte weniger Geduld aufbringen als bei langwierigen Online-Bewerbungen.“
Außerdem lernten Interessierte den direkten Ansprechpartner im Bewerbungsprozess kennen, der sofort auf deren Fragen eingehen und sie auf persönlicher Ebene kennenlernen könne. „Und das Ganze in diesem Fall bei einer Vielzahl an Unternehmen, statt Wochen mit der Durchsicht von Stellenanzeigen zu verbringen und auf Antworten zu warten.“
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Basketball
Wolfgang Heyder wechselt als Gesellschafter zu Würzburg Baskets
Wolfgang Heyder, langjähriger Geschäftsführer von Brose Bamberg, wechselt zu einem anderen Basketballverein. Ab nächster Saison wird der 67-Jährige einer von drei neuen Gesellschaftern der Würzburg Baskets.
Indem Wolfgang Heyder Anfang März bei den Bamberg Baskets sein Amt als Nachwuchskoordinator des Freak City Bamberg e.V. niederlegte, deutete sich bereits ein Schritt, wie der, den er nun gemacht hat, an. Denn wie die Würzburg Baskets Ende letzter Woche (5. April) mitteilten, hat Heyder eine neue Position in der Basketball-Branche gefunden. Zum Beginn der nächsten Saison der Basketball-Bundesliga wird Wolfgang Heyder einer von fünf Gesellschaftern des Erstliga-Vereins. Bisher leiteten Jochen Bähr und Jürgen Meissner die „Sport + Event Würzburg Baskets GmbH“, neu hinzugekommen sind neben Heyder nun auch Christian Schenk und Steffen Liebler.
„Wir freuen uns sehr darüber“, werden Meissner und Bähr zitiert, „dass wir mit Steffen, Christian und Wolfgang sehr viel Basketball-Leidenschaft, Know-How, Kontakte und auch jede Menge Kompetenz in verschiedenen Bereichen dazu bekommen.“ Damit sei man als Team für die Herausforderungen der kommenden Jahre sehr gut aufgestellt und könne die Entwicklung der Würzburg Baskets weiter vorantreiben.
Mit Wolfgang Heyder kommt eine der bekanntesten Persönlichkeiten des fränkischen, bayerischen und deutschen Basketballs zu den Würzburg Baskets. Der 67-jährige Heyder war 15 Jahre lang Geschäftsführer der Bamberg Baskets. In dieser Zeit gewann der Verein sechs deutsche Meistertitel und drei Pokalsiege. Nach der Saison 2013 //2014 war „Mister Bamberg“, so Heyders nun nicht mehr ganz passender Spitzname, nach Unstimmigkeiten mit dem früheren Hauptsponsor Michael Stoschek als Geschäftsführer zurückgetreten. Zuletzt war er drei Jahre lang als Nachwuchskoordinator tätig.
„Das Angebot, als Gesellschafter bei den Würzburg Baskets einzusteigen, hat mich sehr geehrt und ich habe es gerne angenommen“, sagt Wolfgang Heyder. „Würzburg ist ein toller Basketball-Standort mit viel sportlicher Kompetenz im Profi- und im Nachwuchsbereich. Ich freue mich darauf, Verantwortung zu übernehmen und dabei zu helfen, die Jugendarbeit noch besser als bisher aufzustellen.“
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Niedrige Publikumszahlen
„Die Veranstaltungsbranche soll keine Szene werden, die nur durch Absagen glänzt“
Kulturveranstaltungen sind wieder ohne Corona-Beschränkungen möglich. Trotzdem hat die Veranstaltungsbranche mit niedrigen Publikumszahlen zu kämpfen. Woran das liegt und wie die Branche damit umgeht, haben wir mit Wolfgang Heyder, Geschäftsführer des Veranstaltungsservice Bamberg, besprochen.
Viele Kulturveranstalter klagen darüber, dass das Publikum Veranstaltungen fern bleibt, obwohl es zum Beispiel keine Coronavorschriften mehr gibt, die das nötig machen würden. Können Sie diese Entwicklung der Veranstaltungsbranche bestätigen?
Wolfgang Heyder: Ja. Im Sommer hatten wir noch gute Verkaufszahlen beziehungsweise Tickets von Veranstaltungen, die aus dem letzten Jahr verschoben worden waren, wurden sehr zahlreich eingelöst. Überragende Zahlen waren es nicht, aber gute. Als dann aber die Outdoor-Veranstaltungen des Sommers vorbei waren und die Indoor-Veranstaltungen im Herbst losgingen, haben wir sehr schnell gespürt, dass die Verkäufe eher defensiv wurden. Es gibt zwar Ausreißer nach oben, das sind meistens überregionale, internationale Acts, aber immer auch wieder Flops. Die Leute scheinen sich also ganz genau auszusuchen, wo sie hingehen.
Sorge vor eine Ansteckung mit Corona könnte also ein Grund dafür sein?
Wolfgang Heyder: Ja, ich denke schon, dass da immer noch viele Bedenken haben und bei keinen Shows im Innenraum dabei sein wollen. Wir sehen das zum Beispiel daran, dass immer noch einige Besucher Maske tragen, obwohl es keine Maskenpflicht mehr gibt.
Was tun Sie im Kulturboden in Hallstadt, um die Sorgen vor Corona zu zerstreuen?
Wolfgang Heyder: Diese Sorgen sind eine gefühlte, eine individuelle und subjektive Angelegenheit – den Leuten so etwas zu nehmen, ist schwer. Wir arbeiten aber immer noch, wie von Anfang an, mit Abstandsregeln und intensiver Lüftung. Diejenigen, die keinen engen Kontakt mit anderen Leuten im Publikum haben wollen, müssen diesen auch nicht haben. Ein Risiko, das abschrecken könnte, bleibt aber eben bestehen.
Spielen auch die derzeit steigenden Lebenshaltungs- und Energiekosten eine Rolle bei der Zurückhaltung des Publikums?
Wolfgang Heyder: Im Lauf des Novembers werden wir versuchen, genauer herauszufinden, wie die Leute die Veranstaltungsszene diesbezüglich einschätzen, aber momentan kann ich das noch nicht bestätigen.
Stehen Sie in Kontakt mit anderen Veranstaltern, gibt es dort die gleichen Sorgen?
Wolfgang Heyder: Ja, das gilt für alle. Überall hört man von geringeren Verkaufszahlen – das ist die klare Tendenz.
Wie gehen Sie mit dieser Tendenz um?
Wolfgang Heyder: Wir haben uns die Strategie gegeben, für Indoor-Veranstaltungen in den kommenden Monaten erst mal weniger zu buchen und uns auf die kommenden Open-Air-Shows richten. Zum Beispiel diskutieren wir gerade, wie wir mit dem BamLit 2023 umgehen und es vielleicht in den Sommer verschieben. Auch hier – das hat sich bei der Ausgabe 2022 gezeigt – haben wir ein Klientel, das sehr vorsichtig agiert.
Welche Rückmeldungen geben die Leute, die Indoor-Veranstaltungen besuchen? Bleibt auch hier Sorge oder herrscht Sorglosigkeit?
Wolfgang Heyder: Genau wie gesamtgesellschaftlich gibt es auch hier viele, die da keinerlei Bedenken mehr haben und sich nicht einschränken. Viele sagen auch, dass sie einfach wieder Kulturveranstaltungen wollen und diese auch unterstützen möchten.
In den nächsten Tagen haben Sie im Kulturboden in Hallstadt einen Auftritt von Wolfgang Krebs, einen vom Totalen Bamberger Kabarett und eine Rod Stewart-Tribute-Show. Wie ist die konkrete Auslastung dieser Veranstaltungen?
Wolfgang Heyder: Wolfgang Krebs läuft sehr gut, er wird mit etwa 350 von 380 Plätzen fast ausverkauft sein. Auch TBC läuft gut mit über 200 Plätzen, oder Mäc Härder, der heute Abend auftritt. Dann kommt aber mit Mr. Rod eine Show, deren Vorverkauf zäh läuft. Da werden wir kaum auf mehr als 100 verkaufte Plätze kommen. Es ist einfach komplett unterschiedlich, wie die Leute auf einzelne Shows reagieren.
Wie viele Konzerte müssen Sie derzeit absagen?
Wolfgang Heyder: Abgesagt wird derzeit trotz allem relativ wenig. Während der Hochzeit der Pandemie mussten wir natürlich sehr viel verschieben oder ganz absagen. Aber jetzt versuchen wir, alle geplanten Veranstaltungen durchzuziehen. Die Veranstaltungsbranche soll keine Szene werden, die nur durch Absagen glänzt. Wenn es dazu nötig ist, eine Veranstaltung mit geringen Publikumszahlen durchzuführen, tun wir das eben. Verkaufen wir keine oder nur eine Handvoll Karten, sagen wir natürlich ab. Aber wenn 50 oder 60 Leute kommen, auch wenn das sehr wenig ist, machen wir die Veranstaltung. Es ist uns wichtig, dass der Betrieb am Leben bleibt und sich das Publikum darauf verlassen kann, dass Shows stattfinden.
Aber eine Auslastung von 50 von 380 belegten Plätzen kann sich unmöglich rechnen.
Wolfgang Heyder: Nein, das rechnet sich nicht – das ist klar. Aber wir sehen das als Investition, die wir in Kauf nehmen. Wenn wir wieder die Hälfte der Veranstaltungen absagen, ist das für das Publikum nicht mehr nachvollziehbar und der Kulturboden ist irgendwann von der Bildfläche verschwunden.
Könnte die herbst- und winterliche Zurückhaltung des Publikums eine Dauerzustand werden? Muss die Veranstaltungsbranche umdenken und sich stärker auf die Open-Air-Möglichkeiten des Sommers konzentrieren?
Wolfgang Heyder: Ich hoffe nicht! Wir hoffen, dass sich diese Zustände schon wieder normalisieren. Es wurde von der Politik ja vorhergesagt, dass der jetzt beginnende nochmal ein schwieriger Winter werden könnte – damit müssen wir umgehen.
Wie sehen Sie demgemäß die Rolle der Politik zurzeit? Wird genug für die Veranstaltungsbranche getan, um einerseits auf den Winter einzustimmen, andererseits aber auch allzu große Sorgen zu nehmen?
Wolfgang Heyder: Die Medien neigen dazu, die Politik immer für alles verantwortlich zu machen. Ich finde, dass es auch für die Politik schwierig ist, hier eine Einschätzung abzugeben. Es ist immer wieder eine neue Situation und nach wie vor eine Situation, die keiner wirklich kennt. Da der Politik irgendetwas anzukreiden, würde ich nicht tun.
Spricht da der Veranstalter oder das SPD-Mitglied?
Wolfgang Heyder: Beides. Ich habe meine Probleme, mit dem, was an Zweifeln und Vorwürfen gerade gegenüber der Politik stattfindet. Es geht zu oft um Schlagzeilen. Auch in anderen Bereichen der großen Politik waren viele derzeitige Entwicklungen einfach nicht vorherzusehen. Was wir für uns und für die Kulturbranche aber tatsächlich doch wünschen würden, wäre, dass die Wirtschaftlichkeitshilfe aus dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen bis Ende Mai verlängert wird. Denn die Unterstützungs-Zahlen haben bei weitem noch nicht den Vor-Corona-Standard erreicht.